GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine als Schubelement ausgebildete Vorrichtung zum Bewehren
einer Betondecke gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1, 3 und 5. Demnach umfasst ein
solches Schubelement einen eine Oberseite und eine Unterseite, eine radiale Außenfläche
und eine Rohrachse aufweisenden rohrförmigen Körper zum wahlweisen Durchführen von
mindestens einem Strang, wie mindestens ein Kabels, eine Rohrleitung oder dergleichen,
quer zur Betondecke. Der rohrförmige Körper weist mindestens ein, die radiale Außenfläche
des rohrförmigen Körpers umlaufend überragendes kragenförmiges Verankerungselement
auf. Vorzugsweise umläuft das Verankerungselement die radiale Außenfläche des rohrförmigen
Körpers ohne Unterbrechung. Ein solches Schubelement dient insbesondere gegen das
Durchstanzen der Betondecke im Bereich ihrer Auflage, wie einer Stütze.
TECHNOLOGISCHER HINTERGRUND
[0002] Derartige Schubelemente sind grundsätzlich bekannt, insbesondere aus der
DE 199 37 414 A1, wie anhand der Figur 1 (Stand der Technik) nachfolgend erläutert werden soll: Eine
auf einer Stütze 4' (Fig. 1) aufliegende Betondecke 3' ist bauseitig mit einer Biegezugbewehrung
5' versehen und weist im stütznahen Bereich ein Rohr 2' auf, das die Betondecke 3'
von ihrer Oberseite bis zu ihrer Unterseite durchdringt und an ihren Stirnenden mit
das Rohr 2' außen überragenden Wulsten 1' versehen ist, um die Querkraftbeanspruchung
der Deckenplatte über Kontaktpressung zwischen den Wulsten 1' und dem umliegenden
Beton über eine kraftschlüssige Verbindung des Rohres 2' mit den Wulsten 1' in das
Rohr 2' einzuleiten. Das Rohr 2' soll dadurch in Richtung seiner Achse eine Zugbeanspruchung
erfahren. Durch das rohrförmige mit Wulsten versehene Bauelement soll der angrenzende
Beton umschnürt und einem Durchstanzen der Stütze durch die Decke entgegengewirkt
werden. Durch das Rohr 2' können verschiedenste Stränge wie solche der Haustechnik
hindurchgeführt werden, seien es fluidführende Leitungen, Kabelstränge, Kabelführungsrohre
und dergleichen.
[0003] Es hat sich herausgestellt, dass bei derartigen, Strangdurchführungen gestattenden
Bauelementen die Qualität des umgebenden Betons, u. A. entmischungsbedingt, schlechter
als in der übrigen Betondecke ist, insbesondere die Druckfestigkeit des Betons von
verminderter Qualität ist. Dadurch erfährt die Betondecke im Bereich des Bauelementes
eine Schwächung, die das Bauelement eigentlich verhindern sollte.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein einen rohrförmigen
Körper aufweisendes Schubelement zur Bewehrung einer Betondecke zu schaffen, welches
auch in seiner unmittelbaren Umgebung das Herstellen einer Betondecke mit hoher Betonqualität,
insbesondere Druckfestigkeit des Betons, gestattet.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein gattungsgemäßes Schubelement mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Demnach ist vorgesehen, dass das mindestens eine, den
rohrförmigen Körper umlaufend überragende kragenförmige Verankerungselement auf mindestens
seiner der Unterseite des rohrförmigen Körpers zugewandten Seite, zumindest am Übergang
zur Außenfläche des rohrförmigen Körpers, mit der Außenfläche des rohrförmigen Körpers
einen Winkel α zwischen 91° und 150° bildet. Der Winkel α beträgt vorzugsweise zwischen
95° und 125° und ganz besonders bevorzugt zwischen 100° und 110°.
[0006] Umfangreiche Versuche haben ergeben, dass die eingangs erwähnte Verminderung der
Betonqualität im Bereich eines gattungsgemäßen Schubelementes u. A. auf einer Veränderung
des Mischungsverhältnisses zwischen dem Zement, dem zementumgebenen Sand/Kies und
dem Anmachwasser, also auf einer Entmischung, beruht. Diese Mischungsverschiebungen
werden durch die erfindungsgemäße Maßnahme weitestgehend bis völlig unterbunden.
