| (19) |
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(11) |
EP 3 259 221 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.02.2020 Patentblatt 2020/07 |
| (22) |
Anmeldetag: 19.02.2016 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2016/053596 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2016/131977 (25.08.2016 Gazette 2016/34) |
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| (54) |
POSITIONSREGELUNG EINER MASTSPITZE
POSITION CONTROL OF A MASTHEAD
CONTRÔLE DE LA POSITION D'UNE POINTE DE MÂT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
19.02.2015 DE 102015102368
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.12.2017 Patentblatt 2017/52 |
| (73) |
Patentinhaber: Schwing GmbH |
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44653 Herne (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- HENIKL, Johannes
46282 Dosrsten (DE)
- KEMMETMÜLLER, Wolfgang
1140 Wien (AT)
- KUGI, Andreas
1200 Wien (AT)
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| (74) |
Vertreter: Isfort, Olaf et al |
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Schneiders & Behrendt PartmbB
Rechts- und Patentanwälte
Huestraße 23
(Kortumkarree) 44787 Bochum 44787 Bochum (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 2 347 988 WO-A1-2014/165888 DE-A1-102007 012 575
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EP-B1- 1 537 282 WO-A1-2014/165889 JP-A- S6 123 212
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Großmanipulator mit einem ausfaltbaren Mastarm, der
einen um eine Hochachse drehbaren Drehschemel und eine Mehrzahl von Mastsegmenten
aufweist, wobei die Mastsegmente an Knickgelenken um jeweils horizontale Knickachsen
gegenüber einem benachbarten Mastsegment oder dem Drehschemel mittels je eines Antriebsaggregates
begrenzt verschwenkbar sind und wobei an dem Mastarm Mittel zur Neigungsmessung angeordnet
sind, sowie eine Autobetonpumpe mit einem erfindungsgemäßen Großmanipulator.
[0002] Bei modernen Autobetonpumpen, wie beispielsweise in
DE 10 2007 012 575 A1 beschrieben, werden im Allgemeinen Doppelkolbenpumpen zur Förderung des flüssigen
Betons eingesetzt. Der Wechsel zwischen den aktiven Phasen der einzelnen Kolben verursacht
eine Unterbrechung im Betonfluss. Gerade bei hohen Fördermengen kommt es hierbei zu
einer stoßartigen Anregung des Auslegers. Diese zyklische Anregung verursacht Bewegungen
an der Spitze des Auslegers, welche für den Führer des Endschlauchs eine Behinderung
und Belastung im Betrieb darstellen. Aus dem Stand der Technik, beispielsweise aus
EP 2 347 988 A1 oder
JP S61 23212 A, ist eine Vielzahl an Systemen zur aktiven Dämpfung von elastischen Schwingungen
des Auslegers bekannt. Diese reduziert zwar die Bewegungen und können Resonanzphänomene
bei ungünstig eingestellter Pumpfrequenz verhindern, eine zufriedenstellende Kompensation
der Bewegungen der Auslegerspitze ist damit jedoch nicht möglich.
[0003] Die
DE 195 03 895 A1 offenbart einen einfachen Lageregelkreis, welcher die vertikale Bewegung kompensiert.
Als problematisch erweist sich hier jedoch die notwendige messtechnische Erfassung
der Höhe. Hierzu werden Ultraschall- und Lasersensoren zur Messung des Abstands der
Auslegerspitze zum Boden vorgeschlagen. Dieses Messprinzip hat sich jedoch im praktischen
Einsatz als unbrauchbar herausgestellt, da im Betrieb kein hindernisfreier Raum zwischen
der emittierenden Quelle und der Bezugsebene garantiert werden kann. Des Weiteren
wird für die Umsetzung der Regelung die Verwendung des lediglich letzten Mastgelenks
vorgeschlagen. Bei Neigungen des Mastes gegenüber dem Erdschwerefeld nahe der Vertikalen
ist dieses Regelkonzept jedoch nicht einsetzbar.
[0004] Des Weiteren ist aus der
EP 1 537 282 B1 bekannt, dass die Höhe der Mastspitze relativ zur Höhe des Fahrzeugs durch an allen
Mastsegmenten angebrachte Neigungssensoren erfasst werden kann. Durch die Messung
der Neigungen gegenüber dem Erdschwerefeld kann mit einer kinematischen Beschreibung
des Systems die Position der Mastspitze berechnet werden. Hierbei ist es von Vorteil,
dass durch die Verwendung von Neigungssensoren die Deformation der Mastsegmente implizit
mitberücksichtigt wird. Die typischerweise eingesetzten Neigungssensoren können jedoch
nicht zwischen einer Änderung der Neigung und einer translatorischen Beschleunigung
des Sensors unterscheiden. Bei dynamischen Bewegungen liefern diese daher falsche
Messwerte. Sie sind daher für die Umsetzung einer Lageregelung nicht verwendbar.
[0005] Die
WO 2014 / 1658888 A1 oder die
WO 2014 / 1658889 A1 betreffen einen Großmanipulator mit einem Inertialsensor zur Messung der Neigung
und der Beschleunigung eines Mastsegmentes. Eine Lageregelung zur Regelung der Höhe
der Mastspitze ist hier aber nicht vorgesehen.
