[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bedrucken einer Bahn aus
Bedruckstoff auf einer ersten und/oder einer zweiten Seite mit den Merkmalen von Anspruch
1.
[0002] Die Erfindung liegt in dem technischen Gebiet des Digitaldrucks auf bahnförmige Bedruckstoffe.
In diesem Gebiet ist es bereits bekannt, bahnförmige Bedruckstoffe, zum Beispiel aus
Papier, mit dem Tintenstrahl-Druckverfahren zu bedrucken.
[0003] Die
US 5,878,320 offenbart eine Druckmaschine für das digitale Bedrucken von bahnförmigem Bedruckstoff.
Anstelle von Tintenstrahl-Druckköpfen werden jedoch elektrofotografische Druckköpfe
eingesetzt. Das Dokument offenbart eine Ausführungsform, bei welcher vier Druckköpfe
ein mehrfarbiges Druckbild auf einen endlosen Zwischenträger übertragen. Der bahnförmige
Bedruckstoff wird an einer ersten Stelle mit dem Zwischenträger in Kontakt gebracht
und dadurch auf einer ersten Seite bedruckt. Danach wird der Bedruckstoff über Wendestangen
geführt und dabei gewendet. Anschließend wird der Bedruckstoff ein zweites Mal, jedoch
mit der noch nicht bedruckten Seite, in Kontakt mit dem Zwischenträger gebracht und
dabei rückseitig bedruckt. Ein diesem Ausführungsbeispiel entsprechender Aufbau erfordert
durch den Einsatz des endlosen Zwischenträgers viel Bauraum. Zudem müssen die umlaufende
Bewegung des Zwischenträgers und die Transportbewegung der Bahn steuerungstechnisch
aufeinander abgestimmt werden.
[0004] Die
DE 10 2014010 904 B3 offenbart eine Druckmaschine zum Bedrucken von bogenförmigem Bedruckstoff. Dabei
ist eine Digitaldruckeinheit derart schwenkbar angeordnet, dass diese sowohl die Vorderseite
als auch die Rückseite eines Bogens bedrucken kann.
[0005] Die
US 2011/0205316 A1 offenbart eine Druckmaschine zum Bedrucken von Bogen, welche zweimal an denselben
Digitaldruckeinheiten vorbeigeführt werden. Hierzu werden die Bogen auf einer Schleife
des Transportpfades durch eine schraubenförmige Wendeeinrichtung geführt.
[0006] Vor dem Hintergrund dieses Standes der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine verbesserte Vorrichtung zum Bedrucken einer Bahn aus Bedruckstoff
zu schaffen, welche wenig Bauraum beansprucht. Es ist eine weitere Aufgabe, bei einer
solchen Vorrichtung Bauteile und Steuerungstechnik einzusparen und dadurch die Herstellkosten
zu senken.
[0007] Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe bzw. dieser Aufgaben stellt eine Vorrichtung
mit den Merkmalen von Anspruch 1 dar.
[0008] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Bedrucken einer Bahn aus Bedruckstoff, z.B.
Papier oder Folie, auf einer ersten und/oder einer zweiten Seite weist folgende Merkmale
auf: Eine Druckeinrichtung mit wenigstens zwei Druckmodulen und mit einem der Druckeinrichtung
zugeordneten Wirkbereich, in welchem Druckfluid mittels der Druckmodule auf die Bahn
übertragen wird, ein erstes Führungselement zum Führen der Bahn entlang wenigstens
eines ersten Teils des Wirkbereichs, eine dem ersten Führungselement in Bahnlaufrichtung
nachgeordnete Wendeeinrichtung für die Bahn, ein der Wendeeinrichtung in Bahnlaufrichtung
nachgeordnetes zweites Führungselement zum Führen der Bahn entlang wenigstens eines
zweiten Teils des Wirkbereichs, und weist das Merkmal auf, dass zum Ausführen einer
Relativbewegung wenigstens ein Druckmodul relativ zu wenigstens einem der beiden Führungselemente
bewegbar angeordnet ist und/oder wenigstens eines der beiden Führungselemente relativ
zu wenigstens einem der Druckmodule bewegbar angeordnet ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung beansprucht in vorteilhafter Weise wenig Bauraum
und kommt in vorteilhafter Weise mit weniger Bauteilen und Steuerungstechnik aus.