[0007] Das Verankerungselement kann auf seiner der Unterseite des rohrförmigen Körpers zugewandten
Seite insgesamt einen Winkel α zwischen 91° und 150° bilden (Fig. 3) oder lediglich
an seinem Übergang zur Außenfläche des rohrförmigen Körpers, wobei im Sinne der Erfindung
mit dem Übergang eine Übergangszone verstanden wird. Als Übergang zur Außenfläche
des rohrförmigen Körpers, bei dem dieser Übergang mit der Außenfläche einen Winkel
α zwischen 91° und 150° bildet, kann u. A. eine umlaufende, insbesondere umlaufend
geschlossene, Verformungszone des rohrförmigen Körpers, wie z.B. in Fig. 4A, 4B, vorgesehen
sein.
[0008] Nach einer Ausführungsform der Erfindung gemäß Anspruch 3 (von eigenständig erfinderischer
Bedeutung), beträgt bei einem gattungsgemäßen Schubelement das Flächenverhältnis der
in Achsrichtung gesehenen Projektionsfläche des kragenförmigen Verankerungselementes
zur in Achsrichtung gesehenen Projektionsfläche (Querschnittfläche) des rohrförmigen
Körpers 1 bis 20, vorzugsweise 3 bis 10, und besonders bevorzugt 7,5 bis 8,5. Dadurch
wird alternativ oder kumulativ zu den Merkmalen des Anspruchs 1 eine ausgezeichnete
Querkraftbewehrung der Betondecke durch das Schubelement erreicht. Das innerhalb der
Bandbreiten (der Wertebereiche) der Flächenverhältnisse konkret bevorzugte Flächenverhältnis
wird, vorzugsweise, in Abhängigkeit von der Zugfestigkeit des rohrförmigen Körpers
und/oder des Verankerungselementes und/oder in Abhängigkeit von dem Durchmesser des
rohrförmigen Körpers und/oder in Abhängigkeit von der jeweiligen Betonqualität ausgewählt.
Es kann bei einer relativ hohen Zugfestigkeit und/oder bei einem relativ großen Durchmesser
des rohrförmigen Körpers und/oder bei relativ geringer Betonqualität relativ groß
sein.
[0009] Die Wirksamkeit des Verankerungselementes wird verbessert, wenn sein Abstand (a)
von der benachbart gelegenen Ober- bzw. Unterseite (2C bzw. 2B) des rohrförmigen Körpers
1 cm bis 5 cm, vorzugsweise 2 cm bis 4 cm, beträgt.
[0010] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung gemäß Anspruch 5 (von eigenständig
erfinderischer Bedeutung) weist der rohrförmige Körper an zumindest einem seiner Stirnenden
ein das betreffende Stirnende, vorzugsweise nach axial außen überragendes, Verschlusselement
zum Verschließen der Rohröffnung auf. Es hat sich herausgestellt, dass die Planung
von Leitungsdurchführungen durch Betondecken schwierig ist. Um eine möglichst variable
Anordnung der Leitungsdurchführungen zu gewährleisten, wird daher vorgeschlagen, die
gattungsgemäßen Schubelemente nur im tatsächlichen Bedarfsfall zur Leitungsdurchführung
zu öffnen, sie also zunächst verschlossen zu halten und nur im letztendlich festgestellten
Bedarfsfall zu öffnen. Dies gestattet den Einsatz einer Vielzahl von Schubelementen
im stütznahen Bereich ohne Schwächung der Betondecke.
[0011] Besonders bevorzugt überragt das Verschlusselement das betreffende Stirnende des
rohrförmigen Körpers nach axial außen hin. Dadurch bleiben die Stirnenden der rohrförmigen
Körper in einem vorgebbaren Abstand von der Betondeckenoberfläche entfernt. Dies hat
eine weitere Verbesserung der Betonqualität, insbesondere der Druckfestigkeit des
Betons in unmittelbarer Umgebung des Schubelementes zur Folge. Die axiale Distanz
mit der das Verschlusselement die Rohröffnung zur Betondeckenoberfläche hin überragt,
beträgt vorzugsweise 1 cm bis 5 cm und besonders bevorzugt 2 cm bis 4cm.
[0012] Das Verschlusselement kann aus verschiedenen Materialien hergestellt sein, insbesondere
aus Kunststoff, und/oder aus feuerhemmendem Material bestehen. Insbesondere kann das
Verschlusselement einen Distanzhalter aufweisen. Ein solcher Distanzhalter kann die
Gestalt eines Pilotfortsatzes und/oder eines Positionierungsfortsatzes aufweisen.
