[0001] Die Erfindung betrifft eine Personentransportanlage gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Personentransportanlagen werden meist dazu eingesetzt, in Gebäuden oder Bauwerken
Personen oder Gegenstände zu befördern. Eine Personentransportanlage kann beispielsweise
als Aufzuganlage ausgebildet sein. Alternativ kann eine Personentransportanlage als
Fahrtreppe oder Fahrsteig ausgeführt sein.
[0003] Nachfolgend werden mögliche Ausgestaltungen von Personentransportanlagen bzw. von
Ausführungsformen der Erfindung meist am Beispiel von Aufzuganlagen erläutert. Ausführungsformen
der Erfindung lassen sich aber in analoger Weise auch auf Personentransportanlagen
in Form von Fahrsteigen, Fahrtreppen oder Ähnlichem umsetzen.
[0004] Die
EP 2 022 742 B1 beschreibt eine Personentransportanlage in Form einer Aufzuganlage mit einem ersten
und einem zweiten Auswertemodul in Form einer ersten und einer zweiten Auswerteeinheit.
Das erste Auswertemodul ist einer Aufzugskabine und das zweite Auswertemodul einem
Aufzugschacht der Aufzugsanlage zugeordnet. Die beiden Auswertemodule stehen über
eine Busverbindung in Signalverbindung und können so Signale untereinander austauschen.
Die Aufzuganlage weist ausserdem innerhalb der Aufzuganlage räumlich verteilt angeordnete
Feldgeräte in Form von Sensoren und Aktoren, beispielsweise Sensoren zur Positions-und
Geschwindigkeitsbestimmung der Aufzugkabine, Sicherheitsschalter in Form eines Verriegelungsschalters
einer Kabinentüre oder eines Überwachungsschalters für ein Dach der Aufzugkabine,
eine Bremseinrichtung und eine Fangeinrichtung auf. Die Feldgeräte stehen mit mindestens
einem Auswertemodul in Signalverbindung. Die Auswertemodule überwachen auf Basis der
Signale der Feldgeräte den Betrieb der Aufzuganlage und leiten bei Erkennen eines
unsicheren Zustands der Aufzuganlage, beispielsweise bei Erkennen einer zu hohen Geschwindigkeit
der Aufzugkabine, durch Ansteuerung eines als Aktor ausgeführten Feldgeräts eine Sicherungsmassnahme
ein. Die Sicherungsmassnahme kann beispielsweise darin bestehen, dass die Bremseinrichtung
so angesteuert wird, dass sie die Aufzugkabine abbremst.
[0005] Die Aufzuganlage entsprechend der
EP 2 022 742 B1 ist so ausgeführt, dass einige Feldgeräte direkt mit den Auswertemodulen verbunden
sind und andere Feldgeräte wie die genannten Sicherheitsschalter unter Zwischenschaltung
von so genannten Sicherheitsbaugruppen mit den Auswertemodulen signalverbunden sind.
Die Sicherheitsschalter sind direkt mit jeweils einer Sicherheitsbaugruppe verbunden,
welche die Signale der Sicherheitsschalter empfängt, verarbeitet und anschliessend
über die genannte Busverbindung an die beiden Auswertemodule sendet. Die Sicherheitsbaugruppen
senden damit die Signale der Sicherheitsschalter ebenfalls über den genannten Bus
an die Auswertemodule. Der Bus dient damit nicht nur für die Kommunikation zwischen
den beiden Auswertemodulen, sondern auch zur Übertragung von Signalen der Sicherheitsschalter,
welche als Sensorsignale angesehen werden können. Die Sicherheitsbaugruppen nehmen
über die Auswertung und Weiterleitung der Signale der Sicherheitsschalter hinaus keine
weiteren Aufgaben wahr, insbesondere sind sie nicht dazu vorgesehen, Sicherungsmassnahmen,
wie die Aktivierung der Bremseinrichtung oder der Fangeinrichtung, auszulösen. Derartige
Sicherungsmassnahmen werden ausschliesslich durch die beiden Auswerteeinheiten ausgelöst.
[0006] Demgegenüber ist es insbesondere die Aufgabe der Erfindung, eine Personentransportanlage
vorzuschlagen, welche besonders sicher betrieben werden kann. Erfindungsgemäss wird
diese Aufgabe mit einer Personentransportanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst.
[0007] Die Personentransportanlage weist ein erstes Auswertemodul und ein zweites Auswertemodul
auf, welche innerhalb der Personentransportanlage räumlich verteilt angeordnet sind
und miteinander in Signalverbindung stehen, also Signale und damit Daten austauschen
können. Es ist möglich, dass die Personentransportanlage mehr als zwei Auswertemodule
aufweist. Die Personentransportanlage verfügt ausserdem über Feldgeräte, welche innerhalb
der Personentransportanlage räumlich verteilt angeordnet sind, wobei jedes Feldgerät
zumindest mit einem der Auswertemodule in Signalverbindung steht. Ein Feldgerät kann
dazu direkt oder indirekt, beispielsweise über eine Busverbindung mit einem Auswertemodul
signalverbunden sein. Jedes Auswertemodul ist dafür vorgesehen, auf Basis von gemessenen
Signalen der Feldgeräte einen Betrieb der Personentransportanlage zu überwachen und
bei Erkennen eines unsicheren Zustands der Personentransportanlage durch Ansteuerung
wenigstens eines Feldgeräts eine Sicherungsmassnahme einzuleiten. Erfindungsgemäss
sind die Auswertemodule über eine exklusive Kommunikationsverbindung miteinander verbunden.