Hierdurch können die Herstellkosten gesenkt und die Vorrichtung platzsparend betrieben
werden.
[0010] Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die Druckmodule die
Bahn direkt bedrucken und daher auf einen Zwischenträger mit zusätzlichem Platzbedarf
und Steuerungstechnik verzichtet werden kann. Dieser Vorteil wird dadurch erzielt,
dass die Bahn ein erstes Mal und - nach einer Wendung - ein zweites Mal durch einen
jeweiligen Teil eines Wirkbereichs der Druckeinrichtung mit den die Bahn direkt bedruckenden
Druckmodulen geführt wird. In den jeweiligen Teilen des Wirkbereichs übertragen die
Druckmodule das Druckfluid zwischenträgerlos auf die Bahn. Aus der Bahn können schließlich
Druckprodukte endverarbeitet werden.
[0011] Das erste Führungselement und das zweite Führungselement sind vorzugsweise voneinander
verschieden, d.h. nicht ein und dasselbe Element. Beiden können jedoch bevorzugt denselben
Aufbau oder einen spiegelbildlichen Aufbau aufweisen. Weiterhin ist auch die Wendeeinrichtung
vorzugsweise von den beiden Führungselementen verschieden. Und schließlich sind auch
die beiden Teile des Wirkbereichs vorzugsweise voneinander verschieden.
[0012] Ein weiterer Vorteil kann darin gesehen werden, dass es die Erfindung ermöglicht,
durch die Höhe des Betrags der Relativbewegung zu steuern, wie wenig Makulatur während
der Ausführung der Relativbewegung erzeugt wird bzw. wie produktiv die Vorrichtung
oder eine damit ausgestattete Druckmaschine ist.
[0013] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
[0014] Eine aufgrund der Einfachheit und Schnelligkeit der Durchführung bevorzugte Weiterbildung
der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass die Relativbewegung eine Schwenkbewegung
ist. Dabei kann vorgesehen sein, dass die beiden Führungselemente um eine gemeinsame
Schwenkachse schwenkbar gelagert sind. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass die Schwenkachse
auf der den Druckmodulen abgewandten Seite der Führungselemente liegt.
[0015] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass die
Relativbewegung eine lineare Bewegung ist und im Wesentlichen parallel zur im Wirkbereich
vorhandenen Bahnlaufrichtung ist. Die Lösung hat den Vorteil, dass die Druckmodule
ohne gegenseitige Neigung zueinander und daher kompakt angeordnet werden können.
[0016] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass die
Druckmodule Tintenstrahl-Druckköpfe sind und dass das Druckfluid Tinte ist.
[0017] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass wenigstens
ein Antrieb vorhanden ist, welcher die Relativbewegung erzeugt. Dabei kann vorgesehen
sein, dass der Antrieb das wenigstens eine Druckmodul und/oder das wenigstens eine
Führungselement mit einer Geschwindigkeit bewegt, bei welcher weniger Makulatur erzeugt
wird, als dass ein Grenzwert für Makulatur festgelegt.
[0018] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass sich
der Wirkbereich der Druckeinrichtung aus den Wirkbereichen der Druckmodule zusammensetzt.
Dabei kann vorgesehen sein, dass die Relativbewegung eine Bewegung entlang wenigstens
der Wirkbereiche von zwei Druckmodulen ist.
[0019] Die Erfindung betrifft auch eine Druckmaschine, welche wenigstens eine Vorrichtung
zum Bedrucken einer Bahn aus Bedruckstoff umfasst, wobei es sich bei der Vorrichtung
um eine erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. einer ihrer bevorzugten Weiterbildungen
oder um ein konkretes Ausführungsbeispiel handelt.
[0020] Die Erfindung und deren vorteilhafte Weiterbildungen werden nachfolgend unter Bezug
auf die Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben. In
den Zeichnungen sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen
versehen. Teilweise wurden sich wiederholende Bezugszeichen auch weggelassen.