[0006] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die bekannten Großmanipulatoren
derart weiterzuentwickeln, dass die Dynamik des Systems messtechnisch erfassbar und
regelungstechnisch verwertbar ist. Insgesamt soll ein Großmanipulator bereitgestellt
werden, bei dem eine vertikale Bewegung einer Auslegerspitze einer Autobetonpumpe
während des Pumpbetriebs effektiv reduziert werden kann, was unter anderem zu einer
wesentlichen Entlastung für den Führer des Endschlauchs führt.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Großmanipulator mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie eine Autobetonpumpe mit den Merkmalen des Anspruchs 12.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind jeweils Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Es
ist darauf hinzuweisen, dass die in den Ansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale auch
in beliebiger und technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können
und somit weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen.
[0009] Der erfindungsgemäße Großmanipulator umfasst einen ausfaltbaren Mastarm, der einen
um eine Hochachse drehbaren Drehschemel und eine Mehrzahl von Mastsegmenten aufweist,
wobei die Mastsegmente an Knickgelenken um jeweils horizontale Knickachsen gegenüber
einem benachbarten Mastsegment oder dem Drehschemel mittels je eines Antriebsaggregates
begrenzt verschwenkbar sind. Der erfindungsgemäße Großmanipulator weist wenigstens
einen Inertialsensor zur Messung der Neigung und/oder der Beschleunigung wenigstens
eines Mastsegmentes auf.
[0010] Durch den erfindungsgemäßen Großmanipulator können die aus dem Stand der Technik
bekannten Verfälschungen bei translatorischen Beschleunigungen unterbunden werden.
Der erfindungsgemäße Großmanipulator weist somit gegenüber dem Stand der Technik den
Vorteil auf, dass sich durch ihn eine statisch und dynamisch genaue Messung der vertikalen
Bewegungen der Mastspitze erreichen lässt.
[0011] Bevorzugt ist ein Inertialsensor im Sinne der Erfindung ein Beschleunigungssensor,
der die vertikale Beschleunigung am Ort des Sensors erfasst. Besonders bevorzugt handelt
es sich bei dem Inertialsensor um einen kombinierten Sensor, der neben einem zweiachsigen
Beschleunigungssensor einen Drehratensensor aufweist. Idealerweise steht die Achse
des Drehratensensors orthogonal auf den Beschleunigungsachsen. Da translatorische
Bewegungen nur einen sehr geringen Einfluss auf den Drehratensensor haben, können
die Messsignale des Drehratensensors herangezogen werden, um eine Verfälschung des
aus den Messsignalen des Beschleunigungssensors ermittelten Neigungswinkels zu erkennen
und zu korrigieren. In einer praktischen Umsetzung kann der Neigungswinkel durch zeitliche
Integration der gemessenen Drehrate ermittelt werden, wobei der durch die Beschleunigungssensoren
ermittelte Neigungswinkel zum stationären Abgleich verwendet wird. Hierdurch wird
bei dynamischen Bewegungen des Inertialsensors ein Messfehler reduziert. Vorteilhafterweise
wird ein Gyroskop verwendet. Das Gyroskop misst die Drehrate der Neigung, die nicht
durch die translatorische Bewegung beeinflusst wird. Zur Kombination der Messsignale
der Beschleunigungssensoren und des Drehratensensors kann beispielsweise ein Beobachter
in Form eines erweiterten Kalmanfilters oder ein Ansatz mit komplementären Filtern
verwendet werden.
[0012] An jedem Mastsegment kann wenigstens ein Inertialsensor angeordnet sein. Hierdurch
kann die Messgenauigkeit und -zuverlässigkeit weiter verbessert werden.
[0013] Vorteilhafterweise sind die Inertialsensoren im Wesentlichen in der Mitte eines Mastsegments
angeordnet. Aufgrund der schlanken Konstruktion des Mastarms weisen die einzelnen
Mastsegmente im Betrieb durch die auftretenden statischen und dynamischen Kräfte nicht
zu vernachlässigende elastische Deformationen auf. Durch die Anordnung der Sensoren
in der Mitte der Mastsegmente beinhaltet die Differenz der gemessenen Neigungen von
zwei aufeinanderfolgenden Mastsegmenten neben dem exakten Gelenkwinkel auch einen
Anteil der elastischen Deformation. Hierdurch kann die Kinematik des Mastarms annähernd
als Starrkörperproblem betrachtet werden. Idealerweise weist jedes Mastsegment einen
Inertialsensor auf, wobei dieser etwa in der Mitte des jeweiligen Mastsegmentes angeordnet
ist.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn der Inertialsensor am letzten Mastsegment angeordnet ist.