Unter einer exklusiven Kommunikationsverbindung soll in diesem Zusammenhang verstanden
werden, dass über die Kommunikationsverbindung nur die Auswertemodule Signale und
damit Daten austauschen können und darüber hinaus keine Signale von anderen Geräten,
wie beispielsweise Feldgeräten oder Bedieneinheiten über die genannte Kommunikationsverbindung
übertragen werden oder andere Geräte Signale empfangen können. Im Falle einer Ausführung
der Kommunikationsverbindung als ein Feldbus, also als ein exklusiver Feldbus, bedeutet
das, dass an den Feldbus lediglich die Auswertemodule angeschlossen sind und keine
weiteren Busknoten, welche beispielsweise Sensorsignale von an die Busknoten angeschlossenen
Sensoren senden oder Signale empfangen können.
[0008] Die exklusive Kommunikationsverbindung ermöglicht durch die sehr geringe Anzahl von
Kommunikationsteilnehmern eine besonders sichere und stabile Kommunikation und damit
das Senden und Empfangen von Daten zwischen den beiden Auswertemodulen auf nur einer
Datenleitung. Bei jedem Kommunikationsteilnehmer besteht die Gefahr, dass er Störungen
in der Kommunikation verursacht, beispielsweise durch fehlerhaftes Senden von Signalen
oder durch einen technischen Defekt, beispielsweise einen Kurzschluss oder einen nicht
korrekten Abschluss der Signalleitungen. Darüber hinaus kann mit der exklusiven Kommunikationsverbindung
auch eine besonders schnelle Kommunikation ermöglicht werden. Die sichere, stabile
und schnelle Kommunikation zwischen den beiden Auswertemodulen ist insbesondere sehr
wichtig, da die Auswertemodule zusammen eine Sicherheits-Steuerungseinrichtung bilden,
deren Funktionen und Aufgaben auf die beiden Auswertemodule verteilt sind. Die Sicherheits-Steuerungseinrichtung
kann einen sicheren Betrieb der Personentransportanlage nur gewährleisten, wenn die
Kommunikation zwischen den beiden Auswertemodulen einwandfrei funktioniert. Sobald
eine einwandfreie Kommunikation nicht gewährleistet ist, werden insbesondere sofort
Sicherungsmassnahmen, wie beispielsweise ein sofortiges Anhalten einer Aufzugkabine
eingeleitet. Dies führt zu einem Ausfall der Personentransportanlage und kann ausserdem
zu einem abrupten Anhalten der Aufzugkabine führen.
[0009] Durch die schnelle und sichere Kommunikationsverbindung zwischen den Auswertemodulen
kann eine ausgewählte Verarbeitung von Signalen, also das Abarbeiten von ausgewählten
Funktionen vom ersten Auswertemodul, vom zweiten Auswertemodul oder von beiden Auswertemodulen
parallel ausgeführt werden. Es spielt damit quasi keine Rolle, welches Auswertemodul
welche Funktion ausführt. Damit können Funktionen sehr schnell und einfach zwischen
den Auswertemodulen verschoben werden und an die konkrete Ausgestaltung der Personentransportanlage
angepasst werden.
[0010] Unter "innerhalb der Personentransportanlage räumlich verteilt" soll hier verstanden
werden, dass die Auswertemodule und die Feldgeräte nicht an einem Ort konzentriert,
sondern an verschiedenen Orten der Personentransportanlage angeordnet sind. Bei einer
Aufzuganlage können beispielsweise ein Auswertemodul an einer Aufzugkabine und ein
anderes Auswertemodul in einem so genannten Schachtkopf angeordnet sein. Die verschiedenen
Feldgeräte können beispielsweise zum Teil an der Aufzugskabine und im oder im Bereich
des Aufzugsschachts angeordnet sein. Unter einem "Feldgerät" soll hier ein Sensor
oder ein ansteuerbarer Aktor verstanden werden. Sensoren können Messdaten, wie beispielsweise
eine Position der Aufzugkabine erfassen und diese weiterleiten. Ein Aktor setzt empfangene
Steuerdaten oder Ansteuersignale in eine mechanische Bewegung oder eine andere physikalische
Grösse, wie beispielsweise Druck oder Temperatur um. Ein Aktor kann beispielsweise
als ein Relais ausgeführt sein, mittels welchem eine Energieversorgung einer Antriebsmaschine
der Aufzuganlage unterbrochen werden kann. Ein Aktor kann beispielsweise auch als
eine Brems- oder Fangeinrichtung ausgeführt sein. Eine Antriebsmaschine der Aufzuganlage
kann ebenfalls als ein Aktor angesehen werden. Durch eine entsprechende Ansteuerung
der Antriebsmaschine kann eine gewünschte Geschwindigkeit der Aufzugkabine eingestellt
oder die Aufzugkabine angehalten werden.
[0011] Die Auswertemodule werten die von den als Sensoren ausgeführten Feldgeräten gemessenen
Signale aus und überwachen damit die Personentransportanlage. Sobald ein unsicherer
Zustand, wie beispielsweise eine zu hohe Geschwindigkeit der Aufzugkabine oder eine
offene Tür der Aufzugkabine während sich die Aufzugkabine bewegt, erkannt wird, leitet
ein Auswertemodul durch Ansteuerung wenigstens eines als ein Aktor ausgeführtes Feldgerät
eine Sicherungsmassnahme ein. Ein Auswertemodul kann als eine Sicherheitsmassnahme
beispielsweise die Antriebsmaschine der Aufzuganlage so ansteuern, dass die Aufzugkabine
möglichst schnell angehalten wird. Sie kann als eine andere mögliche Sicherheitsmassnahme,
beispielsweise durch entsprechende Ansteuerung eines Relais, die Energieversorgung
der Antriebsmaschine unterbrechen, was zu einem abrupten Anhalten der Aufzugkabine
und gleichzeitig zur Aktivierung einer Bremseinrichtung führt. Ausserdem kann ein
Auswertemodul als eine weitere mögliche Sicherheitsmassnahme eine so genannte Fangeinrichtung
aktivieren, was ebenfalls zu einem abrupten Anhalten der Aufzugkabine und ausserdem
zu einer Kopplung mit einer fest im Aufzugschacht installierten Führungsschiene führt.
