[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel, das wenigstens
ein erstes Pappelement, wenigstens ein zweites Pappelement und wenigstens eine Verbindungsklammer
aufweist, wobei ein erster Hauptbereich des ersten Pappelementes und ein zweiter Hauptbereich
des zweiten Pappelementes aneinander angeordnet sind und das erste und zweite Pappelement
an einer Kante, an welcher der erste und der zweite Hauptbereich aufeinandertreffen,
in eine gleiche Richtung umgeknickt sind, sodass ein erster umgeknickter Bereich des
ersten Pappelementes und ein zweiter umgeknickter Bereich des zweiten Pappelementes
parallel und dicht anliegend zueinander verlaufen, wobei der erste und der zweite
umgeknickte Bereich jeweils parallel nebeneinander verlaufende, begrenzte Längen aufweisende
und zu einem Ende hin offene erste und zweite Schlitze aufweisen, wobei die Verbindungsklammer
wenigstens einen in Richtung des ersten und zweiten Schlitzes offenen, eine begrenzte
Länge aufweisenden dritten Schlitz aufweist, mit dem die Verbindungsklammer in die
Schlitze quer zu dem ersten und zweiten umgeknickten Bereich eingesteckt ist, wobei
der erste, zweite und dritte Schlitz alle im gleichen Winkel, aber nicht 90° zu der
Kante verlaufen.
[0002] Ein Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel der genannten Art wird insbesondere bevorzugt
für Messen oder in Museen bei temporären Ausstellungen verwendet. Für diese Zwecke
ist es vorteilhaft, ein einfach auf- und abzubauendes Möbel bereitzustellen, welches
ein geringes Gewicht bei gleichzeitig relativ guter mechanischer Stabilität aufweist.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn das für temporäre Ausstellungen verwendete Möbel
vollständig oder teilweise recyclebar ist, also aus wiederverwertbaren Materialien
besteht. Das aufzubauende Möbel kann beispielsweise eine Wand, ein Podest oder eine
Stele sein. Für einen Betrachter soll dabei das Material, aus dem das Möbel besteht,
nicht sichtbar sein, Querschnitte von Elementen des Möbels sollen also nicht sichtbar
sein. Außerdem können sichtbare Flächen des Möbels bedruckbar, kaschierbar oder auch
folierbar sein, wodurch einerseits ein Erscheinungsbild des Möbels optisch sehr hochwertig
gestaltet werden kann und andererseits auch informative Texte oder Grafiken auf dem
Möbel dargestellt werden können. Um brandsicher zu sein, kann das Papp-, Karton und/oder
Papiermöbel oder dessen Bestandteile beispielsweise derart imprägniert sein, dass
es der DIN 4102-B1 entspricht.
[0003] Ein Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel der genannten Gattung kann aus mehreren Elementen
aufgebaut sein. Die Elemente können dabei verschiedene Bereiche aufweisen, das erste
Pappelement beispielsweise einen ersten Hauptbereich und wenigstens einen ersten umgeknickten
Bereich. Der erste Hauptbereich ist dabei flächenmäßig größer ausgebildet als der
erste umgeknickte Bereich, eine Haupterstreckungsebene des ersten Pappelementes stimmt
also mit einer Haupterstreckungsebene des ersten Hauptbereiches überein. Dies gilt
jeweils für das zweite Pappelement, den zweiten Hauptbereich und den zweiten umgeknickten
Bereich analog. Der erste und zweite Hauptbereich weist bei dem Papp-, Karton- und/oder
Papiermöbel diejenigen Flächen auf, die für einen Betrachter sichtbar sind, also insbesondere
die Flächen, welche bedruckt, kaschiert oder foliert werden.
[0004] Das erste und das zweite Pappelement sind dabei derart angeordnet, dass sie an einer
Kante aufeinander treffen. Der erste und zweite Hauptbereich können dabei sowohl parallel
als auch in einem beliebigen anderen Winkel zueinander verlaufen. Dadurch sind unterschiedliche
Aufbauten des Möbels denkbar. Beispielsweise können die Hauptbereiche parallel angeordnet
sein, sodass sich eine langgezogene, plane Wand, beispielsweise für Präsentationszwecke,
ergibt. Andererseits können die Hauptbereiche in stumpfen oder spitzen Winkeln aufeinandertreffen,
um beispielsweise eine gezackte Präsentationswand oder eine prismatische Stele zu
bilden.
[0005] An der Kante, an der die Hauptbereiche aufeinandertreffen, sind das erste und zweite
Pappelement in eine gleiche Richtung umgeknickt, sodass sich an der Kante an den ersten
Hauptbereich der erste umgeknickte Bereich und an den zweiten Hauptbereich der zweite
umgeknickte Bereich anschließen. Der erste und zweite umgeknickte Bereich liegen dabei
aneinander an und verlaufen parallel zueinander. Es ist dabei besonders vorteilhaft,
wenn die umgeknickten Bereiche in eine Richtung umgeknickt sind, welche für einen
Betrachter nicht sichtbar ist. Im Fall eines Podests oder einer Stele weisen die umgeknickten
Bereiche also nach innen, im Fall einer Präsentationswand zu einer vom Betrachter
abgewandten Seite.
[0006] Der erste und zweite umgeknickte Bereich weisen einen ersten und zweiten Schlitz
auf, welche durch eine definierte Länge und Breite gekennzeichnet sind und welche
zu einem Ende des umgeknickten Bereiches hin offen verlaufen. Der erste und zweite
Schlitz sind dabei parallel und direkt nebeneinander angeordnet, sodass eine Verbindungsklammer
gleichzeitig sowohl in den ersten als auch den zweiten Schlitz eingesteckt werden
kann. Die Breite des ersten und zweiten Schlitzes kann dabei einer Wandstärke der
Verbindungsklammer entsprechen, sodass die Verbindungsklammer in dem ersten und zweiten
Schlitz eingeklemmt werden kann. Die Breite des ersten und zweiten Schlitzes kann
aber auch größer als die Wandstärke der Verbindungsklammer sein, sodass die Verbindungsklammer
eine gewisse Beweglichkeit im ersten und zweiten Schlitz aufweist und im Wesentlichen
durch Formschluss gehalten wird.
[0007] Die Verbindungsklammer weist dabei einen dritten Schlitz auf, der dem ersten und
zweiten Schlitz gegenüber liegt und zu dem ersten und zweiten Schlitz hin offen verläuft.
In den dritten Schlitz ist dabei das erste und zweite Pappelement eingesteckt, konkret
der erste und zweite umgeknickte Bereich. Demzufolge weist der dritte Schlitz wenigstens
eine Breite auf, welche der Summe der Wandstärken des ersten und zweiten Pappelementes
entspricht, sodass ebenfalls wenigstens ein Formschluss und möglicherweise auch ein
Kraftschluss vorliegen kann. Somit wird die Verbindungsklammer von dem ersten und
zweiten Schlitz umgriffen, während das erste und zweite Pappelement an den parallel
verlaufenden umgeknickten Bereichen von dem dritten Schlitz umgriffen wird. Die Schlitze
des ersten und zweiten Pappelementes und der Schlitz der Verbindungsklammer stehen
sich also in günstiger Weise gegenüber. Durch das gegenseitige Umgreifen der Verbindungsklammer
und des ersten und zweiten umgeknickten Bereiches wird eine hohe mechanische Stabilität
des Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels erreicht.
[0008] Ein Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels der eingangs genannten Art ist beispielsweise
aus der Druckschrift
DE 19 24 252 A bekannt. In dieser ist ein Möbelstück aus zwei Pappteilen gezeigt, deren Flächen
sich in beliebigem Winkel treffen. Längs der Scheitellinie dieses Winkels sind die
Pappteile in gleicher Richtung geknickt. Die abgeknickten Enden weisen deckungsgleich
angeordnete Schlitze auf, deren Breite der Dicke einer Seitenplatte entsprechen. In
die Schlitze der abgeknickten Enden ist die Seitenplatte eingesteckt, wobei die Schlitze
senkrecht zu der Scheitellinie stehen, an welcher sich die Pappteile treffen. Somit
steht die Seitenplatte sowohl zu den abgeknickten Enden als auch zu den Flächen der
Pappteile senkrecht.
[0009] In der Druckschrift
DE 92 06 621 U1 ist ein Regalsystem zur Aufnahme von Ton-, Bild- und Schriftträgern offenbart, welches
im Wesentlichen aus Wellpappe hergestellt und durch Steckverbindungen verbunden ist.
Das Regalsystem ist unter anderem aus einer aus Wellpappe ausgebildeten flächigen
Außenform hergestellt, welche zu einer Säule mit rechteckigem Querschnitt zusammengefaltet
wird. Die Außenform weist zwei Falzabschnitte auf, welche nach dem Zusammenfalten
der Außenform ins Innere der Säule ragen. Entlang der Falzlinien ist jeweils ein Einschnitt
vorgesehen, welcher sich beginnend von einer Seitenkante der Außenform erstreckt und
eine begrenzte Länge aufweist. Diese Einschnitte dienen der Aufnahme eines Steckaufsatzes,
welcher der Fixierung der Außenform in ihrer gefalteten Form dient. Der Steckaufsatz
ist klammerartig ausgebildet, wobei dieser mittig einen Schlitz aufweist. Nach Anbringen
des Steckaufsatzes werden die Falzabschnitte an die Rückwand gedrückt, sodass eine
Innenform in die gefaltete Außenform eingesteckt werden kann.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel
bereitzustellen, welches sich bei einfacher Herstellbarkeit durch eine besonders hohe
Stabilität auszeichnet und welches wiederverwendbar und/oder wiederverwertbar ist.
[0011] Die Aufgabe wird bei einem Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel, das wenigstens ein
erstes Pappelement, wenigstens ein zweites Pappelement und wenigstens eine Verbindungsklammer
aufweist, wobei ein erster Hauptbereich des ersten Pappelementes und ein zweiter Hauptbereich
des zweiten Pappelementes aneinander angeordnet sind und das erste und zweite Pappelement
an einer Kante, an welcher der erste und der zweite Hauptbereich aufeinandertreffen,
in eine gleiche Richtung umgeknickt sind, sodass ein erster umgeknickter Bereich des
ersten Pappelementes und ein zweiter umgeknickter Bereich des zweiten Pappelementes
parallel und dicht anliegend zueinander verlaufen, wobei der erste und der zweite
umgeknickte Bereich jeweils parallel nebeneinander verlaufende, begrenzte Längen aufweisende
und zu einem Ende hin offene erste und zweite Schlitze aufweisen, wobei die Verbindungsklammer
wenigstens einen in Richtung des ersten und zweiten Schlitzes offenen, eine begrenzte
Länge aufweisenden dritten Schlitz aufweist, mit dem die Verbindungsklammer in die
Schlitze quer zu dem ersten und zweiten umgeknickten Bereich eingesteckt ist, wobei
der erste, zweite und dritte Schlitz alle im gleichen Winkel, aber nicht 90° zu der
Kante verlaufen, dadurch gelöst, dass das erste Pappelement zwischen dem ersten Hauptbereich
und dem ersten umgeknickten Bereich wenigstens eine parallel zu der Kante verlaufende
erste Gehrung und/oder das zweite Pappelement zwischen dem zweiten Hauptbereich und
dem zweiten umgeknickten Bereich wenigstens eine parallel zu der Kante verlaufende
zweite Gehrung aufweist.
