GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Federkontaktstift sowie ein Herstellungsverfahren
für einen Federkontaktstift.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Federkontaktstifte, Federkontakte oder Federstifte sind Kontaktierungselemente, die
für die Prüfung von elektronischen Komponenten verwendet werden. Federkontaktstifte
werden zudem in lösbaren elektrischen Steckverbindungen eingesetzt.
[0003] Dabei wird die Kontaktierung durch Antastung mittels eines federunterstützten Stiftes
erzeugt. Andere Bezeichnungen aus dem Fachjargon sind Testpin, Prüfspitze, gefederter
Kontakt, Prüfpin oder auch Pogo®-Pin.
[0004] Die
US 2013/0330983 A1 zeigt einen Federkontaktstift mit einer Hülse, einer Feder, einer Isolierkugel und
einem Kolben.
[0005] Die
EP 2 180 326 A1 zeigt einen Federkontaktstift mit einer Hülse mit einer in der Hülse angeordneten
Feder; mit einem Kolben, welcher zumindest teilweise in der Hülse angeordnet ist;
und mit einem Kontaktelement, welches zumindest teilweise in der Hülse angeordnet
ist und welches eingerichtet ist, die Hülse und/oder den Kolben zu kontaktieren.
[0008] Bei bekannten Federkontaktstiften kommt es gelegentlich zu einer Verkantung des Kolbens
in der Hülse. Dies ist eine Ursache für passive Intermodulation.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0009] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
Federkontaktstift mit reduzierter passiver Intermodulation anzugeben.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Federkontaktstift mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Herstellungsverfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruches 6 gelöst.
[0011] Demgemäß ist vorgesehen:
- ein Federkontaktstift mit einer Hülse; mit einer in der Hülse angeordneten Feder;
mit einem Kolben, welcher zumindest teilweise in der Hülse angeordnet ist; und mit
einem Kontaktelement, welches zumindest teilweise in der Hülse angeordnet ist und
welches eingerichtet ist, die Hülse und den Kolben zu kontaktieren, wobei das Kontaktelement
als Kreisring mit abgewinkelten Kontaktzungen ausgebildet ist, wobei das Kontaktelement
den Kolben kontaktiert, wobei der Kolben eine Stufe aufweist, welche eingerichtet
ist, mit einem korrespondierenden inneren Anschlagelement der Hülse zusammenzuwirken,
um den Kolben in der Hülse zu halten, wobei die Hülse insbesondere an einer inneren
Oberfläche zu dem Kolben korrespondierende Führungsflächen aufweist;
- ein Herstellungsverfahren für einen Federkontaktstift mit einer Länge von 8 mm bis
15 mm und/oder mit einem Durchmesser zwischen 0,5 mm und 3 mm mit den Schritten: Bereitstellen
einer Hülse; Einsetzen einer Feder in die Hülse; Montieren eines Kontaktelements,
insbesondere eines Kontaktringes mit Kontaktzungen in der Hülse; und Einsetzen eines
Kolbens in die Hülse.
[0012] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, in einem Federkontaktstift
einen homogenen Kontakt zwischen dem Kolben und der Hülse sicherzustellen.
[0013] Erfindungsgemäß wird der homogene Kontakt von dem Kolben auf die Hülse durch das
Kontaktelement sichergestellt, indem das Kontaktelement den Kolben sowie die Hülse
umfänglich kontaktiert.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Kontaktelement als
Kontaktring mit federnden Kontaktelementen, ausgebildet. Somit ist ein umfänglicher,
homogener Kontakt zwischen der Hülse und dem Kolben auch bei seitlichen Krafteinwirkungen
sichergestellt. Hierdurch wird der homogene Kontakt weiter verbessert. Zudem schaffen
die federnden Kontaktzungen einen gewissen Toleranzausgleich, indem die Kontaktzungen
den Kolben mittig in dem Kontaktring halten.
[0016] Erfindungsgemäß ist das Kontaktelement als Kreisring mit abgewinkelten Kontaktzungen
ausgebildet. Innerhalb des Kreisringes bzw. der abgewinkelten Kontaktzungen sind die
Feder sowie der Kolben angeordnet. Die Kontaktzungen sind wenigstens teilweise von
der Hülse ummantelt. Auf diese Weise verläuft ein Signal bzw. Strom im Wesentlichen
über das Kontaktelement. Dementsprechend ist der Bereich innerhalb der Kontaktzungen
im Wesentlichen feldfrei. Folglich ist ein Isolierteil zur Ausführung der Erfindung
nicht zwingend erforderlich.