[0012] Die Auswertemodule und/oder die als Aktor ausgeführten Feldgeräte sind insbesondere
als so genannte sichere Einheiten ausgeführt. Unter einer sicheren Einheit soll hier
ein elektronisches Gerät verstanden werden, das zumindest den Sicherheits-Integritäts-
Level (Safety Integrity Level) SIL 3 der Norm DIN EN ISO 61508 erfüllt. Die Personentransportanlage
verfügt insbesondere über eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Personentransportanlage.
Diese ist insbesondere nicht als sichere Einheit ausgeführt. Es ist aber möglich,
dass die Steuerungseinrichtung und eines der Auswertemodule in einem gemeinsamen Gehäuse
angeordnet sind oder sogar mit einer gemeinsamen Platine ausgeführt sind, welche dann
einen sicheren und einen unsicheren Teil aufweist.
[0013] In Ausgestaltung der Erfindung sind das erste Auswertemodul und das zweite Auswertemodul
über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung miteinander verbunden. Unter einer "Punkt-zu-Punkt-Verbindung"
soll hier eine Kommunikationsverbindung verstanden werden, die nur das erste und das
zweite Auswertemodul kommunikationsmässig verbindet, ohne dass irgendein weiteres
Gerät an die Kommunikationsverbindung angeschlossen ist. Damit wird eine ungestörte
Kommunikation zwischen den beiden Auswertemodulen ermöglicht, die durch keinen weiteren
Kommunikationsteilnehmer gestört oder beeinflusst werden kann. Durch die minimale
Anzahl an Kommunikationsteilnehmern werden auch die Fehlermöglichkeiten minimiert,
die sich bei den Kommunikationsteilnehmern ergeben und die Kommunikationsverbindung
stören können. Damit wird eine besonders robuste Kommunikation zwischen den Auswertemodulen
und damit ein besonders sicherer Betrieb der Personentransportanlage ermöglicht. Falls
die Personentransportanlage ein drittes Auswertemodul aufweist, so ist dieses mit
einer weiteren exklusiven Kommunikationsverbindung in Form einer weiteren Punkt-zu-Punkt-Verbindung
mit dem ersten oder zweiten Auswertemodul verbunden. Dieses Auswertemodul leitet dann
die Signale des dritten Auswertemoduls an das andere Auswertemodul weiter. In dieser
Weise können noch weitere Auswertemodule angebunden werden.
[0014] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Auswertemodule dazu vorgesehen, alle Messdaten,
welche sie von als Sensoren ausgeführten Feldgeräten empfangen, über die exklusive
Kommunikationsverbindung untereinander auszutauschen. Damit liegen allen Auswertemodulen
alle Messdaten vor, so dass alle Auswertemodule dieselben Funktionen oder Überwachungen
durchführen können. Damit können Funktionen zwischen den Auswertemodulen besonders
einfach verschoben werden und Funktionen können in mehr als einem Auswertemodul durchgeführt
werden, was eine besonders effektive gegenseitige Überwachung der Auswertemodule ermöglicht.
Die Feldgeräte können neben den eigentlichen Messdaten, wie beispielsweise eine Position
der Aufzugkabine auch noch weitere Signale, wie beispielsweise Zustandsinformationen
senden. Diese weiteren Signale können, müssen aber nicht zwingend ebenfalls ausgetauscht
werden.
[0015] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Auswertemodule dazu vorgesehen, alle Steuerdaten,
welche sie an als Aktoren ausgeführte Feldgeräte ausgeben, über die exklusive Kommunikationsverbindung
untereinander auszutauschen. Damit wird eine besonders effektive gegenseitige Überwachung
der Auswertemodule ermöglicht, da das jeweils andere Auswertemodul die ausgegebenen
Steuerdaten überprüfen kann. Ausserdem kann so ein Auswertemodul auf eine Aktion eines
anderen Auswertemoduls reagieren, was eine aufeinander abgestimmte Aktion ermöglicht.
Wenn beispielsweise ein Auswertemodul die Fangbremse aktiviert, kann ein anderes Auswertemodul
die Energieversorgung der Antriebsmaschine der Aufzuganlage deaktivieren. Ohne die
Deaktivierung der Energieversorgung könnte es in einem ungünstigen Fall dazu kommen,
dass die Antriebsmaschine die Aufzugkabine trotz aktivierter Fangbremse bewegen will,
was zu Schädigungen an der Antriebsmaschine, der Fangbremse und/oder der Führungsschiene
führen kann.
[0016] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Auswertemodule über einen exklusiven Feldbus
miteinander verbunden. Feldbusse, also serielle Busse, wie beispielsweise CAN-Busse
ermöglichen eine sichere und schnelle Kommunikation. Darüber hinaus sind ausgereifte
Komponenten für Feldbusse in einer grossen Anzahl und zu vergleichsweise günstigen
Preisen auf dem Markt erhältlich, was eine robuste und gleichzeitig kostengünstige
Realisierung der exklusiven Kommunikationsverbindung ermöglicht. Die Übertragungsrate
des eingesetzten Feldbusses kann beispielsweise 125 kBaud betragen.
[0017] Die exklusive Kommunikationsverbindung kann auch auf eine andere, dem Fachmann als
sinnvoll erscheinende Weise ausgeführt sein. Sie kann beispielsweise auch als eine
Ethernet-Verbindung ausgeführt sein.
[0018] In Ausgestaltung der Erfindung ist der exklusive Feldbus als ein sicherer Feldbus
ausgeführt. Damit wird eine besonders sichere Datenübertragung und somit ein besonders
sicherer Betrieb der Personentransportanlage ermöglicht. Unter einem sicheren Feldbus
soll hier ein Feldbus verstanden werden, der zumindest den Sicherheits-Integritäts-
Level (Safety Integrity Level) SIL 3 der Norm DIN EN ISO 61508 erfüllt. Der Feldbus
kann beispielsweise als ein so genannter SafetyBUS p ausgeführt sein oder mit einem
CANopen-Safety-Protokoll betrieben werden.
