[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer
Leistung an eine Verbraucherimpedanz, welche mindestens einen Umrichter und mindestens
einen Filter aufweist, wobei die Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung dreiphasig
ausgebildet ist und der mindestens eine Filter entweder in einer Sternschaltung oder
einer Dreieckschaltung parallel zu den Leistungsausgängen betrieben wird. Daneben
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer Leistung an eine Verbraucherimpedanz,
welche mindestens einen Umrichter und mindestens einen dreiphasigen Filter aufweist.
Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Computerprogrammprodukt zum Betreiben
eines erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0002] Vorrichtungen zur Abgabe elektrischer Leistung an eine Verbraucherimpedanz, welchen
die elektrische Leistung über einen Umrichter abgeben, weisen in der Regel Filter
auf, um die Leistungsabgabe des Umrichters an die Verbraucherimpedanz anzupassen.
Typische Beispiele solcher Vorrichtungen sind beispielweise Photovoltaikanlagen und
Windenergieanlagen, welche ihre elektrische Leistung an einen Verbraucher oder ein
Verbrauchernetz abgeben. Die Filter der Vorrichtungen ermöglichen nun eine Minimierung
von Leistungsverlusten des Umrichters und werden in der Regel auch zur Unterdrückung
oder Reduzierung der Abgabe von Oberschwingungen an den Verbraucher eingesetzt. Die
korrekte Funktionsweise der Filter ist für die Anpassung der Vorrichtung an die Verbraucherimpedanz
sehr wichtig. Weicht der Filter zu stark von der festgelegten Spezifikation ab, kann
es zu hohen Verlustleistungen der Vorrichtung kommen. Diese können zum vollständigen
Ausfall oder auch zu einer Zerstörung der Anlage aufgrund der mangelnden Funktionsweise
des Filters führen. Insbesondere Vorrichtungen mit großer Leistungsabgabe, beispielsweise
Windenergieanlagen im MW-Bereich, erfordern eine optimale Anbindung an die Verbraucherimpedanzen,
also beispielsweise an ein Netz, um Verlustleistungen und Ausfälle zu minimieren.
Auch die Reduktion von Oberschwingungen (Harmonische), welche die Umrichter aufgrund
der verwendeten Schaltfrequenzen abgeben, ist eine wichtige Funktion der verwendeten
Filter. Diese Oberschwingungen können beim Verbraucher Störungen verursachen und müssen
daher ausreichend über die Filter gedämpft werden. Insbesondere bei Abgabe der elektrischen
Leistung an ein elektrisches Netz sind hier Anforderungen der Stromnetzbetreiber zu
berücksichtigen, welche sowohl eine Impedanzanpassung als auch einen Höchstwert von
harmonischen Oberschwingungen (etwa 1 kHz bis 10 kHz) vorgeben. Die korrekte Funktionsweise
jedes Filters bzw. Filtergruppe ist aber für den Einsatz von Vorrichtungen zur Abgabe
von elektrischer Leistung an eine Verbraucherimpedanz wichtig.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist aus der US-Patentschrift
US 8,898,025 B2 bekannt, die Funktionsweise der vorhandenen Filter durch einen Vergleich von berechneter
und vorbestimmter Blindleistung während des Übergangs vom Vorladen zum Normalbetrieb
der Windenergieanlage zu bestimmen. Hierbei werden Messsensoren verwendet, welche
zur Messung der Ausgangsleistung dienen. Zwar erlaubt das aus dem Stand der Technik
bekannte Verfahren eine Überprüfung der Funktionsweise der Filter bzw. Netzfilter
einer Windenergieanlage, allerdings sind die verwendeten Messwandler für die relativ
hohen Ausgangsleistungen der Windenergieanlage ausgelegt. Die Ausgangsströme sind
aber um einen Faktor von 10 bis 100 größer als Ströme die in den Filtern bzw. Netzfiltern
auftreten. Das bekannte Verfahren erlaubt daher nur eine sehr ungenaue Bestimmung
der Funktionsweise der Filter. Die Messung erlaubt daher keine genauen Rückschlüsse
auf spezifische Probleme einzelner Baugruppen, beispielsweise durch Alterung oder
Verwendung falscher Bauteile bei der Montage. Zudem kann die Überprüfung der Filter
nur beim Startvorgang der Anlage erfolgen, so dass ein Defekt der Filter erst mit
dem nächsten Startvorgang ermittelt werden könnte. Es besteht also die Gefahr, dass
Schäden an der Windenergieanlage aufgrund eines defekten Filters entstehen oder Betriebszeiten
durch ungeplante Reparaturzeiten verringert werden. Problematisch ist dies insbesondere
bei schwer zugänglichen Vorrichtungen, beispielsweise Offshore-Windenergieanlagen.
[0005] Die US-Patentanmeldung
US 2011/0057517 A1 betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung elektrischer Energie, welche eine aktive
Filtereinheit und eine passive Filtereinheit umfasst.
[0006] Aus der Druckschrift der
europäischen Patentanmeldung EP 2 814 150 A2 ist eine entsprechende Vorrichtung mit einem Umrichter bekannt, welche mindestens
einen Filter umfasst und die verwendeten Filterschaltkreise in Bezug auf Schäden oder
Degradation überwacht.
[0007] Aus der
US 2001/0048604 A1 und der
JP 2012 143094 A sind Vorrichtungen mit Umrichtern bekannt, bei welchen Filterströme gemessen werden
und zur Berechnung von Ansteuersignalen der PWM-Steuerung des Umrichters verwendet
werden. Weder die Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer Energie an eine Verbraucherimpedanz
noch eine Überwachung der Funktion der Filter steht im Vordergrund der Dokumente.
[0008] Aus der
europäischen Patentanmeldung EP 0 645 866 A1 ist schließlich ein Verfahren zur Überwachung des Phasenwinkels zwischen Filterstrom
und Filterspannung für jede Phase eines Filters bekannt, um eine optimale Funktion
des Filters im Bereich der Sollfrequenz zu überprüfen. Die Überwachung der Filterströme
bezüglich vorgegebener Sollwerte der Filterströme ist aus dieser europäischen Patentanmeldung
nicht bekannt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zur Abgabe regenerativ
erzeugter elektrischer Leistung sowie ein entsprechendes Verfahren zum Betreiben einer
Vorrichtung zur Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer Leistung zur Verfügung zu
stellen, welche bzw. welches eine verbesserte Überwachung der Funktionsweise der Filter
bzw. Netzfilter bei geringem Aufwand zulässt. Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung
gemäß Patentanspruch 1 sowie einem Verfahren nach Patentanspruch 8 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß sind in der Vorrichtung Mittel zur Bestimmung von mindestens einem
Filterstrom in mindestens einem dreiphasigen Filter vorgesehen, welche derart ausgebildet
sind, dass diese eine Bestimmung des mindestens einen Filterstroms während des Betriebs
der Vorrichtung ermöglichen.
[0011] Anders als im Stand der Technik werden explizit Mittel zur Bestimmung mindestens
eines Filterstroms verwendet. Hierdurch ist es möglich, nicht nur während des Startvorgangs
sondern immer dann, wenn die Filter an Spannung liegen, also beispielsweise während
des Vorladens, im Stillstand oder auch im Normalbetrieb mit Leistungsabgabe, die Filter
zu überwachen. Anhand der bestimmten Filterstromwerte kann während des Betriebs der
Anlage eine ständige Kontrolle der Filter in Bezug auf deren Funktionsweise erfolgen.
Im Gegensatz zu dem aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und der bekannten
Vorrichtung können die Mittel zur Bestimmung der Filterströme auf die Größenordnung
der Filterströme ohne Probleme abgestellt werden, so dass eine höhere Genauigkeit
bei der Ermittlung der Filterströme erzielt wird. Im Ergebnis kann mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung die Funktionsweise der Filter kontinuierlich oder zu bestimmten Zeiten
überwacht werden. Die genauere Filterstrombestimmung ermöglicht zudem frühzeitige
Aussagen in Bezug auf Alterungsprozesses oder Abweichungen der Netzfilter von deren
vordefinierten Spezifikation. Eine Reparatur oder ein Austausch kann daher beispielsweise
bereits geplant werden, bevor es zum Ausfall der Vorrichtung kommt. Beispielsweise
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Filterströme auch, dass bei regelmäßigen
Wartungen der Vorrichtung von der Spezifikation abweichende Bauteile ausgetauscht
werden können, sobald die ermittelten Filterströme Anlass hierzu geben. Einem plötzlichen
Ausfall kann so entgegengewirkt werden.
[0012] Erfindungsgemäß weisen die Mittel zur Bestimmung des mindestens einen Filterstroms
mindestens einen Stromsensor zur Messung des Stroms in mindestens einer Phase des
mindestens einen dreiphasigen Filters auf. Erfindungsgemäße Vorrichtungen zur Abgabe
elektrischer Leistung an ein Verbrauchernetz sind dreiphasig ausgebildet. Die Filter
werden entweder in einer Sternschaltung oder einer Dreieckschaltung parallel zu den
Leistungsausgängen der Vorrichtung betrieben. Wird beispielsweise in lediglich einer
Phase des mindestens einen Filters eine Strommessung unter Verwendung eines Stromsensors
durchgeführt, kann mit minimalem Aufwand bei einer Sternschaltung des Filters nahezu
alle möglichen Fehlerquellen, insbesondere das Abweichen von den Nennwerten der Komponenten
detektiert werden. Werden die Filterströme von zwei Phasen eines Netzfilters z.B.
durch Differenzmessung mittels eines Stromwandlers gemessen, kann auch ein Filter
in Dreieckschaltungstopologie in Bezug auf die Funktion aller Komponenten überwacht
werden. Gleiches gilt selbstverständlich auch bei einer nicht erfindungsgemäßen Messung
aller drei Filterstromphasen.
[0013] Alternativ ist mindestens ein Stromsensor vorgesehen, welcher zur Messung der Differenzströme
zweier Phasen mindestens eines Filters ausgebildet ist, kann mit minimalem Aufwand
eine Filterüberwachung sowohl bei einer Sternschaltung als auch bei einer Dreieckschaltung,
also unabhängig von der Topologie des jeweiligen Filters erfolgen und gleichzeitig
alle möglichen Fehlermöglichkeiten ermittelt werden.
[0014] Bevorzugt werden bei der Filterstrommessung induktive Stromwandler, beispielsweise
mit Eisenkern, Rogowski-Stromwandler oder Stromwandler mit Hall-Sensoren verwendet,
die dem Fachmann hinlänglich bekannt sind. Diese Sensoren zeichnen sich durch einen
geringen Aufwand und eine ausreichende Genauigkeit aus. Denkbar sind aber auch andere
Ausführungen von Stromsensoren, z.B. Shunts.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Vorrichtung ist mindestens eine Filtergruppe
vorgesehen, wobei die Mittel zur Bestimmung der Filterströme zumindest teilweise eine
Bestimmung der Filterströme der einzelnen Filtergruppen ermöglichen, so dass die Funktionsweise
einzelner Filtergruppen überwacht werden kann. Eine Filtergruppe umfasst per Definition
mehrere Filter. Filtergruppen werden beispielsweise dann verwendet, wenn einzelne
Filter auf spezifische Frequenzen, z.B. die Schaltfrequenz oder deren Harmonische,
abgestimmt sind. Ein weiterer Grund kann darin liegen, dass die Leistungsabgabe der
Vorrichtung groß ist, beispielsweise mindestens 1,5 MW oder um einen kostengünstigen
Filteraufbau durch Verwendung von verfügbaren Komponenten und Bauteilen zu gewährleisten.
Eine Mehrzahl an Filtergruppen wird auch bei Leistungsabgaben von mindestens 1,5 MW
verwendet, um kostengünstigere Bauelemente zu verwenden. Auch diese Filtergruppen
können mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung einzeln überwacht werden.
[0016] Weist die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß einer weiteren Ausgestaltung einen Netzanschluss
auf und ist mindestens ein Netzfilter vorgesehen, kann ein sicherer Betrieb der Vorrichtung
an einem elektrischen Netz sichergestellt werden. Die Netzfilterüberwachung während
des Betriebes gewährleistet, dass bei Abweichungen aus dem Normalbetrieb vorab eingegriffen
werden kann. Insbesondere bei Vorrichtung mit einer Leistung oberhalb von 1,5 MW können
Ausfallzeiten durch gezielte Wartungsmaßnahmen, beispielsweise durch frühzeitigen
Austausch eines Kondensators eines Filters, reduziert werden und die Wirtschaftlichkeit
der Vorrichtung gesteigert werden.
[0017] Gemäß einer nächsten Ausgestaltung ist die Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung
eine Windenergieanlage mit einer doppeltgespeisten Asynchronmaschine oder eine Windenergieanlage
mit einer Synchronmaschine. Bei Verwendung einer doppeltgespeisten Asynchronmaschine
wird nur ein Teil der erzeugten elektrischen Leistung über den Umrichter geführt,
während bei Verwendung einer Synchronmaschine die komplette Leistung über den Umrichter
geführt wird. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art Synchronmaschine es sich
handelt, beispielsweise elektrisch erregt oder durch Permanentmagnete erregt. Die
korrekte Funktionsweise der Netzfilter stellt durch die Netzfilterüberwachung eine
hohe Verfügbarkeit der Windenergieanlagen am Netz sicher und beugt möglichen Schäden
an der Windenergieanlage durch Ausfall eines Filters vor. Bei Windenergieanlagen mit
einer doppeltgespeisten Asynchronmaschine können auch bei dem Einsatz verschieden
angeordneter Filtergruppen, welche beispielsweise zwischen Stator und Netz, zwischen
netzseitigem Umrichter und Netz oder zwischen dem Verknüpfungspunkt von Stator und
netzseitigem Umrichter und dem Netz vorgesehen sind, diese auch einzeln überwacht
werden, um so einen optimalen Betrieb der Vorrichtung zu ermöglichen. Denkbar ist
der Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung allerdings auch bei anderen regenerativ
erzeugte elektrische Leistung in ein Netz abgebenden Vorrichtungen mit einem Umrichter,
beispielsweise Photovoltaikanlagen oder Wasserkraftwerke.
[0018] Bevorzugt ist der mindestens eine Filter als Saugkreis, Hochpass-, Tiefpass-, RC-Filter
oder als Filter höherer Ordnung ausgebildet. Durch die Überwachung der verschiedenen
Filtertypen kann die Überwachung des Betriebs der Vorrichtung zur Abgabe elektrischer
Energie, beispielsweise zur Abgabe elektrischer Energie an ein Netz insbesondere auch
auf die Einhaltung der Netzanschlussparameter hin weiter verbessert werden. Beispielsweise
kann bei einem festgestellten Ausfall eines Filters die Vorrichtung mit einer geänderten
Schaltfrequenz betrieben werden, um den Ausfall des Filters zu kompensieren und die
Netzanschlussbedingungen weiterhin einzuhalten.
[0019] Erfindungsgemäß sind Vergleichsmittel vorgesehen, welche unter Verwendung des Soll-
und Istwertes des Filterstroms sowie eines vorgebbaren Fehlerkriteriums ein Fehlerinformationssignal
(S) erzeugen. Der Sollwert wird unter Verwendung der Spannungswerte der drei Phasen
des Filters ermittelt. Unter Berücksichtigung der Messung der Ströme einer Phase,
zweier Phasen oder aller drei Phasen des Filters kann dann ein Istwert berechnet werden.
Anhand der bekannten Nennwerte der Bauelemente des jeweiligen Filters, welche beispielsweise
als Parameter vorgegeben werden können, oder anhand einer initialen Messung der aktuellen
Kennwerte des Filters können basierend auf der Kenntnis der anliegenden Spannungswerte
zu jeder Phase des Filters Referenzwerte für die Filterströme zu jedem Zeitpunkt berechnet
werden. Diese werden der Einfachheit halber als αß- oder αβ0-Komponenten berechnet.
[0020] Bei Messung aller drei Phasen L1, L2 und L3 der Filterströme können gemäß folgender
Gleichung die αβ0-Komponenten berechnet:

und ein direkter Vergleich der Soll- und Ist-Werte der αβ0-Komponenten der Filterströme
durchgeführt werden.
[0021] Bei Messung von nur zwei Phasen L1 und L2 der Filterströmen ergeben sich unter der
Annahme dass keine 0-Komponente vorhanden ist die αß-Komponenten der Filterströme
aus folgender Gleichung:

[0022] Die αβ -Komponenten spannen ein orthogonales Koordinatensystem auf, von dem der zeitabhängige
komplexe Raumzeiger
uF abgeleitet werden kann. Berücksichtigt man jetzt lediglich die Impedanz für eine
bestimmte Frequenz, beispielsweise die Grundschwingung können Referenzwerte für die
Filterstromkomponente in dem αβ - Koordinatensystem ermittelt werden.
[0023] Aber auch wenn lediglich nur eine Phase der Filterströme gemessen wird, kann ein
entsprechendes Fehlerkriterium ermittelt werden. Bei bekannter Impedanz kann durch
die gemessenen Spannungswerte
uF auch abhängig von der jeweiligen gemessenen Stromphase ein Referenzwert, beispielsweise
iF,ref,L1 ermittelt werden und mit dem tatsächlich gemessenen Wert für den Filterstrom beispielsweise
in der Phase L1
iF,L1 verglichen werden. Bevorzugt kann beispielsweise ein zeitlicher Mittelwert der Differenz
des Referenzfilterstroms der Phase L1 und des gemessenen Filterstroms der Phase L1
gebildet werden.
[0024] Der Vergleich des Referenzwertes (Sollwert) für den Strom einer Filterphase
iF,ref,L1 mit dem tatsächlichen gemessenen Wert des Filterstroms bzw. der Mittelwert der Differenz
beider Werte wird bevorzugt im mit Netzfrequenz drehenden αβ - Koordinatensystem durchgeführt.
Dies kann bei rein kapazitiven Filtern oder induktiven Filtern dazu genutzt werden,
den Vergleich zwischen Referenzwert und tatsächlichem Wert des Filterstroms nur in
einer Komponente des αβ - Koordinatensystem, beispielsweise der α-Komponente bei rein
kapazitiven Filtern, durchzuführen. Dies führt zu einer weiteren Vereinfachung der
Vorrichtung und des anzuwendenden Verfahrens.
[0025] Als Fehlerkriterium kann beispielsweise ein relativer Wert der Abweichung des gemessenen
Stroms von dem Referenzstrom in p.u. angegeben werden. Beispielsweise kann das Fehlerkriterium
dann erfüllt sein, wenn die Differenz zwischen Referenzstrom und ermitteltem Istwert
des Filterstroms mehr als 10 bis 15 % des Referenzstromes beträgt. Ist das Fehlerkriterium
erfüllt, wird ein entsprechendes Fehlerinformationssignal erzeugt. Es ist denkbar,
verschiedene Fehlerkriterien zu formulieren, um beispielsweise die Alterung der Bauteile,
die bestimmungsgemäße Funktion der Bauteile oder den Einsatz falscher Bauteile erkennen
zu können. Die Fehlerkriterien können dann von einer Regelung ausgewertet werden um
entsprechende Aktionen einzuleiten.
[0026] Es gibt selbstverständlich auch andere Wege ein Fehlerinformationssignal bei einphasiger
Strommessung zu bestimmen. Beispielsweise kann dies durch einen direkten Vergleich
der α- und β-Komponenten des Referenzstroms und des gemessenen Stroms beispielsweise
der Phase L1 des Filters durchgeführt werden. Hierzu können Messgrößen, beispielsweise
ein Produkt der αβ-Komponenten der Spannung
uF und der αβ-Komponenten des gemessenen Filterstroms
iF gebildet und ausgewertet werden. Von hochfrequenten Schwingungsanteilen durch Filtern
befreit, kann über das Produkt ein direkter Wert für die Differenz zwischen Referenzfilterstrom
und gemessenem Filterstrom angegeben werden.
[0027] Schließlich kann die Vorrichtung gemäß einer weiteren Ausgestaltung dadurch vorteilhaft
ausgestaltet werden, dass Mittel zur Betriebsänderung der Vorrichtung, Mittel zur
Abschaltung mindestens eines Filters oder einer Filtergruppe oder Mittel zur Änderung
der Schaltfrequenz abhängig vom Fehlerinformationssignal vorgesehen sind. Es besteht
dann die Möglichkeit, die Vorrichtung beispielsweise auch bei einem Defekt eines Filters
in einem sicheren Zustand weiter zu betreiben, bis eine Reparatur möglich ist. Dadurch
kann eine im Vergleich zu einer Abschaltung der Anlage erhöhte Leistung in das Netz
eingespeist werden, wodurch die Versorgungssicherheit sowie der Energieertrag der
Anlage gesteigert werden können. Die Mittel zur Abschaltung mindestens eines Filters
können beispielsweise Schütze sein, mittels derer die Filter vom übrigen Dreiphasensystem
getrennt werden können.
[0028] Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die aufgezeigte Aufgabe
durch ein Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung zur Abgabe regenerativ erzeugter
elektrischer Leistung dadurch gelöst, dass während des Betriebs der Vorrichtung zur
Abgabe elektrischer Leistung mindestens ein Filterstrom in dem mindestens einen Filter
ermittelt und der mindestens eine Filter abhängig vom ermittelten Filterstrom überwacht
wird.
[0029] Wie bereits zuvor ausgeführt, zeichnet sich die vorliegenden Erfindung dadurch aus,
dass anders als im bisher bekannten Stand der Technik, eine im Betrieb stattfindende
Überwachung der Filter auf Funktion erfolgt, so dass auch schleichende Veränderungen,
beispielsweise Alterung von Bauelementen über die Filterstrommessung erfasst werden
können. Überwachung des Filters bedeutet hier eine kontinuierliche oder diskontinuierliche
Ermittlung der Filterströme am Filter. Hierdurch besteht die Möglichkeit, Komponenten
der Filter bereits vor deren Ausfall auszutauschen. Prinzipiell kann eine Filterstromüberwachung
auch den Einsatz von Sicherungsüberwachungen ersetzen. Hierbei handelt es sich um
zusätzliche Hardware, welche auf die Sicherung montiert wird und ein elektrisches
Signal liefert, sobald die Sicherung ausgelöst hat. Mit Hilfe der Filterstromüberwachung
ist es aber möglich, das Ansprechen einer Sicherung über den veränderten Stromfluss
im Filter zu detektieren und somit ein entsprechendes Fehlerinformationssignal zu
erzeugen. Dadurch kann sowohl die Hardware als auch der Verdrahtungsaufwand für die
Sicherungsüberwachung eingespart werden. Weiterhin ist es denkbar, komplett auf die
Filtersicherungen zu verzichten, wenn Mittel zur Abschaltung der Filter vorhanden
sind, welche aufgrund eines Fehlerinformationssignals der Filterstromüberwachung angesteuert
werden können und somit eine schnelle Trennung der defekten Filter ermöglichen.
[0030] Vorzugsweise werden gemäß einer ersten Ausgestaltung des Verfahrens unter Verwendung
mindestens eines Stromsensors der Filterstrom in mindestens einer Phase des mindestens
einen Filters oder ein Differenzstrom zweier Phasen des mindestens einen Filters gemessen.
Diese direkte Messung des Filterstroms kann beispielsweise über induktive Stromwandler,
Rogowski-Stromwandler oder über Stromwandler mit Hall-Sensoren erfolgen. Zudem kann
eine Differenzstrommessung einfach durch einen gegenläufigen Verlauf der beiden Phasen
im Stromwandler erreicht werden.
[0031] Bevorzugt erzeugen gemäß einer zweiten Ausgestaltung des Verfahrens Vergleichsmittel
unter Verwendung des mindestens einen Filterstroms mindestens einer Phase mindestens
eines Filters oder mindestens eines Differenzfilterstroms zweier Phasen mindestens
eines Filters und der gemessenen Spannungswerte an dem mindestens einen Filter sowie
eines vorgebbaren Fehlerkriteriums ein Fehlerinformationssignal. Bei dem Fehlerkriterium
kann es sich, wie bereits dargestellt, im einfachsten Fall lediglich um die Abweichung
des ermittelten Filterstroms von einem Referenzstrom vorzugsweise im αβ-System handeln.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit zeitliche Mittelwerte oder grundschwingungsfreie
Komponenten unter Verwendung des ermittelten Filterstroms zu berechnen. Hierdurch
kann eine Stellgröße ermittelt werden, welche direkt proportional zur Abweichung des
Filterstroms vom Referenzfilterstrom ist.
[0032] Die Überwachung von mehrstufig, beispielsweise in Filtergruppen aufgeteilte Filter
kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens auf einfache Weise dadurch
erfolgen, dass der Filterstrom in mindestens einer Phase oder der Differenzstrom zweier
Phasen einer Mehrzahl an Filtergruppen gemessen wird und zumindest teilweise die einzelnen
Filtergruppen abhängig von den ermittelten Filterströmen oder Differenzfilterströmen
überwacht werden. Es ist dann möglich, einzelne Filtergruppen als fehlerhaft zu identifizieren,
um beispielsweise ein Abschalten der Filtergruppe durchzuführen.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens ist es vorteilhaft, das Fehlerinformationssignal
aus einem Vergleich zwischen Soll- und Istwert mindestens eines Filterstroms, beispielsweise
den αβ-Komponenten oder aus einem Vergleich des Soll- und Istwerts mindestens einer
unter Verwendung des ermittelten Filterstroms berechneten Größe sowie mindestens eines
vorgebbaren Fehlerkriteriums zu berechnen. Beispielsweise steht hierfür ein zeitlicher
Mittelwert der Differenz zwischen Soll- und Istwert der gemessenen Filterstromphase
zur Verfügung. Andererseits kann als berechnete Größe beispielsweise auch das Produkt
der αβ-Komponenten der Filterspannung und des gemessenen Filterstroms herangezogen
werden und mit dem Produkt des Referenzstroms verglichen werden.