[0012] Erfindungsgemäß ist also vorgesehen, dass der in einem umgeknickten Bereich eines
Pappelementes vorgesehene erste oder zweite Schlitz so verläuft, dass er eben nicht
senkrecht zu der Kante und den Hauptbereichen steht, wie in der Druckschrift
DE 19 24 252 A gezeigt. Dadurch ergibt sich nach der vorliegenden Erfindung im Vergleich zum Stand
der Technik eine wesentlich günstigere Krafteinleitung der Verbindungsklammer in den
ersten und zweiten umgeknickten Bereich. Bei einer großen Länge der umgeknickten Bereiche,
beispielsweise von mehr als 1,5 m, kann es dazu kommen, dass die umgeknickten Bereiche
nicht über den gesamten Längenbereich dicht aneinander liegen, etwa durch Einflüsse
wie Luftfeuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Durch die Verbindungsklammer kann
erreicht werden, dass die umgeknickten Bereiche in einem um die Verbindungsklammer
umliegenden Bereich zusammen, dicht aneinander gehalten werden. Dabei wirkt die zusammenhaltende
Kraft im Wesentlichen parallel zu der Orientierung der Schlitze. Bei einer senkrechten
Anordnung der Schlitze zu der Kante und somit auch senkrecht zu einer Längserstreckung
der umgeknickten Bereiche, wie in der Druckschrift
DE 19 24 252 A, wird also nur ein kleiner Bereich um die Verbindungsklammer durch diese zusammengehalten.
Durch die Anordnung der Schlitze in einem von 90° zu der Kante verschiedenen Winkel
können durch die Verbindungsklammer also vorteilhaft größere Bereiche der umgeknickten
Bereiche als im Stand der Technik dicht aneinander liegend zusammen gehalten werden.
[0013] Bei dem erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel weist das erste Pappelement
zwischen dem ersten Hauptbereich und dem ersten umgeknickten Bereich wenigstens eine
parallel zu der Kante verlaufende erste Gehrung und/oder das zweite Pappelement zwischen
dem zweiten Hauptbereich und dem zweiten umgeknickten Bereich wenigstens eine parallel
zu der Kante verlaufende zweite Gehrung auf. Durch die Gehrung wird eine Abknickung
des umgeknickten Bereiches von dem Hauptbereich bei zahlreichen Werkstoffen erst ermöglicht.
Außerdem ist so bereits vor einem Aufbau der einzelnen Pappelemente festgelegt, wie
groß der Winkel zwischen umgeknickten Bereich und Hauptbereich sein soll, sodass ein
fehlerhafter Aufbau vermieden werden kann. In einer weiteren günstigen Alternative
sind zwischen dem ersten Hauptbereich und dem ersten umgeknickten Bereich zwei erste
Gehrungen spiegelbildlich zueinander angeordnet, sodass sich in einer Seitenansicht
eine V-förmige Vertiefung bildet. Ebenso können an dem zweiten Pappelement in günstiger
Weise zwei zweite Gehrungen V-förmig angeordnet sein.
[0014] In einer günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Papp-, Karton und/oder Papiermöbels
verlaufen der erste, zweite und dritte Schlitz parallel zu der Kante. Somit wird über
einen größtmöglichen Bereich der umgeknickten Bereiche die zusammenhaltende Kraft
der Verbindungsklammer in die umgeknickten Bereiche eingeleitet, wodurch das resultierende
Möbel besonders stabil ist. Weiterhin bewirkt die parallele Ausrichtung der Schlitze
zu der Kante, an der sich die Pappelemente treffen, dass die zu einem Ende hin offenen
ersten und zweiten Schlitze bei einem Zusammenfügen wenigstens des ersten und zweiten
Pappelementes stets von ober- und/oder unterhalb der ersten und zweiten Pappelemente
zugänglich sind.
[0015] Ohne weiteres ist es möglich, auch weitere erste und zweite Pappelemente zu einem
Pappmöbel zusammenzufügen, wobei die ersten und zweiten Schlitze stets, auch bei einem
radial geschlossenen Aufbau der Pappelemente, beispielsweise bei einem Prisma, von
oben und unten zugänglich sind, was nach dem bekannten Stand der Technik nicht möglich
war. Die Verbindungsklammer ist nach dieser Ausführungsform also stets von einer Außenseite
in die ersten und zweiten Schlitze einsteckbar und/oder herausziehbar. Somit ist sowohl
ein wesentlich vereinfachter Aufbau als auch ein einfacher Abbau des Möbels möglich.
[0016] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papp-, Karton-
und/oder Papiermöbels ist die Verbindungsklammer so breit ausgebildet, dass sie mit
Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes in berührendem Kontakt steht. Dies
ist insbesondere einfach realisierbar, wenn der erste und zweite Hauptbereich derart
aufeinandertreffen, dass die Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes, also
die zu den umgeknickten Bereichen weisenden Flächen der Pappelemente, in einem Winkel
kleiner als 180° aufeinandertreffen. Dadurch kann eine ebene ausgebildete Verbindungsklammer
sowohl die Innenfläche des ersten als auch die Innenfläche des zweiten Pappelementes
berühren. Da die Verbindungsklammer durch den dritten Schlitz an seiner Position bezüglich
des ersten und zweiten Pappelementes fixiert ist, wirkt der berührende Kontakt mit
den Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes als ein stützendes und ein Winkel
zwischen dem ersten und zweiten Hauptbereich festlegendes Element, steigert also die
Stabilität des Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder
Papiermöbels sind Seitenkanten der Verbindungsklammer in Anpassung an Innenflächen
des ersten und zweiten Pappelementes angefast, sodass die Verbindungsklammer an ihrer
dem Schlitz gegenüber liegenden Seite einen trapezförmigen Querschnitt aufweist. Die
Verbindungsklammer ist dadurch den Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes
folgend, also dicht an diese anliegend, ausgebildet, wodurch eine verbesserte mechanische
Stabilität des Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels gewährleistet wird im Vergleich
zu der Verwendung eines dritten Pappelementes ohne Anfasung.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Verbindungsklammer flächig in Form
eines "U" oder "H" ausgebildet. In einer U-förmigen, alternativ auch C-förmigen, Ausgestaltung
der Verbindungsklammer weist diese einen Querbalken auf, von dem parallel zwei Stege
ausgehen. Der Querbalken ist in einem erfindungsgemäßen Möbel in die ersten und zweiten
Schlitze eingesteckt, während sich zwischen den Stegen der dritte Schlitz befindet,
in den der erste und zweite umgeknickte Bereich eingesteckt sind. Eine U-förmig ausgebildete
Verbindungsklammer ist also zur Verbindung eines ersten umgeknickten Bereiches mit
einem zweiten umgeknickten Bereiches fähig. Eine H-förmig ausgebildete Verbindungsklammer
weist einen Querbalken auf, von dem sich in zwei entgegengesetzte Richtungen insgesamt
vier Stege erstrecken, zwei parallele Stege in eine Richtung und zwei parallele Stege
in eine gegenüberliegende Richtung. Dabei ist jeweils zwischen zwei parallelen Stegen
ein dritter Schlitz ausgebildet. Dadurch kann eine H-förmige Verbindungsklammer ein
erstes und zweites Pappelement miteinander verbinden und darüber ein weiteres erstes
und zweites Pappelement. Die H-förmige Verbindungsklammer ermöglicht also eine Verknüpfung
von insgesamt vier ersten und zweiten Pappelementen, sowohl horizontal als auch vertikal.