[0021] Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1A:
- Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, bevor eine
Relativbewegung ausgeführt wurde;
- Figur 1B:
- Die Vorrichtung aus Figur 1A, nachdem eine Relativbewegung ausgeführt wurde;
- Figur 2A:
- Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bevor eine
Relativbewegung ausgeführt wurde;
- Figur 2B:
- Die Vorrichtung aus Figur 2A, nachdem eine Relativbewegung ausgeführt wurde;
- Figur 3A:
- Die Vorrichtung aus den Figuren 2A und 2B während der Ausführung einer Relativbewegung;
- Figur 3B:
- Eine schematische Darstellung des Tintenauftrags auf der Bahn und des durch die Relativbewegung
erzeugten Makulatur-Bereichs.
[0022] Figur 1A zeigt schematisch eine Vorrichtung 1 zum Bedrucken einer Bahn aus Bedruckstoff,
wobei die Vorrichtung Teil einer Druckmaschine 2, vorzugsweise einer Inkjet-Rollendruckmaschine,
sein kann. Die Bedruckstoffbahn 6, zum Beispiel eine Papier- oder Folienbahn, wird
in eine Bahnlaufrichtung 7 von einem Abwickler 3 zu einem Aufwickler 4 geführt. Auf
diesem Pfad durch die Vorrichtung 1 wird die Bahn um mehrere Rollen 8 herum geführt.
Die Bahn weist eine erste Seite 6A und eine zweite Seite 6B auf. Mit der gezeigten
Vorrichtung ist es möglich, beide Seiten der Bahn 6A, 6B zu bedrucken. Die Vorrichtung
1 weist weiterhin eine Steuerung 5 auf, welche den Bahnlauf und die Druckeinrichtung
10 steuert.
[0023] Die Druckeinrichtung 10 umfasst in dem dargestellten Ausführungsbeispiel drei digitale
Druckmodule 11, 12 und 13, welche bevorzugt als Tintenstrahl-Druckköpfe ausgeführt
sind. Die Druckeinrichtung kann jedoch auch mehr oder weniger Druckmodule aufweisen,
wenigstens jedoch zwei. Der Druckeinrichtung ist ein Wirkbereich 20 zugeordnet, welcher
sich aus einem ersten und einem zweiten Teil 20a und 20b zusammensetzt. Der erste
und der zweite Teil des Wirkbereichs der Druckeinrichtung können sich wiederum aus
Wirkbereichen der einzelnen Druckmodule zusammensetzen, zum Beispiel den gezeigten
Wirkbereichen 21, 22 und 23. In den jeweiligen Wirkbereichen wird Druckfluid 30, insbesondere
Tinte, von der Druckeinrichtung bzw. den Druckmodulen der Druckeinrichtung, auf die
Bedruckstoffbahn 6 übertragen. Mit anderen Worten: In den Wirkbereichen erfolgt das
Bedrucken des Bedruckstoffs.
[0024] Figur 1A zeigt weiterhin ein erstes und ein zweites Führungselement 40a und 40b zum
Führen der Bahn 6. Die beiden Führungselemente können zum Beispiel als Leitbleche
ausgebildet sein und tragende Blasluft erzeugen und/oder jeweils wenigstens eine Rolle,
insbesondere eine Umlenkrolle, aufweisen. Vorzugsweise haben die beiden Führungselemente
gekrümmte Oberflächen.
[0025] Weiterhin weist die in Figur 1A gezeigte Vorrichtung 1 eine Wendeeinrichtung 41 auf,
welche die Bahn 6 mittels bevorzugt gekreuzter Wendestangen 42 in bekannter Weise
wendet, so dass die Bahn auf dem zweiten Führungselement 40b auf ihrer Rückseite bzw.
Widerdruckseite bedruckt werden kann, während sie auf dem ersten Führungselement 40a
auf ihrer Vorderseite bzw. Schöndruckseite bedruckt wird.
