[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenbremsanordnung, insbesondere für den Auslagebereich
einer Bogenverarbeitungsmaschine, beispielsweise einer Bogendruckmaschine nach dem
Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Bei Bogendruckmaschinen muss im Bereich des Auslegers der Bedruckstoff innerhalb
einer kurzen Verzögerungsstrecke von einer der Maschinengeschwindigkeit entsprechenden
Laufgeschwindigkeit abgebremst und zum Stillstand gebracht werden um dann sauber auf
den Auslegerstapel abzusinken. Die Bedruckstoffgewichte, die Formatlängen und Formatbreiten
variieren je nach zu verarbeitendem Druckauftrag und es ergeben sich damit je nach
Format, Art und Bedruckung des Bedruckstoffes unterschiedliche Abbremsanforderungen.
[0003] Bei bisherigen Bauformen erfolgt die Abbremsung des Bedruckstoffes unter Einsatz
von Saugbändern oder Saugwalzen. Bei unzureichender Verzögerung des Bogens kollidiert
dieser mit den Anschlägen des Auslegers, wobei hierbei an den Bogenkantenbereichen
Markierungen entstehen können.
[0004] Aus der
DE 199 26 401 C1 ist ein Verfahren zur Steuerung einer axial einstellbaren Bogenbremse bekannt. In
einem Ausleger einer Druckmaschine sind in oder gegen die Förderrichtung mittels Führungsschlitten
verfahrbare Bogenbremsen auf einer Antriebswelle und einer die Bogenbremsen mit ihren
Saugkörpern aufnehmenden Führungstraverse sowie einer parallel zur Führungstraverse
angeordneten Zahnstange vorgesehen. Jede Bogenbremse weist einen mit einer Steuerung
gekoppelten Antriebsmotor auf, dessen Ritzel mit der Zahnstange gepaart ist. Der Antriebsmotor
einer Bogenbremse so wird aktiviert, dass die Bogenbremse bei rotierender Antriebswelle
axial beweglich auf eine Position eingestellt wird.
[0005] Aus der
DE 197 40 337 A1 ist eine Bogenfördereinrichtung bekannt, die zur Verminderung der Geschwindigkeit
von Bogen während des Förderns in einem Ausleger einer Druckmaschine ein über Rollen
geführtes und mit Luftdurchlässen versehenes Transportband und zwischen den Rollen
angeordnete Saugkammern vorsieht, welche am Transportband angrenzenden Saugöffnungen
aufweisen. Die zu fördernden Bogen werden mit Hilfe eines in den Saugkammern erzeugten
Unterdrucks an das Transportband angesaugt. Saugkammern und Saugöffnungen werden von
parallelen Platten gebildet, wobei das Transportband im Zwischenraum zwischen den
Platten dicht an diesen anliegend verläuft. Die Saugöffnungen sind in Längsrichtung
durch die Rollen zur Führung des Transportbandes begrenzt.
[0006] Aus der
DE 10 2008 042 901 A1 ist eine Bogenbremse einer bogenverarbeitenden Druckmaschine und ein Verfahren zum
Ablegen von Bogen bekannt, die zum Verlagern auf druckfreie Korridore axial einstellbare
Saugringe zum Einwirken auf in Bogenlaufrichtung geförderte Bogen aufweist. Die Saugringe
sind zur Querstraffung der Bogen in Bogenlaufrichtung divergierend angeordnet. Zusätzlich
zu den Saugringen sind Bremsbänder zum Verzögern der Bogen vorgesehen, wobei die Saugringe
und Bremsbänder in Bogenlaufrichtung nacheinander angeordnet sind.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bogenbremsanordnung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die sich durch einen robusten und kostengünstig realisierbaren Aufbau
auszeichnet und eine hinreichende Verzögerung eines Bogens im Bereich eines Auslegers
einer bogenverarbeitenden Maschine unter schonender Kontaktierung desselben ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch mittels der Merkmale von Patentanspruch 1
gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Zur Abbremsung eines entlang einer Bogenlaufrichtung auf einen Bogenausleger zulaufenden
Bogens ist eine Bogenbremse vorgesehen mit:
- einer ersten Saugwalze die um eine erste Walzenachse drehbar ist und einen zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen ersten Ringförmigen Walzenmantel bildet,
- einer zweiten Saugwalze die um eine zweite Walzenachse drehbar ist und einen zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen zweiten Ringförmigen Walzenmantel bildet,
- einer dritten Saugwalze die um eine dritte Walzenachse drehbar ist und einen zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen dritten Ringförmigen Walzenmantel bildet,
- wobei die Walzenachsen zueinander parallel ausgerichtet und in Bogenlaufrichtung in
enger Nachbarschaft zueinander derart positioniert sind, dass die Walzenmäntel mit
einem zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Umfangsabschnitt in eine Bogenlaufzone eintauchen,
wobei zwischen zwei benachbarten Saugräder jeweils ein Stegelement angeordnet ist,
das einen zwischen den Saugrädern gebildeten Walzenspalt abdeckt und zwischen den
nachfolgenden zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Umfangsabschnitten der Walzenmäntel
eine Bogenführungsbahn bildet, die ein Einsinken des über die Saugräder geführten
Bogens in den Walzenspalt verhindern.
