[0001] Die Erfindung betrifft ein Honverfahren zur Bearbeitung der Innenfläche einer Bohrung
in einem Werkstück mithilfe mindestens einer Honoperation gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1, sowie eine zur Durchführung des Honverfahrens konfigurierte Bearbeitungsmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 14. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet ist das Honen
von Zylinderlaufflächen bei der Herstellung von Zylinderblöcken oder Zylinderlaufbuchsen
für Hubkolbenmaschinen.
[0002] Die Zylinderlaufflächen in Zylinderblöcken (Zylinderkurbelgehäusen) oder Zylinderlaufbuchsen
von Brennkraftmaschinen oder anderen Hubkolbenmaschinen sind im Betrieb einer starken
tribologischen Beanspruchung ausgesetzt. Daher kommt es bei der Herstellung von Zylinderblöcken
oder Zylinderlaufbuchsen darauf an, diese Zylinderlaufflächen so zu bearbeiten, dass
später bei allen Betriebsbedingungen eine ausreichende Schmierung durch einen Schmiermittelfilm
gewährleistet ist und der Reibwiderstand zwischen sich relativ zueinander bewegenden
Teilen möglichst gering gehalten wird.
[0003] Die qualitätsbestimmende Endbearbeitung solcher tribologisch beanspruchbaren Innenflächen
erfolgt in der Regel mit geeigneten Honverfahren, die typischer Weise mehrere aufeinanderfolgende
Honoperationen umfassen. Das Honen ist ein Zerspanungsverfahren mit geometrisch unbestimmten
Schneiden. Bei einer Honoperation wird ein aufweitbares Honwerkzeug innerhalb der
zu bearbeitenden Bohrung zur Erzeugung einer Hubbewegung in Axialrichtung der Bohrung
mit einer Hubfrequenz hin- und her bewegt und gleichzeitig zur Erzeugung einer der
Hubbewegung überlagerten Drehbewegung mit einer vorgebbaren Drehzahl gedreht. Zur
Aufweitung des Honwerkzeugs werden die am Honwerkzeug angebrachten Schneidstoffkörper
über ein Zustellsystem mit einer radial zur Werkzeugachse wirkenden Zustellkraft und/oder
Zustellgeschwindigkeit zugestellt und an die zu bearbeitende Innenfläche angedrückt.
Beim Honen entsteht in der Regel an der Innenfläche ein für die Honbearbeitung typisches
Kreuzschliffmuster mit sich überkreuzenden Bearbeitungsspuren, die auch als "Honriefen"
bezeichnet werden.
[0004] Mit steigenden Anforderungen an die Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit von Motoren
ist die Optimierung des tribologischen Systems Kolben/Kolbenringe/Zylinderlauffläche
von besonderer Bedeutung, um geringe Reibung, geringen Verschleiß und geringen Ölverbrauch
zu erreichen.
[0005] Der Reibungsanteil der Kolbengruppe kann bis zu 35% betragen, so dass eine Reibungsreduzierung
in diesem Bereich wünschenswert ist.
[0006] Eine Technologie, die für die Reduzierung der Reibung und des Verschleißes immer
mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Vermeidung bzw. Reduzierung von Zylinderverzügen
bzw. Deformationen des Motorblocks (Zylinderkurbelgehäuses) bei der Montage und/oder
im Betrieb. Nach einer konventionellen Honbearbeitung soll eine Zylinderbohrung typischerweise
eine Bohrungsform haben, die möglichst wenig, z.B. maximal wenige Mikrometer, von
einer idealen Kreiszylinderform abweicht. Während der Montage und/oder des Betriebs
des Motors kann es jedoch zu deutlichen Formfehlern (Verzügen) kommen, die bis zu
mehreren Hundertsteln Millimeter betragen und die Performance des Motors verringern
können. Die Ursachen von Verzügen bzw. Deformationen sind unterschiedlich. Es kann
sich um statische oder quasi statische thermische und/oder mechanische Belastungen
handeln oder um dynamische Belastungen. Auch die Konstruktion und das Design von Zylinderblöcken
haben Einfluss auf die Neigung zu Deformationen. Die Dichtfunktion des Kolbenringpakets
wird durch solche schwer kontrollierbaren Deformationen typischerweise verschlechtert,
wodurch sich der Blow-by, der Ölverbrauch und auch die Reibung erhöhen können.
[0007] Das sogenannte Formhonen, auch bezeichnet als Freiformhonen, ist eine Technologie,
welche durch eine Invertierung der Zylinderverzüge (Erzeugung einer Negativform des
Fehlers) bei der Bearbeitung die Entstehung einer Idealform nach der Montage oder
im Betriebszustand des Motors gewährleisten oder annähern soll. Dabei wird am unverspannten
Werkstück mittels Honen eine von der Kreiszylinderform definiert abweichende Bohrungsform
erzeugt. Solche Bohrungsformen sind in der Regel in Axialrichtung und/oder in Umfangsrichtung
unsymmetrisch, weil auch die Deformationen des Zylinderblocks in der Regel nicht symmetrisch
sind. Im Betriebszustand soll sich eine möglichst ideale Kreiszylinderform ergeben,
so dass das Kolbenringpaket über den gesamten Bohrungsumfang gut abdichten kann.
[0008] Verschiedene Varianten des Formhonens, die es erlauben, nicht-rotationssymmetrische
Bohrungsformen mit einer systematischen Abweichung von einer 2-zähligen Rotationssymmetrie
zu erzeugen, werden in der
EP 1 790 435 B1 beschrieben.
[0009] In der
WO 2014/146919 A1 wird ein Honverfahren zum Formhonen beschrieben, bei dem eine in Bezug auf die Bohrungsachse
rotationssymmetrische, flaschenförmige Bohrung erzeugt wird, die in der Nähe des Bohrungseintritts
enger ist als weiter entfernt vom Bohrungseintritt. Bei einer Verfahrensvariante wird
ein Honwerkzeug mit axial relativ langen Honleisten verwendet. Zur Erzeugung eines
axial variierenden Materialabtrags werden in einer Hubveränderungsphase die Hublänge
und/oder die Hublage der Hubbewegung verändert. Hierdurch kann ein axialer Konturverlauf
erzeugt oder verändert werden. In der Anmeldung werden auch Honwerkzeuge beschrieben,
die mindestens eine ringförmige Schneidgruppe mit Schneidstoffkörpern aufweisen, die
als in Umfangsrichtung breite und in Axialrichtung schmale Honsegmente gestaltet sind.
Bei Verwendung derartiger Honwerkzeuge lassen sich Bohrungsformen mit axialem Konturverlauf
besonders präzise und wirtschaftlich bearbeiten.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0010] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Honverfahren der eingangs erwähnten Art bereitzustellen,
das es erlaubt, an Bohrungen, die im fertig bearbeiten Zustand einen axialen Konturverlauf
haben sollen, den gewünschten Konturverlauf über die gesamte relevante Bohrungslänge
mit ausreichender Präzision zu erzeugen. Es ist eine weitere Aufgabe, eine zur Durführung
des Honverfahrens konfigurierte Bearbeitungsmaschine bereitzustellen.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Honverfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1.
Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch eine Bearbeitungsmaschine mit den Merkmalen
von Anspruch 14. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung
gemacht.
[0012] Durch umfangreiche Honversuche (Konturhonung) mit unterschiedlichen Schneidmittelspezifikationen,
Schneidmittelabmessungen, Schneidmittelanordnungen (Anzahl Segmente/Leisten) sowie
Ringwerkzeugausführungen und konventionellen Werkzeugen (mit relativ langen Honleisten
mit Längen im Bereich von ca. 1/3 bis 2/3 der Bohrungslänge)) wurde gezeigt, im Bereich
des Bohrungsabschnitts mit relativ größtem Durchmesser geometrische Abweichungen von
der Soll-Form auftreten können. Hierzu wurde unter anderem der Verlauf des Drehmoments
in Abhängigkeit von der Hublänge und der Hubverlagerung, der Drehzahl der Spindel
und Aufweitgeschwindigkeit dokumentiert. Es konnte eine Tendenz dahingehend festgestellt
werden, dass mit Verkürzung der Hublänge während der Konturerzeugung das Spindeldrehmoment
signifikant sinken kann. Dies zeigt an, dass sich die Schneidbedingungen in der Eingriffszone
zwischen Schneidstoffkörper und Bohrungsinnenwand so deutlich verändern können (Reduzierung
der Werkzeugstabilisierung im Prozess), dass der Materialabtrag nicht mehr im beabsichtigten
Umfang erzielt wird und/oder die Form, vor allem im eintrittsfernen Bohrungsendbereich,
ungünstige Abweichungen zeigt.
[0013] Wenn eine Steuerung des über die Spindel auf das Honwerkzeug übertragenen Drehmoments
in der Weise erfolgt, dass das Drehmoment während der Hubveränderungsphase im Wesentlichen
konstant bleibt, können derartige Formabweichungen vermieden oder auf unkritische
Werte reduziert werden. Insbesondere kann ggf. über die gesamte zu honende Bohrungslänge
ein relativ konstantes Drehmoment erreicht werden. Dies führt zu gleichmäßigeren Schneidkräften
während der kompletten Honbearbeitung. Ein Freischneiden des Honwerkzeugs kann verhindert
werden.
