[0001] Die Erfindung betrifft eine Kapsel für die Herstellung eines Getränks gemäss dem
Oberbegriff von Anspruch 1. Derartige Kapseln sind insbesondere für die Zubereitung
von Kaffee weit verbreitet. Sie werden aber auch für Tee oder für Mischgetränke eingesetzt.
Dementsprechend wird die in der geschlossenen Kammer enthaltene Substanz bei der Durchleitung
von heissem Wasser durch die Kapsel entweder extrahiert, wie z.B. bei Kaffeepulver,
oder sie wird durch das heisse Wasser aufgelöst, wie z.B. bei Milchpulver.
[0002] Bei vielen Kapselsystemen erfolgt das eingangsseitige Öffnen der Kapseln bereits
beim Einlegen in eine Getränkezubereitungsmaschine. Dabei durchdringen Dorne oder
Messer eine Kapselwand oder den Kapseldeckel zum Einleiten von heissem Wasser. Ausgangsseitig
erfolgt das Öffnen der Kapsel durch den Aufbau des Innendrucks und durch das Aufreissen
einer Membran entlang wenigstens einer Schwächungslinie.
[0003] Bereits durch die
DE 27 52 733 A1 ist eine Patrone für die Herstellung eines Getränks bekannt geworden, die aus einem
dichten Korpus aus Aluminiumblech besteht, der durch eine Membran abgeschlossen ist.
Die Membran weist eine Schwächungslinie auf, welche eine Öffnung definiert. Die Membran
besteht dabei ebenfalls aus Aluminium und die Schwächungslinie ist bei einer bevorzugten
Ausführungsform nicht geschlossen, sondern besitzt die Form eines "C" oder Hufeisens.
[0004] Durch die
EP 2 891 615 A1 ist ebenfalls eine Kapsel für die Zubereitung eines Getränks bekannt geworden, bei
welcher der Deckel der Kapsel nicht die Auslassseite, sondern die Einlassseite bildet.
Am Boden der Kapsel ist ein Auslassstutzen angeordnet, dessen bodenseitiger Eingang
mit einer Berstmembran verschlossen ist. Die Berstmembran weist vom Zentrum sternförmig
ausgehende Schwächungslinien auf, um beim Ansteigen des Innendrucks eine möglichst
gleichförmige Öffnung zu bilden.
[0005] Durch die
EP 2 616 367 B1 ist eine Patrone für Kaffee und lösliche Produkte für die Herstellung eines Getränks
bekannt geworden. Die Patrone hat einen rohrförmigen Behälterkörper, dessen Enden
mit einer Membran verschlossen sind. Jede Membran besteht aus einer Verbundfolie aus
beispielsweise Aluminium und Kunststofffolie. In der Kunststofffolie ist eine Vielzahl
kleiner Einschnitte vorgesehen, welche unter Druckeinwirkung kleine Öffnungen in den
Membranen bilden.
[0006] Ein Nachteil der bekannten Kapseln besteht darin, dass das Anbringen von Schwächungslinien
in relativ dünnen Aluminiumfolien schwierig oder fast unmöglich ist. Werden die Wandstärken
jedoch zu gross dimensioniert, muss für das Aufplatzen ein hoher Innendruck aufgebaut
werden. Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden
und eine Kapsel zu schaffen, deren Berstmembran sich kostengünstig herstellen lässt,
wobei sich das Berstverhalten innerhalb eines grossen Druckbereichs steuern lässt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit einer Kapsel gelöst, welche die Merkmale im
Anspruch 1 aufweist.
[0007] Die Kapsel umfasst dabei eine Kammer, enthaltend wenigstens eine Substanz wie z.B.
Kaffee oder Tee. Die vorzugsweise geschlossene Kammer weist dabei einen Auslassabschnitt
auf, welcher zur Bildung einer Auslassöffnung durch eine unter Innendruck in der Kammer
aufreissende Membran gebildet wird. Die Membran kann dabei unmittelbar den Deckel
oder den Boden der Kapsel bilden oder sie kann innerhalb der Kapsel angeordnet sein.
Die Kammer ist in einem Kapselkörper angeordnet oder sie wird durch diesen gebildet.