Hiermit ist erfindungsgemäß das Mastsegment gemeint, das am weitesten vom Drehschemel
entfernt angeordnet ist und an dessen äußerem Ende bevorzugt ein Endschlauch befestigt
ist. Besonders bevorzugt ist der Inertialsensor am letzten Mastsegment nicht in der
Mitte angeordnet. Da der Einfluss der Balkenkrümmung des letzten Mastsegments auf
die Höhe der Mastspitze gering in Relation zu jenen der vorhergehenden Mastsegmente
ist, führt eine derartige Anordnung zu einem ausreichend genauen Messergebnis. Erfindungsgemäß
weist der Mastarm an der Mastspitze einen Intertialsensor auf. Hierdurch kann die
Messung der Höhe der Mastspitze bei schnellen Bewegungen mit großen Beschleunigungen
weiter verbessert werden. Die zweifache zeitliche Integration des die Beschleunigung
in vertikaler Richtung wiedergebenden Messsignals liefert ein Signal, welches eine
gute Übereinstimmung mit den dynamischen Anteilen des Bewegungsablaufs im höheren
Frequenzband aufweist. Erfindungsgemäß können an dem letzten Mastsegment zwei Sensoren
angeordnet sein. Bevorzugt ist ein Sensor im Wesentlichen in der Mitte angeordnet
und ein anderer Sensor an der Mastspitze, also an dem äußeren Ende des Mastsegments.
Für eine ausreichend genaue Messung ist es aber auch hinreichend, wenn nur an der
Mastspitze ein Sensor angeordnet ist.
[0015] Erfindungsgemäß ist wenigstens einem der Knickgelenke des Mastarms ein Winkelsensor
zugeordnet, der die Winkelstellung dieses Knickgelenks erfasst. Besonders bevorzugt
ist jedem Knickgelenk jeweils ein Winkelsensor zugeordnet. In dieser Ausgestaltung
kann der Großmanipulator (mittels eines geeigneten Rechners) mit Vorteil zur Berechnung
der Höhe der Mastspitze aus den erfassten Winkelstellungen der Knickgelenke in Kombination
mit der mittels des am letzten Mastsegment, insbesondere an der Mastspitze, angeordneten
Inertialsensors erfassten Beschleunigung eingerichtet sein. Bei den Winkelsensoren
handelt es sich nicht um Inertialsensoren, sondern um Messaufnehmer mit geometrischer
Auflösung (mit mechanischem, resistivem, induktivem, optischem oder magnetischem Wirkprinzip).
Die Winkelsensoren, dienen, anders ausgedrückt, der Ermittlung der (statischen) Stellung
des Mastarms. Erfindungsgemäß kann zunächst über die Winkelstellungen der Knickgelenke
die Höhe der Mastspitze ermittelt werden. Um die Genauigkeit zu optimieren, kann dabei
die Durchbiegung der Mastsegmente berücksichtigt werden. Dies kann z.B. anhand von
mathematischen Modellen allein oder in Kombination mit weiteren Messsignalen, wie
z.B. von Drucksensoren an den hydraulischen Antriebsaggregaten des Mastarms, erfolgen.
Der so erhaltene Wert der Höhe der Mastspitze kann dann mit dem hochpassgefilterten,
zweifach zeitlich integrierten vertikalen Beschleunigungssignal des am letzten Mastsegment
bzw. an der Mastspitze angeordneten Inertialsensors zusammengeführt werden und ergibt
so einen besonders genauen Messwert der Höhe der Mastspitze. Bei dieser Ausgestaltung
wird nur genau ein Inertialsensor in Form eines Beschleunigungssensors in Kombination
mit einer Anzahl von Winkelsensoren benötigt, die der Zahl der Knickgelenke entspricht.
[0016] Alternativ können die Messsignale, d.h. das Messsignal der vertikalen Beschleunigung
und das über die Neigungswinkel ermittelte Höhenmesssignal, vorzugsweise durch geeignet
gewählte, bevorzugt komplementäre, Filter miteinander kombiniert werden. Die über
die Neigungen der Mastsegmente ermittelte Höhe der Mastspitze wird mit einem Tiefpass
mit geeigneter Grenzfrequenz gefiltert, um hochfrequente dynamische Störungen herauszufiltern.
Das zweifach zeitlich integrierte vertikale Beschleunigungssignal wird mit einem komplementären
Hochpass mit derselben Grenzfrequenz gefiltert. Die beiden gefilterten Signale werden
anschließend zusammengeführt und ergeben einen genauen Messwert der Höhe der Mastspitze.
Alternativ zu der Implementierung mittels komplementärer Filter kann deren Funktion
ebenso durch einen Beobachter bzw. ein Kalman-Filter realisiert werden.
[0017] Der erfindungsgemäße Großmanipulator weist einen Lageregler auf. Durch den Lageregler
kann eine effektiv wirkende Regelung der Höhe der Mastspitze realisiert werden, wodurch
eine induzierte vertikale Bewegung der Mastspitze kompensiert wird. In Abhängigkeit
von den Neigungen der einzelnen Gelenke kann prinzipiell mit jedem Gelenk die Höhe
der Mastspitze manipuliert werden. Während bei Neigungen des zugeordneten Mastsegments
nahe der Waagerechten für das betreffende Gelenk eine große Manipulierbarkeit gegeben
ist, verschwindet diese bei Neigungen nahe der Vertikalen. Dadurch ergibt sich jedoch
für die Umsetzung der Lageregelung das Problem der Auswahl des zu verwendenden Stellglieds.