[0010] Dadurch wird es auf vorteilhafte Weise möglich, eine Bogenbremsanordnung zu schaffen,
die in ihrer Wirkungsweise eine Mischung aus Saugband und Saugwalze darstellt und
dadurch die Vorteile dieser Bauformen vereinigt. In der erfindungsgemäßen Anordnung
bieten die Saugräder eine hohe Bremsleistung bei schonender Kontaktierung des Bedruckstoffes.
Der Bedruckstoff kann über die erfindungsgemäße Anordnung über eine große Strecke
geführt werden und es besteht ein gegenüber bisherigen Konstruktionen geringeres Risiko
der Bogenbeschädigung oder des Verkratzens des Druckbildes. Weiterhin entfällt der
Einsatz verschleißanfälliger Saugbänder, die regelmäßig ausgetauscht werden müssten.
Das erfindungsgemäße Konzept ermöglicht es auch in vorteilhafter Weise die Bremsanordnung
als Modul zu fertigen das in Verbindung mit einer dieses führenden Schienen- oder
Gestängestruktur eine einfache Anpassung der Maschine an unterschiedliche Formate
ermöglicht.
[0011] Bei der erfindungsgemäßen Bogenbremsanordnung wird die Saugfläche durch leicht gewölbte
Mantelzonen von drei oder mehreren Saugrädern gebildet die annähernd an die Wirkfläche
von an dieser Stelle eingesetzten Saugbändern herangeführt werden. Die Konstruktion
kann einfach gehalten werden. Die Saugräder werden vorzugsweise durch Friktion angetrieben.
Der Bedruckstoff kann in Richtung der Stapelplatte weiterhin geführt bleiben. Die
erfindungsgemäße Bogenbremsanordnung kann in Richtung der Stapelplatte bei Druckbeginn
gekippt werden um die Fallhöhe zu reduzieren. Die Saugräder der erfindungsgemäßen
Bogenbremsanordnung sind leicht zu reinigen bzw. zu wechseln und relativ unempfindlich
gegen Verschmutzung. Es muss kein Unterschied zwischen Schön- und Wendedruckmaschinen
gemacht werden. Die Saugräder der erfindungsgemäßen Bogenbremsanordnung können in
erprobten farbabweisenden Werkstoffen gefertigt werden. Die zur Koppelung der Saugräder
zwischen diesen wirksamen Friktionsantriebswalzen werden beispielsweise aus Polyurethan
gefertigt und sind ebenfalls leicht zu reinigen und auszutauschen.
[0012] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bogenbremseinrichtung
ist diese derart ausgebildet, dass die Saugräder zur gemeinsamen Drehung miteinander
gekoppelt sind. Diese Koppelung kann insbesondere durch elastomere Walzen realisiert
werden, die vorzugsweise aus dem Bereich eines unteren, d.h. dem jeweiligen Führungssteg
abgewandten Walzenspaltbereich an die Saugräder heranragen und diese damit gleichsinnig
drehbar reibschlüssig koppeln. Diese Walzen können definiert angetrieben und zur Verzögerung
angesteuert werden.
