[0001] Die Erfindung betrifft eine Faltmarkise mit mehreren parallel zueinander angeordneten
Tragprofilen, die in einer 1. Führung verschieblich geführt sind, wobei zwischen benachbarten
Tragprofilen jeweils ein Tuchabschnitt angeordnet ist, wobei zumindest eines der Tragprofile
von einer Antriebsvorrichtung angetrieben und entlang der 1. Führung verfahrbar ist
und wobei zwischen benachbarten Tragprofilen eine Abstandsvorrichtung angeordnet ist,
die eine Änderung des gegenseitigen Abstandes der benachbarten Tragprofile zwischen
einer zusammen geschobenen Stellung, in der die Tragprofile unmittelbar nebeneinanderliegen,
und einer auseinander gezogenen Stellung zulässt, in der die Tragprofile in einem
vorbestimmten gegenseitigen Abstand angeordnet sind.
[0002] Eine Faltmarkise der genannten Art ist in der
EP 2 284 330 B1 beschrieben. Die dort gezeigte Faltmarkise besitzt zwei auf Abstand parallel zueinander
angeordnete Längsträger, die jeweils eine 1. Führung aufweisen. Zwischen den beiden
Längsträgern erstrecken sich mehrere parallel zueinander verlaufende Tragprofile,
die mit ihren Enden verschieblich in die 1. Führung eingesetzt sind. Zwischen benachbarten
Tragprofilen erstreckt sich jeweils ein Abschnitt eines Markisentuchs, so dass der
zwischen den beiden benachbarten Tragprofilen gebildete Zwischenraum in deren auseinander
gezogener Stellung von dem Tuchabschnitt überdeckt und überspannt ist.
[0003] Wenn die Faltmarkise nicht benötigt wird, wird sie in die zusammen geschobene Stellung
gefahren, in der die Tragprofile unmittelbar nebeneinander in einer Packung angeordnet
sind und die zwischen benachbarten Tragprofilen angeordneten Tuchabschnitte nach unten
hängen. Um die Faltmarkise auszufahren, wird das erste der mehreren Tragprofile mittels
einer Antriebsvorrichtung, beispielsweise mittels einer manuellen Kurbel oder mittels
eines Elektromotors längs der 1. Führung verfahren. Sobald das 1. Tragprofil zu dem
nachfolgenden Tragprofil einen vorbestimmten Abstand erreicht hat, wird das nächste
Tragprofil über den zwischen diesen beiden Tragprofilen gespannten Tuchabschnitt mitgenommen.
Dieser Vorgang setzt sich fort, bis alle Tragprofile auseinandergezogen und die zwischen
benachbarten Tragprofilen angeordneten Tuchabschnitte zumindest lose aufgespannt sind.
[0004] Das Einziehen der Faltmarkise geschieht in entsprechender Weise in umgekehrter Richtung.
Mittels der Antriebsvorrichtung wird das 1. Tragprofil längs der 1. Führung in Richtung
des benachbarten Tragprofils verschoben. Der zwischen diesen beiden Tragprofilen angeordnete
Tuchabschnitt hängt lose durch und das angetriebene 1. Tragprofil kommt mit dem benachbarten
Tragprofil in Anlage und nimmt dieses bei seiner weiteren Bewegung mit. Auch die weiteren
nachfolgenden Tragprofile werden bei der weiteren Bewegung des 1. angetriebenen Tragprofils
mitgenommen, bis wieder der Tragprofil-Stapel auf einer Seite der 1. Führungen gebildet
ist.
[0005] Da die Faltmarkise auch als Schutz gegen Regen dient, wird das sich auf den aufgespannten
Tuchabschnitten ansammelnde Regenwasser in eine unterhalb der 1. Führung an dem Längsträger
jeweils ausgebildete Regenrinne abgeleitet und von dort abgeführt. Die Regenrinne
ist aufgrund der zu gewährleistenden Dichtheit in einem nur geringen Abstand unterhalb
der Tuchabschnitte positioniert. Dies führt dazu, dass die Tuchabschnitte beim Einfahren
der Faltmarkise auf der Regenrinne entlang schleifen, was zu einem starken Verschleiß
der Tuchabschnitte führt. Darüber hinaus ist das Problem gegeben, dass die Regenrinne
im Laufe der Zeit verschmutzt und dieser Schmutz auf die Tuchabschnitte übertragen
werden kann, wenn diese über die Regenrinne schleifen. Dies ist in ästhetischer Hinsicht
sehr nachteilig.