[0026] Weiterhin weist die Vorrichtung 1 einen Bahnspeicher 43 auf, welcher in bekannter
Weise gegeneinander verschiebbare Rollen umfasst, so dass die Bedruckstoffbahn 6,
bzw. ein bestimmter Längenabschnitt davon, in dem Bahnspeicher gespeichert und aus
dem Bahnspeicher entnommen werden kann. Die Dimensionierung des Bahnspeichers bestimmt
dabei die Länge des speicherbaren Bahnabschnitts. Soll ein Bahnabschnitt der Länge
L auf einer Bahnseite unterbrechungsfrei bedruckt werden und anschließend auf der
Gegenseite bedruckt werden, so ist der Bahnspeicher so zu dimensionieren, dass er
wenigstens den Bahnabschnitt der Länge L speichern kann (ggf. abzüglich möglicher
gespeicherter Bahnlängen auf dem sonstigen Bahnpfad).
[0027] Schließlich weist die gezeigte Vorrichtung 1 auch einen ersten Trockner 44 und einen
zweiten Trockner 45 auf, jeweils zum Trocknen der auf die Bahn 6 bzw. deren beiden
Seiten aufgebrachten Tinte. Bei den Trocknern kann es sich zum Beispiel um UV-Trockner
oder IR-Trockner handeln.
[0028] In Figur 1A ist erkennbar, dass ein Schwenksystem 53 mittels eines Antriebs 51 um
eine Schwenkachse 52 bewegt werden kann und dabei eine Relativbewegung 50 (HinBewegung)
zur Druckeinrichtung 10 bzw. deren Druckmodulen 11, 12 und 13 ausführt. Ein Vergleich
zwischen den Figuren 1A und 1B zeigt deutlich, wie das Schwenksystem 53 vor und nach
der Relativbewegung angeordnet ist. In Figur 1A ist das Schwenksystem in einer ersten
Position (Schöndruck-Position), in der das erste Führungselement 40A zumindest teilweise
benachbart zur Druckeinrichtung bzw. den Druckmodulen angeordnet ist. Die Bahn 6,
die mittels des ersten Führungselements 40A geführt wird, gelangt daher mit ihrer
Schöndruckseite 6a in den Wirkbereich 20 der Druckeinrichtung.
[0029] Die Bahn 6 wird auf der Schöndruckseite bedruckt, läuft in den Bahnspeicher 43 ein
und wird dort gespeichert. Es kann hierzu vorgesehen sein, den Aufwickler 4 anzuhalten
oder nur sehr langsam zu drehen. Nach Abschluss des Schöndrucks wird die Bahn 6 aus
dem Bahnspeicher entnommen und für den Widerdruck bereitgestellt. Es kann hierzu vorgesehen
sein, den Abwickler 3 anzuhalten oder nur sehr langsam zu drehen.
[0030] In Figur 1B ist das Schwenksystem 53 in einer zweiten Position (Widerdruck-Position)
angeordnet, in welcher das zweite Führungselement 40b zumindest teilweise benachbart
zur Druckeinrichtung 10 bzw. den Druckmodulen 11, 12 und 13 angeordnet ist. In diese
Position gelangt das Führungselement durch eine Relativbewegung 50 in entgegengesetzter
Richtung (Rück-Bewegung). In dieser Stellung des Schwenksystems gelangt die Bahn 6
mit ihrer Widerdruckseite 6b in den Wirkbereich der Druckeinrichtung bzw. der Druckmodule.
Durch das Verschwenken der Schwenkeinrichtung ist es daher möglich, mit denselben
Druckmodulen der Druckeinrichtung sowohl die Schöndruckseite der Bahn als auch die
Widerdruckseite der Bahn zu bedrucken. Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat daher
den Vorteil, das beidseitige Bedrucken der Bahn mit demselben Satz von Druckmodulen
zu ermöglichen bzw. einen zweiten Satz Druckmodule einsparen zu können.
[0031] Ein Sensor 56 kann vorgesehen sein, um den sogenannten Wende-Passer zu steuern, d.h.
die relative Lage des Schöndruck-Bildes und des Widerdruck-Bildes zueinander zu steuern.
Der Sensor kann das Schöndruck-Bild oder Passer-Marken erfassen und den Druck des
Widerdruck-Bildes passgerecht einleiten.
