[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Holzbauteil sowie eine Nut-Feder-Verbindung
gemäss den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Fertighäuser aus Holz erlangen eine zunehmend grössere Bedeutung. Einerseits zeichnet
sich dieser Werkstoff durch eine hervorragende Ökobilanz beim Bau und eine gute Wärmedämmung
bei der späteren Nutzung aus. Andererseits bieten Holzbauten eine hohe Wohnqualität,
insbesondere ein angenehmes Raumklima. Darüber hinaus erlaubt diese Bauform eine effiziente
Vorfabrikation von Wand- und Deckenelementen. Entsprechend können ökologisch vorteilhafte
Konstruktionen in einem schnellen Bauablauf rationell und kostengünstig erstellt werden.
[0003] In der Vergangenheit wurde eine Vielzahl von Wandsystemen, die speziell für Holzhäuser
mit niedrigem Energieverbrauch vorgesehen sind, entwickelt. So beschreibt die
WO 97/39204 ein Baumodul aus Holz für die Erstellung flächiger Konstruktionen, insbesondere von
Wänden. Das besagte Modul weist zwei parallele, plattenförmige Wandteile auf, deren
Aussenfläche die Oberflächen der zu erstellenden Wand bilden, und die über einen Modulkern
miteinander verbunden sind. Mehrere Baumodule dieser Art können durch Zusammenstecken
übereinander gestapelt werden, sodass ähnlich wie bei herkömmlichen Back- oder Ziegelsteinen
eine Wandkonstruktion entsteht. Das besagte Bausystem hat allerdings den Nachteil,
dass es lediglich für Wände, jedoch nicht für Deckenkonstruktionen geeignet ist. Dies
liegt insbesondere daran, dass die einzelnen Baumodule nicht zu balkenförmigen Trägern
mit Biegesteifigkeit miteinander verbunden werden können.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile im Stand der
Technik zu überwinden.
[0005] Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein multifunktionales Holzbauteil
zu schaffen, das sowohl für Wände als auch für Decken und Dächer geeignet ist. Das
Holzbauteil soll neben seiner eigentlichen Tragfunktion eine Reihe von weiteren Funktionen
wie Wärmedämmung, Wärmespeicherung, Wärmetausch, Feuchtepuffer, Brandschutz, Schalldämmung
und Schallabsorption erfüllen können. Damit erstellte Konstruktionen sollen ferner
einfach montierbar sein. Insbesondere soll sowohl eine Einzelteilmontage auf dem Bau
als auch eine Vormontage zu grösseren Elementen in der Fabrik ermöglicht werden. Für
die Fertigung des Holzbauteils sollen Massivholz oder Holzwerkstoffe in den für den
Bau gängigen Holzarten geeignet sein. Darüber hinaus soll wahlweise entweder ein Rohbau
oder ein Edelrohbau erstellbar sein.
[0006] Diese Aufgaben werden durch ein Holzbauteil gelöst, welches die Merkmale im Anspruch
1 aufweist, sowie durch eine Nut-Feder-Verbindung mit den Merkmalen in Anspruch 22.
[0007] Ein derartiges Holzbauteil, insbesondere ein Holzträger, umfasst ein Paar von sich
gegenüberliegenden, insbesondere länglich ausgebildeten, Gurten und zumindest einen
zwischen den Gurten angeordneten Steg, der die Gurten miteinander verbindet. Der Steg
weist in an den Gurten anliegenden Bereichen jeweils zumindest einen Vorsprung auf,
welcher in eine Vertiefung am jeweiligen Gurt eingreift.
[0008] Auf diese Weise wird ein multifunktionales Holzbauteil, bzw. ein Holzträger, geschaffen,
das sowohl für Wand- als auch für Decken- und Dachkonstruktionen geeignet ist. Das
Holzbauteil lässt sich leicht, insbesondere ohne die Verwendung von Verbindungsmitteln
wie Schrauben oder Klebeverbindungen, fertigen. Zudem zeichnen sich darauf basierende
Konstruktionen durch eine hohe Tragkraft, insbesondere eine gute Biegesteifigkeit
aus.