[0019] In einer günstigen Variante weist ein Querbalken der "U"-förmigen Verbindungsklammer
eine der Länge des ersten und/oder zweiten Schlitzes entsprechende Länge auf. Somit
passt die U-förmige Verbindungsklammer mit dem Querbalken exakt in den ersten und/oder
zweiten Schlitz, wodurch die Verbindungsklammer an einer Seite, an der die Schlitze
münden, bündig mit dem ersten und zweiten Pappelement abschließt. Dadurch wird die
maximal mögliche Wechselwirkung und somit Kraftweiterleitung von der Verbindungsklammer
auf die umgeknickten Bereiche ermöglicht, ohne dass die Verbindungsklammer über die
Pappelemente hinaus ragt.
[0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Variante weist ein Querbalken der "H"-förmigen Verbindungsklammer
eine im Vergleich zu der Länge des ersten und/oder zweiten Schlitzes doppelte Länge
auf. Dadurch ist es möglich, dass eine Verbindungsklammer beim Verbinden von vier
Pappelementen zwischen diesen derart angeordnet werden kann, dass beispielsweise zwei
übereinander angeordnete erste Pappelemente und zwei übereinander angeordnete zweite
Pappelemente jeweils genau mit ihren jeweiligen Kanten aufeinanderstoßen und die Verbindungsklammer
für einen Betrachter nicht zu sehen ist.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels
weist der erste und/oder der zweite Schlitz eine Gehrung auf. Dadurch ist die in die
Schlitze eingesteckte Verbindungsklammer nicht senkrecht zu den umgeknickten Bereichen
angeordnet, sondern weist entsprechend der Gehrung der Schlitze einen Winkel zu den
umgeknickten Bereichen auf. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das aufzubauende
Möbel beispielsweise eine plane Wand ist, die ersten und zweiten Hauptbereiche also
in einem Winkel von 180° zueinander stehen. Dann kann durch die diagonale Anordnung
der Verbindungsklammer zu den umgeknickten Bereichen erreicht werden, dass die ebene
Verbindungsklammer mit einem der angrenzenden Hauptbereiche in berührenden Kontakt
kommen kann, um diesen Hauptbereich bzw. den Winkel zwischen dem Hauptbereich und
dem dazugehörigen umgeknickten Bereich zu stabilisieren.
[0022] Dabei hat es sich als besonders förderlich erwiesen, wenn der dritte Schlitz an der
Verbindungsklammer außermittig angeordnet ist. Mit anderen Worten ausgedrückt sind
die zueinander parallel an der Verbindungsklammer angeordneten Stege unterschiedlich
breit ausgebildet. Ein breiter Steg kann also beispielsweise in berührenden Kontakt
mit einem benachbarten Hauptbereich kommen, während der andere, schmaler ausgebildete
Steg in keinen berührenden Kontakt mit einem Hauptbereich tritt. In einem solchen
Fall können die umgeknickten Bereiche zwei hintereinander angeordnete Paare von ersten
und zweiten Schlitzen aufweisen, ein erstes Paar mit einer ersten Orientierung der
Gehrung und ein zweites Paar mit einer zweiten Orientierung der Gehrung. So ist in
das erste Paar aus erstem und zweitem Schlitz beispielsweise eine Verbindungsklammer
mit außermittig angeordnetem dritten Schlitz einsteckbar, welche in berührendem Kontakt
mit dem ersten Hauptbereich kommt und in das zweite Paar aus erstem und zweitem Schlitz
ist eine Verbindungsklammer mit außermittig angeordnetem Schlitz einsteckbar, welche
in berührenden Kontakt mit dem zweiten Hauptbereich kommt.
[0023] In einer weiteren Variante der vorliegenden Erfindung ist die Verbindungsklammer
keilförmig oder konisch ausgebildet. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die ersten
und zweiten Schlitze nicht parallel zu der Kante 4 verlaufen. Somit kann auch in diesem
Fall gewährleistet werden, dass die Verbindungsklammer mit den Hauptbereichen in berührenden
Kontakt steht, um die Stabilität des Möbels zu gewährleisten.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder
Papiermöbels sind der erste und zweite Schlitz deckungsgleich ausgebildet. Dadurch
ergibt sich eine einfache Herstellung des ersten und zweiten Pappelementes, wenn die
ersten und zweiten Schlitze gleich zu fertigen sind. Außerdem ergibt sich damit ein
besonders stabiler Sitz der Verbindungsklammer in dem ersten und zweiten Schlitz.
[0025] Es hat sich weiterhin als zweckmäßig erwiesen, wenn der erste und der zweite umgeknickte
Bereich deckungsgleich ausgebildet sind. Somit ist die Herstellung des ersten und
zweiten Pappelementes zusätzlich in günstiger Form rationalisierbar, da gleiche Herstellungswerkzeuge
und -schritte für das erste und zweite Pappelement verwendet werden können.
[0026] In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder
Papiermöbels weisen der erste und der zweite umgeknickte Bereich jeweils einen vierten
Schlitz auf, der quer zu den ersten und zweiten Schlitzen verläuft. Auch in den vierten
Schlitz ist eine Verbindungsklammer einsteckbar. Das Vorsehen der vierten Schlitze
ist insbesondere bei besonders lang ausgebildeten Pappmöbeln sinnvoll, wo die umgeknickten
Bereiche beispielsweise Längen von mehr als 2 m aufweisen. Somit können zwischen den
an den Längsenden vorgesehenen ersten und zweiten Schlitzen weitere, Verbindungsklammern
aufnehmende vierte Schlitze vorgesehen werden, damit die umgeknickten Bereiche effektiv
auch über deren Länge zusammengehalten werden. Dadurch kann die Stabilität des Papp-,
Karton und/oder Papiermöbels nochmals gesteigert werden.
[0027] Als günstig hat sich herausgestellt, wenn die erste und zweite Gehrung deckungsgleich
ausgebildet sind. Die Gehrungen werden beispielsweise durch herausschneiden, -sägen
oder -fräsen von Material hergestellt. Wenn die erste und zweite Gehrung deckungsgleich
ausgebildet sind, können sie durch den selben Aufbau hergestellt werden, wodurch die
Herstellung der Pappelemente preisgünstig durchzuführen ist.
[0028] Weiterhin hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Pappelemente aus
Wabenstrukturpappe ausgebildet sind. Damit ist einerseits ein günstiger und leichter,
aber auch formstabiler und belastbarer Werkstoff gegeben, wodurch auch das erfindungsgemäße
Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel sowohl belastbar als auch leicht und günstig ist.
Wabenstrukturpappe ist beispielsweise wesentlich verwindungssteifer als Wellpappe.
Aus Wabenstrukturpappe können höchst stabile Pappmöbel konstruiert werden, welche
eine Wandstärke von lediglich 5 bis 20 mm aufweisen.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder
Pappmöbels ist die Verbindungsklammer aus Wabenstrukturpappe, Kunststoff oder Schicht-Sperrholz
ausgebildet. Somit ist auch die Verbindungsklammer aus leichten, aber stabilen Werkstoffen
ausgebildet. Die Verwendung von Kunststoff oder Sperrholz bietet sich insbesondere
in Fällen an, in denen die Verbindungsklammer besonders hohe Kräfte aushalten bzw.
weitergeben muss oder in denen die Verbindungsklammer häufig wiederverwendet werden
soll.
[0030] Als zweckmäßig hat sich weiterhin herausgestellt, wenn das erste und zweite Pappelement
jeweils zwei sich gegenüberliegende erste und zweite umgeknickte Bereiche aufweisen.
Somit kann das erste Pappelement mit zwei zweiten Pappelementen verbunden werden und
das zweite Pappelement kann ebenfalls mit zwei ersten Pappelementen verbunden werden.
Dadurch ist ein sehr einfacher Aufbau von Papp-, Karton- und/oder Papiermöbeln aus
mehreren Pappelementen möglich.
[0031] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Papp-, Karton-
und/oder Papiermöbels weisen der erste und zweite umgeknickte Bereich jeweils zwei
sich gegenüberliegende Schlitze auf. In den ersten und zweiten umgeknickten Bereich
sind also jeweils zwei dritte Pappelemente in die Schlitze einsteckbar, wovon die
Stabilität des Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels besonders profitiert.
[0032] Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung, deren Aufbau, Funktion
und Vorteile sind im Folgenden anhand von Figuren näher erläutert, wobei
- Figur 1
- perspektivisch ein erstes Pappelement und eine Verbindungsklammer zeigt;
- Figur 2
- perspektivisch eine Explosionsdarstellung aus zwei ersten und zwei zweiten Pappelementen
sowie den dazugehörigen Verbindungsklammern zeigt;
- Figur 3
- perspektivisch eine Detailansicht eines ersten und zweiten Pappelementes im Bereich
der Kante sowie separat eine Verbindungsklammer zeigt; und
- Figur 4
- perspektivisch eine Detailansicht eines ersten und zweiten Pappelementes gemäß Figur
3 mit einer Verbindungsklammer in eingesteckter Position zeigt.
[0033] In Figur 1 ist in einer perspektivischen Ansicht ein erstes Pappelement 1 sowie eine
Verbindungsklammer 3 gezeigt. Das erste Pappelement 1 ist dabei rechteckig ausgebildet.
In alternativen, nicht dargestellten Ausführungsformen kann das erste Pappelement
1, sowie auch das zweite Pappelement 2, beispielsweise auch dreieckig, fünfeckig oder
generell beliebig mehreckig ausgebildet sein.
[0034] Das erste Pappelement 1 weist gemäß Figur 1 an zwei gegenüberliegenden Seiten erste
Gehrungen 1d auf, welche einen inneren Hauptbereich 1 von zwei außen angeordneten
umgeknickten Bereichen 1b trennen. Die Gehrungen 1d sind jeweils doppelt und spiegelbildlich
zueinander vorgesehen, sodass zwischen dem ersten Hauptbereich 1a und den beiden ersten
umgeknickten Bereichen 1b V-förmige Vertiefungen vorliegen.
[0035] Der Hauptbereich 1a nimmt dabei eine wesentlich größere Fläche des ersten Pappelementes
1 ein als die beiden umgeknickten Bereiche 1b. Das erste Pappelement 1 weist entsprechend
der rechteckigen Ausbildung zwei lange und zwei kurze Seiten auf, wobei die umgeknickten
Bereiche 1b in dieser Ausführungsform an den zwei langen Seiten angeordnet sind. In
alternativen, nicht dargestellten Ausführungsformen ist es auch möglich, dass die
umgeknickten Bereiche 1b an den kurzen Seiten des ersten Pappelementes 1 angeordnet
sind oder dass alle vier Seiten des ersten Pappelementes 1 gleich lang sind, das erste
Pappelement 1 also quadratisch ausgebildet sein kann.
[0036] Von den kurzen Seiten des ersten Pappelementes 1 verlaufen die Schlitze 1c in die
umgeknickten Bereiche 1 b hinein, es sind also für jeden umgeknickten Bereich 1 b
zwei sich gegenüberliegende Schlitze 1c vorhanden. Die Schlitze 1c sind dabei parallel
zu den Gehrungen 1d bzw. zu den langen Seiten des ersten Pappelementes 1 angeordnet,
wodurch die Schlitze 1c in einem zusammengebauten Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel
also parallel zu der Kante 4 verlaufen, wie in den Figuren 2 bis 4 gezeigt ist.
[0037] Weiterhin sind an den langen Seiten des ersten Pappelementes 1 zusätzlich vierte
Schlitze 1e gezeigt. Die vierten Schlitze 1e verlaufen dabei quer zu den ersten Schlitzen
1c, also in etwa in einem Winkel von 90° zu der Kante 4. In den vierten Schlitz 1e,
zu dem deckungsgleich auch ein vierter Schlitz 2e an dem zweiten Pappelement 2 ausgebildet
sein kann, ist ebenfalls eine Verbindungsklammer 3 einsteckbar. Dadurch sind die ersten
und zweiten umgeknickten Bereiche 1b, 2b auch dann effektiv aneinander zu halten,
wenn die ersten und zweiten Pappelemente 1, 2 sehr lang ausgebildet sind, beispielsweise
länger als 2 m. Es ist auch denkbar, entlang der Länge der Pappelemente 1, 2 mehrere
vierte Schlitze 1e, 2e beabstandet voneinander vorzusehen.
[0038] Analog zu dem ersten Pappelement 1 kann auch das zweite Pappelement 2 ausgebildet
sein. Das erste Pappelement 1 und das zweite Pappelement 2 können sich dabei jedoch
beispielsweise hinsichtlich der Seitenlängen oder der Vieleckigkeit unterscheiden.
Beispielsweise kann in einem erfindungsgemäßen Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel
ein rechteckiges erstes Pappelement 1 auch mit einem hexagonalen oder einem dreieckigen
zweiten Pappelement 2 verbunden sein, wodurch verschiedenste Geometrien des entstehenden
Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels realisierbar sind.
[0039] In Figur 1 ist weiterhin eine Verbindungsklammer 3 dargestellt. Die Verbindungsklammer
3 ist dabei ebenfalls rechteckig, aber wesentlich kleiner ausgebildet als das erste
Pappelement 1. An einer kurzen Seite weist die Verbindungsklammer 3 dabei mittig einen
zu einem Ende hin offenen Schlitz 3c auf, der parallel zu einer langen Seite der Verbindungsklammer
3 verläuft. Alternativ kann der Schlitz 3c auch außermittig an der Verbindungsklammer
3 vorgesehen sein und er kann auch in einem anderen Winkel bezüglich der langen Seiten
der Verbindungsklammer 3 verlaufen.
[0040] Neben dem Schlitz 3c sind zwei Stege 3f und in Figur 1 über dem Schlitz 3c ein Querbalken
3e ausgebildet, wodurch die Verbindungsklammer 3 eine U-förmige Gestalt aufweist.
Damit ähnelt die Verbindungsklammer 3 in seiner Form einer Art Wäscheklammer vom Anfang
des 20. Jahrhunderts. Weiterhin sind die langen Seiten der Verbindungsklammer 3 angefast,
wodurch die Verbindungsklammer 3 einen trapezförmigen Querschnitt aufweist. Die Seiten
der Verbindungsklammern 3, die dem ersten Hauptbereich 1a und dem zweiten Hauptbereich
1b der Pappelemente 1, 2 gegenüber, weisen also Gehrungen auf. Die Verbindungsklammer
3 ist somit an den Verlauf der Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes 1,
2 angepasst und kann bündig mit diesen in Verbindung stehen, wie in Figur 4 zu sehen
ist. Alternativ können die Stege 3f, im Gegensatz zu der gleich langen Ausführung
gemäß Figur 1, auch unterschiedlich lang sein.
[0041] In Figur 2 ist perspektivisch eine Explosionsdarstellung aus zwei ersten Pappelementen
1 und zwei zweiten Pappelementen 2 sowie den dazugehörigen Verbindungsklammern 3 gezeigt.
Demnach kann durch Verwendung zweier erster Pappelemente 1, zweier zweiter Pappelemente
2 und von acht Verbindungsklammern 3 beispielsweise ein quaderförmiges Papp-, Karton-
und/oder Papiermöbel aufgebaut werden, wobei die Grund- und Deckfläche des Quaders
frei bleiben. Auf einer Messe oder in einem Museum kann ein derartiges quaderförmiges
Möbel beispielsweise eine Stele sein, auf deren Sichtseiten, also den nach außen weisenden
Flächen der Hauptbereiche 1a, 2a, Informationen in Form von Texten und/oder Grafiken
aufgebracht sein können, beispielsweise durch Druck oder Folierung.