[0013] Die Saugräder sind in der erfindungsgemäßen Bogenbremseinrichtung zu einem Saugrädermodul
zusammengefasst, wobei dieses Saugrädermodul dann vorzugsweise quer zur Bogenlaufrichtung
und parallel zur Bogenlaufbahn verlagerbar angeordnet ist. Diese Verlagerbarkeit kann
erreicht werden, indem das Saugrädermodul beispielsweise auf einer Gestänge- oder
Schieneneinrichtung verschiebbar geführt und in einer jeweils geforderten Position
darin fixierbar, z.B. klemmbar ist.
[0014] Die Unterdruckbeaufschlagung kann in vorteilhafter Weise über eine Saugleitungseinrichtung
bewerkstelligt werden. Die abgesaugte Luft kann einer Filtereinrichtung zugeführt
werden, so dass durch die erfindungsgemäße Bogenbremseinrichtung insgesamt eine Reduktion
der Emissionen im Bereich des Auslegers, z.B. Puder oder Papierstaub, erreichbar ist.
Alternativ hierzu, oder auch in Kombination mit dieser Maßnahme ist es jedoch auch
möglich, die Unterdruckbeaufschlagung durch eine Saugeinrichtung, insbesondere ein
Gebläse zu bewerkstelligen, die, bzw. das noch im Bereich des Saugrädermoduls untergebracht
ist und beispielsweise auf elektrischem Wege mit Energie versorgt und ggf. hinsichtlich
seiner Saugleistung eingestellt wird.
[0015] Das erfindungsgemäße Saugrädermodul kann gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden
Erfindung derart ausgebildet und in den Ausleger eingebunden werden, dass die Neigung
der durch die Achsen der Saugräder definierten Ebene, d.h. die Neigung der durch die
zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Mantelabschnitte definierten Laufbahn einstellbar
veränderbar ist. So kann insbesondere im Anlaufbetrieb der Bogendruckmaschine ein
vorteilhafter Ablauf der Bogen auf die noch relativ tief liegende Stapelplatte oder
Stapelpallette erfolgen.
[0016] Das erfindungsgemäße Saugrädermodul ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass die
Unterdruckbeaufschlagung der Saugräder im Wesentlichen auf deren zur Bogenkontaktierung
vorgesehene Umfangsabschnitte beschränkt ist. Hierdurch wird es möglich eine hohe
Saugwirkung bei geringem Saugluftstrom zu erreichen. Die Beschränkung der Saugwirkung
kann durch entsprechende Einhausung der Saugräder erreicht werden oder auch durch
Gestaltung des Nabenbereichs derart, dass nur die jeweils zum Bogen hin führenden
Kanäle der Saugwalze mit einem in der Nabe ausgebildeten und zur Unterdruckquelle
führenden Verbindungsweg kommunizieren. Hierzu können Einrichtungen in der Art von
Drehschiebern zur Begrenzung oder Erweiterung des Bereichs der Luftzufuhr zu einer
jeweiligen Saugwalze vorgesehen sein.
[0017] Die Walzenmäntel können gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung
durch Ringelemente gebildet werden, die ggf. unter leichter elastischer Weitung auf
einen Saugräderkern aufgesetzt sind. Diese Ringmäntel können dabei in vorteilhafter
Weise aus einem farbabweisenden Kunststoffmaterial gefertigt werden, das hinreichenden
Friktionseigenschaften bietet. Insgesamt kann das Saugrädermodul so ausgebildet werden,
dass im Rahmen einfacher Wartungsarbeiten die Ringmäntel werkzeuglos von dem jeweiligen
Saugräderkern abnehmbar sind.
[0018] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Bogenbremseinrichtung mit
eng aufeinander folgenden Saugrädern,
- Fig. 2
- einen Aufriss der Anordnung und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Anordnung.
[0019] Figur 1 veranschaulicht in Form einer vereinfachten perspektivischen Darstellung
den Aufbau einer erfindungsgemäßen Bogenbremsanordnung. Diese Bogenbremsanordnung
dient der Abbremsung eines entlang einer Bogenlaufrichtung F zulaufenden Bogens B
im Bereich eines Auslegers. Die erfindungsgemäße Bogenbremsanordnung umfasst eine
erste Saugwalze S1, die um eine erste Walzenachse X1 drehbar ist und einen zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen ersten ringförmigen Walzenmantel W1 bildet. Weiterhin umfasst die Bogenbremsanordnung
eine zweite Saugwalze S2 die um eine zweite Walzenachse X2 drehbar ist und einen zur
Bogenkontaktierung vorgesehenen zweiten ringförmigen Walzenmantel W2 bildet. Die Bogenbremsanordnung
umfasst schließlich auch noch eine dritten Saugwalze S3 die um eine dritte Walzenachse
X3 drehbar ist und einen zur Bogenkontaktierung vorgesehenen dritten ringförmigen
Walzenmantel W3 bildet.
