(19)
(11) EP 3 255 184 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.12.2022  Patentblatt  2022/51

(21) Anmeldenummer: 17165438.7

(22) Anmeldetag:  07.04.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D01H 5/00(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
D01H 5/00

(54)

STRECKANLAGE FÜR FASERBÄNDER

STRETCHING SYSTEM FOR TEXTILE FIBRES

INSTALLATION D'ÉTIRAGE POUR BANDES DE FIBRES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 24.05.2016 DE 102016109535

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.12.2017  Patentblatt  2017/50

(73) Patentinhaber: Trützschler Group SE
41199 Mönchengladbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Lüstraeten, Britta
    47638 Straelen (DE)
  • Schmitz, Thomas
    41238 Mönchengladbach (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 3 165 635
   
  • Anonymous: "Draw Frame LD 2 | LAKSHMI MACHINE WORKS LIMITED", , 22. Mai 2016 (2016-05-22), Seite 2PP, XP002774723, Gefunden im Internet: URL:https://web.archive.org/web/2016052207 4456/https://www.lakshmimach.com/textile-m achinery/range-of-products/combing-system/ draw-frame-ld-2/ [gefunden am 2017-10-13]
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Streckvorrichtung für textile Faserbänder, aufweisend ein Streckwerk, das auf einem Ablagegehäuse aufgenommen ist, und aufweisend eine Grundplatte, auf der wenigstens eine Ablagekanne drehbar aufnehmbar ist, und wobei das Ablagegehäuse mittels Säulen beabstandet über der Grundplatte angeordnet ist, und wobei die Streckvorrichtung so ausgebildet ist, dass wenigstens eine Ablagekanne mit einem Durchmesser von 1200 mm auf der Grundplatte aufnehmbar und mit dem textilen Faserband befüllbar ist.

[0002] Streckvorrichtungen können dazu verwendet werden, einzelne Faserbänder aus mehreren Kannen über eine sogenannte Gatteranordnung mit den Kannen zugeordneten Gattern einzuziehen, nebeneinander anzulegen, zu strecken, und anschließend zu einem neuen, einzigen Faserband zusammenzuführen, das vorzugsweise die gleichen Querschnittsabmessungen aufweist wie jedes einzelne der eingezogenen, mehreren Faserbänder. Zum Einziehen der Faserbänder werden Rechengatter oder angetriebene Gatterrollen verwendet, und es kann eine Vielzahl von einzelnen Kannen vorgelagert sein, aus denen die Faserbänder entnommen werden, um die Ausbringung der Streckanlage zu vergrößern.

[0003] Zur weiteren Effizienzsteigerung von Streckvorrichtungen ist es bekannt, beispielsweise zwei Streckvorrichtungen zu einer gemeinsamen Streckanlage zusammenzuführen, welche Komponenten der einzelnen Streckvorrichtungen gemeinsam nutzen. So ist es beispielsweise möglich, die Gatter der zwei Streckvorrichtungen auf eine gemeinsame Gatteranordnung zu reduzieren, ferner können periphere Einrichtungen wie beispielsweise eine Faserabsaugung oder dergleichen gemeinsam genutzt werden.

[0004] Eine weitere Effizienzsteigerung wird dadurch erreicht, dass den Streckvorrichtungen eine größere Anzahl von Kannen vorgelagert wird. Sind beispielsweise 16 Kannen vorgelagert, aus denen über die Gatteranordnung die einzelnen Faserbänder dem Streckwerk der Streckvorrichtung zugeführt werden, so muss die befüllte Kanne in der Streckvorrichtung sehr häufig gewechselt werden, bis schließlich die Faserbänder aus den bereitgestellten Kannen auslaufen und neue Kannen bereitgestellt werden müssen. Folgerichtig ergibt sich eine weitere Effizienzsteigerung einer Streckvorrichtung dadurch, dass die befüllbaren Kannen vergrößert werden.