[0014] Die angestrebte "Konstanz" des Drehmoments ist nicht mathematisch exakt zu verstehen.
Geringfügige Schwankungen des Drehmoments über die Zeit und/oder über die Hubposition
innerhalb eines relativ engen Drehmoment-Fensters um einen Drehmoment-Sollwert sind
zulässig. Für die Zwecke dieser Anmeldung wird ein Drehmoment insbesondere dann als
"im Wesentlichen konstant" angesehen, wenn eine Abweichung des über einen Hub gemittelten
Drehmoments von einem Drehmoment-Sollwert weniger als 15%, insbesondere weniger als
10% oder weniger als 5% beträgt.
[0015] Die Bearbeitungsmaschine bzw. deren Steuereinrichtung kann hierzu eine Einrichtung
zur Einstellung eines Drehmoment-Sollwerts und eines Drehmoment-Fensters um den Drehmoment-Sollwert
umfassen. Beispielsweise können die Drehmomentgrenzen (untere und obere Grenze des
für den Prozess zulässigen Drehmoments bzw. minimales und maximales Drehmoment) über
zwei gesonderte Parameter in die Steuerung eingegeben werden. Es wäre auch möglich,
einen Drehmoment-Sollwert und eine Fensterbreite als Parameter einzugeben.
[0016] Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Drehmoment während der Bearbeitung im
Wesentlichen konstant zu halten.
[0017] Bei manchen Ausführungsformen wird zur Steuerung des Drehmoments in mindestens einer
Drehzahlveränderungsphase eine von der Hublänge abhängige Veränderung der Drehzahl
des Honwerkzeuges in der Weise erzeugt, dass die Drehzahl bei Reduzierung der Hublänge
reduziert wird. Die Honoperation wird also zumindest phasenweise mit variabler Drehzahl
durchgeführt. Diese Variante kann auch als Formhonen mit prozessintegrierter Drehzahlsteuerung
bezeichnet werden. Wird die Drehzahl mit sinkender Hublänge angepasst reduziert, können
relativ gleichmäßige Eingriffsbedingungen zwischen Schneidstoffkörper und Bohrungsinnenwand
aufrechterhalten werden, so dass der gewünschte axial variierende Materialabtrag erreicht
werden kann.
[0018] Die hubabhängige Veränderung der Drehzahl kann nach Maßgabe einer vorgegebenen Drehzahlveränderungsfunktion
erfolgen. Wenn für den Honprozess die gewünschte Hubveränderung über die Honoperation
festgelegt ist, kann der angepasste Drehzahlverlauf bzw. die entsprechende Drehzahlveränderungsfunktion
vom Bediener vor der Honoperation eingegeben und dann im Wege einer Feed-Forward-Steuerung
von der Bearbeitungsmaschine selbsttätig durchgeführt werden. Wenn beispielsweise
während einer Hubveränderungsphase die Hublänge kontinuierlich in gleichmäßigen Schritten
reduziert wird, kann auch die Drehzahl kontinuierlich oder in Schritten reduziert
werden. Auch kompliziertere Zusammenhänge zwischen Hublänge und Drehzahl können bei
Bedarf voreingestellt werden.
[0019] Es ist möglich, empirisch oder theoretisch bestimmte Zusammenhänge zwischen Hublänge
und Drehzahl für bestimmte Kombinationen von Werkzeugtypen und Werkstücktypen in einem
Speicher der Steuereinrichtung in Form geeigneter Datensätze zu hinterlegen und auf
diese Daten bei der Programmierung der Steuerung für einen Honprozess zuzugreifen.
[0020] In vielen Fällen hat es sich als besonders günstig herausgestellt, wenn eine Veränderung
der Drehzahl auch in Abhängigkeit von der Hublänge gesteuert wird. Unter anderem hat
sich gezeigt, dass bei zunehmend reduzierter Hublänge ein deutliches Absinken des
Drehmomentes beobachtet werden kann. Daher kann es sinnvoll sein, bei allmählich sinkender
Hublänge die Drehzahl jedenfalls dann abzusenken, wenn die Hublänge weniger als 150%,
insbesondere weniger als 100%, der axialen Länge der Schneidstoffkörper entspricht.
Ein entsprechendes Modul des Steuerungsprogramms kann diesen Zusammenhang abbilden,
ggf. auf Basis von bauteilspezifischen Vorversuchen.
[0021] Bei manchen Ausführungsformen ist eine Regelung des Drehmoments eines zur Drehung
der Spindel vorgesehenen Spindelantriebs vorgesehen. Für diese Regelung wird eine
Rückkopplungsstrecke aufgebaut, in welcher die zu beeinflussende Größe (Drehmoment)
direkt oder indirekt erfasst und basierend auf den Werten der Erfassung die Honoperation
so gesteuert wird, dass das Drehmoment im Wesentlichen konstant bleibt bzw. sich innerhalb
eines vorgebbaren, relativ engen Drehmoment-Fensters hält.
[0022] Bei manchen Varianten ist eine Regelung des Drehmoments dadurch realisiert, dass
an dem Spindelantrieb das aktuelle Drehmoment des Spindelantriebs repräsentierendes
Drehmoment-Signal erfasst und mit einem Sollwert des Drehmoments repräsentierenden
Sollwert-Signals zur Ermittlung einer Sollwertabweichung verglichen wird und dass
die Steuerung des Drehmoments des Spindelantriebs in Abhängigkeit von der Sollwertabweichung
erfolgt. Das Drehmoment-Signal kann beispielsweise über die elektrische Leistungsaufnahme
eines Servoantriebs oder eines anderen elektrischen Antriebs generiert werden. Auch
Kraftmessungen am oder im Honwerkzeug sind möglich.
[0023] Bei manchen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass ein Soll-Verlauf des Sollwerts
des Drehmoments für eine Honoperation vorgegeben und eine Drehzahl der Spindel nach
Maßgabe des Soll-Verlaufs gesteuert wird. Hierdurch können relativ gleichmäßige Schneidkräfte
während der kompletten Honbearbeitung erzielt werden. Beispielsweise kann ein Soll-Drehmoment-Fenster
durch Vorgabe eines minimalen und eines maximalen zulässigen Drehmoments definiert
werden. Bei Abweichungen des erfassten Drehmoments während der Honphase kann dann
die Drehzahl so gesteigert oder reduziert werden, dass das Drehmoment innerhalb des
vorgegebenen Drehmoment-Fensters bleibt. Insbesondere kann bei Unterschreitung des
Soll-Drehmoments die Drehzahl reduziert und bei Überschreitung des Soll-Drehmoments
die Drehzahl erhöht werden. Die Drehzahl kann dabei zwischen programmierbaren Minimalwerten
und Maximalwerten für die Drehzahl variieren.
[0024] Eine weitere Möglichkeit zur Beeinflussung des Honergebnisses liegt in einer gezielten
Steuerung der Hubverlagerung. Bei manchen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass zur
Veränderung der Hublänge und/oder der Hublage während der Hubveränderungsphase eine
Position eines oberen Umkehrpunktes und/oder eine Position eines unteren Umkehrpunkts
einer Hubbewegung nach Maßgabe einer Voreinstellung verändert wird. Auf diese Weise
kann die Hublänge, d.h. die axiale Länge zwischen oberem und unterem Umkehrpunkt,
variiert werden. Insbesondere kann es so sein, dass mindestens über eine Phase sowohl
die Position des oberen Umkehrpunktes als auch die Position des unteren Umkehrpunktes
zwischen aufeinanderfolgenden Hüben verändert wird. Hierdurch kann sich gegebenenfalls
im Vergleich zu einer Variante, bei der beispielsweise nur der obere Umkehrpunkt verändert
wird, eine Verbesserung der Konstanz des Drehmoments ergeben. Insbesondere kann es
so sein, dass ein Freischneiden des Honwerkzeugs im eintrittsfernen Bohrungsendbereich
im Vergleich zu anderen Verfahrensführungen reduziert und/oder minimiert wird.
[0025] Insbesondere bei einem axialen Konturverlauf, welcher im nicht-zylindrischen Bereich
ein nichtlineare Formänderung bzw. eine nicht geradlinige Mantellinie aufweist, wie
z.B. bei einer Bohrung mit Trompetenform oder Glockenform, kann diese Formvariante
durch eine hubabhängige, variable Zustellung erzeugt bzw. eingebracht werden.
[0026] Dies kann insbesondere in der Weise erfolgen, dass eine Zustellkraft und/oder eine
Zustellgeschwindigkeit von Schneidstoffkörpern des Honwerkzeugs in Abhängigkeit von
der Hubposition des Honwerkzeugs gesteuert werden. Auf diese Weise kann eine variable
Kraft-/Wegsteuerung zur Konturgestaltung genutzt werden oder beitragen. Beispielsweise
kann mit dieser Variante besonders gut eine Trompetenform oder eine Glockenform bzw.