[0020] Die Walzenachsen X1, X2, X3 sind zueinander parallel ausgerichtet und in Bogenlaufrichtung
F voneinander derart beabstandet angeordnet, dass die ringförmigen Walzenmäntel W1,
W2, W3 mit einem zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Umfangsabschnitt von etwa 20
bis 45° in eine Bogenlaufzone eintauchen, wobei zwischen zwei benachbarten Saugräder
S1/S2 oder S2/S3 jeweils ein Stegelement B1, B2 angeordnet ist, das einen zwischen
den benachbarten Saugräder S1/S2 bzw. S2,S3 gebildeten Walzenspalt G1, G2 abdeckt
und zwischen den nachfolgenden zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Umfangsabschnitten
der ringförmigen Walzenmäntel W1, W2, W3 eine Bogenführungsbahn bildet.
[0021] Dadurch wird es wie bereits eingangs ausgeführt auf vorteilhafte Weise möglich, eine
Bogenbremsanordnung zu schaffen, die in ihrer Förderwirkung am zu transportierenden
Bedruckstoff B eine Mischung aus Saugband und Saugwalze darstellt und die Vorteile
dieser Bauformen vereinigt. In der erfindungsgemäßen Anordnung bieten die Saugräder
S1, S2, S3 eine hohe Bremsleistung bei schonender Kontaktierung des Bedruckstoffes
B. Der Bedruckstoff B kann über die erfindungsgemäße Anordnung über eine große Laufstrecke
geführt werden und es besteht ein gegenüber bisherigen Konstruktionen geringeres Risiko
der Bogenbeschädigung oder des Verkratzens des Druckbildes. Das erfindungsgemäße Konzept
ermöglicht es auch in vorteilhafter Weise die Bogenbremseinrichtung in der Art einer
Einbaueinheit als Saugrädermodul 1 zu realisieren, das an einer Gestängeeinrichtung
2, 3 verschiebbar geführt ist und damit positionsvariabel an unterschiedliche Formate
des in der Bogendruckmaschine verarbeiteten und zu bremsenden Bedruckstoffes B anpassbar
ist.
[0022] Bei der erfindungsgemäßen Bogenbremsanordnung wird die Saugfläche durch drei oder
mehrere Saugräder S1, S2, S3 gebildet die annähernd an die vom Bogen B normalerweise
durchlaufene Fläche herangeführt werden. Die Konstruktion ist relativ kompakt und
kostengünstig realisierbar. Die Saugräder S1, S2, S3 werden hier durch Friktion miteinander
gekoppelt. Sie können über eine elektronischen Antriebseinrichtung mit einem bestimmten,
auf den Bremsvorgang abgestimmten Geschwindigkeitsprofil angetrieben werden, sie können
aber auch als lediglich gebremste Rollen ausgebildet sein. Es ist möglich, das Übersetzungsverhältnis
zwischen diesen Saugräder S1, S2, S3 derart geringfügig verzerrt festzulegen, dass
auf der Saugräderanordnung eine Tendenz zur Bogenstraffung besteht, d.h. die in Bogenlaufrichtung
B stromabwärts liegende Walze geringfügig, z.B. um 0,8 bis 1,5% schneller dreht. Dieser
Effekt kann erreicht werden indem Der Friktionskoppelungswalzen K1, K2 so in die Anordnung
eingebunden werden, dass diese von einem Umfangsabschnitt der antreibenden Walze getrieben
werden dessen Durchmesser größer ist als der Durchmesser des Umfangsabschnitts der
getriebenen Walze. Es ist auch möglich, die Bremswirkung durch Bremsung der in Bogenlaufrichtung
B stromaufwärts liegenden Saugwalze S1 herbeizuführen, so dass aufgrund der reibschlüssigen
Koppelung der Saugräder S1, S2, S3 über die Friktionswalzen K1, K2 ein gewisserer
innerer Schlupf eintritt.
[0023] Die Bremseinrichtung kann bei Druckbeginn in Bogenlaufrichtung F zur der Stapelplatte
des Bogenauslegers hin gekippt werden um die Fallhöhe zu reduzieren. Die Saugräder
S1, S2, S3 sind einseitig über einen offen liegenden Lagerzapfen zugänglich und leicht
zu reinigen bzw. zu wechseln und relativ unempfindlich gegen Verschmutzung. Die Saugräder
S1, S2, S3, wenigstens aber die auf den Saugrädern S1, S2, S3 montierten ringförmigen
Walzenmäntel W1, W2, W3 sind aus einem farbweisenden Kunststoffwerkstoff gefertigt.
Die Friktionswalzen K1, K2 sind hier aus Polyurethan gefertigt.
[0024] Die Saugräder S1, S2, S3 sind zur gemeinsamen Drehung miteinander über die Friktionswalzen
K1, K2 gekoppelt. Die drei Saugräder S1, S2, S3 sind zu einem Saugrädermodul 1 zusammengefasst,
das quer zur Bogenlaufrichtung B und parallel zur Bogenlaufbahn BLB an dem Gestänge
2, 3 verlagerbar und stufenlos über eine Klemmmechanik 4 positionierbar ist.
[0025] Die Unterdruckbeaufschlagung wird über eine Saugleitungseinrichtung 5 bewerkstelligt,
die an eine entsprechende Unterdruckquelle angeschlossen ist. Das Saugrädermodul 1
ist derart ausgebildet und in den Ausleger eingebunden, dass die Neigung der durch
die zur Bogenkontaktierung vorgesehenen Mantelabschnitte der ringförmigen Walzenmäntel
W1, W2, W3 definierten Laufbahn einstellbar veränderbar ist. Die Unterdruckbeaufschlagung
der Saugräder S1, S2, S3 ist im Wesentlichen auf deren zur Bogenkontaktierung vorgesehene
Mantelabschnitte am Umfang beschränkt. Die kann erreicht werden, indem die nicht den
Bogen kontaktierenden Zonen der Saugräder S1, S2, S3 von außen her abgeschirmt werden,
oder durch eine im Zusammenspiel mit den Nabenzapfen gebildete Kanalführung von der
Unterdruckquelle abgeschottet sind, so dass diese erst in der jeweils eine Bogenkontaktierung
ermöglichenden Drehposition mit Unterdruck beaufschlagt sind. Die entsprechende Einrichtung
kann in der Art eines Drehschiebers zur Begrenzung oder Erweiterung an der Luftzufuhr
an den Saugrädern S1, S2, S3 dienenden Elementen ausgebildet sein.
[0026] Es ist möglich, die Saugräder S1, S2, S3 so auszubilden, dass die Walzenmäntel W1,
W2, W3 als Ringelemente ausgebildet werden die auf einen jeweiligen Saugräderkern
(Nabe) 9 aufgesetzt sind.
[0027] Die Saugräder S1, S2, S3 sind auf Nabenzapfen Z1, Z2, Z3 gelagert. Diese Nabenzapfen
Z1, Z2, Z3 sind an einer Trägerplatte 7 verankert. Diese Trägerplatte 7 bildet Führungsbohrungen
6 und ist auf dem Gestänge 2, 3 quer zur Bogenlaufrichtung F und parallel zur Bogenebene
4 stufenlos einstellbar positionierbar. Die Fixierung in der jeweils gewünschten Position
quer zur Bogenlaufrichtung F erfolgt durch eine Klemmmechanik 8.
[0028] Die Stegelemente B1, B2 sind so ausgebildet, dass die unter Belassung eines geringen
Bewegungsspaltes an die Saugräder S1, S2, S3 herangeführt sind und die Walzenspalte
G1, G2 derart abdecken, dass der zulaufenden Bogen nicht in diese eindringen kann.
Hierzu kann auch die Saugluftzufuhr an einem jeweilig vorherigen Saugrad S1, S2 rechtzeitig
vor dem Übergang auf die Stegelemente B1, B2 unterbrochen werden, so dass der Bedruckstoff
B dort abheben kann.
Die Stegelemente B1, B2 bilden Gleitflächen die als Planflächen ausgebildet sein können
und den Bogen führen. In die Stegelemente B1, B2 können kleine Bohrungen eingebracht
sein, über welche ein leichtes Anblasen zur Bildung eines Luftpolsters erfolgen kann,
so dass die Stege nicht unmittelbar den Bedruckstoff kontaktieren. Die Stegelemente
B1, B2 können dazu auch aus einem porösen Material, z.B. einem Sintermaterial aus
Metall oder Kunststoffkügelchen, insbesondere Teflonkügelchen gebildet sein, über
oder durch die ein leichtes Unterblasen der Auflagefläche ermöglicht werden kann.
[0029] Es ist weiterhin möglich, im Bereich der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung in Form
eines Saugrädermoduls 1 Einstellmittel vorzugsehen, die eine Einstellung der Bremswirkung
ermöglichen. Diese Einstellmittel können insbesondere elektromagnetisch ansteuerbare
und hinsichtlich ihres Bremsmomentes entsprechend variable Bremsstrukturen umfassen.
Weiterhin können Mittel zur Erfassung der Rotation der Saugräder S1, S2, S3 sowie
der Lage der Vorderkante des Bogens B vorgesehen sein. Über diese Sensoren wird es
möglich, die Bremswirkung des Saugrädermoduls 1 so abzustimmen, dass eine besonders
schonende und dennoch hinreichende Verzögerung des Bogens auf dem Saugrädermodul 1
erreichbar ist. Es können auch Messmittel vorgesehen sein, die es ermöglichen das
durch die Saugräder S1, S2, S3 generierte Bremsmoment zu erfassen und ggf. zu optimieren.
[0030] Die Saugräder S1, S2, S3 können ein Umfangsprofil aufweisen das eine wirkungsvolle
Übertragung der Reibkraft bewirkt. Die Stege B1, B2 können im Bereich ihrer den Saugrädern
S1, S2, S3 zugewandten Flanken zum Außenprofil der Saugräder S1, S2, S3 komplementär
profiliert sein, so dass ein Eintritt des Bedruckstoffes in etwaige zwischen den Saugrädern
S1, S2, S3 und den Stegen B1, B2 verbleibenden Spalte weiter verhindert wird. Die
Stege B1, B2 können auch durch seitlich angesetzte Leisten miteinander verbunden werden.
[0031] Das Bremsmoment kann an die Saugräder S1, S2, S3 und/oder die Koppelungswalzen K1,
K2 angelegt werden. Das Bremsmoment ist vorzugsweise über Stellorgane einstellbar
veränderbar. Diese Stellorgane können so ausgelegt sein, dass das Bremsmoment unter
Berücksichtigung der aktuellen Bogenposition eingestellt wird. Es ist auch möglich,
das Verzögerungsmoment über elektromotorischen Antrieb der Saugräder S1, S2, S3 und/oder
der Koppelungswalzen K1, K2 zu generieren, wobei der Antrieb der entsprechenden Elektromotoren
im Hinblick auf die gewünschte Bogenverzögerung erfolgt. Hierbei kann eine Geschwindigkeitsreduktion
auf eine für die Entstehung von Markierungen unkritische Restgeschwindigkeit erfolgen
und dann eine definierte restliche Bogenverlagerung über eine kurze Endstrecke bis
zum Erreichen der Ablageposition realisiert werden.
[0032] In Fig. 2 ist ein Aufriss des Saugrädermoduls 1 mit den Saugrädern S1, S2, S3, den
Koppelungswalzen K1, K2, dem Gestänge der Wellen 2, 3 und der Bogenlaufbahn 4 gezeigt.
Die Welle 3 ist als Antriebswelle für die Koppelungswalzen K1, K2 ausgebildet und
überträgt die Förderbewegung mittels der der Walzenmäntel W1, W2, W3 auf die Saugräder
S1, S2, S3. Diese werden von einer Saugluftzuführung 5 mit Saugluft versorgt, die
über Saugsegmente 12 auf die Außenseite der Saugräder S1, S2, S3 geleitet werden.
Die Saugsegmente 12 werden in ihrer Länge durch eine Luftsteuerung im Inneren der
Saugräder S1, S2, S3 bestimmt, welche Luftdurchlässe in der Art einer Drehschiebersteuerung
aufweist, so dass die Länge und die Lage eines Saugsegments 12 in Bogenlaufrichtung
F an jedem Saugrad S1, S2, S3 eingestellt werden kann.
Die Welle 2 dient der Führung des Trägerelements 7 zur Querverschiebung des Saugrädermoduls
1 und die Welle 3 dient als Antriebswelle für die Saugräder S1, S2, S3 über die Koppelungswalzen
K1, K2.
Das Saugrädermodul 1 kann in Bogenlaufrichtung z.B. um die Welle 2 in Richtung des
rechts oben in Fig. 2 gezeigten Doppelpfeils P1 geschwenkt werden. Damit kann die
Bogenlaufbahn 4 vom Einlauf links zur Bogenabgabe rechts abgesenkt werden. Eine abgesenkte
Position ist in strichliierten Linien dargestellt, so dass die Bogenlaufebene 4 in
der strichliierten Darstellung näher an der Oberfläche des sich an das Saugrädermodul
1 anschließenden Auslegerstapels 13 gelangt und eine Bogenüberleitung einfacher und
sicherer erfolgen kann.
[0033] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf eine Ausführungsform des Saugrädermoduls 1, die
mit einer Stegbahn 10 versehen ist, welche sich im Bereich der Bogenbremsung beidseitig
neben den Saugrädern S1, S2, S3 in Bogenlaufrichtung F erstreckt. Die Stegbahn 10
dient der Bogenführung ergänzend zu den Stegelementen B1, B2 in den Walzenspalten
zwischen den Saugrädern S1, S2, S3. In der Stegbahn 10 sind Durchgriffsöffnungen 11
vorgesehen, in die sich die Saugräder S1, S2, S3 mit ihren der Bogenbremsung dienenden
Umfangsabschnitten der Walzenmäntel W1, W2, W3 erstrecken. Durch die Übergänge der
Durchgriffsöffnungen 11 wird vermieden, dass ein Bedruckstoffbogen B, der mit seiner
Vorderkante von einem der Saugräder S1, S2 erfasst ist und in Richtung Stegelement
B1 bzw. B2 abtransportiert wird, nicht in einen dort zwischen dem Saugrad S1 oder
S2 und dem Stegelement B1 oder B2 vorhandenen kleinen Spalt hineingezogen werden kann.
Diesem Effekt kann auch noch vor Ablauf der Bogenvorderkante von einem der Saugräder
S1, S2 durch eine etwas frühzeitigere Saugluftunterbrechung in den Saugrädern S1,
S2 vor dem Erreichen des Übergangs auf die Stegelemente B1, B2 entgegengewirkt werden.
Dies wird erreicht, in dem die Saugsegmente 12 in diesen Bereichen verschoben oder
verkürzt eingestellt werden.
Weiterhin ist in Fig. 3 gezeigt, dass die Laufrichtung des Saugrädermoduls 1 zur Bogenbremsung
derart geändert werden kann, dass sich die in gerader Linie in Bogenlaufrichtung F
hintereinander liegenden Saugräder S1, S2, S3 der geraden Förderrichtung schräg stellen
lassen. Dies geschieht in eine Zuordnung derart, dass die Saugrädermodule 1 jeweils
von der Mitte der Bogenfördereinrichtung nach außen zu den Bogenrändern hin divergierend
verstellt werden. Dazu werden die Saugräder S1, S2, S3 zusammen mit ihrem Trägerelement
7 entsprechend eines am ablaufseitigen Ende des Saugrädermoduls 1 dargestellten Doppelpfeils
P2 in der Bogenlaufebene 4 geschwenkt. Eine geringe Schwenkung kann von den Koppelungswalzen
K1, K2 aufgenommen werden. Eine ausgeschwenkte Stellung des Saugrädermoduls ist in
Fig. 3 strichliiert dargestellt, wobei das letzte Saugrad S3 am weitesten von dem
geraden Förderweg in Normalstellung nach außen abweichen soll. Damit wird eine Straffung
eines zu bremsenden Bedruckstoffes B von der Mitte nach außen zu den parallel zur
Bogenlaufrichtung F angeordneten Bogenkanten erreicht.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Saugrädermodul, Bogenbremseinheit
- 2
- Welle
- 3
- Welle
- 4
- Bogenlaufbahn
- 5
- Luftzuführung
- 6
- Bohrung
- 7
- Trägerelement
- 8
- Klemmung
- 9
- Saugradkern, Nabe
- 10
- Stegbahn
- 11
- Durchgriffsöffnung
- 12
- Saugsegment
- 13
- Auslegerstapel
- S1, S2, S3
- Saugrad
- W1, W2, W3
- ringförmiger Walzenmantel
- X1, X2, X3