[0009] Das Holzbauteil kann aus verschiedenen Holzarten, insbesondere aus Eiche, Birke,
Lärche, Buche, Fichte, Tanne, Kiefer oder Esche, gefertigt sein. Vorzugsweise bestehen
die Gurten aus einem Nadelholz, insbesondere aus Kiefer, Fichte oder Tanne. Die Stege
bestehen dagegen vorzugweise aus einem Laubholz, insbesondere aus Birke, Buche oder
Esche. Es versteht sich allerdings von selbst, dass hierzu auch andere Nadel- oder
Laubholzarten, auch in Form von Sperrholz oder Spanplatten, geeignet sind.
[0010] Die Vertiefungen, in welche die Vorsprünge des Stegs oder der Stege eingreifen, können
als Bohrlöcher, insbesondere als Sacklöcher, ausgebildet sein. Dies ermöglicht eine
besonders rationelle Fertigung der Gurten, beispielsweise mit sog. CNC-Maschinen (Computerized
Numerical Control). Sind die Vertiefungen als Sacklöcher ausgeführt, weist das Holzbauteil
auf seiner Aussenseite zudem eine glatte, durchgehende Oberfläche auf.
[0011] Die Gurten können jeweils ein Mittelprofil aufweisen, welches von zumindest einem
Randprofil, insbesondere einem, zwei, drei oder vier Randprofilen begrenzt ist. Dieser
modulare Aufbau der Gurten erlaubt es, diese auf flexible Weise aber dennoch mit hoher
Effizienz zu fertigen. Mit einem einheitlichen Randprofil können beispielsweise Mittelprofile
verschiedener Breite eingesetzt werden, was die einfache Herstellung von Randprofilen
unterschiedlicher Breite ermöglicht. Darüber hinaus können Mittelprofile mit verschiedenen
Eigenschaften, beispielsweise aus verschiedenen Holzarten oder mit unterschiedlichen
Oberflächentexturen, auf rationelle Weise realisiert werden.
[0012] Die Gurten können länglich ausgebildet und das Mittelprofil jeweils beidseitig von
zwei in Längsrichtung verlaufenden Randprofilen begrenzt sein. Darüber hinaus können
die Vertiefungen, in welche die Vorsprünge des Stegs oder der Stege eingreifen, an
den Randprofilen angebracht sein. Dies stellt eine bevorzugte Ausführung der Gurten
dar, mit der Holzbauteile hoher Tragkraft realisiert werden können. Vorteilhaft ist
dabei insbesondere, dass für die statisch stärker beanspruchten Randprofile eine härtere
Holzart als für die Mittelprofile verwendet werden kann. Die Mittelprofile können
dagegen hinsichtlich anderer Aspekte wie Ästhetik oder Akustik angepasst werden.
[0013] Die Vertiefungen, in welche die Vorsprünge des Stegs oder der Stege eingreifen, können
in regelmässigen Abständen zueinander angeordnet sein. Darüber hinaus können die Gurten
länglich ausgebildet und die Vertiefungen, in welche die Vorsprünge des Stegs oder
der Stege eingreifen, in zumindest einer in Längsrichtung verlaufenden Linie angeordnet
sein. Dies ermöglicht, ein modulares System zum Aufbau von Holzbauteilen, die dem
jeweiligen Verwendungszweck angepasst sind, zu schaffen.
[0014] Das Holzbauteil kann mehrere zwischen den Gurten angeordnete Stege umfassen. Die
zwischen den Gurten angeordneten Stege können als Sprossen mit an den Gurten anliegenden
Endbereichen ausgebildet sein, wobei die Sprossen in den Endbereichen jeweils einen,
insbesondere genau einen, Vorsprung aufweisen, welcher in eine Vertiefung am jeweiligen
Gurt eingreift. Durch die Ausführung der Stege als Sprossen kann das Auftreten von
Unerwünschten Wärmebrücken auf ein Mindestmass reduziert werden. Zudem vereinfacht
dies das Verlegen von innerhalb des Holzbauteiles verlaufenden Leitungen, beispielsweise
für Elektrizität.