[0019] In Ausgestaltung der Erfindung ist eine erste Gruppe von Feldgeräten dem ersten Auswertemodul
und eine zweite Gruppe von Feldgeräten dem zweiten Auswertemodul zugeordnet. Die erste
Gruppe von Feldgeräten und das erste Auswertemodul stehen über einen ersten, die zweite
Gruppe von Feldgeräten und das zweite Auswertemodul über einen zweiten Feldbus in
Signalverbindung. Die Feldgeräte einer Gruppe sind dabei insbesondere räumlich in
der Nähe des jeweiligen Auswertemoduls angeordnet. Die beiden, jeweils einem Auswertemodul
zugeordneten Feldbusse ermöglichen eine flexible, kostengünstige, schnelle und sichere
Kommunikation zwischen dem Auswertemodul und den ihm zugeordneten Feldgeräten. Die
exklusive Kommunikationsverbindung zwischen den Auswertemodulen ermöglicht dazu noch
den oben beschriebenen sicheren Betrieb der Personentransportanlage, welcher bei einer
Zusammenfassung der beiden Feldbusse zu einem gemeinsamen, komplexen Feldbus nicht
gewährleistet wäre. Die Auswertemodule können auch dazu vorgesehen sein, dass sie
direkt und nicht über einen Feldbus mit einem oder mehreren Feldgeräten verbunden
sind.
[0020] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Auswertemodule dazu vorgesehen, eine Übertragung
von Datenpaketen zwischen den Auswertemodulen zu überwachen und bei Überschreiten
einer ersten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang eines ersten Datenpakets ohne den
Empfang eines zweiten Datenpakets eine Sicherheitsmassnahme einzuleiten. Damit kann
eine Unterbrechung der exklusiven Kommunikationsverbindung sicher erkannt werden.
Die Auswertemodule können insbesondere dazu vorgesehen sein, Signale und damit Datenpakete
zyklisch, das heisst in festen Abständen über die exklusive Kommunikationsverbindung
zu senden. Die genannten Abstände können beispielsweise 5 bis 15 ms, insbesondere
10 ms betragen. Wird nach dem Empfangen eines Datenpakets nicht innerhalb der ersten
Zeitdauer-Obergrenze, die beispielsweise 10- 30%, insbesondere 20% länger als der
vorgesehene Abstand sein kann, das nächste Datenpaket vom entsprechenden Auswertemodul
empfangen, so löst das Auswertemodul eine Sicherheitsmassnahme ein.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung verfügt ein als Aktor ausgeführtes Feldgerät über
eine Aktor-Steuerungseinrichtung. Diese ist dazu vorgesehen, einen Empfang von Steuerdaten
zu überwachen und bei Überschreiten einer zweiten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang
von ersten Steuerdaten ohne den Empfang von zweiten Steuerdaten eine Sicherheitsmassnahme
einzuleiten. Damit kann eine Unterbrechung einer Signalverbindung zwischen dem den
Aktor ansteuernden Auswertemodul und dem Aktor sicher erkannt und eine entsprechende
Sicherheitsmassnahme eingeleitet werden. Die Sicherheitsmassnahme besteht insbesondere
darin, dass der Aktor eine Position einnimmt, die die Personentransportanlage in einen
möglichst sicheren Zustand bringt. Ist der betreffende Aktor beispielsweise für die
Auslösung der Fangbremse vorgesehen, so aktiviert die Aktor-Steuerungseinrichtung
mittels des Aktors die Fangbremse. Die Auswertemodule sind insbesondere dazu vorgesehen,
Steuerdaten zyklisch, das heisst in festen Abständen an die Aktor-Steuerungseinrichtung
zu senden. Falls sich die Steuerdaten nicht ändern, werden mehrfach dieselben Steuerdaten
gesendet. Die genannten Abstände können beispielsweise 5 bis 15 ms, insbesondere 10
ms betragen. Wird nach dem Empfangen von Steuerdaten nicht innerhalb der zweiten Zeitdauer-Obergrenze,
die beispielsweise 10- 30%, insbesondere 20% länger als der vorgesehene Abstand sein
kann, die nächsten Steuerdaten vom Aktor-Steuerungseinrichtung empfangen, so löst
die Aktor-Steuerungseinrichtung eine Sicherheitsmassnahme aus.
[0022] In Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein als Aktor ausgeführtes Feldgerät
von mehr als einem Auswertemodul ansteuerbar. Damit können Funktionen zwischen den
Auswertemodulen besonders einfach ausgetauscht werden. Die Ansteuerung kann beispielsweise
über eine direkte Verbindung zwischen einem Auswertemodul und dem Aktor erfolgen.
Es ist aber auch möglich, dass ein Auswertemodul eine entsprechende Anforderung an
ein anderes Auswertemodul sendet, welches die Anforderung dann umsetzt oder im einfachsten
Fall die entsprechenden Steuerdaten an den Aktor weiterleitet. Es sind insbesondere
alle Aktoren so ausgeführt, dass sie von mehr als einem Auswertemodul ansteuerbar
sind.
[0023] In Ausgestaltung der Erfindung ist das von mehr als einem Auswertemodul ansteuerbare
als Aktor ausgeführte Feldgerät so ausgeführt, dass es beim Empfang von unterschiedlichen,
insbesondere widersprüchlichen Steuersignalen von unterschiedlichen Auswertemodulen
einen vorbestimmten Status einnimmt. Der vorbestimmte Status bringt die Personentransportanlage
insbesondere in den sichersten Status, den der betreffende Aktor aktivieren oder einstellen
kann. Dies ermöglicht einen besonders sicheren Betrieb der Personentransportanlage.