[0006] Gemäß der
EP 2 284 330 B1 sind benachbarte Tragprofile über eine Abstandsvorrichtung zusätzlich miteinander
verbunden. Die Abstandsvorrichtung ist ein zweigliedriges Gestänge, wobei jedes Gestängeglied
an seinem einen Ende gelenkig an dem zugehörigen Tragprofil und an seinem entgegengesetzten
Ende gelenkig an einem Zwischenstück angeschlossen ist, wobei das Zwischenstück über
eine Feder in den Tuchabschnitt eingehängt ist. Dies soll gewährleisten, dass der
Tuchabschnitt mittels der Feder in einer V-förmigen Konfiguration gehalten wird, um
die Drainage des Regenwassers auf der Oberseite des Tuchabschnittes zu verbessern.
Damit ist jedoch der Nachteil verbunden, dass die Tuchabschnitte bei dem Einfahren
der Markise mit einer relativ großen Federkraft auf der Regenrinne entlang schleifen,
wodurch die vorgenannten Probleme noch verstärkt sind.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Faltmarkise der genannten Art zu schaffen,
bei der die vorgenannten Probleme vermieden sind und ein übermäßiges Durchhängen der
Tuchabschnitte beim Einfahren und Ausfahren der Markise verhindert ist.
[0008] Dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Faltmarkise mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass die Abstandsvorrichtung mit einer 2. Führung
in Eingriff bringbar ist, wobei die Abstandsvorrichtung beim Eingriff mit der 2. Führung
als Abstandshalter verwirkt und eine Änderung des gegenseitigen Abstandes der benachbarten
Tragprofile verhindert.
[0009] Erfindungsgemäß wird von der Grundüberlegung ausgegangen, die Tragprofile beim Einfahren
und vorzugsweise auch beim Ausfahren der Faltmarkise über eine möglichst lange Strecke
in einem vorbestimmten gegenseitigen Abstand zu halten, in dem der zwischen den Tragprofilen
befindliche Tuchabschnitt gespannt ist oder zumindest nur um ein geringes Maß durchhängt.
Solange die Tragprofile in diesem Abstand gehalten werden, ist zuverlässig vermieden,
dass der zwischen ihnen befindliche Tuchabschnitt mit der darunter befindlichen Regenrinne
in Kontakt kommt. Nur am Anfang der Ausfahrbewegung und am Ende der Einfahrbewegung
der Faltmarkise wird der zwischen den Tragprofilen wirksame Abstandshalter freigegeben,
d.h. er wirkt nicht mehr als Abstandshalter und hält die Tragprofile nicht in einem
vorbestimmten Abstand, sondern es ist nunmehr möglich, die Tragprofile aus dem zusammengeschobenen
Tragprofil-Paket abzuziehen bzw. zu diesem zusammen zu schieben. Um dies zu erreichen,
ist die 2. Führung vorgesehen, die mit der Abstandsvorrichtung in Eingriff gebracht
wird.
[0010] In der eingezogenen Ausgangsstellung befinden sich die Tragprofile in dem zusammengeschobenen
Zustand und bilden ein Tragprofil-Paket. Die zwischen den Tragprofilen befindlichen
Tuchabschnitte hängen in Form jeweils einer Schlaufe lose nach unten. Mittels der
Antriebsvorrichtung wird dann das 1. Tragprofil längs der 1. Führung verfahren, wodurch
es sich von den darauffolgenden Tragprofil entfernt, bis der zwischen diesen beiden
Tragprofilen befindliche Tuchabschnitt gespannt ist und das darauffolgende Tragprofil
mitnimmt. In dieser Position oder kurz darauf kommt die zwischen diesen beiden Tragprofilen
befindliche Abstandsvorrichtung mit der 2. Führung in Eingriff und bleibt mit dieser
2. Führung in Eingriff, bis die Faltmarkise ausgefahren ist. Das Gleiche passiert
mit den zwischen den weiteren benachbarten Tragprofilen angeordneten Abstandsvorrichtungen.