[0015] Allerdings kann der zumindest eine Steg auch länglich ausgebildet sein und insbesondere
mehrere Vorsprünge aufweisen, welche jeweils in eine Vertiefung am jeweiligen Gurt
eingreifen. Dadurch kann auch der Steg selbst Biegekräfte aufnehmen.
[0016] Zumindest ein zwischen den Gurten angeordneter länglich ausgebildeter Steg kann relativ
zu den Gurten in Längs- oder Querrichtung ausgerichtet sein. Ein in Längsrichtung
ausgerichteter Steg, auch Bandsteg genannt, erhöht die Biegefestigkeit, Biegetragfähigkeit
und Schubsteifigkeit des Holzbauteils. Ein in Querrichtung ausgerichteter Steg ermöglicht
es, zwei benachbarte Holzbauteile biegefest miteinander zu verbinden.
[0017] Der Vorsprung an einem Steg, welcher in eine Vertiefung an einem Gurt eingreift,
kann einen runden, quadratischen oder rechteckigen Querschnitt aufweisen. Runde Vorsprünge
lassen sich insbesondere bei sprossenförmigen Stegen leicht durch Drechseln realisieren.
Zur Fertigung von Stegen mit Vorsprüngen, die einen quadratischen oder rechteckigen
Querschnitt aufweisen, bietet sich insbesondere ein sogenanntes Lasercut-Verfahren
an. Runde Vorsprünge haben den Vorteil, dass das Bohren der entsprechenden Vertiefungen
an den Gurten vergleichsweise einfach ist. Bei Vorsprüngen, die einen quadratischen
oder rechteckigen Querschnitt aufweisen, lassen sich dagegen die Stege einfacher herstellen
und die resultierenden Holzbauteile zeigen eine etwas bessere Schubkraftübertragung.
Der Steg oder die Stege können im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet sein.
[0018] Ein anderer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Wandelement welches mehrere
Holzbauteile der oben beschriebenen Art umfasst, wobei die Holzbauteile stirnseitig,
vorzugweise über eine Nut-Feder-Verbindung, insbesondere eine Nut-Feder-Verbindung
wie nachfolgend beschrieben, eine Spundung oder eine Keilzinkenverbindung direkt oder
indirekt miteinander verbunden sind. Ein derartiges Wandelement weist gegenüber dem
Stand der Technik eine höhere Stabilität, insbesondere eine bessere Biegefestigkeit
auf.
[0019] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Deckenelement, welches
mehrere Holzträger wie oben beschrieben umfasst, wobei die Holzträger stirnseitig,
vorzugweise über eine Nut-Feder-Verbindung, insbesondere eine Nut-Feder-Verbindung
wie nachfolgend beschrieben, eine Spundung oder eine Keilzinkenverbindung, direkt
oder indirekt miteinander verbunden sind. Ein derartiges Deckenelement zeichnet sich
durch eine gute Biegefestigkeit aus, wodurch eine hohe Bodenbelastbarkeit erzielt
werden kann. Das Element ist sowohl zur Einzelmontage auf dem Bau als auch zur fabrikmässigen
Vormontage geeignet. Es versteht sich von selbst, dass es sich beim besagten Deckelelement
auch um ein Dachelement handeln kann.
[0020] Bei einem derartigen Deckenelement können die Gurten länglich ausgebildet und in
Längsrichtung über eine Keilzinkenverbindung miteinander verbunden sein. Optional
können die Gurten zusätzlich in Querrichtung über eine Nut-Feder-Verbindung, insbesondere
eine Nut-Feder-Verbindung wie nachfolgend beschrieben, oder eine Spundung direkt oder
indirekt miteinander verbunden sein. Dies ermöglicht einen modularen Aufbau des Deckenelementes,
wobei mit einem standardisierten Holzbauteil verschiedene Konfigurationen erstellt
werden können.
