[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2016 210 834.4 in Anspruch, deren Inhalt durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft eine Faltschachtel sowie ein Verfahren zum Herstellen einer
derartigen Faltschachtel.
[0003] Eine Faltschachtel ist aus
WO 2005/075300 A1,
EP 3 031 740 A2,
US 2007/0144930 A1,
US 2015/0335117 A1,
JP 07-309326 A und
DE 20 2010 011 086 U1 bekannt. Die Faltschachtel ist aus einer platzsparenden flächigen Anordnung in eine
dreidimensionale, insbesondere quaderförmige, Form auffaltbar. Um den Auffaltmechanismus
zu realisieren, sind an einem Basis-Zuschnitt mehrere Zusatz-Zuschnitte vorgesehen,
die separat hergestellt und am Basis-Zuschnitt angeklebt werden. Die Herstellung der
Faltschachtel ist aufwendig und erfordert die manuelle Handhabung einer erhöhten Anzahl
von Einzelteilen.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Aufbau einer Faltschachtel derart
zu verbessern, dass sie vereinfacht, insbesondere maschinell und/oder automatisiert
hergestellt werden kann.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Faltschachtel mit den in Anspruch
1 angegebenen Merkmalen sowie durch ein Verfahren zum Herstellen einer derartigen
Faltschachtel mit den in Anspruch 15 angegebenen Merkmalen.
[0006] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass die Herstellung einer Faltschachtel dadurch vereinfacht
ist, dass sie einen Einband und einen daran befestigten, auffaltbaren Innenkasten
aufweist, wobei der Innenkasten einstückig ausgeführt ist. Der Innenkasten ist ein
Einzelteil, das mit dem Einband zu der Faltschachtel vereinfacht gefügt werden kann.
Damit ist die Voraussetzung für eine automatisierte und maschinelle Herstellung der
Faltschachtel gegeben. Der Innenkasten kann einteilig und insbesondere automatisiert,
maschinell hergestellt sein. Der Innenkasten kann alternativ auch mehrteilig hergestellt
sein, insbesondere bei einer Faltschachtel großer Abmessung, wegen einer maximalen,
maschinenbedingten Verarbeitungsgröße. Der mehrteilige Innenkasten weist mehrere Einzelteile
auf. Die Einzelteile werden in einem vorgelagerten Herstellungsschritt zu dem einstückigen
Innenkasten gefügt. Die Herstellung des mehrteiligen Innenkastens kann automatisiert
und maschinell erfolgen. Wesentlich ist, dass der einstückige Innenkasten - unabhängig
davon, ob er einteilig oder mehrteilig hergestellt worden ist - in einem einzigen
Fügeschritt mit der Faltschachtel verbindbar ist. Der Einband ist insbesondere ein
flächiger Zuschnitt mit einer Bodenwand und mit jeweils schwenkbar an der Bodenwand
angelenkten Seitenwänden. Die Bodenwand weist insbesondere eine rechteckige Kontur
auf. Die Seitenwände sind insbesondere an gegenüberliegenden Kanten der Bodenwand
angelenkt. Die schwenkbare Anlenkung der Seitenwände erfolgt mittels Schwenkgelenken,
die ein Klappen und Schwenken der Wände zueinander ermöglichen. Die Schwenkgelenke
sind insbesondere in Form von Nuten ausgeführt, die beispielsweise durch Rillen, Falzen,
Grooven, Schälen und/oder Anfasen des Einbands hergestellt werden. Die Schwenkgelenke
können insbesondere automatisiert maschinell hergestellt werden. Der Innenkasten ist
an einer Innenseite des Einbands befestigt. Insbesondere ist der Innenkasten an der
Bodenwand des Einbands und insbesondere an den schwenkbar angelenkten Seitenwänden,
aufgeklebt. Der Einband und der Innenkasten sind jeweils auffaltbar, also von einer
platzsparenden flächigen Anordnung in eine dreidimensionale Form, insbesondere eine
Quaderform, auffaltbar, wie es aus der
WO 2005/075300 bekannt ist. Aufgrund der reduzierten Teileanzahl ist die Herstellung der erfindungsgemäßen
Faltschachtel vereinfacht und insbesondere automatisiert maschinell durchführbar.
Die Herstellung der Faltschachtel ist kostensparend und effizient.
[0007] Die Ausführung des Innenkastens gemäß Anspruch 2 ermöglicht eine vorteilhafte Auffaltmechanik.