[0032] Beim Umschalten vom Schöndruckbetrieb in den Widerdruckbetrieb, bzw. während dessen
Dauer und d.h. während der Dauer der Relativbewegungen 50 , kann die Bahn in den Bahnspeicher
43 laufen und nach Abschluss des Umschaltens wieder aus diesem entnommen werden. Hierzu
können die Dimensionierung des Bahnspeichers, die Transportgeschwindigkeit der Bahnbewegung
und die Dauer des Umschaltprozesses aufeinander abgestimmt werden.
[0033] Während des Umschaltens wird wenigstens ein Druckmodul für kurze Zeit bevorzugt deaktiviert,
so dass kein Druckfluid auf die Führungselemente oder in den Spalt dazwischen gelangt.
Die Zeitspanne der Deaktivierung wird dabei bevorzugt so kurz wie möglich gewählt,
um die entstehende Menge an Makulatur (Länge des nicht vollständig bedruckten Bahnabschnitts)
zu verringern.
[0034] Während des Widerdrucks (Bedrucken der zweiten Bahnseite 6b) läuft unbedruckte Bahn
6 in den Bahnspeicher 43 ein und wird dort gespeichert. Vor dem Start eines neuen
Schöndrucks (Bedrucken der ersten Bahnseite 6a) wird die gespeicherte, unbedruckte
Bahn aus dem Bahnspeicher entnommen, jedoch zurück, d.h. in Richtung Abwickler 3,
bewegt. Ein Sensor 57 kann vorgesehen sein, um das Rücklaufen der Bahn zu überwachen
und beim Erreichen des zuvor gedruckten Bildes (oder der Bilder) zu stoppen, d.h.
ein im Wesentlichen nahtloses Bedrucken der ersten Bahnseite 6a zu gewährleisten.
[0035] In den Figuren 2A und 2B ist schematisch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt. Anstelle des Schwenksystems 53 ist hier ein Linearsystem
54 mit einem Schlitten 55 vorgesehen. Dieses umfasst ebenfalls ein - jeweils vorzugsweise
am Schlitten angeordnetes - erstes und ein zweites Führungselement 40a und 40b sowie
einen Antrieb 51, insbesondere einen Linear-Antrieb, z.B. einen SpindelAntrieb für
den Schlitten. Vorzugsweise haben die beiden Führungselemente flache, nicht gekrümmte
Oberflächen. Mittels des Antriebs ist eine lineare Verstellbewegung der Führungselemente
möglich, so dass wiederum die Schöndruckseite 6a oder die Widerdruckseite 6b der Bahn
6 in den oder die Wirkbereiche gebracht werden können. Ab-und Aufwickler 3 und 4,
Umlenk-Rollen 8,Wendeeinrichtung 41, Bahnspeicher 43 und Trockner 44 und 45 sind entsprechend
Figur 1A und 1B ausgeführt.
[0036] Figur 3A zeigt schematisch die Vorrichtung 1 in fünf verschiedenen Zuständen a bis
e während der Relativbewegung 50 bzw. während des Umschaltens vom Schöndruckbetrieb
in den Widerdruckbetrieb. Für die Beträge der Geschwindigkeiten gilt in diesem Beispiel,
sofern sie nicht Null sind und nicht gerade beschleunigt/gebremst wird: Die Geschwindigkeit
v1, mit der die Führungselemente 40a und 40b bewegt werden (Relativbewegung 50), ist
gleich der Geschwindigkeit v2, mit der die Bahn im Schöndruck vorwärts transportiert
wird, und gleich der Geschwindigkeit v3, mit der die Bahn im Widerdruck vorwärts transportiert
wird, d.h. v1=v2=v3=v, wobei v eine vorgegebene Geschwindigkeit größer als Null. Im
Allgemeinen kann jedoch gelten: v1≠v2=v3 oder v1≠v2=v3.
[0037] Im Zustand a drucken das erste Druckmodul 11, das zweite Druckmodul 12 und das dritte
Druckmodul 13 Tinte auf die Schöndruckseite 6a der Bahn 6. Es ist erkennbar, dass
auf der ersten Seite der Bahn bzw. der Schöndruckseite eine erste Tinte 71 des ersten
Druckmoduls, eine zweite Tinte 72 des zweiten Druckmoduls und eine dritte Tinte 73
des dritten Druckmoduls zu liegen kommen. Für die Geschwindigkeiten gilt: v1=v3=0,
v2=v.
[0038] Im Zustand b sind die beiden Führungselemente 40a und 40b infolge der Relativbewegung
50 im Vergleich zum Zustand a bereits etwas verschoben. In diesem Zustand können die
beiden Druckmodule 11 und 12 noch auf die erste Seite 6a der Bahn drucken, während
das Druckmodul 13 gerade beginnt, auf die zweite Seite der Bahn 6b zu drucken. Für
die Geschwindigkeiten gilt: v1=v2=v3= v.
[0039] Im Zustand c und im Zustand d beginnen nun auch das zweite Druckmodul 12 und das
erste Druckmodul 11 damit, auf die zweite Seite 6b der Bahn zu drucken. Auf diese
Weise gelangt erste Tinte 81 des ersten Druckmoduls, zweite Tinte 82 des zweiten Druckmoduls
und dritte Tinte 83 des dritten Druckmoduls auf die zweite Seite 6b der gewendeten
Bahn. Für die Geschwindigkeiten gilt: v1=v2=v3= v.
[0040] Im Zustand e wird die Bahn 6 im Widerdruck bedruckt, wobei für die Geschwindigkeiten
gilt: v1=v2=0, v3= v. Es ist zudem erkennbar, dass durch das Umschalten bzw. die Relativbewegung
der beiden Führungselemente eine Art Treppe sowohl der Tinten 71 bis 73 als auch der
Tinten 81 bis 83 entstehen kann (vgl. die Zustände a mit e).
[0041] In der Figur 3B ist diese Treppe nochmals dargestellt und es wird erkennbar, dass,
sofern der Bereich der Treppe nicht als Druckprodukt genutzt werden kann, ein Bereich
60 erzeugt wird, welcher als Makulatur anzusehen ist. Der Bereich 60 der Makulatur
bzw. seine Länge M hängt, wie erkennbar, von der Länge der Treppenstufen ab und kann
durch eine höhere Geschwindigkeit v1 der Relativbewegung während des Verstellvorgangs
reduziert werden. Die Steuerung 5 kann daher die Relativbewegung mit einer Geschwindigkeit
ausführen, welche derart hoch ist, dass die Makulatur 60 eine Länge M aufweist, welche
geringer ist als ein vorgegebener Grenzwert M' für die Länge der Makulatur M. Im Allgemeinen
gilt: Geht v1 gegen Unendlich, so geht M gegen Null. Die verbleibenden Treppenstufen
entsprechen dann den Abständen benachbarter Druckmodule zueinander.
[0042] Soll mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 nur im Schöndruckbetrieb gedruckt werden,
so kann das Schwenksystem 53 oder das Linearsystem 54 permanent in der Schöndruck-Position
angeordnet sein. Alternativ könnte das Schwenksystem 53 oder das Linearsystem 54 permanent
in der Widerdrukc-Position angeordnet sein. In beiden Fällen würde die Bahn 6 jedenfalls
nur einseitig bedruckt werden. Weiter alternativ kann die Bahn im Schöndruck-Betrieb
auch direkt vom ersten Führungselement 40a zum zweiten Führungselement 40b geführt
werden, also nicht über die Wendeeinrichtung 41 und den Bahnspeicher 43.