Beide dienen der Distanzhaltung zur unteren Betondeckenschalung bzw. zur oberen Betondeckenoberfläche
hin. Im Falle der Ausbildung als Pilotfortsatz dient derselbe dem Wiederfinden der
Position des Schubelementes nach dem Gießen der Betondecke. Dies kann durch eine auffällige
Farbe des Pilotfortsatzes noch unterstützt werden. Positionierungsfortsätze sind besonders
auf der Unterseite des Schubelementes von Vorteil und können die bevorzugt rechtwinklige
Ausrichtung zur Schalung der Betondecke vereinfachen.
[0013] Wenn das Verschlusselement aus feuerhemmendem Material besteht oder eine feuerhemmende
Materialzone aufweist und/oder das Verschlusselement mit feuerhemmendem Material ganz
oder teilweise ausgefüllt ist, wird dadurch eine Verminderung des Brandrisikos im
Bereich der für Leitungsdurchführungen nicht benötigten Schubelemente erreicht.
[0014] Wenn der rohrförmige Körper im Bereich seiner Oberseite und/oder seiner Unterseite
eine sich zum Rohrende hin querschnittserweiternde Zone aufweist, ermöglicht dies
auf einfache Weise, Verschlusselemente zwischen der Ober- und der Unterseite axial
zu verspannen.
[0015] Das Schubelement, insbesondere sein rohrförmiger Körper und/oder das ihn seitlich
überragende kragenförmige Verankerungselement, können vorzugsweise aus Stahl, aber
alternativ auch aus faserverstärktem Verbundwerkstoff oder Kunststoff bestehen. Der
Querschnitt ist vorzugsweise, aber nicht zwingend kreiszylindrisch.
[0016] Der rohrförmige Körper kann mit einer in seinem Inneren wirksamen Rutsch- oder Herausfall-Sperre
für Füllkörper versehen sein.
[0017] Erfindungsgemäße Schubelemente können sowohl als Einzelschubelemente oder in Gruppen
verwendet werden. Sie können aber auch Bestandteil einer umfassenderen Durchstanzbewehrung
und z.B. mit weiteren Durchstanzbewehrungselementen verkettet sein.
[0018] Die vorgenannten sowie die beanspruchten und in den Ausführungsbeispielen beschriebenen
erfindungsgemäß zu verwendenden Bauteile und Verfahrensbedingungen unterliegen in
ihrer Größe, Formgestaltung, Materialauswahl und technischen Konzeption keinen besonderen
Ausnahmebedingungen, so dass die in dem Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien
uneingeschränkt Anwendung finden können
[0019] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen, sowie aus der nachfolgenden Beschreibung und der zugehörigen
Zeichnung, Figuren 2 bis 10, in denen - beispielhaft - Ausführungsbeispiele von Bewehrungsanordnungen
dargestellt sind. Auch einzelne Merkmale der Ansprüche oder der Ausführungsformen
können mit anderen Merkmalen anderer Ansprüche und Ausführungsformen kombiniert werden.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0020] In der Zeichnung zeigen:
Fig. 2 eine Betondecke mit einem Schubelement zur Übertragung von Querkräften im Vertikalschnitt,
wobei die linke und die rechte Bildhälfte unterschiedliche, aber miteinander kombinierbare
Ausführungsformen zeigen;
Fig. 3 eine Ausführungsform eines Schubelementes im Längsschnitt als Detaildarstellung
des oberen Endbereiches;
Fig. 4A/B weitere Ausführungsformen eines Schubelementes im Längsschnitt als Detaildarstellung
des oberen Endbereiches;
Fig. 5A eine Ausführungsform eines in eine Betondecke eingegossenen Schubelementes
im Vertikalschnitt als Detaildarstellung des oberen Endbereiches;
Fig. 5B eine Ausführungsform eines in eine Betondecke eingegossenen Schubelementes
im Vertikalschnitt als Detaildarstellung des unteren Bereiches;
Fig. 5C eine Ausführungsform eines in eine Betondecke eingegossenen Schubelementes
im Vertikalschnitt als Detaildarstellung des unteren Bereiches;
Fig. 6 ein Verankerungselement für ein Schubelement im Vertikalschnitt mit unterer
Fase für eine Schweißverbindung mit dem rohrförmigen Körper;
Fig. 7 ein weiteres Verankerungselement entsprechend Fig.6 aber ohne untere Fase;
Fig. 8 eine auf einer Säule ruhende Betondecke mit mehreren Schubelementen im säulennahen
Bereich;
Fig. 9 eine Durchstanzbewehrung für eine Betondecke in sternförmiger Anordnung um
eine die Betondecke tragende Säule mit verketteten Durchstanzbewehrungselementen sowie
Fig. 10 ein weiteres Schubelement im Vertikalschnitt und Detaildarstellung des unteren
Bereiches.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0021] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 zeigt ein erstes Schubelement in zwei, unterschiedlichen
Einbausituationen in eine Betondecke 3. Das allgemein mit 10 bezeichnete Schubelement
umfasst einen rohrförmigen Körper 2 mit vorzugsweise kreiszylindischem Querschnitt.