[0005] Aufgrund konstruktiver Begrenzungen und der Weiterverwendung vorhandener Komponenten von Streckvorrichtungen zur Aufnahme kleinerer Kannen sind konstruktive Maßnahmen erforderlich, um die Streckvorrichtung so auszulegen, dass größere Kannen in der Streckvorrichtung befüllt werden können. Dabei sind mehrere Faktoren zur wirtschaftlichen Bereitstellung einer vergrößerten Streckvorrichtung zu berücksichtigen, insbesondere die verfügbaren Ausgangsmaterialien, aus denen eine Streckvorrichtung hergestellt wird. Weiterhin sind Aspekte wie die Transportfähigkeit der bis über 1,5 t wiegenden einzelnen Streckvorrichtung zu berücksichtigen, sodass eine einfache Größenskalierung einer bekannten Streckvorrichtung zur Befüllung kleinerer Kannen mit einem Durchmesser von beispielsweise 1000 mm grundsätzlich nicht möglich ist, um die Kannengröße einer Streckvorrichtung zu vergrößern.

[0006] Die EP 3 165 635 A1 offenbart eine Streckvorrichtung mit zwei Streckwerken und zwei Kannenablagevorrichtungen, unter denen Kannen zum Befüllen transportiert werden können.

[0007] Unter dem URL "https://web.archive.org/web/20160522074456/https:// www.lakshmimach.com/textile-machinery/range-of-products/combing-system/draw-frameld-2" ist eine Streckvorrichtung offenbart, die in der Lage ist, Kannen mit einem Durchmesser von 500 mm, 600 mm bzw. 1.000 mm und einer jeweiligen Höhe von 1.200 mm befüllen zu können.

[0008] Aufgabe der Erfindung ist die Weiterbildung einer Streckvorrichtung für textile Faserbänder, die zur Aufnahme einer vergrößerten Ablagekanne zur Befüllung mit einem Faserband ausgebildet ist. Insbesondere soll dabei die Streckvorrichtung transportabel bleiben.

[0009] Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Streckvorrichtung für textile Faserbänder gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und ausgehend von einer Streckanlage gemäß Anspruch 9 mit den jeweils kennzeichnenden Merkmalen gelöst.

[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0011] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass das Ablagegehäuse und die Grundplatte jeweils mehrteilig ausgebildet sind und dass das Ablagegehäuse und/oder die Grundplatte derart ausgesteift ausgebildet sind, dass die Streckvorrichtung in einem montierten Zustand transportierbar ist.

[0012] Die erfindungsgemäße Streckvorrichtung ist mit einem vergrößerten Ablagegehäuse und mit einer vergrößerten Grundplatte ausgebildet, sodass Ablagekannen mit einem Durchmesser von 1200 mm befüllt werden können. Die Vergrößerung des Ablagegehäuses sowie die Vergrößerung der Grundplatte ist erfindungsgemäß dadurch vorgenommen worden, dass die Grundplatte in eine größere Hauptplatte und in eine kleinere Seitenplatte unterteilt ausgebildet ist, ebenfalls ist das Ablagegehäuse in eine Hauptplatte und in eine Seitenplatte aufgeteilt. Die Seitenplatte an der Hauptplatte zur Bildung der Grundplatte befindet sich dabei auf einer gegenüberliegenden Seite zur Anordnung der Seitenplatte an der Hauptplatte zur Bildung des Ablagegehäuses.

[0013] Insgesamt ergibt sich auch mit dem mehrteiligen Ablagegehäuse und mit der mehrteiligen Grundplatte eine derart ausgesteifte Konstruktion zur Bildung der Streckvorrichtung, dass die Streckvorrichtung trotz der vergrößerten Ausmaße in einem montierten Zustand als Ganzes transportierbar ist. Insbesondere die Verbindungen zwischen den jeweiligen Hauptplatten und Seitenplatten ist derart mechanisch belastbar ausgeführt, dass die Streckvorrichtung in einem Stück, das heißt in einem montierten Zustand, transportierbar ist.

[0014] Der montierte Zustand der Streckvorrichtung, in dem diese noch transportierbar ist, bildet insbesondere einen Zustand, in dem die Streckvorrichtung im Wesentlichen einsatzfertig ausgebildet ist. Die Streckvorrichtung kann somit an einen Einsatzort transportiert werden, beispielsweise als Teil einer Doppel-Streckanlage, die eine erste und eine zweite Streckvorrichtung umfasst.