[0043] Alternativ zu den in den Figuren 1A bis 2B gezeigten Ausführungsbeispielen kann auch
vorgesehen sein, nicht die Führungselemente 40a und 40b zu bewegen, sondern die Druckmodule
11, 12 und 13 (schwenken oder linear bewegen). Bevorzugt werden jedoch die Führungselemente
40a und 40b bewegt. Diese sind in der Regel leichter und nicht, wie die Druckmodule,
mit Tintenversorgungen verbunden.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Druckmaschine
- 3
- Abwickler
- 4
- Aufwickler
- 5
- Steuerung
- 6
- Bahn
- 6a
- erste Seite der Bahn
- 6b
- zweite Seite der Bahn
- 7
- Bahnlaufrichtung
- 8
- Rollen
- 10
- Druckeinrichtung
- 11
- erstes Druckmodul, insbesondere Tintenstrahl-Druckkopf
- 12
- zweites Druckmodul, insbesondere Tintenstrahl-Druckkopf
- 13
- drittes Druckmodul, insbesondere Tintenstrahl-Druckkopf
- 20
- Wirkbereich der Druckeinrichtung
- 20a
- erster Teil des Wirkbereichs der Druckeinrichtung
- 20b
- zweiter Teil des Wirkbereichs der Druckeinrichtung
- 21
- Wirkbereich des ersten Druckmoduls
- 22
- Wirkbereich des zweiten Druckmoduls
- 23
- Wirkbereich des dritten Druckmoduls
- 30
- Druckfluid, insbesondere Tinte
- 40a
- erstes Führungselement
- 40b
- zweites Führungselement
- 41
- Wendeeinrichtung
- 42
- Wendestangen
- 43
- Bahnspeicher
- 44
- erster Trockner
- 45
- zweiter Trockner
- 50
- Relativbewegung
- 51
- Antrieb
- 52
- Schwenkachse
- 53
- Schwenksystem
- 54
- Linearsystem
- 55
- Schlitten
- 56
- Sensor
- 57
- Sensor
- 60
- Makulatur
- 71
- erste Tinte auf Schöndruckseite
- 72
- zweite Tinte auf Schöndruckseite
- 73
- dritte Tinte auf Schöndruckseite
- 81
- erste Tinte auf Widerdruckseite
- 82
- zweite Tinte auf Widerdruckseite
- 83
- dritte Tinte auf Widerdruckseite
1. Vorrichtung (1) zum Bedrucken einer Bahn (6) aus Bedruckstoff auf einer ersten und/oder
einer zweiten Seite (6a, 6b), mit
einer Druckeinrichtung (10) mit wenigstens zwei Druckmodulen (11, 12, 13) und mit
einem der Druckeinrichtung zugeordneten Wirkbereich (20), in welchem Druckfluid (30)
mittels der Druckmodule auf die Bahn übertragen wird,
mit einem ersten Führungselement (40a) zum Führen der Bahn entlang wenigstens eines
ersten Teils (20a) des Wirkbereichs,
einer dem ersten Führungselement in Bahnlaufrichtung (7) nachgeordneten Wendeeinrichtung
(41) für die Bahn, und
einem der Wendeeinrichtung in Bahnlaufrichtung nachgeordneten zweiten Führungselement
(40b) zum Führen der Bahn entlang wenigstens eines zweiten Teils (20b) des Wirkbereichs,
wobei zum Ausführen einer Relativbewegung (50) wenigstens ein Druckmodul relativ zu
wenigstens einem der beiden Führungselemente bewegbar angeordnet ist und/oder wenigstens
eines der beiden Führungselemente relativ zu wenigstens einem der Druckmodule bewegbar
angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Relativbewegung eine Schwenkbewegung ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Führungselemente um eine gemeinsame Schwenkachse (52) schwenkbar gelagert
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse auf der den Druckmodulen abgewandten Seite der Führungselemente
liegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Relativbewegung eine lineare Bewegung ist und im Wesentlichen parallel zur im
Wirkbereich vorhandenen Bahnlaufrichtung liegt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckmodule Tintenstrahl-Druckköpfe sind und dass das Druckfluid Tinte ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Antrieb (51) vorhanden ist, welcher die Relativbewegung erzeugt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Antrieb das wenigstens eine Druckmodul und/oder das wenigstens eine Führungselement
mit einer Geschwindigkeit bewegt, bei welcher weniger Makulatur (60) erzeugt wird,
als durch einen Grenzwert für Makulatur festgelegt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der Wirkbereich der Druckeinrichtung aus den Wirkbereichen (21, 22, 23) der
Druckmodule zusammensetzt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Relativbewegung eine Bewegung entlang wenigstens der Wirkbereiche von zwei Druckmodulen
ist.