[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Gargerätes sowie
ein Gargerät mit wenigstens einer Behandlungseinrichtung zur Behandlung von Gargut
in wenigstens einem Garraum. Es wird wenigstens eine charakteristische Kenngröße für
eine Masse des im Garraum befindlichen Garguts ermittelt.
[0002] Zur Erzielung optimaler Garergebnisse ist es in der Regel sehr hilfreich, bestimmte
Eigenschaften des Garguts und insbesondere dessen Masse bzw. Gewicht zu berücksichtigen.
Solche Informationen über das Gargut sind zudem besonders wichtig für einen zuverlässigen
Ablauf von Automatikprogrammen. Beispielsweise sollte bei der Einstellung bzw. programmbasierten
Berechnung der Garzeit eines Bratens dessen Gewicht bzw. Größe berücksichtigt werden,
sodass der Braten zum Garende weder übergart noch unzureichend gegart wurde.
[0003] Eine Möglichkeit, dem Gargerät diese Informationen zur Verfügung zu stellen, ist
eine Eingabe durch den Benutzer. Der Benutzer kann z. B. das Gargut wiegen und den
entsprechenden Wert über eine Eingabefunktion im Gerät hinterlegen. Eine solche Eingabe
bietet aber zum einen eine Fehlerquelle, durch die das Garergebnis ungünstig beeinflusst
werden kann, z. B. durch eine Verwechselung von Einheiten zwischen Waage und Gerät.
Zum anderen wird das Wiegen und Eingeben häufig als sehr unkomfortabel empfunden.
[0004] Eine andere Möglichkeit ist, dass der Benutzer anhand einer Vorwahl ein bestimmtes
Gargut angibt. Mit einer solchen Vorwahlautomatik lassen sich grundsätzlich gute Ergebnisse
erzielen. Allerdings weist jedes Gargut üblicherweise auch individuelle Eigenschaften
auf, sodass es zu Abweichungen gegenüber dem in der Vorwahlautomatik berücksichtigten
Gargut kommen kann. Das betrifft insbesondere die Masse bzw. die Größe von Gargut.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben
eines Gargerätes und ein Gargerät zur Verfügung zu stellen, welche eine verbesserte
und insbesondere komfortable Bestimmung der Masse des Garguts ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs 12. Bevorzugte Merkmale sind Gegenstand
der Unteransprüche. Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der allgemeinen
Beschreibung der Erfindung und der Beschreibung der Ausführungsbeispiele.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Betreiben eines Gargerätes. Mit wenigstens
einer Behandlungseinrichtung wird Gargut in wenigstens einem Garraum behandelt. Die
Behandlungseinrichtung wird in Abhängigkeit wenigstens eines Behandlungsprogramms
durch wenigstens eine Steuereinrichtung gesteuert. Es wird wenigstens eine charakteristische
Kenngröße für eine Masse des Garguts innerhalb des Garraums ermittelt. Dabei wird
hochfrequente Messstrahlung mit einer Mehrzahl von unterscheidbaren Frequenzen und/oder
Phasen ausgesendet und wieder empfangen und ausgewertet. Insbesondere wird die aus
dem Garraum reflektierte Messstrahlung wieder empfangen und ausgewertet. Anhand eines
Vergleichs der empfangenen mit der ausgesendeten Messstrahlung wird frequenzabhängig
und/oder phasenabhängig wenigstens ein Parameter für die im Garraum absorbierte Messstrahlung
bestimmt. Anhand des Parameters wird die charakteristische Kenngröße für die Masse
des Garguts ermittelt. Die Kenngröße für die Masse wird der Steuereinrichtung zur
Verfügung gestellt.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren hat viele Vorteile. Ein erheblicher Vorteil ist, dass
die Masse eines im Garraum liegenden Garguts mittels hochfrequenter Messstrahlung
bestimmt wird. Dadurch ist eine sehr zuverlässige und zugleich für den Benutzer sehr
komfortable Massenbestimmung des Garguts möglich. Der Benutzer muss das Gargut nicht
selbst wiegen und muss auch keine Gewichtsangaben in das Gargerät eingeben. Das spart
Zeit und Aufwand bei der Zubereitung von Speisen und verhindert zudem eine fehlerhafte
Gewichtsangabe durch den Benutzer.
[0009] Besonders vorteilhaft ist auch, dass zur Massenbestimmung wenigstens ein Parameter
für die im Garraum absorbierte Messstrahlung herangezogen wird. Dieser Parameter gibt
eine zuverlässige Auskunft über die Absorption des Garguts, die wiederum mit der Masse
des Garguts besonders eng zusammenhängt. Daher ist eine zuverlässige und reproduzierbare
Messung der Masse möglich. Zudem kann eine solche Messung mit einer unaufwendigen
Messtechnik umgesetzt werden kann. Beispielsweise kann die zur Erkennung und Auswertung
notwendige Hochfrequenztechnik bzw. Radartechnik mit kostengünstigen Bauteilen und
einem kostenbewussten Herstellungsaufwand umgesetzt werden.
[0010] Ein weiterer Vorteil ist, dass die ermittelte Kenngröße für die Masse der Steuereinrichtung
zur Verfügung gestellt wird. Dadurch kann beispielsweise mittels der Steuereinrichtung
das Behandlungsprogramm unter Berücksichtigung der Masse an das Gargut angepasst werden,
sodass besonders schmackhafte Garergebnisse erzielt werden können. Vorzugsweise wird
die im Behandlungsprogramm vorgesehene Gardauer in Abhängigkeit der ermittelten Masse
des Garguts angepasst. Zum Beispiel kann je nach Gewicht des Garguts die Garzeit entsprechend
verkürzt und/oder verlängert werden.
[0011] Besonders bevorzugt umfasst die Messstrahlung eine Vielzahl von Frequenz- und Phasenkombinationen.
Dabei ist bevorzugt, dass der Parameter für die im Garraum absorbierte Messstrahlung
in Abhängigkeit einer jeweiligen Frequenz- und Phasenkombination bestimmt zur Ermittlung
der charakteristischen Kenngröße für die Masse herangezogen wird. Beispielsweise wird
der Parameter für jeweils eine Kombination aus einer bestimmten Phasendifferenz und
einer dazu eingestellten Frequenz bestimmt. Der Parameter kann auch als Funktion der
Frequenz- und Phasenkombinationen der Messstrahlung bestimmt werden.
[0012] Der Einsatz einer solchen Messstrahlung ist besonders vorteilhaft, da die durch das
Gargut bedingte Absorption der Messstrahlung sowohl von der Frequenz als auch von
der Phasenlage abhängt. Durch den Einsatz einer Vielzahl von Frequenz- und Phasenkombinationen
kann daher ein besonders aussagekräftiger Parameter für die im Garraum absorbierte
Messstrahlung bestimmt werden. Beispielsweise kann aus der Vielzahl von Frequenz-
und Phasenkombinationen diejenige Kombination mit einem minimalen und/oder maximalen
und/oder mittleren Absorptionswert der Messstrahlung ermittelt werden.
[0013] Es ist ebenfalls besonders bevorzugt, dass wenigstens ein frequenzabhängiger und/oder
phasenabhängiger Verlauf des Parameters ausgewertet wird und insbesondere zur Ermittlung
der charakteristischen Kenngröße für die Masse herangezogen wird. Vorzugsweise wird
wenigstens ein Minimum im Verlauf des Parameters bestimmt. Ein Minimum im frequenzabhängigen
und/oder phasenabhängigen Verlauf des Parameters wird besonders stark von der im Garraum
vorhandenen Masse beeinflusst, sodass es besonders zuverlässig zur Ermittlung der
Kenngröße für die Masse herangezogen werden kann.
[0014] Möglich ist auch, dass wenigstens ein Maximum im Verlauf des Parameters bestimmt
wird. Es kann auch wenigstens ein mittlerer Wert im Verlauf des Parameters ermittelt
werden. Möglich ist auch, dass wenigstens ein Wert des Parameters in einem für eine
Absorption charakteristischen Verlaufsabschnitt bestimmt wird. Beispielsweise kann
im frequenzabhängigen und/oder phasenabhängigen Verlauf des Parameters eine Steigung
und/oder eine Extremstelle und/oder eine Wendestelle bestimmt werden.
[0015] Es kann auch ein Mittelwert des Parameters bestimmt werden.
[0016] Es ist möglich, dass dem Minimum, Maximum oder Mittelwert im Verlauf des Parameters
anhand wenigstens einer Zuordnungsfunktion wenigstens eine Kenngröße für die Masse
zugeordnet wird. Es kann auch einem anderen charakteristischen Wert im Verlauf des
Parameters, zum Beispiel einer Wendestelle, anhand der Zuordnungsfunktion die Kenngröße
für die Masse zugeordnet werden. Unter der zugeordneten Kenngröße wird dabei vorzugsweise
ein konkreter Wert für die Masse verstanden. Diese zugeordnete Kenngröße für die Masse
wird vorzugsweise als die zu ermittelnde Masse des Garguts angenommen. Eine solche
Zuordnungsfunktion ermöglicht eine unaufwendige und zugleich reproduzierbare Ermittlung
der Masse des Garguts. Die Zuordnungsfunktion ist zum Beispiel ein Polynom und/oder
eine andere geeignete Fit-Funktion.
[0017] Es ist möglich, dass wenigstens eine weitere Gargutkenngröße herangezogen wird, um
die Zuordnungsfunktion aus einer Gruppe von Zuordnungsfunktionen auszuwählen und/oder
um die Zuordnungsfunktion zu optimieren. Beispielsweise kann die weitere Gargutkenngröße
die Art und/oder die Größe des Garguts beschreiben. Vorzugsweise wird die weitere
Gargutkenngröße durch den Benutzer über eine Bedieneinrichtung eingegeben oder ausgewählt.
Beispielsweise gibt der Benutzer ein, ob es sich um Fleisch oder um eine Teigware
oder um Gemüse handelt. Anschließend wird die Zuordnungsfunktion vorzugsweise anhand
der Art des Garguts ausgewählt und/oder angepasst. Dadurch kann die Masse des Garguts
besonders zuverlässig bestimmt werden, da neben der Masse auch die Art des Garguts
einen entsprechenden Einfluss auf das Absorptionsverhalten der Messstrahlung im Garraum
hat.
[0018] Es ist möglich, dass die Zuordnungsfunktion wenigstens einen empirisch ermittelten
Zusammenhang zwischen dem frequenzabhängigen und/oder phasenabhängigen Verlauf des
Parameters und der Kenngröße der Masse beschreibt. Beispielsweise wurde die Zuordnungsfunktion
unter entsprechend genau definierten Bedingungen des Garraums und der eingelegten
Masse bestimmt. Beispielsweise wurde die Absorption der Messstrahlung bei einer Mehrzahl
verschiedener bekannter Massen als Referenz im Garraum bestimmt. Anhand dieser Messergebnisse
wird dann vorzugsweise die Zuordnungsfunktion bestimmt. Dadurch kann in späteren Messverfahren
der für die Absorption ermittelte Parameter wenigstens näherungsweise einem konkreten
Massenwert zugeordnet werden.
[0019] In allen Ausgestaltungen ist es besonders bevorzugt, dass der Parameter ein Dissipationsfaktor
ist. Der Dissipationsfaktor beschreibt insbesondere den Anteil der im Garraum absorbierten
Strahlungsleistung gegenüber der eingesendeten Strahlungsleistung. Besonders bevorzugt
wird bei einer Zunahme des Dissipationsfaktors eine Zunahme der Kenngröße für die
Masse des Garguts angenommen. Da das Maß der reflektierten Strahlungsleistung mit
zunehmender Masse des Garguts weiter abnimmt, eignet sich ein solcher Dissipationsfaktor
besonders gut für eine unaufwendige und zuverlässige Bestimmung der Masse des Garguts.
[0020] Es ist möglich und bevorzugt, dass der Dissipationsfaktor für eine Vielzahl von Frequenz-
und Phasenkombination erfasst wird. Insbesondere wird der minimale und/oder maximale
Dissipationsfaktor der erfassten Frequenz- und Phasenkombinationen bestimmt. Der minimale
und/oder maximale Dissipationsfaktor wird vorzugsweise anhand wenigstens einer Zuordnungsfunktion
wenigstens einer Kenngröße für die Masse des Garguts zugeordnet. Diese zugeordnete
Kenngröße wird bevorzugt als die zu ermittelnde Masse des Garguts angenommen. Die
Bestimmung des minimalen und/oder maximalen Dissipationsfaktors aus einer Vielzahl
von Dissipationsfaktoren bei unterschiedlichen Frequenz- und Phasenkombinationen bietet
eine hohe Reproduzierbarkeit des Ergebnisses der Massenbestimmung.
[0021] In allen Ausgestaltungen ist es ebenfalls bevorzugt, dass zum Vergleich der empfangenen
mit der ausgesendeten Messstrahlung wenigstens ein Streuparameter frequenzabhängig
und/oder phasenabhängig erfasst wird. Dabei wird insbesondere anhand des Streuparameters
der Parameter für die im Garraum absorbierte Messstrahlung bestimmt. Ein Streuparameter
hat den Vorteil, dass dieser mit einer entsprechend unaufwendigen und kostenbewussten
Hochfrequenztechnik erfasst und registriert werden kann. Zudem ermöglicht ein Streuparameter
besonders gut die Bestimmung des Dissipationsfaktors und/oder anderer Parameter für
die Absorption der Messstrahlung im Garraum.
[0022] Der Streuparameter wird vorzugsweise frequenzabhängig und/oder phasenabhängig erfasst.
Insbesondere wird der Streuparameter für eine Vielzahl von Frequenz- und Phasenkombination
erfasst. Der Streuparameter kann auch als Funktion für die eingesetzten Frequenzen
und/oder Phasenlagen erfasst werden.
[0023] Der Streuparameter kann in Reflexion und/oder Transmission erfasst werden. Dazu kann
ein Messsystem vorgesehen sein, welches wenigstens ein Reflektometer und/oder wenigstens
einen Radarsensor umfasst. Es kann ein Eintor- und/oder ein Mehrtor-Reflektometer
vorgesehen sein.
[0024] Der Streuparameter betrifft insbesondere die Amplitude und/oder Phase und/oder deren
Betrag. Der Streuparameter kann auch wenigstens eine andere charakteristische Größe
für eine Welleneigenschaft der Messstrahlung betreffen. Es ist möglich das zwei oder
mehr verschiedene Streuparameter herangezogen werden. Beispielsweise kann ein Streuparameter
in Eingangsreflexion und/oder Vorwärtstransmission oder in anderen Konstellationen
gemessen werden. Der Streuparameter in der komplexen Ebene und/oder im Amplitudengang
und/oder im Phasengang betrachtet werden.
[0025] In allen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass die Messstrahlung eine Frequenzbreite
umfasst, welche eine Ausbreitung von wenigstens zehn Moden im unbeladenen Garraum
bietet. Möglich ist auch, dass die Frequenzbreite der Messstrahlung eine Ausbreitung
von wenigstens drei Moden im unbeladenen Garraum bietet. Besonders bevorzugt umfasst
die Messstrahlung eine Frequenzbreite, welche eine Ausbreitung von wenigstens 15 oder
auch wenigstens 20 oder wenigstens 30 oder mehr Moden im unbeladenen Garraum bietet.
Eine solche Frequenzbreite der Messstrahlung hat den Vorteil, dass Reproduzierbarkeit
der Massenbestimmung erhöht wird.
[0026] Zur Bestimmung der ausbreitungsfähigen Moden im unbeladenen Garraum kann vorgesehen
sein, dass ein wenigstens teilweise idealisierter Garraum herangezogen wird. Beispielsweise
kann ein solcher Garraum ohne die sonst im Gargerät üblichen Heizquellen und/oder
Gargutträgeraufnahmen ausgestattet sein. Dadurch kann eine besonders unaufwendige
und ausreichend genaue Bestimmung der ausbreitungsfähigen Moden bei einer bestimmten
Frequenzbreite der Messstrahlung erfolgen. Möglich ist aber auch, dass die Anzahl
der ausbreitungsfähigen Moden bei einer gegebenen Frequenzbreite der Messstrahlung
in einem tatsächlich vorgesehenen Garraum empirisch bestimmt wird.
[0027] Besonders bevorzugt liegt die Messstrahlung im Mikrowellenbereich. Die Messstrahlung
ist insbesondere eine Radarstrahlung. Insbesondere liegt die Messstrahlung in einem
Frequenzbereich wenigstens eines ISM Bandes. Beispielsweise liegt die Messstrahlung
in einem Frequenzbereich zwischen 2,4 GHz und 2,5 GHz. Die Messstrahlung kann auch
in einem Frequenzbereich zwischen 902 MHz bis 928 MHz liegen. Möglich ist auch, dass
die Messstrahlung zwei oder mehr Bänder umfasst. Möglich ist aber auch, dass Messstrahlung
mit einem Frequenzbereich außerhalb von ISM-Bändern eingesetzt wird. Besonders bevorzugt
wird dazu Messstrahlung mit einer entsprechend geringen Hochfrequenzleistung eingesetzt,
welche für Messzwecke, aber beispielsweise nicht zur dielektrischen Erwärmung des
Garguts geeignet ist.
[0028] Die unterscheidbaren Frequenzen und/oder Phasenlagen können gleichzeitig oder auch
zeitlich beabstandet in den Garraum ausgesendet werden. Dabei können die unterscheidbaren
Frequenzen eine Schrittweite von maximal 100 MHz und insbesondere von maximal 10 MHz
und besonders bevorzugt von 1 MHz oder weniger aufweisen. Bei einer solchen Schrittweite
können in den entsprechenden Bändern besonders aussagekräftige Messwerte erzielt werden.
Die Messstrahlung kann auch mit wenigstens zwei und vorzugsweise einer Mehrzahl an
unterscheidbaren Phasenlagen gesendet und/oder empfangen werden.
[0029] Bevorzugt umfasst die Messstrahlung wenigstens zwei sich um wenigstens 100 MHz unterscheidende
Frequenzen zwischen 100 Megahertz und 10 Terahertz. Vorzugsweise sind mehrere und
insbesondere eine Vielzahl von verschiedenen Frequenzen vorgesehen. Die Vielzahl der
Frequenzen umfasst insbesondere Frequenzen, welche sich um bis zu 0,1 MHz oder bis
zu 1 MHz oder bis zu 10 MHz unterscheiden. Dabei können auch Frequenzen und/oder Frequenzintervalle
vorgesehen sein, welche aneinandergrenzen und/oder sich wenigstens teilweise überlappen.
Die Messstrahlung kann eine Frequenzbreite von wenigstens 10 % der Mittenfrequenz
des eingesetzten Frequenzbandes aufweisen. Möglich ist auch eine Frequenzbreite von
mindestens 10 % des arithmetischen Mittelwertes von unterer und oberer Grenzfrequenz
des genutzten Frequenzbandes. Bevorzugt ist eine Frequenzbreite von mindestens 20
% des entsprechenden arithmetischen Mittelwertes. Die Frequenzbreite umfasst insbesondere
wenigstens 250 Megahertz und vorzugsweise wenigstens 500 Megahertz und/oder wenigstens
ein Gigahertz und/oder wenigstens 5 Gigahertz und besonders bevorzugt mehr als 10
Gigahertz. Möglich sind auch 20 Gigahertz oder mehr.
[0030] Insbesondere wird die Messstrahlung als ultrakurzer Puls ausgesendet. Besonders bevorzugt
sind die Sendeeinrichtung und/oder die Empfangseinrichtung dazu ausgebildet und geeignet,
ultrabreitbandige Signale zu senden bzw. zu empfangen. Auch die Verarbeitungseinrichtung
ist vorzugsweise zur Auswertung ultrabreitbandiger Signale ausgebildet. Dabei ist
die Impulsdauer insbesondere kürzer als eine Nanosekunde. Die Impulsdauer ist vorzugsweise
im Bereich von hundert oder weniger Picosekunden. Besonders bevorzugt umfasst das
Messsystem wenigstens eine Ultrabreitbandradareinrichtung und/oder ist als eine solche
ausgebildet. Insbesondere umfasst die Ultrabreitbandradareinrichtung wenigstens einen
Radarsensor und vorzugsweise einen frequenzmodulierten Dauerstrich-Radarsensor.
[0031] Die Behandlungseinrichtung ist vorzugsweise dazu geeignet und ausgebildet, hochfrequente
Behandlungsstrahlung zur Behandlung des Garguts und insbesondere zur dielektrischen
Erwärmung des Garguts zu erzeugen und auszusenden. Insbesondere ist die Behandlungseinrichtung
auch dazu geeignet und ausgebildet, die Messstrahlung zu erzeugen. Bevorzugt wird
die Messstrahlung mit der Behandlungseinrichtung erzeugt, mit welcher auch das Gargut
die elektrisch erwärmt wird. Dabei ist die Leistung der Messstrahlung vorzugsweise
um ein Vielfaches geringer als die Leistung der Behandlungsstrahlung. Beispielsweise
ist die Messstrahlung um Faktor 100 und insbesondere um Faktor 1000 und besonders
bevorzugt um Faktor 10.000 geringer als die Leistung der Behandlungsstrahlung.
[0032] Bevorzugt ist zudem, dass die Bandbreite der Messstrahlung größer ist als die Bandbreite
der Behandlungsstrahlung. Die Bandbreite der Behandlungsstrahlung liegt vorzugsweise
innerhalb eines ISM Bandes. Es ist möglich, dass die Behandlungsstrahlung zeitgleich
oder zeitversetzt zur Messstrahlung erzeugt wird und ausgesendet wird.
[0033] Möglich ist aber auch, dass die Messstrahlung mit einem dazu vorgesehenen Messsystem
erzeugt wird. Dabei ist möglich, dass das Messsystem und die Behandlungseinrichtung
jeweils eine eigene Hochfrequenzeinrichtung zur Erzeugung der hochfrequenten Strahlung
umfassen.
[0034] In einer Ausgestaltung ist es möglich, dass die Behandlungseinrichtung wenigstens
eine thermische Heizquelle zur Behandlung des Garguts umfasst. Dabei kann die thermische
Heizquelle zusätzlich zu einer dielektrischen Erwärmung des Garguts eingesetzt werden.
Möglich ist aber auch, dass ausschließlich eine Behandlung des Garguts mit der thermischen
Heizquelle vorgesehen ist. In einer solchen Ausgestaltung ist das Gargerät beispielsweise
als ein Backofen ohne eine Mikrowellenfunktion ausgebildet. Dann ist zur Erzeugung
der Messstrahlung insbesondere das Messsystem vorgesehen.
[0035] In allen Ausgestaltungen ist es besonders bevorzugt, dass während eines Behandlungsprogramms
eine Vielzahl von Zyklen mit jeweils wenigstens einer Messphase und jeweils wenigstens
einer Behandlungsphase ausgeführt werden. In der Messphase wird insbesondere die Messstrahlung
ausgesendet. Der Behandlungsphase wird insbesondere eine hochfrequente Behandlungsstrahlung
zur Behandlung des Garguts und insbesondere zur dielektrischen Erwärmung des Garguts
ausgesendet. Die Messphase ist vorzugsweise um ein Vielfaches kürzer als die Behandlungsphase.
Beispielsweise dauert die Behandlungsphase wenigstens um Faktor zehn und bevorzugt
um Faktor 100 und insbesondere um Faktor 1000 länger als die Messphase. Durch solche
Zyklen aus Messphasen und Behandlungsphasen sind eine besonders effektive Erwärmung
des Garguts und zugleich eine fortlaufende Anpassung der Behandlung an das jeweilige
Messergebnis möglich. Beispielsweise kann so das Behandlungsprogramm während der Behandlung
in Abhängigkeit an veränderte Werte für die Masse des Garguts angepasst werden, beispielsweise
wenn Wasser aus dem Gargut verdampft.
[0036] Vorzugsweise wird während eines laufenden Behandlungsprogramms wenigstens einmal
eine weitere Ermittlung der Kenngröße für die Masse durchgeführt. Dabei kann die Messstrahlung
periodisch oder in unregelmäßig definierten Zeitabständen ausgesendet werden. Vorzugsweise
wird anhand der erneut ermittelten Kenngröße für die Masse das laufende Behandlungsprogramm
wenigstens teilweise erneut angepasst.
[0037] In allen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass dem Benutzer die ermittelte Kenngröße
der Masse angezeigt wird. Beispielsweise kann die Ausgabe in einer Anzeigeeinrichtung
und zum Beispiel über ein Display erfolgen. Es ist möglich, dass die ermittelte Kenngröße
der Masse wenigstens teilweise durch den Benutzer angepasst werden kann. Dabei wird
die angepasste Kenngröße der Steuereinrichtung bereitgestellt und insbesondere für
eine Anpassung des Behandlungsprogramms berücksichtigt. Möglich ist auch, dass dem
Benutzer in Abhängigkeit der geänderten Kenngröße für die Masse des Garguts wenigstens
ein weiteres Behandlungsprogramm vorgeschlagen wird. Möglich ist auch, dass der Benutzer
ein ausgewähltes oder vorgeschlagenes Behandlungsprogramm wenigstens teilweise anpassen
kann.
[0038] Das erfindungsgemäße Gargerät umfasst wenigstens eine Behandlungseinrichtung zur
Behandlung von Gargut in wenigstens einem Garraum. Das Gargerät umfasst wenigstens
eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Behandlungseinrichtung in Abhängigkeit wenigstens
eines Behandlungsprogramms. Mit wenigstens einem Messsystem ist wenigstens eine charakteristische
Kenngröße für eine Masse des Garguts ermittelbar. Dabei ist Messsystem dazu geeignet
und ausgebildet, hochfrequente Messstrahlung mit einer Mehrzahl von unterscheidbaren
Frequenzen und/oder Phasen in den Garraum auszusenden und wieder zu empfangen und
auszuwerten. Das Messsystem ist dazu geeignet und ausgebildet, anhand wenigstens eines
Vergleichs der empfangenen mit der ausgesendeten Messstrahlung frequenzabhängig und/oder
phasenabhängig wenigstens einen Parameter für die im Garraum absorbierte Messstrahlung
zu bestimmen. Anhand des Parameters wird die charakteristische Kenngröße für die Masse
des Garguts ermittelt. Die Kenngröße wird der Steuereinrichtung zur Verfügung gestellt.
[0039] Auch das erfindungsgemäße Gargerät bietet viele Vorteile. Ein besonderer Vorteil
ist, dass das Gargerät eine zuverlässige und komfortable Erfassung der Masse des Garguts
bietet. Dadurch können mit dem Gargerät besonders schmackhafte Garergebnisse erzielt
werden, da der Garvorgang gezielt an die Masse bzw. Größe des Garguts angepasst wird.
[0040] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen,
welche im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren erläutert werden.
[0041] In den Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine rein schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gargerätes in einer Vorderansicht;
und
- Figur 2
- eine rein schematische Darstellung eines weiteren erfindungsgemäßen Gargerätes in
einer Vorderansicht.
[0042] Die Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Gargerät 1, welches hier als ein Backofen
200 ausgeführt ist. Das Gargerät 1 wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren betrieben.
Das Gargerät 1 ist hier als ein Einbaugerät vorgesehen. Möglich ist auch, dass das
Gargerät 1 als ein Herd bzw. Standgerät ausgebildet ist. Das Gargerät 1 hat einen
Garraum 3, welcher durch eine Tür 202 verschließbar ist. Im Garraum 3 befindet sich
ein Gargut 300 auf einem Gargutträger 204. Als Gargut wird im Rahmen der vorliegenden
Erfindung insbesondere jede Art von Behandlungsgut bezeichnet, z. B. auch Auftaugut.
Der Gargutträger 204 ist auf einer hier nicht sichtbaren Gargutträgeraufnahme eingeschoben.
[0043] Zur Zubereitung des Garguts 300 ist eine Behandlungseinrichtung 2 vorgesehen. Die
Behandlungseinrichtung 2 umfasst eine Heizeinrichtung 32 mit mehreren Heizquellen,
die in der hier dargestellten Ansicht nicht sichtbar im Garraum 3 bzw. Geräteinneren
angeordnet sind. Für die Beheizung des Garraums 3 stellt die Heizeinrichtung 32 verschiedene
Heizquellen zur Verfügung. Möglich ist unter anderem das Beheizen mit einer Umluftheizquelle,
mit Ober- und Unterhitze, im Heißluftbetrieb und/oder mit einer Grillfunktion. Möglich
ist auch, dass der Backofen 200 als ein Kombigerät mit einer Mikrowellenfunktion und/oder
einer Dampfgarfunktion ausgebildet ist.
[0044] Das Gargerät 1 umfasst hier eine Steuereinrichtung 12 zur Steuerung bzw. Regelung
der Behandlungseinrichtung 2 sowie weiterer vorgesehener Gerätefunktionen. Mittels
der Steuereinrichtung 12 wird beispielsweise die Heizleistung der Heizquellen so eingestellt,
dass im Garraum 3 Temperaturen vorliegen, welche im Bereich einer geforderten Solltemperatur
liegen. Über die Steuereinrichtung 12 sind zudem verschiedene Betriebsarten und vorzugsweise
verschiedene Behandlungsprogramme und Automatikfunktionen ausführbar.
[0045] Das Gargerät 1 ist hier über eine Bedieneinrichtung 201 bedienbar. Beispielsweise
kann darüber die Betriebsart, die Betriebstemperatur und/oder ein Behandlungsprogramm
bzw. eine Automatikfunktion ausgewählt und eingestellt werden. Die Bedieneinrichtung
201 umfasst hier eine Anzeigeeinrichtung, über die dem Benutzer Informationen über
den Betriebsablauf und den Garvorgang angezeigt werden. Über die Bedieneinrichtung
201 kann der Benutzer auch Eingaben vornehmen, beispielsweise um Informationen über
das Gargut 300 im Gargerät 1 zu hinterlegen. Die Bedieneinrichtung 201 kann dazu eine
oder mehrere Tasten aufweisen und/oder als eine berührungsempfindliche Oberfläche
bzw. Touchscreen ausgestaltet sein.
[0046] Das Gargerät 1 weist ein Messsystem 6 auf, welches hier stark schematisiert dargestellt
ist. Das Messsystem 6 ist zur berührungslosen Ermittlung einer charakteristischen
Kenngröße für eine Masse des Garguts 300 vorgesehen. Das Messsystem 6 umfasst hier
eine Sendeeinrichtung 16 und eine Empfangseinrichtung 26 sowie eine Auswerteeinrichtung
36. Mit der Sendeeinrichtung 16 wird elektromagnetische Messstrahlung und insbesondere
Radarstrahlung erzeugt und in den Garraum 3 gesendet. Die reflektierte und/oder transmittierte
Messstrahlung wird von der Empfangseinrichtung 26 wieder empfangen. Die Messungen
erfolgen vorzugsweise in Reflexion und/oder Transmission.
[0047] Die Sendeeinrichtung 16 und die Empfangseinrichtung 26 können als ein Eintor-Reflektometer
oder auch als ein Mehrtor-Reflektometer ausgebildet sein. Die Sendeeinrichtung 16
und die Empfangseinrichtung 26 können auch durch einen Radarsensor zur Verfügung gestellt
werden oder einen solchen umfassen. Das Messsystem 6 kann auch als eine Ultrabreitbandradareinrichtung
ausgebildet sein. Dann ist insbesondere ein ultrabreitbandiger Radarsensor vorgesehen.
[0048] Eine große Bandbreite ermöglicht eine hohe Ortsauflösung und einen geringen Mindestmessabstand,
was besonders in kleinen Garräumen 3 von Vorteil ist. Es können auch eine oder mehrere
weitere Antennen 46 zum Senden und/oder Empfangen der Messstrahlung vorgesehen sein.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Messsystem 6 wenigstens einen Richtkoppler
für jeden Kanal und wenigstens zwei Hochfrequenz-Leistungsdetektoren. Zudem können
auch Korrekturglieder, Verstärker und/oder Phasenmesssysteme vorgesehen sein.
[0049] Die unterscheidbaren Frequenzen und/oder Phasen der Messstrahlung können zeitlich
nacheinander ausgesendet werden, z. B. als Frequenzscan. Es ist auch möglich, dass
statt eines Frequenzscans bzw. eines zeitversetzten Aussendens unterscheidbarer Frequenzen
mit einem ultrakurzen Puls gemessen wird. Dadurch kann eine besonders große und vorteilhafte
Frequenzbreite erreicht werden. Dazu werden vorzugsweise für jede Sendeeinrichtung
16 bzw. Antenne 46 der Sendepuls und der verformte reflektierte Puls als Funktion
der Frequenz in Bezug auf Betrag und Phase verglichen und ausgewertet. Das Pulsverfahren
ist z. B. mit sogenannten UWB-Radarsensoren möglich. Möglich ist, dass für eine möglichst
große Bandbreite mit sehr geringer Hochfrequenzleistung außerhalb von ISM Bändern
gemessen wird.
[0050] Zur Bestimmung der Kenngröße für die Masse des im Garraum 3 befindlichen Garguts
300 sendet das Messsystem 6 zeitversetzt oder zeitgleich Messstrahlung mit einer Mehrzahl
von unterscheidbaren Frequenzen in den Garraum 3 aus. Zudem sendet das Messsystem
6 zeitversetzt oder zeitgleich Messstrahlung mit einer Mehrzahl von unterscheidbaren
Phasen aus. Das Messsystem 6 verfügt dazu über wenigstens eine Frequenz-durchstimmbare
Hochfrequenzeinrichtung. Zudem ist das Messsystem 6 zur gezielten Veränderung der
Phasenlage der Messstrahlung geeignet und ausgebildet.
[0051] Im Garraum 3 wechselwirkt die Messstrahlung mit dem Gargut 300 und wird teilweise
transmittiert, absorbiert und reflektiert. Der reflektierte Anteil der Messstrahlung
wird anschließend über die Empfangseinrichtung 26 und/oder weitere Antennen 46 erfasst
und von der Auswerteinrichtung 36 registriert. Die Bestimmung des reflektierten Anteils
der Messstrahlung wird für eine Vielzahl von Phasen- und Frequenzkombinationen durchgeführt.
[0052] Dabei wird von dem Messsystem 6 wenigstens eine charakteristische Welleneigenschaft
der Messstrahlung erfasst, beispielsweise die Amplitude, Frequenz und/oder Phase.
Anhand eines Vergleichs der empfangenen mit der ausgesendeten Messstrahlung wird wenigstens
ein Streuparameter frequenzabhängig erfasst. Der Streuparameter gibt bei einer bestimmten
Frequenz das Verhältnis von empfangender Welle zu gesendeter Welle an. Anhand der
Erfassung von Amplitude und Phase der gesendeten und empfangenen Wellen wird die Streuung
ermittelt. Die Amplitude und die Phasenlage der auslaufenden Wellen unterscheiden
sich von denen der einlaufenden Wellen. Ein Streuparameter enthält daher Amplituden-
und Phaseninformation.
[0053] Die Auswerteeinrichtung 36 berechnet dann anhand des Streuparameters für jede Frequenz
und Phasenkombination wenigstens einen Dissipationsfaktor. Anhand des reflektierten
Anteils bzw. des Streuparameters können auch andere Parameter bestimmt werden, welche
für die im Garraum bzw. vom Gargut absolvierte Messstrahlung charakteristisch sind.
Der Dissipationsfaktor ist besonders vorteilhaft, da dieser eine zuverlässige Auskunft
über das Absorptionsverhalten des Garguts im Garraum gibt und die Absorption wiederum
von der Masse des Garguts abhängt.
[0054] Zur Bestimmung des Gewichts bzw. der Masse des Garguts ist es besonders vorteilhaft,
je Zeitpunkt den minimalen Dissipationsfaktor der erfassten Frequenz und Phasenkombinationen
zu ermitteln. Dazu ist in der Auswerteeinrichtung 36 wenigstens eine Zuordnungsfunktion
hinterlegt, welche die Korrelation zwischen dem minimalen Dissipationsfaktor und der
Masse des Garguts beschreibt. Beispielsweise ist dazu ein Polynom vorgesehen. So kann
der anhand einer Messung ermittelte minimale Dissipationsfaktor einem konkreten Wert
für die Masse des Garguts zugeordnet werden.
[0055] Die ermittelte Kenngröße für die Masse wird der Steuereinrichtung 12 zur Verfügung
gestellt. Die ermittelte Kenngröße wird beispielsweise von der Steuereinrichtung 12
bei der Einstellung der Behandlungseinrichtung 2 und insbesondere der Heizeinrichtung
32 berücksichtigt. Besonders bevorzugt wird wenigstens ein Behandlungsprogramm unter
Berücksichtigung der Masse des Garguts angepasst und/oder dem Benutzer vorgeschlagen.
Beispielsweise wird die Gardauer und/oder die Heizleistung anhand der Masse des eingelegten
Garguts 300 eingestellt.
[0056] Die Kenngröße für die Masse wird vorzugsweise auch dem Benutzer angezeigt. Sie steht
insbesondere dem Benutzer als Parameterempfehlung bzw. als Voreinstellung zur Verfügung.
So kann dieser einen vorgeschlagenen Wert gegebenenfalls korrigieren.
[0057] In der Figur 2 ist ein Gargerät 1 gezeigt, welches als ein Kombigerät 200 mit einer
Backofen-und Mikrowellenfunktion ausgebildet ist. Dazu umfasst die Behandlungseinrichtung
2 neben der Heizeinrichtung 32 auch eine Hochfrequenzeinrichtung 22 zur Erzeugung
von hochfrequenter Behandlungsstrahlung zur dielektrischen Erwärmung des Garguts 300.
Die Hochfrequenzeinrichtung 22 dient hier zudem zur Erzeugung der Messstrahlung. Dadurch
ist für das Messsystem 6 keine eigene Hochfrequenzquelle nötig. Es kann aber auch
eine zusätzliche Hochfrequenzeinrichtung 22 zur Erzeugung der Messstrahlung vorgesehen
sein. Das Gargerät 1 kann auch nur mit einer Mikrowellenfunktion und ohne eine Heizeinrichtung
32 ausgestattet sein. Die Behandlungsstrahlung und die Messstrahlung werden zum Beispiel
in Zyklen mit bestimmten Sendedauern ausgesendet.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- Gargerät
- 2
- Behandlungseinrichtung
- 3
- Garraum
- 6
- Messsystem
- 12
- Steuereinrichtung
- 16
- Sendeeinrichtung
- 22
- Hochfrequenzeinrichtung
- 26
- Empfangseinrichtung
- 32
- Heizeinrichtung
- 36
- Auswerteinrichtung
- 46
- Antenne
- 200
- Backofen, Kombigerät
- 201
- Bedieneinrichtung
- 202
- Tür
- 204
- Gargutträger
- 300
- Gargut
1. Verfahren zum Betreiben eines Gargerätes (1), wobei Gargut mit wenigstens einer Behandlungseinrichtung
(2) in wenigstens einem Garraum (3) behandelt wird und wobei die Behandlungseinrichtung
(2) in Abhängigkeit wenigstens eines Behandlungsprogramms durch wenigstens eine Steuereinrichtung
(12) gesteuert wird und wobei wenigstens eine charakteristische Kenngröße für eine
Masse des Garguts innerhalb des Garraums (3) ermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass hochfrequente Messstrahlung mit einer Mehrzahl von unterscheidbaren Frequenzen und/oder
Phasen in den Garraum (3) ausgesendet und wieder empfangen und ausgewertet wird und
dass anhand wenigstens eines Vergleichs der empfangenen mit der ausgesendeten Messstrahlung
frequenzabhängig und/oder phasenabhängig wenigstens ein Parameter für die im Garraum
(3) absorbierte Messstrahlung bestimmt wird und dass anhand des Parameters die charakteristische
Kenngröße für die Masse des Garguts ermittelt und der Steuereinrichtung (12) zur Verfügung
gestellt wird.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Messstrahlung eine Vielzahl von Frequenz- und Phasenkombinationen umfasst.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein frequenzabhängiger und/oder phasenabhängiger Verlauf des Parameters
ausgewertet wird und dass wenigstens ein Minimum, Maximum oder Mittelwert im Verlauf
des Parameters bestimmt und zur Ermittlung der charakteristischen Kenngröße für die
Masse herangezogen wird.
4. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem Minimum, Maximum oder Mittelwert anhand wenigstens einer Zuordnungsfunktion wenigstens
eine Kenngröße für die Masse zugeordnet wird und dass diese Kenngröße als die zur
ermittelnde Masse des Garguts angenommen wird.
5. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuordnungsfunktion einen empirisch ermittelten Zusammenhang zwischen dem frequenzabhängigen
und/oder phasenabhängigen Verlauf des Parameters und der Kenngröße für die Masse beschreibt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Parameter ein Dissipationsfaktor ist, welcher den Anteil der im Garraum (3) absorbierten
Strahlungsleistung gegenüber der eingesendeten Strahlungsleistung beschreibt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Vergleich der empfangenen mit der ausgesendeten Messstrahlung wenigstens ein
Streuparameter frequenzabhängig und/oder phasenabhängig erfasst wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messstrahlung eine Frequenzbreite umfasst, welche eine Ausbreitung von wenigstens
zehn Moden im unbeladenen Garraum (3) bietet.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messstrahlung mit der Behandlungseinrichtung (2) erzeugt wird, mit welcher auch
eine hochfrequente Behandlungsstrahlung zur Behandlung des Garguts und insbesondere
zur dielektrischen Erwärmung des Garguts ausgesendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während eines Behandlungsprogramms eine Vielzahl von Zyklen mit jeweils wenigstens
einer Messphase und jeweils wenigstens einer Behandlungsphase ausgeführt werden und
dass in der Messphase die Messstrahlung ausgesendet wird und in der Behandlungsphase
eine hochfrequente Behandlungsstrahlung zur Behandlung des Garguts und insbesondere
zur dielektrischen Erwärmung des Garguts ausgesendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Benutzer die ermittelte Kenngröße der Masse angezeigt wird und dass die ermittelte
Kenngröße der Masse wenigstens teilweise durch den Benutzer angepasst wird und dass
die angepasste Kenngröße für eine Anpassung des Behandlungsprogramms berücksichtigt
wird.
12. Gargerät (1) mit wenigstens einer Behandlungseinrichtung (2) zur Behandlung von Gargut
in wenigstens einem Garraum (3) und mit wenigstens einer Steuereinrichtung (12) zur
Steuerung der Behandlungseinrichtung (2) in Abhängigkeit wenigstens eines Behandlungsprogramms,
wobei mit wenigstens einem Messsystem (6) wenigstens eine charakteristische Kenngröße
für eine Masse des Garguts innerhalb des Garraums (3) ermittelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Messsystem (6) dazu geeignet und ausgebildet ist, hochfrequente Messstrahlung
mit einer Mehrzahl von unterscheidbaren Frequenzen und/oder Phasen in den Garraum
(3) auszusenden und wieder zu empfangen und auszuwerten und dass das Messsystem (6)
dazu geeignet und ausgebildet ist, anhand wenigstens eines Vergleichs der empfangenen
mit der ausgesendeten Messstrahlung frequenzabhängig und/oder phasenabhängig wenigstens
einen Parameter für die im Garraum (3) absorbierte Messstrahlung zu bestimmen und
anhand des Parameters die charakteristische Kenngröße für die Masse des Garguts zu
ermitteln und der Steuereinrichtung (12) zur Verfügung zu stellen.