[0021] Bei einem derartigen Deckenelement können die Gurten in Querrichtung, gegebenenfalls
zusätzlich über in Querrichtung verlaufende Stege, miteinander verbunden sein. Dies
erhöht die Biegefestigkeit des Elementes durch Zweiachsigkeit, und damit die Bodenbelastbarkeit
einer darauf basierenden Deckenkonstruktion. Bei einem derartigen Deckenelement können
die Holzträger indirekt miteinander verbunden und zwischen den Gurten Zwischenelemente
angeordnet sein. Durch den Einsatz von Zwischenelementen kann das Gewicht des Deckenelementes
reduziert werden, falls für die erforderliche Biegefestigkeit nicht durchgehend Holzträger
erforderlich sind.
[0022] Darüber hinaus kann bei einem erfindungsgemässen Wand- oder Deckenelement auch ein
Hohlraum zwischen den Gurten, und gegebenenfalls auch zwischen den Zwischenelementen,
mit einem Füllmaterial ausgefüllt sein. Beim Füllmaterial kann es sich um eine Wärmedämmung,
eine Wärmespeicherung, einen Feuchtepuffer, einen Brandschutz, eine Schalldämpfung
oder eine Schallabsorption handeln. Damit können die Wand- oder Deckenelemente neben
der Tragfunktion weitere Funktionen erfüllen.
[0023] Bei einem erfindungsgemässen Wand- oder Deckenelement kann in einem Hohlraum zwischen
den Gurten, und gegebenenfalls auch auf oder zwischen den Zwischenelementen, eine
Sekundärtragstruktur, insbesondere eine, vorzugsweise mit Stahl armierte, Betonstruktur,
eine Glasstruktur oder eine Kunststoffstruktur angeordnet sein. Der Einsatz einer
derartigen Sekundärtragstruktur erhöht die Stabilität der Konstruktion wesentlich.
Darüber hinaus kann durch den Einsatz einer feuerresistenten Sekundärtragstruktur
im Falle eines Brandes die strukturelle Stabilität der Konstruktion gewährleistet
werden.
[0024] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Nut-Feder-Verbindung
zum stirnseitigen Verbinden zweier Holzbauteile. Eine Feder ist dabei in zwei Teilfedern
unterteilt. Die Teilfedern weisen ein sich gegenseitig entsprechendes Profil, insbesondere
ein Zahnprofil auf, welches eine Längsbewegung der Holzbauteile im Wesentlichen verhindert,
jedoch einen Schwind- oder Quellausgleich ermöglicht. Dies ist insbesondere bei Holzbauteilen
aus Massivholz vorteilhaft, da es, wenn kein Schwind- oder Quellausgleich ermöglicht
wird, zu Beschädigungen an der Konstruktion kommen kann. Bei einer derartigen Nut-Feder-Verbindung
können die Teilfedern kraft- oder stoffschlüssig in den Nuten gehalten, insbesondere
eingeklebt, sein. Es versteht sich dabei von selbst, dass die Feder für eine derartige
Nut-Feder-Verbindung nicht nur aus Massivholz oder Sperrholz, sondern beispielsweise
auch aus einem Kunststoff, bzw. einem Elastomer, bestehen kann. Darüber hinaus kann
eine derartige Nut-Feder-Verbindung neben den oben beschriebenen Funktionen auch eine
Dichtfunktion wahrnehmen.
[0025] Weitere Vorteile und Einzelmerkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele und aus den Zeichnungen.