Ist der betreffende Aktor beispielsweise für die Auslösung der Fangbremse vorgesehen,
so aktiviert die Aktor-Steuerungseinrichtung mittels des Aktors die Fangbremse. Erhält
er von einem Auswertemodul Steuerdaten, die Fangbremse deaktiviert zu lassen und von
einem anderen Auswertemodul Steuerdaten, die Fangbremse zu aktivieren, dann wird der
Aktor die Fangbremse aktivieren, da das sofortige Anhalten der Aufzugkabine sicherer
ist als eine weitere Bewegung der Aufzugkabine zuzulassen.
[0024] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Auswertemodule dazu vorgesehen, sich gegenseitig
zu überwachen und bei Feststellen von Fehlfunktionen eines Auswertemoduls eine Sicherheitsmassnahme
einzuleiten. Dies ermöglicht einen besonders sicheren Betrieb der Personentransportanlage.
Für die gegenseitige Überwachung führen die Auswertemodule zumindest einige Funktionen
parallel aus und vergleichen die Ergebnisse, beispielsweise in Form von Steuerdaten
an Aktoren. Weichen die Steuerdaten voneinander ab, so besteht zumindest der Verdacht,
dass ein Fehler vorliegen könnte. In diesem Fall leitet das die Abweichung feststellende
Auswertemodul sofort eine Sicherheitsmassnahme ein.
[0025] In Ausgestaltung der Erfindung weist die Personentransportanlage ein drittes Auswertemodul
auf, welches über die exklusive Kommunikationsverbindung mit dem ersten Auswertemodul
und dem zweiten Auswertemodul verbunden ist. Insbesondere ist die Personentransportanlage
als eine Aufzuganlage ausgeführt und das erste Auswertemodul in einem Schachtkopf,
das zweite Auswertemodul an einer Aufzugkabine und das dritte Auswertemodul in einer
Schachtgrube angeordnet. Damit können alle Feldgeräte mit möglichst kurzen und damit
wenig fehleranfälligen Verbindungen mit einem Auswertemodul verbunden werden. Dies
ermöglicht einen besonders sicheren Betrieb der Personentransportanlage. Wenn die
exklusive Kommunikationsverbindung als ein Feldbus ausgeführt ist, sind die drei Auswertemodule
Busteilnehmer.
[0026] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen,
in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen
sind.
[0027] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine stark vereinfachte und schematisierte Darstellung einer Personentransportanlage
in Form einer Aufzuganlage mit einem Aufzugschacht und einer Aufzugkabine,
- Fig. 2
- ein schematisiertes Blockdiagramm von signalverbundenen Auswertemodulen und Feldgeräten
der Aufzuganlage aus Fig. 1 und
- Fig. 3
- ein schematisiertes Blockdiagramm von signalverbundenen Auswertemodulen und Feldgeräten
einer Aufzuganlage gemäss einem zweiten Ausführungsbeispiel.
[0028] Gemäss Fig. 1 weist eine Personentransportanlage in Form einer Aufzuganlage 10 über
einen Aufzugschacht 11, in dem eine Aufzugkabine 12 von einer Antriebsmaschine 13
auf und ab bewegt werden kann. Die Antriebsmaschine 13 ist im oberen Bereich des Aufzugschachts
11 im so genannten Schachtkopf 16 angeordnet und wirkt auf ein Tragmittel 14, welche
die Aufzugkabine 12 mit einem Gegengewicht 15 verbindet. Im unteren Bereich des Aufzugschachts
11, der so genannten Schachtgrube 17 ist ein erster Puffer 18 für die Aufzugkabine
12 und ein zweiter Puffer 19 für das Gegengewicht 15 angeordnet. Ausserdem ist in
der Schachtgrube 17 eine Leiter 20 aufbewahrt, mittels welcher ein nicht dargestellter
Monteur oder Servicemitarbeiter von einem unteren Stockwerk 21 über eine untere Schachtöffnung
22 in die Schachtgrube 17 hinuntersteigen kann. Oberhalb des unteren Stockwerks 21
ist ein oberes Stockwerk 23 mit einer oberen Schachtöffnung 24 angeordnet. In der
unteren Schachtöffnung 22 ist eine untere Schachttür 25 und in der oberen Schachtöffnung
24 eine obere Schachttür 26 angeordnet. Die beiden Schachttüren 25, 26 können gemeinsam
mit einer an der Aufzugkabine 12 angeordneten Kabinentür 27 geöffnet und geschlossen
werden und so den Zugang in die Aufzugkabine 12 von einem entsprechenden Stockwerk
her zulassen oder versperren.
[0029] Die Aufzuganlage 10 wird von einer im Schachtkopf 16 angeordneten Steuerungseinrichtung
31 angesteuert. Die Steuerungseinrichtung 31 steuert insbesondere die Antriebsmaschine
13 und einen nicht dargestellten Türantrieb zum Öffnen und Schliessen der Kabinentür
27 und der entsprechenden Schachttür 25, 26 an.
[0030] Ausserdem ist im Schachtkopf 16 ein erstes Auswertemodul 32 angeordnet, welches zusammen
mit einem an der Aufzugkabine 12 angeordneten, zweiten Auswertemodul 33 eine Sicherheits-Steuerungseinrichtung
bildet. Die Auswertemodule 32, 33 sind damit innerhalb der Aufzuganlage 10 räumlich
verteilt angeordnet. Beide Auswertemodule 32, 33 überwachen jeweils einen sicheren
Betrieb der Aufzuganlage 10 und leiten bei Erkennen eines unsicheren Zustands der
Aufzuganlage 10 eine Sicherungsmassnahme ein. Die beiden Auswertemodule 32, 33 sind
als so genannte sichere Einheiten ausgeführt.
[0031] Zum Bereitstellen von Messdaten als Basis für die Überwachung des sicheren Betriebs
der Aufzuganlage 10 sind räumlich innerhalb der Aufzuganlage 10 als Sensoren ausgeführte
Feldgeräte angeordnet. In der Schachtgrube ist ein Leiter-Schalter 34 angeordnet,
der erkennt, ob die Leiter 20 sicher befestigt ist. An der unteren Schachttür 25 ist
ein unterer Schachttürschalter 35 angeordnet, mittels welchem feststellbar ist, ob
die untere Schachttür 25 sicher geschlossen ist. Ein entsprechender oberer Schachttürschalter
36 ist an der oberen Schachttür 26 angeordnet. An der Kabinentür 27 ist ein Kabinentürschalter
37 angeordnet, mittels welchem feststellbar ist, ob die Kabinentür 27 sicher geschlossen
ist. Darüber hinaus ist an der Aufzugkabine 12 ein Positionssensor 29 angeordnet,
welcher mittels eines im Aufzugschacht 11 von unten nach oben verlaufenden Magnetbands
30 eine absolute Position der Aufzugkabine 12 innerhalb des Aufzugschachts 11 bestimmen
kann. Die Position der Aufzugkabine innerhalb des Aufzugschachts kann auch auf eine
andere Weise ermittelt werden. Die Aufzuganlage kann zusätzlich über weitere Sensoren,
wie beispielsweise Endschalter und/oder Sensoren zur Überwachung der Puffer 18, 19
verfügen.
[0032] Zur Umsetzung der genannten Sicherungsmassnahmen sind räumlich innerhalb der Aufzuganlage
10 als Aktoren ausgeführte Feldgeräte angeordnet. An der Aufzugkabine 12 ist im unteren
Bereich eine an sich bekannte Fangeinrichtung 28 angeordnet, welche mit einer nicht
dargestellten und im Aufzugschacht 16 fest verankerten Führungsschiene zusammenwirkt
und damit die Aufzugkabine 12 innerhalb des Aufzugschachts 11 fixieren kann. An der
Antriebsmaschine 13 ist eine an sich bekannte Antriebsbremse 38 angeordnet, welche
zumindest auf ein Bauteil der Antriebsmaschine 13 wirkt und die Antriebsmaschine 13
abbremsen und anhalten kann. Darüber hinaus kann die Antriebsmaschine 13 ebenfalls
als ein Aktor angesehen werden, da die Antriebsmaschine 13 so angesteuert werden kann,
dass die Aufzugkabine 12 abgebremst und angehalten werden kann. Die Ansteuerung der
Antriebsmaschine 13 wird im Weiteren nicht weiter betrachtet.
[0033] Die Steuerungseinrichtung 31, die Auswertemodule 32, 33 und die genannten Feldgeräte
stehen in Signalverbindung zueinander. Diese Signalverbindungen sind aus Übersichtlichkeitsgründen
in der Fig. 1 nicht dargestellt und werden in Verbindung mit der Fig. 2 erläutert.
[0034] Gemäss Fig. 2 ist das erste Auswertemodul 32 über eine exklusive Kommunikationsverbindung
39 mit dem zweiten Auswertemodul 33 verbunden. Die exklusive Kommunikationsverbindung
39 ist in diesem Fall als ein Feldbus, im Speziellen als ein CAN-Bus ausgeführt, der
mit dem sicheren Protokoll CANopen-Safety-Protokoll betrieben wird. Es handelt sich
also um einen sicheren Feldbus. Die exklusive Kommunikationsverbindung kann auch mit
einem anderen, auch nicht sicheren Protokoll betrieben werden, als ein anderer Feldbus
oder in einer anderen Art ausgeführt sein.
[0035] Die Auswertemodule 32, 33 senden und empfangen zyklisch, also in einem festen Takt
von beispielsweise 10 ms Daten in Form von Datenpaketen über die exklusive Kommunikationsverbindung
39. Sie überwachen die Übertragung der Datenpakete und leiten bei Überschreiten einer
ersten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang eines ersten Datenpakets ohne den Empfang
eines zweiten Datenpakets eine Sicherheitsmassnahme ein, indem die Fangeinrichtung
28 aktiviert wird.
[0036] Die eine exklusive Kommunikationsverbindung 39 verbindet die beiden Auswertemodule
32, 33 mit einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung, so dass keine anderen Geräte an den exklusiven
CAN-Bus angeschlossen sind.
[0037] Das erste Auswertemodul 32 ist ausserdem über einen ersten Feldbus 40 mit dem Leiter-Schalter
34, dem unteren Schachttürschalter 35, dem oberen Schachttürschalter 36 und einer
Aktor-Steuerungseinrichtung 41 der Antriebsbremse 38 verbunden, welche zusammen eine
erste Gruppe 42 von Feldgeräten bilden. Die als Sensoren ausgeführten Feldgeräte senden
Messdaten über den ersten Feldbus 40 an das erste Auswertemodul 32. Der Leiter-Schalter
34 sendet als Messdaten die Information, ob die Leiter 20 sicher im Aufzugschacht
11 befestigt ist. Die beiden Schachttürschalter 35, 36 senden als Messdaten die Information,
ob die ihnen zugeordnete Schachttür 25, 26 sicher geschlossen ist. Das erste Auswertemodul
32 sendet an die Aktor-Steuerungseinrichtung 41 der Antriebsbremse 38 Steuerdaten
in Form eines Soll-Zustands der Antriebsbremse 38, der entsprechend eingestellt wird.
Das erste Auswertemodul 32 sendet zyklisch, also in einem festen Takt von beispielsweise
10 ms Steuerdaten an die Aktor-Steuerungseinrichtung 41 der Antriebsbremse 38. Die
Aktor-Steuereinrichtung 41 überwacht den Empfang der Steuerdaten und leitet nach Überschreiten
einer zweiten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang von ersten Steuerdaten ohne den
Empfang von zweiten Steuerdaten eine Sicherheitsmassnahme ein, indem es die Antriebsbremse
38 aktiviert.
[0038] Zusätzlich ist das erste Auswertemodul 32 mit der Steuerungseinrichtung 31 verbunden
und tauscht mit dieser Daten aus. Dieser Datenaustausch ist hier nicht weiter von
Interesse und wird deshalb nicht näher beschrieben.
[0039] Das zweite Auswertemodul 33 ist über einen zweiten Feldbus 43 mit einer Aktor-Steuerungseinrichtung
44 der Fangbremse 28, dem Positionssensor 29 und dem Kabinentürschalter 37 verbunden,
welche zusammen eine zweite Gruppe von Feldgeräten 45 bilden. Der Positionssensor
29 sendet als Messdaten die erfasste Position der Aufzugkabine 12. Der Kabinentürschalter
37 sendet als Messdaten die Information, ob die Kabinentür 27 sicher geschlossen ist.
Das zweite Auswertemodul 33 sendet an die Aktor-Steuerungseinrichtung 44 der Fangbremse
28 Steuerdaten in Form eines Soll-Zustands der Fangbremse 28, der entsprechend eingestellt
wird. Die Aktor-Steuerungseinrichtung 44 der Fangbremse 28 überwacht analog zur Aktor-Steuerungseinrichtung
41 der Antriebsbremse 38 den Empfang der Steuerdaten und aktiviert bei Ausbleiben
von Steuerdaten die Fangbremse 28.
[0040] Die Auswertemodule 32, 33 können auch als Aktor ausgeführte Feldgeräte ansteuern,
mit denen sie nicht direkt verbunden sind. In dem dargestellten Fall kann also das
erste Auswertemodul 32 auch die Fangbremse 28 und das zweite Auswertemodul 33 auch
die Antriebsbremse 38 ansteuern. Dazu kann das jeweilige Auswertemodul 32, 33 entsprechende
Steuerdaten über die exklusive Kommunikationsverbindung 39 und das andere Auswertemodul
an den Aktor senden, wobei das andere Auswertemodul die Steuerdaten nur durchleitet.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass das jeweilige Auswertemodul 32, 33 eine
entsprechende Anforderung über die exklusive Kommunikationsverbindung 39 und das andere
Auswertemodul sendet, welche dieses dann in entsprechende Steuerdaten an den Aktor
umsetzt.
[0041] Die Aktoren in Form der Antriebsbremse 38 und der Fangbremse 28 und im Speziellen
die ihnen zugeordneten Aktor-Steuerungseinrichtungen 41, 44 sind dabei so ausgeführt,
dass sie beim Empfang von unterschiedlichen Steuerdaten jeweils einen vorbestimmten
Status einnehmen. In dem beschriebenen Fall geht sowohl die Antriebsbremse 38, als
auch die Fangbremse 28 in den aktivierten Zustand und hält damit die Aufzugkabine
12 sofort an.
[0042] Die Auswertemodule 32, 33 tauschen über die exklusive Kommunikationsverbindung 39
alle genannten Messdaten der Feldgeräte und auch die an die Feldgeräte ausgegebenen
Steuerdaten aus und überwachen sich gegenseitig. Sobald eines der beiden Auswertemodule
32, 33 eine Fehlfunktion des jeweils anderen Auswertemoduls feststellt, leitet es
eine Sicherungsmassnahme ein.
[0043] Beispielsweise ist das erste Auswertemodul 32 in erster Linie dafür verantwortlich,
dass die Aufzugkabine 12 nur dann verfahren wird, wenn die Kabinentür 27 und die Schachttüren
25, 26 sicher verschlossen sind. Wird während der Fahrt der Aufzugkabine 12 eine offene
Tür erkannt, so aktiviert das erste Auswertemodul 32 sofort die Antriebsbremse 38.
Da dem zweiten Auswertemodul 33 wie beschrieben ebenfalls sämtliche Messdaten zu Verfügung
stehen, kann es dieselbe Überprüfung ebenfalls durchführen. Stellt es einen Fehler
fest, ohne dass das erste Auswertemodul 32 darauf reagiert, so wertet es dies als
eine Fehlfunktion des ersten Auswertemoduls 32 und leitet selbst eine Sicherungsmassnahme
ein. Das zweite Auswertemodul 33 steuert dazu über die exklusive Kommunikationsverbindung
39 die Antriebsbremse 38 an. Reagiert die Antriebsbremse 38 nicht entsprechend, aktiviert
es die Fangbremse 28.
[0044] In Fig. 3 ist ein schematisiertes Blockdiagramm von signalverbundenen Auswertemodulen
und Feldgeräten einer Aufzuganlage gemäss einem zweiten Ausführungsbeispiel dargestellt.
Gleiche oder gleichwirkende Teile sind mit gegenüber den Fig. 1 und 2 um 100 erhöhten
Bezugszeichen gekennzeichnet. Da sich der Aufbau und die Funktionsweise gegenüber
dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 und 2 nur wenig unterscheidet, wird im Folgenden
nur auf die Unterschiede eingegangen. Die Ausführungen zu den einzelnen Teilen der
Aufzuganlage im Zusammenhang mit den Fig. 1 und 2 gelten damit, sofern nichts Anderes
ausgeführt ist, auch für die Teile gemäss Fig. 3.
[0045] Gemäss Fig. 3 ist neben dem ersten Auswertemodul 132 und dem zweiten Auswertemodul
133 ein drittes Auswertemodul 146 vorgesehen, das in der Schachtgrube des Aufzugschachts
angeordnet ist. Das dritte Auswertemodul 146 ist über die exklusive Kommunikationsverbindung
139 in Form eines CAN-Busses mit den beiden anderen Auswertemodulen 132, 133 verbunden.
Über die exklusive Kommunikationsverbindung 139 tauschen die drei Auswertemodule 132,
133, 146 alle Messdaten und Steuerdaten aus.
[0046] Der Leiter-Schalter 134 ist im Gegensatz zur Ausführung gemäss Fig. 2 nicht mit dem
zweiten Auswertemodul 133, sondern mit dem dritten, näherliegenden Auswertemodul 146
verbunden.