Flaschenform oder eine Konusform einer Bohrung erzeugt werden. Eine Erzeugung der
gewünschten Kontur allein mittels Hubverlagerung kann in solchen Fällen ggf. nicht
ausreichend sein. Wird dagegen die Zustellkraft bzw. die Zustellgeschwindigkeit in
Abhängigkeit von der Hublage variiert, idealerweise sowohl im Abwärtshub als auch
im Aufwärtshub, können auch komplexere Bohrungsformen gut erzeugt werden. Die variable
Kraft-/Wegsteuerung kann mit einer Hubverlagerung kombiniert werden. Zur Erzeugung
von Sonderformen, wie zum Beispiel einer Trompetenform, kann es zweckmäßig sein, wenn
mehrere Hubpositionen mit unterschiedlichen Aufweitkräften programmiert bzw. vorgegeben
werden können. Beispielsweise ist es möglich, durch kleinere Abstände der Hubposition
(Anzahl und Position vorzugsweise frei wählbar) und konstanter Kraft-/Wegregelung
eine Trompetenform zu erzeugen.
[0027] Das Honverfahren kann mit unterschiedlich gestalteten Honwerkzeugen durchgeführt
werden. Vorzugsweise wird bei der Bearbeitung ein aufweitbares Honwerkzeug verwendet,
welches in einem spindelfernen Endbereich eines Werkzeugkörpers eine aufweitbare,
ringförmige Schneidgruppe mit mehreren um den Umfang des Werkzeugkörpers verteilten
Schneidstoffkörpern aufweist, wobei eine axiale Länge der Schneidstoffkörper kleiner
ist als der wirksame Außendurchmesser der ringförmigen Schneidgruppe bei vollständig
zurückgezogenen Schneidstoffkörpern. Ein solches Honwerkzeug wird im Rahmen dieser
Anmeldung auch als "Ringwerkzeug" bezeichnet. Beispiele geeigneter Honwerkzeuge mit
einer oder zwei ringförmigen Schneidgruppen sowie mit einfacher Aufweitung oder Doppel-Aufweitung
sind in der
WO 2014/146919 A1 angegeben. Der Offenbarungsgehalt der
WO 2014/146919 A1 wird insoweit durch Bezugnahme zum Inhalt dieser Beschreibung gemacht. Alternativ
sind z.B. auch piezoelektrisch gesteuerte Honwerkzeuge verwendbar.
[0028] Die Erfindung betrifft auch eine zur Durchführung des Honverfahrens konfigurierte
Bearbeitungsmaschine. Es kann sich dabei um eine spezialisierte Honmaschine oder um
eine andere Werkzeugmaschine handeln, die die hier benötigten Funktionalitäten bietet.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0029] Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus
der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung,
die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind. Dabei zeigen:
Fig. 1 schematisch die Vorderansicht einer Honmaschine, die zur Durchführung verschiedener
Varianten des Honverfahrens genutzt werden kann;
Fig. 2 in Fig. 2A einen Längsschnitt und in Fig. 2B eine axiale Ansicht eines Honwerkzeugs,
das zur Durchführung verschiedener Varianten des Honverfahrens genutzt werden kann;
Fig. 3 einen schematischen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer zylindrischkonischen
Bohrung mit axialem Konturverlauf;
Fig. 4 ein Diagramm, in welchem für eine Referenz-Honoperation die Hubposition des
Honwerkzeugs, die Drehzahl der Spindel und das Drehmoment des Spindelantriebs aufgetragen
sind;
Fig. 5 ein Messdiagramm einer gehonten Bohrung mit Formabweichungen am breiten Bohrungsende;
Fig. 6 ein Diagramm einer Verfahrensvariante mit einer linearen Drehzahlreduzierung
während der Hubveränderungsphase;
Fig. 7 ein Diagramm einer Verfahrensvariante, bei der das Drehmoment die Drehzahl
regelt; und
Fig. 8 ein Diagramm einer Verfahrensvariante mit einer unabhängigen Hubverlagerung
am oberen Umsteuerpunkt und am unteren Umsteuerpunkt.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0030] In Fig. 1 ist schematisch die Vorderansicht einer Honmaschine 100 gezeigt, die im
Rahmen verschiedener Ausführungsformen erfindungsgemäßer Verfahren zur Bearbeitung
von Innenflächen von Bohrungen in Werkstücken als Bearbeitungsmaschine eingesetzt
werden kann, um einerseits in herkömmlicher Weise eine oder mehrere Honoperationen
an dem Werkstück auszuführen und um andererseits am gleichen Werkstück auch Ausführungsformen
erfindungsgemäßer Honverfahren durchzuführen.
[0031] Auf dem Maschinenbett 102 der Honmaschine ist eine Aufspannplatte 104 befestigt,
die ein darauf aufgespanntes Werkstück 106 trägt, bei dem es sich im Beispielsfall
um einen Motorblock (Zylinderkurbelgehäuse) einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine
handelt. In dem Motorblock sind mehrere Zylinderbohrungen mit generell vertikaler
Ausrichtung ihrer Zylinderachsen gebildet. Die durch die Innenflächen der Zylinderbohrungen
gebildeten Zylinderlaufflächen werden auf der Honmaschine einer qualitätsbestimmenden
Endbearbeitung unterzogen, bei der sowohl die Makroform der Zylinderlaufflächen, als
auch deren Oberflächentopographie durch geeignete Honoperationen erzeugt wird.
[0032] Bei der Honmaschine 100 sind auf einer portalartigen Trägerkonstruktion 108 zwei
im Wesentlichen identisch aufgebaute Honeinheiten 110, 112 befestigt, die abwechselnd
oder gleichzeitig bei der Werkstückbearbeitung eingesetzt werden können. Ihr Aufbau
wird anhand der Honeinheit 110 näher erläutert. Die Honeinheit umfasst einen auf der
Trägerkonstruktion befestigten Spindelkasten 114, der die als Werkzeugspindel der
Bearbeitungsmaschine dienende Honspindel 116 führt. Die Honspindel lässt sich mit
Hilfe eines am Spindelkasten befestigten Spindelantriebs 118 um ihre Längsachse (Spindelachse)
drehen. Der Spindelantrieb weist einen Servomotor auf, der u.a. bezüglich seiner Drehzahl
und des erzeugten Drehmoments steuerbar ist.
[0033] Am unteren Ende der Honspindel ist eine Gelenkstange 120 angebracht, an deren unteres,
freies Ende das als Bearbeitungswerkzeug dienende Honwerkzeug 200 begrenzt beweglich
mechanisch angekoppelt ist, z.B. über eine Bajonettverbindung. Bei anderen Ausführungsformen
sind andere Lösungen möglich. Beispielsweise kann anstelle der Gelenkstange eine andersartige
Antriebsstange, z.B. eine Biegestange, gewählt werden. Alternativ zu einer begrenzt
beweglichen mechanischen Ankopplung ist auch eine starre Ankopplung des Honwerkzeugs
möglich.
[0034] Ein auf dem Spindelkasten 114 montierter Hubantrieb 124 bewirkt die Vertikalbewegung
der Honspindel beim Einführen des Werkzeuges in das Werkstück bzw. beim Herausziehen
aus dem Werkstück und wird während der Honbearbeitung so angesteuert, dass das Honwerkzeug
innerhalb der Bohrung des Werkstückes eine zur Spindelachse parallele, vertikale Hin-
und Her-Bewegung ausführt. Hublänge und Hublage sind durch Eingabe einstellbar.
[0035] Die Honmaschine ist mit Zustellsystem 140 ausgestattet, das zwei unabhängig voneinander
betätigbare Zustelleinrichtungen umfasst, die unterschiedlichen Sätzen von Arbeitselementen
am Honwerkzeug zugeordnet werden können. Eine hydraulisch betätigbare zweite Zustelleinrichtung
umfasst einen Hydraulikzylinder, in dem ein beidseitig mit Hydraulikdruck beaufschlagbarer
Kolben sitzt, der an einem Ende einer Druckstange 152 befestigt ist. Diese lässt sich
dementsprechend durch Steuerung des Hydraulikdrucks innerhalb des Hydraulikzylinders
parallel zu ihrer Längsachse in beide Richtungen gesteuert bewegen. Diese Aufweitung
kann auch mit einem Servomotor - kraftgesteuert oder weggesteuert - versehen werden.
Die massive Druckstange 152 ist innerhalb einer hohlen Druckstange 162 koaxial mit
dieser und relativ zu dieser beweglich angeordnet. Die hohle Druckstange gehört zu
einem elektromechanischen ersten Zustellsystem, dessen Antrieb durch einen elektrischen
Schrittmotor gebildet wird, der über ein Getriebe auf die äußere, hohle Druckstange
162 wirkt, um diese parallel zur gemeinsamen Achse der Druckstangen auf- und ab zu
bewegen. Diese Aufweitung kann auch mit einem Servomotor - kraftgesteuert oder weggesteuert
- versehen werden.
[0036] Der Spindelantrieb 118, der Hubantrieb 124 und die Antriebe des das Zustellsystems
140 sind an eine Steuereinrichtung 180 angeschlossen, die ein funktionaler Bestandteil
der Maschinensteuerung ist und über eine Bedieneinrichtung 190 bedient werden kann.
Über die Bedieneinrichtung können unter anderem die folgenden Prozessparameter eingestellt
werden:
Lage des oberen Umsteuerpunkts und des unteren Umsteuerpunkts von Hubbewegungen. Dadurch
sind die Hublänge und die Hublage definierbar. Hubintervalle und Hubinkremente. Dadurch
sind zeitlich veränderliche Hübe programmierbar. Drehzahl, Drehzahlinkrement, minimale
Drehzahl und maximale Drehzahl eines Drehzahl-Fensters. Zustellgeschwindigkeit, Hubgeschwindigkeit.
Beginn einer Honphase, Beginn einer oder mehrerer weiterer Honphasen. Soll-Drehmoment
und Drehmoment-Fenster und/oder minimales und maximales zulässiges Drehmoment während
einer Hubveränderungsphase.
[0037] Fig. 2 zeigt in 2A einen Längsschnitt und in 2B eine axiale Ansicht des Honwerkzeugs
200. Das Honwerkzeug 200 hat eine einzige, ringförmig am Werkzeugkörper angebrachte
Schneidgruppe mit um den Umfang des Werkzeugkörpers verteilten Schneidstoffkörpern,
die mittels einer zugeordneten Schneidstoffkörper-Zustelleinrichtung in Radialrichtung
zugestellt beziehungsweise zurückgezogen werden können. Die Schneidstoffkörper sind
als Honsegmente gestaltet, deren Breite in Umfangsrichtung deutlich größer ist als
ihre Länge in Axialrichtung. Die für den Materialabtrag an Werkstück zuständigen Schneidstoffkörper
sind in einer axial relativ schmalen Zone (einem Ring der Schneidgruppe) konzentriert
und nehmen einen relativ großen Anteil des Umfangs des Honwerkzeugs ein. Dadurch können
mit relativ hoher Materialabtrags-Leistung Bohrungsformen erzeugt werden, bei denen
in Axialrichtung Bohrungsabschnitte unterschiedlicher Durchmesser aneinander angrenzen.
Aufgrund der ringförmigen Anordnung der Schneidstoffkörper wird das Honwerkzeug in
dieser Anmeldung auch als "Ringwerkzeug" bezeichnet.
[0038] Das Honwerkzeug 200 hat einen Werkzeugkörper 210, der eine Werkzeugachse 212 definiert,
die gleichzeitig die Rotationsachse des Honwerkzeugs während der Honbearbeitung ist.
Am spindelseitigen Ende des Honwerkzeugs (in Fig. 2A oben) befindet sich eine nicht
näher dargestellte Kupplungsstruktur zum Ankoppeln des Honwerkzeugs an eine Antriebsstange
einer Honmaschine oder einer anderen Bearbeitungsmaschine, welche eine Spindel hat,
die sowohl um die Spindelachse drehbar als auch parallel zur Spindelachse oszillierend
hin- und her bewegbar ist.
[0039] Das Honwerkzeug wird im dargestellten Beispiel gelenkig an die Honspindel oder eine
Gelenkstange angekoppelt, um eine begrenzte Beweglichkeit des Honwerkzeugs gegenüber
der Honspindel zuzulassen. Hierzu ist am spindelseitigen Ende des Honwerkzeugs ein
mehrachsiges Gelenk ausgebildet, z.B. ein kardanisches Gelenk oder ein Kugelgelenk.
[0040] Am spindelabgewandten Ende des Werkzeugkörpers (in Fig. 2A unten) befindet sich die
ringförmige Schneidgruppe 220, die mehrere (im Beispielsfall drei) gleichmäßig über
den Umfang des Werkzeugkörpers verteilte Schneidstoffkörper 220-1, 220-2, 220-3 aufweist,
welche mithilfe der Schneidstoffkörper-Zustelleinrichtung radial zur Werkzeugachse
212 nach außen zugestellt werden können, um die abrasiv wirkenden Außenseiten des
Schneidstoffköpers mit einer definierten Andrückkraft bzw. Anpresskraft an die Innenfläche
einer zu bearbeitenden Bohrung anzudrücken. Jeder der drei bogenförmig gekrümmten
Schneidstoffkörper ist als ein in Umfangsrichtung sehr breites, in Axialrichtung dagegen
schmales Honsegment gestaltet, welches ein Umfangswinkelbereich zwischen 90° und 110°
abdeckt. Die Honsegmente sind vom Werkzeugkörper entkoppelt und relativ zu diesem
radial zur Werkzeugachse 212 verschiebbar. Der durch die Honsegmente gebildete Ring
schließt an der spindelabgewandten Seite fast bündig oder bündig mit dem Werkzeugkörper
ab. Der Ring sitzt vollständig innerhalb der spindelabgewandten Viertels des Werkzeugkörpers
am spindelabgewandten Ende des Ringwerkzeugs. Die axiale Länge der Schneidstoffkörper
definiert hier die axiale Länge des Schneidbereichs.
[0041] Die axiale Länge LHS der Honsegmente liegt bei weniger als 35%, insbesondere bei
weniger als 15% der Bohrungslänge. Die Honsegmente sind ca. 5 mm bis 90 mm, insbesondere
ca. 10 mm bis 70 mm hoch (in Axialrichtung), was im Beispielsfall zwischen 5% und
50%, insbesondere zwischen 10% und 20% oder 30% des wirksamen Außendurchmessers der
Schneidgruppe (bei vollständig zurückgezogenen Schneidstoffkörpern) entspricht. Die
axiale Länge LHS entspricht hier gleichzeitig der axialen Länge des gesamten Schneidbereichs
des Honwerkzeugs.
[0042] Jeder Schneidstoffkörper ist an einer Außenseite einer zugeordneten Tragleiste 224-1,
224-2 aus Stahl durch Löten befestigt. Alternativ kann der Schneidstoffkörper auch
durch Kleben oder mittels Schrauben befestigt werden, wodurch eine leichtere Auswechslung
möglich ist. Im Beispiel trägt jede Tragleiste nur einen kreissegmentartig gestalteten
Schneidstoffkörper. Auf einer Tragleiste können auch mehrere einzelne Schneidleisten
befestigt werden. Jede Tragleiste hat an ihrer Innenseite eine Schrägfläche, die mit
einer konischen Außenfläche eines axial verschiebbaren, rohrförmigen bzw. innen hohlen
Zustellkonus 232 in der Weise zusammenwirkt, dass die Tragleisten mit den davon getragenen
Schneidstoffkörpern nach radial außen zugestellt werden, wenn der Zustellkonus mittels
einer maschinenseitigen Zustellvorrichtung gegen die Kraft von (nicht dargestellten)
Rückholfedern in Richtung des spindelabgewandten Endes des Ringwerkzeugs gedrückt
wird. Bei entgegengesetzter Zustellbewegung werden die Tragleisten mit den Honsegmenten
mit Hilfe umlaufender Rückholfedern nach radial innen zurückgeholt. Die radiale Position
der Schneidstoffkörper wird dadurch spielfrei über die axiale Position des Zustellkonus
232 gesteuert.
[0043] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele von Honverfahren beschrieben, die im Rahmen
von Ausführungsformen der Erfindung genutzt werden können, um rotationssymmetrische
Bohrungen mit axialem Konturverlauf zu erzeugen.
[0044] Fig. 3 zeigt einen schematischen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer
solchen Bohrung 310 in einem Werkstück 300 in Form eines Motorblocks (Zylinderkurbelgehäuses)
für eine Brennkraftmaschine. Die Soll-Form der Bohrung ist in Bezug auf ihre Bohrungsachse
312 rotationssymmetrisch und erstreckt sich über eine Bohrungslänge L von einem im
Einbauzustand dem Zylinderkopf zugewandten Bohrungseintritt 314 bis zum Bohrungsaustritt
316 an gegenüberliegenden Ende. Die Bohrung kann in mehrere aneinander angrenzende
Abschnitte unterschiedlicher Funktion unterteilt werden, die gleitend, d.h. ohne Bildung
von Stufen oder Kanten, ineinander übergehen.
[0045] Ein erster Bohrungsabschnitt 320 am eintrittsseitigen Ende hat einen ersten Durchmesser
D1 und eine erste Länge L1. Der erste Durchmesser liegt über die gesamte erste Länge
L1 vor, so dass der erste Bohrungsabschnitt eine kreiszylindrische Gestalt hat. Der
erste Bohrungsabschnitt geht in einen axial schmalen Übergangsabschnitt 325 mit Übergangsradius
R1 stufenlos in einen zweiten Bohrungsabschnitt 330 über, der sich vom Übergangsabschnitt
bis zum austrittsseitigen Ende der Bohrung erstreckt. Der zweite Bohrungsabschnitt
330 hat im Wesentlichen eine konische bzw. kegelstumpfförmige Gestalt und erstreckt
sich über eine zweite Länge L2. Der zweite Bohrungsabschnitt hat durchgängig einen
Innendurchmesser (zweiter Durchmesser) D2, der größer als der erste Durchmesser D1
ist, wobei der zweite Durchmesser ausgehend vom Übergangsabschnitt (ungefähr mit den
ersten Durchmesser) zum Bohrungsende hin kontinuierlich linear zunimmt. Der Konuswinkel
α (Winkel zwischen der Bohrungsachse und einer in einer Axialebene verlaufenden Mantellinie
des zweiten Bohrungsabschnitts) kann z.B. im Bereich von weniger als 5° liegen, auch
bei weniger als 1°, ggf. auch bei 0.2° oder darunter.
[0046] Die erste Länge L1 kann beispielsweise zwischen 10% und 60% der Bohrungslänge L betragen.
Die zweite Länge L2 ist typischerweise größer als die erste Länge und liegt häufig
zwischen 30% und 80% der Bohrungslänge L. Der Übergangsabschnitt ist gegenüber den
daran angrenzenden Bohrungsabschnitten sehr kurz. Auch Abweichungen von diesen geometrischen
Verhältnissen sind möglich.
[0047] Der Durchmesserunterschied zwischen dem ersten Durchmesser D1 und dem zweiten Durchmesser
D2 in eintrittsferneren Teilen liegt deutlich außerhalb der für die Honbearbeitung
typischen Toleranzen, die für eine Zylinderform in der Größenordnung von maximal 10
µm (bezogen auf den Durchmesser) liegen. Bei einem Absolutwert des Innendurchmessers
in der Größenordnung zwischen 50 mm und 500 mm (letzteres z.B. bei Schiffsmotoren)
kann der maximale Durchmesserunterschied beispielsweise zwischen 20 µm und 500 µm
liegen.
[0048] Die Längen der äußeren Bohrungsabschnitte und der Radius des Übergangsabschnitts
können so optimiert sein, dass sich in typischen Betriebszuständen des Motors geringer
Blow-by, geringer Ölverbrauch und geringer Verschleiß der Kolbenringe ergeben.
[0049] Die Form der Bohrung führt dazu, dass die Bohrung im eintrittsnahen Bereich vergleichsweise
eng ist, so dass die Kolbenringe des in der Bohrung laufenden Kolbens unter hoher
Ringspannung an die Bohrungsinnenfläche 318 gedrückt werden. Dadurch wird dort, wo
die Verbrennung hauptsächlich erfolgt und hohe Drücke auftreten, eine zuverlässige
Abdichtung erreicht und der Ölfilm wird im Abwärtshub abgestreift. Der durch die Verbrennung
beschleunigte Kolben bewegt sich dann Richtung Bohrungsaustritt, wobei die Kolbenringe
zunächst den Übergangsabschnitt und dann den konischen zweiten Bohrungsabschnitt mit
dem sich kontinuierlich erweiterten Innendurchmesser durchlaufen. Ab dem Übergangsabschnitt
können sich die Kolbenringe allmählich entspannen, wobei die Abdichtung ausreichend
bleibt, weil die Druckdifferenz an den Kolbenringen sinkt. Am eintrittsfernen Ende
des zweiten Bohrungsabschnitts erreicht das Ringpaket seine niedrigste Spannung. Beim
Aufwärtshub nimmt die Ringspannung dann allmählich wieder zu, bis die Kolbenringe
den Übergangsabschnitt erreichen und diesen in Richtung des ersten Bohrungsabschnitts
durchlaufen. Weiterhin wird berücksichtigt, dass eine durch Wärmeeinflüsse verursachte
Aufweitung der Zylinderlaufbahn im oberen, zylindrischen Teil der Bohrung stärker
ist als im konischen Bereich. Dadurch ergibt sich im befeuerten Zustand insgesamt
eine weitgehend zylindrische bzw. deutlich weniger konische Bohrungsform als im kalten
Zustand.
[0050] Es wurden umfangreiche Serien von Honversuchen mit unterschiedlichen Schneidmittelspezifikationen,
Schneidmittelabmessungen, Schneidmittelanordnungen und Werkzeugtypen (zum Beispiel
Ringwerkzeugausführungen und konventionelle Honwerkzeuge mit relativ langen Honleisten)
durchgeführt, um optimierte Honstrategien zur Erzielung einer gewünschten Bohrungsform
mit axialem Konturverlauf zu entwickeln. Vielversprechend sind dabei Verfahrensvarianten,
bei denen zur Erzeugung eines axial variierenden Materialabtrags in einer Hubveränderungsphase
die Hublänge und/oder die Hublage der Hubbewegung nach einem bestimmten Schema verändert
werden. Der Begriff "Hublage" bezeichnet dabei die Position des Hubs bezogen auf ein
maschinenfestes (bzw. bei eingespanntem Werkstück auch werkstückfestes) Koordinatensystem.
Bei allen hier dokumentierten Honoperationen wurde ausgegangen von einer kreiszylindrischen
Bohrungsform, die vorab z.B. durch Langhubhonen mit relativ langen Honleisten erzeugt
wurde.
[0051] Bei den Versuchen wurde unter anderem der Verlauf des Drehmoments des Spindelantriebs
in Abhängigkeit von der Hublänge der Hubbewegung und deren Verlagerung, der Drehzahl
und der Aufweitgeschwindigkeit mithilfe eines Systems zur Diagnose von Maschinenparametern
erfasst und die Ergebnisse ausgewertet.
[0052] Fig. 4 zeigt beispielhaft ein daraus resultierendes Diagramm, in welchem auf der
x-Achse die Honzeit t
H (in Sekunden) einer Honoperation und auf der y-Achse in gemeinsamer Auftragung die
Hubposition HP des Honwerkzeugs, die Drehzahl DZ der Spindel und das Drehmoment DM
der Spindel bzw. des Spindelantriebs aufgetragen sind.
[0053] Bei der gezeigten Referenz-Honoperation (REF) wurde die Drehzahl DZ in einer Anfahrphase
auf einen Sollwert heraufgefahren und blieb dann während der gesamten Honoperation
konstant. Die Hubsteuerung wurde so eingestellt, dass in einer anfänglichen ersten
Honphase PH1 die Hublänge so groß war, dass das Honwerkzeug die gesamte Bohrungslänge,
das heißt sowohl den ersten Bohrungsabschnitt als auch den zweiten Bohrungsabschnitt,
mithilfe der ringförmigen Schneidgruppe mittels zweier kompletter Doppelhübe bearbeitet.
Eine darauffolgende zweite Honphase PH2 wurde als Hubveränderungsphase programmiert,
in welcher sich die Hublage des Honwerkzeugs von Hub zu Hub ändert. Der Begriff "Hublage"
bezeichnet hierbei den Bereich zwischen dem oberen Umsteuerpunkt UO einer Hubbewegung
(in der Nähe des Bohrungseintritts) und dem unteren Umsteuerpunkt UU der Hubbewegung
näher am eintrittsfernen Ende Bohrung bezogen auf ein maschinenfestes Koordinatensystem.
Jede Verlagerung eines Umsteuerpunkts ändert somit auch die Hublage. Im Beispielsfall
von Fig. 4 wurde der untere Umsteuerpunkt UU konstant gehalten, während der obere
Umsteuerpunkt UO durch die Steuerung inkrementell (einstellbares Hubinkrement) in
Richtung des unteren Umsteuerpunkts verändert wurde, so dass die Hublänge von Hub
zu Hub schrittweise reduziert wurde. Auf diese Weise wird der eintrittsfernere Abschnitt
mit mehr Hüben bearbeitet als der eintrittsnahe Abschnitt. Bei der Referenz-Honoperation
wurde mit konstanter Aufweitung, das heißt mit konstanter Zustellgeschwindigkeit,
gefahren.
[0054] Das über den Hub gemittelte Drehmoment DM schwankte über mehr als 2/3 der mit veränderlichem
Hub gefahrenen zweiten Honphase HP2 nur relativ geringfügig innerhalb eines engen
Drehmoment-Fensters (im Beispielsfall zwischen ca. 60% und ca. 70% eines Referenzwertes.
[0055] Der Referenzwert 100% entspricht in diesem Fall dem Nenn-Drehmoment des Spindelantriebs.
Diese Schwankung um maximal 15 Prozentpunkte bzw. um ± 5% bis 7.5% um den Mittelwert
65% liegt im Rahmen dessen, was im Rahmen dieser Anmeldung als "im Wesentlichen konstant"
bezeichnet wird. Im letzten Abschnitt der zweiten Honphase war jedoch ein deutliches
Absinken des Drehmoments auf einen Bereich deutlich unterhalb des genannten Drehmoment-Bereichs
erkennbar (siehe Pfeil). Generell könnte festgestellt werden, dass mit Verkürzung
der Hublänge während der Konturerzeugung das Spindeldrehmoment sinkt. Vor allem in
der letzten Phase, wenn die Hublänge etwa der axialen Länge der Schneidstoffkörper
entspricht oder diese sogar unterschreitet, ist ein deutliches Absinken des Drehmoments
zu erkennen. Dies führt dazu, dass sich die Schneidstoffkörper in diesem Bereich freischneiden
können, und unter Umständen im unteren Bereich des konischen Abschnitts der Bohrung
unerwünschte Formabweichungen entstehen können.
[0056] Fig. 5 zeigt beispielhaft ein Messdiagramm einer auf diese Weise gehonten Bohrung
(Bohrungslänge ca. 100 - 150 mm) mit einer Sollgeometrie entsprechend Fig. 3. Am eintrittsabgewandten
Bereich, also im Bereich größten Durchmessers des konischen zweiten Bohrungsabschnitts,
ist eine Formauffälligkeit FA zu erkennen, die sich auf etwa 10 mm bis 15 mm Länge
erstreckt und auf die genannten Effekte des Freischneidens und der Reduzierung der
Werkzeugstabilisierung zurückgeführt wird.
[0057] Deutliche Verbesserungen hinsichtlich der resultierenden Bohrungsform wurden bei
einer Verfahrensführung erreicht, bei der in der Hubveränderungsphase (zweite Honphase
PH2) simultan zur schrittweisen Verringerung der Hublänge die Drehzahl des Spindelmotors
(Spindelantrieb 118) linear von einer Startdrehzahl DZ1 zu Beginn der zweiten Honphase
auf eine Enddrehzahl DZ2 am Ende der zweiten Honphase reduziert wurde (vgl. Fig. 6).
Die Hublänge wurde in gleicher Weise wie bei der im Zusammenhang mit Fig. 4 erläuterten
Referenz-Honoperation innerhalb der zweiten Honphase PH2 bei konstant gehaltenem unteren
Umkehrpunkt inkrementell reduziert. Es ist erkennbar, dass durch eine konstante Drehzahlreduzierung
ein im Wesentlichen konstantes Spindeldrehmoment DM erzielt werden kann. Ein unerwünschtes
Freischneiden des Honwerkzeugs wird über die gesamte Bohrungslänge verhindert, insbesondere
auch in der oben diskutierten kritischen Phase gegen Ende der Honoperation, in welcher
der eintrittsferne Bereich mit relativ kleinen Hüben bearbeitet wird. Die Drehzahl
kann von Hub zu Hub inkrementell geändert werden. Das Drehzahlinkrement DZI lässt
sich gemäß DZI = (DZ1 - DZ2) / HI aus dem Verhältnis zwischen der Differenz der Startdrehzahl
DZ1 und der Enddrehzahl DZ2 dividiert durch die Hubintervalle HI berechnen bzw. vorgeben.
Genau wie bei der Referenz-Honoperation wird auch hier mit konstanter Aufweitung,
das heißt mit konstanter Zustellgeschwindigkeit, gefahren.
[0058] Eine andere Art der Optimierung der Honoperation kann durch eine prozessintegrierte
Drehmomentsteuerung erzielt werden. Die Bearbeitungsmaschine war dabei so eingerichtet,
dass durch ein frei programmierbares Solldrehmoment über die gesamte zu honende Bohrungslänge
die Drehzahl der Spindel gesteuert werden konnte. Ein entsprechendes Diagramm für
die Zeitabhängigkeit der Hubposition HP, der Drehzahl DZ und des gemittelten Spindeldrehmoments
DM ist in Fig. 7 gezeigt. Dabei ist das Steuerungssystem so programmiert, dass bei
einer prozessbedingten Drehmomentveränderung eine automatische Veränderung der Drehzahl
stattfindet, so dass das Drehmoment die Drehzahl regelt. Wenn das Ist-Drehmoment eine
untere Grenze eines Drehmoment-Fensters DMF unterschreitet, wird auch die Drehzahl
DZ reduziert, so dass die Ist-Drehzahl kleiner als die Soll-Drehzahl wird. Umgekehrt
wird die Ist-Drehzahl über den Wert der Soll-Drehzahl angehoben, wenn das aktuelle
Ist-Drehmoment das Soll-Drehmoment um mehr als einen zulässigen Betrag überschreitet
und nach oben aus dem Drehmoment-Fenster DMF auswandert. Auch auf diese Weise kann
ein unerwünschtes Freischneiden des Werkzeugs über die gesamte Bohrungslänge verhindert
werden. Diese Steuerung wirkt sich dann so aus, dass in Phasen ohne Änderung des Drehmoments
auch die Drehzahl konstant bleibt, während bei zu starkem Absinken des Drehmoments
auch die Drehzahl reduziert und bei zu starkem Ansteigen des Drehmoments die Drehzahl
erhöht wird. Das Drehmoment bleibt dadurch "im Wesentlichen konstant", da es (bis
auf die kurzen Zeitintervalle vor dem Regeleingriff) innerhalb des zugelassenen Drehmoment-Fensters
DMF bleibt.
[0059] Eine weitere Möglichkeit zur günstigen Beeinflussung einer Formhonoperation zur Erzeugung
eines axialen Konturverlaufs besteht darin, eine unabhängige Hubverlagerung am oberen
Umkehrpunkt UO und am unteren Umkehrpunkt UU zuzulassen bzw. vorzugeben. Beispielsweise
könnte die axiale Lage des unteren Umkehrpunkts über die gesamte Hubveränderungsphase
(zweite Honphase PH2) konstant bleiben, während sich der obere Umkehrpunkt inkrementell
dem unteren Umkehrpunkt annähert, so dass die Hublänge von Hub zu Hub reduziert wird
bei unveränderter Lage des unteren Umkehrpunkts (z.B. ähnlich wie bei der Verfahrensführung
in Fig. 6 oder Fig. 7). Dies kann in vielen Fällen ausreichen.
[0060] Zusätzliche Freiheitsgrade ergeben sich bei einer Verfahrensvariante, bei der sowohl
die Lage des oberen Umkehrpunkts UO als auch die Lage des unteren Umkehrpunkts UU
als Funktion der Zeit bzw. als Funktion des Hubs gezielt verändert wird. Bei der Beispiel-Honoperation
aus Fig. 8 beginnt die Honoperation mit einer ersten Honphase PH1, bei der, wie in
den anderen Beispielen, das Honwerkzeug die gesamte Bohrungslänge mit entsprechend
großem Hub bearbeitet. Dann wird auf die zweite Honphase PH2 umgeschaltet. Während
der zweiten Honphase wird der obere Umkehrpunkt UO inkrementell von Hub zu Hub in
Richtung des bohrungsfernen Endes verlagert. Der untere Umkehrpunkt UU wird unmittelbar
nach Ende der ersten Honphase PH1 über seinen gewünschten Wert am Ende der zweiten
Honphase (horizontale gestrichelte Linie) angehoben, so dass die Hublänge kürzer ist
als in einem vergleichbaren Fall ohne Veränderung der Lage des unteren Umkehrpunkts.
Dann wird die Lage des unteren Umkehrpunkts von Hub zu Hub inkrementell abgesenkt,
bis der untere Umkehrpunkt seine auch am Ende der zweiten Honphase gewünschte Position
erreicht. Die untere Hublage kann beispielsweise um ca. 0,1 mm/Hubinkrement abgesenkt
werden. Es hat sich gezeigt, dass hierdurch in manchen Fällen der Verlauf des Drehmoments
im Vergleich zu einem unveränderten unteren Umkehrpunkt im Sinne einer besseren Konstanz
verbessert werden kann.
[0061] In vielen Fällen sind die Makroform der Bohrung und die Mikrostruktur der Bohrungsinnenfläche
nach der Hubveränderungsphase innerhalb der vorgegebenen Spezifikation so gut, dass
die Honbearbeitung mit der Hubveränderungsphase abschließen kann und das Werkstück
danach fertig bearbeitet ist. In diesem Fall kann die Hubveränderungsphase die letzte
Phase der Honbearbeitung sein. Es ist jedoch auch möglich, mindestens eine weitere
Honphase mit bestimmten Honparametern nachzuschalten.
[0062] Es kann beispielsweise Fälle geben, in welchen es sich bei der zu erzeugenden Formhonung
nicht um eine Glatt- oder Feinhonung handelt. In diesen Fällen ist in der Regel für
die fertig bearbeitete Bohrung ein zu erzeugender Honwinkel definiert, z.B. ein Honwinkel
im Bereich von 40° bis 60° bei einer konventionellen Plateauhonung. Bedingt durch
die Hubverlagerung während der Konturerzeugung kann es sein, dass in diesem Bereich
andere als die gewünschten Honwinkel entstehen, z.B. Honwinkel von weniger als15°.
Dies kann in manchen Fällen bei der nachfolgenden, Honoperation nicht mehr korrigiert
werden. Es ist auch möglich, dass bei der Erzeugung der Kontur durch die Hubverlagerung
ein "Stufenprofil" an der Bohrungsinnenfläche erzeugt. Dies kann bei ungünstigem Schneidverhalten
der nachfolgenden Honphasen unter Umständen nicht mehr ausreichend egalisiert werden.
Außerdem kann es sein, dass keine gezielte Möglichkeit zur Verrundung des Übergangs
vom zylindrischen zum konischen Bohrungsbereich existiert. Weiterhin kann es vorkommen,
dass es an lokalen Problembereichen einzelner Bauteile schwierig ist, konstant gute
Form- und Rundheitswerte zu erzielen. Beispielsweise kann es Abschnitte mit schwacher
Zylinderrohranbindung geben, in welchen es schwierig sein kann, die geforderte Rundheit
zu erzielen.
[0063] Insbesondere in solchen Fällen kann eine zusätzliche weitere Honphase (dritte Honphase)
mit frei wählbarer Hublage, Hubgeschwindigkeit, Drehzahl, Aufweitkraft, Aufweitgeschwindigkeit
und Betriebsart (Aufweitung: Kraft/Weg) vorgesehen sein.
[0064] Die Honparameter können z.B. so eingestellt werden, dass nach der Konturerzeugung
praktisch jeder Honwinkel erzeugt werden kann. Ein anderer Satz von Honparametern
kann eingestellt werden, um nach der Konturerzeugung ein evtl. vorhandenes "Stufenprofil"
zu egalisieren und/oder um Übergänge zu "verrunden". Alternativ oder zusätzlich kann
eine dritte Honphase als positionsbezogenes Ausfeuern programmiert werden, um an lokalen
Problembereichen einzelner Bauteile (Bsp.: schwache Zylinderrohranbindung) die Rundheit
positiv zu beeinflussen. Es hat sich gezeigt, dass dadurch prozesssichere Rundheitswerte
auch an labil angebundenen Zylinderrohren erzielbar sind.
1. Honverfahren zur Bearbeitung der Innenfläche (318) einer Bohrung in einem Werkstück
(106) mithilfe mindestens einer Honoperation, insbesondere zum Honen von Zylinderlaufflächen
bei der Herstellung von Zylinderblöcken oder Zylinderlaufbuchsen für Hubkolbenmaschinen,
worin
während einer Honoperation ein an eine Spindel (116) angekoppeltes, aufweitbares Honwerkzeug
(200) innerhalb der Bohrung zur Erzeugung einer Hubbewegung in Axialrichtung der Bohrung
hin und her bewegt und gleichzeitig zur Erzeugung einer der Hubbewegung überlagerten
Drehbewegung mit einem über die Spindel (116) übertragenen Drehmoment gedreht wird,
eine in Bezug auf eine Bohrungsachse (312) rotationssymmetrische, von der Kreiszylinderform
abweichende Bohrungsform mit einem axialen Konturverlauf erzeugt wird, und
zur Erzeugung eines axial variierenden Materialabtrags in mindestens einer Hubveränderungsphase
(PH2) eine Hublänge und/oder eine Hublage der Hubbewegung verändert wird, gekennzeichnet durch
eine Steuerung des über die Spindel (116) auf das Honwerkzeug (200) übertragenen Drehmoments
(DM) in der Weise, dass das Drehmoment während der Hubveränderungsphase derart im
Wesentlichen konstant bleibt, dass eine Abweichung des über einen Hub gemittelten
Drehmoments von einem Drehmoment-Sollwert weniger als 15% beträgt.
2. Honverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Steuerung des Drehmoments (DM) in mindestens einer Drehzahlveränderungsphase
eine von der Hublänge abhängige Veränderung der Drehzahl (DZ) des Honwerkzeugs (200)
in der Weise erzeugt wird, dass die Drehzahl bei Reduzierung der Hublänge reduziert
wird.
3. Honverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Veränderung der Drehzahl (DZ) nach Maßgabe einer vorgegebenen Drehzahlveränderungsfunktion
erfolgt.
4. Honverfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Veränderung der Drehzahl (DZ) in Abhängigkeit von der Hublänge gesteuert wird
in der Weise, dass die Drehzahl jedenfalls dann reduziert wird, wenn die Hublänge
weniger als 150%, insbesondere weniger als 100% der axialen Länge von Schneidstoffkörpern
(220-1, 220-2, 220-3) des Honwerkzeugs entspricht.
5. Honverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass empirisch oder theoretisch bestimmte Zusammenhänge zwischen Hublänge und Drehzahl
für bestimmte Kombinationen von Werkzeug- und Werkstücktypen in einem Speicher einer
Steuereinrichtung (180) einer Bearbeitungsmaschine (100) in Form geeigneter Datensätze
hinterlegt werden und auf diese Daten bei der Programmierung der Steuerung für einen
Honprozess zugegriffen wird.
6. Honverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Regelung des Drehmoments (DM) eines zur Drehung der Spindel vorgesehenen Spindelantriebs
(118).
7. Honverfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Spindelantrieb (118) ein das aktuelle Drehmoment des Spindelantriebs repräsentierendes
Drehmoment-Signal erfasst und mit einem einen Sollwert des Drehmoments repräsentierenden
Sollwert-Signal zur Ermittlung einer Sollwertabweichung verglichen wird und eine Steuerung
des Drehmoments des Spindelantriebs in Abhängigkeit von der Sollwertabweichung erfolgt.
8. Honverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Soll-Verlauf des Sollwert des Drehmoments für eine Honoperation vorgegeben und
eine Drehzahl nach Maßgabe des Soll-Verlaufs gesteuert wird.
9. Honverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Veränderung der Hublänge und/oder der Hublage während der Hubveränderungsphase
(PH2) eine Position eines oberen Umkehrpunkts (UO) und/oder eine Position eines unteren
Umkehrpunkts (UU) einer Hubbewegung nach Maßgabe einer Voreinstellung verändert wird.
10. Honverfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens über eine Phase die Position eines oberen Umkehrpunkts (UO) und die Position
des unteren Umkehrpunkts (UU) zwischen aufeinander folgenden Hüben verändert wird.
11. Honverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Honwerkzeug (200) verwendet wird, das mindestens eine der folgenden Eigenschaften
aufweist:
(i) an der ringförmigen Schneidgruppe (220) sind mehr als 60% des Umfangs mit Schneidmittel
belegt, insbesondere mehr als 70% oder mehr als 80% des Umfangs der Schneidgruppe;
(ii) die axiale Länge (LHS) der Schneidstoffkörper liegt bei weniger als 50% des wirksamen
Außendurchmessers der Schneidgruppe, insbesondere zwischen 10% und 30% dieses Außendurchmessers;
(iii) die axiale Länge (LHS) der Schneidstoffkörper liegt im Bereich von 5 mm bis
90 mm;
(iv) die axiale Länge (LHS) der Schneidstoffkörper beträgt weniger als 35% der Bohrungslänge
der Bohrung.
12. Honverfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidstoffkörper als in Umfangsrichtung breite und in Axialrichtung schmale
Honsegmente (220-1, 220-2, 220-3) gestaltet sind, wobei eine in Axialrichtung gemessene
axiale Länge (LHS) der Honsegmente kleiner als die in Umfangsrichtung gemessene Breite
ist.
13. Honverfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidgruppe mindestens drei Honsegmente (220-1, 220-2, 220-3) aufweist, wobei
vorzugsweise drei, vier, fünf oder sechs Honsegmente gleicher oder unterschiedlicher
Umfangsbreite vorgesehen sind.
14. Bearbeitungsmaschine (100) zur Feinbearbeitung einer Innenfläche einer Bohrung in
einem Werkstück (106) mithilfe mindestens einer Honoperation, insbesondere zum Honen
von Zylinderlaufflächen bei der Herstellung von Zylinderblöcken oder Zylinderlaufbuchsen
für Hubkolbenmaschinen, mit mindestens einer Spindel (116) zur Bewegung eines an die
Spindel angekuppelten Honwerkzeuges (200) innerhalb der Bohrung derart, dass durch
mindestens einen an dem Honwerkzeug angebrachten Schneidstoffkörper (220-1, 220-2,
220-3) eine Bearbeitung der Innenfläche (318) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsmaschine dafür konfiguriert ist, ein Honverfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 13 an dem Werkstück durchzuführen.
15. Bearbeitungsmaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung (180) der Bearbeitungsmaschine eine Einrichtung zur Einstellung
eines Drehmoment-Sollwerts und eines Drehmoment-Fensters um den Drehmoment-Sollwert
aufweist.
1. Honing method for machining the internal face (318) of a bore in a workpiece (106)
with the aid of at least one honing operation, in particular for honing cylinder running
faces in the production of cylinder blocks or cylinder liners for reciprocating piston
engines, wherein
during a honing operation a flaring-capable honing tool (200) that is coupled to a
spindle (116) is moved back and forth within the bore for generating a reciprocating
movement in the axial direction of the bore, and is simultaneously rotated for generating
a rotating movement superimposed to the reciprocating movement with a torque transmitted
by way of the spindle (116),
a bore shape having an axial contour profile, which is rotationally symmetrical in
relation to a bore axis (312) and deviates from the circular cylindrical shape, is
generated, and for generating an axially variable material removal in at least one
stroke modification phase (PH2) a stroke length and/or a stroke orientation of the
reciprocating movement is modified,
characterized by
controlling the torque (DM) transmitted by way of the spindle (116) to the honing
tool (200) in such a manner that the torque remains substantially constant during
the stroke modification phase such that a deviation of the torque, averaged across
a stroke, from a torque nominal value is less than 15%.
2. Honing method according to claim 1, characterized in that for controlling the torque (DM) in at least one rotating speed modification phase
a variation of the rotating speed (DZ) of the honing tool (200) is generated as a
function of the stroke length in such a manner that the rotating speed is reduced
upon reducing of the stroke length.
3. Honing method according to claim 2, characterized in that the variation of the rotating speed (DZ) is made according to a predefined rotating
speed variation function.
4. Honing method according to any of claims 2 or 3, characterized in that a variation of the rotating speed (DZ) is controlled as a function of the stroke
length in such a manner that the rotating speed is reduced in any case when the stroke
length corresponds to less than 150%, in particular less than 100%, of the axial length
of cutting material members (220-1, 220-2, 220-3) of the honing tool.
5. Honing method according to any of the preceding claims, characterized in that empirically or theoretically determined interrelations between stroke length and
rotating speed for certain combinations of tool and workpiece types are recorded in
a memory of a controller device (180) of a processing machine (100) in the form of
appropriate data sets and said data are accessed during programming of the controller
for a honing process.
6. Honing method according to any of the preceding claims, characterized by regulation of the torque (DM) of a spindle drive (118) provided for rotating the
spindle.
7. Honing method according to claim 6, characterized in that, on the spindle drive (118), a torque signal representing the current torque of the
spindle drive is detected and compared to a nominal value signal representing a nominal
value of the torque for evaluation of a nominal value deviation and controlling the
torque of the spindle drive is made as a function of the nominal value deviation.
8. Honing method according to any of the preceding claims, characterized in that a nominal contour profile of the nominal value of the torque for a honing operation
is predefined and a rotating speed is controlled according to the nominal contour
profile.
9. Honing method according to any of the preceding claims, characterized in that for variation of the stroke length and/or the stroke orientation during the stroke
modification phase (PH2) a position of an upper reversal point (UO) and/or a position
of a lower reversal point (UU) of a stroke movement is varied according to a predefined
setting.
10. Honing method according to claim 9, characterized in that at least across a phase the position of an upper reversal point (UO) and the position
of a lower reversal point (UU) between successive strokes is varied.
11. Honing method according to any of the preceding claims,
characterized in that a honing tool (200) is used which has at least one of the following properties:
(i) on the annular cutting group (220) more than 60% of the circumference are equipped
with cutting means, in particular more than 70% or more than 80% of the circumference
of the cutting group;
(ii) the axial length (LHS) of the cutting material members is less than 50% of the
effective external diameter of the cutting group, in particular between 10% and 30%
of said external diameter;
(iii) the axial length (LHS) of the cutting material members is in a range from 5
mm to 90 mm;
(iv) the axial length (LHS) of the cutting material members is less than 35% of the
bore length of the bore.
12. Honing method according to claim 11, characterized in that the cutting material members are configured as honing segments (220-1, 220-2, 220-3)
that are wide in the circumferential direction and narrow in the axial direction,
wherein an axial length (LHS) of the honing segments measured in the axial direction
is smaller than the width measured in the circumferential direction.
13. Honing method according to claim 11 or 12, characterized in that the cutting group includes at least three honing segments (220-1, 220-2, 220-3),
wherein preferably three, four, five or six honing segments having the same or different
circumferential widths are provided.
14. Processing machine (100) for fine machining an internal face of a bore in a workpiece
(106) with the aid of at least one honing operation, in particular for honing cylinder
running faces in the production of cylinder blocks or cylinder liners for reciprocating
piston engines, comprising at least one spindle (116) for moving a honing tool (200)
coupled to the spindle within the bore such that, by means of at least one cutting
material member (220-1, 220-2, 220-3) attached to the honing tool, machining of the
internal face (318) is performed, characterized in that the processing machine is configured to carry out a honing method according to any
of claims 1 to 13 on the workpiece.
15. Processing machine according to claim 14, characterized in that a controller device (180) of the processing machine has a device for adjusting a
torque nominal value and a torque frame about the torque nominal value.
1. Procédé de rodage destiné à traiter la surface intérieure (318) d'un alésage ménagé
dans une pièce (106) à l'aide d'au moins une opération de rodage, destinée en particulier
à roder des surfaces de contact de cylindre lors de la fabrication de blocs-cylindres
ou de chemises de cylindre pour machines à pistons alternatifs, procédé dans lequel
pendant une opération de rodage, un outil de rodage extensible (200), accouplé à une
broche (116), est déplacé suivant un mouvement alternatif à l'intérieur de l'alésage
afin de générer un mouvement de course dans la direction axiale de l'alésage et en
même temps est déplacé en rotation afin de générer un mouvement de rotation, superposé
au mouvement de course, avec un couple transmis par le biais de la broche (116),
une forme d'alésage, qui est à symétrie de révolution par rapport à un axe d'alésage
(312) et qui s'écarte de la forme cylindrique circulaire, est générée avec un profil
de contour axial, et
une longueur de course et/ou une position de course du mouvement de course est modifiée
afin de générer un enlèvement de matière qui varie axialement dans au moins une phase
de variation de course (PH2), caractérisé par
une commande du couple (DM), transmis par le biais de la broche (116) à l'outil de
rodage (200), de manière à ce que le couple reste sensiblement constant pendant la
phase de variation de course de telle sorte que le couple moyenné sur une course s'écarte
de moins de 15 % d'une valeur de couple cible.
2. Procédé de rodage selon la revendication 1, caractérisé en ce que, afin de commander le couple (DM) dans au moins une phase de variation de vitesse
de rotation, une variation de la vitesse (DZ) de l'outil de rodage (200), laquelle
variation dépend de la longueur de course, est générée de façon à générer la vitesse
de rotation lorsque la longueur de course est réduite.
3. Procédé de rodage selon la revendication 2, caractérisé en ce que la variation de vitesse de rotation (DZ) est effectuée conformément à une fonction
de variation de vitesse de rotation spécifiée.
4. Procédé de rodage selon l'une des revendications 2 ou 3, caractérisé en ce qu'une variation de la vitesse de rotation (DZ) est commandée en fonction de la longueur
de course de telle sorte que la vitesse de rotation soit réduite dès que la longueur
de course correspond à moins de 150 %, notamment moins de 100 %, de la longueur axiale
de corps de matière de coupe (220-1, 220-2, 220-3) de l'outil de rodage.
5. Procédé de rodage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des relations déterminées empiriquement ou théoriquement entre la longueur de course
et la vitesse de rotation pour des combinaisons déterminées de types d'outils et de
pièces sont stockées dans une mémoire d'un dispositif de commande (180) d'une machine
de traitement (100) sous la forme d'ensembles de données appropriés et ces données
sont consultées lors de la programmation de la commande en vue d'un processus de rodage.
6. Procédé de rodage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par une régulation du couple (DM) d'un entraînement de broche (118) prévu pour faire
tourner la broche.
7. Procédé de rodage selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un signal de couple de rotation, représentatif du couple actuel de la broche d'entraînement,
est détecté au niveau de l'entraînement de broche (118) et est comparé à un signal
de valeur cible, représentatif d'une valeur cible du couple de rotation, pour déterminer
un écart de valeur cible et une commande du couple de l'entraînement de broche est
effectuée en fonction de l'écart de valeur cible.
8. Procédé de rodage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un profil cible de la valeur cible du couple est spécifié pour une opération de rodage
et une vitesse de rotation est commandée conformément au profil cible.
9. Procédé de rodage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour faire varier la longueur de course et/ou la position de course pendant la phase
de variation de course (PH2), une position d'un point d'inversion supérieur (UO) et/ou
une position d'un point d'inversion inférieur (UU) d'un mouvement de course est modifiée
conformément à un préréglage.
10. Procédé de rodage selon la revendication 9, caractérisé en ce que la position d'un point d'inversion supérieur (UO) et la position du point d'inversion
inférieur (UU) sont modifiées entre des courses successives sur au moins une phase.
11. Procédé de rodage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un outil de rodage (200) est utilisé qui présente l'une au moins des propriétés suivantes
:
(i) au niveau du groupe de coupe annulaire (220) plus de 60 % de la circonférence,
en particulier plus de 70 % ou plus de 80 % de la circonférence du groupe de coupe,
sont garnis de moyens de coupe ;
(ii) la longueur axiale (LHS) des corps de matière de coupe est inférieure à 50 %
du diamètre extérieur effectif du groupe de coupe, notamment est comprise entre 10
% et 30 % de ce diamètre extérieur ;
(iii) la longueur axiale (LHS) des corps de matière de coupe est dans la gamme allant
de 5 mm à 90 mm ;
(iv) la longueur axiale (LHS) des corps de matière de coupe est inférieure à 35 %
de la longueur de l'alésage.
12. Procédé de rodage selon la revendication 11, caractérisé en ce que les corps de matière de coupe sont réalisés sous la forme de segments de rodage (220-1,
220-2, 220-3) larges dans la direction circonférentielle et étroits dans la direction
axiale, une longueur axiale (LHS) des segments de rodage, mesurée dans la direction
axiale, étant inférieure à la largeur mesurée dans la direction circonférentielle.
13. Procédé de rodage selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que le groupe de coupe comporte au moins trois segments de rodage (220-1, 220-2, 220-3),
de préférence trois, quatre, cinq ou six segments de rodage étant prévus qui ont des
largeurs circonférentielles identiques ou différentes.
14. Machine de traitement (100) destinée au traitement fin d'une surface intérieure d'un
alésage ménagé dans une pièce (106) à l'aide d'au moins une opération de rodage, destinée
en particulier à roder des surfaces de contact de cylindre lors de la fabrication
de blocs-cylindres ou de chemises de cylindres de machines à pistons alternatifs,
ladite machine de traitement comprenant au moins une broche (116) destinée à déplacer
un outil de rodage (200), accouplé à la broche, à l'intérieur de l'alésage de telle
sorte que la surface intérieure (318) soit traitée par au moins un corps de matière
de coupe (220-1, 220-2, 220-3) monté sur l'outil de rodage, caractérisée en ce que la machine de traitement est configurée pour mettre en œuvre un procédé de rodage
selon l'une des revendications 1 à 13 sur la pièce.
15. Machine de traitement selon la revendication 14, caractérisée en ce qu'un dispositif de commande (180) de la machine de traitement comporte un dispositif
de réglage d'une valeur cible de couple et une fenêtre de couple autour de la valeur
cible de couple.