[0042] Die ersten und zweiten umgeknickten Bereiche 1b, 2b liegen jeweils in einem Winkel
von 45° an den dazugehörigen ersten und zweiten Hauptbereichen 1a, 2a an. Dadurch
wird von einem ersten Pappelement 1 und einem daran anschließenden zweiten Pappelement
2 an der Kante 4 jeweils ein Winkel von 90° gebildet. Durch die gleichartige Wiederholung
dieser Winkel entsteht durch die ersten und zweiten Pappelemente 1, 2 die Mantelfläche
eines Quaders. Die umgeknickten Bereiche 1 b, 2b weisen dabei jeweils in das Innere
des gebildeten Quaders. Alternativ ist es natürlich auch möglich, dass die umgeknickten
Bereiche 1b, 2b zu den Hauptbereichen 1a, 2a andere Winkel ausbilden, beispielsweise
30° oder 60°. Die Festlegung, wie groß die Winkel zwischen den umgeknickten Bereichen
1b, 2b und den Hauptbereichen 1a, 2a ausfallen, kann durch die Gestaltung der Gehrungen
1d, 2d vorgenommen werden. Dadurch ist bei der Herstellung der Gehrungen 1d, 2d bereits
die Geometrie des Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels festlegbar.
[0043] Außerdem sind die ersten und zweiten umgeknickten Bereiche 1b, 2b in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel deckungsgleich ausgebildet. Das erfindungsgemäße Papp-, Karton-
und/oder Papiermöbel erfüllt seine Funktion jedoch auch einwandfrei, wenn der erste
und zweite umgeknickte Bereich 1 b, 2b unterschiedlich groß ausgebildet sind. Weiterhin
sind die ersten und zweiten Schlitze 1c, 2c an den umgeknickten Bereichen derart angeordnet,
dass sie direkt aneinander parallel verlaufen. Dies ist für das korrekte Einstecken
der Verbindungsklammer 3 in den ersten und zweiten Schlitz 1c, 2c von grundlegender
Bedeutung.
[0044] Ober- und unterhalb der aus ersten und zweiten Pappelementen 1, 2 aufgespannten Quadermantelfläche
sind die Verbindungsklammern 3 angeordnet, sodass sie in die Schlitze 1c, 2c einschiebbar
sind. Die Verbindungsklammern 3 weisen selbst die dritten Schlitze 3c auf, welche
den Schlitzen 1c, 2c des ersten und zweiten Pappelementes gegenüber liegend angeordnet
sind. Gemäß dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen die Schlitze
1c, 2c, 3c alle parallel zu der Kante 4, also in einem Winkel von 0° bzw. 180°. Es
ist jedoch auch vorstellbar, dass die Schlitze 1c, 2c, 3c in einem anderen von 90°
verschiedenen Winkel zu der Kante 4 verlaufen, beispielsweise in einem Winkel von
5° oder 10°. Dadurch kann ein plötzliches, ungewolltes Lösen der Verbindungsklammer
aus dem ersten und zweiten Schlitz 1c, 2c effektiv verhindert werden. Alternativ sind
natürlich auch verschiedenste andere Geometrien für das Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel
realisierbar, je nach den eingestellten Winkeln zwischen den Hauptbereichen 1a, 2a
und den dazugehörigen umgeknickten Bereichen 1b, 2b, beispielsweise dreieckig, fünfeckig,
sechseckig oder sonstig vieleckig prismatisch. Wenn die ersten und zweiten Pappelemente
1, 2 außerdem nicht rechteckig, sondern beispielsweise dreieckig ausgeführt sind,
ist auch die Konstruktion pyramidaler Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel möglich.
[0045] In Figur 3 ist perspektivisch eine Detailansicht eines ersten Pappelementes 1 und
eines zweiten Pappelementes 2 im Bereich der Kante 4 sowie eine über den Pappelementen
1, 2 angeordnete Verbindungsklammer 3 gezeigt. Der Hauptbereich 1a des ersten Pappelementes
1 steht dabei senkrecht zu dem Hauptbereich 2a des zweiten Pappelementes 2. Der abgeknickte
Bereich 1b weist gegenüber dem Hauptbereich 1a einen Winkel von 45° auf, ebenso der
abgeknickte Bereich 2b gegenüber dem Hauptbereich 2a. Die beiden abgeknickten Bereiche
1b, 2b verlaufen dabei parallel zueinander und dicht anliegend aneinander.
[0046] An einem oberen Ende der abgeknickten Bereiche 1b, 2b ist jeweils ein Schlitz 1c,
2c vorgesehen, welcher jeweils parallel zu der Kante 4 verläuft. Die Schlitze 1c,
2c weisen eine Breite auf, die gleich oder etwas größer als die Wandstärke der Verbindungsklammer
3 ist. Die Verbindungsklammer 3 ist in Figur 3 oberhalb der Schlitze 1c, 2c dargestellt.
An einem unteren Ende der Verbindungsklammer 3 ist der Schlitz 3c vorgesehen, dessen
Breite gleich oder etwas größer als eine Summe der Wandstärken des ersten und zweiten
Pappelementes 1, 2 ist. Außerdem sind diejenigen Seiten der Verbindungsklammer 3,
welche parallel zu dem Schlitz 3c verlaufen, angefast. Dadurch ist eine Kontur des
dritten Pappelementes 3 an einen Verlauf der Innenflächen des ersten und zweiten Pappelementes
1, 2 angepasst.
[0047] In Figur 4 ist perspektivisch eine Detailansicht des ersten Pappelementes 1 und des
zweiten Pappelementes 2 gemäß Figur 3 mit der Verbindungsklammer 3 in eingesteckter
Position zeigt. Dabei wird deutlich, dass die Verbindungsklammer 3 mit dem Querbalken
3e in die Schlitze 1c, 2c des ersten und zweiten umgeknickten Bereiches 1b, 2b eingesteckt
ist, wobei der erste und zweite umgeknickte Bereich 1b, 2b gleichzeitig in den Schlitz
3c der Verbindungsklammer 3 eingesteckt sind. Der Querbalken 3e der Verbindungsklammer
3 wird also durch die ersten und zweiten umgeknickten Bereiche 1b, 2b umgriffen, während
die ersten und zweiten umgeknickten Bereiche 1b, 2b durch die Stege 3f der Verbindungsklammer
umgriffen werden. Die Verbindungsklammer 3 ist somit senkrecht zu den beiden umgeknickten
Bereichen 1 b, 2b ausgerichtet, wodurch die Verbindungsklammer 3 bezüglich des ersten
und zweiten Hauptbereiches 1a, 2a in der Ausführungsform gemäß der Figuren 1 bis 4
jeweils in einem Winkel von 45° steht.
[0048] Es ist deutlich zu erkennen, dass die Verbindungsklammer 3 an ihrem oberen Ende gemäß
Figur 4 bündig mit dem ersten und zweiten Pappelement 1, 2 abschließt. Dies kommt
dadurch zustande, dass der Querbalken 3e der U-förmigen Verbindungsklammer 3 eine
Länge aufweist, die der Länge des ersten und zweiten Schlitzes 1c, 2c entspricht.
Sollten der erste Schlitz 1c und der zweite Schlitz 2c in einem Papp-, Karton- und/oder
Papiermöbel unterschiedlich lang ausgebildet sein, so müsste die Länge des Querbalkens
3e der Länge des kürzeren der beiden Schlitze 1c, 2c entsprechen.
[0049] Die Verbindungsklammer 3 ist außerdem so angefast, dass sie dem ersten Hauptbereich
1a und dem zweiten Hauptbereich 2a dicht anliegend folgt. Dadurch wird einerseits
die Stabilität des entstehenden Papp-, Karton- und/oder Papiermöbels gewährleistet,
andererseits ist so das Zusammenstecken der Verbindungsklammer 3 mit dem ersten und
zweiten Pappelement 1, 2 eindeutig, ein fehlerhaftes Zusammenstecken des Papp-, Karton-
und/oder Papiermöbels wird also vermieden.
1. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel, das wenigstens ein erstes Pappelement (1), wenigstens
ein zweites Pappelement (2) und wenigstens eine Verbindungsklammer (3) aufweist, wobei
ein erster Hauptbereich (1a) des ersten Pappelementes (1) und ein zweiter Hauptbereich
(2a) des zweiten Pappelementes (2) aneinander angeordnet sind und das erste und zweite
Pappelement (1, 2) an einer Kante (4), an welcher der erste und der zweite Hauptbereich
(1a, 2a) aufeinandertreffen, in eine gleiche Richtung umgeknickt sind, sodass ein
erster umgeknickter Bereich (1b) des ersten Pappelementes (1) und ein zweiter umgeknickter
Bereich (2b) des zweiten Pappelementes (2) parallel und dicht anliegend zueinander
verlaufen, wobei der erste und der zweite umgeknickte Bereich (1 b, 2b) jeweils parallel
nebeneinander verlaufende, begrenzte Längen aufweisende und zu einem Ende hin offene
erste und zweite Schlitze (1c, 2c) aufweisen, wobei die Verbindungsklammer (3) wenigstens
einen in Richtung des ersten und zweiten Schlitzes (1c, 2c) offenen, eine begrenzte
Länge aufweisenden dritten Schlitz (3c) aufweist, mit dem die Verbindungsklammer (3)
in die Schlitze (1c, 2c) quer zu dem ersten und zweiten umgeknickten Bereich (1b,
2b) eingesteckt ist, wobei der erste, zweite und dritte Schlitz (1c, 2c, 3c) alle
im gleichen Winkel, aber nicht 90° zu der Kante (4) verlaufen,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Pappelement (1) zwischen dem ersten Hauptbereich (1a) und dem ersten umgeknickten
Bereich (1b) wenigstens eine parallel zu der Kante (4) verlaufende erste Gehrung (1d)
und/oder das zweite Pappelement (2) zwischen dem zweiten Hauptbereich (2a) und dem
zweiten umgeknickten Bereich (2b) wenigstens eine parallel zu der Kante (4) verlaufende
zweite Gehrung (2d) aufweist.
2. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsklammer (3) so breit ausgebildet ist, dass sie mit Innenflächen des
ersten und zweiten Pappelementes (1, 2) in berührendem Kontakt steht.
3. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass Seitenkanten der Verbindungsklammer (3) in Anpassung an Innenflächen des ersten und
zweiten Pappelementes (1, 2) angefast sind, sodass die Verbindungsklammer (3) an ihrer
dem Schlitz (3c) gegenüber liegenden Seite einen trapezförmigen Querschnitt aufweist.
4. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsklammer (3) flächig in Form eines "U" oder "H" ausgebildet ist.
5. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Querbalken (3e) der "U"-förmigen Verbindungsklammer (3) eine der Länge des ersten
und/oder zweiten Schlitzes (1c, 2c) entsprechende Länge aufweist.
6. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Querbalken (3e) der "H"-förmigen Verbindungsklammer (3) eine im Vergleich zu
der Länge des ersten und/oder zweiten Schlitzes (1c, 2c) doppelte Länge aufweist.
7. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder der zweite Schlitz (1c, 2c) eine Gehrung aufweist/en.
8. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Schlitz (3c) an der Verbindungsklammer (3) außermittig angeordnet ist.
9. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsklammer keilförmig oder konisch ausgebildet ist.
10. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite umgeknickte Bereich (1b, 2b) jeweils einen vierten Schlitz
(1e, 2e) aufweisen, der quer zu den ersten und zweiten Schlitzen (1c, 2c) verläuft.
11. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gehrung (1d, 2d) deckungsgleich ausgebildet sind.
12. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pappelemente (1, 2) aus Wabenstrukturpappe ausgebildet sind.
13. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsklammer (3) aus Wabenstrukturpappe, Kunststoff oder Schicht-Sperrholz
ausgebildet ist.
14. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste und zweite Pappelement (1, 2) jeweils zwei sich gegenüber liegende erste
und zweite umgeknickte Bereiche (1 b, 2b) aufweisen.
15. Papp-, Karton- und/oder Papiermöbel nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite umgeknickte Bereich (1 b, 2b) jeweils zwei sich gegenüber liegende
Schlitze (1 c, 2c) aufweisen.