Dieser Kapselkörper kann mit einem Deckel verschlossen sein, der ebenfalls aus einer
Folie aus Metall oder Kunststoff besteht. Die Kammer ist gegenüber der Aussenatmosphäre
im Wesentlichen flüssigkeitsdicht und luftdicht ausgebildet, sodass die Substanz vor
Umwelteinflüssen geschützt ist. Je nach Material des Kapselkörpers ist die Kammer
gegenüber der Aussenatmosphäre auch aromadicht ausgebildet, sodass eine Oxidation
durch eindringenden Sauerstoff verhindert wird. Der Kapselkörper kann dabei aus Kunststoffmaterial
oder auch aus Aluminium hergestellt sein.
[0008] Die Membran ist zur Definition der Auslassöffnung mit wenigstens einer Schwächungszone,
insbesondere mit wenigstens einer Schwächungslinie versehen, deren Form unterschiedlich
verlaufen kann. Selbstverständlich kann die Membran auch mit einer Mehrzahl von beispielsweise
2, 3, 4, 5 oder mehr Schwächungslinien versehen sein, die auch miteinander verbunden
sein können. Erfindungsgemäss besteht die Membran aus einer Verbundfolie, umfassend
wenigstens eine Metallfolie und wenigstens eine Kunststofffolie, wobei die Schwächungszone
nur in der Kunststofffolie angeordnet ist. Die Schwächungszone kann beliebige geometrische
Grundrisse aufweisen und beispielsweise auch aus einer Kombination von Flächen und
Linien bestehen.
[0009] Die Metallfolie beispielsweise aus Aluminium bleibt dabei vollständig intakt und
das Reissverhalten wird ausschliesslich durch die in der Kunststofffolie angeordnete
Schwächungszone bestimmt. Es hat sich dabei überraschend gezeigt, dass die Schwächungszone
in der Kunststofffolie völlig ausreicht, und dass im Falle einer Schwächungslinie
der Riss in der Metallfolie exakt der Schwächungslinie in der Kunststofffolie folgt.
Somit können auch relativ dünne Metallfolien eingesetzt werden, welche auch bei einem
tieferen Innendruck zuverlässig reissen. Eine Schwächungslinie in der Kunststofffolie
lässt sich wesentlich leichter anbringen als in der Metallfolie.
[0010] Als besonders vorteilhaft hat sich eine Membran erwiesen, die aus einer Aluminiumfolie
mit einer aufkaschierten PET-(Polyethylenterephthalat)schicht besteht. Derartige Folien
werden bereits in der Verpackungsindustrie eingesetzt und sind als Standardware erhältlich.
Die Herstellungskosten können dadurch erheblich reduziert werden. Auch andere lebensmitteltaugliche
Kunststoffe sind denkbar.
[0011] Zusätzlich kann auf der von der Kunststofffolie bzw. von der PET-Schicht abgewandten
Seite der Aluminiumschicht ein Siegellack zum Aufsiegeln der Membran auf eine Stützstruktur,
insbesondere auf eine Stützschulter des Kapselkörpers aufgetragen sein. Die Membran
kann auf diese Weise durch Heisssiegelung auf einfache Weise in den Kapselkörper eingebaut
werden. Die Stützstruktur unterhalb der von der Membran überdeckten Fläche kann beliebig
ausgestaltet sein.
[0012] Die Aluminiumschicht kann eine Wandstärke von 6 bis 30µ, vorzugsweise von 15µ aufweisen.
Selbstverständlich sind je nach Anwendungszweck auch andere Wandstärken denkbar.
[0013] Optimale Ergebnisse werden erzielt, wenn die Kunststofffolie mit der Schwächungszone
der Kammer zugewandt ist. Die sich aufbauende Reissspannung unter Innendruck bewirkt
dadurch je nach Verlauf der Schwächungszone ganz oder teilweise einen der Schwächungszone
folgenden Riss in der Folie.