[0011] Wenn die Faltmarkise eingezogen wird, wird das 1. angetriebene Tragprofil in Richtung
des benachbarten Tragprofils bewegt. Die Abstandsvorrichtung, die mit der 2. Führung
in Eingriff steht, wirkt weiterhin als Abstandshalter und verhindert, dass der gegenseitige
Abstand der Tragprofile verändert wird. Das angetriebene 1. Tragprofil schiebt somit
die anderen Tragprofile auf Abstand und jeweils mit gespanntem Tuchabschnitt vor sich
her, bis die zwischen benachbarten Tragprofilen angeordneten Abstandsvorrichtungen
nach und nach außer Eingriff mit der 2. Führung kommen und zu einem Tragprofil-Paket
zusammengeschoben werden. Ein ungewolltes Durchhängen der Tuchabschnitte ist auf diese
Weise verhindert.
[0012] Die Tragprofile nehmen in der ausgefahrenen bzw. aufgespannten Position der Faltmarkise
die auseinandergezogene Stellung ein. Vorzugsweise hält die Abstandsvorrichtung benachbarte
Tragprofile beim Eingriff mit der 2. Führung in dieser auseinandergezogenen Stellung,
womit der Vorteil verbunden ist, dass die Abstandsvorrichtung die Faltmarkise in der
ausgefahrenen Stellung zusätzlich stabilisiert.
[0013] Vorzugsweise sind die 1. Führung und/oder die 2. Führung von einer Führungsschiene
gebildet, wobei die Führungsschiene beispielsweise in den Längsträger integriert sein
kann.
[0014] Insbesondere ist vorgesehen, dass die 2. Führung parallel zu der 1. Führung verläuft.
In einer möglichen Ausgestaltung ist die 1. Führung von einer sich über die gesamte
Länge des Längsträgers erstreckende Führungsschiene gebildet. Die 2. Führung verläuft
vorzugsweise unterhalb der 1. Führung ebenfalls längs des Längsträgers, wobei jedoch
vorzugsweise vorgesehen ist, dass die 2. Führung sich nur über einen Teilbereich der
Länge der 1. Führung und insbesondere über ca. 60% bis ca. 80% der Länge der 1. Führung
erstreckt.
[0015] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehene, dass die Abstandsvorrichtung
ein Eingriffselement trägt, das mit der 2. Führung in Eingriff bringbar ist. Bei dem
Eingriffselement kann es sich um eine Rolle oder ein Rollenpaar handeln.
[0016] Um sicherzustellen, dass das Eingriffselement zuverlässig mit der 2. Führung in oder
außer Eingriff tritt, kann eine Rampe beispielsweise in Form einer Führungsschräge
oder eines Führungstrichters vorgesehen sein, mit der das Eingriffselement in die
2. Führung eingeführt und aus dieser ausgeleitet wird.
[0017] In einer möglichen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Abstandsvorrichtung
ein Gestänge mit mehreren Gestängegliedern ist, wobei die Gestängeglieder gelenkig
miteinander verbunden sind. Dabei kann vorgesehen sein, dass das Gestänge genau zwei
Gestängeglieder aufweist, die über ein Gelenk miteinander verbunden sind. An ihrem
dem Gelenk jeweils abgewandten Ende sind die Gestängeglieder jeweils über ein weiteres
Gelenk insbesondere direkt oder mittelbar mit dem zugeordneten Tragprofil verbunden.
[0018] Das Eingriffselement kann im Bereich des Gelenkes angeordnet sein. Wenn das Tragprofil
eine einzelne Rolle ist, kann deren Drehachse mit der Gelenkachse zusammen fallen.
[0019] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Abstandsvorrichtung
eine Kette einer Vielzahl von hintereinander angeordneten, gelenkig miteinander verbundenen
Kettengliedern ist. Mittels einer Kette können ohne zusätzliche Maßnahmen üblicherweise
nur Zugkräfte, jedoch keine Druckkräfte übertragen werden. Erfindungsgemäß kann deshalb
vorgesehen sein, dass die 2. Führung konstruktiv so ausgestaltet ist, dass die Kette
in der 2. Führung drucksteif geführt ist, d.h. bei Aufbringen einer Druckkraft nicht
ausweichen kann, so dass die Druckkraft mittels der Kette übertragen werden kann.
