[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anpassen mindestens eines Zylinderaufzugs
an eine Bedruckstoffänderung in einer Druckmaschine. Dieses Verfahren wird in einer
Druckmaschine ausgeführt. Dabei wird der Bedruckstoff innerhalb eines Druckvorgangs
in Druckwerken der Druckmaschine mit einem Druckbild versehen, derart, dass eine auf
einen Druckformzylinder aufgespannte Druckform eingefärbt wird und das so entstandene
Druckbild auf den auf einen Druckzylinder geführten Bedruckstoff übertragen und dabei
das Druckbild den sich aus den laufenden Druckvorgang ergebenden Dehnungen des Bedruckstoffs
angepasst wird.
[0002] Wenn im Bereich der Verarbeitung von bogenförmigem Substrat, beispielsweise beim
Bedrucken von bogenförmigem Bedruckstoff, d. h. eines Druckbogens, dieses Substrat
durch mehrere Bearbeitungsstufen nacheinander bearbeitet wird, wird der Bedruckstoff
beispielsweise durch mehrere Druckwerke und/oder Lackwerke nacheinander bedruckt.
Dabei kann es beispielsweise durch ein Auswalzen des Substrats in Zylinderspalten
und/oder durch ein Aufquellen des Substrats durch Flüssigkeiten, wie beispielsweise
Bestandteile von Druckfarben und/oder Feuchtmittel zu einer Verformung des Substrats
kommen. Dadurch kann sich eine Abweichung zwischen den auf das Substrat bezogenen
Lagen ergeben, an denen die einzelnen Bearbeitungsstufen auf das Substrat einwirken.
Im Fall des beispielsweise mehrfarbigen und/oder mehrseitigen Bedruckens können Passerfehler
und/oder Registerfehler die Folge sein. Eine exakte Übereinstimmung eines Druckbildes
auf Vorder- und Rückseite eines beidseitig bedruckten Bedruckstoffes nennt man Register
(DIN 16500-2). Im Mehrfarbendruck spricht man vom Passer (DIN 16500-2), wenn einzelne
Druckbilder verschiedener Farben exakt passend zu einem Bild zusammengefügt werden.
Als Äquivalent zum Passer wird auch der Ausdruck des Farbregisters verwendet.
[0003] Beim Drucken auf einer beispielhaften Bogendruckmaschine wird Beschichtungsmittel,
beispielsweise Druckfarbe von einem Formzylinder auf einen Übertragungszylinder und
von dem Übertragungszylinder auf einen von einem Gegendruckzylinder gehaltenen Bedruckstoff
übertragen. Dabei ändern sich durch die Druckfarbe und/oder Feuchtmittel und den Druck
im Druckspalt die geometrischen Dimensionen des Druckbogens. Der Druckbogen wird beispielsweise
auf eine Transportrichtung des Bedruckstoffs und/oder eine Umfangsrichtung des Gegendruckzylinders
bezogen länger und/oder zunächst an seinem nachlaufenden Ende auf eine quer zur Transportrichtung
des Bedruckstoffs orientierte Querrichtung und/oder eine axiale Richtung des Gegendruckzylinders
bezogen breiter. Besteht die Druckmaschine aus mehreren Druckwerken, dann geschieht
dies beispielsweise in jedem Druckwerk mehr oder weniger ausgeprägt, so dass ein von
nachfolgenden Druckwerken gedrucktes Druckbild im Vergleich zu den bereits zuvor gedruckten
Druckbildern in Umfangsrichtung verformt, insbesondere kürzer und/oder schmaler erscheint.
Dieser Effekt kann beispielsweise bei jedem der Druckwerke unterschiedlich ausgebildet
sein, was eine große Wahrscheinlichkeit für Passerfehler und/oder Registerfehler zur
Folge hat.
[0004] Der
DE 42 44 279 A1 ist ein Verfahren zum Anpassen mindestens eines Zylinderaufzugs an eine Bedruckstoffänderung
in einer Druckmaschine entnehmbar, bei dem ein Zylinderaufzug auf der Mantelfläche
eines Druckformzylinders angeordnet wird, bei dem mittels einer Bewegung von mindestens
einem Spannelement in Axialrichtung und/oder in Umfangsrichtung des Druckformzylinders
innerhalb des Zylinderaufzugs eine Zugspannung aufgebaut wird.
[0005] Der
DE 10 2012 200 069 A1 ist ein Verfahren zum Anpassen mindestens eines Zylinderaufzugs an eine Bedruckstoffänderung
in einer Druckmaschine entnehmbar, bei dem im Druckbetrieb von einer Steuerungseinrichtung
eine jeweilige, ein- oder mehrteilige Spannvorrichtung eines Druckformzylinders angesteuert
und mittels wenigstens eines Teils der Spannvorrichtung die Position der aufgespannten
Druckform auf dem Druckformzylinder verändert werden kann.
[0006] In der
DE 10 2012 207 103 A1 wird eine Lösung zum Ausgleich der Längsdehnung des Bedruckstoffs vorgestellt. Hier
wird die Zugspannung der aufgespannten Druckplatte erhöht und diese somit in Längsrichtung
gedehnt.
[0007] Durch die
DE 10 2012 207 111 B3 ist ein Verfahren zum Anordnen einer Druckform auf einen Plattenzylinder bekannt,
wobei der Plattenzylinder zumindest einen Kanal aufweist, in dem zumindest eine vordere
Klemmvorrichtung und zumindest eine hintere Klemmvorrichtung angeordnet sind, wobei
die hintere Klemmvorrichtung Teil zumindest eines Schlittens ist, der mittels zumindest
eines Spannantriebs innerhalb des zumindest einen Kanals entlang eines Spannwegs auf
die zumindest eine vordere Klemmvorrichtung zu bewegbar angeordnet ist, wobei in einem
Spannschritt zunächst zumindest ein, in einem relativ zu dem Zylinderballen ortsfest
angeordneten Lager gelagertes, hinteres Anschlagstellelement relativ zu dem Zylinderballen
in eine Anschlagsolllage bewegt wird und wobei dann der zumindest eine Schlitten mittels
des zumindest einen Spannantriebs zusammen mit dem in die zumindest eine hintere Klemmvorrichtung
eingespannten hinteren Ende der Druckform auf die zumindest eine vordere Klemmvorrichtung
und die erste Kanalwand zu bewegt wird, bis zumindest ein Anschlagkörper das zumindest
eine hintere Anschlagstellelement berührt und wobei dann eine Fixiereinrichtung geklemmt
wird und den zumindest einen Schlitten in seiner Lage hält.
[0008] Aus der
DE 10 2008 023 728 A1 ist eine Lösung bekannt, bei welcher die das Druckplattenende fassende Spannschiene
in Spannsegmente unterteilt ist. Zum Ausgleich der Dehnung des Bedruckstoffs in axialer
Richtung des Plattenzylinders werden die Spannsegmente nach außen verlagert.
[0009] Aus der
DE 10 2007 057 455 A1 ist eine Zylinderaufzug-Manipulationseinrichtung bekannt, welche eine automatische
Korrektur von Geometrieabweichungen im Druckbild erlaubt. Das erfolgt dadurch, dass
ein Bildinspektionsgerät zur geometrischen Vermessung von bedruckten Bedruckstoffen
eingesetzt wird, das in Verbindung mit der Maschinensteuerung der Druckmaschine steht.
Die Druckmaschine weist einen Rechner auf, der die Messergebnisse des Bildinspektionsgerätes
verarbeitet und in der Lage ist, einen Soll-/Istwert-Vergleich durchzuführen. Bei
festgestellten Abweichungen werden Aktuatoren angesteuert, so dass die festgestellten
Abweichungen minimiert werden können. Dabei sind mehrere Aktuatoren auf dem Zylinder
angeordnet, so dass der Zylinderaufzug über das gesamte Druckbild hinweg gezielt verformt
werden kann. Diese Aktuatoren werden teilweise elektrisch angetrieben und können rotativ
arbeitende Elektromotoren aufweisen. Es werden auch Aktuatoren vorgeschlagen, die
piezoelektrische Antriebe, elektromagnetische Hubantriebe oder elektrische Linearmotoren
aufweisen. Es werden auch Aktuatoren erwähnt, die zumindest teilweise pneumatisch
arbeiten.
[0010] Durch die
DE 42 35 393 A1 ist ein Verfahren zur Registerverstellung an Bogendruckmaschinen bekannt, insbesondere
zur Umfangs-, Seiten-, Engerdruck-, Breiterdruck- und/oder Diagonalregisterverstellung,
wobei das jeweilige Register optisch maschinell auf dem Bedruckstoff erfasst und das
Erfassungsergebnis zur selbsttätigen maschinellen Registerverstellung herangezogen
wird. Dabei werden zur Ermittlung von sich auf das Druckergebnis auswirkenden Bedruckstoffeinflüssen
(zum Beispiel Bogenlängung, Auswalzen des Bogens quer zum Druck, Enger- und Breiterdrucken)
vorzugsweise über die Grundfläche des Bogens verteilt angeordnete Marken optisch erfasst
und deren Positionen ausgewertet, wobei die Marken z. B. in Eckbereichen des entsprechenden
Bogens angeordnet sind.
[0011] Durch die
DE 41 28 994 C2 ist eine Klemm- und Spanneinrichtung für Druckmaschinen bekannt, mit welcher eine
auf einem Zylinder an einem Ende eingespannte Druckplatte am anderen Ende durch zwei
Leisten geklemmt und durch ein Spannelement gespannt wird, wobei eine Spannleiste
und eine Klemmleiste in radialer Richtung gegenüberliegend angeordnete Klemmflächen
zur Erfassung einer abgewinkelten Druckplatte aufweisen, wobei die Spannleiste als
schwenkbarer Doppelhebel ausgebildet ist, wobei mittels mindestens eines Stellelements
die Spannleiste gegen die Kraft von in Spannrichtung wirkenden Spannfedern schwenkbar
ist, wobei die Klemmleiste als schwenkbarer mit der Spannleiste verbundener Doppelhebel
ausgebildet ist, der durch Klemmfedern die Klemmfläche gegen die korrespondierende
Klemmfläche der Spannleiste mit der Klemmkraft für das Halten der Druckplatte presst
und wobei die Klemmleiste ein Halteelement aufweist, das mit einem festen Anschlag
derart zusammenwirkt, dass die Klemmleiste bei Betätigung der Stellelemente gegen
die Kraft der Klemmfedern geschwenkt wird, wobei bei einer Maschine mit mehreren Druckwerken
die Kraft der Spannfedern eines Druckwerks im Vergleich zu der Kraft der Spannfedern
des nachfolgenden Druckwerks vorzugsweise derart modifiziert ist, dass die Druckplatten
einen Längenunterschied aufweisen, der dem durch Dehnung verursachten Längenunterschied
des Bedruckstoffes entspricht.
[0012] Durch die
EP 1 644 192 B1 ist ein Verfahren zur Beeinflussung des Fan-Out-Effektes mittels einer Vorrichtung
zur Beeinflussung des Fan-Out-Effektes und zur Beeinflussung des Seitenregisters mittels
einer Seitenregistersteuerung/-regelung bekannt, wobei zur Beeinflussung des Fan-Out-Effektes
zunächst das Bild eines Sensors ausgewertet wird, welcher das Druckbild auf einer
Abtastbreite von wenigstens einer viertel Bahnbreite detektiert, und bei Abweichung
von einer Sollwertvorgabe einem Stellglied zur Beeinflussung des Fan-Out-Effektes
ein Stellbefehl übermittelt wird, wobei zur Ermittlung des Fan-Out Bildpunkte zweier
Druckbildausschnitte eines Farbauszuges einer bestimmten Farbe bzgl. ihrer axialen
Lage mit einer Referenzlage, insbesondere mit einer Referenzrelativlage, für die Bildpunkte
der beiden Druckbildausschnitte verglichen werden, wobei als Referenzlage die Lage
von definierten Bildpunkten bzw. Bildbereichen des Farbauszuges dieser Farbe aus Bilddaten
der Druckvorstufe herangezogen wird, und wobei zur Korrektur des Fan-Out-Effektes
und zur Korrektur des Seitenregisters auf Messwerte des selben Sensors zurückgegriffen
wird.
[0013] Durch die
EP 0 812 683 A1 ist eine Bogendruckmaschine bekannt, bei der Formzylinder eigene Einzelantriebe aufweisen,
die mechanisch von einem Hauptantrieb entkoppelt sind. Deren Drehzahl wird beispielsweise
einer Drehzahl eines Hauptantriebs der Bogendruckmaschine nachgeführt.
[0014] Mittels solcher Einzelantriebe ist es möglich, Fehler im Register und/oder Passer,
die auf Längenänderungen des Substrats beruhen, zu verringern oder zu verhindern,
indem eine Differenz einer Umfangsgeschwindigkeit des Zylinderaufzugs zu einer Umfangsgeschwindigkeit
des Substrats gezielt hergestellt wird und damit beispielsweise ein Druckbild gezielt
verlängert oder verkürzt übertragen wird. Dazu wird beispielsweise ein Geschwindigkeitsverhältnis
zwischen einem Formzylinder und einem zugehörigen Gegendruckzylinder variiert, beispielsweise
zyklisch.
[0015] Durch die nachveröffentlichte
WO 2015/040136 A2 ist ein Verfahren zum Anpassen eines Zylinderaufzugs an eine Bedruckstoffänderung
in Druckmaschinen bekannt, wobei die Druckmaschine mindestens zwei Druckwerke aufweist
und der Bedruckstoff innerhalb eines Druckvorgangs in den Druckwerken mit einem Druckbild
versehen wird, derart, dass eine auf einen Druckformzylinder aufgespannte Druckform
eingefärbt wird und das so entstandene Druckbild auf den auf einen Zylinder geführten
Bedruckstoff übertragen und dabei das Druckbild den sich aus den laufenden Druckvorgang
ergebenden Dehnungen des Bedruckstoffs angepasst wird, wobei das Anpassen des Zylinderaufzugs
an die Bedruckstoffänderung unter Kontakt mit der Oberfläche mindestens eines Rotationskörpers
erfolgt.
[0016] Im Folgenden wird ein Beispiel dargestellt, bei dem in dem betreffenden Druckwerk
Formzylinder und Gegendruckzylinder im Wesentlichen einen gleichen Umfang aufweisen.
Bei Umfangslängen des Gegendruckzylinders, die ein Vielfaches der Umfangslänge des
Formzylinders darstellen, ist die Winkelgeschwindigkeit des Formzylinders entsprechend
im Wesentlichen um einen entsprechenden ganzzahligen Faktor größer anzunehmen als
die Winkelgeschwindigkeit des entsprechenden Gegendruckzylinders. Beispielsweise ist
eine Winkelgeschwindigkeit eines Formzylinders gegenüber einer Winkelgeschwindigkeit
eines Übertragungszylinder oder zumindest eines Gegendruckzylinders verringert, solange
sich ein Zylinderaufzug des Formzylinders in Kontakt mit dem Übertragungszylinder
befindet und/oder solange sich der Übertragungszylinder in Kontakt mit dem Substrat
befindet. Dadurch wird ein Druckbild auf dem Bedruckstoff gelängt dargestellt, beispielsweise
um einer Längung des bereits auf dem Substrat aufgetragenen Druckbilds durch vorausgehende
Zylinderspalte entgegenzuwirken. Danach ist bevorzugt zum Ausgleich die Winkelgeschwindigkeit
dieses Formzylinders gegenüber der Winkelgeschwindigkeit des Übertragungszylinder
oder zumindest des Gegendruckzylinders erhöht, solange sich der Zylinderaufzug dieses
Formzylinders auf Grund eines Zylinderkanals des Formzylinders und/oder eines Zylinderkanals
des Übertragungszylinders nicht mit dem Übertragungszylinder in Kontakt befindet und/oder
solange sich der Übertragungszylinder auf Grund des Zylinderkanals des Übertragungszylinders
und/oder der Lage oder Form des Gegendruckzylinders nicht mit dem Substrat in Kontakt
befindet. Nach einer vollständigen Umdrehung ist die relative Winkellage der beiden
Zylinder bevorzugt wieder identisch. Dadurch können insbesondere unbeabsichtigte Fehler
bezüglich der Drucklängen der Druckbilder der einzelnen Druckfarben gezielt ausgeglichen
werden.
[0017] Beispielsweise bei Formzylindern mit einem Umfang von einem Mehrfachen einer Abschnittslänge
des Substrats kann auf eine vollständige Umdrehung des Formzylinders ein mehrfacher
Zyklus erhöhter und verringerter Winkelgeschwindigkeiten und damit eine mehrfache
Einnahme der ursprünglichen relativen Winkellage kommen.
[0018] Bei einer Veränderung eines Geschwindigkeitsverhältnis zwischen zwei benachbarten
Zylindern, beispielsweise zwischen einem Formzylinder einerseits und einem Übertragungszylinder
andererseits oder einem Übertragungszylinder einerseits und einem Gegendruckzylinder
andererseits, ist es in jedem Fall notwendig, dass zwei direkt benachbarte Zylinder
mit zeitweise unterschiedlichen Winkelgeschwindigkeiten und unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten
rotieren. Solche benachbarten Zylinder weisen meist definierte Abrollflächen auf,
die jeweils aufeinander abrollen und durch die eine konstante Lage der Rotationsachsen
dieser Zylinder zueinander sichergestellt ist, insbesondere auch in solchen Situationen,
in denen ein Kanal eines dieser Zylinder einer Mantelfläche oder einem Kanal eines
anderen dieser Zylinder gegenüberliegt. Dadurch sollen Schwingungen durch plötzliche
Kraftänderungen verhindert werden, die ohne diese Abrollflächen jeweils am Anfang
und am Ende eines Kanals auftreten würden. Üblicherweise kommen sogenannte Schmitzringe
als diese Abrollflächen zum Einsatz. Bei Veränderungen des Geschwindigkeitsverhältnisses
und damit zueinander veränderlichen Umfangsgeschwindigkeiten erfolgt jedoch kein reines
Abrollen mehr, sondern auch ein gleitender Kontakt zwischen diesen Abrollflächen.
[0019] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Anpassen mindestens eines Zylinderaufzugs
an eine Bedruckstoffänderung in einer Druckmaschine zu schaffen.
[0020] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst. Die jeweils abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen
und/oder Ausgestaltungen der jeweiligen gefundenen Lösung.
[0021] Ein mit der Erfindung erzielbarer Vorteil besteht darin, dass mehrere Zylinderaufzüge
relativ zueinander angepasst werden, insbesondere wenn zumindest einer der Zylinderaufzüge
in Umfangsrichtung des ihn tragenden Druckformzylinders nicht gestaucht werden kann.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung mehrerer Druckwerke einer Bogendruckmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Schnitts durch einen Formzylinder mit einer in
einem Kanal angeordneten Spannvorrichtung;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Draufsicht auf einen Kanal eines Formzylinders
mit einer in dem Kanal angeordneten Spannvorrichtung;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Schnitts durch einen Kanal eines Formzylinders
mit einer anderen in dem Kanal angeordneten Spannvorrichtung;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Schnitts durch einen Kanal eines Formzylinders
mit einer anderen in dem Kanal angeordneten Spannvorrichtung;
- Fig. 6
- einen Druckbogen mit einem darauf ausgebildeten oder zumindest auszubildenden Druckbild;
- Fig. 7
- eine in dem Kanal an einer Position angeordnete Spannvorrichtung;
- Fig. 8
- einen Teilschnitt der durch eine Führungsschiene zwangsgeführten Spannvorrichtung;
- Fig. 9
- in den Teilfiguren a und b eine Darstellung der an einer Selbsthemmung der Spannvorrichtung
beteiligten Kräfte;
- Fig. 10
- einen Teilschnitt des Formzylinders mit der in dem Kanal in Selbsthemmung angeordneten
Spannvorrichtung;
- Fig. 11
- ein vereinfachtes Blockschaltbild zur Generierung von Korrekturwerten.
[0024] Eine Verarbeitungsmaschine für bogenförmiges Substrat, insbesondere eine Bogenverarbeitungsmaschine,
weist bevorzugt eine beispielsweise als Bogenanleger bezeichnete Substratzufuhreinrichtung
und/oder bevorzugt eine beispielsweise als Bogenanlage bezeichnete Anlageeinrichtung
und/oder bevorzugt eine beispielsweise als Bogenauslage bezeichnete Substratabgabeeinrichtung
auf. Die Bearbeitungsmaschine weist zumindest eine auch als Werk bezeichnete Bearbeitungsstufe
und bevorzugt mehrere auch als Werke bezeichnete Bearbeitungsstufen auf. Das zumindest
eine Werk ist zwischen der Substratzufuhreinrichtung und der Substratabgabeeinrichtung
angeordnet. Das zumindest eine Werk ist als Druckwerk 01; 02; 03 ausgebildet.
[0025] Im Folgenden wird eine als Druckmaschine ausgebildete Bogenverarbeitungsmaschine,
insbesondere Bogendruckmaschine beschrieben. Die Erfindung ist aber auf andere Bogenverarbeitungsmaschinen
übertragbar, die mehrere jeweils mit mindestens einem Zylinderaufzug 08 bestückte
und/oder bestückbare Zylinder 07, vorzugsweise Formzylinder 07, insbesondere Druckformzylinder
07 aufweisen. Im Fall von beispielsweise als Platten, insbesondere Druckplatten ausgebildeten
Zylinderaufzügen 08 sind solche Formzylinder 07 bevorzugt als Plattenzylinder 07 ausgebildet.