Insbesondere ist ein Bodenelement des Innenkastens an der Bodenwand des Einbands befestigt.
Der Innenkasten weist eine durchgängige flächige Bodenwand auf. Die Faltschachtel
weist einen Doppelboden auf, der eine erhöhte Stabilität und eine verbesserte ästhetische
Erscheinungsform ermöglicht. Insbesondere sind Seitenelemente an gegenüberliegenden
Kanten des insbesondere rechteckig ausgeführten Bodenelements angeordnet. Die Schwenkbarkeit
der Seitenelemente ist durch vorstehend beschriebene Schwenkgelenke gewährleistet.
[0008] Eine Anordnung des Innenkastens gemäß Anspruch 3 am Einband ermöglicht eine stabile
Ausführung der Faltschachtel in der aufgefalteten Anordnung. Die Seitenelemente des
Innenkastens und die Seitenwände des Einbands bilden eine, insbesondere geschlossene,
Seitenwandung.
[0009] Ein Faltbalg gemäß Anspruch 4 gewährleistet ein vorteilhaftes Auffalten des Innenkastens.
Der Faltmechanismus ist intuitiv für einen Anwender und insbesondere fehlerunanfällig
möglich. Der Faltmechanismus ist robust. Insbesondere weisen alle Seitenelemente jeweils
zwei Faltbälge auf, insbesondere weist der Innenkasten an jeder Kante des Bodenelements
zumindest bereichsweise ein schwenkbar angelenktes Seitenelement auf. Zur Befestigung
des Faltbalgs an einem benachbart angeordneten Seitenelement ist es denkbar, dass
das benachbart angeordnete Seitenelement sich lediglich entlang eines Bereichs der
Kante des Bodenelements erstreckt. Dieses Seitenelement, an dem der Faltbalg befestigt
ist, kann entlang der Kante des Bodenelements mehrteilig und insbesondere unterbrochen
ausgeführt sein.
[0010] Ein Aussteifungselement gemäß Anspruch 5 ermöglicht eine erhöhte Steifigkeit des
Innenkastens. Dadurch, dass das Aussteifungselement aus einem Material mit einer höheren
Steifigkeit ausgeführt ist, kann der Innenkasten, insbesondere die Seitenelemente
und/oder das Bodenelement aus einem Material hergestellt sein, dass eine vergleichsweise
geringere Steifigkeit aufweist. Dadurch ist die Herstellung und insbesondere die Schwenkbarkeit
der einzelnen Elemente des Innenkastens zueinander verbessert. Das Gesamtgewicht des
Innenkastens ist gegenüber einer durchgängig aus Aussteifungsmaterial hergestellten
Faltschachtel reduziert, wobei die erforderliche Steifigkeit gewährleistet bleibt.
Das Aussteifungselement wird gezielt dort eingesetzt, wo eine Aussteifungsfunktion
an der Faltschachtel erforderlich ist. Insbesondere weisen alle Seitenelemente ein
Aussteifungselement auf. Es ist auch möglich, dass nicht alle Seitenelemente jeweils
ein Aussteifungselement aufweisen. Insbesondere sind aussteifungselementfreie Seitenelemente
vorgesehen. Insbesondere ist das Aussteifungselement als flächiger Streifen ausgeführt,
der im Wesentlichen der Fläche des korrespondierenden Seitenelements entspricht. Das
Seitenelement ist durch das Aussteifungselement vollflächig ausgesteift. Das Aussteifungsmaterial
ist insbesondere Pappe mit einer Materialdicke von mindestens 0,8 mm, insbesondere
mindestens 0,9 mm und insbesondere mindestens 1,0 mm.
[0011] Eine Anordnung des Aussteifungselements gemäß Anspruch 6 ermöglicht eine ästhetisch
ansprechende Ausführung des Innenkastens. Das Aussteifungselement ist zwischen zwei
schwenkbar miteinander verbundenen Seitenelementteilen des Seitenelements angeordnet.
Das Seitenelement bildet mit dem Aussteifungselement eine mehrlagige, insbesondere
dreilagige, Sandwich-Anordnung. Das Aussteifungselement ist von außen nicht sichtbar
am Innenkasten angeordnet. Das Aussteifungselement ist funktional und optisch unauffällig.
[0012] Die Ausführung des Innenkastens gemäß Anspruch 7 ermöglicht eine verbesserte Verarbeitung
und Herstellung des Innenkastens, der insbesondere aus Papier oder Karton hergestellt
ist. Papier oder Karton kann ein vergleichsweise reduziertes Flächengewicht aufweisen.
[0013] Ein Stabilisierungselement gemäß Anspruch 8 gewährleistet eine Stabilisierung des
aufgefalteten Innenkastens. Insbesondere sind zwei Stabilisierungselemente vorgesehen,
die insbesondere schwenkbar am Innenkasten, insbesondere an schwenkbar am Bodenelement
angelenkten Seitenelementen angelenkt sind und insbesondere sind die Stabilisierungselemente
an gegenüberliegend angeordneten Seitenelementen angelenkt. Die Stabilisierungselemente
können in einer aufgefalteten Anordnung des Innenkastens nach innen, in einen von
den aufgefalteten Seitenwänden gebildeten Innenraum geschwenkt und dort zur Stabilisierung
der Seitenelemente, also des Innenkastens, angeordnet werden.
[0014] Eine Anordnung des Stabilisierungselements gemäß Anspruch 9 ermöglicht eine unmittelbare
und effektive Stabilisierung, insbesondere des aufgefalteten Innenkastens und insbesondere
des Einbands, insbesondere im Bereich der Seitenwand. Im Bereich der Seitenwand ist
die Faltschachtel mehrlagig ausgeführt, wobei das Stabilisierungselement, das Seitenelement
und die Seitenwand in einer Richtung senkrecht zur Seitenwand mehrlagig angeordnet
sind.
[0015] Die Ausführung des Stabilisierungselements gemäß Anspruch 10 ermöglicht eine vorteilhafte
Integration eines Aussteifungselements, das insbesondere zwischen zwei schwenkbar
miteinander verbundenen Stabilisierungselementteilen angeordnet ist. Die Ausführung
des Stabilisierungselements entspricht im Wesentlichen der Ausführung der durch ein
Aussteifungselement ausgesteiften Seitenelemente.
[0016] Ein Verriegelungselement gemäß Anspruch 11 ermöglicht eine dauerhafte stabile Anordnung
des Stabilisierungselements. Ein unbeabsichtigtes Lösen des aufgefalteten Innenrahmens
ist ausgeschlossen. Insbesondere ist das Verriegelungselement als Verriegelungsvorsprung
ausgeführt, der in einer korrespondierenden Verriegelungsausnehmung, die insbesondere
in der Bodenwand vorgesehen ist, eingreift. Das Verriegelungselement ist insbesondere
integriert am Stabilisierungselement und insbesondere an einem Aussteifungselement
des Stabilisierungselements ausgeführt. Insbesondere sind mehrere, insbesondere zwei,
Verriegelungselemente an jedem Stabilisierungselement vorgesehen.
[0017] Ein Entriegelungselement gemäß Anspruch 12 vereinfacht das Lösen der verriegelten
Anordnung. Insbesondere ist das Entriegelungselement in dem Stabilisierungselement
integriert ausgeführt. Das Entriegelungselement ist insbesondere als Zugband oder
Griffloch ausgeführt.
[0018] Eine Ausführung eines Einbands gemäß Anspruch 13 ermöglicht eine vorteilhafte Ausführung
der Faltschachtel. Insbesondere kann der Innenkasten mittels der schwenkbaren Deckelwand
abgedeckt und mittels einer schwenkbar angelenkten Schließklappe verschlossen werden.
Die Faltschachtel hat eine hochwertige Funktion und eine ästhetisch ansprechende Ausgestaltung.
Die Faltschachtel eignet sich als mechanisch stabiles und optisch höchsten Ansprüchen
genügendes Aufbewahrungsbehältnis.
[0019] Ein Einbandmaterial gemäß Anspruch 14 ermöglicht eine vorteilhafte, weil robuste
und stabile Ausführung.
[0020] Ein Verfahren gemäß Anspruch 15 ist unkompliziert und insbesondere effizient durchführbar.
Dadurch, dass der Innenkasten am Einband, insbesondere maschinell, befestigt wird,
sind manuelle Herstellungsschritte entbehrlich. Die Herstellung ist zeit- und kostensparend.
[0021] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen, zusätzliche Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Faltzuschnitt für einen Innenkasten einer erfindungsgemäßen Faltschachtel,
- Fig. 2
- eine Fig. 1 entsprechende Darstellung des Innenkastens in einem vorgefertigten Zustand,
- Fig. 3
- einen Faltzuschnitt eines Einbands für die Faltschachtel,
- Fig. 4
- die Faltschachtel mit dem zusammengefalteten, auf dem Einband montierten Innenkasten.
[0022] Eine in Fig. 1 bis 4 als Ganzes mit 1 gekennzeichnete Faltschachtel ist zwischen
einer in Fig. 4 gezeigten flächigen Anordnung in eine dreidimensionale, quaderförmige,
Anordnung überführbar. Aufbau und Funktionalität einer derartigen Faltschachtel sowie
die Funktionalität zum Auf- und Zufalten der Faltschachtel sind aus
WO 2005/075300 A2 bekannt, worauf hiermit verwiesen wird. Bezüglich Aufbau und Verfahren zur Herstellung
der Faltschachtel 1 ergeben sich Unterschiede gegenüber der
WO 2005/075300 A2, die nachfolgend erläutert werden.
[0023] Nachfolgend wird anhand der Fig. 1 bis 4 der Aufbau der Faltschachtel 1 näher erläutert.
Die Faltschachtel 1 weist einen Einband 2 und einen an einer Innenseite des Einbands
2 befestigten Innenkasten 3 auf.
[0024] Der in Fig. 3 separat dargestellte Einband 2 weist eine rechteckförmige Bodenwand
4 auf. Die Bodenwand 4 kann auch eine andersgeformte Kontur aufweisen. Vorteilhaft
ist es, wenn die Kontur der Bodenwand 4 zwei zueinander parallele, im Wesentlichen
gegenüberliegend angeordnete Außenkanten aufweist. Jeweils um ein Schwenkgelenk 5
ist eine Seitenwand 6 schwenkbar an der Bodenwand 4 angelenkt. Die beiden Seitenwände
6 sind an einander gegenüberliegenden Kanten der rechteckförmigen Kontur der Bodenwand
4 angelenkt. Die beiden Seitenwände 6 sind im Wesentlichen identisch ausgeführt und
weisen insbesondere identische Größe auf.
[0025] An einer der Seitenwände 6 ist schwenkbar um ein weiteres Schwenkgelenk 5 eine Deckelwand
7 angelenkt. Die Deckelwand 7 ist rechteckförmig ausgeführt. Die Deckelwand 7 ist
insbesondere identisch zur Bodenwand 4 ausgeführt. An der Deckelwand 7 ist um ein
weiteres Schwenkgelenk 5 eine Schließklappe 8 schwenkbar angelenkt. Die Schließklappe
8 ist im Wesentlichen identisch zu der außenliegenden Seitenwand 6 ausgeführt. In
der in Fig. 3 gezeigten Anordnung ist der Einband 2 flächig ausgeführt. Durch Auffalten
der beiden Seitenwände 6 kann die Deckelwand 7 parallel und beabstandet zu der Bodenwand
4 angeordnet werden. Zum Schließen des Einbandes 2 kann die Schließklappe 8 von außen
an eine Außenseite der außenliegenden Seitenwand 6 angelegt werden. Die Schließklappe
8 weist ein Verschlusselement 9 auf, dass mit einem Gegenverschlusselement 10 der
außenliegenden Seitenwand 6 zusammenwirkt. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel
sind das Verschlusselement 9 und das Gegenverschlusselement 10 jeweils als in den
Einband 2 integrierte Magnetelemente ausgeführt. Bei übereinanderliegender Anordnung
der Elemente 9, 10 üben diese eine gegenseitige Haltekraft aus. Das Verschlusselement
9 und Gegenverschlusselement 10 könnte beispielsweise auch in Form eines Druckknopfverschlusses,
eines Klettverschlusses oder einer Öse mit durchzuführendem Halteband oder Halteklammer
ausgeführt sein. Es ist auch denkbar, mehr als ein Verschlusselement 9 und ein Gegenverschlusselement
10 vorzusehen.
[0026] Der Einband 2 ist aus einem Einbandmaterial hergestellt, das eine erhöhte Steifigkeit
aufweist. Insbesondere ist das Einbandmaterial eine Pappe mit einer Materialdicke
von mindestens 1,5 mm und insbesondere von mindestens 2,0 mm. Das Einbandmaterial
ist robust und verleiht dem Einband 2 und der Faltschachtel 1 insgesamt eine erhöhte
Steifigkeit und Stabilität. Um insbesondere eine ästhetisch ansprechende Erscheinungsform
zu ermöglichen, kann der Einband 2 insbesondere an einer Außenseite mit einer Dekorlage
versehen sein. Die Dekorlage ist an dem Einbandmaterial aufgeklebt. An einer Innenseite,
die in Fig. 3 dargestellt ist, kann der Einband eine Verblendung aufweisen, die insbesondere
die Befestigung der Dekorlage an der Innenseite des Einbands fixiert und zudem eine
einheitliche, optisch ansprechende Gestaltung der Innenseite des Einbands 2 gewährleistet.
[0027] Nachfolgend wird anhand von Fig. 1 und 2 der Innenkasten 3 näher erläutert. Der Innenkasten
3 ist aus einem flächigen Faltzuschnitt gemäß Fig. 1 hergestellt. Der Innenkasten
3 weist ein rechteckförmiges Bodenelement 11 auf. Das Bodenelement 11 kann eine andere
Kontur aufweisen. Vorteilhaft ist es, wenn die Kontur des Bodenelements 11 zwei zueinander
parallele, im Wesentlichen gegenüberliegend angeordnete Außenkanten aufweist. An den
Außenkanten der Rechteckkontur sind an dem Bodenelement 11 jeweils um ein Schwenkgelenk
5 Seitenelemente 12 und 13 schwenkbar angelenkt.
[0028] Die jeweils gegenüberliegend an dem Bodenelement 11 angeordneten Seitenelemente 12
beziehungsweise 13 sind paarweise identisch zueinander ausgeführt. Das Bodenelement
11 mit den angelenkten Seitenelementen 12, 13 bildet eine Kreuzform.
[0029] Gemäß einem anderen, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist es möglich, auf
die Seitenelemente 12 oder auf die Seitenelemente 13 zu verzichten. In diesem Fall
ist der Innenkasten in seinem flächigen Zuschnitt länglich ausgeführt, seitlich überstehende
Seitenelemente sind nicht vorgesehen. Bei dieser Ausführungsform sind die Seitenelemente
12 beziehungsweise 13 in einer Linie hintereinander mit dem dazwischenliegend angeordneten
Bodenelement 11 angeordnet.
[0030] Die Seitenelemente 12 weisen jeweils zwei Faltenbälge 14 auf. Ein Faltenbalg 14 ist
mit einer dreieckförmigen Befestigungslasche 15 an dem jeweils benachbarten Seitenelement
13 befestigt, insbesondere angeklebt. Über ein Faltenbalg-Schwenkgelenk 16 ist eine
Verbindungslasche 17 schwenkbar mit der Befestigungslasche 15 verbunden. Über ein
weiteres Schwenkgelenk 5 ist die Verbindungslasche 17 schwenkbar an dem Seitenelement
12 angelenkt.
[0031] Die Seitenelemente 12, an welchen die Faltenbälge 14 angeordnet sind, sind jeweils
mehrlagig ausgeführt und umfassen Seitenelementteile 18, die insbesondere im Wesentlichen
identisch zueinander ausgeführt sind und über ein Seitenelement-Schwenkgelenk 19 schwenkbar
zueinander angeordnet sind. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind je Seitenelement
12 zwei Seitenelementteile 18 vorgesehen. Zur Erhöhung der Steifigkeit und Stabilität
können auch mehrere, insbesondere mindestens drei, insbesondere mindestens vier und
insbesondere mindestens fünf Seitenelementteile 18 je Seitenelement schwenkgelenkig
miteinander verbunden angeordnet sein. Die Seitenelemente 12 weisen jeweils ein Aussteifungselement
20 auf, das in Form eines Streifens aus einem Aussteifungsmaterial hergestellt ist.
Der Streifen weist eine Größe auf, die im Wesentlichen der Größe der Seitenelementteile
18 entspricht. Das Aussteifungsmaterial weist eine erhöhte Steifigkeit auf, die insbesondere
höher ist als die Steifigkeit des Materials des Innenkastens 3. Das Aussteifungsmaterial
ist gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel Pappe mit einer Dicke von mindestens 1,0
mm. Das Aussteifungselement 20 verleiht dem Seitenelement 12 eine verbesserte, insbesondere
erhöhte, Steifigkeit. Es ist auch denkbar, auf die Aussteifungselemente zu verzichten,
um den Aufbau und die Konstruktion des Innenkastens 3 zu vereinfachen. Wenn auf das
Aussteifungselement 20 verzichtet wird, können die Seitenelemente 12 aus einem Material
ausgeführt sein, das gegenüber dem Material des Bodenelements 11 eine erhöhte Steifigkeit
aufweist. Beispielsweise können die Seitenelemente 12 aus Pappe mit einem Flächengewicht
von mehr als 300g/m
2 ausgeführt sein. Die Seitenelemente 12, insbesondere die Seitenelementteile 18 können
mit einer Dicke von mindestens 1,0mm ausgeführt sein.
[0032] Der Innenkasten 3 ist aus Papier oder Karton hergestellt. Das Papier oder der Karton
weisen ein Flächengewicht von höchstens 300 g/m
2 auf. Das Material des Innenkastens 3 ist maschinell gut verarbeitbar.
[0033] Die Seitenelemente 13 sind einlagig ausgeführt. Die Seitenelemente 13 weisen keinen
Faltenbalg auf.
[0034] An den Seitenelementen 13 ist jeweils um ein weiteres Schwenkgelenk 5 ein Stabilisierungselement
21 schwenkbar angelenkt. Die Stabilisierungselemente 21 dienen jeweils zum Stabilisieren
des aufgefalteten Innenkastens. Die Stabilisierungselemente 21 sind jeweils mehrlagig
ausgeführt, und weisen zwei um ein Stabilisierungselement-Schwenkgelenk 22 schwenkbar
miteinander verbundene Stabilisierungselementteile 23 auf. Es können auch mehr als
zwei Stabilisierungselementteile 23 vorgesehen sein, um eine erhöhte Aussteifung des
Innenkastens 3 zu bewirken. Zwischen den Stabilisierungselementteilen kann ein weiteres
Aussteifungselement 20 angeordnet sein. Das Stabilisierungselement 21 weist zwei Verriegelungselemente
24 auf. Die Verriegelungselemente 24 sind jeweils als Verriegelungsvorsprung ausgeführt,
der an dem Stabilisierungselement-Schwenkgelenk 22 übersteht. Bei einem Schwenken
der Stabilisierungselementteile 23 um das Stabilisierungselement-Schwenkgelenk 22
ragen die Verriegelungselemente 24 wie in Fig. 2 gezeigt, an dem Stabilisierungselement
21 vor.
[0035] Zusätzlich oder alternativ zu den Aussteifungselementen an den Seitenelementen 13
können die Stabilisierungselementteile 23 aus Pappe und/oder aus Papier oder Karton
hergestellt sein, der ein größeres Flächengewicht aufweist als das Bodenelement 11.
Insbesondere beträgt das Flächengewicht der Seitenelemente, wenn kein Aussteifungselement
20 vorgesehen ist, mehr als 300g/m
2 und/oder eine Dicke von mindestens 1,0mm.
[0036] Die Verriegelungsvorsprünge 24 können in korrespondierenden Verriegelungsausnehmungen
25 des Bodenelements 11 und/oder der Bodenwand 4 eingreifen. Die Verriegelungsausnehmungen
25 stellen Verriegelungsgegenelemente dar. Es ist auch möglich, dass keine Verriegelungselemente
24 und Verriegelungsgegenelemente 25 vorgesehen sind.
[0037] Das Stabilisierungselement 21 weist ferner ein Entriegelungselement 26, das zum Lösen
der verriegelten Anordnung des Stabilisierungselements 21 dient. Gemäß dem gezeigten
Ausführungsbeispiel ist das Entriegelungselement in Form einer Öffnung an den Stabilisierungselementteilen
23 im Bereich des Stabilisierungselement-Schwenkgelenks 22 ausgeführt, um ein Zugband
durch die Ausnehmung zu führen. Insbesondere ist das nicht dargestellte Zugband Bestandteil
des Entriegelungselement 26. Das Entriegelungselement kann beispielsweise auch durch
ein Griffloch ausgeführt sein, so dass ein Nutzer ohne Zugband durch Eingreifen in
das Griffloch die verriegelte Anordnung des Stabilisierungselements 21 auflösen kann.
Das Entriegelungselement 26 kann auch entfallen.
[0038] Es ist auch denkbar, dass das Stabilisierungselement 21 und/oder die Seitenelemente
12 jeweils einlagig ausgeführt sind.
[0039] Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Innenkasten 3 aus einem einteiligen
Faltzuschnitt hergestellt, der durch die aufgeklebten Aussteifungselemente 20 ausgesteift
wird. Es ist denkbar, dass bei großen Faltschachteln eine erforderliche Faltzuschnittgröße
die maximal in einer Maschine bearbeitbare Zuschnittgröße überschreitet. In diesem
Fall ist eine Teilung des Faltzuschnitts in mehrere, insbesondere gleichartige, Zuschnittelemente
erforderlich, die dann anschließend miteinander gefügt werden. Es ist unerheblich,
ob der Innenkasten 3 originär aus einem einteiligen Faltzuschnitt besteht oder durch
vorgelagerte Fertigungsschritte aus mehreren, insbesondere aus zwei Innenkastenfaltzuschnitten
hergestellt wird. Wesentlich ist, dass der Innenkasten, wie in Fig. 2 einstückig hergestellt
ist. Dadurch ist die anschließende Endmontage der Faltschachtel durch aufkleben des
Innenkastens 3 auf die Innenseite des Einbands 2 vereinfacht. Insbesondere entspricht
die Größe des Bodenelements 11 der Größe der Bodenwand 4 und die jeweiligen Größen
der Seitenelemente 13 entsprechen den Größen der Seitenwände 6.
[0040] Nachfolgend wird die Vorfertigung des Innenkastens 3 ausgehend von Fig. 1 näher erläutert.
Zur Vorfertigung des Innenkastens 3 werden zunächst auf die jeweils innenliegenden
Seitenelementteile 18 und Stabilisierungselementteile 23 ein Aussteifungselement 20
aufgeklebt. Anschließend wird jeweils das außenliegende Seitenelementteil 18 und Stabilisierungselementteil
23 um das Seitenelement-Schwenkgelenk 19 beziehungsweise das Stabilisierungselement-Schwenkgelenk
22 um 180° auf das Aussteifungselement 20 geschwenkt und dort mit dem Aussteifungselement
20 verklebt. Dadurch sind die mehrlagigen Stabilisierungselemente 21 geschaffen.
[0041] Durch das Schwenken der Seitenelementteile 18 um das Seitenelement-Schwenkgelenk
19 werden auch die Faltenbälge 14 geschwenkt. Die Faltenbälge 14 sind jeweils zweilagig
ausgeführt, wobei die Innenseiten der Faltenbälge 14 miteinander verklebt sind. Es
ist auch denkbar, dass der Faltenbalg 14 jeweils einlagig ausgeführt ist, indem beispielsweise
lediglich an einem der Seitenelementteile 18 ein Faltenbalg vorgesehen ist. Die mehrlagigen
Seitenelemente 12 werden um die Schwenkgelenke 5 um 180° bezüglich des Bodenelements
11 geschenkt, so dass das ursprünglich außenliegend angeordnete Seitenelementteil
18 dem Bodenelement 11 zugewandt ist. Das Seitenelement 12 und das Bodenelement 11
sind in dieser Anordnung, wie in Fig. 2 dargestellt, parallel zueinander, flächig,
also mehrlagig, angeordnet. Das Seitenelement 12 ist mit der Außenseite der Befestigungslaschen
15 jeweils an den benachbarten Seitenelementen 13 angeklebt.
[0042] Der so vorgefertigte Innenkasten gemäß Fig. 2 wird als einstückiges Teil auf den
Einband 2 aufgeklebt. Insbesondere wird der Innenkasten 3 mit dem Bodenelement 11
auf die Bodenwand 4 geklebt. Zusätzlich werden die Seitenelemente 13 auf die Seitenwände
6 geklebt.
[0043] Nachfolgend wird das Auffalten der Faltschachtel 1 gemäß Fig. 4 erläutert. Durch
ein Aufstellen der Seitenwände 6 werden die daran befestigten Seitenelemente 13 mitaufgestellt.
Mit den Seitenelementen 13 werden die Befestigungslaschen 15 der Faltenbälge 14 mit
aufgestellt und dadurch automatisch die Seitenelemente 12 über die Verbindungslaschen
15 weg von dem Bodenelement 11 nach außen gedrückt. Dieser Auffaltmechanismus ist
im Wesentlichen bekannt aus der
WO 2005/075300 A1, worauf hiermit verwiesen wird. Anschließend werden die Stabilisierungselemente 21
um die Schwenkgelenke 5 an dem Innenkasten 3 zu dem Bodenelement 11 hin geschwenkt
und mit den Verriegelungselementen 24 in den Verriegelungsgegenelementen 25 verriegelt.
In dieser Anordnung ist der Innenkasten 3 dreidimensional, quaderförmig aufgefaltet
und insbesondere zur Aufnahme von Aufbewahrungsgegenständen geeignet. Anschließend
kann die Deckelwand 7 über den geöffneten Innenkasten gedeckt und die Faltschachtel
1 mittels der Schließklappe 8 geschlossen werden.
1. Faltschachtel (1) umfassend
a. einen Einband (2), mit einer Bodenwand (4) und mit jeweils schwenkbar an der Bodenwand
(4) angelenkten Seitenwänden (6),
b. einen auffaltbaren Innenkasten (3), der an einer Innenseite des Einbands (2) befestigt
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenkasten (3) einstückig ausgeführt ist.
2. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenkasten (3) ein Bodenelement (11) und jeweils schwenkbar daran angelenkte
Seitenelemente (12, 13) aufweist.
3. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenelemente (12, 13) des Innenkastens (3) und die Seitenwände (6) des Einbands
(2) eine, insbesondere geschlossene, Seitenwandung bilden.
4. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Seitenelement (12, 13) mindestens einen Faltbalg (14) zur auffaltbaren
Verbindung mit dem jeweils benachbart angeordneten Seitenelement (12, 13) aufweist.
5. Faltschachtel (1) gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Seitenelement (12, 13) ein daran befestigtes Aussteifungselement (20)
aufweist, wobei das Aussteifungselement (20) aus einem Aussteifungsmaterial hergestellt
ist, das eine höhere Steifigkeit aufweist als ein Material, aus dem der Innenkasten
hergestellt ist, wobei das Aussteifungsmaterial insbesondere Pappe ist.
6. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussteifungselement (20) zwischen zwei schwenkbar miteinander verbundenen Seitenelementteilen
(18) des mindestens einen Seitenelements (12, 13) angeordnet ist.
7. Faltschachtel (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenkasten (3) aus Papier oder Karton hergestellt ist, wobei das Papier oder
der Karton ein Flächengewicht zwischen 150 und 500 g/m2, insbesondere von höchstens 300 g/m2, insbesondere von höchstens 270 g/m2, insbesondere von höchstens 250 g/m2 und insbesondere von höchstens 200 g/m2 aufweist.
8. Faltschachtel (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens ein Stabilisierungselement (21) zum Stabilisieren des aufgefalteten Innenkastens
(3), wobei das Stabilisierungselement (21) schwenkbar am Innenkasten (3), insbesondere
an einem Seitenelement (12, 13), angelenkt ist.
9. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabilisierungselement (21) in einer aufgefalteten Anordnung der Faltschachtel
(1) parallel und unmittelbar benachbart zu einer Seitenwand (6) angeordnet ist.
10. Faltschachtel (1) gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabilisierungselement (21) zwei schwenkbar miteinander verbundene Stabilisierungselementteile
(23) aufweist, zwischen welchen ein Aussteifungselement (20) angeordnet ist.
11. Faltschachtel (1) gemäß einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabilisierungselement (21) mindestens ein Verriegelungselement (24) zum verriegelten
Anordnen aufweist, wobei das Verriegelungselement (24) insbesondere als Verriegelungsvorsprung
ausgebildet ist, der in eine korrespondierende Verriegelungsausnehmung eingreift.
12. Faltschachtel (1) gemäß einem der Ansprüche 8 bis 11, gekennzeichnet durch ein Entriegelungselement (26), zum Lösen der verriegelten Anordnung des Stabilisierungselements
(21), wobei das Entriegelungselement (26) insbesondere als Zugband oder Griffloch
ausgeführt ist.
13. Faltschachtel (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einband (2) eine an einer der Seitenwände (6) schwenkbar angelenkte Deckelwand
(7), insbesondere eine schwenkbar an der Deckelwand (7) angelenkte Schließklappe (8)
zum Schließen des Einbands (2), aufweist.
14. Faltschachtel (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einband (2) aus einem Einbandmaterial hergestellt ist, der eine höhere Steifigkeit
aufweist als ein Material, aus dem der Innenkasten (3) hergestellt ist.
15. Verfahren zum Herstellen einer Faltschachtel (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche
umfassend die Verfahrensschritte
- Herstellen des Einbands (2),
- Herstellen des Innenkastens (3),
- Befestigen, insbesondere maschinell, des Innenkastens am Einband (2).