Es ist bekannt, dass die Messung der Koordinaten der Auslegerspitze (Höhe und Radius)
für die Umsetzung einer sogenannten kartesischen oder zylindrischen Steuerung der
Auslegerspitze verwendbar ist. Hierbei kann der Benutzer mit einem einzelnen Joystick,
welcher mindestens zwei Verstellrichtungen aufweist, für die Mastspitze gezielt eine
Streck- oder Verkürzungsbewegung bei Beibehaltung der Höhe bzw. eine Hub- oder Senkbewegung
bei Beibehaltung des Radius vorgeben. Anhand der Joystick-Vorgaben werden mit einem
Algorithmus Stellsignale für die hydraulischen Aktoren der einzelnen Gelenke berechnet,
welche die gewünschte Bewegung einleiten. Mit einem derartigen Algorithmus wird das
Problem der Auswahl des zu verwendenden Stellglieds für die Lageregelung gelöst. Der
Lageregler rückkoppelt dabei bevorzugt die Abweichung der gemessenen Höhe der Mastspitze
von dessen Sollwert als Vorgabe einer Hub- oder Senkbewegung der Mastspitze für eine
beispielsweise kartesische oder zylindrische Steuerung auf das System auf.
[0018] Bevorzugt ist ein Regelkreis zur Schwingungsdämpfung des Mastes auf Basis einer Regelung
der Gelenkwinkel implementiert. Dieser Regelkreis weist bevorzugt eine Rechnereinheit
auf, die die Höhe der Mastspitze auf Basis einer kinematischen Beschreibung des Masts
und der Messungen der Neigungswinkel der einzelnen Mastsegmente gegenüber dem Erdschwerefeld
berechnet. Vorteilhafterweise werden die Winkelgeschwindigkeiten der einzelnen Knickgelenke
als Stellgrößen dieses Schwingungsdämpfungsregelkreises betrachtet.
[0019] Die erfindungsgemäße Lageregelung wird vorzugsweise der Schwingungsdämpfung überlagert.
Die Lageregelung weist bevorzugt einen Proportional-/Integral-/Differentialregler
(PID-Regler) auf. Der Regler bestimmt anhand einer Regelabweichung (Ist-/Sollwert
der Höhe der Mastspitze) einen Regelausgang, welcher der Mastspitze in Form einer
Hub- oder Senkbewegung als Sollbewegung vorgegeben wird. Der Algorithmus ermittelt
daraus die Stellsignale, welche auf die Stelleingänge der einzelnen Mastgelenke, d.h.
in der Praxis die Steuereingänge der proportionalen Hydraulikventile der Hydraulikantriebe
aufgeschaltet werden. Erfindungsgemäß ist der Algorithmus so ausgebildet, dass anhand
der Ausrichtung der einzelnen Mastarme und/oder der Entfernung der einzelnen Mastgelenke
zum Drehschemel eine Wichtung stattfindet, mit der die auf die Stelleingänge der einzelnen
Mastgelenke aufgeschalteten Stellsignale gewichtet werden. Zum einen steigt die Wichtung,
je weiter das Gelenk vom Drehschemel entfernt ist bzw. je näher das Gelenk an der
Auslegerspitze angeordnet ist. Das Ansteuern der vom Drehschemel weiter entfernten
Mastgelenke bietet den Vorteil, dass die zu bewegende Masse geringer ist und somit
schneller und effektiver einer Lageänderung entgegen gewirkt werden kann. Zum anderen
steigt die Wichtung je horizontaler die einzelnen Mastarme verlaufen. Die Regelung
sollte möglichst auf die horizontal verlaufenden Mastarme einwirken, um die Höhe der
Auslegerspitze wirksam beeinflussen zu können. Der erfindungsgemäße Algorithmus bzw.
die Wichtung wird zweckmäßig daher so ausgeführt, dass grundsätzlich der letzte Mastarm
mit dem größten Stellsignal beaufschlagt wird, wenn er einen annähernd horizontalen
Verlauf aufweist. Verläuft der letzte Mastarm allerdings im Wesentlichen vertikal,
dann erhält ein anderer Mastarm mit horizontalerem Verlauf eine größere Wichtung und
wird mit entsprechend größerem Stellsignal beaufschlagt. Mit dem erfindungsgemäßen
Sensor- und Regelungskonzept kann so insgesamt eine effektiv wirkende Regelung der
Höhe der Auslegerspitze realisiert werden.
[0020] Der Sollwert für die Höhe der Mastspitze wird im praktischen Betrieb bevorzugt durch
das Verfahren des Bedieners bestimmt und ergibt sich daher aus der Ruhelage für die
jeweils aktuelle Stellung des Mastarms. Der erfindungsgemäße Großmanipulator wird
bevorzugt zur Verteilung von Dickstoffen verwendet. Insbesondere dient er zur Förderung
von Beton.
[0021] Ferner ist Gegenstand der Erfindung eine Autobetonpumpe. Die erfindungsgemäße Autobetonpumpe
weist ein Fahrzeuggestell, eine am Fahrzeuggestell angeordnete Dickstoffpumpe, insbesondere
Betonpumpe, und einen Großmanipulator mit den oben beschriebenen Inertialsensoren
auf.
[0022] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren näher
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren jeweils eine besonders bevorzugte
Ausführungsvariante der Erfindung zeigen. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die gezeigten
Ausführungsvarianten beschränkt. Insbesondere umfasst die Erfindung, soweit es technisch
sinnvoll ist, beliebige Kombinationen der technischen Merkmale, die in den Ansprüchen
aufgeführt oder in der Beschreibung als erfindungsrelevant beschrieben sind.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Mastarms in einer ersten Ausgestaltung,
- Fig. 2
- schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Mastarms in einer zweiten Ausgestaltung,
- Fig. 3
- schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Mastarms in einer dritten Ausgestaltung.
- Fig. 4
- schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Mastarms in einer vierten Ausgestaltung.
- Fig. 5
- schematischer Regelkreis gemäß einer Ausgestaltungsform der Erfindung.
[0024] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mastarms 10 mit
Mitteln 34, 36, 38 zur Neigungsmessung in einer ersten Ausgestaltung. Der Großmanipulator
weist einen ausfaltbaren Mastarm 10 mit einem um eine Hochachse drehbaren Drehschemel
12 und einer Mehrzahl von Mastsegmenten 14, 16, 18 auf. Die Mastsegmente 14, 16, 18
sind an Knickgelenken 20, 22, 24 um jeweils horizontale Knickachsen gegenüber einem
benachbarten Mastsegment 14, 16, 18 oder dem Drehschemel 12 mittels je eines Antriebsaggregats
26, 28, 30 begrenzt verschwenkbar. Der Mastarm 10 weist bevorzugt zwischen drei und
fünf Mastsegmente 14, 16, 18 auf. Der erfindungsgemäße Großmanipulator weist wenigstens
einen Inertialsensor 34, 36, 38 zur Erfassung der Neigung der Mastsegmenten 14, 16,
18 gegenüber der Erde auf. Die Inertialsensoren 34, 36, 38 bestehen jeweils bevorzugt
aus einem zweiachsigen Beschleunigungssensor und einem Drehratensensor. Idealerweise
steht die Achse des Drehratensensors orthogonal auf den Beschleunigungsachsen des
Beschleunigungssensors. Da die translatorischen Bewegungen nur einen sehr geringen
Einfluss auf die Drehratensensoren haben, werden deren Messungen herangezogen, um
Verfälschungen der aus den Beschleunigungsmessungen ermittelten Neigungswinkel zu
erkennen und zu korrigieren. Hierdurch wird bei Bewegungen des Mastes ein Messfehler
reduziert.
[0025] Der in Figur 1 dargestellte erfindungsgemäße Mastarm 10 weist an jedem Mastsegment
14, 16, 18 einen Inertialsensor 34, 36, 38 auf. Die Inertialsensoren 34, 36, 38 sind
im Wesentlichen in der Mitte der Mastsegmente 14, 16, 18 angeordnet. Durch eine derartige
Anordnung der Sensoren 34, 36, 38 beinhaltet die Differenz der gemessenen Neigungen
von zwei aufeinanderfolgenden Mastsegmenten 14, 16, 18 neben dem exakten Gelenkwinkel
auch einen Anteil der elastischen Deformation. Hierdurch kann die Kinematik des Mastarms
annähernd als Starrkörperproblem betrachtet werden.
[0026] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mastarms 10 mit
Mitteln zur Neigungsmessung in einer zweiten Ausgestaltung. Die Mastsegmente 14, 16,
18 weisen jeweils einen Inertialsensor 34, 36, 38 auf, die im Wesentlichen in deren
Mitte angeordnet sind. Um die Messung der Höhe der Mastspitze 32 insbesondere bei
schnellen Bewegungen mit großen Beschleunigungen weiter zu verbessern, erfolgt eine
zusätzliche Messung der Beschleunigungen direkt an der Mastspitze 32. Die zweifache
zeitliche Integration des Anteils der Beschleunigung in vertikaler Richtung liefert
ein Messsignal, welches eine gute Übereinstimmung mit den dynamischen Anteilen des
Bewegungsablaufs im höheren Frequenzband aufweist. Hierzu weist das Mastsegment 18,
dessen äußeres Ende die Mastspitze 32 darstellt, einen zusätzlichen Sensor 40 an seinem
äußeren Ende, der Mastspitze 32, auf.
[0027] Für eine ausreichend genaue Messung ist es aber auch hinreichend, wenn nur an der
Mastspitze ein Sensor angeordnet ist.
[0028] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mastarms 10 mit
Mitteln zur Neigungsmessung in einer dritten Ausgestaltung. Die Mastsegmente 14, 16
weisen jeweils einen Inertialsensor 34, 36 auf, die im Wesentlichen in deren Mitte
angeordnet sind. Das Mastsegment 18 weist einen Inertialsensor 40 an dessen äußerem
Ende, der Mastspitze 32, auf. Da der Einfluss der Balkenkrümmung des letzten Mastsegments
18 auf die Höhe der Mastspitze gering in Relation zu jenen der vorhergehenden Mastsegmente
14, 16 ist, führt eine derartige Anordnung zu einem ausreichend genauen Messergebnis.
Auf einen zusätzlichen Sensor 38 kann somit verzichtet werden.
[0029] Figur 4 zeigt eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Mastarms 10 in einer
vierten Ausgestaltung. Die Mastsegmente 14, 16, 18 weisen jeweils einen Winkelsensor
48, 50, 52 auf. Die Winkelsensoren 48, 50, 52 erfassen die Winkelstellungen der einzelnen
Knickgelenke 20, 22, 24. An der Mastspitze 32 ist ferner ein Inertialsensor 40 angeordnet,
der die vertikale Beschleunigung der Mastspitze 32 erfasst. Durch Kombination der
Signale der Winkelsensoren 48, 50, 52 mit den Signalen des Inertialsensors 40 lässt
sich eine sehr genaue Bestimmung der momentanen Höhe der Mastspitze 32 realisieren.
[0030] Mit dem dargestellten Sensorkonzept kann eine effektiv wirkende Regelung der Höhe
der Auslegerspitze realisiert werden. Dies ist in Figur 5 schematisch gezeigt.
[0031] Es wird dabei davon ausgegangen, dass zur Schwingungsdämpfung des Mastarms 10 eine
Regelung der Gelenkwinkel implementiert ist. Die Winkelgeschwindigkeiten der einzelnen
Gelenke 20, 22, 24 sind dabei die Stellgrößen U1, U2, U3 des Systems.
[0032] Der Schwingungsdämpfung wird erfindungsgemäß eine Lageregelung auf Basis eines PID-Reglers
46 und eines Moduls 47 zur Steuerung der Hub- oder Senkbewegung der Mastspitze 32
überlagert. Aus den Messsignalen der an dem Mast 10 angeordneten Inertialsensoren
34, 36, 38, 40 (siehe Figur 2) oder aus den Signalen der Winkelsensoren 48, 50, 52
in Kombination mit dem Signal des Inertialsensors 40 (siehe Figur 4) wird wie oben
beschrieben die momentane Höhe H der Mastspitze mittels eines Rechners 42 ermittelt.
Die Lageregelung bestimmt anhand der Regelabweichung (Abweichung des Istwertes der
Höhe der Mastspitze 32 von dessen Sollwert) einen Reglerausgang A, der als Sollwert
in Form einer Hub- oder Senkbewegung der Mastspitze für das Modul 47 vorgegeben wird.
Diese berechnet die Steuersignale, welche auf die Stellgrößen U1, U2 und U3 der einzelnen
Gelenke 20, 22 und 24 aufgeschaltet werden.
[0033] Der Sollwert für die Höhe der Mastspitze 32 wird im praktischen Betrieb durch das
Verfahren des Bedieners bestimmt und ergibt sich daher aus der Ruhelage für die jeweils
aktuelle Stellung des Mastarms 10. Eine genaue Berechnung der Ruhelage der Höhe der
Mastspitze 32 anhand der aktuellen stationären Werte der Gelenkwinkel ist aufgrund
der Komplexität des Gesamtsystems und der nur ungenauen Kenntnis der Modellparameter
für den praktischen Betrieb nicht möglich und auch nicht nötig. Daher wird für den
PID-Regler 46 zur Bestimmung der Regelabweichung ein einfaches Hochpassfilter 44 mit
einer geeignet gewählten Grenzfrequenz verwendet. Ein Wegdriften der Höhe von der
ursprünglichen Position durch den Reglereingriff wird durch die zugrunde liegende
Schwingungsdämpfungsregelung verhindert, welche eine Regelung der Gelenkpositionen
beinhaltet. Durch die dargestellte Regelung können vertikale Bewegungen der Mastspitze
32, z.B. einer Autobetonpumpe während des Pumpbetriebs, effektiv reduziert werden.
Bezuaszeichenliste
[0034]
- 10
- Mastarm
- 12
- Drehschemel
- 14
- erstes Mastsegment
- 16
- zweites Mastsegment
- 18
- drittes Mastsegment
- 20
- erstes Knickgelenk
- 22
- zweites Knickgelenk
- 24
- drittes Kickgelenk
- 26
- erstes Antriebselement
- 28
- zweites Antriebselement
- 30
- drittes Antriebselement
- 32
- Mastspitze
- 34
- erster Inertialsensor
- 36
- zweiter Inertialsensor
- 38
- dritter Inertialsensor
- 40
- Inertialsensor Mastspitze
- 42
- Rechner
- 44
- Hochpassfilter
- 46
- PID-Regler
- 47
- Modul zur Steuerung der Hub-und Senkbewegung der Mastspitze
- 48
- erster Winkelsensor
- 50
- zweiter Winkelsensor
- 52
- dritter Winkelsensor
1. Großmanipulator mit einem ausfaltbaren Mastarm (10), der einen um eine Hochachse drehbaren
Drehschemel (12) und eine Mehrzahl von Mastsegmenten (14, 16, 18) aufweist, wobei
die Mastsegmente (14, 16, 18) an Knickgelenken (20, 22, 24) um jeweils horizontale
Knickachsen gegenüber einem benachbarten Mastsegment (14, 16, 18) oder dem Drehschemel
(12) mittels je eines Antriebsaggregates (26, 28, 30) begrenzt verschwenkbar sind,
mit wenigstens einem Inertialsensor (34, 36, 38, 40) zur Messung der Neigung und/oder
der Beschleunigung wenigstens eines Mastsegmentes (14, 16, 18), gekennzeichnet durch wenigstens einen einem der Knickgelenke (20, 22, 24) zugeordneten Winkelsensor (48,
50, 52), der die Winkelstellung dieses Knickgelenks (20, 22, 24) erfasst, wobei wenigstens
ein Inertialsensor (38, 40) an dem letzten Mastsegment (18), insbesondere an der Mastspitze
(32), angeordnet ist und die Beschleunigung des letzten Mastsegmentes (18) erfasst,
wobei eine Lageregelung zur Regelung der Höhe der Mastspitze (32) basierend auf den
Messsignalen des wenigstens einen Inertialsensors (34, 36, 38, 40) vorgesehen ist,
wobei die Lageregelung zur Berechnung der Höhe der Mastspitze (32) aus den gemessenen
Neigungen der Mastsegmente (14, 16, 18) oder aus den erfassten Winkelstellungen der
Knickgelenke (20, 22, 24) in Kombination mit der mittels des am letzten Mastsegment
(18), insbesondere an der Mastspitze (32), angeordneten Inertialsensors (38, 40) erfassten
Beschleunigung eingerichtet ist, wobei eine zweifache zeitliche Integration des Anteils
der gemessenen Beschleunigung in vertikaler Richtung erfolgt.
2. Großmanipulator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Inertialsensor (34, 36, 38, 40) einen zweiachsigen Beschleunigungssensor und
einen Drehratensensor umfasst.
3. Großmanipulator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Inertialsensor so ausgebildet ist, dass er die Messsignale des zweiachsigen Beschleunigungssensors
mit dem zeitlich integrierten Messsignal des Drehratensensors kombiniert.
4. Großmanipulator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass er zur Verarbeitung der Messsignale des zweiachsigen Beschleunigungssensors und des
Drehratensensors einen Beobachter, insbesondere ein erweitertes Kalmanfilter oder
ein komplementäres Filter verwendet.
5. Großmanipulator nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem Mastsegment (14, 16, 18) wenigstens ein Inertialsensor (34, 36, 38) angeordnet
ist.
6. Großmanipulator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Inertialsensoren (34, 36, 38) im Wesentlichen in der Mitte eines Mastsegments
(14, 16, 18) angeordnet sind.
7. Großmanipulator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Knickgelenk (20, 22, 24) jeweils ein Winkelsensor (48, 50, 52) zugeordnet ist.
8. Großmanipulator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Großmanipulator eine Regeleinrichtung zur Schwingungsdämpfung aufweist.
9. Großmanipulator nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerregelung der Schwingungsdämpfung überlagert ist.
10. Großmanipulator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereglung so ausgebildet ist, dass sie Stellsignale, welche auf die Stelleingänge
der einzelnen Mastgelenke aufgeschaltet werden, in Abhängigkeit von der Ausrichtung
der einzelnen Mastarme und/oder der Entfernung der einzelnen Mastgelenke/Mastarme
zum Drehschemel ermittelt.
11. Großmanipulator nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereglung so ausgebildet ist, dass sie die Stellsignale anhand einer kartesischen
oder zylindrischen Steuerung der Mastspitze ermittelt.
12. Autobetonpumpe aufweisend ein Fahrzeuggestell, eine am Fahrzeuggestell angeordnete
Dickstoffpumpe, insbesondere Betonpumpe, und einen Großmanipulator nach einem der
vorangehenden Ansprüche.
1. Large manipulator with a foldable mast arm (10), which has a turntable (12) rotatable
about a vertical axis and a plurality of mast segments (14, 16, 18), wherein the mast
segments (14, 16, 18) are pivotable to a limited extent on articulated joints (20,
22, 24) about horizontal articulation axes in each case relative to an adjacent mast
segment (14, 16, 18) or the turntable (12) by means of a drive unit (26, 28, 30),
with at least one inertial sensor (34, 36, 38, 40) for measuring the inclination and/or
the acceleration of at least one mast segment (14, 16, 18), characterised by at least one angle sensor (48, 50, 52), which is associated with one of the articulated
joints (20, 22, 24) and detects the angular position of this articulated joint (20,
22, 24), wherein at least one inertial sensor (38, 40) is arranged on the last mast
segment (18), in particular on the mast tip (32) and detects the acceleration of the
last mast segment (18), wherein a position controller for controlling the height of
the mast tip (32) based on the measuring signals of the at least one inertial sensor
(34, 36, 38, 40) is provided, wherein the position controller is adapted to calculate
the height of the mast tip (32) from the measured inclinations of the articulated
joints (20, 22, 24) in combination with the acceleration detected by means of the
inertial sensor (38, 40) arranged on the last mast segment (18), in particular on
the mast tip (32), wherein a twofold time integration of the portion of the measured
acceleration in a vertical direction takes place.
2. Large manipulator according to claim 1, characterised in that the inertial sensor (34, 36, 38, 40) comprises a biaxial acceleration sensor and
a rotation rate sensor.
3. Large manipulator according to claim 2, characterised in that the inertial sensor is formed so that it combines the measuring signals of the biaxial
acceleration sensor with the time-integrated measuring signal of the rotation rate
sensor.
4. Large manipulator according to claim 3, characterised in that to process the measuring signals of the biaxial acceleration sensor and the rotation
rate sensor it uses an observer, in particular an extended Kalman filter or a complementary
filter.
5. Large manipulator according to any one of claims 1 to 4, characterised in that at least one inertial sensor (34, 36, 38) is arranged on each mast segment (14, 16,
18).
6. Large manipulator according to any one of the preceding claims, characterised in that the inertial sensors (34, 36, 38) are arranged substantially in the centre of a mast
segment (14, 16, 18).
7. Large manipulator according to any one of the preceding claims, characterised in that an angle sensor (48, 50, 52) is associated with each articulated joint (20, 22, 24).
8. Large manipulator according to any one of the preceding claims, characterised in that the large manipulator has a control device for damping vibrations.
9. Large manipulator according to claim 8, characterised in that the position controller is superimposed on the vibration damping.
10. Large manipulator according to any one of the preceding claims, characterised in that the position controller is designed so that it determines control signals, which
are connected to the control inputs of the individual mast joints, as a function of
the orientation of the individual mast arms and/or the distance of the individual
mast joints/mast arms from the turntable.
11. Large manipulator according to claim 10, characterised in that the position controller is designed so that it determines the control signals by
means of Cartesian or cylindrical control of the mast tip.
12. Truck-mounted concrete pump having a vehicle chassis, a high density solids pump,
in particular concrete pump, arranged on the vehicle chassis, and a large manipulator
according to any one of the preceding claims.
1. Manipulateur de grande dimension comprenant un bras de mât (10) dépliable, qui comporte
une selle orientable (12) rotative sur un axe vertical et une pluralité de segments
de mât (14, 16, 18), les segments de mât (14, 16, 18) pouvant pivoter de manière limitée
au niveau d'articulations (20, 22, 24) respectivement sur des axes d'articulation
horizontaux par rapport à un segment de mât (14, 16, 18) voisin ou à la selle orientable
(12) au moyen respectivement d'un ensemble moteur (26, 28, 30), comprenant au moins
un capteur inertiel (34, 36, 38, 40) pour mesurer l'inclinaison et/ou l'accélération
d'au moins un segment de mât (14, 16, 18), caractérisé par au moins un capteur angulaire (48, 50, 52) associé à une des articulations (20, 22,
24) et qui détecte la position angulaire de cette articulation (20, 22, 24), au moins
un capteur inertiel (38, 40) étant disposé sur le dernier segment de mât (18), en
particulier à la pointe du mât (32), et détectant l'accélération du dernier segment
de mât (18), un dispositif de contrôle de position destiné à contrôler la hauteur
de la pointe du mât (32) sur la base des signaux de mesure de l'au moins un capteur
inertiel (34, 36, 38, 40) étant prévu, le dispositif de contrôle de position étant
configuré pour calculer la hauteur de la pointe du mât (32) à partir des inclinaisons
mesurées des segments de mât (14, 16, 18) ou à partir des positions angulaires détectées
des articulations (20, 22, 24) en combinaison avec l'accélération détectée au moyen
du capteur inertiel (38, 40) disposé sur le dernier segment de mât (18), en particulier
à la pointe du mât (32), une double intégration temporelle de la part de l'accélération
dans la direction verticale mesurée étant effectuée.
2. Manipulateur de grande dimension selon la revendication 1, caractérisé en ce que le capteur inertiel (34, 36, 38, 40) comprend un accéléromètre deux axes et un capteur
de vitesse de rotation.
3. Manipulateur de grande dimension selon la revendication 2, caractérisé en ce que le capteur inertiel est conçu de manière à combiner les signaux de mesure de l'accéléromètre
deux axes et le signal de mesure intégré temporellement du capteur de vitesse de rotation.
4. Manipulateur de grande dimension selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'il utilise, pour le traitement des signaux de mesure de l'accéléromètre deux axes
et du capteur de vitesse de rotation, un observateur, en particulier un filtre de
Kalman étendu ou un filtre complémentaire.
5. Manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'au moins un capteur inertiel (34, 36, 38) est disposé sur chaque segment de mât (14,
16, 18).
6. Manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les capteurs inertiels (34, 36, 38) sont disposés sensiblement au milieu d'un segment
de mât (14, 16, 18).
7. Manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un capteur angulaire (48, 50, 52) est respectivement associé à chaque articulation
(20, 22, 24).
8. Manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le manipulateur de grande dimension comporte un moyen de contrôle pour l'amortissement
des vibrations.
9. Manipulateur de grande dimension selon la revendication 8, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle de la position a la priorité sur l'amortissement des vibrations.
10. Manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle de la position est conçu de manière à déterminer des signaux
de commande, qui sont appliqués aux entrées de commande des différentes articulations
du mât, en fonction de l'orientation des différents bras de mât et/ou de la distance
entre les différentes articulations du mât / différents bras de mât et la selle orientable.
11. Manipulateur de grande dimension selon la revendication 10, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle de la position est conçu de manière à déterminer les signaux
de commande à l'aide d'une commande cartésienne ou cylindrique de la pointe du mât.
12. Pompe à béton automotrice comportant un châssis de véhicule, une pompe à liquides
visqueux, en particulier une pompe à béton, disposée sur le châssis de véhicule, et
un manipulateur de grande dimension selon l'une des revendications précédentes.
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