Zumindest eines der Werke ist als Druckwerk 01; 02; 03, insbesondere Offsetdruckwerk
01, 02, 03 ausgebildet. Zusätzlich kann zumindest ein Lackwerk oder mehrere Lackwerke
nachgeordnet sein. Im Fall mehrerer Druckwerke 01; 02; 03 kann auch die Anordnung
eines oder mehrerer Lackwerke zwischen den Druckwerken vorgesehen sein. Der Zylinderaufzug
08 ist beispielsweise eine Druckform 08 oder eine Lackplatte 08 oder ein Lacktuch
08. Der Zylinderaufzug 08 kann auch die Form einer Hülse haben, also in Umfangsrichtung
B geschlossen sein.
[0026] Die in der Fig. 1 beispielhaft dargestellte Bogendruckmaschine weist bevorzugt mehrere
insbesondere in Reihe angeordnete Druckwerke 01; 02; 03 auf. Jedes dieser Druckwerke
01; 02; 03 weist bevorzugt zumindest einen substratführenden Zylinder 04 auf, der
bevorzugt als bedruckstoffführender Zylinder 04, insbesondere als bogenführender Zylinder
04 und/oder als Gegendruckzylinder 04 ausgebildet ist. Jedes dieser Druckwerke 01;
02; 03 weist weiter bevorzugt auch zumindest eine Bogentransporteinrichtung 05 auf,
die bevorzugt als Transfertrommel 05 und weiter bevorzugt als Übergabetrommel 05 ausgebildet
ist. Alternativ oder zusätzlich ist die zumindest eine Bogentransporteinrichtung 05
als Transportzylinder und/oder als Schwinggreifer ausgebildet. Bevorzugt weist die
zumindest eine Bogentransporteinrichtung 05 zumindest ein Bogenhalteelement und weiter
bevorzugt mehrere Bogenhalteelemente auf. Das zumindest eine Bogenhalteelement ist
bevorzugt als zumindest ein Greifer und/oder zumindest ein Sauger ausgebildet. Bevorzugt
ist jedem der Gegendruckzylinder 04 jeweils zumindest ein und bevorzugt genau ein
z. B. als Übertragungszylinder 06 ausgebildeter Zylinder 06 zugeordnet, der beispielsweise
als Gummituchzylinder 06 ausgebildet ist. Jedes Werk weist zumindest einen und weiter
bevorzugt genau einen als Formzylinder 07 ausgebildeten Zylinder 07 auf. Bevorzugt
ist der zumindest eine Formzylinder 07 als Druckformzylinder 07, insbesondere als
Plattenzylinder 07 ausgebildet. Der Formzylinder 07 steht insbesondere während eines
Druckbetriebs bevorzugt mit dem Übertragungszylinder 06 in Kontakt. Es sind aber auch
andere Verfahren denkbar, bei denen der Formzylinder 07 beispielsweise direkt mit
dem Substrat in Kontakt kommt, beispielsweise bei einem Flexo-Druckverfahren und/oder
bei einem Prägeverfahren und/oder bei einem Perforierverfahren und/oder bei einem
Stanzverfahren und/oder bei einem entsprechenden Lackierverfahren.
[0027] Bevorzugt ist zumindest ein Farbwerk 09 vorgesehen, das insbesondere dazu dient,
zumindest einen auf dem Formzylinder 07 angeordneten Zylinderaufzug 08 einzufärben.
[0028] Das zumindest eine Farbwerk 09 weist bevorzugt zumindest eine und weiter bevorzugt
mehrere Farbwerkwalzen 11 und zumindest eine und bevorzugt mehrere mit dem betreffenden
Zylinderaufzug 08 in Kontakt stehende und/oder bringbare Farbauftragswalzen 10 auf.
Beispielsweise ist dem Formzylinder 07 ein Feuchtwerk 12 zugeordnet, das bevorzugt
zumindest eine Feuchtauftragswalze 13 aufweist, beispielsweise auch mehrere Feuchtauftragswalzen
13.
[0029] Beispielsweise ist der zumindest eine Zylinderaufzug 08 als Druckform 08 ausgebildet,
insbesondere als Druckplatte 08. Insbesondere um den zumindest einen Zylinderaufzug
08 auf dem Formzylinder 07 anordnen und/oder fixieren zu können, weist der Formzylinder
07 bevorzugt zumindest eine Zylinderausnehmung 14 auf, die beispielsweise als Zylinderkanal
14 ausgebildet ist und/oder als Spannkanal 14 bezeichnet wird. Bevorzugt ist innerhalb
dieser zumindest einen Zylinderausnehmung 14 zumindest eine Befestigungseinrichtung
15 angeordnet. Die zumindest eine Befestigungseinrichtung 15 ist beispielsweise als
Haltevorrichtung und/oder als Spannvorrichtung 15 ausgebildet. Die zumindest eine
Befestigungseinrichtung 15 dient bevorzugt zumindest einem Halten des zumindest einen
Zylinderaufzugs 08 auf der Mantelfläche des betreffenden Formzylinders 07. Insbesondere
wenn die zumindest eine Befestigungseinrichtung 15 zumindest auch als Spannvorrichtung
15 ausgebildet ist, dient diese bevorzugt zumindest auch einem Spannen des zumindest
einen Zylinderaufzugs 08 auf dem betreffenden Formzylinder 07.
[0030] Bevorzugt weist die zumindest eine Befestigungseinrichtung 15 zumindest ein vorderes
Befestigungsmittel 16 auf. Das zumindest eine vordere Befestigungsmittel 16 dient
bevorzugt einer Befestigung eines zumindest in einem Druckbetrieb vorlaufenden Endes
17 des Zylinderaufzugs 08. Beispielweise ist das zumindest eine vordere Befestigungsmittel
16 als zumindest ein vorderes Klemmmittel 16 ausgebildet. Bevorzugt weist die zumindest
eine Befestigungseinrichtung 15 zumindest ein hinteres Befestigungsmittel 18 auf.
Das zumindest eine hintere Befestigungsmittel 18 dient bevorzugt einer Befestigung
eines zumindest im Druckbetrieb nachlaufenden Endes 19 des Zylinderaufzugs 08. Beispielweise
ist das zumindest eine hintere Befestigungsmittel 18 als zumindest ein hinteres Klemmmittel
18 ausgebildet. Bevorzugt ist zumindest ein bewegbares Spannelement 20 angeordnet,
das weiter bevorzugt zumindest gemeinsam mit dem zumindest einen hinteren Befestigungsmittel
18 gemeinsam bewegbar angeordnet ist. Das zumindest eine hintere Befestigungsmittel
18 ist noch weiter bevorzugt zugleich als zumindest ein bewegbares Spannelement 20
ausgebildet.
[0031] Eine Querrichtung A ist bevorzugt eine quer zu einer Transportrichtung des Substrats
orientierte, insbesondere horizontale Richtung A. Die Querrichtung A ist bevorzugt
parallel zu einer beispielsweise durch eine Rotationsachse 47 des Formzylinder 07
festgelegten axialen Richtung A. Insbesondere zum Spannen des betreffenden Zylinderaufzugs
08 in Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 ist das zumindest eine Spannelement 20
bevorzugt orthogonal zu der axialen Richtung A bewegbar und/oder verlagerbar angeordnet.
Bevorzugt sind auf die axiale Richtung A bezogen mehrere Spannelemente 20 nacheinander
in einer Reihe angeordnet. Weiter bevorzugt weist die zumindest eine Spannvorrichtung
15 mehrere, insbesondere zumindest zwei und weiter bevorzugt zumindest drei Spannelemente
20 auf, die bevorzugt auf die axiale Richtung A bezogen nacheinander angeordnet sind.
Bevorzugt dienen diese mehreren Spannelemente 20 einem Spannen eines gemeinsamen Zylinderaufzugs
08. Bevorzugt ist das zumindest eine Spannelement 20 in und/oder entgegen der axialen
Richtung A bewegbar angeordnet, insbesondere relativ zu einem Ballen 46 des Formzylinder
07 und/oder zueinander. In einer Ausführung ist ein auf die axiale Richtung A bezogen
mittleres Spannelement 20 bezüglich der axialen Richtung A relativ zu dem Ballen 46
des Formzylinders 07 feststehend angeordnet.
[0032] Mit der Befestigungseinrichtung 15 können unterschiedliche Zylinderaufzüge 08 auf
dem Formzylinder 07 angeordnet werden, beispielsweise manuell und/oder zumindest teilweise
oder bevorzugt vollständig automatisiert, beispielsweise von einer von einem Steuerrechner
ausgeführten Steuerung, insbesondere von einer Maschinensteuerung gesteuert und/oder
geregelt und insbesondere mittels zumindest eines Antriebs. Beispielsweise zum Ausführen
eines z. B. von einem Produktionsplanungssystems an die Druckmaschine geleiteten Druckauftrags
wird bzw. ist der dafür vorgesehene Zylinderaufzug 08, insbesondere eine Druckplatte
08, beispielsweise in einem Aufzugspeicher 21 an der Druckmaschine bereitgestellt
und beispielsweise über einen Zufuhrweg dem Formzylinder 07 vorzugsweise automatisiert
zugeführt oder zumindest zuführbar. Der Aufzugspeicher 21 ist beispielsweise als Plattenkassette
21 oder als ein Druckformmagazin eines jeweiligen Druckwerks 01; 02; 03 ausgebildet.
Der Zufuhrweg ist beispielsweise als Zufuhrschacht ausgebildet. Bevorzugt wird zunächst
das zumindest im Druckbetrieb vorlaufende Ende 17 des Zylinderaufzugs 08 in die Zylinderausnehmung
14 des betreffenden Formzylinders 07 eingeführt und insbesondere mittels des zumindest
einen vorderen Befestigungsmittels 16 befestigt, insbesondere geklemmt. Dann wird
der Zylinderaufzug 08 auf einer Mantelfläche des Ballens 46 des Formzylinders 07 aufgelegt,
beispielsweise indem der Formzylinder 07 eine Drehbewegung um seine Rotationsachse
47 vollzieht. Das zumindest im Druckbetrieb nachlaufende Ende 19 des Zylinderaufzugs
08 wird an dem zumindest einen hinteren Befestigungsmittel 18 und/oder an dem zumindest
einen Spannelement 20 befestigt, beispielsweise geklemmt. Je nach dem Verhältnis von
der Länge des Zylinderaufzugs 08 in Umfangsrichtung B zum Umfang des Formzylinders
07 werden das im Druckbetrieb vorlaufende Ende 17 und das im Druckbetrieb nachlaufende
Ende 19 des Zylinderaufzugs 08 von einem vorderen Befestigungsmittel 16 und einem
hinteren Befestigungsmittel 18 gehalten, die in einem gleichen oder in unterschiedlichen
Zylinderausnehmungen 14 angeordnet sind.
[0033] Im Fall einer Druckmaschine wird bevorzugt ein auf den Formzylinder 07 aufgespannter
Zylinderaufzug 08 mit Farbe und/oder Lack eingefärbt. Ein dadurch auf dem Zylinderaufzug
08 entstehendes und zu übertragendes Druckbild 32 wird direkt oder bevorzugt indirekt
mittels des Übertragungszylinders 06 auf das von dem Gegendruckzylinder 04 geführte
Substrat, z. B. einen Druckbogen 31 übertragen.
[0034] Bevorzugt wird eine Registermessung durchgeführt. Wenn im Vorangegangenen und/oder
im Folgenden von einer Registermessung die Rede ist, dann ist darunter insbesondere
eine Messung eines Registers und/oder eine Messung eines Passers bzw. Farbregisters
zu verstehen. Das auf dem Zylinderaufzug 08 entstehende und zu übertragende Druckbild
32 und/oder ein auf dem Substrat aufgebrachtes Druckbild 32 und/oder der betreffende
Zylinderaufzug 08 selbst wird bzw. werden bevorzugt den sich aus dem laufenden Druckvorgang
ergebenden Veränderungen des Substrats angepasst. Das geschieht bevorzugt sowohl bezüglich
der axialen Richtung A oder Querrichtung A als auch bezüglich der Umfangsrichtung
B des betreffenden Zylinders 07, insbesondere Formzylinders 07.
[0035] Eine Veränderung der Abmessung des Substrats in seiner Transportrichtung und/oder
parallel zu der Umfangsrichtung B wird bevorzugt durch eine Veränderung der Abmessung
und insbesondere eine Dehnung zumindest eines entsprechenden Zylinderaufzugs 08 in
der Umfangsrichtung B und/oder durch eine gesteuerte und/oder geregelte Rotationsbewegung
des Formzylinders 07 kompensiert, wobei ein Verlauf einer Winkellage des betreffenden
Druckformzylinders 07 relativ zu einer Winkellage eines bedruckstoffführenden Zylinders
04; 06 gesteuert oder geregelt wird. Das zumindest eine hintere Befestigungsmittel
18, das bevorzugt als zumindest ein Spannelement 20 ausgebildet ist, weist bevorzugt
jeweils zumindest ein beispielsweise als äußere Klemmleiste 23 ausgebildetes äußeres
Klemmelement 23 und zumindest ein beispielsweise als innere Klemmleiste 24 ausgebildetes
inneres Klemmelement 24 auf. Bevorzugt dienen das zumindest eine innere Klemmelement
24 und das zumindest eine äußere Klemmelement 23 einer Befestigung des zumindest im
Druckbetrieb nachlaufenden Endes 19 des betreffenden Zylinderaufzugs 08.
[0036] Bevorzugt ist zumindest ein Stützelement 25; 28 angeordnet, mittels dem das zumindest
eine Spannelement 20 in Umfangsrichtung B gegenüber dem Ballen 46 des Formzylinder
07 und/oder insbesondere gegenüber einer Kanalwand 29 des Zylinderkanals 14 abgestützt
und/oder zumindest abstützbar ist. Das zumindest eine Stützelement 25; 28 ist beispielsweise
als zumindest eine Spannspindel 25 und/oder als zumindest ein bezüglich seines Volumens
veränderbarer Hohlkörper 28, beispielsweise als zumindest ein pneumatisches Stützelement
28, insbesondere als zumindest ein Spannschlauch 28 ausgebildet. Das zumindest eine
Stützelement 25; 28 ist beispielsweise manuell und/oder zumindest teilweise oder bevorzugt
vollständig automatisiert, beispielsweise von einer in dem Steuerrechner ausgeführten
Steuerung, insbesondere von der Maschinensteuerung gesteuert und/oder geregelt und
insbesondere mittels zumindest eines Antriebs betätigbar.
[0037] Jeweils als Spannspindel 25 ausgebildete Stützelemente 25 weisen bevorzugt zumindest
ein Gewinde auf, das mit einem Gewinde eines jeweiligen Spannelementes 20 und/oder
mit einem relativ zu dem Ballen 46 des Formzylinder ortsfesten Gewinde zusammenwirkt.
Durch die Gewinde wird bevorzugt eine Rotationsbewegung um eine Achse der Spannspindel
25 in eine insbesondere mit zumindest einer Komponente in Umfangsrichtung B oder dazu
entgegen gesetzte gerichtete Bewegung des entsprechenden Spannelementes 20 relativ
zu dem Ballen 46 des Formzylinders 07 umgewandelt. Dadurch kann der Zylinderaufzug
08 auf die Umfangsrichtung B bezogen gespannt und/oder gedehnt und/oder entspannt
werden.
[0038] Als jeweils bezüglich seines Volumens veränderbarer Hohlkörper 28 ausgebildete Stützelemente
28 sind bevorzugt auf die Umfangsrichtung B bezogen zwischen einer Kanalwand 29 und
dem zumindest einen Spannelement 20 angeordnet. Durch eine Vergrößerung einer im Inneren
des entsprechenden Hohlkörpers 28 angeordneten Menge eines Mediums, insbesondere eines
Fluids, beispielsweise Luft, dehnt sich bevorzugt der Hohlkörper 28 insbesondere in
Umfangsrichtung B aus und bewegt dadurch das zumindest eine Spannelement 20 zumindest
mit einer Komponente entgegen dieser Umfangsrichtung B, insbesondere von der dem Hohlkörper
28 nächsten Kanalwand 29 weg und auf eine von dem Hohlkörper 28 weiter entfernt angeordnete
Kanalwand zu. Eine Verringerung der im Inneren des Hohlkörpers 28 angeordneten Menge
des Fluids bewirkt in Verbindung mit einer durch die Spannung des Zylinderaufzugs
08 und/oder beispielsweise durch ein Federelement hervorgerufenen Rückstellkraft eine
entgegengesetzte Bewegung. Dadurch kann der betreffende Zylinderaufzug 08 auf die
Umfangsrichtung B bezogen gespannt und/oder entspannt werden. Bevorzugt ist als bezüglich
seines Volumens veränderbarer Hohlkörper 28 zumindest ein Spannschlauch 28 oder kurz
Schlauch 28 angeordnet. Bevorzugt ist zum Verlagern des zumindest einen Spannelementes
20 in Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 ein Innendruck des mindestens einen bevorzugt
als Schlauch 28 ausgebildeten Hohlkörpers 28 heraufsetzbar, insbesondere gezielt heraufsetzbar.
Hierzu ist bevorzugt zumindest ein vorzugsweise fernbetätigbares Stellmittel, z. B.
ein Ventil, insbesondere ein steuerbares oder regelbares Ventil, insbesondere ein
Proportionalventil und/oder zumindest ein Druckminderer vorgesehen, mittels dem ein
Innendruck in dem in seinem Volumen veränderbaren Hohlkörper 28 gezielt einstellbar
ist. Alternativ oder zusätzlich ist beispielsweise vorgesehen, dass der mindestens
eine bevorzugt als Schlauch 28 ausgebildete Hohlkörper 28 stufenweise mit Teilvolumen
des zur Füllung vorgesehenen Fluids, insbesondere Luft, gefüllt wird. Die Teilvolumen
sind bevorzugt durch eine Vorgabe bezüglich des Volumens und/oder eine Vorgabe bezüglich
einer Öffnungszeit eines Ventils oder ähnliches vorgegeben. Beispielsweise erfolgt
eine solche stufenweise Füllung iterativ mit wiederholtem Erfassen des Innendrucks
und/oder der Lage des zumindest einen Spannelementes 20 relativ zu dem Ballen 46 des
Formzylinders 07 und/oder wiederholter Bildinspektion und/oder wiederholter Registermessung,
bis ein gewünschter Wert und/oder Zustand erreicht ist. Die Teilvolumen werden bevorzugt
derart dem bevorzugt als Schlauch 28 ausgebildeten Hohlkörper 28 zugeführt, dass an
einem an das innere dieses Hohlkörpers 28 grenzenden Ventil ein Druck anliegt, der
zumindest so hoch wie und bevorzugt höher ist als der für das Innere des Hohlkörpers
28 vorgesehene Innendruck, und dass durch gezieltes Öffnen dieses Ventils Fluid in
das Innere des Hohlraums 28 strömt. In einer alternativen Ausführungsvariante ist
das zum Verlagern des zumindest einen Spannelementes 20 in Umfangsrichtung B des Formzylinders
07 vorgesehene Stellmittel als ein vorzugsweise elektrisch betriebener Motor ausgebildet.
[0039] Beispielsweise sind sowohl zumindest ein als Spannspindel 25 ausgebildetes Stützelement
25 als auch zumindest ein bezüglich seines Volumens veränderbarer Hohlkörper 28 ausgebildetes
Stützelement 28 angeordnet. Beispielsweise ist ausschließlich zumindest ein Spannschlauch
28 angeordnet.
[0040] Das Spannen des Zylinderaufzugs 08 in Umfangsrichtung B dient bevorzugt der Befestigung
des Zylinderaufzugs 08 auf dem Formzylinder 07. Das Spannen des Zylinderaufzugs 08
in Umfangsrichtung B dient bevorzugt zumindest auch einer Veränderung der Abmessung
des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B, beispielsweise zum Ausgleich von
Veränderungen des Substrats während seiner Bearbeitung, insbesondere während der Abarbeitung
eines an der Druckmaschine anstehenden Druckauftrags.
[0041] Alternativ oder zusätzlich zu den zum insbesondere fernverstellbaren Dehnen des Zylinderaufzugs
08 in der Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 geeigneten Mitteln sind bevorzugt
auch Mittel zum insbesondere fernverstellbaren Dehnen des Zylinderaufzugs 08 in der
axialen Richtung A angeordnet.
[0042] Eine Veränderung der Abmessung des Substrats in der Querrichtung A und damit parallel
zu der axialen Richtung A wird bevorzugt durch eine Veränderung der Abmessung und
insbesondere eine Dehnung zumindest eines entsprechenden Zylinderaufzugs 08 in der
axialen Richtung A kompensiert. Bevorzugt weist die Spannvorrichtung 15 zumindest
ein Verlagerungsmittel 27; 34 zur Veränderung der Lage zumindest eines der Spannelemente
20 bezüglich der axialen Richtung A und/oder zur Dehnung zumindest eines Zylinderaufzugs
08 bezüglich der axialen Richtung A auf. Dazu ist das zumindest eine Spannelement
20 mittels dieses zumindest einen Verlagerungsmittels 27; 34 in und/oder entgegen
der axialen Richtung A gegen zumindest ein weiteres Spannelement 20 und/oder gegen
ein zu dem Ballen 46 des Formzylinders 07 ortsfestes Bauteil, beispielsweise gegen
den Ballen 46 des Formzylinders 07 selbst abgestützt und/oder abstützbar. Insbesondere
sind bevorzugt Verlagerungsmittel 27 vorgesehen, die jeweils zwischen zwei Spannelementen
20 oder zwischen einer auf die axiale Richtung A bezogenen Begrenzung des Zylinderkanals
14 und den jeweils äußeren Spannelementen 20 angeordnet sind. Das zumindest eine Verlagerungsmittel
27; 34 ist beispielsweise manuell und/oder zumindest teilweise oder bevorzugt vollständig
automatisiert, beispielsweise von einer in dem Steuerrechner ausgeführten Steuerung,
insbesondere von der Maschinensteuerung gesteuert und/oder geregelt und insbesondere
mittels zumindest eines Antriebs betätigbar.
[0043] In einer ersten Ausführungsform des zumindest einen Verlagerungsmittels 27 steht
das jeweilige zumindest eine Verlagerungsmittel 27 beispielsweise mit zumindest zwei
Spannelementen 20 in Verbindung. Das zumindest eine Verlagerungsmittel 27 ist dann
beispielweise als zumindest eine Verlagerungsspindel 27 und/oder als zumindest ein
bezüglich seines Volumens veränderbarer Hohlkörper 27, insbesondere als zumindest
ein Verlagerungsschlauch 27 und/oder als zumindest ein elektrischer Antrieb, z. B.
Motor ausgebildet.
[0044] In einer zweiten Ausführungsform des zumindest einen Verlagerungsmittels 34 steht
das jeweilige zumindest eine Verlagerungsmittel 34 beispielsweise ausschließlich mit
einem Spannelement 20 einerseits und einem zu dem Ballen 46 des Formzylinders 07 ortsfesten
Bauteil, beispielsweise dem Ballen 46 des Formzylinders 07 selbst in Verbindung. Bevorzugt
ist das zumindest eine Verlagerungsmittel 34 derart ausgebildet, dass es unterschiedlich
große Wegstrecken für die Verlagerung des selben jeweiligen Spannelementes 20 ermöglicht
und/oder dass es unterschiedlich große Wegstrecken für die Verlagerung unterschiedlicher
Spannelemente 20 ermöglicht. Im Folgenden werden zwei Beispiele für diese zweite Ausführungsform
beschrieben.
[0045] In einem ersten Beispiel der zweiten Ausführungsform des zumindest einen Verlagerungsmittels
34 wird bevorzugt eine axiale Verlagerung des zumindest einen Spannelementes 20 mittels
einer auf die axiale Richtung A bezogene Verlängerung zumindest eines ersten Kraftübermittlungselementes
36 oder kurz ersten Kraftübermittlers 36 bewirkt. Bevorzugt ist dazu in der Zylinderausnehmung
14 das zumindest eine Spannelement 20 und bevorzugt die mehreren Spannelemente 20
angeordnet, insbesondere auf die axiale Richtung A bezogen nacheinander in einer Reihe.
Bevorzugt sind zumindest zwei und weiter bevorzugt zumindest drei Spannelemente 20
derart nacheinander angeordnet. Bevorzugt weist das zumindest eine Spannelement 20
zumindest ein äußeres Klemmelement 23 und zumindest ein inneres Klemmelement 24 auf.
Weiter bevorzugt weist jedes der zumindest zwei Spannelemente 20 jeweils zumindest
ein äußeres Klemmelement 23 und jeweils zumindest ein inneres Klemmelement 24 auf.
In einer Ausgangslage sind die mehreren Spannelemente 20 beispielsweise derart angeordnet,
dass ihre inneren Klemmelemente 24 in der axialen Richtung A fluchten und/oder dass
ihre äußeren Klemmelemente 23 in der axialen Richtung A fluchten. Insbesondere durch
unterschiedliche Verlagerung der einzelnen Spannelemente 20 bezüglich der Umfangsrichtung
B kann dieser Zustand jedoch aufgehoben sein.
[0046] Bevorzugt erfolgt eine Befestigung des zumindest im Druckbetrieb nachlaufenden Endes
19 an dem jeweiligen Spannelement 20 durch Klemmung des zumindest im Druckbetrieb
nachlaufenden Endes 19 zwischen dem jeweiligen inneren Klemmelement 24 und dem jeweiligen
äußeren Klemmelement 23.
[0047] Die Betätigung des jeweiligen auf das zumindest eine Spannelement 20 wirkenden Stellmittels
zur Verlagerung des betreffenden Spannelementes 20 in Umfangsrichtung B des Formzylinders
07 und/oder in dessen Axialrichtung A erfolgt vorzugsweise von außerhalb des Formzylinders
07, insbesondere berührungslos, z. B. magnetisch.
[0048] Bevorzugt weist das zumindest eine Verlagerungsmittel 34 zumindest ein erstes Krafterzeugungselement
35 oder einen ersten Krafterzeuger 35 auf. Bevorzugt weist das zumindest eine Verlagerungsmittel
34 zumindest ein erstes Kraftübermittlungselement 36 auf. Das zumindest eine Krafterzeugungselement
35 ist bevorzugt aktivierbar und auch wieder deaktivierbar. Das zumindest eine Krafterzeugungselement
35 ist bevorzugt als zumindest ein erster Verlagerungsantrieb 35 ausgebildet. Das
zumindest eine Krafterzeugungselement 35 ist bevorzugt als zumindest ein bezüglich
seines Volumens veränderbarer Hohlkörper 35, beispielsweise als zumindest ein pneumatisches
Krafterzeugungselement 35, insbesondere als zumindest ein Dehnschlauch 35 ausgebildet.
Bevorzugt ist dieser Hohlkörper 35 mit Druckluft beaufschlagt oder zumindest beaufschlagbar.
[0049] Beispielsweise ist zumindest eine Dreheinführung vorzugsweise an zumindest einer
Stirnseite des betreffenden Formzylinders 07, insbesondere an einem seiner Zapfen
angeordnet, um das Fluid, z. B. die Luft als Medium in den Formzylinder 07 und insbesondere
in den Hohlkörper 35 bzw. Dehnschlauch 35 und/oder in den Spannschlauch 28 zu befördern.
Die mindestens eine Dreheinführung ist vorzugsweise mehrkanalig ausgebildet, d. h.
es sind verschiedene Stützelemente 28 und/oder Krafterzeugungselemente 35 jeweils
vorzugsweise mit Fluiden unterschiedlicher Drücke beaufschlagbar. Die mindestens eine
Dreheinführung ist insbesondere auch derart ausgebildet, dass ein mit einem Fluid
zu beaufschlagendes in dem betreffenden Formzylinder 07 angeordnetes Stützelement
28 und/oder Krafterzeugungselement 35 jeweils während einer Rotation dieses Formzylinders
07 mit dem Fluid beaufschlagt wird oder zumindest beaufschlagbar ist. In einer besonders
bevorzugten Ausführung der mindestens einen Dreheinführung sind deren mehrere Kanäle
während der Rotation des Formzylinders 07 jeweils mit Fluiden unterschiedlicher Drücke
beaufschlagt oder zumindest beaufschlagbar.
[0050] Bevorzugt ist zum Verlagern des zumindest einen Spannelementes 20 in axialer Richtung
A des Formzylinders 07 ein Innendruck des bevorzugt als Dehnschlauch 35 ausgebildeten
Hohlkörpers 35 heraufsetzbar, insbesondere gezielt heraufsetzbar. Hierzu ist bevorzugt
zumindest ein Ventil, insbesondere Proportionalventil und/oder zumindest ein Druckminderer
vorgesehen, mittels dem ein Innendruck gezielt einstellbar ist. Alternativ oder zusätzlich
ist beispielsweise vorgesehen, dass der bevorzugt als Dehnschlauch 35 ausgebildete
Hohlkörper 35 stufenweise mit Teilvolumen des zur Füllung vorgesehenen Fluids, insbesondere
Luft, gefüllt wird. Die Teilvolumen sind bevorzugt durch eine Vorgabe bezüglich des
Volumens und/oder eine Vorgabe bezüglich einer Öffnungszeit eines Ventils oder ähnliches
vorgegeben. Beispielsweise erfolgt eine solche stufenweise Füllung iterativ mit wiederholtem
Erfassen des Innendrucks und/oder der Lage des zumindest einen Spannelementes 20 relativ
zu dem Ballen 46 des Formzylinders 07 und/oder wiederholter Bildinspektion und/oder
wiederholter Registermessung, bis ein gewünschter Wert und/oder Zustand erreicht ist.
Die Teilvolumen werden bevorzugt derart dem bevorzugt als Dehnschlauch 35 ausgebildeten
Hohlkörper 35 zugeführt, dass an einem an das innere dieses Hohlkörpers 35 grenzenden
Ventil ein Druck anliegt, der zumindest so hoch wie und bevorzugt höher ist als der
für das Innere des Hohlkörpers 35 vorgesehene Innendruck, und dass durch gezieltes
Öffnen dieses Ventils Fluid in das Innere des Hohlraums 35 strömt. In einer alternativen
Ausführungsvariante ist das zum Verlagern des zumindest einen Spannelementes 20 in
Axialrichtung A des Formzylinders 07 vorgesehene Stellmittel als ein vorzugsweise
elektrisch betriebener Motor ausgebildet.
[0051] Beispielsweise ist das zumindest eine Krafterzeugungselement 35 derart angeordnet,
dass eine von ihm erzeugte Kraft 39 zunächst zumindest im Wesentlichen orthogonal
zu der axialen Richtung A ausgerichtet ist. Dann ist bevorzugt zumindest ein Kraftübermittlungselement
36 angeordnet, das beispielsweise als zumindest ein Hebel oder bevorzugt zumindest
eine erste Biegefeder 36 ausgebildet ist. Bevorzugt ist die zumindest eine Biegefeder
36 derart vorgeformt, dass ein konvexer Bereich der Biegefeder 36 dem zumindest einen
Krafterzeugungselement 35 zugewandt und bezüglich der axialen Richtung A an einer
gleichen Position wie das zumindest eine Krafterzeugungselement 35 angeordnet ist.
Bevorzugt ist also die zumindest eine Biegefeder 36 in ihrer Längserstreckung in axialer
Richtung A angeordnet. Bevorzugt ist das zumindest eine Kraftübermittlungselement
36 an zumindest einer ersten Verbindungsstelle 37 mit dem Ballen 46 des Formzylinders
08 verbunden und/oder in Kontakt. Die erste Verbindungsstelle 37 wird beispielsweise
auch Zylinderlager 37 genannt. Bevorzugt ist das zumindest eine Kraftübermittlungselement
36 an zumindest einer zweiten Verbindungsstelle 38 mit dem zumindest einen Spannelement
20 verbunden und/oder in Kontakt. Die zweite Verbindungsstelle 38 wird beispielsweise
auch Spannelementlager 38 genannt. Bevorzugt erlauben die erste Verbindungstelle 37
und/oder die zweite Verbindungsstelle 38 relative Bewegungen zwischen dem zumindest
einen Kraftübertragungselement 36 einerseits und dem Ballen 46 des Formzylinders 07
und/oder dem jeweiligen Spannelement 20 andererseits bezüglich der Umfangsrichtung
B. Dies wird beispielsweise durch Anordnung zumindest einer Schwalbenschwanzführung
45 ermöglich, die beispielsweise eine Verbindung zwischen dem Ballen 46 des Formzylinders
07 und dem Spannelement 20 herstellt.
[0052] Bevorzugt ist durch eine von dem Krafterzeugungselement 35 ausgehende Kraft 39 eine
Form und/oder Lage des zumindest einen Kraftübermittlungselementes 36 derart veränderbar,
dass die zweite Verbindungsstelle 37 bezüglich der axialen Richtung A von der ersten
Verbindungsstelle 37 entfernt wird. Beispielsweise wird die von dem Krafterzeugungselement
35 ausgehende Kraft 39 durch einen erhöhten Druck innerhalb des Dehnschlauchs 35 erzeugt.
Beispielsweise wird zur Veränderung der Form und/oder Lage des zumindest einen Kraftübermittlungselementes
36 dessen Konvexität verringert und/oder dessen Ausdehnung in der axialen Richtung
A vergrößert. Beispielsweise ist die Biegefeder 36 als Kraftübermittlungselement 36
über den Dehnschlauch 35 mit einer Kraft 39 beaufschlagbar, die im Wesentlichen quer
zur Längserstreckung der Biegefeder wirkt und bevorzugt in der Mitte der Biegefeder
36 angreift. Dies führt zu einer Verformung der Biegefeder 36, so dass sich ein Abstand
a zwischen dem Zylinderlager 37 und dem Spannelementlager 38 vergrößert und damit
das Spannelement 20 bezüglich der axialen Richtung A verschoben wird.
[0053] Bevorzugt ist das zumindest eine Kraftübermittlungselement 36 derart elastisch ausgebildet,
dass es eine seiner Verformung entgegenwirkende Gegenkraft erzeugt, die weiter bevorzugt
geringer ist als die durch das Krafterzeugungselement 35 erzeugbare Kraft 39. Dadurch
kann beispielsweise bei einem Entlasten der Biegefeder 36 durch Entlüften des Dehnschlauchs
35 die Biegefeder 36 in ihre Ursprungslage zurückkehren. Ist das Spannelementlager
38 als eine lose zweite Verbindungsstelle 38 ausgeführt, so ist bevorzugt zumindest
ein eine Rückstellkraft erzeugendes Rückstellelement 40 angeordnet, beispielsweise
in Form einer Druckfeder 40. Dadurch kann das jeweilige Spannelement 20 wieder in
seine Ausgangslage bezüglich der axialen Richtung A verlagert werden. Alternativ oder
zusätzlich zu dem Rückstellelement 40 ist beispielsweise eine formschlüssige Verbindung
zwischen dem Ballen 46 einerseits und dem Kraftübermittlungselement 36 andererseits
an der zweiten Verbindungsstelle 38 sowie zwischen dem Spannelement 20 einerseits
und dem Kraftübermittlungselement 36 andererseits an der ersten Verbindungsstelle
37 vorgesehen, um das jeweilige Spannelement 20 wieder in seine auf die axiale Richtung
A bezogene Ausgangslage zu verbringen, insbesondere indem die Gegenkraft durch das
Kraftübermittlungselement 36 selbst bewirkt wird.
[0054] Alternativ oder zusätzlich zu dem Dehnschlauch 35 kann auch zumindest ein Pneumatikzylinder
und/oder zumindest ein Hydraulikzylinder und/oder zumindest ein elektrischer Antrieb
als Krafterzeugungselement 35 eingesetzt werden, beispielsweise in Verbindung mit
zumindest einem Getriebe, wie beispielsweise einer Gewindespindel. Das zumindest eine
Kraftübermittlungselement 36 ist alternativ oder zusätzlich als zumindest ein Kniehebelgetriebe
ausgeführt. Bevorzugt wirkt dann die Kraft 39 des Krafterzeugungselementes 35 auf
ein Gelenk zwischen zwei Hebeln, so dass durch die Streckung des Kniehebelgetriebes
die Verlagerung des jeweiligen Spannelementes 20 erfolgt.
[0055] Ein zweites Beispiel der zweiten Ausführungsform des zumindest einen Verlagerungsmittels
34 unterscheidet sich von dem ersten Beispiel insbesondere durch eine Art und/oder
Richtung der durch das Kraftübermittlungselement 36 ausgeübten Kraft. Während im ersten
Beispiel das Spannelement 20 bei Aktivierung des Krafterzeugungselementes 35 durch
das Kraftübermittlungselement 36 geschoben wird, wird in dem zweiten Beispiel als
Spannelement 20 bei Aktivierung des Krafterzeugungselementes 35 durch das Kraftübermittlungselement
36 gezogen. Soweit nicht anders beschrieben stimmt das zweite Beispiel bevorzugt mit
dem ersten Beispiel überein. Bevorzugt ist die zumindest eine Biegefeder 36 derart
vorgeformt, dass ein konkaver Bereich der Biegefeder 36 dem zumindest einen Krafterzeugungselement
35 zugewandt und bezüglich der axialen Richtung A an einer gleichen Position wie das
zumindest eine Krafterzeugungselement 35 angeordnet ist.
[0056] Bevorzugt ist dann durch eine von dem Krafterzeugungselement 35 ausgehende Kraft
eine Form und/oder Lage des zumindest einen Kraftübermittlungselementes 36 derart
veränderbar, dass die zweite Verbindungsstelle 37 bezüglich der axialen Richtung A
auf die erste Verbindungsstelle 37 zu bewegt wird. Beispielsweise wird die von dem
Krafterzeugungselement 35 ausgehende Kraft 39 durch einen erhöhten Druck innerhalb
des Dehnschlauchs 35 erzeugt. Beispielsweise wird zur Veränderung der Form und/oder
Lage des zumindest einen Kraftübermittlungselementes 36 dessen Konkavität vergrößert
und/oder dessen Ausdehnung in der axialen Richtung A verringert. Beispielsweise ist
die Biegefeder 36 als Kraftübermittlungselement 36 über den Dehnschlauch 35 mit einer
Kraft 39 beaufschlagbar, die im Wesentlichen quer zur Längserstreckung der Biegefeder
36 wirkt und bevorzugt in der Mitte der Biegefeder 36 angreift. Dies führt zu einer
Verformung der Biegefeder 36, so dass sich ein Abstand b zwischen dem Zylinderlager
37 und dem Spannelementlager 38 verringert und damit das betreffende Spannelement
20 bezüglich der axialen Richtung A verschoben wird. Falls ein Rückstellelement 40
angeordnet ist, ist dies bevorzugt als zumindest eine Zugfeder 40 ausgebildet.
[0057] Alternativ ist ein Kraftübermittlungselement 36 nicht angeordnet, sondern ein Krafterzeugungselement
35 steht direkt mit dem jeweiligen zumindest einen Spannelement 20 in Verbindung und
ist dazu ausgebildet, dessen auf die axiale Richtung A bezogene Lage direkt einzustellen.
[0058] Der auf dem Formzylinder 07 aufgespannte Zylinderaufzug 08 wird bevorzugt nach vorgegebenen
Werten und bevorzugt fernverstellbar in der axialen Richtung A und/oder in der Umfangsrichtung
B in seiner Abmessung verändert, insbesondere gedehnt.
[0059] Zum Dehnen des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B wird der Zylinderaufzug
08 bevorzugt auf dem Formzylinder 07 angeordnet und weiter bevorzugt an seinem im
Druckbetrieb vorlaufenden Ende 17 in bzw. an dem vorderen Befestigungsmittel 16 befestigt,
insbesondere geklemmt, und an seinem im Druckbetrieb nachlaufenden Ende 19 in dem
zumindest einen in dem Zylinderkanal 14 angeordneten Spannelement 20 der Spannvorrichtung
15 gehalten. Insbesondere durch Bewegung des zumindest einen Spannelementes 20 bezüglich
der Umfangsrichtung B wird innerhalb des Zylinderaufzugs 08 eine Zugspannung FZ aufgebaut,
die zum Dehnen des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B erhöht wird. Durch
Verlagerung der Spannelemente 20 in Umfangsrichtung B wird der Zylinderaufzug 08 auf
der Oberfläche des Formzylinders 07 gespannt und gegebenenfalls gedehnt. Eine Veränderung
der Zugspannung FZ in dem betreffenden Zylinderaufzug 08, und zwar in Axialrichtung
A und/oder in Umfangsrichtung B, führt jeweils zu einer Dimensionsänderung dieses
Zylinderaufzugs 08, d. h. zu einer Änderung seiner Länge und/oder Breite.
[0060] Das zumindest eine im Spannkanal 14 bewegbar angeordnete Spannelement 20 weist bevorzugt
jeweils zumindest ein äußeres Klemmelement 23 und zumindest ein inneres Klemmelement
24 auf, wobei das Spannelement 20, zumindest dessen eines innere Klemmelement 24,
in seiner Bewegung in der Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 durch mindestens
eine insbesondere mit dem Ballen 46 dieses Formzylinders 07 fest verbundene, sich
in Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 erstreckende Führungsschiene 48 z. B. entlang
eines Stellweges S zwangsgeführt ist, wobei diese mindestens eine Führungsschiene
48 vorzugsweise am oder im Grund 49 des Spannkanals 14 oder in geringer Höhe über
dem Grund 49 des Spannkanals 14 angeordnet ist (Fig. 7 und 8). Unter einer geringen
Höhe über dem Grund 49 des Spannkanals 14 soll eine Höhe verstanden werden, die ausgehend
vom Niveau des Grunds 49 des Spannkanals 14 maximal bis zur halben Bauhöhe des betreffenden
im Spannkanal 14 angeordneten Spannelementes 20, d. h. insbesondere dessen inneren
Klemmelementes 24, vorzugsweise nur bis zu einem Drittel dieser Bauhöhe misst. In
einer bevorzugten Ausführung ist die Führungsschiene 48 als ein Nut-Feder-System ausgebildet,
wobei eine sich in Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 erstreckende z. B. T-förmige
Nut an dem dem Grund 49 des Spannkanals 14 zugewandten Ende des im Spannkanal 14 angeordneten
inneren Klemmelementes 24 und eine in dieser Nut insbesondere mit nur geringem Spiel
von weniger als z. B. 0,3 mm geführte z. B. T-förmige Feder am Grund 49 des Spannkanals
14 ausgebildet sind, wie es in der Fig. 8 beispielhaft dargestellt ist. Das in Umfangsrichtung
B des Formzylinders 07 bewegte Spannelement 20 ist von dem von dem in seinem Volumen
veränderbaren Hohlkörper 28 z. B. mittels eines vorzugsweise direkt auf das betreffende
Spannelement 20 wirkenden Kolbens 53 vorzugsweise gegen die Kraft FF mindestens eines
im Spannkanal 14 in oder an einer Halterung 52 fest abgestützten Federelementes 51
angetrieben. Das mindestens eine Federelement 51 ist vorzugsweise jeweils als eine
Druckfeder ausgebildet. Mit einer Reduktion oder einem Wegfall des vom pneumatischen
Mittel 28, d. h. insbesondere des Hohlkörpers 28 auf dieses Spannelement 20 ausgeübten
Drucks verharrt das Spannelement 20 an seiner z. B. entlang des Stellweges S eingestellten
Position insbesondere aufgrund der innerhalb des Zylinderaufzugs 08 aufgebauten, dem
auf das betreffende Spannelement 20 ausgeübten Druck entgegen wirkenden Zugspannung
FZ in einem Zustand der Selbsthemmung.
[0061] Das Zustandekommen der Selbsthemmung wird anhand der Figuren 9a und 9b näher erläutert,
wobei jeweils nur eines der z. B. in der mindestens einen Führungsschiene 48 vorzugsweise
entlang eines Stellweges S in Umfangsrichtung B des Formzylinders 07 geführten Spannelemente
20 in der bevorzugten Ausführung mit seinem zumindest einen äußeren Klemmelement 23
und seinem zumindest einen inneren Klemmelement 24 in einem Teilschnitt dargestellt
ist. Es wirken aus der jeweiligen Darstellung ersichtlich folgende Kräfte bzw. korrespondierende
Spannungen und/oder Drücke:
- FZ
- Gegenkraft bzw. Zugspannung des Zylinderaufzugs 08
- FF
- Gegenkraft des Federelementes 51
- FH
- Druck bzw. Antriebskraft des Hohlkörpers 28
- FA; FB
- Führungskräfte entlang der Führungsschiene 48
- FAr; FBr
- Reibkräfte entlang der Führungsschiene 48
[0062] Fig. 3a zeigt den Zustand des Spannens eines vorzugsweise auf einem Formzylinder
07 angeordneten Zylinderaufzugs 08. Auf Grund der geometrischen Verhältnisse überwiegt
die resultierende Kraft im Umfeld der z. B. T-förmig ausgebildeten Führungsschiene
48 gegenüber der Gegenkraft FZ des Zylinderaufzugs 08. Der Zylinderaufzug 08 wird
entlang des z. B. durch die mindestens eine Führungsschiene 48 festgelegten Stellweges
S in Richtung des angedeuteten Bewegungspfeiles bewegt und dadurch gespannt.
[0063] Fig. 3b zeigt den Zustand der Selbsthemmung, d. h. eines Verharrens des betreffenden
Spannelementes 20 an einer z. B. entlang des Stellweges S befindlichen Position. Wenn
die Antriebskraft FH des Hohlkörpers 28 und damit die resultierende Kraft gegenüber
der Gegenkraft FZ des Zylinderaufzugs 08 geringer wird und einen zumindest durch die
z. B. entlang der mindestens einen Führungsschiene 48 wirkenden Führungskräfte FA;
FB sowie Reibkräfte FAr; FBr bestimmten Grenzwert unterschreitet oder vollständig
wegfällt, wird das betreffende vorzugsweise mit nur geringem Spiel geführte Spannelement
20, d. h. dessen zumindest eine innere Klemmelement 24 z. B. in oder an der mindestens
einen Führungsschiene 48 an der zuvor z. B. entlang des Stellweges S eingestellten
Position "verklemmt", da die Gegenkraft FZ des Zylinderaufzugs 08 ein zu dieser Gegenkraft
FZ gleichgerichtetes Drehmoment auf das Spannelement 20 ausübt, wobei dessen Drehpunkt
im Bereich der Führungsschiene 48 liegt, wodurch das betreffende Spannelement 20 aus
seiner zum Grund 49 des Spannkanals 14 orthogonalen Anordnung in Richtung der Gegenkraft
FZ des Zylinderaufzugs 08 "kippt" und sich dadurch an der mindestens einen Führungsschiene
48 durch Verkantung selbsthemmend festsetzt bzw. an der zuvor eingestellten Position
gehalten wird.
[0064] Fig. 10 zeigt nochmals in einer Teilschnittdarstellung des betreffenden Formzylinders
07 eines der in oder an der mindestens einen Führungsschiene 48 selbsthemmend angeordneten
Spannelemente 20.
[0065] Zum Dehnen des Zylinderaufzugs 08, insbesondere zumindest des nachlaufenden Endes
19 des Zylinderaufzugs 08 in der axialen Richtung A erfolgt bevorzugt eine relative
Verlagerung zumindest zweier der Spannelemente 20 bezüglich dieser axialen Richtung
A, insbesondere von der auf die axiale Richtung A bezogenen Mitte des Ballens 46 des
Formzylinders 07 ausgehend. Durch Verlagerung der Spannelemente 20 in der axialen
Richtung A wird der Zylinderaufzug 08 im Bereich seines nachlaufenden Endes 19 gespreizt
und damit gedehnt.
[0066] Im Fall eines im Zylinderkanal 14 selbsthemmend angeordneten Spannelementes 20 kann
die mit diesem Spannelement 20 in einem Zylinderaufzug 08 aufgebaute Zugspannung FZ
nur erhöht, jedoch während der Rotation des betreffenden Formzylinders 07 nicht reduziert
werden. Eine unbeabsichtigt zu hoch eingestellte Zugspannung FZ kann während der Rotation
des betreffenden Formzylinders 07 nicht rückgängig gemacht werden, sondern erst nach
einem Stillstand des betreffenden Formzylinders 07 und einem Lösen z. B. des als äußere
Klemmleiste 23 ausgebildeten äußeren Klemmelementes 23 des betreffenden Spannelementes
20. Daher ist in einer mehrere Druckwerke 01; 02; 03 aufweisenden Bearbeitungsmaschine,
insbesondere Druckmaschine vorgesehen, dass eine überhöht aufgebaute Zugspannung FZ
in einem Zylinderaufzug 08 eines insbesondere an der Abarbeitung des Druckauftrags
beteiligten Formzylinders 07 von einem dieser Druckwerke 01; 02; 03 durch ein Nachführen
der jeweiligen Zugspannung FZ in einem Zylinderaufzug 08 von mindestens einem anderen
der insbesondere an der Abarbeitung dieses Druckauftrags beteiligten Formzylinder
07 von mindestens einem der anderen Druckwerke 01; 02; 03 kompensiert wird.
[0067] Damit lässt sich ein Verfahren zum Anpassen von mindestens einem Zylinderaufzug 08
an eine Bedruckstoffänderung in Umfangsrichtung B eines Formzylinders 07 ausführen,
bei dem mindestens zwei Zylinderaufzüge 08 in einer Druckmaschine jeweils auf verschiedenen
Formzylindern 07 angeordnet werden, bei dem in diesen Zylinderaufzügen 08 jeweils
eine Zugspannung FZ jeweils zumindest in Umfangsrichtung B ihres sie jeweils tragenden
Formzylinders 07 aufgebaut wird, bei dem die jeweilige Zugspannung FZ jeweils während
der Rotation des betreffenden Formzylinders 07 insbesondere durch eine in dessen Umfangsrichtung
B z. B. entlang eines Stellweges S vorgenommene Verlagerung eines Spannelementes 20
aufgebaut wird, bei dem das betreffende Spannelement 20 jeweils durch eine insbesondere
der betreffenden Zugspannung FZ entgegen gerichtete Antriebskraft FH verlagert wird,
bei dem mindestens eines der Spannelemente 20 bei einer Reduktion der Antriebskraft
FH unter einen Grenzwert an seiner Position gehalten wird, z. B. im Zustand der Selbsthemmung
verharrend, bei dem eine von dem an seiner Position gehaltenen, z. B. in Selbsthemmung
verharrenden Spannelement 20 überhöht aufgebaute Zugspannung FZ in einem Zylinderaufzug
08 auf einem insbesondere an einer Abarbeitung eines bestimmten Druckauftrags beteiligten
Formzylinder 07 durch ein Nachführen, d. h. insbesondere durch ein Erhöhen der jeweiligen
Zugspannung FZ in dem jeweiligen Zylinderaufzug 08 von mindestens einem anderen insbesondere
an der Abarbeitung dieses Druckauftrags beteiligten Formzylinder 07 kompensiert wird.
Dieses Verfahren kann vorteilhaft in Kombination mit einem oder mehreren der anderen
bereits beschriebenen oder nachfolgend noch genannten Merkmale ausgeführt werden.
[0068] Insbesondere durch vorzugsweise in der Bearbeitungsmaschine, also inline vorgenommene
Registermessungen lassen sich notwendige Einstellungen und/oder Ansteuerungen der
Spannelemente 20 und/oder des Antriebs des Formzylinders 07 ableiten, wobei insbesondere
die notwendigen Einstellungen und/oder Ansteuerungen der Spannelemente 20 nicht nur
zur Nachführung während der Rotation des betreffenden Formzylinders 07, sondern schon
beim Einrichten der vorzugsweise als Druckmaschine ausgebildeten Bearbeitungsmaschine
vorgenommen werden. Bevorzugt wird jeder Zylinderaufzug 08 eines Druckauftrags im
Zuge seiner Belichtung mit mindestens einem Bildmerkmal versehen, beispielsweise in
Form eines Passkreuzes. Das mindestens eine Bildmerkmal wird in der Regel in einem
druckbildfreien Bereich des Zylinderaufzugs 08 angeordnet, kann aber beispielsweise
auch Teil des Druckbilds 32 selbst sein. Bevorzugt sind zumindest zwei derartige Bildmerkmale
vorgesehen, die sich bezüglich ihrer Lage auf dem Formzylinder 07 in der axialen Richtung
A und/oder in der Umfangsrichtung B voneinander unterscheiden. Beispielsweise sind
diese in mindestens einem sich in der axialen Richtung A und/oder der Umfangsrichtung
B des Formzylinders 07 erstreckenden druckbildfreien Bereich vorgesehen.
[0069] Bevorzugt sind in einem Speicher, beispielsweise in dem zumindest das betreffende
Spannelement 20 steuernden Steuerrechner der Bearbeitungsmaschine für den aufgespannten
Zylinderaufzug 08 und/oder für den in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden
Bedruckstoff jeweils spezifische Daten, wie zum Beispiel dessen Werkstoff und/oder
dessen Dicke und/oder dessen Format hinterlegt und/oder es sind in diesem oder in
einem anderen Speicher als maschinenspezifische Daten beispielsweise eine Position
bzw. Lage der jeweiligen Spannelemente 20 vor der Abarbeitung des Druckauftrags hinterlegt.
Es ist vorteilhaft, vor Abarbeitung des anstehenden Druckauftrags für jedes der an
der Abarbeitung des Druckauftrags beteiligten Druckwerke 01; 02; 03 jeweils die das
jeweils mindestens eine Spannelement 20 betreffenden maschinenspezifischen Daten jeweils
zu ermitteln und in dem jeweiligen Speicher zu hinterlegen. Mit für jedes Druckwerk
01; 02; 03 individuellen maschinenspezifischen Daten, die z. B. auch eine Rangfolge
dieser Druckwerke 01; 02; 03 in ihrer jeweiligen Verwendung bei der Abarbeitung des
betreffenden Druckauftrags berücksichtigen, kann insbesondere in Verbindung mit spezifischen
Daten für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder mit spezifischen Daten für
den in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff jeweils Druckprozess
bedingten Dimensionsänderungen am Bedruckstoff in einer automatischen Steuerung oder
Regelung entgegen gewirkt werden, indem unter Berücksichtigung dieser spezifischen
Daten vom Steuerrechner Korrekturwerte ermittelt werden, die zum Ansteuern z. B. mindestens
eines der Spannelemente 20 und/oder zur Einstellung und/oder Nachführung einer Winkellage
des betreffenden Druckformzylinders 07 relativ zu einer Winkellage eines bedruckstoffführenden
Zylinders 04; 06 verwendet werden. Der Steuerrechner ermittelt eine Abweichung von
z. B. den Druckprozess und/oder mindestens eine Dimension des Bedruckstoffes betreffenden
Ist-Werten zu Soll-Werten und ermittelt dann aus diesem Soll-/Ist-Wert-Vergleich z.
B. die Position bzw. Lage des betreffenden Spannelementes 20 beeinflussende Korrekturwerte,
die diese Abweichung verringert oder beseitigt. Der Steuerrechner ist bevorzugt Teil
der Maschinensteuerung. Des Weiteren können in dem oder einem weiteren Speicher prozessspezifische
Daten hinterlegt sein, wobei die prozessspezifischen Daten insbesondere eine Produktionsgeschwindigkeit
der Bearbeitungsmaschine und/oder die klimatischen Produktionsbedingungen wie z. B.
eine Information über die Temperatur und/oder Feuchte der den Bedruckstoff umgebenden
Luft betreffen.
[0070] Die für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder die für den in dem anstehenden
Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff jeweils spezifischen Daten sind in ihrem
jeweiligen Speicher oder in dem gemeinsamen Speicher vorzugsweise in Abhängigkeit
von mindestens einem veränderlichen Prozessparameter oder Maschinenparameter hinterlegt,
z. B. in Abhängigkeit von der Produktionsgeschwindigkeit der Bearbeitungsmaschine,
insbesondere von einer Druckgeschwindigkeit der vorzugsweise als Bogendruckmaschine
ausgebildeten Druckmaschine.
[0071] Die von einem veränderlichen Prozessparameter oder Maschinenparameter abhängige Hinterlegung
der jeweiligen rechnerisch oder experimentell ermittelten spezifischen Daten erfolgt
z. B. jeweils in einer Tabelle oder durch einen mathematisch beschreibbaren funktionalen
Zusammenhang, wobei der jeweilige funktionale Zusammenhang in einem z. B. kartesischen
Koordinatensystem jeweils z. B. durch Wertepaare oder in einem Kurvenverlauf dargestellt
ist bzw. wird oder zumindest darstellbar ist. Ein solcher Kurvenverlauf wird auch
als Nachführkurve bezeichnet.
[0072] Vorzugsweise sind in dem betreffenden Speicher eine Menge spezifischer Daten oder
verschiedener Nachführkurven gespeichert, wobei aus dieser Menge insbesondere vom
Bediener der betreffenden vorzugsweise als Druckmaschine ausgebildeten Bearbeitungsmaschine
oder automatisiert je nach Bedarf eine Auswahl getroffen werden kann. Die jeweiligen
spezifischen Daten oder eine jede dieser Nachführkurven können z. B. von einem oder
mehreren der folgenden Parameter abhängig sein:
- der Produktionsgeschwindigkeit der Bearbeitungsmaschine
- einer Einstellung eines Farbwerks 09 betreffend z. B. seiner Farbzonen, einer Duktordrehzahl
oder einem Hebertakt
- einer Einstellung eines Feuchtwerks 12
- einer Information über die z. B. aktuelle oder beabsichtigte Flächendeckung des Bedruckstoffes
- einer Höhe bzw. Dicke des betreffenden Zylinderaufzugs 08, d. h. einer Information
zum Ist-Durchmesser von Oberflächen z. B. einer Druckplatte und/oder eines Gummituchs
- einem Typen, insbesondere einem Gummituchtyp oder einem Förderverhalten des Gummituchs
- einer Einstellung einer Pressung zwischen dem Bedruckstoff und dem mit dem betreffenden
Formzylinder 07 zusammenwirkenden Übertragungszylinder 06, d. h. insbesondere dem
Gummituch
- einer Information betreffend den Bedruckstoff, z. B. seinem Typ oder Werkstoff, sein
Flächengewicht, seine Faserausrichtung, seine Dicke, seine Länge und/oder Breite,
die Beschaffenheit seiner zu bearbeitenden Oberfläche (z. B. gestrichen oder nicht
gestrichen), sein Feuchtdehnungsverhalten
- einer Information über die Temperatur und/oder Feuchte der den Bedruckstoff umgebenden
Luft
[0073] Alle diese spezifischen Daten können jeweils für sich oder in beliebiger Kombination
für die jeweilige Einstellung und/oder Nachführung z. B. mindestens eines der Spannelemente
20 und/oder zur Einstellung einer Winkellage von mindestens einem der am Druckprozess
beteiligten Zylinder 04; 06; 07 zur Anwendung gebracht werden, d. h. eine jede dieser
Nachführkurven kann jeweils für sich allein oder gemeinsam mit mindestens einer der
anderen Nachführkurven für die jeweilige Einstellung und/oder Nachführung z. B. mindestens
eines der Spannelemente 20 und/oder zur Einstellung der Winkellage von mindestens
einem der am Druckprozess beteiligten Zylinder 04; 06; 07 zur Anwendung gebracht werden.
Unter Zuhilfenahme der spezifischen Daten kann sowohl mindestens ein Druckbild 31
als auch mindestens ein Zylinderaufzug 08 oder auch beides jeweils an eine Bedruckstoffänderung
angepasst werden.
[0074] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die jeweils als Korrekturwerte verwendeten
spezifischen Daten von dem Bediener der betreffenden vorzugsweise als Druckmaschine
ausgebildeten Bearbeitungsmaschine in den die jeweiligen Spannelemente 20 einstellenden
und/oder nachführenden Steuerrechner eingegeben oder aus dessen Speicher ausgewählt
werden. Dabei können die vom Bediener in den Steuerrechner eingegebenen oder ausgewählten
Korrekturwerte jeweils für sich allein oder gemeinsam z. B. in Überlagerung, insbesondere
in Addition mit mindestens einer der im Steuerrechner hinterlegten Nachführkurven
für die jeweilige Einstellung und/oder Nachführung z. B. mindestens eines der Spannelemente
20 und/oder zur Einstellung einer Winkellage von mindestens einem der am Druckprozess
beteiligten Zylinder 04; 06; 07 zur Anwendung kommen.
[0075] Die für die jeweilige Einstellung und/oder Nachführung mindestens eines der Spannelemente
20 verwendeten spezifischen Daten bzw. Korrekturwerte können vom Steuerrechner auch
erlernt werden, indem vorzugsweise mehrere in der Bearbeitungsmaschine nacheinander
bearbeitete Druckbogen, zwischen denen jeweils mindestens ein Parameter in der Bearbeitungsmaschine
verändert wurde, jeweils von einer z. B. zu einem Inspektionssystem gehörenden Erfassungseinrichtung
60 erfasst und jeweils mit einer Referenz verglichen werden, wobei die Referenz z.
B. durch einen anderen Druckbogen 31 oder durch eine Druckvorlage aus einer Druckvorstufe
gebildet wird. Abhängig von in dem vorgenannten Vergleich z. B. mit Hilfe von Rechenalgorithmen
z. B. vom Inspektionssystem oder dem Steuerrechner vorzugsweise automatisiert ermittelten
Abweichungen zur Referenz kann z. B. der Steuerrechner automatisch Korrekturwerte
ermitteln und in dem betreffenden Speicher zur vorgenannten Verwendung in der jeweiligen
Einstellung und/oder Nachführung z. B. mindestens eines der Spannelemente 20 und/oder
zur Einstellung einer Winkellage von mindestens einem der am Druckprozess beteiligten
Zylinder 04; 06; 07 hinterlegen.
[0076] In vorteilhafter Weise lässt sich somit ein Verfahren zum Anpassen eines Druckbildes
32 und/oder mindestens eines Zylinderaufzugs 08 an eine Bedruckstoffänderung in einer
Druckmaschine ausführen, bei dem mindestens ein Zylinderaufzug 08 oder der betreffende
Zylinderaufzug 08 mit mindestens einem in einem Zylinderkanal 14 eines Druckformzylinders
07 der Druckmaschine angeordneten Spannelement 20 auf der Mantelfläche des betreffenden
Druckformzylinders 07 gespannt wird, bei dem mittels einer Bewegung des mindestens
einen Spannelementes 20 in Axialrichtung A und/oder in Umfangsrichtung B des Druckformzylinders
07 innerhalb des jeweiligen Zylinderaufzugs 08 jeweils eine Zugspannung FZ aufgebaut
wird. Dabei wird die Anpassung an die Bedruckstoffänderung insbesondere während der
Rotation des Druckformzylinders 07 in dessen Umfangsrichtung B mit einem Antrieb des
Druckformzylinders 07 durch eine gesteuerte und/oder geregelte Rotationsbewegung dieses
Druckformzylinders 07 durchgeführt. Mit dem mindestens einen Spannelement 20 wird
insbesondere beim Einrichten der Druckmaschine für einen anstehenden Druckauftrag
und/oder während der beim Abarbeiten des Druckauftrags ausgeführten Rotation des Druckformzylinders
07 von einem das betreffende Spannelement 20 steuernden Steuerrechner innerhalb des
Zylinderaufzugs 08 jeweils ein bestimmter Wert für die jeweilige Zugspannung FZ eingestellt
und/oder zur Anpassung an die Bedruckstoffänderung nachgeführt. Alternativ oder zusätzlich
wird ein Verlauf einer Winkellage des betreffenden Druckformzylinders 07 relativ zu
einer Winkellage eines bedruckstoffführenden Zylinders 04; 06 gesteuert oder geregelt,
wobei der bestimmte Wert für die jeweilige Zugspannung FZ und/oder die Winkellage
des betreffenden Druckformzylinders 07 jeweils anhand von in mindestens einem Speicher
hinterlegten spezifischen Daten für den jeweiligen Zylinderaufzug 08 und/oder für
einen in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff und/oder anhand
maschinenspezifischer Daten und/oder anhand prozessspezifischer Daten eingestellt
und/oder nachgeführt werden. Die Anpassung des Druckbildes 32 und/oder des mindestens
einen Zylinderaufzugs 08 an die Bedruckstoffänderung erfolgt vorzugsweise jeweils
anhand von in mindestens einem Speicher hinterlegten spezifischen Daten für den jeweiligen
Zylinderaufzug 08 und/oder für einen in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden
Bedruckstoff und/oder anhand maschinenspezifischer Daten und/oder anhand prozessspezifischer
Daten. Die spezifischen Daten für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 betreffen jeweils
z. B. eine Höhe und/oder einen Typen des betreffenden Zylinderaufzugs 08. Die spezifischen
Daten für den in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff betreffen
z. B. eine Information über seinen Typ oder Werkstoff und/oder sein Flächengewicht
und/oder seine Faserausrichtung und/oder seine Dicke und/oder seine Länge und/oder
Breite und/oder die Beschaffenheit seiner zu bearbeitenden Oberfläche oder sein Feuchtdehnungsverhalten.
Die maschinenspezifischen Daten betreffen z. B. eine Einstellung eines Farbwerks 09
der Druckmaschine und/oder eine Einstellung eines Feuchtwerks 12 der Druckmaschine
und/oder eine Einstellung einer Pressung zwischen dem Bedruckstoff und z. B. einem
mit dem Formzylinder 07 zusammenwirkenden Übertragungszylinder 06 der Druckmaschine
und/oder eine jeweilige Position des mindestens einen Spannelementes 20 vor der Abarbeitung
des Druckauftrags. Die prozessspezifischen Daten betreffen z. B. eine Produktionsgeschwindigkeit
der Druckmaschine und/oder eine Information über eine Flächendeckung des Bedruckstoffes
und/oder eine Information über die Temperatur und/oder Feuchte der den Bedruckstoff
umgebenden Luft. Die spezifischen Daten für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder
die spezifischen Daten für den in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff
in dem mindestens einen Speicher werden in der bevorzugten Ausführung jeweils in Abhängigkeit
von mindestens einem veränderlichen Prozessparameter oder Maschinenparameter hinterlegt,
wobei der mindestens eine veränderliche Prozessparameter z. B. die Produktionsgeschwindigkeit
der Druckmaschine und/oder die Information über die Flächendeckung des Bedruckstoffes
und/oder die Information über die Temperatur und/oder Feuchte der den Bedruckstoff
umgebenden Luft ist und/oder wobei der mindestens eine veränderliche Maschinenparameter
z. B. die Einstellung des Farbwerks 09 der Druckmaschine und/oder die Einstellung
des Feuchtwerks 12 der Druckmaschine und/oder die Einstellung der Pressung zwischen
dem Bedruckstoff und dem mit dem Formzylinder 07 zusammenwirkenden Übertragungszylinder
06 der Druckmaschine und/oder die jeweilige Position des mindestens einen Spannelementes
20 vor der Abarbeitung des Druckauftrags ist. Die Speicherung der spezifischen Daten
für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder der spezifischen Daten für den in
dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff und/oder der maschinenspezifischen
Daten und/oder der prozessspezifischen Daten erfolgt in dem mindestens einen Speicher
jeweils in einer Tabelle oder durch einen mathematisch beschreibbaren funktionalen
Zusammenhang, wobei der jeweilige funktionale Zusammenhang in einem Koordinatensystem
jeweils durch Wertepaare oder in einem Kurvenverlauf dargestellt wird. Die spezifischen
Daten für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder die spezifischen Daten für
den in dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff und/oder die maschinenspezifischen
Daten und/oder die prozessspezifischen Daten werden jeweils rechnerisch oder experimentell
ermittelt. Die spezifischen Daten werden z. B. von einem Bediener der Druckmaschine
in den die jeweiligen Spannelemente 20 einstellenden und/oder nachführenden Steuerrechner
eingegeben oder aus dem mit dem Steuerrechner verbundenen Speicher ausgewählt.
[0077] Auch im Fall mehrerer an ihrer jeweiligen Position verharrender, z. B. selbsthemmend
ausgebildeter Spannelemente 20 in verschiedenen an der Abarbeitung desselben Druckauftrags
beteiligter Formzylinder 07 erfolgt die Einstellung und/oder Nachführung der jeweiligen
Zugspannung FZ in mindestens einem der Zylinderaufzüge 08 vorzugsweise unter Berücksichtigung
zumindest eines Teils der zuvor beschriebenen spezifischen Daten.
[0078] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass systemimmanente Korrekturwerte,
die sich aus den maschinenspezifischen Daten und/oder aus den spezifischen Daten für
den aufgespannten Zylinderaufzug 08 und/oder aus den spezifischen Daten für den in
dem anstehenden Druckauftrag zu bedruckenden Bedruckstoff und/oder aus den prozessspezifischen
Daten ergeben, zur Kompensation einer erwarteten Bedruckstoffänderung vor einer Abarbeitung
des Druckauftrags, d. h. insbesondere beim Einrichten der Druckmaschine für den anstehenden
Druckauftrag insbesondere bei der Einstellung der jeweiligen Spannelemente 20 berücksichtigt
werden und dann während der Abarbeitung dieses Druckauftrags die zuvor getroffene
Einstellung der jeweiligen z. B. durch die Spannelemente 20 ausgeübten Zugspannung
FZ insbesondere anhand mindestens eines veränderlichen Prozessparameters oder Maschinenparameters
nachgeführt wird.
[0079] Eine Vorgehensweise zur Generierung von Korrekturwerten, insbesondere mit einer Berücksichtigung
erster Korrekturwerte beim Einrichten der Druckmaschine und einer Nachführung der
getroffenen Einstellung während der Abarbeitung dieses Druckauftrags, wird nun noch
beispielhaft anhand der Fig. 11 erläutert. Dort sind schematisch die Druckwerkszylinder
eines Druckwerks 01; 02; 03 dargestellt. Ein solches Druckwerk 01; 02; 03 umfasst
im Bereich eines sogenannten Druckwerksoberbaus einen in einer Ausgestaltung für das
Offsetdruckverfahren als Übertragungszylinder 06, z. B. als Gummizylinder, ausgeführten
ersten Druckwerkszylinder. Diesem ist ein weiterer, als Formzylinder 07 ausgeführter
Druckwerkszylinder zugeordnet. Des Weiteren umfasst das Druckwerk 01; 02; 03 im Bereich
eines sogenannten Druckwerkunterbaus einen als Druckzylinder 04 ausgebildeten Druckwerkszylinder
und eine auch als Übergabetrommel 05 bezeichnete Transfertrommel. Im Ausführungsbeispiel
werden bzw. sind die Übergabetrommel 05, der Druckzylinder 04 und der erste Druckwerkszylinder
über einen durch einen hier nicht dargestellten Hauptantriebsmotor angetriebenen zusammenhängenden
Räderzug 55 angetrieben.
[0080] Dem weiteren Druckwerkszylinder ist ein lageregelbarer Antrieb zugeordnet. Dieser
ist in der Regel als ein Direktantrieb DA ausgeführt, d. h. der Antriebsmotor ist
koaxial fest mit der Antriebswelle des weiteren Druckwerkszylinders verbunden und
es existiert keine formschlüssige Verbindung mit dem Antrieben weiterer Zylinder und/oder
Walzen.
[0081] Dieser lageregelbare Antrieb ist dem ersten Druckwerkszylinder nachführbar. Das erfolgt
so, dass Lage-Istwerte LW1 des ersten Druckwerkszylinders mit Lage-Istwerten LW2 des
weiteren Druckwerkszylinders verglichen werden. Im Ergebnis werden Lagedifferenzen
ermittelt, deren Werte als Grundlage für das Ansteuern des lageregelbaren Antriebs
dient. Dabei entsteht ein druckmaschinenspezifischer Fehler, der ausgeglichen werden
muss. Das erfolgt, indem die aus den Lagedifferenzen und einer hier nicht dargestellten
Kompensationskurve Werte für eine Korrektur des Antriebs des weiteren Druckwerkszylinders
ermittelt werden. Das heißt, es werden korrigierte Wert für den lageregelbaren Antrieb
ermittelt. Das erfolgt in einer Steuereinheit 56.
[0082] Zu der Gruppe der oben genannten druckmaschinenspezifischen Fehler gehören z. B.
durch Rundlauffehler des ersten Druckwerkszylinders bedingte Fehler. Druckmaschinenspezifische
Fehler sind auch Fehler, die z. B. durch Rundlauffehler mindestens eines zum Erfassen
des Drehwinkels vorgesehenen Winkellagegebers am ersten Druckwerkszylinder entstehen
können. Weiterhin entstehen druckmaschinenspezifische Fehler beim Aufbringen von Unterlagen
auf den ersten Druckwerkszylinder. Beispielsweise sind auch für Getriebe derartige
Fehler systemimmanent.
[0083] Diese systematischen, druckmaschinenspezifischen Fehler werden im Zuge des Abdruckens
der Druckmaschine vor deren Auslieferung und/oder im Zuge des Einrichtens der Druckmaschine
vor einer Serie von Druckaufträgen oder vor jedem Druckauftrag ermittelt und in der
Steuereinheit 56 hinterlegt. Aus diesen Werten werden nun erste, sich aus den druckmaschinenspezifischen
Fehlern generierende winkelbezogene Korrekturwerte KW1 ermittelt. Diese ersten Korrekturwerte
KW1 werden nunmehr einem nachgeordneten Überlagerungsrechner 57 in Form erster Korrektursignale
58 übermittelt und dort hinterlegt. Die ersten Korrekturwerte KW1 stehen nunmehr für
die Ansteuerung des lageregelbaren Antriebs zur Verfügung.
[0084] Die Einrichtung zum Ermitteln der winkelbezogenen Korrekturwerte umfasst weiterhin
eine Recheneinheit 59 zum Ermitteln zweiter winkelbezogener Korrekturwerte KW2. Dieser
Recheneinheit 59 werden druckauftragsspezifische Fehler als Grundlage für die Berechnung
der zweiten Korrekturwerte KW2 vermittelt.
[0085] Zu dieser Gruppe der druckauftragsspezifischen Fehler gehören beispielsweise die
Registerfehler, die infolge der sich einstellenden Verlängerung des Druckbogens 31
entstehen. Durch die von Druckwerk zu Druckwerk fortschreitende Beladung des Druckbogens
31 mit Farbe und Feuchtigkeit während seines Durchlaufs verändert dieser seine Dimension
sowohl in der Länge als auch in der Breite. Die Längenzunahme des Druckbogens 31 kann
beispielsweise durch die bereits beschriebene Drucklängenkompensation ausgeglichen
werden. Diese wird durch eine gezielte Ansteuerung des lageregelbaren Antriebs möglich.
Das erfolgt, indem der weitere Druckwerkszylinder gegenüber dem ersten Druckwerkszylinder
in seiner Umfangsgeschwindigkeit zyklisch verändert wird. Das heißt, der weitere Druckwerkszylinder
wird gegenüber dem ersten Druckwerkszylinder innerhalb jedes Umlaufs schneller angetrieben,
wodurch ein minimaler Schlupf zwischen den Mantelflächen beider Zylinder generiert
wird. Dadurch wird das auf den Druckbogen 31 aufzubringende Druckbild 32 auch länger
gedruckt und damit die von Druckwerk zu Druckwerk bzw. von Farbe zu Farbe zunehmende
Längenänderung des Druckbogens 31 kompensiert. Nach jedem Umlauf oder nach einer festgelegten,
insbesondere am Steuerrechner eingestellten Anzahl von Umläufen wird die Umlaufgeschwindigkeit
des zweiten Druckwerkszylinders vom Steuerrechner wieder auf die Umlaufgeschwindigkeit
des ersten Druckwerkszylinders eingestellt.
[0086] Die Messwerte als Grundlage für diese Drucklängenkomposition können z. B. wie folgt
ermittelt werden:
[0087] Wie aus der Fig. 11 ersichtlich ist, weist das Druckbild 32 des Druckbogens 31 mindestens
zwei hier jeweils als Passmarken ausgebildete Messpunkte 42 auf, die im Zuge der Belichtung
der Druckplatte aufgebracht worden sind. Diese sind in einer durch einen Pfeil angedeuteten
Transportrichtung des Druckbogens 31 jeweils an den Druckanfängen und an den Druckenden
des Druckbildes 32 angeordnet. Es ist auch möglich, zwischen diesen beiden Passmarke
eine weitere dritte Passmarke anzuordnen.
[0088] Die aktuelle Drucklänge kann auf verschiedene Arten ermittelt werden. Zurzeit noch
weit verbreitet ist die manuelle Ermittlung der Drucklänge. Das geschieht, indem im
Zuge der Vorbereitung eines Druckauftrags Probebogen gedruckt werden oder auch während
eines laufenden Druckvorgangs Probebogen entnommen werden. Ein Probebogen wird ausgewertet,
indem die Lage der am Druckanfang angeordneten Passmarken für jede Farbe manuell kontrolliert
und die eventuell vorhandenen Registerabweichungen maschinell, also durch die Steuerung
der Druckmaschine, korrigiert werden. Anschließend wird ein weiterer Probebogen gedruckt
bzw. entnommen. Jetzt werden die Abstände zu den hinteren, dem Druckende zugeordneten
Passmarken vermessen und die Werte der Recheneinheit 59 übermittelt. Dort werden die
abweichenden Werte für jede Farbe ermittelt.
[0089] Sind dritte, hier nicht dargestellte Passmarken vorhanden, so können durch Ausmessen
dieser Passmarken Zwischenwerte gewonnen. Diese Zwischenwerte erlauben eine Aussage
über den Verlauf der Drucklänge in Transportrichtung des Druckbogens 31. Damit ist
es möglich, die Drucklänge gezielter zu verändern, d. h. die Drucklängenänderung kann
örtlich gezielt verändert werden. Voraussetzung ist der Einsatz geeigneter Einrichtungen,
beispielsweise sogenannter Aktuatoren.
[0090] Eine weitere Möglichkeit zum Ermitteln der Drucklänge besteht beispielsweise darin,
durch eine z. B. als eine Kamera ausgebildete Erfassungseinrichtung 60 z. B. eines
Inspektionssystems Registerabweichungen im Druckbild 32 zu erfassen und aus diesen
Registerabweichungen die Drucklänge zu ermitteln. Das kann sowohl manuell an Probebogen
als auch inline in der Druckmaschine erfolgen.
[0091] Sowohl die manuell über das Ausmessen der Passmarken als auch die automatisiert ermittelten
Werte stehen nunmehr in der Recheneinheit 59 zur Verfügung. Damit ist es möglich,
die zweiten Korrekturwerte KW2 zu ermitteln.
[0092] Im Ergebnis der Berechnung der zweiten Korrekturwerte KW2 werden zweite Korrektursignale
61 an den nachfolgend angeordneten Überlagerungsrechner 57 übermittelt.
[0093] Im Überlagerungsrechner 57 werden die ersten Korrekturwerte KW1 mit den zweiten Korrekturwerten
KW2 überlagert. Es werden Stellsignale 62 erzeugt, welche einer Antriebssteuerung
63 des weiteren Druckwerkszylinders vermittelt werden.
[0094] Die Überlagerung eines ersten Korrekturwertes KW1 mit einem zweiten Korrekturwert
KW2 kann sequentiell durchgeführt werden. Das heißt, es wird für einen beispielsweise
ersten Drehwinkelbereich dem lageregelbaren Antrieb ein erster Korrekturwert KW1 vorgegeben,
das Stellsignal 62 generiert und der lageregelbare Antrieb gestellt. Nach der Abarbeitung
wird für den folgenden zweiten Drehwinkelbereich der zweite Korrekturwert KW2 vorgegeben,
das Stellsignal 62 generiert und der lageregelbare Antrieb gestellt. Anschließend
wird für den folgenden dritten Drehwinkelbereich wiederum der erste Korrekturwert
KW1 vorgegebenen. Diese Abfolge wird fortgesetzt, bis bei 360° der Umlauf abgeschlossen
ist.
[0095] In einer weiteren Ausgestaltung wird die Überlagerung der ersten Korrekturwerte KW1
mit den zweiten Korrekturwerten KW2 zeitgleich durchgeführt. Dabei wird ein erster
Korrekturwert KW1 mit einem zweiten Korrekturwert KW2 im Überlagerungsrechner 57 verrechnet
und pro Drehwinkelbereich ein Stellsignal 62 für die Steuerung des lageregelbaren
Antriebs zur Verfügung gestellt.
[0096] Der Steuerrechner der Bearbeitungsmaschine, insbesondere der Druckmaschine, kann
z. B. die zuvor beschriebenen Funktionen der Steuereinheit 56 und/oder des Überlagerungsrechners
57 und/oder der Recheneinheit 59 und/oder gegebenenfalls auch der Antriebssteuerung
63 in sich vereinen.
[0097] Wird ein Druckauftrag abgearbeitet, dann wird bevorzugt für jedes druckende Druckwerk
01; 02; 03 die Ist-Lage des jeweiligen auf den jeweiligen Zylinderaufzug 08 gedruckten
Bildmerkmals, insbesondere Passkreuzes erfasst. Beispielsweise entnimmt eine Bedienperson
nach einem Probedruck einen Substratbogen, misst die relative Lage der Bildmerkmale
aus und gibt diese Werte an den Steuerrechner weiter. Alternativ oder zusätzlich wird
dieser Vorgang maschinell durchgeführt, insbesondere mittels entsprechender Sensoren.
Beispielsweise werden während der Abarbeitung des Druckauftrags die Lagen der Bildmerkmale
in festgelegten oder zumindest festlegbaren Abständen oder fortlaufend erfasst und
an den Steuerrechner übermittelt. Auf diese Weise kann auch während des Bearbeitungsvorgangs
des Substrats, insbesondere in einem laufenden Druckprozess der Druckmaschine laufend
eine Anpassung der Lage der Spannelemente 20 und/oder eine entsprechende Steuerung
und/oder Regelung der Rotationsbewegung des mindestens einen am Druckprozess beteiligten
Formzylinders 07 vorgenommen werden.
[0098] Beispielsweise mittels des Steuerrechners werden bevorzugt gegebenenfalls vorhandene
Abweichungen der Bildmerkmale oder Passkreuze untereinander berechnet, die von unterschiedlichen
Druckwerken 01; 02; 03 stammen. Beispielsweise unter Einbeziehung der bevorzugt hinterlegten,
für den jeweiligen aufgespannten Zylinderaufzug 08 spezifische Daten wird bevorzugt
eine erforderliche Lageänderung der entsprechenden Spannelemente 20 des jeweiligen
Druckwerks 01; 02; 03 und/oder eine erforderliche entsprechende Steuerung und/oder
Regelung der Rotationsbewegung des Formzylinders 07 ermittelt.
[0099] Über hier nicht weiter erläuterte Rechenalgorithmen wird beispielsweise eine für
eine erforderliche Lageänderung der Spannelemente 20 notwendige Antriebskraft FH bzw.
ein notwendiger Druck im Krafterzeugungselement 35 berechnet und das Krafterzeugungselement
35 entsprechend aktiviert. Bevorzugt wird also der Dehnschlauch 35 mit einem Medium
befüllt und in seinem Inneren der für die Lageänderung des Spannelementes 20 erforderliche
adäquate Druck aufgebaut. Über diese oder andere Rechenalgorithmen wird beispielsweise
ein für eine erforderliche Lageänderung der Spannelemente 20 notwendiger Druck im
Stützelement 28 berechnet und das Stützelement 28 entsprechend aktiviert. Bevorzugt
wird also der Stützschlauch 28 mit einem Medium befüllt und in seinem Inneren der
für die Lageänderung des Spannelementes 20 erforderliche adäquate Druck aufgebaut.
Über diese oder andere Rechenalgorithmen wird beispielsweise ein für eine erforderliche
Lageänderung der Spannelemente 20 notwendiger Stellweg S oder ein Ort bzw. eine Position
des zumindest einen Stützelementes 25 berechnet und das Stützelement 25 entsprechend
eingestellt. Bevorzugt wird also die zumindest eine Spannspindel 25 entsprechend verlagert.
Im Fall des nicht vorhandenen Stützelementes 25 wird das betreffende an der mindestens
einen Führungsschiene 48 zwangsgeführte Spannelement 20 an eine entsprechende Position
entlang des Stellweges S bewegt und dort durch Selbsthemmung eingestellt bzw. fixiert.
Über diese oder andere Rechenalgorithmen wird beispielsweise ein für eine erforderliche
entsprechende Steuerung und/oder Regelung der Rotationsbewegung des Formzylinders
07 notwendiger Verlauf der Winkellage des Formzylinders 07 relativ zu einer Winkellage
eines das Substrat führenden Transportkörpers 04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders
04 berechnet und eine Rotation des Formzylinders 07 entsprechend angepasst und/oder
ausgeführt. Durch einen Sensor, beispielsweise eine Kamera, wird bevorzugt eine resultierende
Lageveränderung der Spannelemente 20 und/oder eine Dehnung des Zylinderaufzugs 08
und/oder eine Verlagerung eines Bildmerkmals und/oder ein Register des Druckbilds
gemessen und an den Steuerrechner übermittelt.
[0100] Insbesondere falls sich bei der Registermessung eine auf die axiale Richtung A bezogene
Abweichung einer Soll-Lage einer als Registermarke dienenden Markierung zu einer Ist-Lage
der als Registermarke dienenden Markierung ergibt, erfolgt bevorzugt ein Verfahren
zur Kompensation von Registerabweichungen und/oder Passerabweichungen in axialer Richtung
A. Das Verfahren umfasst bevorzugt zumindest eine Veränderung der Lage zumindest eines
Spannelementes 20 bezüglich der axialen Richtung A. Man spricht in diesem Fall auch
von einer trapezförmigen Abweichung, weil solche Abweichungen auf Grund beispielsweise
der Greifer üblicherweise im hinteren Bereich der Bogen stärker ausgeprägt sind als
gegebenenfalls im vorderen Bereich der Bogen. Eine als Registermarke dienende Markierung
ist beim Drucken beispielsweise eine gedruckte Registermarke.
[0101] Wird bei einer Registermessung festgestellt, dass sich eine trapezförmige Abweichung
ergibt, dann wird bevorzugt das nachlaufende Ende 19 des Zylinderaufzugs 08 einer
erhöhten Spannung bezüglich der axialen Richtung A ausgesetzt und damit in der axialen
Richtung A gedehnt. Dazu werden bevorzugt eines oder mehrere der Spannelemente 20
bzw. Spannsegmente 20 bezüglich der axialen Richtung A verlagert. Die Verlagerung
der Spannelemente 20 bezüglich der axialen Richtung A zum Dehnen des Zylinderaufzugs
08 erfolgt bevorzugt jeweils von innen nach außen, also ausgehend von der auf die
axiale Richtung A bezogenen Mitte des Zylinderkanals 14 auf einen auf die axiale Richtung
A bezogenen Rand des Zylinderkanals 14. Bei einer symmetrischen trapezförmigen Abweichung
erfolgt die Verlagerung der Spannelemente 20 bevorzugt symmetrisch um eine auf die
axiale Richtung bezogene Mitte des Ballens des Formzylinders 07. Bei einer unsymmetrischen
trapezförmigen Abweichung erfolgt die Verlagerung der Spannelemente 20 bevorzugt ebenfalls
unsymmetrisch bezüglich der auf die axiale Richtung A bezogenen Mitte des Ballens
46 des Formzylinders 07. Insbesondere werden dann beispielsweise mehr Spannelemente
20 der axialen Richtung A verlagert als entgegen dieser axialen Richtung A verlagert
werden und/oder werden ausschließlich Spannelemente 20 in oder entgegen der axialen
Richtung A verlagert. Auch eine lediglich vom Betrag der zurückgelegten Strecke her
unterschiedliche Verlagerung kommt in Frage. Bevorzugt erfolgt diese Verlagerung der
Spannelemente 20 mittels jeweils zumindest eines Verlagerungsmittels 27; 34.
[0102] Die Verlagerung der Spannelemente 20 und damit ein Dehnen und/oder Entspannen des
Zylinderaufzugs 08 bezüglich der axialen Richtung A und/oder in Umfangsrichtung B
erfolgt bevorzugt jeweils während einer Rotation des den betreffenden Zylinderaufzug
08 tragenden Formzylinders 07. Während dieser Rotation des Formzylinders 07 wird der
Zylinderaufzug 08 vorzugsweise in Kontakt mit einer Fläche, beispielsweise einer Oberfläche
eines anderen Rotationskörpers gebracht. Als derartiger Rotationskörper kommt insbesondere
der Gummizylinder 06 und/oder eine oder mehrere Farbauftragswalzen 10 und/oder eine
oder mehrere Feuchtauftragswalzen 13 zum Einsatz. Bevorzugt wird dazu zunächst das
jeweilige zumindest eine Spannelement 20 bezüglich seiner auf die axiale Richtung
A bezogenen Position verändert und danach das im Druckbetrieb nachlaufende Ende 19
des Zylinderaufzugs 08 von dem entsprechenden Rotationskörper überrollt. Alternativ
oder zusätzlich wird das jeweilige zumindest eine Spannelement 20 bezüglich seiner
auf die axiale Richtung A bezogenen Position verändert und währenddessen das im Druckbetrieb
nachlaufende Ende 19 des Zylinderaufzugs 08 von dem entsprechenden Rotationskörper
überrollt. Beispielsweise erfolgt eine Veränderung der auf die axiale Richtung A bezogenen
Position des jeweiligen Spannelementes 20 in mehreren aufeinanderfolgenden Teilvorgängen.
Dadurch wird eine präzisere und schonendere Spannung des Zylinderaufzugs 08 ermöglicht.
Insbesondere kann dann die Überrollung auch während der Teilvorgänge und/oder nach
den Teilvorgängen erfolgen.
[0103] Nach dem Aufbau des erforderlichen adäquaten Drucks und/oder dem Erreichen der Soll-Lage
der Spannelemente 20 wird die auf die Spannelemente 20 wirkende Kraft und dafür beispielsweise
der Druck im Inneren des entsprechenden Hohlkörpers 35 auf einen Wert abgesenkt, der
im Haftreibungsbereich zwischen einer Oberfläche des Formzylinders 07 und einer Unterseite
des Zylinderaufzugs 08 liegt. Durch diese Reduzierung wird erreicht, dass unter Beibehaltung
der Lage der Spannelemente 20 die auf den Zylinderaufzug 08 wirkende Kraft relativ
klein gehalten wird. Auf diese Weise wird einem Fließen und damit einer schleichenden
und insbesondere ungewollten weiteren Dehnung des Werkstoffs des Zylinderaufzugs 08
entgegengewirkt.
[0104] Bevorzugt erfolgen die Verlagerung der Spannelemente 20 und damit insbesondere das
Dehnen und/oder Entspannen des Zylinderaufzugs 08 in der axialen Richtung A bevorzugt
unabhängig von der Zugspannung FZ in Umfangsrichtung B und weiter bevorzugt unter
insbesondere unveränderter Aufrechterhaltung der Zugspannung FZ in Umfangsrichtung
B und ohne ein vorheriges Aufheben einer Zugspannung FZ in Umfangsrichtung B. Vorzugsweise
wird die Zugspannung FZ in Umfangsrichtung B währenddessen unverändert aufrechterhalten.
Diese Zugspannung FZ entspricht bevorzugt maximal derjenigen verminderten Zugspannung
FZ, unter welcher der Zylinderaufzug 08 dauerhaft auf dem Formzylinder 07 aufgespannt
ist. Es ist aber auch möglich, diese lediglich zeitweise zu verringern.
[0105] Insbesondere falls sich bei der Registermessung eine auf die Umfangsrichtung B bezogene
Abweichung einer Soll-Lage einer als Registermarke dienenden Markierung zu einer Ist-Lage
der als Registermarke dienenden Markierung ergibt, wird z. B. folgendes Verfahren
zur Kompensation von Registerabweichungen und/oder Passerabweichungen in Umfangsrichtung
B durchgeführt.
[0106] In einer ersten Ausführungsform des Verfahrens zur Kompensation von Registerabweichungen
und/oder Passerabweichungen in Umfangsrichtung B erfolgt bevorzugt eine Veränderung
der Abmessung des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B, insbesondere durch
eine Veränderung der Lage zumindest eines Spannelementes 20 bezüglich der Umfangsrichtung
B. Bevorzugt erfolgt diese Veränderung der Lage bezüglich der Umfangsrichtung B für
mehrere und weiter bevorzugt für alle Spannelemente 20.
[0107] Dazu wird beispielsweise ein Druck in dem als bezüglich seines Volumens veränderbarer
Hohlkörper 28 ausgebildeten Stützelement 28 erhöht, wodurch das zumindest eine Spannelement
20 in der Umfangsrichtung B bewegt wird und der Zylinderaufzug 08 entsprechend gespannt
und dadurch gedehnt wird. Bei einer Reduzierung des Drucks innerhalb des Stützelementes
28 erfolgt eine Entspannung des Zylinderaufzugs 08 und nach Überwindung einer Haftreibung
eine Verkürzung des Zylinderaufzugs 08.
[0108] Alternativ oder zusätzlich wird z. B. das zumindest eine als Spannspindel 25 ausgebildete
Stützelement 25 derart aktiviert, beispielweise gedreht, dass eine Verschiebung des
entsprechenden zumindest einen Spannelementes 20 erfolgt und dadurch eine Dehnung
des Zylinderaufzugs 08 erreicht wird.
[0109] Die Verlagerung der Spannelemente 20 und damit insbesondere ein Dehnen und/oder Entspannen
des Zylinderaufzugs 08 bezüglich der Umfangsrichtung B erfolgt - wie erwähnt - bevorzugt
während einer Rotation des den betreffenden Zylinderaufzug 08 tragenden Formzylinders
07. Während dieser Rotation des Formzylinders 07 wird der Zylinderaufzug 08 in Kontakt
mit einer Fläche, beispielsweise einer Oberfläche eines anderen Rotationskörpers gebracht.
Als derartiger Rotationskörper kommt insbesondere der Gummizylinder 06 und/oder eine
oder mehrere Farbauftragswalzen 10 und/oder eine oder mehrere Feuchtauftragswalzen
13 zum Einsatz. Bevorzugt wird dazu zunächst das jeweilige zumindest eine Spannelement
20 bezüglich seiner auf die Umfangsrichtung B bezogenen Position verändert und danach
das im Druckbetrieb nachlaufende Ende 19 des Zylinderaufzugs 08 von dem entsprechenden
Rotationskörper überrollt. Alternativ oder zusätzlich wird das jeweilige zumindest
eine Spannelement 20 bezüglich seiner auf die Umfangsrichtung B bezogenen Position
verändert und währenddessen das im Druckbetrieb nachlaufende Ende 19 des Zylinderaufzugs
08 von dem entsprechenden Rotationskörper überrollt. Beispielsweise erfolgt eine Veränderung
der auf die Umfangsrichtung B bezogenen Position des jeweiligen Spannelementes 20
in mehreren aufeinanderfolgenden Teilvorgängen. Dadurch wird eine präzisere und schonendere
Spannung des Zylinderaufzugs 08 ermöglicht. Insbesondere kann dann die Überrollung
auch während der Teilvorgänge und/oder nach den Teilvorgängen erfolgen.
[0110] Nach dem Aufbau des erforderlichen adäquaten Drucks und/oder dem Erreichen der Soll-Lage
der Spannelemente 20 wird die auf die Spannelemente 20 wirkende Kraft und dafür beispielsweise
der Druck im Inneren des entsprechenden Hohlkörpers 28 auf einen Wert abgesenkt, der
im Haftreibungsbereich zwischen einer Oberfläche des Formzylinders 07 und einer Unterseite
des Zylinderaufzugs 08 liegt. Durch diese Reduzierung wird erreicht, dass unter Beibehaltung
der Lage der Spannelemente 20 die auf den Zylinderaufzug 08 wirkende Kraft relativ
klein gehalten wird. Auf diese Weise wird einem Fließen und damit einer schleichenden
und insbesondere ungewollten weiteren Dehnung des Werkstoffs des Zylinderaufzugs 08
entgegengewirkt. Bevorzugt gilt gleiches analog für das zumindest eine als Spannspindel
25 ausgebildete Stützelement 25.
[0111] Eine Veränderung der Abmessung des Substrats in der Umfangsrichtung B wird alternativ
oder zusätzlich zu einer Veränderung der Abmessung des zumindest einen Zylinderaufzugs
08 in der Umfangsrichtung B bevorzugt durch eine entsprechend gesteuerte und/oder
geregelte Rotationsbewegung des Formzylinders 07 kompensiert. Demnach ist bzw. wird
alternativ oder zusätzlich zu der oben beschriebenen Veränderung der Dimensionen des
Zylinderaufzugs 08 insbesondere mit Hilfe des Antriebs des Formzylinders 08 ein Längenausgleich
durchgeführt oder ist zumindest derart durchführbar. Der Antrieb des Formzylinders
07 ist insbesondere hierfür bevorzugt als ein Einzelantrieb ausgebildet, weiter bevorzugt
als Direktantrieb DA.
[0112] Ein Verhältnis zwischen einer ersten Winkelgeschwindigkeit des Formzylinders 07 und
einer zweiten Winkelgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers 04,
insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04 wird Geschwindigkeitsverhältnis
genannt, insbesondere Geschwindigkeitsverhältnis zwischen Formzylinder 07 und Gegendruckzylinder
04. Bevorzugt erfolgt eine Bearbeitung des Substrats derart, dass während der Bearbeitung
des Substrats das Geschwindigkeitsverhältnis gezielt derart beeinflusst und/oder eingestellt
wird, dass es zumindest zeitweise und bevorzugt den überwiegenden Teil der Zeit der
Bearbeitung von jeglichem ganzzahligen Verhältnis abweicht. Bevorzugt ist also während
der Bearbeitung des Substrats das Geschwindigkeitsverhältnis zumindest zeitweise und
bevorzugt mehr als die Hälfte der Zeit nicht ganzzahlig. Unter einem ganzzahligen
Verhältnis zweier Werte ist dabei insbesondere ein Verhältnis solcher Werte zu verstehen,
das bei Division des dem Zähler entsprechenden Wertes durch den dem Nenner entsprechenden
Wert einer ganzen Zahl im mathematischen Sinne entspricht. Beispiele für ganzzahlige
Verhältnisse sind demnach eins zu eins, zwei zu eins, drei zu eins, vier zu eins oder
ähnliches. Unter einer Bearbeitung des Substrats ist dabei bevorzugt eine reguläre
Bearbeitung des Substrats zu verstehen, beispielsweise ein Druckvorgang und/oder ein
Lackiervorgang und/oder ein Prägevorgang und/oder ein Stanzvorgang und/oder ein Perforiervorgang.
Bevorzugt ist eine reguläre Bearbeitung zu unterscheiden von einer Anlaufphase des
Betriebs und/oder einer Beendigungsphase des Betriebs und/oder einer Unterbrechung
des Betriebs.
[0113] Bevorzugt erfolgt eine Bearbeitung des Substrats derart, dass während der Bearbeitung
des Substrats dieses Geschwindigkeitsverhältnis verändert wird, insbesondere also
das Verhältnis zwischen der ersten Winkelgeschwindigkeit des Formzylinders 07 und
der zweiten Winkelgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers 04,
insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04. Bevorzugt erfolgt während dieser
Bearbeitung des Substrats eine auf die Winkelgeschwindigkeiten bezogene relative Beschleunigung
zwischen dem Formzylinder 07 einerseits und dem das Substrat führenden Transportkörper
04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 andererseits. Eine solche
Beschleunigung ist bevorzugt zumindest zeitweise positiv und/oder zumindest zeitweise
negativ. Insbesondere im Zusammenhang mit einer solchen Beschleunigung erfolgt bevorzugt
während dieser Bearbeitung des Substrats eine Veränderung des Geschwindigkeitsverhältnisses,
weiter bevorzugt eine periodische Veränderung des Geschwindigkeitsverhältnisses. Eine
Periode, also insbesondere ein kleinstes örtliches und/oder zeitliches Intervall,
nach dem sich die periodische Veränderung wiederholt, ist bevorzugt nach einer jeweiligen
vollen Umdrehung oder auch nach einem ganzzahligen Bruchteil einer vollen Umdrehung
des Formzylinders 07 erreicht. Ein ganzzahliger Bruchteil ist ein Bruchteil, der bei
Multiplikation mit einer ganzen Zahl den Wert eins ergibt. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass die Winkelgeschwindigkeit eines einzelnen Zylinders, insbesondere des Formzylinders
07 oder des Gegendruckzylinders 04 innerhalb einer jeweiligen, vorzugsweise gleichbleibenden
Umdrehungsperiode, also innerhalb einer jeweiligen vollen Umdrehung oder auch innerhalb
eines entsprechenden ganzzahligen Bruchteils einer vollen Umdrehung des Formzylinders
07, variabel eingestellt wird, dass also aufeinanderfolgende Umdrehungen sich hinsichtlich
eines jeweiligen Verlaufs des Geschwindigkeitsverhältnisses zueinander unterscheiden.
[0114] Beispielsweise wird der Formzylinder 07 während einer vollen Umdrehung um 360° über
zumindest einen ersten Winkelbereich von zumindest 180° und bevorzugt zumindest 270°
mit zumindest einer ersten Umfangsgeschwindigkeit des Formzylinders 07 rotiert, die
größer ist als eine erste Umfangsgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers
04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04. Dann wird bevorzugt dieser
Formzylinder 07 über zumindest einen relativ kleinen zweiten Winkelbereich mit zumindest
einer zweiten Umfangsgeschwindigkeit des Formzylinders 07 rotiert, die kleiner ist
als eine zweite Umfangsgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers
04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04. Auf diese Weise eilt der
Zylinderaufzug 08 des Formzylinders 07 dem Substrat während des durch den zumindest
einen ersten Winkelbereich festgelegten größten Teils seiner Umdrehung voraus, wodurch
beispielsweise das Druckbild 32 verkürzt auf das Substrat übertragen wird. Im Anschluss
wird der Formzylinder 07 relativ langsam rotiert, so dass der das Substrat führende
Transportkörper 04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 den Formzylinder
07 wieder einholt. Beispielsweise rotiert ein Übertragungszylinder 06 bevorzugt aber
nicht notwendigerweise mit einer Umfangsgeschwindigkeit, die im Wesentlichen einer
Transportgeschwindigkeit des Substrats entspricht.
[0115] Bevorzugt wird der Formzylinder 07 während einer vollen Umdrehung um 360° über den
zumindest ersten Winkelbereich von zumindest 180° und bevorzugt zumindest 270° mit
zumindest einer ersten Umfangsgeschwindigkeit des Formzylinders 07 rotiert, die kleiner
ist als eine erste Umfangsgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers
04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04. Dann wird bevorzugt dieser
Formzylinder 07 über zumindest einen relativ kleinen zweiten Winkelbereich mit zumindest
einer zweiten Umfangsgeschwindigkeit des Formzylinders 07 rotiert, die größer ist
als eine zweite Umfangsgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers
04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders 04. Auf diese Weise eilt das
Substrat dem Formzylinder 07 während des durch den zumindest einen ersten Winkelbereich
festgelegten größten Teils der Umdrehung des Formzylinders 07 voraus, wodurch beispielsweise
das Druckbild 32 gelängt auf das Substrat übertragen wird. Im Anschluss wird der Formzylinder
07 relativ schnell rotiert, so dass er den das Substrat führenden Transportkörper
04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 wieder einholt. Der beispielsweise
angeordnete Übertragungszylinder 06 rotiert auch in diesem Fall bevorzugt aber nicht
notwendigerweise mit einer Umfangsgeschwindigkeit, die im Wesentlichen der Transportgeschwindigkeit
des Substrats entspricht.
[0116] Bevorzugt erfolgt eine Veränderung des Geschwindigkeitsverhältnisses durch eine Beschleunigung
des Formzylinders 07. Alternativ oder zusätzlich kann auch der das Substrat führende
Transportkörper 04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 beschleunigt
werden. Allerdings sind bevorzugt alle das Substrat führenden Transportkörper 04,
insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 mit einem gemeinsamen Hauptantrieb
und/oder Räderzug 55 der Bearbeitungsmaschine verbunden, während bevorzugt jeder Formzylinder
07 davon unabhängig angetrieben ist. Der Formzylinder 07 weist also bevorzugt einen
Antrieb auf, der unabhängig vom Antrieb des den Formzylinder 07 kontaktierenden Übertragungszylinder
06 und/oder des Farbwerks 09 und/oder vom Antrieb des den Formzylinder 07 kontaktierenden
Gegendruckzylinders 04 ist. Somit ist die individuelle Beschleunigung des Formzylinders
07 zu bevorzugen.
[0117] Beispielsweise steht der Formzylinder 07 und/oder der Zylinderaufzug 08 des Formzylinders
07 mit dem Substrat oder dem Übertragungszylinder 06 in Kontakt, während der erste
Formzylinder 07 eine Winkellage innerhalb des zumindest einen ersten Winkelbereichs
innehat. Beispielsweise steht der Formzylinder 07 und der Zylinderaufzug des Formzylinders
08 außer Kontakt mit dem Substrat und dem Übertragungszylinder 06, während der erste
Formzylinder 07 eine Winkellage innerhalb des zumindest einen zweiten Winkelbereichs
innehat, insbesondere weil der Formzylinder 07 so orientiert ist, dass der Zylinderkanal
14 des Formzylinders 07 in diesem zumindest einen zweiten Winkelbereich dem Übertragungszylinder
06 und/oder dem Gegendruckzylinder 04 und/oder dem Substrat gegenüberliegend angeordnet
ist.
[0118] Bevorzugt erfolgt eine Bearbeitung des Substrats derart, dass während der Bearbeitung
des Substrats dieses Geschwindigkeitsverhältnis zumindest zweimal verändert wird,
also beispielsweise zunächst verringert und danach wieder erhöht wird. Weiter bevorzugt
erfolgt eine Bearbeitung des Substrats derart, dass während der Bearbeitung des Substrats
dieses Geschwindigkeitsverhältnis während jeder vollständigen Umdrehung des Formzylinder
08 zumindest zweimal verändert wird, also beispielsweise zunächst verringert und danach
wieder erhöht wird. Weitere Anpassungen an entsprechende veränderte Gegebenheiten
sind möglich. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Formzylinder 07 in Umfangsrichtung
B mit mehreren Zylinderaufzügen 08 hintereinander belegt ist.
[0119] Bevorzugt erfolgt eine derart gesteuerte und/oder geregelte Rotationsbewegung des
Formzylinders 07 zur Kompensation von Veränderungen des Substrats und/oder des Druckbildes
32 auch im Fall zumindest eines als Hülse ausgebildeten Zylinderaufzugs 08.
[0120] Anders ausgedrückt wird bevorzugt während einer vollständigen Umdrehung des Formzylinders
07 zum Anpassen des von ihm ausgehenden Druckbildes 32 an die Veränderung der Abmessung
des Substrats und/oder zum Ausgleich der Drucklänge durch den Antrieb des Formzylinders
07 ein Differenzwinkel zwischen dem Formzylinder 07 und dem das Substrat führenden
Transportkörper 04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 generiert.
Der Antrieb des Formzylinders 07 wird bevorzugt so angesteuert, dass der Differenzwinkel
zwischen dem Formzylinder 07 und dem das Substrat führenden Transportkörper 04, insbesondere
Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 innerhalb einer vollständigen Umdrehung des
Formzylinders 07 von einem Anfangswert auf einen vorgegebenen Endwert gebracht und
wieder auf den Anfangswert zurück gebracht wird. Die Ansteuerung kann auch so erfolgen,
dass innerhalb einer vollständigen Umdrehung des Formzylinders 07 in mehreren Zyklen
der Differenzwinkel zwischen dem Formzylinder 07 und dem das Substrat führenden Transportkörper
04, insbesondere Zylinder 04 oder Gegendruckzylinder 04 von einem Anfangswert auf
zumindest einen vorgegebenen Endwert gebracht und wieder auf den Anfangswert zurück
gestellt wird.
[0121] Beispielsweise erfolgen eine Dehnung des Zylinderaufzugs 08 in der axialen Richtung
A und eine Dehnung des Zylinderaufzugs 08 in der Rotationsrichtung B zumindest zeitweise
gleichzeitig. Beispielsweise erfolgt ein Ausgleich der Drucklänge durch den Antrieb
des Formzylinders 07 parallel zu und/oder zumindest zeitweise gleichzeitig mit zumindest
einer Dehnung des Zylinderaufzugs 08 in der axialen Richtung A und/oder zumindest
einer Dehnung des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B. In einer anderen Ausführungsvariante
wird innerhalb des jeweiligen an eine Bedruckstoffänderung anzupassenden Zylinderaufzugs
08 jeweils zuerst die Zugspannung FZ in Axialrichtung A und dann die Zugspannung FZ
in Umfangsrichtung B des betreffenden Formzylinders 07 aufgebaut. Letztere Variante
hat den Vorteil, dass die erforderliche Zugspannung FZ in Axialrichtung A wesentlich
niedriger ist, als wenn zuvor die Zugspannung FZ in Umfangsrichtung B aufgebracht
worden ist. Denn das Aufbringen der Zugspannung FZ in Umfangsrichtung B verursacht
zusätzliche Reibkräfte, die ein Aufbringen der Zugspannung FZ in Axialrichtung A behindern.
Letztere Variante führt demnach zu einer höheren Genauigkeit beim Kompensieren einer
Bedruckstoffänderung in einer Druckmaschine.
[0122] In einer Ausführungsform erfolgt je nach erforderlicher Anpassung wahlweise entweder
eine Dehnung des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B oder eine Veränderung
dieses Geschwindigkeitsverhältnisses. Solange die notwendige Anpassung der Druckbildlänge
in der Umfangsrichtung B nicht über eine durch eine maximale Dehnung des Zylinderaufzugs
08 in der Umfangsrichtung B erreichbare Anpassung der Druckbildlänge hinausgeht, erfolgt
dann ausschließlich eine Anpassung mittels der Dehnung in der Umfangsrichtung B. Bei
größeren notwendigen Anpassungen in der Umfangsrichtung B erfolgt dann stattdessen
bevorzugt ausschließlich eine Veränderung dieses Geschwindigkeitsverhältnisses. Die
Entscheidung erfolgt bevorzugt unter Berücksichtigung zumindest der bevorzugt in dem
Steuerrechner hinterlegten, für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 spezifischen Daten
und/oder zumindest eines insbesondere für den aufgespannten Zylinderaufzug 08 spezifischen
Grenzwerts. Wenn der Stellwert zum Verlagern der Spannelemente 20 in Umfangsrichtung
B diesen Grenzwert überschreitet, wird stattdessen der Antrieb des Formzylinders 07
so angesteuert, dass innerhalb eines Umlaufs des Formzylinders 07 eine Veränderung
des Geschwindigkeitsverhältnisses zwischen der ersten Winkelgeschwindigkeit des Formzylinders
07 und der zweiten Winkelgeschwindigkeit des das Substrat führenden Transportkörpers
04 erfolgt.
[0123] In einer anderen Ausführungsform erfolgt nur bei über eine durch eine maximale Dehnung
des Zylinderaufzugs 08 in der Umfangsrichtung B erreichbare Anpassung der Druckbildlänge
hinausgehender notwendiger Anpassung der Druckbildlänge zusätzlich zu dieser Dehnung
eine entsprechende Veränderung dieses Geschwindigkeitsverhältnisses. Wenn der Stellwert
zum Verlagern der Spannelemente 20 in Umfangsrichtung B diesen Grenzwert überschreitet,
wird zusätzlich zu einer beispielsweise bis zu diesem Grenzwert reichenden Verlagerung
der Spannelemente 20 der Antrieb des Formzylinders 07 so angesteuert, dass innerhalb
eines Umlaufs des Formzylinders 07 eine Veränderung des Geschwindigkeitsverhältnisses
zwischen der ersten Winkelgeschwindigkeit des Formzylinders 07 und der zweiten Winkelgeschwindigkeit
des das Substrat führenden Transportkörpers 04, insbesondere Zylinders 04 oder Gegendruckzylinders
04 erfolgt.
[0124] Das Dehnen des Zylinderaufzugs 08 kann unabhängig von seiner Richtung sowohl vor
als auch während des Abarbeitens eines Druckauftrags erfolgen. Dabei ist unter einem
Druckauftrag die Gesamtheit der zum Drucken erforderlichen Aktivitäten zu verstehen.
Das heißt, das Dehnen kann sowohl vor als auch während eines Farbeinlaufs erfolgen.
Es kann auch vor oder während eines Reinigens des Formzylinders 07 oder des Farbwerks
09 erfolgen. Das Dehnen kann auch vor oder während des Bearbeitens, insbesondere des
Druckens erfolgen, also vor oder während des Kontaktes des Übertragungszylinders 06
oder des Zylinderaufzugs 08 mit dem Substrat. Wenn das Dehnen vor dem Drucken erfolgen
soll, geht dem Drucken bevorzugt ein vorheriger Probedruck voraus, an Hand dessen
die erforderlichen Stellwerte manuell oder automatisiert, z. B. mittels Registermessungen,
ermittelt werden können.
[0125] Erfolgt das Dehnen vor dem Drucken, dann werden vorzugsweise bei einem während des
Dehnens stattfindenden Kontakts des Formzylinders 07 und/oder des Zylinderaufzugs
08 mit einem entsprechenden Rotationskörper wie beispielsweise dem Übertragungszylinder
06 oder dem Gegendruckzylinder 04 die Farbauftragswalzen 10 und/oder die Feuchtauftragswalze
13 nicht mit dem als Druckplatte 08 ausgebildeten Zylinderaufzugs 08 aufgesetzt, beispielsweise
damit das Farbprofil im Farbwerk 09 erhalten bleibt.
[0126] Wenn ein Druckbogen 31 von dem einen ersten Stapel Druckbogen 31 aufweisenden Bogenanleger
der Bogendruckmaschine durch deren Druckwerke 01; 02; 03 zu der einen zweiten Stapel
Druckbogen 31 aufweisenden Bogenauslage an dieser Bogendruckmaschine transportiert
wird, wie es in der Fig. 1 i. V. m. den Drehrichtungspfeilen der Gegendruckzylinder
04 angedeutet ist, erfährt dieser Druckbogen 31 aufgrund diverser Druckprozess bedingter
Einwirkungen eine Verformung in seiner Geometrie, d. h. in seinen geometrischen Dimensionen.
Unter einem Druckbogen 31 wird hier ein Bogen aus Papier oder Karton mit einem Mindest-Format
von DIN A3 verstanden. Kleinere Formatgrößen werden allgemein als "Blatt" bezeichnet.
Beispielsweise wird ein solcher Druckbogen 31 im Druckprozess aufgrund einer Pressung
in jedem von ihm durchlaufenen Druckspalt zwischen zwei zusammenwirkenden Druckwerkszylindern
der Bogendruckmaschine, z. B. in dem Druckspalt zwischen einem Übertragungszylinder
06 und einen mit diesem Übertragungszylinder 06 zusammenwirkenden Gegendruckzylinder
04 gelängt. Die mindestens eine im Druckprozess auf den betreffenden Druckbogen 31
aufgetragene Druckfarbe und gegebenenfalls ein im Druckprozess verwendetes Feuchtmittel
tragen in den betreffenden Druckbogen 31 Feuchte ein, was bei einem aus Papier oder
Karton, d. h. aus Fasern bestehenden Druckbogen 31 zu einer zumindest partiellen,
auf eine Axialrichtung der zusammenwirkenden Druckwerkszylinder bezogenen Breitendehnung
und gegebenenfalls auch zu einer zumindest partiellen, längs zur Transportrichtung
verlaufenen Längung des betreffenden Druckbogens führt.
[0127] Sollen Druckseiten eines Satzspiegels auf der Vorder- und Rückseite desselben Druckbogens
genau aufeinanderpassen, so müssen diese Druckseiten auf dem betreffenden Druckbogen
31 registerhaltig angeordnet werden. Zudem muss in einem Druckprozess mit mehreren
Druckfarben bzw. Farbauszügen ein exaktes, d. h. positionsgenaues gleichmäßiges übereinander
und/oder nebeneinander Drucken der einzelnen Druckfarben bzw. Farbauszüge sichergestellt
werden, was als Passer bezeichnet wird. Ein Fehler im Register und/oder Passer, der
sich aus der seine Geometrie betreffende Verformung eines Druckbogens 31 aufgrund
der zuvor erwähnten Druckprozess bedingten Einwirkungen ergibt, kann durch eine korrekte
registerhaltige Anordnung einer oder mehrerer am Druckprozess beteiligter Druckformen
08 nicht kompensiert werden. Daher besteht das Bedürfnis nach einem dieses Problem
lösenden Verfahren zur Anpassung mindestens einer Länge einer auf mehreren Druckbogen
31 jeweils gleich groß drucktechnisch auszubildenden Fläche, wobei diese Fläche vorzugsweise
jeweils rechteckförmig auszubilden ist. Diese Fläche bildet z. B. ein auf dem betreffenden
Druckbogen 31 ausgebildetes oder zumindest auszubildendes Druckbild 32.
[0128] Ein solches Verfahren kann das Ausführen folgender Verfahrensschritte vorsehen:
- a) Die jeweilige auf den betreffenden Druckbogen 31 jeweils gleich groß auszubildende
Fläche wird jeweils während eines Transports dieser Druckbogen 31 durch die Bogendruckmaschine
ausgebildet, wobei sich die anzupassende Länge oder eine der anzupassenden Längen
der betreffenden drucktechnisch auszubildenden Fläche längs oder quer oder schiefwinklig
zur Transportrichtung des betreffenden durch die Bogendruckmaschine transportierten
Druckbogens 31 erstreckt.
- b) In einem an einer mit einer Recheneinheit verbundenen Anzeigeeinrichtung angezeigten
Vorschaudatenbild von der auf den jeweiligen Druckbogen 31 jeweils drucktechnisch
auszubildenden Fläche oder in einer an der mit der Recheneinheit verbundenen Anzeigeeinrichtung
angezeigten fotografischen Abbildung der auf einem der Druckbogen 31 drucktechnisch
ausgebildeten Fläche oder durch eine mittels einer mit der Recheneinheit verbundenen
Bedieneinrichtung ausgeführte Eingabe in die Recheneinheit von mindestens einer Koordinate,
die jeweils eine Position eines in der drucktechnisch auszubildenden oder ausgebildeten
Fläche befindlichen Punktes kennzeichnet, wird jeweils mindestens ein Punkt ausgewählt.
- c) Eine jeweilige Position des mindestens einen ausgewählten Punktes wird in der Recheneinheit
in einem auf die Bogendruckmaschine bezogenen Koordinatensystem jeweils als ein Bezugspunkt
41 für die Anpassung der mindestens einen Länge der drucktechnisch auszubildenden
Fläche festgelegt.
- d) Von einer mit der Recheneinheit verbundenen Erfassungseinrichtung 60 wird von einem
eine drucktechnisch ausgebildete Fläche aufweisenden Druckbogen 31 mindestens ein
von dem jeweiligen gewählten Bezugspunkt 41 verschiedener, zu der drucktechnisch ausgebildeten
Fläche von diesem Druckbogen 31 gehörender Punkt jeweils als ein Messpunkt 42 erfasst.
- e) In dem auf die Bogendruckmaschine bezogenen Koordinatensystem wird eine jeweilige
Position des mindestens einen erfassten Messpunktes 42 ermittelt.
- f) Hinsichtlich des den betreffenden erfassten Messpunkt 42 aufweisenden Druckbogens
wird von der Recheneinheit ein Ist-Abstand zwischen der jeweiligen Position des mindestens
einen von dem betreffenden Druckbogen 31 erfassten Messpunktes 42 und der jeweiligen
Position des mindestens einen ausgewählten Bezugspunktes 41 ermittelt.
- g) Der ermittelte Ist-Abstand wird von der Recheneinheit mit demjenigen Soll-Abstand
verglichen, den die dem betreffenden erfassten Messpunkt 42 entsprechende Position
in der der Festlegung der Position des Bezugspunktes 41 zugrunde liegenden Fläche
von der Position des betreffenden Bezugspunktes 41 aufweist.
- h) Die Recheneinheit passt in Abhängigkeit von einer von ihr ermittelten Abweichung
des Ist-Abstandes vom Soll-Abstand durch eine Ausgabe eines Steuersignals an eine
die auf mindestens einem weiteren Druckbogen 31 die jeweilige Fläche drucktechnisch
ausbildende Einrichtung jeweils mindestens eine Länge der auf dem jeweiligen mindestens
einen weiteren Druckbogen 31 jeweils gleich groß drucktechnisch auszubildenden Fläche
an.
[0129] Bei dem vorgenannten Verfahren wird die jeweilige Position des mindestens einen Bezugspunktes
41 von der Anpassung der mindestens einen Länge der betreffenden Fläche ausgenommen.
In einer bevorzugten Ausbildung dieses Verfahrens werden von der mit dem Steuerrechner
oder mit der Recheneinheit verbundenen Erfassungseinrichtung 60 in einem selben Erfassungsvorgang
mehrere Messpunkte 42 gleichzeitig erfasst. Diese Messpunkte 42 können auf dem Druckbogen
31 grundsätzlich beliebig verteilt sein, jedoch ist es vorteilhaft, sie jeweils z.
B. in einem Randbereich des betreffenden Druckbogens 31 zu erfassen. Im Fall mehrerer
von der Erfassungseinrichtung 60 erfasster Messpunkte 42 ermittelt die Recheneinheit
einen zwischen zwei von diesen Messpunkten 42 aufgespannten, von ihrem gemeinsamen
Bezugspunkt 41 ausgehenden Winkel als einen Ist-Winkel und vergleicht den ermittelten
Ist-Winkel mit einem für diese beiden Messpunkte 42 in Verbindung mit dem betreffenden
Bezugspunkt 41 vorgesehenen Soll-Winkel und passt im Fall einer unzulässigen Abweichung
zwischen dem Ist-Winkel und dem Soll-Winkel das an die auf mindestens einem weiteren
Druckbogen 31 die jeweilige Fläche drucktechnisch ausbildende Einrichtung auszugebene
Steuersignal zur Minimierung dieser Abweichung an. Im Fall mehrerer von der Erfassungseinrichtung
60 erfasster Messpunkte legt die Recheneinheit für mindestens einen dieser Messpunkte
42 vorzugsweise einen anderen Bezugspunkt 41 fest als für mindestens einen anderen
dieser Messpunkte 42. Die Festlegung von mehreren Bezugspunkten 41 für denselben Druckbogen
31 im Fall mehrerer von der Erfassungseinrichtung 60 hinsichtlich des betreffenden
Druckbogens 31 erfasster Messpunkte 42 gibt die Möglichkeit, Verformungen eines Druckbogens
31 lokal zu kompensieren. Diese Möglichkeit ist besonders vorteilhaft, wenn auf dem
betreffenden Druckbogen 31 ein Auftrag von mindestens einer Druckfarbe und/oder ein
Eintrag von Feuchtmittel lokal sehr unterschiedlich ist und deshalb hinsichtlich dieses
Druckbogens 31 lokal sehr unterschiedliche Verformungen auftreten, die durch jeweils
nur eine einzige und jeweils dieselbe von der Recheneinheit ausgelöste Maßnahme nicht
oder zumindest nicht ausreichend kompensierbar sind.
[0130] Eine erste von der Recheneinheit ausgelöste Maßnahme besteht z. B. darin, dass in
einer mehrere Druckwerke 01; 02; 03 aufweisenden Bogendruckmaschine ein Antrieb, insbesondere
ein Direktantrieb DA eines ersten Plattenzylinders 07 dieser Bogendruckmaschine gegenüber
dem jeweiligen Antrieb, insbesondere dem jeweiligen Direktantrieb DA mindestens eines
anderen, d. h. zweiten Plattenzylinders 07 dieser Bogendruckmaschine derart angesteuert
wird, dass sich durch eine positive oder negative Beschleunigung des mindestens einen
betreffenden Plattenzylinders 07 ein den infolge der Verformungen des Druckbogens
31 eingestellter Fehler kompensierender Versatz im Drehwinkel zwischen dem ersten
Plattenzylinder 07 und dem mindestens einen anderen, d. h. zweiten Plattenzylinder
07 einstellt, wobei dieser Versatz im Drehwinkel zwischen dem ersten Plattenzylinder
07 und dem mindestens einen anderen, d. h. zweiten Plattenzylinder 07 z. B. nur für
ein Bogenstück besteht, wobei dieses Bogenstück kleiner als eine volle Umdrehung des
betreffenden Plattenzylinders 07 ist. Insofern wird der Rotation des betreffenden
Plattenzylinders 07 eine den sich infolge der Verformungen des Druckbogens 31 eingestellten
Fehler kompensierende Modulation aufgeprägt. Eine zweite von der Recheneinheit ausgelöste
Maßnahme kann z. B. in einer den sich infolge der Verformungen des Druckbogens 31
eingestellten Fehler kompensierenden Axialverstellung von zumindest einem der am Druckprozess
beteiligten Plattenzylinder 07 bestehen.
[0131] Eine weitere von der Recheneinheit ausgelöste Maßnahme besteht z. B. darin, dass
die auf einem der Plattenzylinder 07 angeordnete Druckform 08 in Umfangsrichtung B
dieses Plattenzylinders 07 und/oder in dessen Axialrichtung A insbesondere mittels
einer Verlagerung des mindestens einen Spannelementes 20 gedehnt oder gestaucht wird.
Die Verformungen des Druckbogens 31 bilden die drucktechnisch auszubildende Fläche
z. B. trapezförmig oder parallelogrammartig oder an mindestens einem Rand mit mindestens
einer Wölbung statt rechteckförmig aus.
[0132] In einer sehr vorteilhaften Ausbildung des vorgenannten Verfahrens wird die Anpassung
der mindestens einen Länge der betreffenden Fläche in Abhängigkeit von mindestens
einem Prozessparameter ausgeführt, wobei der Prozessparameter eine Verteilung einer
Flächendeckung mit mindestens einer Druckfarbe auf den betreffenden Druckbogen 31
oder die Druckgeschwindigkeit der Bogendruckmaschine oder ein Drehmoment eines Hauptantriebes
der Bogendruckmaschine oder ein Drehmoment eines Direktantriebes DA eines Plattenzylinders
07 der Bogendruckmaschine oder eine Pressung in einem von den betreffenden Druckbogen
31 durchlaufenen Druckspalt zwischen zwei zusammenwirkenden Druckwerkszylindern der
Bogendruckmaschine oder eine Feuchtmittelführung in einem betreffenden Druckwerk 01;
02; 03 der Bogendruckmaschine oder einen Feuchtdehnungskoeffizienten des Werkstoffes
der betreffenden Druckbogen 31 oder eine die Feuchte betreffende Differenz in den
betreffenden Druckbogen 31 zwischen deren Stapel in einem Bogenanleger und in einer
Bogenauslage der Bogendruckmaschine betrifft.
[0133] Die Anpassung der betreffenden Länge der betreffenden drucktechnisch auszubildenden
Fläche und/oder die Anpassung des Ist-Winkels an den Soll-Winkel wird i. d. R. in
einer laufenden Produktion der Bogendruckmaschine ausgeführt.
[0134] Fig. 6 zeigt beispielhaft einen Druckbogen 31 mit einer darauf im Druckprozess z.
B. rechteckförmig ausgebildeten oder zumindest auszubildenden Fläche 32, wobei diese
Fläche 32 z. B. ein Druckbild 32 darstellt. Bezüglich dieses Druckbogens 31 gilt ein
auf die Bogendruckmaschine bezogenes kartesisches Koordinatensystem, dessen Ursprung
33 in eine zur Transportebene des Druckbogens 31 orthogonale, längs des Transportweges
dieses Druckbogens 31 verlaufende Ebene gelegt wird, wobei diese Ebene an der Position
einer halben axialen für den Druckprozess nutzbaren Länge eines Druckwerkszylinders,
z. B. eines Gegendruckzylinders 04 oder eines Formzylinders 07 oder eines Übertragungszylinders
06 dieser Bogendruckmaschine angeordnet ist. Ein in Transportrichtung vorlaufendes
Ende dieses Druckbogens 31 ist während seines Transports durch die Bogendruckmaschine
mit einem Befestigungsmittel, z. B. mit einem Klemmmittel an der Mantelfläche des
betreffenden Gegendruckzylinders 04 gehalten. Ein in Transportrichtung nachlaufendes
Ende dieses Druckbogens 31 liegt z. B. auf der Mantelfläche des betreffenden Gegendruckzylinders
04 lose auf. Eine Abszisse X des Koordinatensystems erstreckt sich z. B. in Axialrichtung
A des Druckwerkszylinders, z. B. des Gegendruckzylinders 04 oder des Formzylinders
07 oder des Übertragungszylinders 06 dieser Bogendruckmaschine, wohingegen die zugehörige
Ordinate Y in Umfangsrichtung B dieses Druckwerkszylinders, z. B. dieses Gegendruckzylinders
04 oder dieses Formzylinders 07 oder dieses Übertragungszylinders 06 verläuft.
[0135] Um einen aufgrund einer Verformung des Druckbogens 31 erforderlichen Korrekturbedarf
ermitteln zu können, wird in einer Recheneinheit mit Bezug auf das auf die Bogendruckmaschine
bezogene Koordinatensystem mindestens ein Bezugspunkt 41 festgelegt. Dies erfolgt
durch einen der drei nachfolgend genannten Verfahrensschritte, nämlich dadurch, dass
entweder in einem an einer mit der Recheneinheit verbundenen Anzeigeeinrichtung angezeigten
Vorschaudatenbild von der auf den jeweiligen Druckbogen 31 jeweils drucktechnisch
auszubildenden Fläche 32 oder in einer an der mit der Recheneinheit verbundenen Anzeigeeinrichtung
angezeigten fotografischen Abbildung der auf einem der Druckbogen 31 drucktechnisch
ausgebildeten Fläche 32 oder durch eine mittels einer mit der Recheneinheit verbundenen
Bedieneinrichtung ausgeführte Eingabe in die Recheneinheit von mindestens einer Koordinate,
die jeweils eine Position eines in der drucktechnisch auszubildenden oder ausgebildeten
Fläche 32 befindlichen Punktes kennzeichnet, jeweils mindestens ein Punkt ausgewählt
und die jeweilige Position des betreffenden ausgewählten Punktes jeweils als ein Bezugspunkt
41 für die Anpassung der mindestens einen Länge der drucktechnisch auszubildenden
Fläche 32 festgelegt wird. Die jeweilige Position des mindestens einen Bezugspunktes
41 wird als nicht korrekturbedürftig angenommen und wird daher vorzugsweise von der
Anpassung der mindestens einen Länge der betreffenden Fläche 32 ausgenommen.
[0136] Sodann wird von einer mit der Recheneinheit verbundenen Erfassungseinrichtung 60,
z. B. mit mindestens einer Kamera von einem eine drucktechnisch ausgebildete Fläche
32 aufweisenden Druckbogen 31 mindestens ein von dem jeweiligen gewählten Bezugspunkt
41 verschiedener, zu der drucktechnisch ausgebildeten Fläche 32 von diesem Druckbogen
31 gehörender Punkt jeweils als ein Messpunkt 42 erfasst. Die Recheneinheit ermittelt
dann in dem auf die Bogendruckmaschine bezogenen Koordinatensystem eine jeweilige
Position des mindestens einen erfassten Messpunktes 42. Wenn von der Erfassungseinrichtung
60 über mehrere Druckbogen 31 hinweg jeweils derselbe Messpunkt 42 erfasst wird, ermittelt
die Recheneinheit z. B. nicht nur die Position dieses Messpunktes 42 auf dem jeweiligen
Druckbogen 31, sondern bildet vorzugsweise auch einen Mittelwert von den jeweiligen
Positionen über eine zuvor festgelegte Anzahl von Druckbogen 31, wobei dann dieser
für die Position des betreffenden Messpunktes 42 gebildete Mittelwert einer weiteren
Auswertung, z. B. einer Abstandsberechnung zum betreffenden Bezugspunkt 41 zugrunde
gelegt wird.
[0137] Nachdem in der Recheneinheit sowohl die jeweilige Position von mindestens einem Bezugspunkt
41 festgelegt als auch die jeweilige Position von mindestens einem erfassten Messpunkt
42 - unmittelbar oder als Mittelwert - jeweils mit Bezug auf das auf die Bogendruckmaschine
bezogene Koordinatensystem ermittelt worden sind, wird von der Recheneinheit hinsichtlich
des den betreffenden erfassten Messpunkt 42 aufweisenden Druckbogens 31 insbesondere
ein Ist-Abstand s1; s2 zwischen der jeweiligen Position des mindestens einen von dem
betreffenden Druckbogen 31 erfassten Messpunktes 42 und der jeweiligen Position des
mindestens einen ausgewählten Bezugspunktes 41 ermittelt. Anschließend wird der ermittelte
Ist-Abstand s1; s2 von der Recheneinheit mit demjenigen Soll-Abstand verglichen, den
die dem betreffenden erfassten Messpunkt 42 entsprechende Position in der der Festlegung
der Position des Bezugspunktes 41 zugrunde liegenden Fläche 32 von der Position des
betreffenden Bezugspunktes 42 aufweist. Der Soll-Abstand wird z. B. von der Druckvorstufe
oder von einem für eine Steuerung des Druckprozesses zuständigen Produktionsplanungssystem
bereit gestellt. Danach passt die Recheneinheit in Abhängigkeit von einer von ihr
ermittelten Abweichung des Ist-Abstandes s1; s2 vom Soll-Abstand durch eine Ausgabe
eines vorzugsweise elektrischen Steuersignals an eine die auf mindestens einem weiteren
Druckbogen 31 die jeweilige Fläche 32 drucktechnisch ausbildende Einrichtung, d. h.
an zumindest eines der Druckwerke 01; 02; 03 der Bogendruckmaschine, jeweils mindestens
eine Länge der auf dem jeweiligen mindestens einen weiteren Druckbogen 31 jeweils
gleich groß drucktechnisch auszubildenden Fläche 32 an. Im Fall mehrerer von der Erfassungseinrichtung
60 vorzugsweise im selben Erfassungsvorgang gleichzeitig erfasster Messpunkte 42 ermittelt
die Recheneinheit vorzugsweise auch einen zwischen zwei von diesen Messpunkten 42
aufgespannten, von ihrem gemeinsamen Bezugspunkt 41 ausgehenden Winkel ϕ als einen
Ist-Winkel und vergleicht den ermittelten Ist-Winkel mit einem für diese beiden Messpunkte
42 in Verbindung mit dem betreffenden Bezugspunkt 41 vorgesehenen, z. B. von der Druckvorstufe
oder von dem für die Steuerung des Druckprozesses zuständigen Produktionsplanungssystem
bereit gestellten Soll-Winkel. Im Fall einer über eine zuvor festgelegte Toleranzgrenze
hinausgehenden und daher unzulässigen Abweichung zwischen dem Ist-Winkel und dem Soll-Winkel
passt die Recheneinheit dann das an die auf mindestens einem weiteren Druckbogen 31
die jeweilige Fläche 32 drucktechnisch ausbildende Einrichtung auszugebene Steuersignal
zur Minimierung dieser Abweichung an. Dabei wird die Anpassung der betreffenden Länge
der betreffenden drucktechnisch auszubildenden Fläche 32 und/oder die Anpassung des
Ist-Winkels an den Soll-Winkel i. d. R. in einer laufenden Produktion der Bogendruckmaschine
ausgeführt.
[0138] Wie beschrieben lässt sich ein Verfahren zum Anpassen eines Zylinderaufzugs 08 an
eine Bedruckstoffänderung in Druckmaschinen ausführen, bei dem die Druckmaschine mindestens
zwei Druckwerk 01; 02; 03 aufweist, jedes Druckwerk 01; 02; 03 einen Druckformzylinder
07 mit mindestens einer Spannvorrichtung 15 zum Spannen eines Zylinderaufzugs 08 und
einen bedruckstoffführenden Zylinder 04 umfasst, wobei die Spannvorrichtung 15 ein
Spannorgan 18 bzw. ein Spannelement 18 aufweist, das zum Anpassen des Zylinderaufzugs
08 an die Bedruckstoffänderung in Umfangsrichtung B des Druckformzylinders 07 verlagert
wird und/oder in mehrere Spannsegmente 20 bzw. einzelne Spannelemente 20 unterteilt
ist, die in axialer Richtung des Druckformzylinders 07 verlagert werden, bei dem das
Anpassen des Zylinderaufzugs 08 an die Bedruckstoffänderung unter Kontakt mit der
Oberfläche mindestens eines Rotationskörpers erfolgt. Als Rotationskörper wird z.
B. ein Gummizylinder 06, eine Farbauftragswalze 10 oder eine Feuchtauftragswalze 13
verwendet. Der Zylinderaufzug 08 steht während des Kontaktes mit dem Rotationskörper
in Umfangsrichtung B unter einer Zugspannung FZ, wobei diese Zugspannung FZ maximal
der Zugspannung FZ entspricht, unter welcher der Zylinderaufzug 08 auf dem Druckformzylinder
07 aufgespannt ist.
[0139] Es ist auch eine Vorrichtung zum Anpassen eines Druckbildes und/oder eines Zylinderaufzugs
08 an eine Bedruckstoffänderung in Druckmaschinen vorgesehen, wobei die Druckmaschine
mindestens zwei Druckwerke 01; 02; 03 aufweist, wobei jedes Druckwerk 01; 02; 03 einen
Druckformzylinder 07 und einen bedruckstoffführenden Zylinder 04 umfasst und auf den
jeweiligen Druckformzylindern 07 jeweils mindestens ein Zylinderaufzug 08 aufgespannt
ist, derart, dass der jeweilige Druckformzylinder 07 jeweils einen Zylinderkanal 14
mit einer diesem zugeordneten Spannvorrichtung 15 aufweist, derart, dass die betreffende
Spannvorrichtung 15 mindestens ein Spannorgan 18, 31 aufweist, durch das der betreffende
Zylinderaufzug 08 in Umfangsrichtung B und in axialer Richtung A des jeweiligen Druckformzylinders
07 veränderbar ist und der jeweilige Druckformzylinder 07 einen Antrieb aufweist,
der zum Generieren eines Differenzwinkels zwischen dem betreffenden Druckformzylinder
07 und dem bedruckstoffführenden Zylinder 04 während des Umlaufs des jeweiligen Druckformzylinders
07 ausgebildet ist, wobei die Spannorgane 18, 31 fernverstellbar sind. Dabei ist vorzugsweise
mindestens eines der Spannorgane 18, 31 in Umfangsrichtung B des jeweiligen Druckformzylinder
07 verlagerbar, wobei mindestens eines der Spannorgane 18, 31 in Spannsegmente 20
unterteilt ist, wobei die Spannsegmente 20 ausgehend von der Mitte des betreffenden
Zylinderaufzugs 08 jeweils seitwärts verlagerbar sind.
[0140] Alternativ oder zusätzlich ist eine Vorrichtung zum Anpassen eines Druckbildes und/oder
eines Zylinderaufzugs 08 an eine Bedruckstoffänderung in Druckmaschinen vorgesehen,
wobei die Druckmaschine mindestens zwei Druckwerke 01; 02; 03 aufweist, wobei jedes
Druckwerk 01; 02; 03 einen Druckformzylinder 07 mit mindestens einer Spannvorrichtung
15 zum Spannen eines Zylinderaufzugs 08 und einen bedruckstoffführender Zylinder 04
umfasst, wobei die Spannvorrichtung 15 ein in mehrere Spannsegmente 20 unterteiltes
Spannorgan 18; 31 aufweist, die Spannsegmente 20 zur Änderung der Dimension des betreffenden
Zylinderaufzugs 08 in axialer Richtung A des jeweiligen Druckformzylinders 07 verlagerbar
sind und der jeweilige Druckformzylinder 07 einen Antrieb aufweist, der zum Generieren
eines Differenzwinkels zwischen dem betreffenden Druckformzylinder 07 und dem bedruckstoffführenden
Zylinder 04 während des Umlaufs des betreffenden Druckformzylinders 07 ausgebildet
ist, wobei den Spannsegmenten 20 mindestens ein aktivierbares Krafterzeugungselement
35 zugeordnet ist. Dabei ist das Krafterzeugungselement 35 z. B. als ein hydraulisches
Mittel oder als ein pneumatischer Mittel, z. B. als ein Schlauch, oder als ein elektromechanisches
Mittel, z. B. als ein Elektromotor ausgeführt.
[0141] Des Weiteren kann eine Vorrichtung zum Anpassen eines Druckbildes und/oder eines
Zylinderaufzugs 08 an eine Bedruckstoffänderung in Druckmaschinen vorgesehen sein,
wobei die Druckmaschine mindestens zwei Druckwerke 01; 02; 03 aufweist, jedes Druckwerk
01; 02; 03 jeweils einen Druckformzylinder 07 mit mindestens einer Spannvorrichtung
15 zum Spannen eines Zylinderaufzugs 08 und einen bedruckstoffführenden Zylinder 04
umfasst, wobei die Spannvorrichtung 15 ein Spannorgan 18, 31 aufweist, das zum Anpassen
des Zylinderaufzugs 08 an die Bedruckstoffänderung in Umfangsrichtung B des betreffenden
Druckformzylinders 07 verlagerbar und in mehrere Spannsegmente 20 unterteilt ist,
die in axialer Richtung A des betreffenden Druckformzylinders 07 verlagerbar sind,
wobei den Spannsegmenten 20 mindestens ein aktivierbares Krafterzeugungselement 35
zugeordnet ist. Dabei ist das Krafterzeugungselement 35 z. B. als ein hydraulisches
Mittel oder als ein pneumatischer Mittel, z. B. als ein Schlauch, oder als ein elektromechanisches
Mittel, z. B. als ein Elektromotor ausgeführt.
[0142] Auch kann eine Vorrichtung zum Anpassen eines Druckbildes und/oder eines Zylinderaufzugs
08 an eine Bedruckstoffänderung in Druckmaschinen vorgesehen sein, wobei die Druckmaschine
mindestens zwei Druckwerke 01; 02; 03 aufweist, wobei jedes Druckwerk 01; 02; 03 jeweils
einen Druckformzylinder 07 mit mindestens einer Spannvorrichtung 15 zum Spannen eines
Zylinderaufzugs 08 und einen bedruckstoffführenden Zylinder 04 umfasst, wobei die
Spannvorrichtung 15 mindestens ein Spannorgan 18 aufweist, das so ausgebildet ist,
dass der Zylinderaufzug 08 durch dieses fernverstellbar veränderbar ist, derart, dass
das Spannorgan 18 in Umfangsrichtung des betreffenden Druckformzylinders 07 verlagerbar
ist, wobei zum Verlagern des Spannorgans 18 in Umfangsrichtung ein pneumatisches Mittel,
z. B. ein Schlauch vorgesehen ist.
[0143] Des Weiteren ist mit der zuvor beschriebenen mehrere, in Reihe angeordnete Druckwerke
01; 02; 03 und/oder Lackwerke aufweisenden Bearbeitungsmaschine, z. B. Druckmaschine,
insbesondere Bogendruckmaschine ein Verfahren betreibbar, bei dem, während die Bogendruckmaschine
einen aktuellen Druckauftrag ausführt, mindestens ein Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk
aus dem Verbund der den aktuellen Druckauftrag ausführenden Druckwerke 01; 02; 03
/Lackwerke ausgegliedert wird und an diesem Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk ein Folgeauftrag
vorbereitet wird, derart, dass in einem Steuerrechner sowohl die auftragsbezogenen
Daten des unmittelbar auf diesem Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk vorher ausgeführten
Druckauftrags als auch die des auf diesen Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk folgenden
Druckauftrags bereitgestellt werden, dass die Divergenz der auftragsbezogenen Daten
ermittelt wird, dass auf dieser Grundlage die optimale Sequenz und die Zeitdauer der
Bearbeitungsschritte für die Vorbereitung des Folgeauftrag errechnet wird, dass das
Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk an Hand der errechneten Werte für den Folgeauftrag
vorbereitet wird und dass anschließend dieses Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk zum Ausführen
des Folgeauftrages eingegliedert wird. Es können durch den Steuerrechner sowohl die
Werte für die zonale Flächendeckung des auf diesem Druckwerk 01; 02; 03 /Lackwerk
unmittelbar vorher ausgeführten Druckauftrags als auch die des Folgeauftrags bereitgestellt
werden, wobei die Divergenz dieser Daten als Grundlage für die Berechnung der optimalen
Sequenz und der Zeitdauer der Bearbeitungsschritte für die Vorbereitung des Folgeauftrags
dient. Zu einer Sequenz gehören z. B. mindestens zwei der Bearbeitungsschritte Sauberdrucken,
Waschen der Farbwerkswalzen, Wechseln der Druckplatten, Laden eines neuen Farbprofils,
Einfärben des Farbwerks oder Einfärben der Druckplatten. Ein Zeitpunkt des Beginns
der Vorbereitung des Folgeauftrags wird z. B. derart errechnet, dass der Beginn der
Vorbereitung des Folgeauftrags so ermittelt wird, dass zum Zeitpunkt des Eingliederns
des Druckwerks 01; 02; 03 /Lackwerks die Vorbereitung des Folgeauftrags abgeschlossen
ist. Das Eingliedern des Druckwerks 01; 02; 03 /Lackwerks erfolgt z. B. unmittelbar
nach dem Abschluss der Vorbereitungen, wobei z. B. unmittelbar nach Erreichen der
optimalen Einfärbung des Farbwerks die Druckplatte eingefärbt wird und die Eingliederung
erfolgt. Die Eingliederung in den laufenden Druckprozess erfolgt vorzugsweise fliegend.
Bezugszeichenliste
[0144]
- 01
- Druckwerk
- 02
- Druckwerk
- 03
- Druckwerk
- 04
- Zylinder, Gegendruckzylinder, Transportkörper
- 05
- Bogentransporteinrichtung, Transfertrommel, Übergabetrommel
- 06
- Zylinder, Übertragungszylinder, Gummituchzylinder
- 07
- Zylinder, Formzylinder, Plattenzylinder
- 08
- Zylinderaufzug, Druckform, Druckplatte, Lackplatte, Lacktuch
- 09
- Farbwerk
- 10
- Farbauftragswalze
- 11
- Farbwerkwalze
- 12
- Feuchtwerk
- 13
- Feuchtauftragswalze
- 14
- Zylinderausnehmung, Zylinderkanal
- 15
- Befestigungseinrichtung, Spannvorrichtung
- 16
- Befestigungsmittel, Klemmmittel, vorderes
- 17
- Ende, vorlaufendes (08)
- 18
- Spannorgan, Spannelement, Befestigungsmittel, Klemmmittel, hinteres
- 19
- Ende, nachlaufendes (08)
- 20
- Spannelement, Spannsegment
- 21
- Aufzugspeicher, Plattenkassette
- 22
- -
- 23
- Klemmelement, Klemmleiste, äußere
- 24
- Klemmelement, Klemmleiste, innere
- 25
- Stützelement, Spannspindel
- 26
- -
- 27
- Verlagerungsmittel, Verlagerungsspindel, Hohlkörper, Verlagerungsschlauch
- 28
- Stützelement, Hohlkörper, Spannschlauch, Schlauch
- 29
- Kanalwand (07)
- 30
- -
- 31
- Druckbogen
- 32
- Druckbild; Fläche
- 33
- Ursprung eines Koordinatensystems
- 34
- Verlagerungsmittel
- 35
- Krafterzeugungselement, Krafterzeuger, Verlagerungsantrieb, erster; Hohlkörper, Dehnschlauch,
pneumatisch
- 36
- Kraftübermittlungselement, Kraftübermittler, Biegefeder, erste
- 37
- Verbindungsstelle, erste; Zylinderlager
- 38
- Verbindungsstelle , zweite; Spannelementlager
- 39
- Kraft (35)
- 40
- Rückstellelement, Druckfeder, Zugfeder
- 41
- Bezugspunkt
- 42
- Messpunkt; Passmarke
- 43
- -
- 44
- -
- 45
- Schwalbenschwanzführung
- 46
- Ballen (07)
- 47
- Rotationsachse (07)
- 48
- Führungsschiene
- 49
- Grund
- 50
- -
- 51
- Federelement
- 52
- Halterung
- 53
- Kolben
- 54
- -
- 55
- Räderzug
- 56
- Steuereinheit
- 57
- Überlagerungsrechner
- 58
- erstes Korrektursignal
- 59
- Recheneinheit
- 60
- Erfassungseinrichtung
- 61
- zweites Korrektursignal
- 62
- Stellsignal
- 63
- Antriebssteuerung
- A
- Richtung, Querrichtung, axial
- B
- Richtung, Umfangsrichtung
- DA
- Direktantrieb
- FZ
- Gegenkraft bzw. Zugspannung des Zylinderaufzugs (08)
- FF
- Gegenkraft des Federelementes (51)
- FH
- Druck bzw. Antriebskraft des Hohlkörpers (28)
- FA; FB
- Führungskräfte entlang der Führungsschiene (48)
- FAr; FBr
- Reibkräfte entlang der Führungsschiene (48)
- KW1
- erste winkelbezogene Korrekturwerte
- KW2
- zweite winkelbezogene Korrekturwerte
- LW1
- Lage-Istwerte des ersten Druckwerkszylinders
- LW2
- Lage-Istwerte des weiteren Druckwerkszylinders
- S
- Stellweg
- X
- Abszisse des Koordinatensystems
- Y
- Ordinate des Koordinatensystems
- a
- Abstand
- b
- Abstand
- s1; s2
- Ist-Abstand
- ϕ
- Winkel