Eine entsprechende Ausgestaltung ist beispielsweise gegeben, wenn die 2. Führung als
U-förmiger Führungskanal oder sogar als Führungskanal mit einem geschlossenen Profil
ausgestaltet ist.
[0020] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine auszugsweise perspektivische Darstellung der Faltmarkise gemäß einem 1. Ausführungsbeispiel
im ausgefahrenen Zustand,
- Fig. 2
- die Faltmarkise gemäß Figur 1 in Seitenansicht,
- Fig. 3
- die Faltmarkise gemäß Figur 1 in einer 1. Phase der Einzugsbewegung,
- Fig. 4
- eine Figur 2 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 3,
- Fig. 5
- die Faltmarkise gemäß Figur 1 in einer 2. Phase der Einzugsbewegung,
- Fig. 6
- eine Figur 2 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 5,
- Fig. 7
- die Faltmarkise gemäß Figur 1 im eingezogenen Zustand,
- Fig. 8
- eine Figur 2 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 7,
- Fig. 9
- eine auszugsweise perspektivische Darstellung der Faltmarkise gemäß einem 2. Ausführungsbeispiel
im ausgefahrenen Zustand,
- Fig. 10
- die Faltmarkise gemäß Figur 9 in Seitenansicht,
- Fig. 11
- die Faltmarkise gemäß Figur 9 in einer 1. Phase der Einzugsbewegung,
- Fig. 12
- eine Figur 10 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 11,
- Fig. 13
- die Faltmarkise gemäß Figur 9 in einer 2. Phase der Einzugsbewegung,
- Fig. 14
- eine Figur 10 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 13,
- Fig. 15
- die Faltmarkise gemäß Figur 9 im eingezogenen Zustand und
- Fig. 16
- eine Figur 10 entsprechende Darstellung der Faltmarkise gemäß Figur 15.
[0021] Die Figuren 1 bis 8 zeigen ein 1. Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Faltmarkise
10. Die Faltmarkise 10 besitzt mehrere auf Abstand angeordnete Längsträger 13, von
denen nur einer dargestellt ist. Auf den einander zugewandten Seiten der Längsträger
13 ist jeweils eine sich in Längsrichtung des Längsträgers 13 erstreckende 1. Führung
15 in Form einer Führungsschiene ausgebildet.
[0022] Es sind mehrere stangenartige, parallel zueinander angeordnete Tragprofile 11, 11a
vorgesehen, die sich senkrecht zu dem Längsträger 13 erstrecken und mit ihrem Ende
jeweils in die 1. Führung 15 derart eingreifen, dass die Tragprofile 11, 11a längs
der 1. Führung 15 und somit senkrecht zu ihrer Längserstreckung verschieblich sind.
An einem gemäß Figur 1 rechten axialen Ende des Längsträgers 13 ist eine nur schematisch
dargestellte Antriebsvorrichtung 22 vorgesehen, deren Antriebsbewegung beispielsweise
mittels eines Seils oder eines Riemens auf dasjenige Tragprofil 11 übertragbar ist,
das in der Anordnung der Tragprofile 11, 11a von der Antriebsvorrichtung 22 am weitesten
entfernt ist. Dies ist gemäß Figur 1 das linke Tragprofil 11.
[0023] Zwischen benachbarten Tragprofilen 11, 11a erstreckt sich jeweils ein Tuchabschnitt
12 eines Markisentuchs. An dem gemäß Figur 1 rechten Ende des Längsträgers 13 ist
eine ortsfeste stabförmige Halterung 21 vorgesehen, die parallel zu den Tragprofilen
11, 11a verläuft und den letzten Tuchabschnitt 12 endseitig lagert.
[0024] Figur 1 zeigt die Faltmarkise in der ausgefahrenen Stellung, in der die Tragprofile
11, 11a auf Abstand angeordnet sind und die jeweiligen Tuchabschnitte 12 zwischen
sich aufspannen.
[0025] Unterhalb der 1. Führung 15 ist am Längsträger 13 eine 2. Führung 19 vorgesehen,
die ebenfalls von einer Führungsschiene gebildet ist und parallel zur 1. Führung 15
verläuft. Wie Figur 2 zeigt, erstreckt sich die 2. Führung 19 von dem der Antriebsvorrichtung
22 und der ortsfesten Halterung 21 abgewandten Ende des Längsträgers 13 nicht über
die gesamte Länge des Längsträgers 13, sondern geht mit Abstand zu der ortsfesten
Halterung 21 und der Antriebsvorrichtung 22 in eine nach unten gerichtete schienenförmige
Rampe 25 über.