[0034] Vorzugsweise wird das mindestens eine vorgebbare Fehlerkriterium in Abhängigkeit
der zu überwachenden Eigenschaft des mindestens einen Filters gewählt. Die zu überwachende
Eigenschaft des Filters kann beispielsweise der Aufbau, die Alterung der Bauteile
oder ein Defekt sein. Eine Überwachung in Bezug auf den Aufbau des mindestens einen
Filters und somit auf die Verwendung der richtigen Bauteile bei der Montage kann beispielsweise
durch Vergleich des Filterkriteriums bei der Endprüfung der Vorrichtung zur Abgabe
elektrischer Leistung beim Hersteller erfolgen. Weichen die Filterströme zu stark
von den berechneten Werten ab, kann auf einen fehlerhaften Aufbau des Filters geschlossen
werden. Alterung des Filters kündigt sich in der Regel durch Änderung der Kennwerte
der verwendeten Bauteile an, so dass auch hier eine Differenz zwischen Referenzströmen
und gemessenen Filterströmen messbar wird, welche möglicherweise anwächst. Selbstverständlich
kann auch ein Defekt einer Komponente eines Filters durch die Filterstrommessung ermittelt
werden.
[0035] Besonders bevorzugt wird die Ermittlung des mindestens einen Filterstroms oder des
mindestens einen Differenzfilterstroms für vordefinierte Frequenzen, insbesondere
für die Grundschwingung oder eine Harmonische durchgeführt. Insbesondere das Verhalten
des Umrichters für die Grundschwingung ist wichtig für die Leistungsabgabe an einen
Verbraucher und somit an einen effizienten Betrieb der Vorrichtung. Die Messung der
Filterströme im Bereich der harmonischen Frequenzen ermöglicht eine Überprüfung des
Dämpfungsverhaltens des Filters bezüglich der Einkopplung der Harmonischen der Schaltfrequenzen
des Umrichters in das Verbrauchernetz. Denkbar sind selbstverständlich auch andere
Frequenzen, beispielsweise Oberschwingungen der Schaltfrequenz, allerdings sind die
Grundschwingung und die erste Harmonische die wesentlichen Frequenzen, in welchen
Filterströme relevant sind.
[0036] Zudem kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens abhängig
von dem Fehlerinformationssignal der Betrieb der Vorrichtung geändert werden, mindestens
ein Filter abgeschaltet und/oder die Schaltfrequenz des Umrichters geändert wird.
Eine Änderung des Betriebs der Vorrichtung beispielsweise bei Vorliegen eines Filterdefekts
kann in der Anpassung der abgegebenen Leistung münden. Dies macht beispielsweise dann
Sinn, wenn zwei baugleiche Filter für die gleiche Frequenz vorgesehen sind, um somit
die Filterleistung zu erhöhen. Ist einer dieser Filter defekt, muss die abgegebene
Leistung der Anlage angepasst werden, um den verbleibenden funktionsfähigen Filter
nicht zu überlasten. Darüber hinaus ist es auch vorteilhaft bei Auftreten eines Fehlers
lediglich den entsprechenden Filter oder die entsprechende Filtergruppe abzuschalten,
um ebenfalls eine Überlastung des Filters beispielsweise in Folge eines defekten Bauteils
zu vermeiden. Gleichzeitig kann es auch notwendig sein, bei einem Filterdefekt neben
der Anpassung der abgegebenen Leistung die Schaltfrequenz des Umrichters zu ändern,
um die vorgegebenen Netzanschlussbedingungen weiterhin einzuhalten. Sind etwa zwei
Filter für die einfache und die doppelte Schaltfrequenz vorgesehen und der Filter
für die einfache Schaltfrequenz ist defekt, würden die schaltfrequenten Oberschwingungen
ungehindert in das Netz abgegeben. Erfolgt nun eine Anhebung auf die doppelte Schaltfrequenz,
so können diese Oberschwingungen durch den noch funktionsfähigen Filter gedämpft werden.
[0037] Schließlich wird die oben aufgezeigte Aufgabe durch ein Computerprogrammprodukt gelöst,
dessen Ausführung die Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben
einer Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung ermöglicht und die Überwachung
des mindestens einen Filters durch Auswertung des Fehlerinformationssignals des mindestens
eines Filters erfolgt. Wie bereits zuvor ausgeführt, kann durch das Computerprogrammprodukt
eine Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung in Bezug auf den Ausfall einzelner
Netzfilter oder Netzfiltergruppen mit höherer Sicherheit betrieben werden. Die aktive
Überwachung der Filter entsprechender Vorrichtungen führt zu einer weiteren Optimierung
der Leistungsabgabe, der Laufzeiten und der Betriebssicherheit der Vorrichtungen.
Bevorzugt wird über die Auswertung des Fehlerinformationssignals eine Diagnose des
Fehlers in Bezug auf die Verwendung falscher Komponenten beim Einbau, Alterung der
Bauteile oder Defekt der Filter durchgeführt und optional auf einem User-Interface
angezeigt.
[0038] Im Weiteren soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt in
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung mit einer
doppeltgespeisten Asynchronmaschine in einer schematischen Schaltskizze,
- Fig. 2
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung
mit einer Synchronmaschine,
- Fig. 3 bis 5
- Schaltskizzen von Ausführungsbeispielen unterschiedlicher Filtertopologien,
- Fig. 6
- ein Ablaufdiagramm für Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Filterüberwachung,
- Fig. 7
- ein Ausführungsbeispiel mit einem Stromwandler zur Bestimmung einer Filterstromphase
eines Filters in Sternschaltung,
- Fig.8
- eine Schaltskizze eines Ausführungsbeispiels mit einem Stromsensor zur Messung der
Differenzströme von zwei Phasen eines Filters in Dreieckschaltung,
- Fig. 9
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens bei Messung nur einer Filterstromphase,
- Fig. 10
- ein Raumzeigerdiagramm im αß-Koordinatensystem und
- Fig. 11
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines weiteren Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0039] Fig. 1 und 2 zeigen zwei Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen zur Abgabe elektrischer
Leistung, wie sie üblicherweise bei Windenergieanlagen verwendet werden. Die Vorrichtung
in Fig. 1 umfasst einen Generator 1, dessen Stator 2 unmittelbar mit einem elektrischen
Netz 3, welches beispielsweise die Verbraucherimpedanz darstellt, verbunden ist. Der
Rotor 4 des Generators 1 ist über einen maschinenseitigen Umrichter 5, einen Gleichspannungszwischenkreis
10 und einen netzseitigen Umrichter 6 an das elektrische Netz 3 angeschlossen. Der
Generator ist als Asynchronmaschine ausgebildet und stellt eine doppeltgespeiste Asynchronmaschine
dar, wie sie häufig für Windenergieanlagen verwendet wird. Die beiden Umrichter 5
und 6 können mit unterschiedlichen Schaltfrequenzen betrieben werden, weshalb es vorteilhaft
sein kann, separate Filter 7 und 8 zu verwenden. Möglich ist es aber auch, nur einen
Filter bzw. eine Filtergruppe 9 zu verwenden. Die dargestellten Filter 7, 8, 9 sind
somit alle als optional zu betrachten und werden in der Praxis dem Verwendungszweck
nach ausgewählt.
[0040] In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind diese als Filtergruppen 7, 8 und 9 dargestellt,
da diese jeweils in Bezug auf die einzelnen zu dämpfenden Systeme konfiguriert sind.
So muss der Statorfilter 7 die Auswirkung des Stators 2 auf das Netz 3 dämpfen. Der
Filter 8 muss dagegen die Auswirkung des Umrichters 6 auf das Netz anpassen. Der Filter
9 soll wiederum das Gesamtsystem bestehend aus dem netzseitigen Umrichter und dem
Stator und dessen Rückwirkung auf das Netz 3 dämpfen. In dem Ausführungsbeispiel aus
Fig. 1 sind unmittelbar mehrere Filter vorhanden, diese sind jedoch je nach Anwendungsfall
auszuwählen und somit als optional anzusehen. Der Generator 1 in Fig. 1 in Form einer
Asynchronmaschine kann beispielsweise mit einem Rotor eines Windrades gekoppelt werden,
um so die mechanische Energie des Windes in elektrische Energie umzuwandeln.
[0041] In jedem Filter 7, 8 und 9 sind in dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 jeweils Mittel
7', 8' und 9' vorgesehen, mit welchen die Filterströme in den jeweiligen Filtern 7,
8 und 9 ermittelt werden können.