[0026] Es zeigen schematisch:
- Figur 1:
- Modularer Aufbau von erfindungsgemässen Holzbauteilen in perspektivischer Darstellung;
- Figur 2:
- Erfindungsgemässes Holzbauteil in perspektivischer Darstellung;
- Figur 3:
- Modularer Aufbau eines erfindungsgemässen Wand- oder Deckenelementes in perspektivischer
Darstellung;
- Figur 4:
- Perspektivische Darstellung eines erfindungsgemässen Deckenelementes;
- Figur 5:
- Verbindung von erfindungsgemässen Holzbauteilen in Längsrichtung über Keilzinkenverbindung
in perspektivischer Darstellung;
- Figur 6:
- Perspektivische Darstellung eines alternativen Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemässen
Deckenelementes;
- Figuren 7:
- Perspektivische Darstellung eines erfindungsgemässen Deckenelementes, das zum Einsatz
einer Sekundärtragstruktur in Form einer Betonstruktur ausgelegt ist;
- Figur 8:
- Perspektivische Darstellung eines erfindungsgemässen Deckenelementes mit einer Sekundärtragstruktur
in Form einer Betonstruktur;
- Figur 9:
- Erfindungsgemässes Deckenelement, bei dem ein Teil der Zwischenelemente mit schallabsorbierenden
Bohrungen ausgestattet ist;
- Figur 10:
- Perspektivische Innenansicht eines Wand-Deckenanschlusses gemäss der vorliegenden
Erfindung;
- Figur 11:
- Perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Nut-Feder-Verbindung.
[0027] Figur 1 zeigt den modularen Aufbau von erfindungsgemässen Holzbauteilen 1. Die Gurten
2 sind aus identischen Randprofilen 8, 8' aufgebaut, in welche verschiedene Mittelprofile
7 einsetzbar sind. Die Vertiefungen 6 in welche die Vorsprünge 5 der Stege 3, 3',
3" eingreifen, sind als kreisrunde Bohrungen auf den Randprofilen 8 und 8' ausgeführt.
Die Bohrungen 6 sind jeweils auf einer in Längsrichtung der Gurten 2 verlaufenden
Linie L in einem regelmässigen Abstand d angeordnet. Die Stege 3, 3' 3" können als
Bandstege 3, Sprossen 3' oder Doppelstege 3" ausgeführt sein. Bei allen gezeigten
Ausführungsarten der Stege 3, 3', 3" sind in an den Gurten anliegenden Bereichen 4
Vorsprünge 5 in Form von kreisrunden Zapfen vorhanden. Die Zapfen 5 der Stege 3, 3',
3" greifen in die Vertiefungen 6 der Gurten 2 ein. Die Randprofile 8, 8' sind mit
den Mittelprofilen 7 jeweils über eine Spundung 18 verbunden.
[0028] Figur 2 zeigt ein fertig montiertes Holzbauteil 1 gemäss der vorliegenden Erfindung.
Zwischen den Gurten 2 und 2', welche sich jeweils aus dem Mittelprofil 7 und den Randprofilen
8, 8' zusammensetzen, sind in Längsrichtung ausgerichtete Doppelstege 3" angebracht.
Das gezeigte Holzbauteil 1 ist dazu vorgesehen, in Längsrichtung über Keilzinkenverbindungen
14 und in Querrichtung über Nut-Feder-Verbindungen 13 mit weiteren Elementen der Konstruktion
verbunden zu werden, wie es beispielsweise aus Figur 3 ersichtlich ist. Dort sind
verschiedene Holzbauteile 1 über unterschiedlich breite Zwischenelemente 10 und 10'
über Nut-Feder-Verbindungen 13 miteinander verbunden.
[0029] Figur 4 zeigt ein fertigmontiertes Deckenelement 9 gemäss der vorliegenden Erfindung,
wobei zur besseren Übersichtlichkeit ein Teil der oberen Gurten 2' bei der Darstellung
weggelassen ist. Es ist zu erkennen, dass neben den in Längsrichtung verlaufenden
Stegen 3 auch in Querrichtung verlaufende Stege 3" vorhanden sind. Die Holzträger
1 sind direkt, d.h. ohne Zwischenelemente 10 über Nut-Feder-Verbindungen 13 untereinander
verbunden. Die in Längsrichtung verlaufenden Stege 3 und die Gurten 2, 2' bilden Hohlräume
11, die beispielsweise mit einem Dämmmaterial ausgefüllt werden können. Auf diese
Weise kann das Deckenelement 9 neben seiner Tragfunktion auch weitere Funktionen erfüllen.