Mindestens ein, vorzugsweise zwei Verankerungselemente (1; 1A, 1B) umlaufen, vorzugsweise
ununterbrochen, die radiale Außenfläche 2A des rohrförmigen Körpers 2 und überragen
diese kragenförmig. Auf ihrer der Unterseite 2B des rohrförmigen Körpers 2 zugewandten
Seite bilden die Verankerungselemente (1; 1A, 1B) mit der Außenfläche 2A des rohrförmigen
Körpers 2 einen Winkel α von größer als 90°. Dieser beträgt bei dem dargestellten
und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel etwa 105°. Auf diese Weise entwickelt
sich beim Betonieren und/oder beim anschließenden Rütteln des Betons eine von Entmischungen
im wesentlichen freie Ausbildung des Betons auch im unmittelbaren Nahbereich des Schubelementes.
[0022] Das Verankerungselement respektive die Verankerungselemente (1; 1A, 1 B) und/oder
der rohrförmige Körpers 2 bestehen, vorzugsweise, aus Stahl, alternativ aus faserverstärktem
Verbundwerkstoff oder Kunststoff.
[0023] Die Verbindung des kragenförmigen Verankerungselementes 1 mit der Außenfläche 2A
des rohrförmigen Elementes 2 kann an sich beliebig erfolgen, wie z.B. als Presssitz,
im Wege der Reibverschweißung oder als unterbrochene oder umlaufend geschlossene Schweißnaht
S, wie in Fig. 6 beispielhaft dargestellt. Diese Schweißnaht S dient in dem dargestellten
und insofern bevorzugten Ausführungsbeispiel u. A. als Übergang zur Außenfläche 2A
des rohrförmigen Körpers 2 wobei dieser Übergang mit der Außenfläche 2A einen Winkel
α zwischen 91° und 150° bildet. Bei dem in Fig. 2 in der linken Bildhälfte dargestellten
Ausführungsbeispiel, bei dem die Oberseite 2C des rohrförmigen Körpers 2 mit der Oberfläche
3A der Decke 3 bündig abschließt, ist die der Oberseite des rohrförmigen Körpers zugewandte
Seite des oberen Verankerungselementes mit einem Abstand a von der Oberseite 2C des
Schubelementes 10 entfernt angeordnet. Der Abstand a beträgt vorzugsweise 1 cm bis
5 cm und besonders bevorzugt 2 cm bis 4 cm. Bei dem unteren Verankerungselement 1B
ist die entsprechende Distanz zur Unterseite 2B des rohrförmigen Körpers 2 in dem
dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel etwas geringer. Außerdem
endet die Unterseite 2B des rohrförmigen Körpers 2 mit einer Distanz b oberhalb der
Unterfläche 3B der Betondecke. Diese Distanz b beträgt vorzugsweise 1 cm bis 5 cm
und besonders bevorzugt 2 cm bis 4 cm.
[0024] Bei der Ausführungsform auf der rechten Bildseite von Fig. 2 endet auch die Oberseite
2C des rohrförmigen Körpers 2 mit axialem Abstand b von der Oberfläche 3A der Betondecke
3. Dieser Abstand b hat bevorzugt die Dimension wie am unteren Ende des Schubelementes
10.