[0042] Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem
Generator 1', dessen Stator 2 über einen maschinenseitigen Umrichter 11, einen Gleichspannungszwischenkreis
13 und einen netzseitigen Umrichter 12 an das Netz 3 angeschlossen ist. Der Generator
1'kann beispielsweise einen permanent erregten Rotor aufweisen, so dass im Gegensatz
zu der Konfiguration in Fig. 1 die gesamte Leistungsabgabe über den Umrichter 12 an
das Netz 3 erfolgt. Der Netzfilter 14 soll dabei die Auswirkung des Umrichters 12
auf das Netz anpassen. Der Filter 14 muss insofern auch für die Abgabe hoher Leistungen
ausgebildet sein und kann beispielsweise zur Erhöhung der Filterleistung aus mehreren
baugleichen Filtern für die gleiche Frequenz, hier nicht dargestellt, aufgebaut sein.
Diese Filter können auch zu einzelnen Filtergruppen zusammengefasst werden. Zusätzlich
kann ein Filter 14a vorgesehen sein, um die Rückwirkungen des Umrichters 11 auf den
Generator 1' und umgekehrt zu dämpfen. Auch dieser Filter enthält Mittel zur Bestimmung
mindestens eines Filterstroms 14a'.
[0043] Grundsätzlich kann eine Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung aber anstelle
des Generators 1 oder 1' auch andere Mittel zur Bereitstellung elektrischer Energie
aufweisen, beispielsweise eine Photovoltaikanlage, welche einen Gleichstrom bereitstellt,
welcher über Umrichter 6, 12 in ein elektrisches Netz abgegeben wird.
[0044] Erfindungsgemäß sind in den Vorrichtungen gemäß Fig. 1 und Fig. 2 Mittel zur Bestimmung
von mindestens einem Filterstrom 7', 8', 9' oder 14' vorgesehen, welche derart ausgebildet
sind, dass diese eine Bestimmung des mindestens einen Filterstroms des mindestens
einen Filters 7, 8, 9 oder 14 während des Betriebs der Vorrichtung ermöglichen. In
mindestens einem der verwendeten Filter 7, 8, 9 oder 14 können bevorzugt Mittel zur
direkten Messung von Filterströmen vorgesehen sein. Die ermittelten oder direkt gemessenen
Filterströme dienen zur Überwachung der einzelnen Filter und gewährleisten, dass die
korrekte Funktion der Filter im Betrieb der Vorrichtung bekannt ist. Mit den in Fig.
1 und Fig. 2 dargestellten Vorrichtungen zur Abgabe elektrischer Leistung ist es damit
möglich, anhand der Filterstrombestimmung während des Betriebs die Funktionsweise
der Filter zu überwachen und bei Alterung, fehlerhaftem Aufbau oder Defekt unmittelbar
eingreifen zu können.
[0045] Die Mittel 7', 8', 9', 14' oder 14a' weisen optional Mittel zum Abschalten des Filters
bzw. Trennen des Filters auf, um diesen beispielsweise im Falle eines Defekts von
der Vorrichtung trennen zu können.
[0046] Den spezifischen Aufbau von typischerweise eingesetzten Filtertopologien zeigen die
Schaltskizzen in Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 5. In Fig. 3 ist ein sogenannter Saugkreis
in Dreiecksschaltung dargestellt. Die drei Filterphasen L1, L2, L3 enthalten jeweils
eine Induktivität 15, einen Widerstand 16 sowie eine Kapazität 17. Die Verbindung
der drei Phasen L1, L2 und L3 des Saugkreises aus Fig. 3 erfolgt jeweils über eine
Kapazität 17, so dass eine Dreieckschaltung entsteht. Bei dem als Saugkreis in Sternschaltung
dargestellten Ausführungsbeispiels eines Filters in Fig. 4 werden die drei Filterphasen
L1, L2, L3 an einem zentralen Punkt 18 miteinander verbunden. Der Sternpunkt 18 kann
auch auf Nullpotential liegen. Die einzelnen Phasen enthalten wiederum eine Induktivität
15, einen Widerstand 16 und eine Kapazität 17.
[0047] Fig. 5 zeigt in sternförmiger Schaltung einen RC-Filter, welcher lediglich aus einem
Widerstand 16 und einer Kapazität 17 pro Phase gebildet wird. Auch hier sind die Filterphasen
L1, L2 und L3 am Sternpunkt 18 zusammengeführt.
[0048] Die in den Fig. 3 bis Fig. 5 dargestellten Filtertopologien stellen jedoch nur einen
kleinen Ausschnitt aus den möglichen Filtertypen dar. So können die Filter als Hochpass-,
Tiefpass-, Saugkreise oder RC-Filter oder aber auch als Filter höherer Ordnung ausgelegt
werden. Unabhängig von deren Auslegung weisen alle Filter jedoch Anschlüsse für alle
drei Phasen L1, L2 und L3 auf, welche zur Messung von Filterströmen geeignet sind.
Darüber hinaus sind üblicherweise alle Filter symmetrisch in Bezug auf die einzelnen
Phasen L1, L2 und L3 ausgelegt.
[0049] Fig. 6 ist nun ein Ablaufdiagramm für Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Verfahrens bei einphasiger, zweiphasiger oder dreiphasiger Strommessung dargestellt.
[0050] Bei dem Ausführungsbeispiel mit einphasiger Strommessung wird mindestens ein Filterstrom
bestimmt, beispielsweise der Filterstrom i
F,L1 der Phase L1. Die Spannungswerte am Filter u
F der Phasen L1, L2 und L3 stehen zur Verfügung, da wie aus den Fig. 1 und Fig. 2 erkennbar
ist, diese der Netzspannung entsprechen und eine Messung dieser Spannung ohnehin für
die Regelung des Umrichters benötigt wird.
[0051] Aus den Spannungswerten für die Phasen L1, L2 und L3 werden in Schritt 20 über eine
αβ0-Transformation die Komponenten in dem αβ0-System der Spannung ermittelt. Hierzu
wird folgende Gleichung verwendet:

[0052] Ein Filter 22 bestimmt dann die Werte der αβ0-Komponenten der Spannung aber auch
des gemessenen Filterstroms i
F,L1 für eine vordefinierte Frequenz, beispielsweise der Grundschwingung oder der ersten
Harmonischen der Schaltfrequenz.
[0053] Unter Berücksichtigung der festen Winkelbeziehung zwischen den Phasen L1, L2 und
L3 im αβ0-System wird unter Berücksichtigung beispielsweise von Δϕ aus den gemessenen
Spannungswerten ein Referenzfilterstromwert i
F,ref,L1 für die Phase L1 berechnet. Der jeweils zu berücksichtigende Phasenwinkel Δϕ hängt
wie folgt von der jeweils gemessenen Phase für den Filterstrom oder den Differenzfilterstrom
ab:
[0054] Der Referenzstrom i
F,ref,L1 wird beispielsweise anhand der Kennwerte für die verwendeten Bauelemente, also der
bekannten Induktivitäten, Widerstände und Kapazitäten im αβ0-berechnet.
[0055] Wird beispielsweise ein Saugkreis in Sternschaltung, wie er in Fig. 7 dargestellt
ist, als Filter verwendet und wird über einen Stromsensor 30, beispielsweise in Form
eines induktiven Stromwandlers die Phase L1 gemessen, so ergibt sich beispielsweise
bei der Berücksichtigung der Grundschwingung
ω im mit Netzfrequenz drehenden αβ Koordinatensystem die αβ-Komponenten der Filterspannung
u
F wie folgt aus:

durch Multiplikation mit
e-jωt zu

[0056] Die Berechnung der beiden αβ-Komponenten des Referenzstroms i
F,ref berechnet sich dann aus

mit:

[0057] Damit erhält man die beiden Komponenten für den Referenzwert des Filterstroms, welche
lediglich abhängig von den bekannten Referenzwerten für die Impedanz und den jeweiligen
gemessenen Filterspannungen ist:

[0058] Um den einphasigen Referenzstrom i
F,ref,L1 zu erhalten, muss der Zeiger noch auf die Achse des tatsächlich gemessenen Stroms
mit dem durch die Ausführungsform der Messung gegebenen Winkel Δϕ aus Tabelle 1 projiziert
werden. Dies wird durch folgende Gleichung erhalten:

In Fig. 10 sind die zugehörigen Raumzeiger dargestellt, aus welcher sich die Projektionen
bei Verwendung der einzelnen Phasen L1, L2 oder L3 insbesondere auch bei Berücksichtigung
von Differenzstrommessungen ergeben und entspricht daher einer Darstellung der Differenzwinkel
aus Tabelle 1 im mit Netzfrequenz drehenden αβ-Koordinatensystem.
[0059] Es kann gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, wie in Fig. 8 dargestellt, unter
Verwendung eines Stromsensors 31 auch eine Filterstromdifferenz, beispielsweise eine
Filterstromdifferenz zwischen den Phasen L1 und L2 gemessen werden. In diesem Fall
ist für die Berechnung des Referenzstromes ein anderer Differenzwinkel Δϕ heranzuziehen.
Wie man der Tabelle entnehmen kann, ist dann ein Winkel von - π/6 zu verwenden.
[0060] In dem in Fig. 6 dargestellten Vergleichsmittel 25 kann dann beispielsweise die Differenz
zwischen gemessenem Phasenstrom i
F,L1, dem Istwert 28, im Filter mit dem Referenzfilterstrom i
F,ref,L1 der Phase L1, also dem Sollwert 27, ermittelt werden. Bevorzugt wird hier ein zeitlicher
Mittelwert der Differenz gebildet, um mögliche Messunsicherheiten und Messschwankungen,
d.h. Messfehler zu minimieren. Der Mittelwert der Differenz ergibt sich aus

Der zeitliche Mittelwert des Sollwertes ergibt sich aus

[0061] Über die Vergleichsmittel 25 kann dann mittels eines Fehlerkriteriums, ein Fehlerinformationssignal
S erzeugt werden, wenn folgende Gleichung erfüllt ist:
limitF,rel ist das Fehlerkriterium und ein vorbestimmter Wert, der beispielsweise für die Überwachung
eines Filterdefekts zwischen 10 % und 15 % beträgt und die Breite der erlaubten Abweichungen
relativ zum Referenzfilterstrom vorgibt. Dieser Wert kann frei gewählt werden. Das
Fehlerinformationssignal S kann dann weiter ausgewertet werden. Je nach zu überwachender
Eigenschaft des Filters, also z.B. Aufbau, Alterung oder Defekt, können verschiedene
Fehlerkriterien gewählt werden, deren Werte an den entsprechenden Anwendungsfall angepasst
sind.
[0062] In Fig. 6 sind darüber hinaus noch zwei weitere Ausführungsformen dargestellt, bei
welchen zwei Phasen, beispielsweise die Phasen L1 und L2 oder auch alle drei Phasen
L1, L2, L3 unter Verwendung von Stromsensoren gemessen werden.
[0063] Bei der Messung von zwei Stromphasen L1 und L2 können diese über folgende Transformation
21 in ein αß-System transformiert werden:

[0064] Bei der Messung aller drei Filterstromphasen ergibt sich die Transformation 20 der
Filterströme in das αβ0-System aus Gleichung (1).

[0065] Nach einem Filter 22 auf die zu betrachtende Frequenz können im αβ0- oder αβ-Koordinatensystem
die Komponenten gemäß Schritt 23' oder 23"der Referenzfilterströme berechnet und mit
den αβ-Komponenten oder αβ0-Komponenten der gemessenen Filterströme zur Bestimmung
eines Fehlerkriteriums verglichen werden.
[0066] Fig. 7 und Fig. 8 zeigen Ausführungsbeispiele von Filterstrommessungen bzw. Differenzfilterstrommessungen.
In Fig. 7 ist an der Phase L1 ein Stromsensor 30, beispielsweise ein Rogowski-Stromwandler
oder ein Stromwandler mit einem Hall-Sensor angeordnet, welcher den durch den Stromfluss
erzeugten magnetischen Fluss zur Bestimmung des Stromflusses misst. Diese Stromwandler
30 zeigen eine gute Genauigkeit und ein robustes Messverhalten und können in ihrem
Messbereich genau an die Filterströme angepasst werden, so dass eine optimale Messwertauflösung
erzielt werden kann. Wie in Fig. 8 zu erkennen ist, kann mit einem einzigen Stromsensor
31 auch direkt ein Differenzstrom durch gegenläufige Anordnung der Phasen L1 und L2
in dem Stromsensor 31 gemessen werden.
[0067] Durch die Messung der Filterströme auch in nur einer Phase des Filters ist es möglich
Impedanzänderung des Filters frühzeitig zu erkennen. Die Tabelle 2 zeigt die unterschiedlichen
Fehlerarten, welche bei einphasiger, zweiphasiger oder dreiphasiger Messung der Filterströme
detektiert werden können.
[0068] Wie zu erkennen ist, kann selbst mit einer einphasigen Filterstrommessung, also mit
besonders geringem Messaufwand, bei einer Sternschaltung der Filter sowohl ein Zuleitungsbruch
als auch das Abweichen vom Nennwert einer Komponente des Filters detektiert werden.
Bei einem Filter in Dreiecksschaltung muss hierzu die Messung eines Differenzphasenstroms
Δi erfolgen. In der Tabelle 2 bedeuten n/a = nicht zutreffend, x = Erkennung ist möglich,
--- = Erkennung ist nicht möglich, I = einphasige Strommessung, Δi = Differenzstrommessung
zweier Phasen
Tabelle 2
| Messung |
3-phasig |
2-phasig |
1-phasig |
| Fehlerart |
Stern |
Stern-N |
Dreieck |
Stern |
Stern-N |
Dreieck |
Stern |
Stern-N |
Dreieck |
| N offen |
n/a |
x |
n/a |
n/a |
--- |
n/a |
n/a |
--- |
n/a |
| Zuleitung unterbrochen |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
| Abweichung vom Komponentennennwert |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
i |
i |
Δi |
[0069] Die Überwachung der Filterströme ist insbesondere vorteilhaft bei Vorrichtungen zur
Abgabe elektrischer Leistungen, welche nur schwer zugänglich sind, beispielsweise
Offshore-Anlagen, da die Filterüberwachung elektronisch erfolgt und auch Alterungsprozesse,
besonders wichtig bei Kondensatoren, im Vorfeld erkennt. Darüber hinaus ergeben sich
insbesondere Vorteile dadurch, dass der Weiterbetrieb der Anlagen durch Abschalten
einzelner Filtergruppen unter Verwendung entsprechender Mittel zur Trennung der Filtergruppen
ermöglicht wird.
[0070] Anhand von Fig. 9 soll ein weiteres Ausführungsbeispiel angegeben werden, bei welchem
ein direkter Vergleich zwischen den αβ-Komponenten des in einer Phase gemessenen Filterstroms
I
F,L1 durchgeführt wird.
[0071] Hierzu wird zunächst in Schritt 32 der in der Phase L1 gemessene Filterstrom unter
Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Spannungswerte 33 und 34 U
f,alpha und u
f,beta im αβ0-Koordinatensystem die Komponenten des gemessenen Filterstroms i
F im mit Netzfrequenz rotierenden αβ-System in Schritt 35 berechnet. Anschließend erfolgt
eine Differenzbildung der jeweiligen αβ-Komponenten 36, 37 der gemessenen Filterströme
im Schritt 36', 37' mit den Referenzwerten des Filterstroms der αβ-Komponenten 38,
39. Von dem die Differenzwerte 40, 41 im αβ-Koordinatensystem aufweisenden Differenzvektor
wird gemäß Schritt 42 der Betrag gebildet und einem Vergleichsschritt 44 zugeführt.
Im Vergleichsschritt 44 wird der Betrag des Differenzvektors im αß-System mit dem
Betrag des Filterstroms Referenzvektors I
F,ref,αβ verglichen und beispielsweise ein Quotient gebildet und mit einem Fehlerkriterium
in p.u. verglichen. Hieraus kann dann ein Fehlerinformationssignal S erzeugt werden.
[0072] Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in Fig. 11 dargestellt, welches eine Vereinfachung
des Ausführungsbeispiels aus Fig. 9 darstellt. Unter der Annahme, dass die Spannungskomponente
in der β-Achse und die Filterstromkomponente in der α-Achse liegt, kann das erfindungsgemäße
Verfahren insofern vereinfacht werden, als dass eine Differenzbildung nur in einer
der αβ -Komponenten 36, 37 durchgeführt werden muss. Dies ist beispielsweise für ein
kapazitives Filter mit hinreichender Genauigkeit der Fall.
[0073] Analog zur Fig. 9 werden in Fig. 11 zunächst in Schritt 35 aus dem in der Phase L1
gemessenen Filterstrom 32 unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Spannungswerte
U
F,alpha, 33 und U
F,beta, 34 im αβ0-Koordinatensystem die Komponenten des gemessenen Filterstroms I
F,α, 36 und I
F,β, 37 im mit Netzfrequenz rotierenden αß-Koordinatensystem berechnet. Anschließend
erfolgt eine Differenzbildung nur der α-Komponente 36 mit dem Referenzwert der α-Komponente
des Filterstroms 39 zum Differenzwert 40. Im Schritt 42 wird aus der α-Komponente
40 und der β-Komponente 37 der Betragsvektor gebildet. Dieser Wert kann dann im Vergleichsschritt
44 mit einem vorgebbaren Fehlerkriterium verglichen werden. Dieses kann beispielsweise
unter Berücksichtigung des Sollwertes der α-Komponente des Filterstroms 39 gebildet
werden. Aus dem Vergleich kann dann ein Fehlerinformationssignal S erzeugt werden
und beispielsweise eine Änderung des Betriebszustands der Vorrichtung zur Abgabe elektrischer
Energie bewirken. Analog zur α-Komponente 36 ist auch denkbar die entsprechende β-Komponente
37 für den Vergleich mit der Referenzgröße zu verwenden, sofern die Voraussetzung,
dass die Komponente des Filterstroms in dieser Achse liegt, gegeben ist.
1. Vorrichtung zur Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer Leistung an eine Verbraucherimpedanz
(3), welche mindestens einen Umrichter (5, 6, 11, 12) und mindestens einen Filter
(7, 8, 9, 14) aufweist, wobei die Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung dreiphasig
ausgebildet ist und der mindestens eine Filter entweder in einer Sternschaltung oder
einer Dreieckschaltung parallel zu Leistungsausgängen der Vorrichtung betrieben wird,
wobei Mittel (7', 8',9',14') zur Bestimmung von mindestens einem Filterstrom des mindestens
einen dreiphasigen Filters (7, 8, 9, 14) vorgesehen sind, welche derart ausgebildet
sind, dass diese eine Bestimmung des mindestens einen Filterstroms während des Betriebs
der Vorrichtung ermöglichen, wobei Vergleichsmittel (25) vorgesehen sind, welche unter
Verwendung eines Sollwertes (27) und Istwertes (28) des Filterstroms sowie eines vorgebbaren
Fehlerkriteriums ein Fehlerinformationssignal (S) erzeugen, wobei unter Verwendung
von Spannungswerten der drei Phasen des Filters der Sollwert (27) des Filterstroms
ermittelt wird, wobei als Mittel (7', 8',9',14') zur Bestimmung des mindestens einen
Filterstroms des mindestens einen dreiphasigen Filters (7, 8, 9, 14) lediglich ein
Stromsensor (30) zur Messung des Stroms in lediglich einer Phase des mindestens einen
dreiphasigen Filters (7, 8, 9, 14) oder mindestens ein Stromsensor (31) zur Messung
des Stroms in lediglich zwei Phasen des mindestens einen dreiphasigen Filters (7,
8, 9, 14) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Stromsensor (31) vorgesehen ist, welcher zur Messung des Differenzfilterstroms
zweier Phasen des mindestens einen dreiphasigen Filters (7, 8, 9, 14) ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Filtergruppe(7, 8, 9) vorgesehen ist und die Mittel (7', 8',9') zur
Bestimmung des mindestens einen Filterstroms zumindest teilweise zur Bestimmung der
Filterströme oder Differenzfilterströme der einzelnen Filtergruppen (7, 8, 9) ausgebildet
sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung einen Netzanschluss (3) aufweist
und mindestens ein Netzfilter (9, 14) vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung eine Windenergieanlage mit einer
doppeltgespeisten Asynchronmaschine oder eine Windenergieanlage mit einer Synchronmaschine
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der mindestens eine Filter als Saugkreis, Hochpass-, Tiefpass-, RC-Filter oder als
Filter höherer Ordnung ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
Mittel zur Betriebsänderung der Vorrichtung, Mittel zur Abschaltung mindestens eines
Filters oder einer Filtergruppe oder Mittel zur Änderung der Schaltfrequenz des Umrichters
abhängig vom Fehlerinformationssignal vorgesehen sind.
8. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung zur Abgabe regenerativ erzeugter elektrischer
Leistung an eine Verbraucherimpedanz, nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die
Vorrichtung mindestens einen Umrichter und mindestens einen dreiphasigen Filter aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Betriebs der Vorrichtung zur Abgabe elektrischer Leistung mindestens ein
Filterstrom in dem mindestens einen Filter ermittelt und der mindestens eine Filter
abhängig vom ermittelten Filterstrom überwacht wird, wobei Vergleichsmittel vorgesehen
sind, welche unter Verwendung des Sollwertes und Istwertes des Filterstroms sowie
eines vorgebbaren Fehlerkriteriums ein Fehlerinformationssignal erzeugen, wobei unter
Verwendung der Spannungswerte der drei Phasen des Filters der Sollwert des Filterstroms
ermittelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
unter Verwendung mindestens eines Stromsensors der Filterstrom in mindestens einer
Phase des mindestens einen dreiphasigen Filters oder ein Differenzfilterstrom zweier
Phasen des mindestens einen dreiphasigen Filters gemessen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
Vergleichsmittel unter Verwendung des mindestens einen Filterstroms mindestens einer
Phase des mindestens einen dreiphasigen Filters oder mindestens eines Differenzfilterstroms
zweier Phasen mindestens eines dreiphasigen Filters und der gemessenen Spannungswerte
an dem mindestens einen dreiphasigen Filter sowie eines vorgebbaren Fehlerkriteriums
ein Fehlerinformationssignal erzeugen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Filterstrom jeweils in mindestens einer Phase oder jeweils der Differenzfilterstrom
zweier Phasen mindestens einer Filtergruppe gemessen wird und zumindest teilweise
die einzelnen Filtergruppen abhängig von den ermittelten Filterströmen oder Differenzfilterströmen
überwacht werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fehlerinformationssignal aus einem Vergleich zwischen Soll- und Istwert mindestens
eines Filterstroms oder aus einem Vergleich des Soll- und Istwerts mindestens einer
unter Verwendung des ermittelten Filterstroms berechneten Größe sowie mindestens eines
vorgebbaren Fehlerkriteriums berechnet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das mindestens eine vorgebbare Fehlerkriterium in Abhängigkeit der zu überwachenden
Eigenschaft des mindestens einen Filters gewählt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ermittlung des mindestens einen Filterstroms oder des mindestens einen Differenzfilterstroms
für vordefinierte Frequenzen, insbesondere für die Grundschwingung oder eine Harmonische,
durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
abhängig von dem Fehlerinformationssignal der Betrieb der Vorrichtung geändert wird,
mindestens ein Filter abgeschaltet und/oder die Schaltfrequenz des Umrichters geändert
wird.
16. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bewirken, dass die Vorrichtung nach
einem der Ansprüche 1 bis 7 die Verfahrensschritte nach einem der Ansprüche 8 bis
15 ausführt.
1. An apparatus for delivering regeneratively produced electrical power to a load impedance
(3), having at least one converter (5, 6, 11, 12) and at least one filter (7, 8, 9,
14), wherein the apparatus for delivering electrical power is of three-phase design
and the at least one filter is operated either in a star circuit or a delta circuit
parallel to power outputs of the apparatus,
wherein
means (7', 8',9',14') for determining at least one filter current of the at least
one three-phase filter (7, 8, 9, 14) are provided, which are designed to enable a
determination of the at least one filter current during operation of the apparatus,
wherein comparison means (25) are provided, which generate an error information signal
(S) using a desired value (27) and actual value (28) of the filter current and a predefinable
error criterion, wherein the desired value (27) of the filter current is determined
using voltage values of the three phases of the filter, wherein only a current sensor
(30) for measuring the current in only one phase of the at least on three-phase filter
(7, 8, 9, 14) or at least one current sensor (31) for measuring the current in only
two phases of the at least one three-phase filter (7, 8, 9, 14) are provided as means
(7', 8', 9', 14') for determining the at least one filter current of the at least
one three-phase filter (7, 8, 9, 14).
2. The apparatus according to Claim 1,
characterised in that
at least one current sensor (31) is provided, which is designed to measure the differential
filter current of two phases of the at least one three-phase filter (7, 8, 9,14).
3. The apparatus according to Claims 1 or 2,
characterised in that
at least one filter group (7, 8, 9) is provided and the means (7', 8', 9') for determining
the at least one filter current are at least partially designed to determine the filter
currents or differential filter currents of the individual filter groups (7, 8, 9).
4. The apparatus according to any one of Claims 1 to 3,
characterised in that
the apparatus for delivering electrical power has a mains connection (3) and at least
one mains filter (9, 14) is provided.
5. The apparatus according to any one of Claims 1 to 4,
characterised in that
the apparatus for delivering electrical power is a wind turbine with a double-fed
asynchronous generator or a wind turbine with a synchronous generator.
6. The apparatus according to any one of Claims 1 to 5,
characterised in that
the at least one filter is designed as an absorption circuit, high-pass, low-pass
or RC filter or as a higher-order filter.
7. The apparatus according to Claims 1 to 6,
characterised in that
means for changing the operation of the apparatus, means for deactivating at least
one filter or a filter group, or means for changing the switching frequency dependent
on the error information signal, are provided.
8. A method for operating an apparatus for delivering regeneratively produced electrical
power to a load impedance, according to any one of Claims 1 to 7, wherein the apparatus
has at least one converter and at least one three-phase filter,
characterised in that
during operation of the apparatus for delivering electrical power, at least one filter
current is determined in the least one filter and the at least one filter is monitored
dependent on the determined filter current, wherein comparison means are provided,
which generate an error information signal using the desired value and actual value
of the filter current and a predefinable error criterion, wherein the desired value
of the filter current is determined using the voltage values of the three phases of
the filter.
9. The method according to Claim 8,
characterised in that
the filter current in at least one phase of the at least one three-phase filter or
a differential filter current of two phases of the at least one three-phase filter
is measured using at least one current sensor.
10. The method according to Claim 8 or 9,
characterised in that
comparison means generate an error information signal using the at least one filter
current of at least one phase of at least one three-phase filter or at least one differential
filter current of two phases of at least one three-phase filter and the measured voltage
values at the at least one three-phase filter as well as a predefinable error criterion.
11. The method according to any one of Claims 8 to 10,
characterised in that
in each case the filter current in at least one phase or in each case the differential
filter current of two phases of at least one filter group is measured and at least
to some extent the individual filter groups are monitored dependent on the determined
filter currents or differential filter currents.
12. The method according to any one of Claims 8 to 11,
characterised in that
the error information signal is calculated from a comparison between the desired and
actual values of at least one filter current or from a comparison of the desired and
actual values of at least one variable, which is calculated using the determined filter
current, as well as at least one predefinable error criterion.
13. The method according to any one of Claims 8 to 12,
characterised in that
the at least one predefinable error criterion is selected dependent on the characteristic
to be monitored of the least one filter.
14. The method according to any one of Claims 8 to 13,
characterised in that
the determination of the at least one filter current or of the at least one differential
filter current is carried out for predefined frequencies, in particular for the fundamental
oscillation or a harmonic.
15. The method according to any one of Claims 8 to 14,
characterised in that
dependent on the error information signal, the operation of the apparatus is changed,
at least one filter is deactivated, and/or the switching frequency of the converter
is changed.
16. A computer program product comprising instructions which cause an apparatus according
to any one of Claims 1 to 7 to carry out the method steps according to any one of
claims 8 to 15.
1. Dispositif pour fournir de l'énergie électrique produite à partir de sources renouvelables
à une impédance de consommateur (3), lequel dispositif comporte au moins un convertisseur
(5, 6, 11, 12) et au moins un filtre (7, 8, 9, 14), le dispositif pour fournir de
l'énergie électrique étant de conception triphasée et l'au moins un filtre fonctionnant
soit dans un circuit en étoile, soit dans un circuit en triangle, en parallèle avec
les sorties de puissance du dispositif,
dans lequel
des moyens (7', 8', 9', 14') pour déterminer au moins un courant de filtre de l'au
moins un filtre triphasé (7, 8, 9, 14) sont prévus, lesquels moyens sont conçus de
telle sorte qu'ils permettent de déterminer l'au moins un courant de filtre pendant
le fonctionnement du dispositif, des moyens de comparaison (25) étant prévus qui génèrent
un signal d'information d'erreur (S) en utilisant une valeur de consigne (27) et une
valeur réelle (28) du courant de filtre ainsi qu'un critère d'erreur prédéterminable,
la valeur de consigne (27) du courant de filtre étant déterminée en utilisant des
valeurs de tension des trois phases du filtre, un seul capteur de courant (30) pour
mesurer le courant dans seulement une phase de l'au moins un filtre triphasé (7, 8,
9, 14) ou au moins un capteur de courant (31) pour mesurer le courant dans seulement
deux phases de l'au moins un filtre triphasé (7, 8, 9, 14) étant prévu comme moyen
(7', 8', 9', 14') pour déterminer l'au moins un courant de filtre de l'au moins un
filtre triphasé (7, 8, 9, 14).
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
il est prévu au moins un capteur de courant (31) qui est conçu pour mesurer le courant
de filtre différentiel de deux phases de l'au moins un filtre triphasé (7, 8, 9, 14).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'
au moins un groupe de filtres (7, 8, 9) est prévu et les moyens (7', 8', 9') pour
déterminer l'au moins un courant de filtre sont au moins partiellement conçus pour
déterminer les courants de filtre ou les courants de filtre différentiels des groupes
de filtres individuels (7, 8, 9).
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le dispositif pour fournir de l'énergie électrique présente une connexion réseau (3)
et au moins un filtre réseau (9, 14) est prévu.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le dispositif pour fournir de l'énergie électrique est une éolienne avec une machine
asynchrone à double alimentation ou une éolienne avec une machine synchrone.
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'au moins un filtre est conçu comme un circuit résonant série, un filtre passe-haut,
un filtre passe-bas, un filtre RC ou un filtre d'ordre supérieur.
7. Dispositif selon les revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
des moyens pour modifier le fonctionnement du dispositif, des moyens pour désactiver
au moins un filtre ou un groupe de filtres ou des moyens pour modifier la fréquence
de commutation du convertisseur en fonction du signal d'information d'erreur sont
prévus.
8. Un procédé pour le fonctionnement d'un dispositif pour fournir de l'énergie électrique
produite à partir de sources renouvelables à une impédance de consommateur, selon
l'une des revendications 1 à 7, dans lequel le dispositif comporte au moins un convertisseur
et au moins un filtre triphasé,
caractérisé en ce que
pendant le fonctionnement du dispositif pour fournir de l'énergie électrique, au moins
un courant de filtre est déterminé dans l'au moins un filtre et l'au moins un filtre
est surveillé en fonction du courant de filtre déterminé, des moyens de comparaison
étant prévus qui génèrent un signal d'information d'erreur en utilisant la valeur
de consigne et la valeur réelle du courant de filtre ainsi qu'un critère d'erreur
prédéterminable, la valeur de consigne du courant de filtre étant déterminée en utilisant
les valeurs de tension des trois phases du filtre.
9. Procédé selon la revendication 8,
caractérisé en ce qu'
en utilisant au moins un capteur de courant, le courant de filtre dans au moins une
phase de l'au moins un filtre triphasé ou un courant de filtre différentiel de deux
phases de l'au moins un filtre triphasé est mesuré.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que
les moyens de comparaison génèrent un signal d'information d'erreur en utilisant l'au
moins un courant de filtre d'au moins une phase de l'au moins un filtre triphasé ou
au moins un courant de filtre différentiel de deux phases d'au moins un filtre triphasé
et les valeurs de tension mesurées à l'au moins un filtre triphasé ainsi qu'un critère
d'erreur prédéterminable.
11. Procédé selon l'une des revendications 8 à 10,
caractérisé en ce que
dans chaque cas le courant de filtre dans au moins une phase ou dans chaque cas le
courant de filtre différentiel de deux phases d'au moins un groupe de filtres est
mesuré, et les groupes de filtres individuels sont au moins partiellement surveillés
en fonction des courants de filtre ou des courants de filtre différentiels déterminés.
12. Procédé selon l'une des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que
le signal d'information d'erreur est calculé à partir d'une comparaison entre la valeur
de consigne et la valeur réelle d'au moins un courant de filtre ou à partir d'une
comparaison entre la valeur de consigne et la valeur réelle d'au moins une variable
calculée en utilisant le courant de filtre déterminé ainsi qu'au moins un critère
d'erreur prédéterminable.
13. Procédé selon l'une des revendications 8 à 12,
caractérisé en ce que
l' au moins un critère d'erreur prédéterminable est sélectionné en fonction de la
propriété à surveiller de l'au moins un filtre.
14. Procédé selon l'une des revendications 8 à 13,
caractérisé en ce que
la détermination de l'au moins un courant de filtre ou de l'au moins un courant de
filtre différentiel est effectuée pour des fréquences prédéfinies, en particulier
pour la fondamentale ou une harmonique.
15. Procédé selon l'une des revendications 8 à 14,
caractérisé en ce qu'
en fonction du signal d'information d'erreur, le fonctionnement du dispositif est
modifié, au moins un filtre est désactivé et/ou la fréquence de commutation du convertisseur
est modifiée.
16. Produit de programme informatique comprenant des instructions qui ont pour effet que
le dispositif selon l'une des revendications 1 à 7 réalise les étapes du procédé selon
l'une des revendications 8 à 15.