[0030] Figur 5 verdeutlicht näher die stirnseitige Verbindung zweier Holzbauteile beziehungsweise
Holzträger 1 über Keilzinkenverbindungen 14.
[0031] Figur 6 gibt die Montage einer Deckenkonstruktion mit erfindungsgemässen Deckenelementen
9, 9' wieder. Es ist zu erkennen, dass fabrikseitig vormontierte Deckenelemente 9,
9' auf einer Baustelle angeliefert und über eine Nut-Feder-Verbindung 13 längsseitig
zusammengefügt werden können.
[0032] Figur 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Deckenelementes
9, welches zum Einsatz mit einer Sekundärtragstruktur 12 aus Beton vorgesehen ist.
Die Gurten 2, 2' sind hier einfach ausgeführt, d.h. ohne Mittelprofile 7. Zwischen
den Gurten 2 sind paarweise Zwischenelemente 10, 10' angeordnet, welche sowohl mit
den Gurten 2 als auch untereinander über Nut-Feder-Verbindungen 13 verbunden sind.
Die Gurten 2, 2' der Träger 1 werden über Sprossen 3' zusammengehalten. Auch die Zwischenelemente
10, 10' sind mit Sprossen 3' ausgestattet. Die unteren Gurten 2 und die Zwischenelemente
10 sind mit einer Verschalung 19 ausgestattet, welche sich aus in Längsrichtung verlaufenden
Brettern 20 zusammensetzt. Die Bretter 20 sind derart am Deckenelement 9 angebracht,
dass sie die Nut-Feder-Verbindungen 13 zwischen den unteren Gurten 2 und den Zwischenelementen
10, 10', bzw. zwischen den Zwischenelementen 10, 10' überlappen. Das Deckenelement
9 kann wie vorliegend dargestellt fabrikmässig vormontiert auf einer Baustelle angeliefert
und in eine Decken- oder Dachkonstruktion eingesetzt werden.
[0033] Figur 8 zeigt ein Deckenelement gemäss Figur 7, welches mit einer Sekundärtragstruktur
12 aus Beton versehen wurde. Das Ausgiessen des Deckenelementes 9 mit Beton erfolgt
vorteilhafterweise erst nachdem dieses in eine Deckenkonstruktion eingesetzt wurde,
um einen Transport der schweren Verbundstruktur zu vermeiden. Darüber hinaus erlaubt
dieses Vorgehen, das Deckenelement 9 vor dem Ausgiessen mit Beton noch mit technischen
Installationen wie Strom-, Wasser- oder Kommunikationsleitungen zu versehen. Die Sekundärtragstruktur
12 ist im vorliegenden Fall ohne Armierungseisen dargestellt. Es versteht sich allerdings
von selbst, dass solche in der Regel vorhanden sind. Ein Vorteil der dargestellten
Deckenkonstruktion liegt darin, dass diese gegenüber einer klassischen Holzstruktur
insbesondere im Falle eines Brandes ihre strukturelle Integrität beibehält. Während
die Holzstruktur verbrennt, bleibt die Betonstruktur erhalten. Ferner zeigt eine derartige
Konstruktion bessere Wärmedämmeigenschaften und Feuchtigkeitsaustausch gegenüber einer
klassischen Betonbauweise. Darüber hinaus hat die Verbundstruktur den Vorteil, dass
nach dem Betonieren keine Holzverschalung entfernt werden muss.
[0034] Figur 9 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Deckenelementes
9. Es ist zu erkennen, dass ein Teil der Mittelprofile 7' mit einer Lochstruktur 21
ausgestattet ist. Damit können bessere akustische Eigenschaften des Deckenelementes
9 erzielt werden. Insbesondere können damit schallabsorbierende Eigenschaften erzielt
werden.