[0017] Erfindungsgemäß weist der Kolben eine Stufe auf, welche eingerichtet ist, mit einem
korrespondierenden inneren Anschlagelement der Hülse zusammenzuwirken, um den Kolben
in der Hülse zu halten. Weiter bevorzugt weist die Hülse an einer inneren Oberfläche
zu dem Kolben korrespondierende Führungsflächen auf. Auf diese Weise wird eine Führung
für den Kolben bereitgestellt, die ein Verkanten des Kolbens in dem Federkontaktstift
verhindert.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Kontaktelement Rastelemente
auf, welche eingerichtet sind, mit der Hülse zu verrasten. Beispielsweise können die
Rastelemente als Krallen ausgebildet sein.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Hülse aus Kunststoff
gefertigt.
[0020] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0021] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Federkontaktstiftes;
- Fig. 2
- zeigt ein Kontaktelement eines erfindungsgemäßen Federkontaktstiftes gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- zeigt eine Hülse eines erfindungsgemäßen Federkontaktstiftes gemäß Fig. 1;
[0022] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0023] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0024] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
[0025] Im Folgenden werden die Figuren 1, 2 und 3 übergreifend beschrieben.
Figur 1 zeigt eine schematische Schnittsicht eines erfindungsgemäßen Federkontaktstiftes
300 gemäß einer weiteren, alternativen Ausführungsform.
Figur 2 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines erfindungsgemäßen Kontaktelements
311 gemäß Figur 1.
Figur 3 zeigt eine schematische Schnittsicht einer erfindungsgemäßen Kunststoffhülse
301 gemäß Figur 1.
[0026] Der Federkontaktstift 300 weist eine Kunststoffhülse 301, ein Befestigungselement
303, welches als Dorn ausgebildet ist, eine Feder 305, einen Kolben 307 und ein Kontaktelement
311 auf.
[0027] Die Kunststoffhülse 301 weist ein Anschlagelement 319 auf. Das Anschlagelement 319
wirkt mit einer Stufe 317 des Kolbens 307 zusammen. Das Anschlagelement 319 verhindert,
dass der Kolben 307 von der Feder 305 zu weit nach oben gedrückt wird. Die Kunststoffhülse
301 weist zur Führung des Kolbens 307 drei Führungsflächen 321 auf. Die Führungsflächen
321 dienen der Führung des Kolbens 307 bei einer axialen Bewegung.
[0028] Typischerweise wird der Kolben 307 in verstecktem Zustand von der Feder 305 gegen
das Anschlagelement 319 der Kunststoffhülse gedrückt. Die Eigenschaften der Feder
305, insbesondere Federweg und Federhärte, sind maßgeblich für die aufzubringende
Steckkraft des Federkontaktes 300. Der Federweg des Federkontaktstiftes 300 beträgt
in etwa 1 mm. Die Feder 305 ist als Spiralfeder, welche um den Dorn gewickelt ist,
ausgebildet. Der Kolben 307 weist eine zu der Feder 305 korrespondierende Vertiefung
328 auf. Der Kolben 307 ist an der Vertiefung 328 auf die Feder 305 aufgesetzt.
[0029] Das Befestigungselement 303 bzw. der Dorn ist durch eine Ausnehmung 325 des Kontaktelements
311 hindurchgeführt. Dabei bildet das Befestigungselement 303 einen Anschlag für das
Kontaktelement 311.
[0030] Das Kontaktelement 311 umfasst einen Bodenbereich, welcher als Kreisring ausgebildet
ist, und an den Kreisring 315 angeformte Kontaktzungen 313. Der Kreisring 315 umfasst
die Bohrung 325, welche zudem Dorn korrespondierend dimensioniert ist. Der Durchmesser
des Kreisringes ist derart dimensioniert, dass der Kolben 307, der Dorn und die Feder
305 radial innerhalb des Kontaktelements 311 angeordnet sind. Die Kontaktzungen 313
sind in einem oberen Bereich radial nach innen gebogen, um den Kolben 307 zu kontaktieren.
Auf diese Weise wird zugleich ein Toleranzausgleich bereitgestellt, indem sich die
Kontaktzungen 313 an die Konturen des Kolbens 307 bzw. an die inneren Konturen der
Hülse 301 anpassen werden.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 300
- Federkontaktstift
- 301
- Hülse
- 303
- Befestigungselement
- 305
- Feder
- 307
- Kolben
- 311
- Kontaktelement
- 313
- Kontaktzungen
- 315
- Kreisring
- 317
- Stufe
- 319
- Anschlag
- 321
- Führungsflächen
- 323
- Rastelement
- 325
- Bohrung
- 328
- Vertiefung
1. Federkontaktstift (100; 300)
mit einer Hülse(101; 301);
mit einer in der Hülse (101) angeordneten Feder (105; 305);
mit einem Kolben (107; 307), welcher zumindest teilweise in der Hülse (101; 301) angeordnet
ist; und
mit einem Kontaktelement (111; 311), welches zumindest teilweise in der Hülse (101;
301) angeordnet ist und welches eingerichtet ist, die Hülse (101; 301) und/oder den
Kolben (107; 307) zu kontaktieren,
wobei das Kontaktelement (311) als Kreisring (315) mit abgewinkelten Kontaktzungen
(313) ausgebildet ist, wobei das Kontaktelement den Kolben (307) kontaktiert, wobei
der Kolben eine Stufe (317) aufweist, welche eingerichtet ist, mit einem korrespondierenden
inneren Anschlagelement (319) der Hülse zusammenzuwirken, um den Kolben in der Hülse
zu halten.
2. Federkontaktstift nach Anspruch 1 wobei die Hülse an einer inneren Oberfläche zu dem
Kolben korrespondierende Führungsflächen (321) aufweist.
3. Federkontaktstift Anspruch 1, wobei das Kontaktelement (111; 311) als Kontaktring
(115; 315) ausgebildet ist, welcher federnde Kontaktzungen (113; 313) aufweist.
4. Federkontaktstift nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Kontaktelement
Rastelemente (323) aufweist, welche eingerichtet sind, mit der Hülse zu verrasten.
5. Federkontaktstift nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Hülse aus Kunststoff
gefertigt ist und/oder wobei der Durchmesser der Hülse 2 mm - 5 mm, insbesondere 3
mm - 4 mm beträgt und/oder wobei die Kontaktkraft des Federkontaktstiftes wenigstens
0,3 N, insbesondere wenigstens 0,5 N beträgt.
6. Herstellungsverfahren für einen Federkontaktstift mit einer Länge von 8 mm bis 15
mm und/oder mit einem Durchmesser zwischen 0,5 mm und 3 mm mit den Schritten:
- Bereitstellen einer Hülse (101);
- Einsetzen einer Feder (105) in die Hülse (101);
- Montieren eines Kontaktelements (111), welches als Kontaktring (115) mit Kontaktzungen
(113) ausgebildet ist, in der Hülse (101);
- Einsetzen eines Kolbens (107) in die Hülse (101).
7. Herstellungsverfahren nach Anspruch 6, wobei das Herstellungsverfahren zumindest einen
der folgenden weiteren Schritte umfasst:
- Fixieren des Kolbens in einer Aufnahme und Bearbeiten des Kolbens mittels eines
Schneidwerkzeugs in einer ersten Richtung, derart dass in den Kolben (107) ein erstes
Gewinde eingeschnitten wird;
- Bearbeiten des Kolbens mit dem Schneidwerkzeug in einer zweiten, zu der ersten entgegengesetzten
Richtung, um ein zu dem ersten Gewinde gegenläufiges Gewinde einzuschneiden;
- Fixieren der Hülse (101) in einer Hilfsvorrichtung mit einer Führung;
- Einführen des Kontaktelements in die Führung;
- Einpressen des Kontaktelements in die Hülse (101) über die Führung mittels eines
Stempels;
- Bohren eines Isolierteils (117) oder Umspritzen des Kolbens mit isolierendem Kunststoff,
derart dass ein Isolierteil (117) am Kolben (107) gebildet wird.