[0025] Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 beträgt das Flächenverhältnis der in Achsrichtung
gesehenen Projektionsfläche F1 des kragenförmigen Verankerungselementes 1A und 1B
zur in Achsrichtung gesehenen Projektionsfläche F2 des rohrförmigen Körpers 2 jeweils
8,0 und entspricht insoweit einer bevorzugten Ausführungsform. Damit kann gewährleistet
werden, dass eine gewisse, z.B. baurechtlich zugelassene, Betondruckfestigkeit nicht
überschritten wird. Die im rohrförmigen Körper 2 entstehende/gewünschte Zugkraft kann
durch eine Auswahl jenes Flächenverhältnisses und/oder durch eine entsprechende Auswahl
der Zugkraft des für den rohrförmigen Körper 2 verwendeten Materials, so eingestellt
werden, dass das Schubelement 10 einen herkömmlichen Doppelkopfanker ersetzt. Die
in Achsrichtung gesehene Projektionsfläche F1 des kragenförmigen Verankerungselementes
kann dabei so gewählt werden, dass die daraus resultierende Betonpressung unter Berücksichtigung
des durch die "Aussparung" (Rohrhohlraum) fortgefallenen Schubwiderstandes des Betons
der Betondecke einem herkömmlichen Doppelkopfanker, z.B. aus Vollmaterial (Stahl)
mit einem Durchmesser von 25 mm, entspricht.
[0026] Der rohrförmige Körper kann mit mindestens einer in seinem Inneren wirksamen Rutsch-
oder Herausfallsperre 9, wie z.B. einer Sicke versehen sein, um z. B. eine, in der
Zeichnung nicht dargestellte, den rohrförmigen Körper ganz oder teilweise füllende
feuerhemmende und/oder feuchtigkeitshemmende Materialschicht zu immobilisieren.
[0027] Um nun die aus Fig. 2 ersichtlichen Abstände b oberhalb und/oder unterhalb der stirnseitigen
Enden des rohrförmigen Körpers 2 in einer Betondecke 3 zu verwirklichen, können Verschlusselemente
(6; 6A, 6B) vorgesehen sein, die die obere und/oder untere Rohröffnung, vorzugsweise
an den Rohrstirnenden, verschließen. Grundsätzlich können Verschlusselemente allein
dazu dienen, die Rohröffnung bei Nicht-Bedarf für Leitungsdurchführungen verschlossen
zu halten. Bevorzugt weisen die Rohrverschlusselemente aber eine Doppelfunktion auf,
indem sie auch als Distanzhalter dienen. Beispiele für solche Distanzhalter ergeben
sich aus Fig. 5A bis 5C.
[0028] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5A handelt es sich bei dem Distanzhalter um
einen Pilotfortsatz 8, z. B. in Gestalt eines Nockens, Stiftes oder dergleichen, der
sich in Richtung auf die vorgesehene Betonoberfläche 3A der zu gießenden Betondecke
3 erstreckt und so bemessen ist, dass er in der Betonoberfläche 3A sichtbar hervor
scheint oder gegebenenfalls leicht aus ihr hervorsteht. Damit ist die Position des
Schubelementes 10 innerhalb der fertig gegossenen Betondecke nachträglich auffindbar,
so dass mittels eines Bohrers oder dergleichen an dieser Stelle die Betondecke bis
zum Innenraum des rohrförmigen Körpers 2 geöffnet und z.B. für Leitungsdurchführungen
genutzt werden kann.
[0029] Ein etwa am unteren Ende des Schubelementes vorgesehener Distanzhalter kann als Positionierfortsatz
7 genutzt werden, um z. B. eine aufrechte Positionierung des Schubelementes 10 auf
der Deckenschalung der zu betonierenden Betondecke 3 zu ermöglichen, das Schubelement
10 also z.B. senkrecht aufstehen zu lassen, wie aus Fig. 5B ersichtlich.
[0030] Ein Verschlusselement 6 kann aber auch im Sinne eines Brandschutzelementes verwendet
werden, wie aus Fig. 5C ersichtlich, gemäß der das Verschlusselement 6 eine feuerhemmende
Materialschicht 5 umfasst.
[0031] Eine besondere Art eines beidendigen, wieder lösbaren Verschlusses des Schubelementes
10 ergibt sich aus Fig. 10, wonach ein stopfenartiges Verschlusselement 6 mittels
einer Zugstange 4 in eine querschnitterweiterte Zone des Rohrendes hineingezogen und
gegen das im rohrförmigen Körper 2 verspannt werden kann.
[0032] Anstelle eines in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel dargestellten gesonderten
Verankerungselementes, kann dieses auch im Wege flanschartiger Verformungen oder ringartiger
Verstauchungen des rohrförmigen Körpers 2 einstückig aus diesem gebildet werden, wie
aus Fig. 4A und 4B ersichtlich.
[0033] Während die bisher beschriebenen Ausführungsbeispiele einzelne Schubelemente 10 darstellen,
können Schubelemente auch Bestandteil einer umfassenderen Durchstanzbewehrung sein,
wie insbesondere aus Fig. 9 ersichtlich.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0034]
- 1
- Verankerungselement
- 1A,1B
- oberes bzw. unteres Verankerungselement
- 1C
- Verschweißung
- 1D
- Fase
- 2
- rohrförmiger Körper
- 2A
- radiale Außenfläche
- 2B
- Unterseite
- 2C
- Oberseite
- 2D
- Rohrachse
- 2E
- Querschnittsverbreiterung
- 3
- Betondecke
- 3A
- Oberfläche
- 3B
- Unterfläche
- 3C
- Stütze
- 4
- Zugstange
- 5
- feuerhemmendes Material
- 6
- Verschlusselement
- 7
- Positionierfortsatz
- 8
- Pilotfortsatz
- 9
- Rutsch- oder Herausfall-Sperre
- 10
- Schubelement
- 100
- Durchstanzbewehrung
- a
- Distanz
- b
- Distanz
- F1
- in Achsrichtung gesehene Projektionsfläche des kragenförmigen Veranke-rungselements
- F2
- in Achsrichtung gesehene Projektionsfläche des rohrförmigen Körpers
- S
- Schweißnaht
1. Als Schubelement ausgebildete Vorrichtung zum Bewehren einer Betondecke, insbesondere
gegen Durchstanzen im Bereich ihrer Auflage auf einer Stütze, umfassend einen eine
Oberseite (2A) und eine Unterseite (2B), eine radiale Außenfläche (2C) und eine Rohrachse
(2D) aufweisenden rohrförmigen Körper (2) zum wahlweisen Hindurchführen von mindestens
einem Strang, wie mindestens einem Kabel, eine Rohrleitung oder dergleichen, quer
zur Betondecke, mit mindestens einem die radiale Außenfläche (2C) des rohrförmigen
Körpers (2), vorzugsweise ununterbrochen, umlaufend überragenden kragenförmigen Verankerungselement
(1; 1A, 1B), dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Verankerungselement (1; 1A, 1B) zumindest auf seiner der Unterseite
(2B) des rohrförmigen Körpers (2) zugewandten Seite, zumindest am Übergang zur Außenfläche
(2C) des rohrförmigen Körpers, mit der Außenfläche einen Winkel α zwischen 91° und
150° bildet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel α 95° bis 125° und besonders bevorzugt 100° bis 110° beträgt.
3. Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, insbesondere nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenverhältnis der in Achsrichtung gesehenen Projektionsfläche des kragenförmigen
Verankerungselements (1; 1A, 1 B) zur in Achsrichtung gesehenen Projektionsfläche
(Querschnittfläche) des rohrförmigen Körpers (2) 1 bis 20, vorzugsweise 3 bis 10 und,
besonders bevorzugt, 7,5 bis 8,5 beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (a) des Verankerungselementes (1; 1A, 1B) von der benachbart gelegenen
Ober- bzw. Unterseite (2C bzw. 2B) des rohrförmigen Körpers (2) 1 cm bis 5 cm, vorzugsweise
2 cm bis 4 cm, beträgt.
5. Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (2) an zumindest einem seiner Stirnenden ein Verschlusselement
(6) zum Verschließen zumindest der einen Rohröffnung aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (6) das betreffende Stirnende des rohrförmigen Körpers (2)
nach axial außen überragt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (6) einen Distanzhalter in Gestalt eines Pilotfortsatzes (8)
und/oder eines Positionierfortsatzes (7) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (b) des Schubelementes (10) von der benachbart gelegenen Ober- bzw. Unterfläche
(3A bzw. 3B) der Betondecke (3) 1 cm bis 5 cm, vorzugsweise 2 cm bis 4 cm, beträgt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (6) aus feuerhemmendem Material besteht, eine feuerhemmende
Materialzone umfasst und/oder mit feuerhemmendem Material ganz oder teilweise ausgefüllt
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (2) in Bereich seiner Oberseite und/oder Unterseite (2C bzw.
2B) eine zum benachbarten Rohrende hin sich querschnitterweiternde Zone aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schubelement (10) Bestandteil einer umfassenderen Durchstanzbewehrung ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (2) ganz oder teilweise mit einem dämmenden und/oder feuerhemmenden
und /oder feuchtigkeitshemmenden Material gefüllt ist.