[0026] Unterhalb der 2. Führung 19 ist am Längsträger 13 eine sich in Längsrichtung des
Längsträgers 13 erstreckende Wasserrinne 23 ausgebildet, die einen U-förmigen, nach
oben offenen Querschnitt besitzt. Die Tuchabschnitte 12 sind mit Abstand oberhalb
der Wasserrinne 23 angeordnet.
[0027] Zwischen benachbarten Tragprofilen 11, 11a ist jeweils eine Abstandsvorrichtung 14
im Bereich der axialen Enden der Tragprofile 11, 11a, d.h. nahe dem Längsträger 13
angeordnet. Bei dem dargestellten 1. Ausführungsbeispiel umfasst die Abstandsvorrichtung
14 ein mehrgliedriges Gestänge 24 mit einem 1. Gestängeglied 16 und einem 2. Gestängeglied
17. Die Gestängeglieder 16 und 17 sind an ihren einander zugewandten Enden über ein
Gelenk 18 miteinander verbunden. Die entgegengesetzten, dem jeweiligen Tragprofil
11, 11a zugewandten Ende der Gestängeglieder 16 und 17 sind jeweils über ein Gelenk
27 mit dem jeweiligen Tragprofil 11, 11a verbunden.
[0028] Wie Figur 2 zeigt, befinden sich die Gestängeglieder 16 und 17 in einer relativ zueinander
abgewinkelten Ausrichtung, so das aufgrund der Konstruktion an sich eine aufeinander
zu bzw. voneinander weggerichtete Relativbewegung zwischen den Tragprofilen 11 und
11a möglich wäre. Im Bereich des die Gestängeglieder 16 und 17 verbindenden Gelenkes
18 ist ein Eingriffelement 20 in Form einer Rolle (siehe Figur 8) angeordnet, das
längsverschieblich in die 2. Führung 19 eingreift. Durch den Eingriff des Eingriffselementes
20 in die 2. Führung 19 ist eine Relativverstellung zwischen den beiden Gestängegliedern
16 und 17 verhindert, so dass die zugehörigen Tragprofile 11, 11a in einem vorbestimmten
Abstand gehalten werden, solange das Eingriffselement 20 mit der 2. Führung 19 in
Eingriff steht.
[0029] Wenn die Faltmarkise 10 aus der in den Figuren 1 und 2 dargestellten ausgefahrenen
Position eingezogen werden soll, wird die Antriebsvorrichtung 22 aktiviert, wodurch
auf das am entgegengesetzten Ende des Längsträgers 13 angeordnete Tragprofil 11 eine
gemäß den Figuren 1 und 2 nach rechts in Richtung der ortsfesten Halterung 21 gerichtete
Vorschubbewegung längs der 1. Führung 19 aufgebracht wird. Aufgrund der zwischen benachbarten
Tragprofilen 11, 11a angeordneten Abstandsvorrichtungen 14, deren Eingriffselemente
20 jeweils mit der 2. Führung 19 in Eingriff stehen, kann das linke äußere Tragprofil
11 keine Relativbewegung zu dem benachbarten Tragprofil 11a ausführen, sondern überträgt
die Schubkräfte direkt auf dieses benachbarte Tragprofil 11a, das aus dem gleichen
Grunde die Schubkräfte an das nächste benachbarte Tragprofil 11a weitergibt. Dies
führt dazu, dass zunächst alle Tragprofile 11, 11a als Einheit gemäß den Figuren 1
und 2 nach rechts in Richtung der ortsfesten Halterung 21 verschoben werden, bis das
gemäß den Figuren 1 und 2 rechte Tragprofil 11a nahe der ortsfesten Halterung 21 angeordnet
ist. In dieser Stellung befindet sich das Eingriffselement 20 der gemäß den Figuren
1 und 2 rechten Abstandsvorrichtung 14 im Übergang zwischen der horizontalen 2. Führung
19 und der Rampe 25. Aufgrund der schrägen Rampe 25 kann das Eingriffselement 20 und
somit das Gelenk 18 dieser Abstandsvorrichtung 14 nach unten ausweichen und der gegenseitige
Abstand zwischen den beiden entsprechenden Tragprofilen 11a kann verringert werden,
wie es in den Figuren 3 und 4 dargestellt ist. Bei einer weiteren Bewegung des angetriebenen,
gemäß den Figuren linken Tragprofils 11 werden die beiden gemäß den Figuren rechten
Tragprofile aufeinander zubewegt, bis sie unmittelbar nebeneinander liegen. Die zugehörige
Abstandsvorrichtung 14 mit den Gestängegliedern 16 und 17 ist dabei V-förmig unterhalb
der Tragprofile 11a angeordnet.