[0035] Figur 10 zeigt einen Deckenanschluss an eine aus Wandelementen 22, 22' gebildete
Wand mit einem horizontalen Zwischenelement 23, welches ebenfalls die Struktur eines
erfindungsgemässen Holzbauteiles 1 aufweist. Die Decke 9 liegt auf der inneren Deckenschale
24 des Wandelementes 22 (zweischalig auf der Innenseite) auf und hat dafür eine ausspringende
Nase 25.
[0036] Aus Figur 11 sind nähere Einzelheiten zu einer erfindungsgemässen Nut-Feder-Verbindung
13 ersichtlich. Die Feder 15 setzt sich aus den beiden Teilfedern 15', 15" zusammen,
welche jeweils in eine Nut 17 eingesetzt, insbesondere eingeklebt, werden. Die beiden
Teilfedern 15', 15" weisen jeweils ein zueinander korrespondierendes Zahnprofil 16',
16" auf, das eine Längsbewegung der Holzbauteile 1 im Wesentlichen verhindert, jedoch
einen Schwind- und/oder Quellausgleich ermöglicht. Ein Schwind- und/oder Quellausgleich
ist insbesondere bei Konstruktionen aus Massivholz erforderlich, wo die dadurch auftretenden
Kräfte andernfalls Beschädigungen hervorrufen können.
1. Holzbauteil (1), insbesondere Holzträger, umfassend ein Paar von sich gegenüberliegenden,
insbesondere länglich ausgebildeten, Gurten (2, 2') und zumindest einen zwischen den
Gurten (2, 2') angeordneten Steg (3), der die Gurten (2, 2') miteinander verbindet,
dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (3) in an den Gurten (2, 2') anliegenden Bereichen (4) jeweils zumindest
einen Vorsprung (5) aufweist, welcher in eine Vertiefung (6) am jeweiligen Gurt (2,
2') eingreift.
2. Holzbauteil (1) nach Anspruch 1, wobei die Vertiefungen (6), in welche die Vorsprünge
(5) des Stegs oder der Stege (3) eingreifen, als Bohrlöcher, insbesondere als Sacklöcher,
ausgebildet sind.
3. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Gurten (2, 2') jeweils
ein Mittelprofil (7) aufweisen, welches von zumindest einem, insbesondere einem, zwei,
drei oder vier, Randprofil oder Randprofilen (8, 8') begrenzt ist.
4. Holzbauteil (1) nach Anspruch 3, wobei die Gurten (2, 2') länglich ausgebildet sind
und das Mittelprofil (7) jeweils beidseitig von zwei in Längsrichtung verlaufenden
Randprofilen (8, 8') begrenzt ist.
5. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei die Vertiefungen (6), in
welche die Vorsprünge (5) des Stegs oder der Stege (3) eingreifen, an den Randprofilen
(8, 8') angebracht sind.
6. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Vertiefungen (6), in welche
die Vorsprünge (5) des Stegs oder der Stege (3) eingreifen, in regelmässigen Abständen
(d) angeordnet sind.
7. Holzbauteil (1) nach Anspruch 6, wobei die Gurten (2, 2') länglich ausgebildet und
die Vertiefungen (6), in welche die Vorsprünge (5) des Stegs oder der Stege (3) eingreifen,
in zumindest einer in Längsrichtung verlaufenden Linie (L) angeordnet sind.
8. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Holzbauteil (1) mehrere
zwischen den Gurten (2, 2') angeordnete Stege (3) umfasst.
9. Holzbauteil (1) nach Anspruch 8, wobei die zwischen den Gurten (2, 2') angeordneten
Stege als Sprossen (3') mit an den Gurten anliegenden Endbereichen (4) ausgebildet
sind, wobei die den Sprossen (3') in den Endbereichen (4) jeweils einen, insbesondre
genau einen, Vorsprung (5) aufweisen, welcher in eine Vertiefung (6) am jeweiligen
Gurt (2, 2') eingreift.
10. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der zumindest eine Steg (3)
länglich ausgebildet ist und insbesondere mehrere Vorsprünge (5) aufweist, welche
jeweils in eine Vertiefung (6) am jeweiligen Gurt (2, 2') eingreifen.
11. Holzbauteil (1) nach den Ansprüchen 7 und 10, wobei zumindest ein zwischen den Gurten
(2, 2') angeordneter, länglich ausgebildeter Steg (3) relativ zu den Gurten in Längs-
oder Querrichtung ausgerichtet ist.
12. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Vorsprung (5) einen runden,
quadratischen oder rechteckigen Querschnitt aufweist.
13. Holzbauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Steg (3) im Wesentlichen
quaderförmig ausgestaltet ist.
14. Wandelement (22) umfassend mehrere Holzbauteile (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
13, wobei Holzbauteile (1) stirnseitig, vorzugsweise über eine Nut-Feder-Verbindung
(13), insbesondere eine Nut-Feder-Verbindung nach Anspruch 22, eine Spundung (18)
oder einer Keilzinkenverbindung (14) direkt oder indirekt miteinander verbunden sind.
15. Deckenelement (9) umfassend mehrere Holzträger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
13, wobei die Holzträger (1) stirnseitig, vorzugsweise über eine Nut-Feder-Verbindung
(13), insbesondere eine Nut-Feder-Verbindung nach Anspruch 22, eine Spundung (18)
oder einer Keilzinkenverbindung (14), direkt oder indirekt miteinander verbunden sind.
16. Deckenelement (9) nach Anspruch 15, wobei die Gurten (2, 2') länglich ausgebildet
und in Längsrichtung über eine Keilzinkenverbindung (14) miteinander verbunden sind.
17. Deckenelement (9) nach einem der Ansprüche 15 oder 16, wobei die Gurten (2, 2') in
Querrichtung über eine Nut-Feder-Verbindung (13), insbesondere eine Nut-Feder-Verbindung
nach Anspruch 22, oder eine Spundung direkt oder indirekt miteinander verbunden sind.
18. Deckenelement (9) nach einem der Ansprüche 15 bis 17, wobei die Gurten (2, 2') in
Querrichtung, gegebenenfalls zusätzlich, über Querrichtung verlaufende Stege (3) miteinander
verbunden sind.
19. Deckenelement (9) nach einem der Ansprüche 15 bis 18, wobei die Holzträger (1) indirekt
miteinander verbunden und zwischen den Gurten Zwischenelemente (10) angeordnet sind.
20. Wand- oder Deckenelement (9) nach einem der Ansprüche 14 bis 19, wobei ein Hohlraum
(11) zwischen den Gurten (2, 2'), und gegebenenfalls auch zwischen den Zwischenelementen
(10), mit einem Füllmaterial ausgefüllt ist.
21. Wand- oder Deckenelement (9) nach einem der Ansprüche 14 bis 20 wobei in einem Hohlraum
(11) zwischen den Gurten (2, 2'), und gegebenenfalls auch auf oder zwischen den Zwischenelementen
(10), eine Sekundärtragstruktur, insbesondre eine, vorzugsweise mit Stahl armierte,
Betonstruktur (12), eine Glasstruktur oder eine Kunststoffstruktur, angeordnet ist.
22. Nut-Feder-Verbindung (13) zum stirnseitigen Verbinden zweier Holzbauteile, dadurch gekennzeichnet, dass eine Feder (15) in zwei Teilfedern (15', 15") unterteilt ist, wobei die Teilfedern
(15', 15") ein sich gegenseitig entsprechendes Profil (16), insbesondere ein Zahnprofil,
aufweisen, welches eine Längsbewegung der Holzbauteile (1) im Wesentlichen verhindert,
jedoch einen Schwind- und/oder Quellausgleich ermöglicht.
23. Nut-Feder-Verbindung (13) nach Anspruch 23, wobei die Teilfedern (15', 15") kraft-
oder stoffschlüssig in den Nuten (17, 17') gehalten, insbesondere eingeklebt, sind.