- Walzenachse
- G1, G2
- Walzenspalt
- K1, K2
- Koppelungswalze
- B1, B2
- Stegelement
- P1, P2
- Doppelpfeil
1. Bogenbremsanordnung in einer Bogendruckmaschine mit einem Bogenausleger und einem
Auslegerstapel (13) dem Bedruckstoffbogen (B) zur Ablage zugeführt werden, wobei die
Bogenbremsanordnung zur Abbremsung eines entlang einer Bogenlaufrichtung (F) zulaufenden
Bogens (B) dient und mit folgenden Elementen versehen ist:
- einer ersten Saugwalze (S1), die um eine erste Walzenachse (X1) drehbar ist und
einen zur Bogenkontaktierung vorgesehenen ersten ringförmigen Walzenmantel (W1) bildet,
- einer zweiten Saugwalze (S2), die um eine zweite Walzenachse (X2) drehbar ist und
einen zur Bogenkontaktierung vorgesehenen zweiten ringförmigen Walzenmantel (W2) bildet,
- einer dritten Saugwalze (S3) die um eine dritte Walzenachse (X3) drehbar ist und
einen zur Bogenkontaktierung vorgesehenen dritten ringförmigen Walzenmantel (W3) bildet,
- wobei die Walzenachsen (X1, X2, X3) zueinander parallel ausgerichtet und in Bogenlaufrichtung
(F) voneinander derart beabstandet sind,
- wobei die ringförmigen Walzenmäntel (W1, W2, W3) mit einem zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen Umfangsabschnitt in eine Bogenlaufzone eintauchen,
- wobei zwischen zwei benachbarten Saugräder (S1/S2; S2/S3) jeweils ein Stegelement
(B1; B2) angeordnet ist,
- wobei das Stegelement (B1, B2) einen zwischen den Saugrädern (S1/S2; S2/S3) gebildeten
Walzenspalt (G1, G2) abdeckt und zwischen den nachfolgenden zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen Umfangsabschnitten der Walzenmäntel (W1, W2, W3) eine Bogenführungsbahn
(4) bildet.
2. Bogenbremsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Saugräder (S1, S2, S3) zur gemeinsamen Drehung miteinander gekoppelt sind.
3. Bogenbremsanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass nachfolgende Saugräder (S1/S2; S2; S3) miteinander reibschlüssig gekoppelt sind.
4. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Saugräder (S1, S2, S3) über eine Trägerstruktur (7) zu einem Saugrädermodul (1)
zusammengefasst sind, und dass dieses Saugrädermodul (1) quer zur Bogenlaufrichtung
(F) und parallel zur Bogenlaufbahn (4) einstellbar positionierbar verlagerbar angeordnet
ist.
5. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Unterdruckbeaufschlagung über eine Saugleitungseinrichtung (5) bewerkstelligt
ist.
6. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Unterdruckbeaufschlagung durch eine Saugeinrichtung (5) bewerkstelligt ist, die
im Bereich des Saugrädermoduls (1) untergebracht ist.
7. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass das Saugrädermodul (1) derart ausgebildet und in den Ausleger und eine Oberfläche
eines Auslegerstapels (13) eingebunden ist, dass die Neigung der durch die zur Bogenkontaktierung
vorgesehenen Mantelabschnitte definierten Bogenlaufbahn (4) einstellbar veränderbar
ist.
8. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Unterdruckbeaufschlagung der Saugräder (S1, S2, S3) im Wesentlichen auf deren
zur Bogenkontaktierung vorgesehene Umfangsabschnitte beschränkt ist.
9. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Walzenmäntel (W1, W2, W3) durch Ringelemente gebildet werden die auf einen Saugräderkern
(9) aufgesetzt sind, und/oder dass die Walzenmäntel (W1, W2, W3) aus einem Kunststoffmaterial
gefertigt sind.
10. Bogenbremsanordnung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass Saugräder (S1, S2, S3) von einseitig freiliegenden Lagerzapfen (Z1, Z2, Z3) abnehmbar
sind.