[0014] Wenn die Schwächungszone wenigstens eine Schwächungslinie ist, kann diese geradlinig
oder gekrümmt oder auch abgewinkelt verlaufen. So wäre beispielsweise eine Wellenlinie
oder eine mäandrierende Linie denkbar. Die Schwächungslinie kann dabei ununterbrochen
verlaufen oder es wäre auch ein unterbrochener Verlauf denkbar. Der ununterbrochene
Verlauf der Schwächungslinie auf dem Auslassabschnitt hat den Vorteil, dass sich die
Auslassöffnung besser kontrollieren lässt und zwar derart, dass die aufgeplatzte Membran
den Abfluss des Getränks nicht behindert.
[0015] Der Auslassabschnitt kann kreisförmig ausgebildet sein und die Schwächungslinie kann
eine Gerade bilden, welche den Auslassabschnitt durchquert. Dadurch wird ein länglicher
Riss in der Membran erzeugt. Die Membran ist dabei vergleichbar zu einem Trommelfell
frei gespannt und wölbt sich beim Aufbau des Innendrucks von der geschlossenen Kammer
ausgesehen konvex nach aussen.
[0016] Der Auslassabschnitt kann aber auch kreisförmig ausgebildet sein und auf der von
der Kammer abgewandten Seite durch eine vorzugsweise kreisförmige Stützstruktur abgestützt
sein, wobei die Schwächungslinie eine Sehne bildet, welche den Auslassabschnitt zwischen
dem Aussenumfang und der Stützstruktur schneidet. Ersichtlicherweise ist die Membran
dabei als kreisringförmige Fläche ausgebildet, die nicht nur am Aussenumfang, sondern
auch im Zentrum abgestützt ist. Die Schwächungslinie schneidet diese Kreisringfläche
als Sehne. Selbstverständlich wäre es aber auch denkbar, dass die Schwächungslinie
die Kreisringfläche vom Zentrum ausgehend radial nach Aussen schneidet.
[0017] Schliesslich kann der Auslassabschnitt auch kreisförmig ausgebildet sein, wobei die
Schwächungslinie eine Tangente zum frei gespannten Bereich der Membran bildet. Dies
ist mit oder ohne zentrale Abstützung denkbar. In einem derartigen Fall bewirkt die
Schwächungslinie nicht eine Schwächung im frei gespannten Bereich der Membran, sondern
im unmittelbar daran angrenzenden Bereich der Befestigung am Aussenumfang.
[0018] Bei einer weiteren Ausführungsform mit einem kreisförmig ausgebildeten Auslassabschnitt
und mit einer vorzugsweise kreisförmigen Stützstruktur auf der von der Kammer abgewandten
Seite kann die Schwächungslinie die Stützstruktur umgeben. Die Schwächungslinie verläuft
dabei im freigespannten Bereich zwischen der Stützstruktur und dem Aussenumfang des
Auslassabschnitts, wobei die Konfiguration der Schwächungslinie polygonal, kreisförmig
oder als beliebige Kurve verlaufen kann.
[0019] Die Membran kann auf einer vorzugsweise kreisförmigen Stützschulter befestigt sein,
welche durch den Kapselkörper gebildet wird und welche somit einstückig mit diesem
ausgebildet ist. Selbstverständlich wären auch andere Anordnungen der Membran innerhalb
der Kapsel denkbar. So könnte die Membran beispielsweise direkt auf einem umlaufenden
nach aussen hin gerichteten Kragen des Kapselkörpers befestigt sein. In bestimmten
Fällen wäre es sogar denkbar, dass die Membran selbst einen Bestandteil des Kapselkörpers
bildet.
[0020] Die zentrale Stützstruktur und die vorzugsweise kreisförmige Stützschulter müssen
nicht zwingend Bestandteil des Kapselkörpers sein, sondern könnten auch an einem separaten
Bauteil angeordnet sein. Ist die Membran jedoch nicht nur an ihrer kreisförmigen Peripherie
sondern auch im Zentrum abgestützt und befestigt, ist die Steuerung des Reissverhaltens
an der Schwächungslinie besonders heikel. An der kreisringförmig aufgespannten Berstmembran
beeinflussen nämlich auch die Kanten der Auflagestellen das Reissverhalten, weil die
Reissspannung dort aufgrund der physikalischen Gegebenheiten ohne Schwächungslinie
am grössten wäre. Ein "Durchstanzen" der zentralen Stützstruktur durch die Membran
ist jedoch nicht erwünscht, weil dadurch das Abfliessen des Getränks behindert werden
könnte. Durch die vorgeschlagene Anordnung der Schwächungslinie kann dies zuverlässig
verhindert werden.
[0021] Die wenigstens eine Schwächungslinie, welche im Sinne der vorliegenden Anmeldung
eine Gerade, eine Sehne oder eine Tangente bildet, muss nicht zwingend als die kürzeste
Verbindung zweier Punkte auf der Membran verstanden werden. Vielmehr ist damit in
einem verallgemeinernden Sinne die allgemeine Ausrichtung bzw. Anordnung der Schwächungslinie
gemeint.
[0022] Wenn das mit der Kapsel hergestellte Getränk ein Extrakt ist, wie z.B. Kaffee oder
Tee, müssen die festen Bestandteile in der Kammer zurückgehalten werden. Dabei kann
zwischen der Kammer und der Membran ein Filter, insbesondere ein Filtervlies, eine
Lochfolie oder eine gelochte Filterplatte angeordnet sein. Derartige Filtermittel
sind im Stand der Technik bereits bekannt und werden hier nicht näher beschrieben.
[0023] Je nach Kapselsystem und nach dem Typ der Zubereitungsmaschine kann auf der von der
Kammer abgewandten Seite der Membran ein Auslassstutzen angeordnet sein. Dadurch wird
es ermöglicht, dass das Getränk aus der Kapsel unmittelbar in ein Trinkgefäss geleitet
werden kann.
[0024] Je nach dem gewünschten Öffnungsverhalten kann die Schwächungslinie als Zickzacklinie
oder als Mäanderlinie oder als Wellenlinie ausgebildet sein. Es ist ausserdem denkbar,
dass von der wenigstens einen Schwächungslinie mehrere quer zu ihr verlaufende Schwächungsseitenlinien
ausgehen. Diese können die Schwächungslinie entweder kreuzen oder lediglich von einer
Seite an diese anstossen. Durch die vorgeschlagenen Varianten können beim Aufreissen
Öffnungen geschaffen werden, bei denen zuverlässig verhindert wird, dass sich deren
Ränder wieder schliessen.
[0025] Um eine genügend grosse Durchlauföffnung zu schaffen, ist es besonders vorteilhaft,
wenn die Membran unter einem Innendruck in der Kammer zwischen 0,5 und 20 bar im Bereich
der Schwächungslinie derart reisst, dass sich die Membran ohne Rückstelleigenschaft
plastisch verformt und dass eine Öffnung mit einer lichten Weite von mehr als 1 mm
gebildet wird. Unter dem Begriff lichte Weite ist dabei der Abstand zwischen den benachbarten
Rändern einer Öffnung zu verstehen. Besonders vorteilhaft wird eine Öffnung gebildet,
welche insgesamt grösser als 1 mm
2 ist.
[0026] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen einer Membran für eine erfindungsgemässe
Kapsel bzw. zum Herstellen einer solchen Kapsel. Dabei wird die Schwächungszone in
der Kunststofffolie durch Abtragen mittels Laser, insbesondere durch Laserschneiden
erzeugt. Mit Hilfe eines Lasers lässt sich die Breite und Tiefe der Schwächungszone
exakt bestimmen, ohne dass die Metallschicht dadurch geschwächt wird.
[0027] Ein besonders optimaler Prozess ergibt sich, wenn die Verbundfolie als aufwickelbares
Band ausgebildet wird und wenn zuerst eine Schwächungslinie vorzugsweise sich in Bandrichtung
erstreckend erzeugt wird. Selbstverständlich können dabei in Bandrichtung auch mehrere
Schwächungslinien nebeneinander erzeugt werden. Das derart bearbeitete Band bildet
ein Halbfabrikat, aus dem anschliessend die Membrane für die Kapsel aus dem Band ausgestanzt
und in die Kapseln eingesetzt werden. Die Ausstanzung erfolgt derart relativ zur linearen
Schwächungslinie, dass diese an der gewünschten Stelle die Membran durchläuft.
[0028] Die Überdeckung der ungefüllten Kapseln mit dem präparierten Band und das nachfolgende
Ausstanzen und Einsetzen der Membrane kann unmittelbar nacheinander in einem kontinuierlichen
Arbeitsprozess erfolgen. Alternativ ist es zusätzlich auch denkbar, dass das Anbringen
der Schwächungslinie sei es durch Laser oder durch andere Hilfsmittel unmittelbar
an der Arbeitsstation vor dem Ausstanzen und Einsiegeln erfolgt.
[0029] Die beschriebene Herstellung der Membran aus einem aufwickelbaren Band durch nachträgliches
Ausstanzen und Einsetzen in die Kapsel könnte auch unabhängig von der Ausgestaltung
der Kapsel besonders vorteilhaft sein. Die Halbfabrikate können dabei besonders rationell
und unabhängig von der Kapselfertigung hergestellt und gelagert werden. Die aufgewickelten
Bänder lassen sich dabei besonders optimal in einem automatisierten Herstellungsprozess
für die Kapseln einsetzen.
[0030] Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Zeichnungen.
[0031] Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine perspektivische Schnittdarstellung durch eine erfindungsgemässe Kapsel mit einer
Membran am Boden der Kapsel;
- Figur 2:
- Eine vergrösserte Teildarstellung auf die Membran der Kapsel gemäss Figur 1;
- Figur 3:
- Eine schematische Darstellung des Schichtaufbaus einer erfindungsgemässen Membran;
- Figuren 4-7:
- Schematische Darstellungen mit unterschiedlichem Verlauf der Schwächungslinie auf
der linken Seite und des daraus resultierenden Reissverhaltens auf der rechten Seite;
- Figuren 8-11:
- Schematische Darstellungen von alternativen Ausgestaltungen einer Schwächungslinie.
[0032] Figur 1 zeigt eine Kapsel 1, wie sie beispielsweise in der
WO 2015/124558 A1 genauer beschrieben ist. Der rotationssymetrische Kapselkörper 2 verfügt über einen
Kapselboden 17 und eine Kapselseitenwand 18. Der Kapselkörper 2 ist an einem umlaufenden
Kragen mit einem Deckel 19 verschlossen. Einstückig mit dem Kapselboden 17 ist eine
umlaufende Stützschulter 12 ausgebildet, auf der eine nur teilweise sichtbare Membran
6 aufgesiegelt ist. Ebenfalls einstückig mit dem Kapselboden 17 ist ein Auslassstutzen
16 ausgebildet, in dessen Zentrum ein längliches Strömungselement 23 gehalten ist.
Der gegen die Innenseite der Kapsel gewandte Bereich des Auslassstutzens bildet eine
Stützstruktur 13 (Figur 2) welche fest mit der Membran 6 verbunden ist und diese abstützt.
[0033] Im Kapselkörper ist ein Bechereinsatz 20 angeordnet und am Boden mit einer Rastverbindung
24 eingerastet. Gegen die Seite des Deckels 19 hin ist der Bechereinsatz 20 mit einem
umlaufenden Kragen 21 an der Kapselseitenwand 18 abgestützt. Im Bechereinsatz ist
beispielsweise Kaffeepulver enthalten.
[0034] Der Boden des Bechereinsatzes 20 ist als Lochfilter 14 ausgebildet, der beim Extraktionsprozess
den Kaffeesatz zurückhält. Zur Versteifung des Filterbodens sind Versteifungsrippen
22 angeordnet, von denen in Figur 1 eine in der ganzen Länge geschnitten ist. Der
Bechereinsatz 20 könnte auch durch einen anderen Einsatz ersetzt werden oder er könnte
ganz weggelassen werden, wenn es sich bei der Substanz um ein lösbares Produkt wie
z.B. Milchpulver handelt.
[0035] Die Innenseite des Kapselkörpers bildet ersichtlicherweise eine geschlossene Kammer
3, deren Auslassabschnitt durch die bereits erwähnte Membran 6 gebildet wird.
[0036] Weitere Einzelheiten dieser Anordnung ergeben sich aus Figur 2. Der Bechereinsatz
20 ist hier entfernt und auch die auf die umlaufende Stützschulter 12 aufgesiegelte
Membran 6 ist nur teilweise dargestellt, sodass die darunterliegende Stützstruktur
13 noch teilweise sichtbar ist. Dieser innenliegende Teil des Auslassstutzens 16 verfügt
über mehrere in Längsrichtung des Auslassstutzens verlaufende Auslassschlitze 15.