[0015] Gemäß eines weiteren Aspektes der Erfindung weist die Grundplatte eine Hauptplatte und eine Seitenplatte auf, sodass die Grundplatte eine Breite umfasst, über die wenigstens eine Ablagekanne mit einem Durchmesser von 1200 mm aufnehmbar ist.

[0016] Dabei ist wenigstens eine Säule mit der Hauptplatte und wenigstens eine Säule mit der Seitenplatte der Grundplatte verbunden. Beispielsweise weist die Grundplatte eine erste Seitenkante auf, über der drei Säulen beabstandet zueinander auf der Grundplatte aufgenommen sind. Auf der gegenüberliegenden Seitenkante sind zwei Säulen auf der Grundplatte befestigt, und eine weitere, dritte Säule, befindet sich in Anordnung an einer Hinterkante der Grundplatte.

[0017] Gemäß eines weiteren Aspektes der Erfindung weist das Ablagegehäuse wenigstens drei Plattensegmente auf, die zur Bildung einer rechteckförmigen Hauptplatte miteinander verbunden sind, und wobei das Ablagegehäuse eine Seitenplatte aufweist, die an einer Seitenkante der Hauptplatte angeordnet ist, sodass wenigstens ein vorderer Bereich des Ablagegehäuses eine Breite umfasst, über die eine Ablagekanne mit einem Durchmesser von 1.200 mm aufnehmbar ist. Die Anordnung der Säulen an dem Ablagegehäuse kann dabei so vorgesehen sein, dass zwei Säulen an der Seitenplatte angeordnet sind und drei Säulen sind an einer gegenüberliegenden Längskante der Hauptplatte des Ablagegehäuses angeordnet. Eine weitere Säule kann dabei an einer Hinterkante der Hauptplatte angebracht sein.

[0018] Gemäß eines weiteren Vorteils sind die Säulen derart zwischen dem Ablagegehäuse und der Grundplatte angeordnet, dass seitliche Öffnungsbereiche gebildet sind, durch die eine Hebegabel eines Hebegerätes in den Zwischenraum zwischen dem Ablagegehäuse und der Grundplatte einfahrbar ist, um die Streckvorrichtung mittels eines Untergriffes unter das Ablagegehäuse anzuheben. Insbesondere die Verbindungen der einzelnen Plattenteile, aus denen die Hauptplatte des Ablagegehäuses ausgebildet ist, sind so steif und mechanisch belastbar ausgeführt, dass das Gewicht der Streckvorrichtung, das mehr als 1,5 Tonnen beträgt, je nach Ausführung bis zu 1,8 Tonnen, über einen Untergriff unter das Ablagegehäuse angehoben werden kann, ohne dass das mehrteilige Ablagegehäuse Schaden nimmt. Gemäß einer weiteren Möglichkeit zum Transport der Streckvorrichtung ist auch die Grundplatte mit der Hauptplatte und der Seitenplatte derart ausgesteift ausgebildet, dass das Hebegerät mit der Hebegabel unter die Grundplatte greifen kann. Hierzu kann hilfsweise ein Transportrahmen oder eine Transportplatte Verwendung finden, um die Last auf einen größeren Bereich der Grundplatte zu verteilen.

[0019] Auch ist es denkbar, dass die Hauptplatte und die Seitenplatte zur Bildung der Grundplatte Schraubbohrungen aufweisen, in die Schraubelemente einschraubbar sind, um an den Ecken der mit der Hauptplatte und mit der Seitenplatte gebildeten Grundplatte sogenannte Hubwinden zum Transport der Streckvorrichtung anzuordnen.