[0047] Zusätzlich ist die Aktor-Steuerungseinrichtung 141 der Antriebsbremse 138 direkt
und nicht über den ersten Feldbus 140 mit dem ersten Auswertemodul 132 verbunden.
[0048] Ausserdem ist der Positionssensor 129 direkt und nicht über den zweiten Feldbus 143
mit dem zweiten Auswertemodul 133 verbunden.
[0049] Das dritte Auswertemodul 146 kann ebenfalls eine Sicherungsmassnahme, wie die Aktivierung
der Fangbremse 128 oder der Antriebsbremse einleiten und überwacht die beiden anderen
Auswertemodule 132, 133 wie oben beschrieben. Das dritte Auswertemodul 146 aktiviert
beispielsweise die Antriebsbremse 138, wenn die Leiter nicht sicher in der Schachtgrube
fixiert ist.
[0050] Abschließend ist daraufhinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend",
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind
nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Personentransportanlage aufweisend,
- ein erstes Auswertemodul (32, 132) und ein zweites Auswertemodul (33, 133), welche
innerhalb der Personentransportanlage (10) räumlich verteilt angeordnet sind und miteinander
in Signalverbindung stehen und
- Feldgeräte (28, 29, 34, 35, 36, 37, 38; 129, 134, 138), welche innerhalb der Personentransportanlage
(10) räumlich verteilt angeordnet sind und jedes Feldgerät (28, 29, 34, 35, 36, 37,
38; 129, 134, 138) mit zumindest einem der Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146)
in Signalverbindung steht,
wobei jedes Auswertemodul (32, 33; 132, 133, 146) dafür vorgesehen ist, auf Basis
von gemessenen Signalen der Feldgeräte (29, 34, 35, 36, 37, 129, 134) einen Betrieb
der Personentransportanlage (10) zu überwachen und bei Erkennen eines unsicheren Zustands
der Personentransportanlage (10) durch Ansteuerung wenigstens eines Feldgeräts (28,
38; 138) eine Sicherungsmassnahme einzuleiten,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) über eine exklusive Kommunikationsverbindung
(39, 139) miteinander verbunden sind.
2. Personentransportanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Auswertemodul (32) und das zweite Auswertemodul (33) über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
miteinander verbunden sind.
3. Personentransportanlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) dazu vorgesehen sind, alle Messdaten, welche
sie von als Sensoren ausgeführten Feldgeräten (29, 34, 35, 36, 37, 129, 134) empfangen,
über die exklusive Kommunikationsverbindung (39, 139) untereinander auszutauschen.
4. Personentransportanlage nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) dazu vorgesehen sind, alle Steuerdaten,
welche sie an als Aktoren ausgeführte Feldgeräte (28, 38; 138) ausgeben, über die
exklusive Kommunikationsverbindung (39, 139) untereinander auszutauschen.
5. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) über einen exklusiven Feldbus (39, 139)
miteinander verbunden sind.
6. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der exklusive Feldbus (39, 139) als ein sicherer Feldbus ausgeführt ist.
7. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine erste Gruppe (42) von Feldgeräten (34, 35, 36, 38) dem ersten Auswertemodul
(32) zugeordnet ist,
- eine zweite Gruppe (44) von Feldgeräten (28, 29, 37) dem zweiten Auswertemodul zugeordnet
ist,
- die erste Gruppe (42) von Feldgeräten (34, 35, 36, 38) und das erste Auswertemodul
(32) über einen ersten Feldbus (40, 140) in Signalverbindung stehen und
- die zweite Gruppe (45) von Feldgeräten (28, 29, 37) und das zweite Auswertemodul
(33) über einen zweiten Feldbus (43, 143) in Signalverbindung stehen.
8. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) dazu vorgesehen sind, eine Übertragung
von Datenpaketen zwischen den Auswertemodulen (32, 33; 132, 133, 146) zu überwachen
und bei Überschreiten einer ersten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang eines ersten
Datenpakets ohne den Empfang eines zweiten Datenpakets eine Sicherheitsmassnahme einzuleiten.
9. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein als ein Aktor ausgeführtes Feldgerät (28, 38, 138) über eine Aktor-Steuerungseinrichtung
(41, 44) verfügt, welche dazu vorgesehen ist, einen Empfang von Steuerdaten zu überwachen
und bei Überschreiten einer zweiten Zeitdauer-Obergrenze nach dem Empfang von ersten
Steuerdaten ohne den Empfang von zweiten Steuerdaten eine Sicherheitsmassnahme einzuleiten.
10. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein als Aktor (28, 38, 138) ausgeführtes Feldgeräte von mehr als einem Auswertemodul
(32, 33; 132, 133, 146) ansteuerbar ist.
11. Personentransportanlage nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das von mehr als einem Auswertemodul (32, 33; 132, 133, 146) ansteuerbare als Aktor
ausgeführte Feldgerät (28, 38, 138) so ausgeführt ist, dass es beim Empfang von unterschiedlichen
Steuersignalen von unterschiedlichen Auswertemodulen (32, 33; 132, 133, 146) einen
vorbestimmten Status einnimmt.
12. Personentransportanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswertemodule (32, 33; 132, 133, 146) dazu vorgesehen sind, sich gegenseitig
zu überwachen und bei Feststellen von Fehlfunktionen eines Auswertemoduls (32, 33;
132, 133, 146) eine Sicherheitsmassnahme einzuleiten.
13. Personentransportanlage nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
ein drittes Auswertemodul (146), welches über die exklusive Kommunikationsverbindung
(139) mit dem ersten Auswertemodul (132) und dem zweiten Auswertemodul (133) verbunden
ist.
14. Personentransportanlage nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Auswertemodul (132) in einem Schachtkopf (16),
das zweite Auswertemodul (133) an einer Aufzugkabine (12) und das dritte Auswertemodul
(146) in einer Schachtgrube (17) angeordnet sind.