[0030] Die Bewegung des angetriebenen gemäß den Figuren linken Tragprofils 11 wird solange
weitergeführt, bis alle Tragprofile 11, 11a zu einer Tragprofil-Packung zusammengeschoben
sind, wie es in den Figuren 7 und 8 dargestellt ist.
[0031] Auf diese Weise ist über annähernd die gesamte Länge des Längsträgers 13 bei dem
Einziehen der Faltmarkise 10 sichergestellt, dass die zwischen benachbarten Tragprofilen
11, 11a angeordneten Tuchabschnitte gespannt sind und insbesondere nicht mit der darunterliegenden
Wasserrinne 23 in Anlage oder Schleifkontakt kommt.
[0032] Das Ausfahren bzw. Aufspannen der Faltmarkise 10 aus dem in den Figuren 7 und 8 dargestellten
eingezogenen Zustand erfolgt entsprechend in umgekehrter Richtung, wobei durch die
zwischen benachbarten Tragprofilen 11, 11a angeordneten Abstandsvorrichtungen 14 auch
hierbei gewährleistet ist, dass die Tuchabschnitte 12 nicht über die Wasserrinne 23
geschleift werden.
[0033] Die Figuren 9 bis 16 zeigen ein 2. Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Faltmarkise
10. Die Bauteile, die den Bauteilen des 1. Ausführungsbeispiels gemäß den Figuren
1 bis 8 entsprechen, sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Faltmarkise
10 gemäß dem 2. Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem vorgenannten 1. Ausführungsbeispiel
durch die Ausgestaltung der Abstandsvorrichtungen 14. Statt eines mehrgliedrigen Gestänges
ist jede Abstandsvorrichtung 14 nunmehr von einer Kette 26 gebildet, die eine Vielzahl
von hintereinander angeordneten, gelenkig miteinander verbundenen Kettengliedern aufweist.
Die Kettenglieder der Kette sind so gelenkig miteinander verbunden, dass die Schwenkachsen
aneinander grenzender Kettenglieder parallel zur Längsrichtung der Tragprofile 11,
11a und senkrecht zum Längsträger 13 und somit auch senkrecht zur Zeichenebene der
Figur 10 verlaufen.
[0034] Die 2. Führung 19 ist ebenfalls von einer sich in Längsrichtung des Längsträgers
13 erstreckenden Führungsschiene vorzugsweise mit einem C-förmigen Querschnitt gebildet,
die mit Abstand von der ortsfesten Halterung 21 endet. Eine Rampe ist hierbei nicht
vorgesehen.
[0035] Die Kette 26 ist unter enger Passung in die Führungsschiene der 2. Führung 19 eingepasst,
so dass sie an einem Ausweichen gehindert und dadurch drucksteif geführt ist, was
bedeutet, dass mittels der Kette auch Druckkräfte zuverlässig übertragen werden können.
Da die Kette 26 in ihrem in der 2. Führung 19 aufgenommenen Zustand sowohl drucksteif
als auch zugsteif ist, ist der gegenseitige Abstand benachbarter Tragprofile 11, 11a
unveränderlich, solange die zwischen diesen beiden Tragprofilen 11, 11a verlaufende
Kette in der 2. Führung 19 aufgenommen ist.
[0036] Wenn zum Einziehen der Faltmarkise 10 aus der in den Figuren 9 und 10 gezeigten Stellung
die Antriebsbewegung in der genannten Weise auf das gemäß den Figuren linke Tragprofil
11 übertragen wird, bewegen sich alle Tragprofile 11, 11a zunächst als Einheit gemäß
den Figuren nach rechts in Richtung der ortsfesten Halterung 21 bis das der ortsfesten
Halterung 21 benachbarte, gemäß den Figuren rechte Tragprofil 11a über das Ende der
2. Führung 19 hinaus verschoben ist. Die zwischen diesem Tragprofil 11a und dem nachfolgenden
Tragprofil 11a angeordnete Kette 26 kommt dann allmählich aus der 2. Führung 19 frei
und wird dadurch druckschlaff und hängt nach unten durch, wie es in den Figuren 11
und 12 dargestellt ist.
[0037] Die weitere Bewegung des gemäß den Figuren linken Tragprofils 11 führt dazu, dass
nacheinander alle Tragprofile entlang der 1. Führung 15 über das Ende der 2. Führung
19 hinausbewegt werden und sich unter Bildung eines Tragprofil-Stapels nahe der ortsfesten
Halterung 21 anordnen, wobei die Ketten 26 jeweils nach unten hängen, wie es in den
Figuren 15 und 16 dargestellt ist.
[0038] Das Ausfahren bzw. Aufspannen der Faltmarkise 10 erfolgt entsprechend in entgegengesetzter
Richtung, wobei die Ketten 26 nach Eintreten in die Führungsschiene der 2. Führung
19 wieder ihre drucksteife Konfiguration einnehmen.
1. Faltmarkise (10) mit mehreren parallel zueinander angeordneten Tragprofilen (11),
die in einer 1. Führung (15) verschieblich geführt sind, wobei zwischen benachbarten
Tragprofilen (11) jeweils ein Tuchabschnitt (12) angeordnet ist, wobei zumindest eines
der Tragprofile (11) von einer Antriebsvorrichtung (22) angetrieben und entlang der
1. Führung (15) verfahrbar ist und wobei zwischen benachbarten Tragprofilen (11) eine
Abstandsvorrichtung (15) angeordnet ist, die eine Änderung des gegenseitigen Abstandes
der benachbarten Tragprofile (11) zwischen einer zusammen geschobenen Stellung, in
der die Tragprofile (11) unmittelbar nebeneinander liegen, und einer auseinandergezogenen
Stellung zulässt, in der die Trag-profile (11) in einem vorbestimmten gegenseitigen
Abstand angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsvorrichtung (14) mit einer 2. Führung (19) in Eingriff bringbar ist,
wobei die Abstandsvorrichtung (14) beim Eingriff mit der 2. Führung (19) als Abstandshalter
wirkt und eine Änderung des gegenseitigen Abstandes der benachbarten Tragprofile (11)
verhindert.
2. Faltmarkise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsvorrichtung (14) benachbarte Tragprofile (11) beim Eingriff mit der 2.
Führung (19) in der auseinandergezogenen Stellung hält.
3. Faltmarkise nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die 1. Führung (15) und/oder die 2. Führung (19) von einer Führungsschiene gebildet
ist.
4. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die 2. Führung (19) parallel zu der 1. Führung (15) verläuft.
5. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die 2. Führung (19) sich nur über einen Teilbereich der Länge der 1. Führung (19)
erstreckt.
6. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsvorrichtung (14) ein Eingriffselement (20) trägt, das mit der 2. Führung
(19) in Eingriff bringbar ist.
7. Faltmarkise nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingriffselement (20) eine Rolle oder ein Rollenpaar ist.
8. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rampe (25) vorgesehen ist, über die das Eingriffselement (20) mit der 2. Führung
(19) in oder außer Eingriff bringbar ist.
9. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsvorrichtung (14) ein Gestänge (24) mit mehreren Gestängegliedern (16,
17) ist, wobei die Gestängeglieder (16, 17) gelenkig miteinander verbunden sind.
10. Faltmarkise nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestänge (24) zwei Gestängeglieder (16, 17) aufweist, die über ein Gelenk (18)
miteinander verbunden sind.
11. Faltmarkise nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingriffselement (20) im Bereich des Gelenkes (18) angeordnet ist.
12. Faltmarkise nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsvorrichtung (14) eine Kette (26) mit einer Vielzahl von hintereinander
angeordneten, gelenkig miteinander verbundenen Kettengliedern ist.
13. Faltmarkise nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kette (26) in der 2. Führung (19) drucksteif geführt ist.