[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für einen zu schützenden Gegenstand,
wie zum Beispiel ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen, das ein Substrat
mit einer Oberseite, die einen strukturierten Abschnitt umfasst, und eine auf dem
strukturierten Abschnitt aufgedruckte Farbschicht mit mehreren ersten Pigmenten, die
als Metallpigmente ausgebildet sind, aufweist, wobei die ersten Pigmente an der der
Oberseite des Substrates zugewandten Unterseite der Farbschicht entlang des strukturierten
Abschnitts angeordnet sind.
[0002] Bei einem solchen Sicherheitselement liegt dann bei Betrachtung von einer Seite zum
Beispiel eine gut wahrnehmbare Reflexions- bzw. Spiegelschicht vor, die durch die
ersten Pigmente gebildet ist. Jedoch ist der optisch wahrnehmbare Eindruck einer solchen
Farbschicht bei Betrachtung von der anderen Seite schlechter und insbesondere weniger
brillant. Ferner ist ein solches Sicherheitselement auch leicht kopierbar.
[0003] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, ein Sicherheitselement der eingangs
genannten Art so weiterzubilden, dass die beschriebenen Schwierigkeiten möglichst
vollständig behoben sind.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem Sicherheitselement der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass die aufgedruckte Farbschicht neben den ersten Pigmenten zweite
Pigmente, die als Magnetpigmente ausgebildet sind, aufweist, wobei die zweiten Pigmente
an der der Oberseite des Substrates abgewandten Oberseite der Farbschicht in einem
vorbestimmten Muster angeordnet sind.
[0005] Durch die zweiten Pigmente kann ein von dem durch die ersten Pigmente bewirkten optischen
Effekt unabhängiger weiterer optischer Effekt bei der Betrachtung von der zweiten
Seite bereitgestellt werden, so dass die Wiedererkennbarkeit des Sicherheitselementes
erhöht ist. Darüber hinaus ist es möglich, eine exakte Passerung des Musters zu dem
mit den ersten Pigmenten versehenen strukturierten Abschnitt bereitzustellen, die
zum Beispiel bei einem versuchten Kopieren des Sicherheitselementes durch zusätzliches
Bilden des Musters auf der Oberseite in einem weiteren Verfahrensschritt nicht in
gleicher Qualität erreicht werden kann.
[0006] Unter der Anordnung der zweiten Pigmente in einem vorbestimmten Muster wird hier
insbesondere eine vorbestimmte Anordnung und Ausrichtung der zweiten Pigmente verstanden.
Die Anordnung der zweiten Pigmente erfolgt insbesondere aufgrund einer Magnetfeldbeaufschlagung
während der Fixierung der aufgedruckten Farbschicht.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement können die ersten Pigmente so an der
Unterseite der Farbschicht angeordnet sein, dass sie eine Reflexions- bzw. Spiegelschicht
bilden. Eine so gebildete Spiegelschicht kann von einer herkömmlichen, mittels Aufdampfen
erhältlichen Metallisierung fast nicht unterschieden werden.
[0008] Ferner kann das vorbestimmte Muster bei dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement
in einer Passerung zum strukturierten Abschnitt vorliegen. Dabei wird eine äußert
hohe Genauigkeit erreicht, die durch Verfahren mit zwei separaten Schritten nicht
erzielt werden kann.
[0009] Die ersten Pigmente sind mit Vorteil nicht magnetisch bzw. nicht magnetisierbar.
Insbesondere weisen die ersten Pigmente keine ferromagnetischen Eigenschaften auf.
Damit lässt sich sicherstellen, dass sich die ersten Pigmente bei der Herstellung
an der Unterseite der Farbschicht anordnen, während sich die zweiten Pigmente im Wesentlichen
an der Oberseite der Farbschicht anordnen.
[0010] Zur Erzeugung des strukturierten Abschnitts können bekannte Mikrostrukturierungsverfahren
verwendet werden, wie z.B. Prägeverfahren. So können beispielsweise auch mit aus der
Halbleiterfertigung bekannten Verfahren (Photolithographie, Elektronenstrahllithographie,
Laserstrahllithographie, etc.) geeignete Strukturen in Resistmaterialien belichtet,
eventuell veredelt, abgeformt und zur Fertigung von Prägewerkzeugen verwendet werden.
Es können bekannte Verfahren zur Prägung in thermoplastischen Folien oder in mit strahlungshärtenden
Lacken beschichtete Folien eingesetzt werden.
[0011] Das Substrat kann bei dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement insbesondere eine
Prägelackschicht aufweisen, in die der strukturierte Abschnitt geprägt ist. Ferner
kann die Prägelackschicht eine UV-Prägelackschicht sein.
[0012] Der strukturierte Abschnitt kann auch als Reliefstruktur bezeichnet werden. Die Reliefstruktur
kann als diffraktive Struktur (z.B. ein Hologramm, ein holographisches Gitterbild
oder eine hologrammähnliche Beugungsstruktur), als achromatische Struktur (z.B. eine
Mattstruktur, eine Mikrospiegelanordnung, ein Blazegitter mit einem sägezahnartigen
Furchenprofil) oder als eine Fresnellinsen-Anordnung ausgebildet sein.
[0013] Die ersten Pigmente sind insbesondere als plättchenförmige Metallpigmente ausgebildet.
Des Weiteren können die ersten Pigmente als plättchenförmige Aluminiumpigmente ausgebildet
sein.
[0014] Die ersten Pigmente können in gleicher oder ähnlicher Weise wie die Pigmente der
in der
WO 2005/051675 A2 beschriebenen Metallpigment-Zusammensetzungen ausgebildet sein. Insbesondere ist
auf die Beschreibung auf Seite 11, Zeile 10 bis Seite 13, dritter Absatz der
WO 2005/051675 A2 zu verweisen. Die ersten Pigmente können beispielsweise Aluminium, Edelstahl, NiChrom,
Gold, Silber, Platin und/ oder Kupfer aufweisen. Der mittlere Teilchendurchmesser
liegt bevorzugt in einem Bereich von 2 bis 50 µm, weiter bevorzugt wäre ein Bereich
von 5 bis 15 µm, gemessen mit einem Coulter LS 130 Laserdiffraktionsgranulometer.
[0015] Die ersten Pigmente können auch entsprechend den Pigmenten aus den Metall-Pigment-Zusammensetzungen
gemäß der
WO 2013/186167 A2 und/ oder den in der
WO 2011/064162 A2 beschriebenen Effektpigmentzusammensetzungen gebildet sein.
[0016] Das Substrat ist insbesondere als transparentes Substrat ausgebildet.
[0017] Die zweiten Pigmente können magnetische Pigmente oder magnetisierbare Pigmente sein.
Insbesondere können die zweiten Pigmente ferromagnetische Eigenschaften aufweisen.
Des Weiteren können die zweiten Pigmente so ausgebildet sein wie die Pigmente, die
in der
EP 2 792 500 A1 oder in der
US 7,517,578 B2 beschrieben sind.
[0018] Zu schützende Gegenstände sind beispielsweise Sicherheitspapiere, Ausweise oder Wertdokumente
(wie zum Beispiel Banknoten, Chipkarten, Pässe, Identifikationskarten, Ausweiskarten,
Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, Eintrittskarten, Kreditkarten, Gesundheitskarten)
sowie Produktsicherungselemente, wie zum Beispiel Etiketten, Siegel und Verpackungen.
[0019] Es wird ferner ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselementes für einen
zu schützenden Gegenstand, wie zum Beispiel ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder
dergleichen, bereitgestellt, bei dem
- a) ein Substrat mit einer Oberseite, die einen strukturierten Abschnitt umfasst, bereitgestellt
wird, und
- b) auf dem strukturierten Abschnitt eine Farbschicht mit mehreren ersten Pigmenten,
die als Metallpigmente ausgebildet sind, gedruckt wird,
wobei sich die ersten Pigmente an der der Oberseite des Substrates zugewandten Unterseite
der Farbschicht entlang des strukturierten Abschnitts anordnen,
wobei die im Schritt b) aufgedruckte Farbschicht neben den ersten Pigmenten zweite
Pigmente, die als Magnetpigmente ausgebildet sind, aufweist, und wobei die Farbschicht
während ihrer Fixierung mit einem Magnetfeld so beaufschlagt wird, dass die zweiten
Pigmente an der der Oberseite des Substrates abgewandten Oberseite der Farbschicht
in einem vorbestimmten Muster angeordnet werden.
[0020] Die Fixierung der Farbschicht kann insbesondere durch Trocknung der Farbschicht erfolgen.
Bei Verwendung eines UV-Lackes als Bindemittel ist auch eine Fixierung durch Vernetzung
des Lackes mittels Strahlung denkbar.
[0021] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann somit ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
bereitgestellt werden.
[0022] Neben der Bereitstellung eines weiteren optischen Effekts durch die zweiten Pigmente
ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren eine exakte Passerung des Musters zu dem
mit den ersten Pigmenten versehenen strukturierten Abschnitt. Wird die Farbschicht
daher mit zusätzlichen Aussparungen oder freien Flächen in ein Fenster gedruckt, ist
auf der einen Seite beispielsweise ein Hologramm und auf der anderen Seite in den
exakt gleichen Motivbereichen (einschließlich etwaiger Aussparungen/freier Flächen)
ein durch die zweiten Pigmente erzeugtes Muster bzw. "Magnetbild" wahrnehmbar.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren kann so weitergebildet werden, dass die Weiterbildungen
des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes hergestellt werden können.
[0024] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung
zu verlassen.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung beispielshalber anhand der beigefügten Figuren, die
auch erfindungswesentliche Merkmale offenbaren, noch näher erläutert. Zur besseren
Anschaulichkeit wird in den Figuren zumindest teilweise auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Querschnittsdarstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Oberseite 14 des Sicherheitselementes 1 von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf das Substrat 2 des Sicherheitselementes 1 von Fig. 1;
- Fig. 4 bis 6
- Querschnittsdarstellungen zur Erläuterung eines Verfahrens zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Sicherheitselementes 1;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes
1, und
- Fig. 8
- eine Banknote 20 mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitselement 1.
[0026] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Sicherheitselement
1 ein Substrat 2 mit einer Oberseite 3, die einen strukturierten Abschnitt 4 umfasst,
und eine Farbschicht 5, die auf den strukturierten Abschnitt 4 gedruckt ist.
[0027] Das Substrat 2 weist einen Träger 6, der hier als transparente Kunststofffolie (z.B.
eine PET-Folie) ausgebildet ist, und eine auf dem Träger 6 aufgebrachte Lackschicht
7 auf. Die dem Träger 6 abgewandte Seite der Lackschicht 7 ist nicht eben, sondern
strukturiert und somit moduliert, wie in dem Querschnitt in Fig. 1 gezeigt ist. Man
kann auch sagen, dass die Oberseite der Lackschicht 7 eine Reliefstruktur aufweist.
Bei der Lackschicht 7 kann es sich z. B. um einen geprägten UV-Lack handeln. Die Reliefstruktur
kann z. B. eine diffraktive Struktur, wie etwa ein Hologramm, ein holographisches
Gitterbild oder eine hologrammähnliche Beugungsstruktur, sein.
[0028] Auf der Oberseite der Lackschicht 7 und somit der Oberseite 3 des Substrates 2 ist
die Farbschicht 5 aufgedruckt, die erste Pigmente 10 in Form von plättchenförmigen
Metallpigmenten 10 und zweite Pigmente 11 in Form von Magnetpigmenten aufweist.
[0029] Die ersten Pigmente 10 sind entlang des strukturierten Abschnitts 4 der Lackschicht
7 angeordnet, wie schematisch in Fig. 1 gezeigt ist, und bilden dadurch eine Reflexions-
bzw. Spiegelschicht 12 an der Unterseite 13 der Farbschicht 5. Diese Anordnung der
ersten Pigmente 10 ist Folge der Herstellung des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes
1, die nachfolgend im Detail beschrieben wird.
[0030] Die zweiten Pigmente 11 sind bei der hier beschriebenen Ausführungsform an der dem
Substrat 2 abgewandten Oberseite 14 der Farbschicht 5 so ausgerichtet, dass sie bei
Betrachtung der Oberseite 14 einen (gewölbt erscheinenden) Ring 15 (in Fig. 1 gestrichelt
angedeutet) darstellen. Da die ersten und zweiten Pigmente 10,11 in derselben Farbschicht
5 enthalten sind, liegt eine optimale Passerung zwischen dem Ring 15 und der Spiegelschicht
12 vor.
[0031] In Figur 2 ist eine Draufsicht des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes 1 auf die
Oberseite 14 gezeigt. In einem ersten Motivbereich 8 ist bei Betrachtung der Oberseite
14 der Ring 15 erkennbar.
[0032] In Figur 3 ist die Draufsicht auf die gegenüberliegende Seite zur Oberseite 14 und
somit auf das Substrat 2 gezeigt. Bei Betrachtung dieser Seite ist die schraffiert
dargestellte Spiegelschicht 12 erkennbar, die in einem zweiten Motivbereich 9 angeordnet
ist. Der zweite Motivbereich 9 liegt genau gegenüber dem ersten Motivbereich 8, so
dass die beschriebene optimale Passerung vorliegt. Diese Passerung ist Folge der nachfolgend
im Detail beschriebenen Herstellung des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes 1.
[0033] Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes wird in einem ersten Schritt
(Fig. 4) der strukturierte Abschnitt 4 in der auf dem Träger 6 angeordneten Lackschicht
7 durch einen Prägevorgang gebildet. Dabei kann der Prägevorgang, sofern notwendig,
einen Aushärtungsschritt aufweisen. Beispielsweise kann eine Aushärtung der geprägten
Struktur 4 mittels UV-Strahlung erfolgen.
[0034] Danach wird eine Farbschicht 16 auf den strukturierten Abschnitt 4 gedruckt, wobei
die dazu verwendete Druckfarbe ein Gemisch aus den ersten und zweiten Pigmenten 10,
11 sowie mindestens einem Bindemittel ist (Fig. 5). Die Druckfarbe und dabei insbesondere
die Abmessungen der ersten Pigmente 10 und/ oder das Verhältnis der ersten Pigmente
10 zum Bindemittel sind/ ist so gewählt, dass sich die ersten Pigmente 10 (zumindest
ein großer Anteil der ersten Pigmente 10) nach dem Bedrucken in der Farbschicht 16
direkt an dem strukturierten Abschnitt 4 anlagern bzw. zu diesem hinbewegen und sich
entlang des strukturierten Abschnitts 4 ausrichten, so dass dadurch die gewünschte
Spiegelschicht 12 gebildet wird. Man kann die ersten Pigmente 10 auch als "non-leafing"
Pigmente bezeichnen.
[0035] Die so gebildete Spiegelschicht 12 kann von einer herkömmlichen, mittels Aufdampfen
erhältlichen Metallisierung fast nicht unterschieden werden.
[0036] Während des Trocknens der aufgedruckten Farbschicht 16 wird die Farbschicht 16 einem
vorbestimmten Magnetfeld ausgesetzt, wie durch die schematisch dargestellten Magnetfeldlinien
17 in Fig. 6 angedeutet ist. Die Magnetfeldlinien 17 bzw. das beaufschlagte Magnetfeld
ist so gewählt, dass sich die zweiten Pigmente 11 (zumindest ein großer Anteil der
zweiten Pigmente 11) in gewünschter Weise musterförmig ausrichten, wie in Fig. 6 schematisch
dargestellt ist. Die zweiten Pigmente 11 schwimmen somit quasi in der noch nicht trockenen
Farbschicht 16 und werden dabei ausgerichtet. Dazu können die zweiten Pigmente 11
z.B. als "leafing" Pigmente ausgebildet sein, die (hauptsächlich) an der Oberseite
der Farbschicht 16 vorliegen und sich aufgrund des Magnetfeldes bewegen, ausrichten
und sich gegebenenfalls an bestimmten Stellen sammeln bzw. konzentrieren. Die Magnetfeldbeaufschlagung
wird solange aufrechterhalten, bis die Farbschicht 16 getrocknet ist, so dass dann
das in Fig. 1 gezeigte Sicherheitselement 1 hergestellt ist. Die Magnetpigmente 11
sind somit passergenau zu dem mit den plättchenförmigen Metallpigmenten versehenen
geprägten strukturierten Abschnitt ausgerichtet und/öder angeordnet.
[0037] Auch wenn die Oberfläche der Farbschicht in Fig. 1 glatt dargestellt ist, kann diese
nach der Trocknung je nach Wahl der Stärke des beaufschlagten Magnetfelds insbesondere
schwach oder stark dreidimensional ausgebildet sein, da die Magnetpigmente das Bindemittel
in gewissen Umfang mit anheben.
[0038] Gemäß einer in Figur 1 nicht dargestellten Variante kann das Magnetfeld insbesondere
so gewählt sein, dass die Anziehung an einer oder mehreren Stellen besonders stark
ist, so dass die Magnetpigmente 11 sich dort nicht nur ausrichten, sondern sich an
diesen Stellen auch konzentrieren und somit eine stark dreidimensional ausgebildete
Oberfläche erzeugen.
[0039] Wenn die ersten Pigmente 10 beispielsweise als plättchenförmige Aluminium-Pigmente
ausgebildet sind, wirkt die damit gebildete Spiegelschicht 12 bei Betrachtung des
Sicherheitselementes 1 durch das transparente Substrat 2 und somit entlang der durch
den Pfeil P1 in Fig. 1 angedeuteten Blickrichtung als "silberne" Spiegelschicht 12.
Bei Betrachtung der Spiegelschicht 12 durch die Oberseite 14 und somit entlang der
Richtung gemäß Pfeil P2 in Fig. 1 würde die Spiegelschicht 12 hingegen weniger metallisch
und weniger brillant erscheinen. Da jedoch die zweiten Pigmente 11 an der Oberseite
14 entsprechend angeordnet bzw. ausgerichtet sind, wird bei Betrachtung entlang der
Pfeilrichtung P2 ein anderer Bildeindruck bereitgestellt (hier der Ring 15) als bei
der Betrachtung des Sicherheitselementes 1 entlang der Pfeilrichtung P1. Es kann somit
ein attraktiveres Sicherheitselement 1 im Vergleich zu dem Fall bereitgestellt werden,
bei dem der Ring 15 aus den zweiten Pigmenten 11 nicht gebildet ist.
[0040] Darüber hinaus liegt eine optimale Passerung der zweiten Pigmente 11 zu dem mit den
ersten Pigmenten versehenen strukturierten Abschnitt 4 vor, was nur aufgrund des beschriebenen
Herstellungsverfahrens und des Verwendens der Druckfarbe mit den ersten Pigmenten
10 und den zweiten Pigmenten 11 möglich ist. Damit wird auch die Fälschungssicherheit
erhöht, da ein solches Sicherheitselement 1 beispielsweise nicht durch zwei aufeinanderfolgende
Druckvorgänge in der hier vorliegenden Qualität erzeugt werden kann. Es wird dann
stets eine schlechtere Passerung vorliegen.
[0041] Die Druckfarbe für die Farbschicht 16 kann z.B. auf den Metallpigment-Zusammensetzungen
basieren, wie sie in der
WO 2005/051675 A2 (siehe darin z.B. die Beschreibung auf Seite 11, Zeile 10 bis Seite 13, dritter Absatz)
beschrieben sind. Die ersten Pigmente beruhen auf einem Metall, das vorzugsweise von
der Gruppe bestehend aus Aluminium, Edelstahl, NiChrom, Gold, Silber, Platin und Kupfer
gewählt ist. Das Metall ist insbesondere bevorzugt Aluminium. Der mittlere Teilchendurchmesser
liegt bevorzugt in einem Bereich von 2 µm bis 50 µm, weiter bevorzugt in einem Bereich
von 5 µm bis 15 µm, gemessen mit einem Coulter LS130 Laserdiffraktionsgranulometer.
[0042] Die ersten Pigmente 10 für die Farbschicht 16 können auch auf den Pigmenten der Metallpigment-Zusammensetzungen
gemäß der
WO 2013/186167 A2 beruhen.
[0043] Ferner können die ersten Pigmente 10 für die Farbschicht 16 auf den Pigmenten der
in der
WO 2011/064162 A2 beschriebenen Effektpigmentzusammensetzungen, die zu metallischen Schichten mit Farbkippeffekt
führen, beruhen.
[0044] Die zweiten Pigmente, die als Magnetpigmente ausgebildet sind, können beispielsweise
so ausgebildet sein, wie in der
EP 2 792 500 A1 oder in der
US 7,517,578 B2 beschrieben ist. Insbesondere können die Magnetpigmente als ferromagnetische Pigmente
ausgebildet sein.
[0045] In Fig. 7 ist eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Sicherheitselementes 1 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform sind die zweiten Pigmente
11 so angeordnet bzw. ausgerichtet, dass ein Stern 15 bei Betrachtung der Oberseite
14 wahrnehmbar ist, wie schematisch dargestellt ist.
[0046] In Fig. 8 ist eine Banknote 20 dargestellt, in der das erfindungsgemäße Sicherheitselement
1 so integriert ist, dass es bestimmungsgemäß benutzt werden kann. Beispielsweise
überspannt das Sicherheitselement 1 eine Ausnehmung in der Banknote 20. Alternativ
kann die Banknote 20 zumindest in diesem Bereich transparent oder teiltransparent
sein, so dass das Sicherheitselement 1 von beiden Seiten der Banknote 20 betrachtet
werden kann.
[0047] Alternativ oder zusätzlich kann das Sicherheitselement 1 als Sicherheitsfaden 21
ausgebildet sein, der beispielsweise in Form eines Pendelsicherheitsfadens in die
Banknote 20 integriert ist.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Sicherheitselement
- 2
- Substrat
- 3
- Oberseite (des Substrates)
- 4
- strukturierter Abschnitt
- 5
- Farbschicht
- 6
- Träger
- 7
- Lackschicht
- 8
- 1. Motivbereich
- 9
- 2. Motivbereich
- 10
- 1. Pigment
- 11
- 2. Pigment
- 12
- Spiegelschicht
- 13
- Unterseite (der Farbschicht)
- 14
- Oberseite (der Farbschicht)
- 15
- Muster
- 16
- Farbschicht
- 17
- Magnetfeldlinien
- 20
- Banknote
- 21
- Sicherheitsfaden
- P1
- Pfeil
- P2
- Pfeil
1. Sicherheitselement für einen zu schützenden Gegenstand, wie zum Beispiel ein Sicherheitspapier,
Wertdokument oder dergleichen, das ein Substrat mit einer Oberseite, die einen strukturierten
Abschnitt umfasst, und eine auf dem strukturierten Abschnitt aufgedruckte Farbschicht
mit mehreren ersten Pigmenten, die als Metallpigmente ausgebildet sind, aufweist,
wobei die ersten Pigmente an der der Oberseite des Substrates zugewandten Unterseite
der Farbschicht entlang des strukturierten Abschnitts angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die aufgedruckte Farbschicht neben den ersten Pigmenten zweite Pigmente, die als Magnetpigmente
ausgebildet sind, aufweist,
wobei die zweiten Pigmente an der der Oberseite des Substrates abgewandten Oberseite
der Farbschicht in einem vorbestimmten Muster angeordnet sind.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Pigmente so an der Unterseite der Farbschicht angeordnet sind, dass sie
eine Spiegelschicht bilden.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das vorbestimmte Muster in Passerung zum strukturierten Abschnitt ist.
4. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Pigmente nicht ferromagnetisch sind.
5. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat eine Prägelackschicht aufweist, in die der strukturierte Abschnitt geprägt
ist.
6. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der strukturierte Abschnitt eine diffraktive Struktur, insbesondere ein Hologramm,
ein holographisches Gitterbild oder eine hologrammähnliche Beugungsstruktur, eine
achromatische Struktur, insbesondere eine Mattstruktur, eine Mikrospiegelanordnung,
ein Blazegitter mit einem sägezahnartigen Furchenprofil, oder eine Fresnellinsen-Anordnung
bildet.
7. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat als transparentes Substrat ausgebildet ist.
8. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Pigmente als plättchenförmige Metallpigmente ausgebildet sind.
9. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Pigmente als plättchenförmige Aluminiumpigmente ausgebildet sind.
10. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Pigmente ferromagnetische Eigenschaften aufweisen.
11. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselementes für einen zu schützenden Gegenstand,
wie zum Beispiel ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen, bei dem
a) ein Substrat mit einer Oberseite, die einen strukturierten Abschnitt umfasst, bereitgestellt
wird, und
b) auf dem strukturierten Abschnitt eine Farbschicht mit mehreren ersten Pigmenten,
die als Metallpigmente ausgebildet sind, gedruckt wird,
wobei sich die ersten Pigmente an der der Oberseite des Substrates zugewandten Unterseite
der Farbschicht entlang des strukturierten Abschnitts anordnen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die im Schritt b) gedruckte Farbschicht neben den ersten Pigmenten zweite Pigmente,
die als Magnetpigmente ausgebildet sind, aufweist, wobei die Farbschicht während ihrer
Fixierung mit einem Magnetfeld so beaufschlagt wird, dass die zweiten Pigmente an
der der Oberseite des Substrates abgewandten Oberseite der Farbschicht in einem vorbestimmten
Muster angeordnet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierung der Farbschicht durch Trocknung der Farbschicht erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbschicht als Bindemittel einen UV-Lack aufweist, wobei die Fixierung der Farbschicht
durch Vernetzung des UV-Lackes mittels Strahlung erfolgt.