Auch der zentrale Abschnitt der Stützstruktur 13 ist mit derartigen Schlitzen 15 versehen.
[0037] Die Membran 6 ist mit einer linearen Schwächungslinie 7 versehen, welche den durch
die Membran gebildeten, kreisförmigen Auslassabschnitt 4 aussermittig durchquert.
Beim Gebrauch der Kapsel in einer Zubereitungsmaschine wird der Deckel 19 mittels
einer Kanüle durchstossen, wonach heisses Wasser in die geschlossene Kammer gepumpt
wird. Unter dem sich aufbauenden Innendruck reisst die Membran 6 entlang der Schwächungslinie
7, wodurch sich eine Auslassöffnung 5 bildet. Durch diese strömt die Flüssigkeit in
den Bereich unter der Membran 6 und durch die Schlitze 15 in den Auslassstutzen 16.
[0038] Figur 3 zeigt schematisch den Aufbau einer Verbundfolie 8, aus welcher die Membran
6 hergestellt ist. Auf eine Metallfolie 9 vorzugsweise aus Aluminium ist eine Kunststofffolie
10 vorzugsweise aus PET aufkaschiert. Auf der entgegengesetzten Seite kann ein Siegellack
11 aufgetragen sein, damit die Verbundfolie auf einfache Weise fixiert werden kann.
Wie dargestellt, ist die als Schwächungslinie 7 ausgebildete Schwächungszone nur in
der Kunststofffolie 10 angeordnet. Die Schwächungslinie ist dabei aus der Kunststoffschicht
heraus gelasert. Breite und Tiefe der Schwächungslinie 7 lassen sich dadurch optimal
bestimmen. Die Schwächungslinie muss nicht zwingend die gesamte Kunststofffolie durchdringen.
Die Metallfolie aus Aluminium kann beispielsweise hier eine Wandstärke von 15µ aufweisen.
Die Schwächungszone könnte im Verhältnis zur Gesamtwandstärke der Membran auch wesentlich
breiter ausgebildet sein, als hier dargestellt.
[0039] Die Figuren 4 bis 7 zeigen schematisch jeweils auf der linken Seite eine jeweils
als aufwickelbares Band ausgebildete Verbundfolie 8 beispielsweise wie vorstehend
beschreiben. Das Folienband hat je nach Grösse der herzustellenden Membran eine Breite
b. Im Abstand x von einem Aussenrand des Bandes ist eine endlose Schwächungslinie
7 angeordnet, die sich linear in Längsrichtung des Folienbandes erstreckt. Im Band
ist schematisch die nachträglich auszustanzende Membran 6 dargestellt und ausserdem
die anhand von Figur 2 beschriebene umlaufende Stützschulter 12 und die zentrale Stützstruktur
13.
[0040] Gemäss Figur 4 verläuft die Schwächungslinie 7 als Sehne zwischen der umlaufenden
Stützschulter 12 und der zentralen Stützstruktur 13. Wie auf der rechten Seite dargestellt,
bildet sich dabei beim Bersten der Membran 6 eine Öffnung 5 in der Form eines Längsschlitzes,
der beidseitig durch die umlaufende Stützschulter begrenzt wird. Dabei handelt es
sich um eine bevorzugte Ausführungsform, weil sich das Öffnungsverhalten gut kontrollieren
lässt.
[0041] Beim Ausführungsbeispiel gemäss Figur 5 verläuft die Schwächungslinie durch das Zentrum
der umlaufenden Stützschulter 12 und der zentralen Stützstruktur 13. Dabei bilden
sich Öffnungen 5a, 5b im frei gespannten Bereich der Membran 6. Die Membran bleibt
jedoch fest verbunden mit der Stützstruktur 13.
[0042] Beim Ausführungsbeispiel gemäss Figur 6 bildet die Schwächungslinie 7 ähnlich wie
beim Ausführungsbeispiel gemäss Figur 4 ebenfalls eine Sehne, welche die Membran im
frei gespannten Bereich schneidet. Allerdings liegt die Sehne weit aussen im Bereich
des Aussendurchmessers, womit ersichtlicherweise die Punkte, an denen die Schwächungslinie
7 mit der Stützschulter 12 schneidet nahe beieinander liegen. Ersichtlicherweise ändert
sich damit das Reissverhalten der Membran und die Reissspannung bewirkt einen Riss,
der sich gegen die zentrale Stützstruktur 13 hin ausdehnt.
[0043] Beim Ausführungsbeispiel gemäss Figur 7 verläuft die Schwächungslinie 7 nur gerade
als Tangente zum frei gespannten Bereich der Membran 6, also praktisch nur über der
umlaufenden Stützschulter 12. Wie dargestellt, lässt sich mit diesem Verlauf das Reissverhalten
am wenigsten gut steuern, weil sich die Rissbildung ausgehend vom Tangentialpunkt
unkontrolliert gegen innen ausbreitet.
[0044] Die in den Figuren 8 bis 10 dargestellten Schwächungslinien sind keine geraden Linien
im geometrischen Sinn. Die allgemeine Richtung bzw. eine gedachte Mittellinie verläuft
jedoch gerade. Gemäss Figur 8 ist die Schwächungslinie 7 eine Wellenlinie, welche
die frei gespannte Kreisringfläche der Membran 6 zwischen der Stützschulter 12 und
der zentralen Stützstruktur 13 schneidet. Die Wellenlinie ist dabei derart angeordnet
und konfiguriert, dass sie die zentrale Stützstruktur 13 nicht tangiert oder überlappt.
Gemäss Figur 9 ist die Schwächungslinie 7 eine Zickzacklinie, welche insgesamt ebenfalls
gerade verläuft. Auch hier ist ein ausreichender Abstand zur zentralen Stützstruktur
13 eingehalten.
[0045] Gemäss Figur 10 verfügt die Schwächungslinie 7 über mehrere Schwächungsseitenlinien
26, welche quer verlaufen und welche die Schwächungslinie kreuzen oder von einer Seite
an diese anstossen. Auch die Schwächungsseitenlinien berühren oder überlappen die
zentrale Stützstruktur 13 nicht.
[0046] Gemäss Figur 11 verläuft die Schwächungslinie 7 um die zentrale Stützstruktur 13
und zwar in der Form eines Quadrats. Die Seiten des Quadrats liegen dabei ziemlich
nahe am Aussenumfang der Stützstruktur. Selbstverständlich könnte die Schwächungslinie
auch sternförmig, polygonal, kreisförmig oder in jeder beliebigen Konfiguration um
die Stützstruktur herum verlaufen. Es wäre ausserdem denkbar, dass sich an eine die
Stützstruktur umgebende Schwächungslinie eine oder mehrere Schwächungslinien anschliessen,
welche sich bis an die Stützschulter 12 erstrecken.
[0047] Bei allen beschriebenen Ausführungsbeispielen könnte in bestimmten Fällen die zentrale
Stützstruktur auch weggelassen werden. Ausserdem wäre es denkbar, dass die allgemeine
Richtung der wenigstens einen Schwächungslinie nicht gerade, sondern gekrümmt verläuft.
Im Hinblick auf die Herstellung aus einem endlosen Folienband ist eine allgemeine
gerade Ausrichtung jedoch zweckmässig.
[0048] Insgesamt zeigen diese Ausführungsbeispiele, wie sich die Rissbildung mit Hilfe der
Schwächungslinie optimale steuern und verändern lässt. Selbstverständlich wären beliebige
andere Varianten von Schwächungsmustern denkbar. Anstelle von Ausbrennen mittels Laser
könnte die Schwächungszone auch mit anderen geeigneten Methoden erzeugt werden, beispielsweise
durch Ausbrennen mit Hilfe eines erhitzten Werkzeugs oder durch mechanisches Aufritzen
oder Abtragen.
1. Kapsel (1) für die Herstellung eines Getränks, umfassend eine Kammer (3) enthaltend
wenigstens eine Substanz, wobei die Kammer einen Auslassabschnitt (4) aufweist, welcher
zur Bildung einer Auslassöffnung (5) durch eine unter Innendruck in der Kammer aufreissende
Membran (6) gebildet wird, und wobei die Membran zur Definition der Auslassöffnung
mit wenigstens einer Schwächungslinie (7) versehen ist, wobei die Membran (6) eine
Verbundfolie (8) umfassend wenigstens eine Metallfolie (9) und wenigstens eine Kunststofffolie
(10) ist und wobei die Schwächungslinie (7) nur in der Kunststofffolie (10) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie (7) geradlinig oder gekrümmt oder abgewinkelt verläuft und ununterbrochen
ausgeführt ist.
2. Kapsel nach Anspruch 1, wobei die Membran (6) aus einer Aluminiumfolie mit einer aufkaschierten
PET-Schicht besteht.
3. Kapsel nach Anspruch 1 oder 2, wobei auf der von der Kunststofffolie abgewandten Seite
der Aluminiumfolie ein Siegellack (11) zum Aufsiegeln der Membran auf einer Stützstruktur,
insbesondere auf einer Stützschulter (12) des Kapselkörpers (2) aufgetragen ist.
4. Kapsel nach Anspruch 2 oder 3, wobei die Aluminiumfolie eine Wandstärke von 6 bis
30µ, vorzugsweise von 15µ aufweist.
5. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Kunststofffolie (10) der geschlossenen
Kammer (3) zugewandt ist.
6. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Auslassabschnitt (4) kreisförmig
ausgebildet ist und wobei die Schwächungslinie (7) eine Gerade bildet, welche den
Auslassabschnitt durchquert.
7. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Auslassabschnitt (4) kreisförmig
ausgebildet ist und auf der von der geschlossenen Kammer abgewandten Seite durch eine
vorzugsweise kreisförmige Stützstruktur (13) abgestützt ist, wobei die Schwächungslinie
eine Sehne bildet, welche den Auslassabschnitt zwischen dem Aussenumfang und der Stützstruktur
schneidet.
8. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Auslassabschnitt (4) kreisförmig
ausgebildet ist und wobei die Schwächungslinie (7) eine Tangente zum freigespannten
Bereich der Membran bildet.
9. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Auslassabschnitt (4) kreisförmig
ausgebildet ist und auf der von der geschlossenen Kammer abgewandten Seite durch eine
vorzugsweise kreisförmige Stützstruktur (13) abgestützt ist, wobei die Schwächungslinie
die Stützstruktur umgibt.
10. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Kammer (3) in einem Kapselkörper
(2) angeordnet ist, oder durch diesen gebildet wird, welcher mit einem Deckel (19)
verschlossen ist.
11. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Membran (6) auf einer vorzugsweise
kreisförmigen Stützschulter (12) befestigt ist, welche durch den Kapselkörper (2)
gebildet wird.
12. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei zwischen der Kammer (3) und der Membran
(6) ein Filter (14), insbesondere ein Filtervlies, eine Lochfolie oder eine gelochte
Filterplatte angeordnet ist.
13. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei auf der von der Kammer (3) abgewandten
Seite der Membran (6) ein Auslassstutzen (16) angeordnet ist.
14. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Schwächungslinie als Zickzacklinie
oder als Mäanderlinie oder als Wellenlinie ausgebildet ist.
15. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei von der Schwächungslinie mehrere quer
zu ihr verlaufende Schwächungsseitenlinien ausgehen.
16. Kapsel nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei die Membran unter einem Innendruck
in der Kammer zwischen 0,5 und 20 bar im Bereich der Schwächungslinie derart reisst,
dass sich die Membran ohne Rückstelleigenschaft plastisch verformt und dass eine Öffnung
mit einer lichten Weite von mehr als 1 mm gebildet wird.
17. Verfahren zum Herstellen einer Kapsel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie (7) in der Kunststofffolie (10) durch Abtragen mittels Laser
erzeugt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei die Verbundfolie (8) als aufwickelbares Band (25)
ausgebildet ist und wobei zuerst eine Schwächungslinie (7) vorzugsweise sich in Bandrichtung
erstreckend erzeugt wird und anschliessend die Membran aus dem Band ausgestanzt und
in die Kapsel eingesetzt wird.