[0020] Gemäß einer Weiterbildung der Streckvorrichtung ist eine Box zur Aufnahme von Betriebseinrichtungen der Streckvorrichtung an der Hinterseite der Streckvorrichtung an zwei Säulen hängend aufgenommen. Die Anordnung der Box beeinflusst folglich nicht die Steifigkeit der Streckvorrichtung, die im Wesentlichen durch die ausgesteifte Grundplatte und das ausgesteifte Ablagegehäuse gebildet ist. Die Steifigkeit wird insbesondere dadurch verbessert, dass die Seitenplatten der Grundplatte und des Ablagegehäuses an jeweils gegenüberliegenden Hauptkanten der Hauptplatten angeordnet sind.

[0021] Die Erfindung richtet sich weiterhin auf eine Streckanlage mit einer ersten Streckvorrichtung und mit einer zweiten Streckvorrichtung, die die Merkmale aufweisen, wie diese bereits in Verbindung mit der Streckvorrichtung vorstehend dargelegt sind.

[0022] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigt:
Figur 1
eine Gesamtansicht einer Streckanlage mit zwei parallel angeordneten und betreibbaren Streckvorrichtungen,
Figur 2
eine Vorderansicht einer Streckvorrichtung in einer detaillierten Darstellung,
Figur 3
eine Ansicht einer Streckvorrichtung mit an der Grundplatte angeordneten Hubwinden,
Figur 4
die Streckvorrichtung, die mit einem Hebegerät durch das Untergreifen des Ablagegehäuses angehoben wird und
Figur 5
die Streckvorrichtung, die mit einem Hebegerät durch das Untergreifen der Grundplatte angehoben wird.


[0023] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine Streckanlage 100, die als Doppel-Streckanlage ausgeführt ist und zwei Streckvorrichtungen 1 umfasst. Den beiden Streckvorrichtungen 1 sind Gatter 24 einer Gatteranordnung vorgelagert, die nicht näher dargestellte textile Faserbänder aus Kannen 23 herausführen und den Streckvorrichtungen 1 zuführen. Die textilen Faserbänder laufen in ein Streckwerk 10 der jeweiligen Streckvorrichtung 1 ein, in dem die Faserbänder, im gezeigten Ausführungsbeispiel sechs Faserbänder aus sechs Kannen 23 pro Streckvorrichtung 1, nebeneinander gelegt werden, und es werden die Faserbänder zu einem neuen, einzigen Faserband verstreckt, das beispielsweise den gleichen Querschnitt aufweist wie die einzelnen Faserbänder aus den Kannen 23. Das Beispiel zeigt für jede der Streckvorrichtungen 1 sechs Kannen 23, und jede der Kannen 23 weist vorzugsweise einen Durchmesser von 1200 mm auf.

[0024] Die Streckvorrichtungen 1 besitzen eine Grundstruktur aus einem Ablagegehäuse 11, auf dem das Streckwerk 10 aufgenommen ist. Unterseitig befindet sich eine Grundplatte 12, und das Ablagegehäuse 11 ist über Säulen 14 mit der Grundplatte 12 verbunden. In den über der Höhe der Säulen 14 gebildeten Zwischenraum zwischen der Grundplatte 12 und dem Ablagegehäuse 11 befinden sich zwei Ablagekannen 13, wobei eine vorderseitige Ablagekanne 13 eine aktuell befüllbare Ablagekanne 13 bildet, und eine dahinter angeordnete Ablagekanne 13 bildet eine weitere Ablagekanne 13, die über ein Kannenwechselsystem an die vorderseitige Position der ersten Ablagekanne 13 befördert wird, wenn die vorderseitige Ablagekanne 13 voll ist. Die Ablagekannen 13 weisen ebenfalls einen Durchmesser von 1200 mm auf, sodass die Streckvorrichtungen derart groß dimensioniert sind, dass die Ablagekannen 13 mit einem Durchmesser von 1200 mm befüllt werden können.

[0025] Figur 2 zeigt in einer vergrößerten Ansicht die Streckvorrichtung 1 mit dem Streckwerk 10, das angeordnet ist auf dem Ablagegehäuse 11, und das Ablagegehäuse 11 ist über insgesamt sechs Säulen 14 mit der Grundplatte 12 verbunden, von denen aufgrund der perspektivischen Ansicht lediglich vier Säulen 14 gezeigt sind. Im Zwischenraum zwischen der Grundplatte 12 und dem Ablagegehäuse 11 befinden sich die beiden Ablagekannen 13, die zum Transport der Streckvorrichtung 1 entnommen werden. Auf einer Rückseite ist eine Box 26 an zwei hinteren Säulen 14 angeordnet, und in der Box 26 sind Betriebseinrichtungen zum Betrieb der Streckanlage 1 aufgenommen.

[0026] Der Seitenbereich der Streckanlage 1 weist zwei größere Öffnungsbereiche 19 auf, und der Öffnungsbereich 19 vor der hinteren Ablagekanne 13 bildet eine Kannenladeöffnung, durch die die hintere, leere Ablagekanne 13 in den Zwischenraum zwischen dem Ablagegehäuse 11 und der Grundplatte 12 eingeschoben werden kann. Ist die vordere Ablagekanne 13 fertig befüllt, so wird über ein Kannenwechselsystem die hintere Ablagekanne 13 nach vorne geschoben, und die vordere Ablagekanne 13 verlässt die Streckvorrichtung 1 durch die vordere Öffnung zwischen der Grundplatte 12 und dem Ablagegehäuse 11, wobei das Maß zwischen den beiden vorderen Säulen 14 wenigstens 1250 mm bis beispielsweise 1330 mm beträgt.

[0027] Die Grundplatte 12 weist eine Hauptplatte 15 und eine Seitenplatte 16 auf, wobei die Hauptplatte 15 größer ausgebildet ist und auf der Hauptplatte 15 stehen die beiden Ablagekannen 13 auf. Die Seitenplatte 16 ist an einer Seitenkante der Hauptplatte 15 angeordnet und mechanisch hoch belastbar verbunden. Die hinteren Säulen 14 stehen dabei auf der Seitenplatte 16 auf, während die in der perspektivischen Ansicht vorderen Säulen 14 auf der Hauptplatte 15 der Grundplatte 12 aufstehen.

[0028] Das Ablagegehäuse 11 weist ebenfalls eine Hauptplatte 17 und eine Seitenplatte 18 auf, wobei die Seitenplatte 18 mit Bezug auf die Anordnung der Seitenplatte 16 der Grundplatte 12 an einer gegenüberliegenden Seitenkante der Hauptplatte 17 angeordnet ist. Zudem ist die Seitenplatte 18 kürzer ausgeführt als die Hauptplatte 17, während die Seitenplatte 16 der Grundplatte 12 im Wesentlichen die gleiche Länge aufweist wie die Hauptplatte 15 der Grundplatte 12.

[0029] Durch die dargestellte in sich ausgesteifte Konstruktion zur Bildung des Rahmens der Streckvorrichtung 1 ist die Streckvorrichtung 1 in einem Stück transportierbar, wobei sich die Streckvorrichtung 1 bereits in einem montierten Zustand und insbesondere in einem im Wesentlichen einsatzfertigen Zustand befindet.

[0030] Die Grundplatte weist Schraubbohrungen 21 auf, über die sogenannte Hubwinden angeordnet werden können, um die Streckvorrichtung 1 im insgesamt montierten Zustand anzuheben und verfahren zu können. Der fertige Montagezustand wird insbesondere verdeutlicht durch die beispielhaft angeordnete Bedienschnittstelle 25, die auch erst am späteren Einsatzort befestigt werden kann, und die hinterseitig angeordnete Box 26, sodass die Streckvorrichtung 1 im dargestellten Zustand beispielsweise einer Streckanlage 100 zugeordnet werden kann, indem die Streckanlage 1 einzeln an die Streckanlage 100 transportiert wird.

[0031] Figur 3 zeigt beispielhaft den Transport der Streckanlage 1 mit den Hubwinden 22, die an jeder Ecke der Grundplatte 12 angebracht sind. Die Grundplatte 12 weist die Hauptplatte 15 und die Seitenplatte 16 auf, wobei zwei Hubwinden 22 an der Hauptplatte 15 und gegenüberliegend zwei Hubwinden 22 an der Seitenplatte 16 angeordnet werden. Über die Säulen 14 tragen die Hubwinden 22 auch das Ablagegehäuse 11 mit, sodass durch die gezielte Anordnung der Hubwinden 22 die Hebekräfte sowohl in die Grundplatte 12 als auch über die Säulen 14 in das Ablagegehäuse 11 eingeleitet werden können.

[0032] Figur 4 zeigt eine weitere Transportmöglichkeit der Streckvorrichtung 1, gemäß der mit einer Hebegabel eines Hebegerätes 20, beispielsweise ein Gabelstapler, unter das Ablagegehäuse 11 gegriffen wird. Die Hebegabel untergreift das Ablagegehäuse 11 etwa im mittigen Bereich, wobei das Ablagegehäuse 11 derart ausgesteift ausgebildet ist, dass die Gewichtskräfte der Streckvorrichtung 1 über das Ablagegehäuse 11 getragen werden können. Das Einfahren der Hebegabel des Hebegerätes 20 erfolgt dabei vom seitlichen Öffnungsbereich 19 in den Zwischenraum unterhalb des Ablagegehäuses 11.

[0033] Figur 5 zeigt eine weitere Möglichkeit zum Transport der Streckvorrichtung 1, und das Hebegerät 20 untergreift die Grundplatte 12, wobei ein Transportrahmen 27 oder eine Transportplatte unter der Grundplatte 12 angeordnet gezeigt ist, mit dem die Hebekräfte gleichmäßiger verteilt in die Grundplatte 12 eingeleitet werden.

[0034] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten oder räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein, solange die erhaltenen Ausführungsformen im Rahmen der Ansprüche liegen.

Bezugszeichenliste



[0035] 
100
Streckanlage
1
Streckvorrichtung
10
Streckwerk
11
Ablagegehäuse
12
Grundplatte
13
Ablagekanne
14
Säule
15
Hauptplatte der Grundplatte
16
Seitenplatte der Grundplatte
17
Hauptplatte des Ablagegehäuses
18
Seitenplatte des Ablagegehäuses
19
Öffnungsbereich
20
Hebegerät
21
Schraubbohrung
22
Hubwinde
23
Kanne
24
Gatter
25
Bedienschnittstelle
26
Box
27
Transportrahmen



Ansprüche

1. Streckvorrichtung (1) für textile Faserbänder,

• aufweisend

- ein Streckwerk (10), das auf einem Ablagegehäuse (11) aufgenommen ist, und

- eine Grundplatte (12), auf der wenigstens eine Ablagekanne (13) drehbar aufnehmbar ist,

• wobei

- das Ablagegehäuse (11) mittels Säulen (14) beabstandet über der Grundplatte (12) angeordnet ist, und

- die Streckvorrichtung (1) so ausgebildet ist, dass wenigstens eine Ablagekanne (13) mit einem Durchmesser von 1200 mm auf der Grundplatte (12) aufnehmbar und mit dem textilen Faserband befüllbar ist,

- das Ablagegehäuse (11) und die Grundplatte (12) jeweils mehrteilig ausgebildet sind, wobei die Grundplatte (12) in eine größere Hauptplatte (15) und eine kleinere Seitenplatte (16) unterteilt ausgebildet ist, und das Ablagegehäuse (11) in eine Hauptplatte (17) und in eine Seitenplatte (18) aufgeteilt ist, wobei sich die Seitenplatte (16) an der Hauptplatte (15) zur Bildung der Grundplatte (12) dabei auf einer gegenüberliegenden Seite zur Anordnung der Seitenplatte (18) an der Hauptplatte (17) zur Bildung des Ablagegehäuses (11) befindet,

- so dass das Ablagegehäuse (11) und/oder die Grundplatte (12) derart ausgesteift ausgebildet sind, dass die Streckvorrichtung (1) in einem montierten Zustand transportierbar ist.


 
2. Streckvorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei die Streckvorrichtung (1) im montierten Zustand im Wesentlichen einsatzfertig ausgebildet ist.
 
3. Streckvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei wenigstens eine Säule (14) mit der Hauptplatte (15) und wenigstens eine Säule (14) mit der Seitenplatte (16) der Grundplatte (12) verbunden ist.
 
4. Streckvorrichtung (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei

• das Ablagegehäuse (11) wenigstens drei Plattensegmente aufweist, die zur Bildung der rechteckförmigen Hauptplatte (17) miteinander verbunden sind.


 
5. Streckvorrichtung (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei wenigstens eine Säule (14) mit der Hauptplatte (17) und wenigstens eine Säule (14) mit der Seitenplatte (18) des Ablagegehäuses (11) verbunden ist.
 
6. Streckvorrichtung (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei die Säulen (14) derart zwischen dem Ablagegehäuse (11) und der Grundplatte (12) angeordnet sind, dass seitliche Öffnungsbereiche (19) gebildet sind, durch die eine Hebegabel eines Hebegerätes (20) in den Zwischenraum zwischen dem Ablagegehäuse (11) und der Grundplatte (12) einfahrbar ist, um die Streckvorrichtung (1) mittels eines Untergriffes unter das Ablagegehäuse (11) anzuheben.
 
7. Streckvorrichtung (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei die Hauptplatte (15) und die Seitenplatte (16) der Grundplatte (12) Schraubbohrungen (21) aufweisen, in die Schraubelemente einschraubbar sind, um an den Ecken der Grundplatte (12) Hubwinden (22) zum Transport der Streckvorrichtung (1) anzuordnen.
 
8. Streckvorrichtung (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei eine Box (26) zur Aufnahme von Betriebseinrichtungen der Streckvorrichtung (1) an einer Hinterseite der Streckvorrichtung (1) an zwei Säulen (14) hängend aufgenommen ist.
 
9. Streckanlage (100) mit einer ersten Streckvorrichtung (1) und mit einer zweiten Streckvorrichtung (1) jeweils nach einem der vorgenannten Ansprüche.
 


Claims

1. Draw frame device (1) for textile slivers,

• having

- a drafting unit (10), which is supported on a coiler housing (11), and

- a base plate (12), on which at least one coiler can (13) is rotatably receivable,

• wherein

- the coiler housing (11) is arranged above and spaced apart from the base plate (12) by means of columns (14), and

- the draw frame device (1) is formed in such a way that at least one coiler can (13) of 1200 mm diameter can be received on the base plate (12) and filled with the textile sliver,

- the coiler housing (11) and the base plate (12) are each formed of a plurality of parts, the base plate (12) being divided into a larger main plate (15) and a smaller side plate (16), and the coiler housing (11) being divided into a main plate (17) and a side plate (18), wherein the side plate (16) on the main plate (15) for forming the base plate (12) is located on an opposite side to the arrangement of the side plate (18) on the main plate (17) for forming the coiler housing (11),

- so that the coiler housing (11) and/or the base plate (12) are reinforced in such a way that the drawing apparatus (1) is transportable in an assembled state.


 
2. Draw frame device (1) according to claim 1, wherein the draw frame device (1) in the assembled state is substantially in ready-to-use form.
 
3. Draw frame device (1) according to claim 1 or claim 2, wherein at least one column (14) is joined to the main plate (15) and at least one column (14) is joined to the side plate (16) of the base plate (12).
 
4. Draw frame device (1) according to any one of the afore-mentioned claims, wherein

• the coiler housing (11) has at least three plate segments which are joined to one another to form the rectangular main plate (17).


 
5. Draw frame device (1) according to any one of the afore-mentioned claims, wherein at least one column (14) is joined to the main plate (17) and at least one column (14) is joined to the side plate (18) of the coiler housing (11).
 
6. Draw frame device (1) according to any one of the afore-mentioned claims, wherein the columns (14) are arranged between the coiler housing (11) and the base plate (12) in such a way that lateral opening regions (19) are formed through which a lifting fork of a lifting device (20) can be introduced into the intermediate space between the coiler housing (11) and the base plate (12) in order to lift the draw frame device (1) by means of an under-grip under the coiler housing (11).
 
7. Draw frame device (1) according to any one of the afore-mentioned claims, wherein the main plate (15) and the side plate (16) of the base plate (12) have screw holes (21) into which screw elements can be screwed in order to arrange lifting jacks (22) at the corners of the base plate (12) for transporting the draw frame device (1).
 
8. Draw frame device (1) according to any one of the afore-mentioned claims, wherein a box (26) for accommodating operating devices of the draw frame device (1) is mounted suspended on two columns (14) at a rear side of the draw frame device (1).
 
9. Draw frame installation (100) having a first draw frame device (1) and having a second draw frame device (1), each in accordance with any one of the afore-mentioned claims.
 


Revendications

1. Dispositif d'étirage (1) pour des bandes de fibres textiles,

• comprenant

- un mécanisme d'étirage (10), qui est reçu sur un boîtier de rangement (11), et

- une plaque de base (12), sur laquelle au moins un pot de rangement (13) peut être reçu de manière rotative,

• dans lequel

- le boîtier de rangement (11) est agencé à distance au-dessus de la plaque de base (12) au moyen de montants (14), et

- le dispositif d'étirage (1) est configuré de telle sorte qu'au moins un pot de rangement (13) ayant un diamètre de 1 200 mm peut être reçu sur la plaque de base (12) et peut être rempli avec la bande de fibres textiles,

- le boîtier de rangement (11) et la plaque de base (12) sont chacun configurés en plusieurs parties, la plaque de base (12) étant configurée sous forme divisée en une plaque principale plus grande (15) et une plaque latérale plus petite (16), et le boîtier de rangement (11) étant divisé en une plaque principale (17) et en une plaque latérale (18), la plaque latérale (16) sur la plaque principale (15) pour former la plaque de base (12) se trouvant sur un côté opposé à l'agencement de la plaque latérale (18) sur la plaque principale (17) pour former le boîtier de rangement (11),

- de telle sorte que le boîtier de rangement (11) et/ou la plaque de base (12) sont configurés sous forme renforcée de telle sorte que le dispositif d'étirage (1) peut être transporté dans un état monté.


 
2. Dispositif d'étirage (1) selon la revendication 1, dans lequel le dispositif d'étirage (1) est configuré sous forme essentiellement prête à l'emploi à l'état monté.
 
3. Dispositif d'étirage (1) selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans lequel au moins un montant (14) est relié à la plaque principale (15) et au moins un montant (14) est relié à la plaque latérale (16) de la plaque de base (12).
 
4. Dispositif d'étirage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel

• le boîtier de rangement (11) présente au moins trois segments de plaque, qui sont reliés entre eux pour former la plaque principale rectangulaire (17).


 
5. Dispositif d'étirage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel au moins un montant (14) est relié à la plaque principale (17) et au moins un montant (14) est relié à la plaque latérale (18) du boîtier de rangement (11).
 
6. Dispositif d'étirage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel les montants (14) sont agencés entre le boîtier de rangement (11) et la plaque de base (12) de telle sorte que des zones d'ouverture latérales (19) sont formées, à travers lesquelles une fourche de levage d'un appareil de levage (20) peut être introduite dans l'espace intermédiaire entre le boîtier de rangement (11) et la plaque de base (12), afin de soulever le dispositif d'étirage (1) au moyen d'une prise inférieure sous le boîtier de rangement (11).
 
7. Dispositif d'étirage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la plaque principale (15) et la plaque latérale (16) de la plaque de base (12) présentent des alésages de vis (21) dans lesquels des éléments de vis peuvent être vissés, afin d'agencer sur les coins de la plaque de base (12) des treuils de levage (22) pour le transport du dispositif d'étirage (1).
 
8. Dispositif d'étirage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel une boîte (26) pour recevoir des appareils d'exploitation du dispositif d'étirage (1) est reçue sur un côté arrière du dispositif d'étirage (1) en étant suspendue à deux montants (14).
 
9. Installation d'étirage (100) comprenant un premier dispositif d'étirage (1) et comprenant un deuxième dispositif d'étirage (1), respectivement selon l'une quelconque des revendications précédentes.
 




Zeichnung














Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente