(19)
(11) EP 3 255 001 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
20.07.2022  Patentblatt  2022/29

(21) Anmeldenummer: 17000946.8

(22) Anmeldetag:  02.06.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 23/06(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B65H 23/06; B65H 2402/341; B65H 2402/54; B65H 2403/51; B65H 2403/725; B65H 2404/1521; B65H 2408/217; B65H 2515/322; B65H 2701/11332; B65H 2701/194

(54)

ABWICKELVORRICHTUNG FÜR EIN BAND, WIE ETIKETTENBAND

UNWINDER FOR A TAPE, SUCH AS LABEL TAPE

DÉVIDOIR DESTINÉ À UNE BANDE, COMME UNE BANDE D'ÉTIQUETTES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 06.06.2016 DE 102016006747

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.12.2017  Patentblatt  2017/50

(73) Patentinhaber: Cab Produkttechnik Gesellschaft für Computer- und Automations-Bausteine mbH & Co. KG
76131 Karlsruhe (DE)

(72) Erfinder:
  • Thiel, Roger
    D-71384 Weinstadt (DE)
  • Deckert, Stephan
    D-99610 Vogelsberg (DE)

(74) Vertreter: Lichti - Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Postfach 41 07 60
76207 Karlsruhe
76207 Karlsruhe (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A5- 624 911
DE-U1-202006 005 557
CN-A- 102 372 104
GB-A- 2 345 692
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Abwickelvorrichtung für ein Band, wie ein Etikettenband, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Solche Abwickelvorrichtungen werden an Etikettendruckern, Etikettiergeräten und Etikettiermaschinen verwendet. Ein Trägerband wird beim Abwickeln über einen ersten Pendelarm eines schwenkbar gelagerten, elastisch vorgespannten Pendelhebels (auch Tänzerarm genannt) gezogen. Der Pendelhebel erzeugt eine Schlaufe des Bandes, welche als Etikettenspeicher bezeichnet wird. Der Etikettenspeicher kann durch die Bildung weiterer durch Führung des Bandes von teilweise ebenfalls schwenkbar gelagerter Umlenkrollen gebildeter Schlaufen vergrößert werden. Etikettenrollen bestehen meist aus einem Rollenkern und dem darauf spiralförmig aufgewickelten Trägerband, auf welchem sich wiederum Etiketten befinden. Der Rollenkern ist fest mit einem Rollenträger der Abwickelvorrichtung verspannbar.

    [0003] Grundsätzlich wird ein Etikettenspeicher benötigt, um die träge Etikettenrolle vom eigentlichen Arbeitsvorgang, zum Beispiel Drucken oder Spenden, zu entkoppeln. Durch diese Entkopplung kann die Beschleunigung der Etikettenrolle aus dem Stillstand und in den Stillstand sehr viel langsamer erfolgen als die Beschleunigungsrampen eines Druck- oder Spendevorganges dies erfordern. Durch den gefederten Pendelarm wird eine ruckartige Beschleunigung der Etikettenrolle vermieden.

    [0004] Insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten ist eine gleichmäßige Spannung in dem Trägerband anzustreben und ein ruckartiger Anstieg der Spannung in dem Trägerband zu vermeiden, um ein gutes Druckergebnis bzw. ein gutes Etikettierergebnis zu erreichen.

    [0005] Bei bekannten Abwickelvorrichtungen steuert die Stellung des Pendelhebels eine Bremse, welche bei einem geringen Etikettenspeicher geöffnet ist und bei einem gefüllten Etikettenspeicher unter Federkraft geschlossen ist.

    [0006] Üblicherweise werden in solchen Abwickelvorrichtungen Bandbremsen verwendet. Die Betätigung dieser Bandbremse erfolgt in der Regel über einen Exzenter, der im ständigen Kontakt mit der Schwinge der Bandbremse ist. Es besteht eine direkte Abhängigkeit von Bremszeitpunkt und Bremskraft.

    [0007] Die Energie zum Betätigen dieser Bandbremse wird bisher aus dem Arbeitsvermögen der Feder bzw. den Federn des Pendelhebels geholt. Somit wird das Arbeitsvermögen der Federn des Pendelhebels, je nach Belastung, in den Bremsvorgang und in die Bewegung des Pendelhebels aufgeteilt.

    [0008] Dies gilt auch für eine gattungsgemäße Abwickelvorrichtung nach der DE 20 2006 005 557 U1 mit einer Bremse zur Abwicklung eines Etikettenbandes oder dergleichen von einer Etikettenrolle nach der DE 20 2006 005 557 U1. Bei dieser Vorrichtung ist ein federbeaufschlagter Pendelarm an einem Gehäuse angelegt. Der Pendelarm ist zur Führung des Etikettenbandes ausgebildet. Er steuert durch seine Lage die Zugspannung in diesem Etikettenband. Hierzu ist ein Bremsrad mit der Etikettenrolle drehfest verbunden und bereichsweise von einem Bremsband umschlungen, dessen Bandspannung und damit das auf das Bremsrad wirkende Bremsmoment von der Stellung des Pendelarms gesteuert ist und zwar derart, dass der Pendelarm über eine exzentrisch angeordnete Steuerscheibe auf eine Schwinge derart wirkt, dass diese unter der Zugkraft der am Pendelarm angreifenden Federn das Bremsband gegen das Bremsrad entgegen einer an der Schwinge angreifenden Feder zieht, die letztere bei Zugausübung durch das Etikettenband auf den Pendelarm das Bremsband freigibt. Die an der Schwinge angreifende Feder dient daher zum Lösen des Bremsbandes von der Bremsscheibe, während die auf die Bremsscheibe über Schwinge und Bremsband ausgeübte Kraft unmittelbar durch die am Pendelarm angreifenden Federn bewirkt wird.

    [0009] Die CN 102 372 104 A, weist zwar einen Pendelhebel 1 mit einer Umlenkrolle am freien Ende sowie eine durch zwei Bügel gebildete Bremsvorrichtung auf, nicht aber eine einzige schwenkbar elastisch beaufschlagte Schwinge. Beim Gegenstand der Druckschrift ist kein auf einer Schwinge einwirkender Nocken exzentrisch einem Pendelhebel angeordnet, da dort der auf die Bremsbögen einwirkende Nocken um den gleichen Schwenkpunkt verschwenkbar ist wie der Pendelhebel selbst. Ein verstellbarer Nocken ist nicht vorhanden.

    [0010] Die GB 2 345 692 zeigt eine Abwickelvorrichtung für ein Band, bei der ein mit einer Umlenkrolle versehener Pendelhebel separat und mit weitem Abstand zur Trägerrolle angeordnet ist. Auf dem der Umlenkrolle gegenüberliegenden Arm des Pendelhebels wirkt eine Feder. Eine Bremsvorrichtung ist durch ein um eine Bremsrolle herumgelegtes Bremsband gebildet, das mit einem linear elastisch beaufschlagten Stab fest verbunden ist, über den indirekt ein ebenfalls am Drehpunkt des Schwenkhebels starr befestigter Nocken einwirkt. Eine Schwinge zusätzlich zum Pendelhebel, über die die Bremswirkung erzeugt wird, ist nicht vorhanden, da der mit dem Bremsband verbundene Stab nur linear bewegbar ist. Ein Nocken ist fest einem Hebelarm angeordnet und damit nicht einstellbar, so dass der Bremszeitpunkt nicht veränderbar ist.

    [0011] Beim Gegenstand der CH 624 911 A5, handelt es sich um eine Abspulvorrichtung für ein auf einer Vorratsrolle aufgewickeltes Materialband mit einem federbelasteten Hebel um dessen als Tänzerwalze bezeichnete Umlenkrolle das Materialband unter Zugspannung geführt ist. Am Hebel ist ein Bremslösenocken fest angeordnet, der auf einen auf ein Bremsband einwirkenden Hebel einwirkt.

    [0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die auf den Rollenträger bzw. die mit diesem fest verbundene Bremsrolle einwirkende Bremswirkung hinsichtlich Zeit und Kraft vom Schwenkhebel und den dort einwirkenden Kräften zu trennen.

    [0013] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einer gattungsgemäßen Abwickelvorrichtung gelöst, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

    [0014] Dadurch, dass der Pendelhebel zweiarmig ausgebildet ist und ein Nocken an einem anderen Arm als die Umlenkrolle angeordnet ist, kann der am zweiten der Umlenkrolle abgewandten Arm des Schwenkhebels angeordnete Nocken die Schwinge entgegen der auf diese wirkende Federkraft zum Lösen der Bremswirkung schwenkend anheben, wenn auf den die Umlenkrolle für das Etikettenband an seinem freien Ende tragenden Arm des Schwenkhebels die Abzugkraft des Etikettenbandes (bewirkt durch eine an diesem angreifende Abzugsvorrichtung) einwirkt.

    [0015] Die Kraft der Federn, welche am Pendelhebel angreifen und diesen Vorspannen, wird so nicht zum unmittelbaren Betätigen der Bremse verwendet. Bremszeitpunkt und Bremskraft sind unabhängig voneinander einstellbar, so dass beim Bedrucken oder Etikettieren von unterschiedlich breiten Etiketten lediglich die benötigte geringere bzw. höhere Bremskraft eingestellt werden muss.

    [0016] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung einer Abwickelvorrichtung mit einer vom Schwenkhebel separaten, wenn auch mit diesem verbundenen, unter der auf sie wirkenden elastischen Kraft eine Bremsung bewirkenden Schwinge wird folgendes erreicht: Bei auf den Schwenkhebel durch den Zug des Etikettenbandes ausgeübte "Schwenkkräfte" wird die Schwinge in eine Freigabeposition, in der keine Bremsung erfolgt, aktiv bewegt, während bei Stillstand des Bandes der insofern elastisch beaufschlagte Schwenkhebel in eine Position gebracht wird, in der er die Schwinge über den Nocken mitnimmt und in der über andere als am Schwenkhebel wirksame Kräfte die Schwinge so eine Bremsung bewirkt. Hierzu können separate, beispielsweise aktiv wirkende Komponenten vorgesehen sein.

    [0017] Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass der Pendelhebel bei Krafteinwirkung auf sein die Umlenkrolle tragendes freies Ende entgegen der auf ihn wirkenden elastischen Spannung verschwenkbar ist.

    [0018] Bevorzugt werden die die Bremsung durch die Schwinge verursachenden Kraftgeber durch separate Federn bewirkt. Durch diese vorgespannte, an der Schwinge angreifende und durch eine Exzenter-Nocken-Verbindung zwischen Pendelhebel und der die Bremsung bewirkenden Schwinge wird der Vorteil erreicht, dass die durch die Schwinge auf den Rollenträger und damit die Etikettenbandrolle ausgeübte Kraft nicht mehr durch den Pendelhebel vorspannende Federn bewirkt werden muss, sondern durch die erfindungsgemäß vorgesehenen separaten der Schwinge zugeordneten Federn bewirkt wird, so dass die auf den Pendelhebel wirkende Vorspannung und die Bremsspannung der Schwinge unabhängig voneinander gewählt oder eingestellt werden können.

    [0019] Eine bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht vor, dass der Pendelhebel bei Krafteinwirkung auf sein die Umlenkrolle tragendes freies Ende entgegen der auf ihn wirkenden elastischen Spannung verschwenkbar ist.

    [0020] Die Übertragung der das Bremsen bewirkenden Schwingenbewegung unter Einfluss der an dieser angreifenden Federn wird in an sich bekannter Weise durch ein an der Schwinge befestigtes um einen Ansatz des Rollenträgers geführtes Bremsband erreicht.

    [0021] In weiterer bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Nocken in eine Ausnehmung der Schwinge eingreift, wobei die Ausnehmung der Schwinge ein Langloch, insbesondere ein ovales Langloch ist. Hierdurch können die einerseits Nocken, andererseits Langloch-Ausnehmung, tragenden Enden von Schwenkhebel bzw. Schwingen über die Schwenkbewegung beider eine relative radiale Bewegung ausführen, so dass es zu keiner Blockade kommt.

    [0022] Die einerseits auf den Schwenkhebel, andererseits auf die Schwinge, einwirkenden elastischen Spannungen oder Kräfte werden in bevorzugter Weise dadurch erzeugt, dass die auf Schwenkhebel und/oder Schwinge ausgeübte Spannung jeweils durch mindestens eine Feder, insbesondere durch jeweils mindestens eine Schraubenfeder, bewirkt wird.

    [0023] In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Nocken angular um die Achse des Schwenkhebels verstellbar ist. Hierdurch kann der Bremszeitpunkt eingestellt werden. Weiterhin ist vorgesehen, dass die an der Schwinge angreifende elastische Kraft veränderbar ist, insbesondere durch Änderung der Federkraft und/oder Anzahl der die auf die Schwinge wirkende elastische Kraft bewirkenden Federn.

    [0024] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung im Einzelnen erläutert ist. Dabei zeigt:
    Fig. 1
    eine schematische Vorderansicht einer Abwickelvorrichtung;
    Fig. 2
    die Rückseite einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Abwickelvorrichtung;
    Fig. 3
    eine Rückseitendarstellung mit entfernter Schwinge und Bandbremse zur Wiedergabe der Ebene hinter dieser mit Lagerung und Spannungsbeaufschlagung des Pendelhebels;
    Fig. 4
    eine vergrößerte Ausschnittdarstellung der Rückansicht der Fig. 2 mit Schwinge und Bandbremse;
    Fig. 5
    eine separate perspektivische Darstellung der eigentlichen Bremsvorrichtung mit Schwinge, Bremsband und die Schwinge beaufschlagenden Federn; und


    [0025] Fig. 1 zeigt die wesentlichen Elemente einer Abwickelvorrichtung 1 für ein Etikettenband. Die Abwickelvorrichtung weist einen drehbar gelagerten Rollenträger 2 sowie einen einseitig mit diesem fest verbundenen Teller 3 mit kreisförmiger Außenkontur auf. Dieser wirkt als Anlagefläche für eine Etikettenrolle R, die durch ein auf einem Rollenkern K spiralig aufgewickeltes Etikettenband B gebildet ist. Der Rollenkern K ist mit dem Rollenträger 2 drehfest verspannbar und im Betriebszustand drehfest verspannt. Das Etikettenband B besteht aus einem Trägerband, auf dem mit geringfügigem Abstand zueinander Etiketten aufgeklebt sind.

    [0026] Die Abwickelvorrichtung 1 weist ferner eine erste, ortsfest, aber drehbar gelagerte Umlenkrolle 4 sowie einen elastisch vorgespannten Pendelhebel 5 auf, an dessen einem, in der Fig. 1 sichtbaren Ende 5.1 eines Arms 5.2 eine weitere Umlenkrolle 6 drehbar gelagert ist.

    [0027] Die Abwickelvorrichtung 1 ist Teil einer Etikettiermaschine oder eines Etikettendruckers, der - nicht dargestellt - weitere Führungs- oder Umlenkrollen, eine motorisch angetriebene Abzugsvorrichtung, mittels derer das Band B von der Rolle R abgezogen wird, eine Etikettenspendeeinrichtung zum Übergeben der auf dem Band befindlichen Etiketten auf ein zu etikettierendes Produkt aufweist sowie gegebenenfalls einen Etikettendrucker zum Bedrucken der Etiketten aufweisen kann.

    [0028] Im dargestellten Ausführungsbeispiel der Fig. 1 befindet sich der Pendelhebel 5 in einer Stellung, bei welcher auf diesen durch das Band B bzw. die auf dieses wirkende Abzugskraft keine Kräfte ausgeübt werden, also beispielsweise im Stillstand der Vorrichtung, wobei sie auf den Pendelhebel 5 sowie elastischen Vorspannung einwirkt (die im Weiteren noch näher erläutert wird).

    [0029] Die doppelte Länge zwischen Umlenkrolle 4 und Umlenkrolle 6 in der dargestellten entlasteten Position des Schwenkarms 5 wird als - maximaler - Etikettenspeicher bezeichnet.

    [0030] Wird das Etikettenband B durch die nicht gezeigte motorische Abzugs- oder Fördereinrichtung gefördert und damit die Rolle R abgewickelt, so wirkt auf den elastisch gelagerten Pendelhebel 5 eine Abzugskraft des Bandes, welche diesen Pendelhebel 5 gegen die auf die ihn wirkenden elastischen Spannungen oder Kräfte aus der in Fig. 1 dargestellten Position nach unten bewegt, je nach einwirkender Abzugskraft bis maximal auf die Höhe der festgelagerten Umlenkrolle 4, wodurch das Speichervermögen des Etikettenspeichers E bzw. dieser selbst damit auf Null reduziert ist.

    [0031] Bei einer Etikettiermaschine oder einem Etikettendrucker wird eine Abzugskraft intermittierend ausgeübt und während der Übergabe der Etiketten und gegebenenfalls auch dem Bedrucken derselben findet sich das Band am Druck- bzw. Übergabeort im Stillstand. Bei einer freidrehend gelagerten Rolle R bzw. einem entsprechend frei drehbar gelagerten Rollenträger 2 kann die Rolle R aufgrund der durch ihre Masse bedingten Trägheit beim Stillstand weiter abrollen, so dass die Gefahr besteht, dass beim Abrollen über die Maximalgröße des Etikettenspeichers E hinaus das Band zwischen Rolle R und Abzugsstelle nicht mehr unter Spannung steht, sondern vielmehr locker gehalten ist und in Kurven oder Schlaufen verlaufen kann. Bei erneutem Abzug durch die Abzugsvorrichtung besteht dann die Gefahr, dass das Band zerrissen wird.

    [0032] Aus diesem Grunde wird regemäßig eine auf den Rollenträger 2 und damit die Rolle R bei Nachlassen der auf den Pendelhebel 5 wirkenden Bandspannung eine mit diesem verbundene automatisch wirkende Bremsvorrichtung vorgesehen.

    [0033] Die bevorzugte erfindungsgemäße Ausgestaltung einer solchen Bremsvorrichtung wird im Weiteren beschrieben.

    [0034] Die Fig. 2 zeigt die Rückseite der Abwickelvorrichtung 1 und zunächst wiederum den Teller 3 und den Pendelhebel 5 mit der Umlenkrolle 6 am freien Ende 5.1 eines ersten Hebelarms 5.2 des Pendelhebels 5. Die Vorrichtung 1 weist ein Gehäuse 7 auf, an dem alle weiteren Teile direkt oder indirekt, schwenk- bzw. drehbar befestigt sind, so der Teller 3 und mit ihm der Rollenträger 2 um eine zentrale Schwenkachse A1. Der Rollenträger 2 hat auf der in der Fig. 2 dargestellten Rückseite des Tellers 3 einen Ansatz 2.1 mit ebenfalls einer kreisförmigen Außenkontur. Die weiteren auch in der Fig. 2 dargestellten Teile der erfindungsgemäßen Abwickelvorrichtung 1 werden im Folgenden näher unter Bezug auf die Fig. 3 bis Fig. 5 erläutert.

    [0035] Die Fig. 3 zeigt in gegenüber der Fig. 2 vergrößerter Darstellung die von Rückseite aus gesehen hinter den in der Fig. 2 sichtbaren Elementen in einer tieferen Ebene befindlichen weiteren Elemente, so insbesondere den Pendelhebel 5, der um eine Schwenkachse A2 gelagert ist. Der Pendelhebel 5 ist zweiarmig ausgebildet mit dem schon unter Bezug auf die Fig. 1 erwähnten Hebelarm 5.2 und einem relativ zur Drehachse A2 diametral gegenüberliegenden Schwenkhebel 5.3. Am Schwenkhebel 5.3 ist exzentrisch zur Schwenkachse A2 ein Exzenter-Nocken 5.4 am Hebelarm 5.3 vorgesehen. Der Nocken 5.4 ist zur Einstellung des Bremszeitpunkts um die Achse A2 mit seiner Mittelachse angular verstellbar, beispielsweise aus einer Position A4 in eine Position A4' - wie in Fig. 3 dargestellt.

    [0036] Weiterhin greifen am Hebelarm 5.3 des Schwenkhebels 5 - im dargestellten Ausführungsbeispiel - zwei erste Schraubenfedern 8 an, die an einem unteren Querträger 7.1 des Gehäuses 7 befestigt sind. Die ersten Federn 8 ziehen ersichtlich den Schwenkhebel 5 in die in den Fig. 1 bis Fig. 3 dargestellte Position, bei der der Hebelarm 5.2 nach oben und der Hebelarm 5.3 unter Einwirkung der Federn 8 nach unten gezogen ist. Damit befindet sich auch der Nocken 5.4 in einer unteren Position - gegenüber einer Position, bei der der Schwenkhebel 5 bzw. der Hebelarm 5.2 unter einer Abzugskraft des Bandes B nach unten gezogen ist, wodurch der Hebelarm 5.3 und damit der Nocken 5.4 entgegen der Wirkung der Federn 8 nach oben geschwenkt wird.

    [0037] Die Fig.4 zeigt eine in der dort dargestellten Rückseitenansicht vorderen Ebene gegenüber der Fig. 3 befindliche Schwinge 10, die um eine Schwenkachse A3 schwenkbar gelagert ist. Die Schwinge 10 weist im Bereich eines freien Endes 10.1 ein Langloch auf, in welches der Nocken 5.4 des Pendelhebels 5 eingreift. Ebenfalls im Bereich ihres freien Endes 10.1 greifen an der Schwinge 10 - bei der dargestellten Ausführungsform - drei zweite Schraubenfedern 11 an, die an ihrem unteren Ende wiederum am Gestell 7 und zwar an einem Querträger 7.2 befestigt sind.

    [0038] Die Schwinge 10 hält zwischen ihrer Drehachse A3 und ihrem Endbereich 10.1 mit Langloch 10.2 und Angreifort der zweiten Federn 10 ein Bremsband 12, welches um den Ansatz 2.1 des Rollenträgers herumgeführt ist. Die Bremsvorrichtung 9 (der Fig. 4) ist in der Fig.5 noch einmal zur Verdeutlichung als solche, gelöst von weiteren Teilen der Abwickelvorrichtung perspektivisch dargestellt. Zur Erläuterung wird auf die vorstehende Beschreibung verwiesen.

    [0039] Befindet sich der Pendelhebel 5 in seiner in den Fig. 1 bis Fig. 3 dargestellten durch die elastische Spannung der ersten Federn 8 bewirkten oberen Stellung des ersten Hebelarms 5.2, wenn durch das Etikettenband B keine Abzugskraft aus ihm ausgeübt wird, so befindet sich sein zweiter Hebelarm 5.3 und damit der Nocken 5.4 in der in der Fig. 3 dargestellten unteren Stellung und demgemäß auch das freie Ende 10.1 der Schwinge 10 in einer durch die Spannung der zweiten Federn 11 bewirkten unteren Stellung. Damit wird das an der Schwinge 10 befestigte Bremsband 12 gegen den Ansatz 2.1 des Rollenträgers 2 gezogen und somit auf diesen und die drehfest auf ihm aufsitzende Etikettenbandrolle R eine Bremswirkung ausgeübt, so dass diese in Stillstand gebracht und gehalten wird, auch entgegen einer nachlaufenden Drehbewegung aufgrund der Trägheit der Rolle R, wenn vorher ein Bandabzug erfolgt ist.

    [0040] Wird nun eine Zugkraft auf das Etikettenband B - durch die nicht dargestellte Abzugsvorrichtung - ausgeübt, so wird der freie Arm 5.2 des Pendelhebels 5 durch diese Zugkraft nach unten bewegt. Der zweite Hebelarm 5.3 des Pendelhebels 5 hebt sich nach oben entgegen der auf diesen wirkenden Spannung der ersten Federn 8 und damit bewegt sich auch der Nocken 5.4 nach oben, der in das Langloch 10.2 der Schwinge 10 eingreift; dieser hebt derart entgegen der auf die Schwinge 10 einwirkenden Spannung der zweiten Federn 11 das freie Ende 10.1 der Schwinge 10 in einer Schwenkbewegung um die Schwenkachse A3 nach oben, wodurch das Bremsband 12 vom Ansatz 2.1 des Rollenträgers 2 gelöst wird und damit sich die Etikettenbandrolle R unter der am Band B angreifenden Abzugskraft sich frei drehen und Bandlänge abgeben kann.

    [0041] Fällt bei Stillstand der Abzugsbewegung die Abzugskraft auf den Schwenkhebel 5 wieder fort, so wird in der im vorletzten Absatz beschriebenen Weise wieder die Bremswirkung auf die Etikettenbandrolle R ausgeübt, so dass diese nicht unter ihrer Trägheit nachlaufen kann und das Etikettenband B weiterhin unter der - auch durch den Pendelhebel 5 - bewirkte Spannung straff gespannt bleibt.


    Ansprüche

    1. Abwickelvorrichtung für ein Band, wie ein Etikettenband, mit einem Rollenträger (2), einem schwenkbar gelagerten, elastisch beaufschlagten Pendelhebel (5), der an einem freien Ende (5.1) eine Umlenkrolle (6) trägt, mit einer Bremsvorrichtung (9) für den Rollenträger (2), mit einer schwenkbar gelagerten, elastisch beaufschlagten Schwinge (10)

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Pendelhebel (5) zweiarmig ausgebildet ist,

    dass ein Nocken (5.4) exzentrisch an einem anderen Arm des Pendelhebels (5) als die Umlenkrolle (6) angeordnet ist,

    dass die Schwinge (10) um den Nocken (5.4) verschwenkbar ist, und

    dass die Schwinge (10) unter einer auf sie einwirkenden elastischen Kraft derart verschwenkbar ist, dass sie den Rollenträger (2) bremst.


     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwinge (10) durch den Nocken (5.4) des Pendelhebels (5) entgegen der auf sie wirkenden elastischen Kraft verschwenkbar ist.
     
    3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Pendelhebel (5) bei Krafteinwirkung auf sein die Umlenkrolle (6) tragendes freies Ende (5.1) entgegen der auf ihn wirkenden elastischen Spannung verschwenkbar ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die auf die Schwinge (10) wirkende elastische Spannung eine Bremswirkung auf den Rollenträger (2) ausübbar ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Verschwenken der Schwinge (10) aufgrund der Bewegung des Nockens (5.4) des Pendelhebels (5) entgegen der auf die Schwinge (10) wirkenden elastischen Spannung eine Freigabe des Rollenträgers (2) bzw. ein Lösen der auf diesen wirkenden Bremswirkung bewirkt wird.
     
    6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein an der Schwinge (10) befestigtes um einen Ansatz (2.1) des Rollenträgers (2) geführtes Bremsband (12).
     
    7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nocken (5.4) in eine Ausnehmung (10.2) der Schwinge (10) eingreift.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (10.2) der Schwinge (10) ein Langloch, insbesondere ein ovales Langloch ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf Schwenkhebel (5) und/oder Schwinge (10) ausgeübte Spannung jeweils durch mindestens eine Feder, insbesondere durch jeweils mindestens eine Schraubenfeder (8; 11), bewirkt wird.
     
    10. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nocken (5.4) angular um die Achse (A2) des Schwenkhebels (5) verstellbar ist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die an der Schwinge (10) angreifende elastische Kraft veränderbar ist, insbesondere durch Änderung der Federkraft und/oder Anzahl der die auf die Schwinge (10) wirkende elastische Kraft bewirkenden Federn.
     


    Claims

    1. Unwinding device for a strip, such as a label strip, comprising a roll carrier (2), a pivotably mounted, elastically loaded pendulum lever (5) which carries a deflection roller (6) at a free end (5.1), a braking device (9) for the roll carrier (2), and a pivotably mounted, elastically loaded rocker (10),

    characterized in that,

    the pendulum lever (5) has two arms,

    a cam (5.4) is arranged eccentrically on a different arm of the pendulum lever (5) to the deflection roller (6),

    the rocker (10) can be pivoted about the cam (5.4), and

    the rocker (10) can be pivoted under an elastic force acting thereon in such a way that said rocker brakes the roll carrier (2).


     
    2. Device according to claim 1, characterized in that the rocker (10) can be pivoted by the cam (5.4) of the pendulum lever (5) counter to the elastic force acting thereon.
     
    3. Device according to either of the preceding claims, characterized in that the pendulum lever (5) can be pivoted counter to the elastic tension acting thereon when force is applied to the free end (5.1) thereof carrying the deflection roller (6).
     
    4. Device according to any of the preceding claims, characterized in that a braking effect can be exerted on the roll carrier (2) by the elastic tension acting on the rocker (10).
     
    5. Device according to any of the preceding claims, characterized in that a release of the roll carrier (2) or a release of the braking effect acting thereon is effected by pivoting the rocker (10), due to the movement of the cam (5.4) of the pendulum lever (5) counter to the elastic tension acting on the rocker (10).
     
    6. Device according to any of the preceding claims, characterized by a brake band (12) which is fastened to the rocker (10) and guided around an attachment (2.1) of the roll carrier (2).
     
    7. Device according to any of the preceding claims, characterized in that the cam (5.4) engages in a recess (10.2) in the rocker (10).
     
    8. Device according to claim 7, characterized in that the recess (10.2) in the rocker (10) is a slot, in particular an oval slot.
     
    9. Device according to any of the preceding claims, characterized in that the tension exerted on the pivot lever (5) and/or rocker (10) is effected in each case by at least one spring, in particular by at least one helical spring (8; 11).
     
    10. Device according to any of the preceding claims, characterized in that the cam (5.4) can be angularly adjusted about the axis (A2) of the pivot lever (5).
     
    11. Device according to any of the preceding claims, characterized in that the elastic force acting on the rocker (10) can be changed, in particular by changing the spring force and/or the number of springs effecting the elastic force acting on the rocker (10).
     


    Revendications

    1. Dispositif de déroulement pour un ruban, tel qu'un ruban d'étiquettes, comportant un support de galets (2), un levier oscillant (5) monté pivotant et sollicité élastiquement, lequel supporte un galet de renvoi (6) au niveau d'une extrémité (5.1) libre, comportant un dispositif de freinage (9) pour le support de galets (2), comportant un bras oscillant (10) monté pivotant et sollicité élastiquement

    caractérisé en ce

    que le levier oscillant (5) est formé avec deux bras,

    qu'une came (5.4) est disposée excentriquement sur un autre bras du levier oscillant (5) que le galet de renvoi (6),

    que le bras oscillant (10) peut pivoter autour de la came (5.4), et

    que le bras oscillant (10) peut être pivoté par une force élastique agissant sur lui de telle sorte qu'il freine le support de galets (2).


     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bras oscillant (10) peut être pivoté par la came (5.4) du levier oscillant (5) à l'encontre de la force élastique agissant sur lui.
     
    3. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le levier oscillant (5) peut pivoter à l'encontre de la tension élastique agissant sur lui lorsqu'un effet de force est appliqué à son extrémité (5.1) libre supportant le galet de renvoi (6).
     
    4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un effet de freinage peut être exercé sur le support de galets (2) au moyen de la tension élastique agissant sur le bras oscillant (10).
     
    5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, par le pivotement du bras oscillant (10) en raison du mouvement de la came (5.4) du levier oscillant (5) à l'encontre de la tension élastique agissant sur le bras oscillant (10), un relâchement du support de galets (2) ou une libération de l'effet de freinage agissant sur celui-ci est effectué.
     
    6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par un ruban de freinage (12) fixé au bras oscillant (10) et guidé autour d'un appendice (2.1) du support de galets (2).
     
    7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la came (5.4) vient en prise dans un évidement (10.2) du bras oscillant (10).
     
    8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'évidement (10.2) du bras oscillant (10) est un trou oblong, en particulier un trou oblong ovale.
     
    9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la tension exercée sur le levier pivotant (5) et/ou le bras oscillant (10) est respectivement provoquée par au moins un ressort, en particulier par respectivement au moins un ressort hélicoïdal (8 ; 11).
     
    10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la came (5.4) peut être réglée angulairement autour de l'axe (A2) du levier pivotant (5).
     
    11. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la force élastique agissant sur le bras oscillant (10) peut être modifiée, en particulier par modification de la force de ressort et/ou du nombre de ressorts provoquant la force élastique agissant sur le bras oscillant (10).
     




    Zeichnung




















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente