GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine auswechselbare Ausrüstung für eine Arbeitsmaschine, wie
beispielsweise eine auswechselbare Schaufel oder ein Schneeräumschild für einen Schaufellader
bzw. einen Schneeräumer.
[0002] Unter auswechselbarer Ausrüstung ist dabei ein Teil der Arbeitsmaschine zu verstehen,
mit welchem die eigentliche Arbeit verrichtet wird, also beispielsweise in den oben
genannten Fällen die Schaufel, mit der das Schüttgut geschaufelt wird, oder das Schneeräumschild,
mit welchem der Schnee geräumt wird. Eine auswechselbare Ausrüstung umfasst dabei
auch verschiedene auswechselbare Werkzeuge.
STAND DER TECHNIK
[0003] Im Stand der Technik ist es bekannt, Arbeitsmaschinen, wie beispielsweise Bagger,
Radlader, Traktoren, Kehrmaschinen, Schneeräumer und Ähnliches, mit auswechselbarer
Ausrüstung zur Verrichtung der Arbeit mit der mobilen Arbeitsmaschine zu versehen.
Beispielsweise ist es bekannt, dass Arbeitsmaschinen mit auswechselbaren Schaufeln
vorgesehen werden, um die Größe der Schaufel je nach Bedarf an die Einsatzanforderungen
anzupassen. So können beispielsweise größere oder kleinere Schaufeln im Hinblick auf
das Volumen, breitere Schaufeln oder Schneeräumschilde oder Kehrbesen oder schmalere
Ausrüstungsteile an ein und derselben Arbeitsmaschine eingesetzt werden, wenn diese
das Auswechseln der zur Verrichtung der Arbeit erforderlichen Ausrüstung erlaubt.
Mit solchen Arbeitsmaschinen mit auswechselbarer Ausrüstung kann die konkret eingesetzte
Ausrüstung flexibel an die jeweiligen Betriebserfordernisse angepasst werden.
[0004] Andererseits ist es bekannt, um ein Fahrzeug, auch ein Nutzfahrzeug, ein indirektes
Sichtsystem (wie beispielsweise Spiegel oder ein Kamerasystem) anzubringen, um etwaige
Sichteinschränkungen, die aufgrund der Fahrzeuggeometrie und/oder der Ausrüstung vorhanden
sind, auf ein Minimum zu reduzieren, so dass der Fahrer jederzeit einen möglichst
umfassenden Blick rund um das Fahrzeug und insbesondere in im Betrieb gegebenenfalls
auftretende Gefahrenbereiche hat. Beispielsweise ist es dazu bekannt, auf dem Dach
einer Arbeitsmaschine ein Kamera- und/oder Spiegelsystem anzubringen. Ferner dienen
solche indirekten Sichtsysteme dazu, gesetzliche Sichtfelder jederzeit im Betrieb
der Arbeitsmaschine von einem Fahrer einsehbar zu halten, so dass die Erfordernisse
der gesetzlichen Vorgaben für die Verkehrssicherheit erfüllt sind. Dazu schreiben
verschiedene Regularien für verschiedene Fahrzeugtypen entsprechende gesetzlich vorgeschriebene
Sichtfelder vor, wie beispielsweise die Norm ECE R46 oder ISO 5006, welche Sichtfelder
rund um ein Fahrzeug definiert, die im Betrieb einer Arbeitsmaschine dauerhaft und
in Echtzeit jederzeit vom Fahrer bzw. Bediener der Arbeitsmaschine einsehbar sein
müssen.
[0005] In diesem Zusammenhang ist es ferner bekannt, statt der Spiegel sogenannte Spiegelersatzsysteme
zu verwenden, die insbesondere die vom Fahrer des Fahrzeugs bzw. der Arbeitsmaschine
nicht einsehbare Umgebung um die Arbeitsmaschine mittels Bildaufnahmeeinrichtungen,
wie beispielsweise Kameras, erfassen und für der Fahrer auf einer Wiedergabeeinheit
im Inneren des Fahrzeugs jederzeit und in Echtzeit einsehbar darstellen. Jederzeit
bedeutet dabei insbesondere, dass die Sichtbereiche und Sichtfelder rund um das Fahrzeug
zeitlich ununterbrochen von anderen Eingaben, wie beispielsweise Überblendungen oder
Ausblendungen, auf der Wiedergabeeinheit für der Fahrer einsehbar dargestellt werden,
so dass unabhängig von der konkreten Verkehrssituation oder Fahrsituation der Fahrer
bei einem Blick auf die Wiedergabeeinheit stets einen Eindruck von der Verkehrssituation
um das Fahrzeug erhalten kann. Zeitlich ununterbrochen bedeutet ferner, dass sich
die Darstellungen nicht abwechseln, sondern vielmehr die gesetzlich vorgeschriebenen
Sichtfelder und gegebenenfalls weitere Sichtbereiche stets einsehbar sind.
[0006] Insbesondere dann, wenn die Arbeitsmaschine mit einer auswechselbaren Ausrüstung
bzw. einem auswechselbaren Werkzeug versehen ist, tritt der Fall auf, dass in Abhängigkeit
von der tatsächlichen Größe und den geometrischen Gegebenheiten der Ausrüstung, die
aktuell am Fahrzeug angebracht wird, die nicht oder schlecht einsehbaren Bereiche
für den Fahrer durch direkte Sicht, wenn er auf seinem Sitz in der Fahrerkabine sitzt,
sich von auswechselbarer Ausrüstung zu auswechselbarer Ausrüstung ändern können. So
kann beispielsweise bei besonders breiten oder bei besonders großen Schaufeln die
Sicht deutlich eingeschränkter sein als bei kleineren Schaufeln. Ferner kann gegebenenfalls
abhängig von der speziellen geometrischen Ausformung der auswechselbaren Ausrüstung
auch das Sichtfeld rund um das Fahrzeug, das durch direkte Sicht für den Fahrer einsehbar
ist, verändert sein. Bei einer fest an der Arbeitsmaschine angebrachten Einrichtung
zur indirekten Sicht, die dazu dienen soll, in den durch die auswechselbare Ausrüstung
für den Fahrer verdeckten Bereich rund um die Arbeitsmaschine einzusehen, besteht
somit das Problem, dass für alle möglichen Konfigurationen der auswechselbaren Ausrüstung
eine einheitliche Anordnung und Einstellung der Einrichtung zur indirekten Sicht gewählt
werden muss, was oftmals zu unbefriedigenden Ergebnissen im Hinblick auf die Einsehbarkeit
und damit zu einem Gefahrenpotential während des Betriebs führt.
AUFGABEN DER ERFINDUNG
[0007] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine möglichst flexible auswechselbare
Ausrüstung für eine Arbeitsmaschine und eine Arbeitsmaschine mit einer solchen auswechselbaren
Ausrüstung vorzusehen, die aufgrund der auswechselbaren Ausrüstung entstehende Sichteinschränkungen
für den Bediener der Arbeitsmaschine reduziert und einen sicheren und effizienten
Betrieb ermöglicht.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0008] Diese Aufgabe wird mit einer auswechselbaren Ausrüstung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und einer Arbeitsmaschine mit einer auswechselbaren Ausrüstung mit den Merkmalen
des Anspruchs 7 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0009] Dabei bezieht sich der Begriff auswechselbare Ausrüstung neben auswechselbaren Ausrüstungen
an sich auch auf auswechselbare Werkzeuge. Auswechselbare Ausrüstungen im engeren
Sinne sind z. B. Hochgipsschaufeln, Siebschaufeln, Kehrbesen usw., auswechselbare
Werkzeuge sind z. B. Löffel, Schaufeln, Reißzähne usw. Diese werden alle einheitlich
als auswechselbare Ausrüstung bezeichnet. Unter Bediener ist diejenige Person zu verstehen,
die die mobile Arbeitsmaschine bedient und ggf. auch fährt. Der Bediener kann, je
nach Arbeitsmaschine, die Maschine von einem Fahrersitz aus bedienen, oder von einem
getrennt davon vorgesehenen Bedienerposten. Die Anordnung kann dabei, wenn getrennte
Positionen für das Fahren und das Bedienen vorgesehen sind, so sein, dass der Fahrer/Bediener
in beiden Positionen Einblick bzw. Wahrnehmung der Wiedergabeeinheit hat, oder nur
in einer der Positionen, je nachdem ob er für das Fahren oder das Bedienen der mobilen
Arbeitsmaschine unterstützt werden soll.
[0010] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen Sensor wie z. B. die Einrichtung
zur indirekten Sicht unmittelbar an der auswechselbaren Ausrüstung anzubringen bzw.
in diese zu integrieren, und diesen Sensor mit einer Anzeige- oder Wiedergabeeinheit
für den Fahrer und/oder Bediener zu koppeln. Dadurch kann die jeweilige Geometrie
der auswechselbaren Ausrüstung, wie beispielsweise der Schaufel, dem Brecher, dem
Meißel, dem Schneeräumschild, der Fräse oder Kehrbesen, bei der Ausrichtung und Positionierung
des Sensors an der Ausrüstung berücksichtigt werden, so dass ein durch die auswechselbare
Ausrüstung für den Bediener bzw. Fahrer verdeckter Bereich, der hinter der auswechselbaren
Ausrüstung in Blickrichtung des Fahrers liegt, wenn dieser auf dem Fahrersitz und/oder
Bedienersitz der Arbeitsmaschine sitzt, jederzeit gut durch den Sensor abgedeckt bzw.
eingesehen werden kann. Dies wird dadurch erreicht, dass der Sensor, beispielsweise
ein Bildsensor, wie eine Kamera oder ein anderer Bildsensor, oder aber ein Radarsensor,
ein Ultraschallsensor und/oder ein Lasersensor, unmittelbar an der auswechselbaren
Ausrüstung angebracht wird und nicht an dem bei Auswechseln der auswechselbaren Ausrüstung
gleichbleibenden Teil der Arbeitsmaschine. Dadurch kann auch erreicht werden, dass
bei Arbeitsmaschinen, an denen verschiedene Typen auswechselbarer Ausrüstung angebracht
werden können, z. B. Räumschilde einerseits und Schaufeln andererseits, der Sensor
und seine Lage und Position auch an den Typ der auswechselbaren Ausrüstung angepasst
werden können, insbesondere wenn im Betrieb (auch) die Funktion der auswechselbaren
Ausrüstung und/oder das Arbeitsergebnis überwacht, aufgezeichnet und/oder versendet
bzw. gespeichert werden sollen.
[0011] Die von dem Sensor erfassten Daten werden über eine Kopplungseinrichtung an eine
Wiedergabeeinheit geliefert, mit welcher der im Fahrzeug bzw. der Arbeitsmaschine
sitzende Bediener und/oder Fahrer die vom Sensor erfassten Bereiche einsehen bzw.
Warnsignale daraus empfangen kann. Beispielsweise kann die Wiedergabeeinheit ein Monitor
oder ein Projektor sein, welche die von einer Kamera oder einem Bildsensor erfassten
Daten wiedergibt. Alternativ oder zusätzlich kann die Wiedergabeeinheit auch einen
Lautsprecher oder eine andere Signaleinrichtung, wie eine Leuchte, enthalten, die
ein optisches oder akustisches Warnsignal bei Erkennen und/oder Erfassen eines Hindernisses
bei Gefahr an den Fahrer bzw. Bediener der Arbeitsmaschine ausgibt. Dazu kann der
Sensor zusätzlich mit einer Verarbeitungseinheit gekoppelt sein, welche die an die
Wiedergabeeinheit zu liefernden Daten aufbereitet. Die Wiedergabeeinheit, die Verarbeitungseinheit
und gegebenenfalls weitere Berechnungs- oder Analyseeinheiten können in einer gemeinsamen
Einheit zusammengefasst werden, beispielsweise in eine ECU des Fahrzeugs und/oder
ein Fahrerassistenzsystem integriert sein, oder sie können als separate Einheiten
ausgebildet sein. Die Wiedergabeeinheit kann ferner dieselbe Wiedergabeeinheit sein,
die für ein Spiegelersatzsystem am Fahrzeug verwendet wird, mit welchem die herkömmlichen
Fahrzeugspiegel mittels Kameraeinrichtungen ersetzt werden und die von den Kameraeinrichtungen
erfassten Einsichten in gesetzlich vorgeschriebene Sichtfelder auf einer Wiedergabeeinheit
wiedergegeben werden. Ein Teil dieser Wiedergabeeinheit kann beispielsweise dafür
genutzt werden, die mittels des Sensors erfassten Daten darzustellen und somit dem
Bediener bzw. Fahrer eine Einsicht in den vor bzw. in Blickrichtung hinter der auswechselbaren
Einrichtung liegenden Bereich zu geben.
[0012] Für die Kopplung des Sensors mit der Wiedergabeeinheit, gegebenenfalls über die Verarbeitungseinheit,
ist an der auswechselbaren Ausrüstung vorzugsweise eine datentechnische Kopplungseinrichtung
vorgesehen. Diese Kopplungseinrichtung kann eine kabellose Schnittstelle sein, mit
welcher die erfassten Daten drahtlos an die Verarbeitungseinheit und/oder die Wiedergabeeinheit
übertragen werden. Alternativ kann auch eine kabelgebundene Schnittstelle als Kopplungseinrichtung
vorgesehen werden, die bei einer Kopplung der auswechselbaren Ausrüstung mit der Arbeitsmaschine
beispielsweise ebenfalls automatisch gekoppelt wird. Eine Kopplung der kabelgebundenen
Schnittstelle der auswechselbaren Ausrüstung mit dem entsprechenden Gegenstück an
der Arbeitsmaschine kann ferner dazu verwendet werden, eine sichere mechanische Kopplung
der auswechselbaren Ausrüstung an sich mit der Arbeitsmaschine zu erfassen, beispielsweise
ob die auswechselbare Ausrüstung in eine Wechseleinrichtung sicher eingerastet ist.
Alternativ kann für die Kontrolle des sicheren Einrastens nach Bedarf ein zusätzlicher
Sensor vorgesehen werden oder eine optische Kontrolle vorgenommen werden.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist an der auswechselbaren Ausrüstung eine
weitere Funktionseinheit angebracht, die im Betrieb derart mit dem Sensor zusammenwirkt,
dass die weitere Funktionseinheit den Sensor unterstützt. Diese weitere Funktionseinheit
wird vorzugsweise durch die Verarbeitungseinheit oder eine speziell dafür vorgesehene
Einrichtung, die auch den Sensor ansteuert, gleichzeitig mit dem Sensor angesteuert.
Beispielsweise kann die zusätzliche Funktionseinheit eine Beleuchtungseinrichtung
sein, die den von einer Kamera oder einem Bildsensor erfassten Bereich nach Bedarf
zusätzlich ausleuchtet, um entsprechende Helligkeitsverhältnisse zu gewährleisten.
Alternativ kann beispielsweise ein GPS-Sensor als zusätzliche Funktionseinheit vorgesehen
werden.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird der Sensor, beispielsweise über die Verarbeitungseinheit
oder eine andere Steuereinheit, über eine Eingabeeinrichtung angesteuert. Diese Eingabeeinrichtung
kann eine manuelle Eingabeeinrichtung sein, die eine Eingangssteuergröße erzeugt,
wie beispielsweise ein Schalter, ein Touch-Pad oder Ähnliches. Ferner kann die Eingangsgröße
mittels eines Helligkeits- oder Bewegungssensors, also eines fahrzeuggebundenen weiteren
Sensors, erzeugt werden, der Umgebungsdaten oder zusätzliche Daten, die nicht unmittelbare
Maschinendaten sind, erfasst. Schließlich kann die Eingabeeinrichtung auch ein Neigungssensor
der Arbeitsmaschine, ein Sensor für ein Zündsignal, ein Sensor für ein anderes Steuersignal
oder Ähnliches sein, die Fahrzeugdaten erfassen und bei Vorliegen einer speziellen
Fahrzeugsituation den Sensor entsprechend ansteuern. Beispielsweise kann der Sensor
im Hinblick auf eine Ein-/Ausfunktion angesteuert werden, oder er kann im Hinblick
auf andere Betriebsparameter angesteuert werden, beispielsweise um den Sensor nur
dann in Einsatz zu bringen, wenn sich die auswechselbare Ausrüstung an einer entsprechenden
Position (Betriebsposition) befindet und beispielsweise nicht weggeklappt ist.
[0015] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist die Wiedergabeeinheit dieselbe Wiedergabeeinheit,
die auch für ein Spiegelersatzsystem der mobilen Arbeitsmaschine verwendet wird. In
diesem Fall kann neben den gesetzlich vorgeschriebenen Sichtfeldern, die dauerhaft
und jederzeit einsehbar für den Fahrer dargestellt werden müssen, Information über
den Bereich, der mit dem Sensor erfasst wird, auf der gemeinsamen Wiedergabeeinheit
gezeigt werden. Beispielsweise kann die Wiedergabeeinheit dazu mehrere Monitore oder
einen einzigen Monitor, der im Splitscreen-Verfahren arbeitet, umfassen. In diesem
Fall ist der Sensor vorzugsweise eine Kamera oder eine andere Aufnahmeeinheit.
[0016] Bevorzugterweise erfasst der Sensor den nicht einsehbaren Sichtbereich, der durch
die auswechselbare Ausrüstung für den Fahrer verdeckt ist, und ermöglicht dadurch
einen sicheren Betrieb der mobilen Arbeitsmaschine, an der die auswechselbare Ausrüstung
angebracht ist.
[0017] Vorzugsweise enthält der nicht einsehbare Sichtbereich zumindest teilweise ein gesetzlich
vorgeschriebenes Sichtfeld, so dass gleichzeitig die gesetzlichen Vorgaben erfüllt
werden können und die Bedienbarkeit und der Komfort für den Fahrer bzw. den Bediener
der mobilen Arbeitsmaschine verbessert werden können.
[0018] Nach einer bevorzugten Ausführungsform liefert der Sensor die Daten an ein Fahrerassistenzsystem,
in das die Wiedergabeeinheit integriert sein kann, oder das getrennt von der Wiedergabeeinheit
vorgesehen sein kann. Das Fahrerassistenzsystem kann beispielsweise dazu dienen, die
mobile Arbeitsmaschine und/oder die auswechselbare Ausrüstung zu betätigen und/oder
zu steuern. Beispielsweise kann bei einer erkannten Gefahrensituation die mobile Arbeitsmaschine
und/oder die Ausrüstung derart gesteuert werden, dass die Gefahrensituation vermieden
wird.
[0019] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ermöglicht der Sensor an sich neben Einsicht
in den von der auswechselbaren Ausrüstung verdeckten Bereich eine Funktionskontrolle
der mobilen Arbeitsmaschine und/oder der auswechselbaren Ausrüstung. Beispielsweise
kann ein sicheres Einrasten eines Schnellwechslers zwischen der auswechselbaren Ausrüstung
und der Arbeitsmaschine überprüft werden. Es kann alternativ oder zusätzlich kontrolliert
werden, ob die der auswechselbaren Ausrüstung eigene Funktion durch diese sicher durchgeführt
wird. Dazu kann der Sensor derart an der auswechselbaren Ausrüstung angebracht sein,
dass er zu einer Überwachung und/oder einer Kontrolle des Arbeitsprozesses, also beispielsweise
dem Erfolg des Schneeräumens bei einem Schneepflug, dient.
[0020] Durch die flexible Anbringung des Sensors an der auswechselbaren Ausrüstung, d.h.
durch angepasstes Anbringen und Gestalten des Sensors je nach Geometrie der auswechselbaren
Ausrüstung, ist es somit möglich, Sichtfeldeinschränkungen, die durch die auswechselbare
Ausrüstung selbst bedingt sind, bei mobilen Arbeitsmaschinen zu verringern oder zu
vermeiden. Dies führt wiederum zur Vermeidung von Unfällen, wie Anfahr- oder Personenschäden,
und zu einem effizienteren Betrieb der Arbeitsmaschine, da gleichzeitig der Arbeitsbereich
der auswechselbaren Ausrüstung und damit der Arbeitsfortschritt oder Erfolg überwacht
werden können. Aufgrund dessen, dass somit die Ergonomie für den Bediener und/oder
Fahrer der mobilen Arbeitsmaschine verbessert ist, fühlt sich der Bediener bzw. Fahrer
sicherer und kann die Arbeit zuverlässiger und genauer verrichten. Gleichzeitig können
gesetzliche Vorgaben, wie beispielweise Vorgaben der ECE R46, der ISO 5006, für unterschiedliche
auswechselbare Ausrüstungen bei Verwendung derselben Arbeitsmaschine eingehalten werden.
Andere gesetzliche Vorgaben können sich auf Arbeitssicherheitsvorschriften beziehen,
z. B. auch bei mobilen Arbeitsmaschinen, die nicht für den Straßenverehr zugelassen
sind.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der beigefügten Figuren beschrieben,
in denen
Fig. 1 schematisch eine Sensoreinrichtung für eine mobile Arbeitsmaschine mit einer
auswechselbaren Ausrüstung gemäß der Erfindung zeigt;
Fig. 2 eine mobile Arbeitsmaschine mit einer auswechselbaren Ausrüstung gemäß der
Erfindung zeigt; und
Fig. 3 eine alternative mobile Arbeitsmaschine mit einer auswechselbaren Ausrüstung
gemäß der Erfindung zeigt.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0022] Die in Fig. 1 gezeigte Sensoreinrichtung 1 enthält einen Sensor 5 bzw. mehrere Sensoren
5 (durch gestrichelte Linien angedeutet), die, wie es in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt
ist, an der auswechselbaren Ausrüstung 8, hier einer Schaufel, angebracht bzw. integriert
sind. Der Sensor 5 bzw. die Sensoren 5 kommunizieren mit einer Verarbeitungseinheit
4, die an der mobilen Arbeitsmaschine 7 (Fig. 2, Fig. 3) vorgesehen ist. Dazu dient
eine kabellose oder kabelgebundene Schnittstelle, welche die vom an der auswechselbaren
Ausrüstung 8 angebrachten Sensor 5 erfassten Daten an die Arbeitsmaschine 7 und insbesondere
eine Verarbeitungseinheit 4 überträgt. Dazu enthält die auswechselbare Ausrüstung
eine Kopplungseinrichtung, welche neben der mechanischen Kopplung zwischen der auswechselbaren
Ausrüstung 8 und der Arbeitsmaschine 7 auch zur datentechnischen Kopplung dient und
somit die Daten, die vom Sensor 5 erfasst werden, an die Verarbeitungseinheit 4, die
beispielsweise im Rahmen einer ECU an der Arbeitsmaschine 7 angebracht ist, überträgt.
Die datentechnische Kopplung kann nach Belieben durch eine kabelgebundene oder kabellose
Kopplung erfolgen.
[0023] Die von der Verarbeitungseinheit 4 empfangenen Daten werden, gegebenenfalls nach
Bearbeitung, an eine Wiedergabeeinheit 2, beispielsweise einen Monitor in der Fahrerkabine
der Arbeitsmaschine 7, geliefert. Die Wiedergabeeinheit 2 gibt ein Wiedergabesignal
(in Fig. 1 symbolisch dargestellt durch ein Bild 3) an den Fahrer aus.
[0024] Beispielsweise kann dazu der Sensor 5 eine Aufnahmeeinheit (Kamera) sein, die Bilddaten
erfasst, die von der Verarbeitungseinheit 4 verarbeitet und auf einem Monitor 2 zur
Ausgabe dargestellt werden.
[0025] Gleichzeitig können an der auswechselbaren Ausrüstung zusätzliche Funktionseinheiten
6 vorgesehen sein. Diese zusätzlichen Funktionseinheiten 6 können beispielsweise eine
Beleuchtungsfunktion zur Ausleuchtung eines von einem Kamerasensor 5 erfassten Bereiches
sein. Die Verarbeitungseinheit 4 kann derart gestaltet sein, dass sie den Sensor 5
und die zusätzlichen Funktionseinheiten gegebenenfalls ansteuert. Alternativ kann
auch eine zusätzliche Steuereinrichtung vorgesehen sein, welche den Sensor 5 und gegebenenfalls
die zusätzliche Funktionseinheit 6 ansteuert.
[0026] Zusätzlich können (nicht dargestellt) weitere Funktionseinheiten vorgesehen sein,
welche den Sensor 5 steuern, wie beispielsweise ein Fahrzeugzündzustandssensor, welcher
den Ein-/Auszustand des Sensors 5 auslöst beim Erfassen eines entsprechenden Signals.
[0027] Wie in Fig. 2 dargestellt ist bei einer mobilen Arbeitsmaschine 7, bei der der Fahrer
in einem Fahrerhaus sitzt (Augpunkte des Fahrers sind schematisch gezeigt), die Sicht
auf einen vor dem Fahrzeug liegenden Bereich (alternativ auf einen seitlich oder hinter
dem Fahrzeug liegenden Bereich) durch die Ausrüstung zumindest teilweise versperrt.
Der nicht einsehbare Sichtbereich 9 ist bei einem angenommenen Sichtkegel (gepunktete
Linien in Fig. 2) durch schraffierte Linien dargestellt. Entsprechend wird an der
Ausrüstung 8 der Arbeitsmaschine 7 ein Sensor 5 vorgesehen, der Sicht in den nicht
einsehbaren Sichtbereich gewährt.
[0028] Aufgrund dessen, dass der Sensor 5 an der Ausrüstung 8 an sich angebracht ist, kann
im Falle einer auswechselbaren Ausrüstung 8, also einer Ausrüstung, die durch verschiedene
andere Konfigurationen von Ausrüstungen ausgetauscht werden kann und an der mobilen
Arbeitsmaschine 7 befestigt werden kann, eine an die Geometrie der Ausrüstung 8 angepasste
Anbringung des Sensors 5 an der Ausrüstung 8 erfolgen und somit in den nicht einsehbaren
Sichtbereich für jede Geometrie der Ausrüstung 8 günstige Sichtbedingungen geschaffen
werden.
[0029] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der mobilen Arbeitsmaschine 7, bei der
der Sensor 5, wie in Fig. 3 gezeigt, an einem weiter unten liegenden Bereich der Ausrüstung
8, hier einer Schaufel angebracht ist. Dadurch kann z. B. bei gekippter Schaufel (Ausrüstung
8) mit einem als Kamera ausgebildeten Sensor 5 ein Sichtkegel 10 eingesehen werden,
der andernfalls für direkte Sicht nicht einsehbar ist und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
bei Fahrt im Straßenverkehr dient.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0030]
- 1
- Sensoreinrichtung
- 2
- Wiedergabeeinheit/Monitor
- 3
- Wiedergabesignal
- 4
- Verarbeitungseinheit
- 5
- Sensor
- 6
- Funktionseinheit
- 7
- Arbeitsmaschine
- 8
- Ausrüstung
- 9
- nicht einsehbarer Sichtbereich
- 10
- Sichtkegel des Sensors
1. Auswechselbare Ausrüstung (8) für eine Arbeitsmaschine (7), wobei die Ausrüstung (8)
angepasst ist, mit der Arbeitsmaschine (7) gekoppelt zu werden,
an der auswechselbaren Ausrüstung (8) ein Sensor (5) derart angebracht ist, dass der
Sensor einen Bereich (9) erfasst, der bei an der Arbeitsmaschine (7) angebrachter
Ausrüstung (8) in der Blickrichtung eines Fahrers und/oder Bedieners der Arbeitsmaschine
(7) hinter der Ausrüstung (8) liegt, und wobei der Sensor (5) angepasst ist, bei Kopplung
der Ausrüstung (8) mit einer für den Fahrer und/oder Bediener der Arbeitsmaschine
ein Signal ausgebenden Wiedergabeeinheit (2) gekoppelt zu werden.
2. Ausrüstung (8) nach Anspruch 1, wobei der Sensor (5) einen Bildsensor oder eine Kamera
enthält.
3. Ausrüstung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Sensor (5) einen
Radarsensor, einen Ultraschallsensor und/oder einen Lasersensor enthält.
4. Ausrüstung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ausrüstung (8) eine
Schaufel, ein Brecher, ein Meißel, ein Schneeräumschild oder eine Fräse ist.
5. Ausrüstung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an der Ausrüstung (8)
eine weitere Funktionseinheit (6) derart angebracht ist, dass die Funktionseinheit
(6) im Betrieb derart mit dem Sensor (5) zusammenwirkt, dass die Funktionseinheit
(6) den Sensor (5) unterstützt.
6. Ausrüstung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ausrüstung (8) weiter
eine Kopplungseinrichtung zur Datenübertragung zu der Wiedergabeeinheit (2) enthält,
wobei die Kopplungseinrichtung vorzugsweise eine kabellose Schnittstelle oder eine
kabelgebundene Schnittstelle enthält.
7. Arbeitsmaschine (7) mit einer auswechselbaren Ausrüstung (8) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
8. Arbeitsmaschine (7) nach Anspruch 7, wobei der Sensor (5) derart an der Ausrüstung
(8) angebracht ist, dass er einen bei an der Arbeitsmaschine (7) angebrachter Ausrüstung
(8) für den Fahrer und/oder den Bediener der Arbeitsmaschine (7) nicht einsehbaren
Bereich hinter der Ausrüstung (8) erfasst.
9. Arbeitsmaschine (7) nach Anspruch 7 oder 8, wobei der vom Sensor (5) erfasste Bereich
zumindest einen Teil eines gesetzlich vorgeschriebenen Sichtfelds erfasst.
10. Arbeitsmaschine (7) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei die Wiedergabeeinheit
(2) einen Monitor und/oder einen Lautsprecher enthält.
11. Arbeitsmaschine (7) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei der Sensor (5) ferner
mit einem Bedienerassistenzsystem gekoppelt ist, das eine funktionale Kopplung der
auswechselbaren Ausrüstung (8) mit der Arbeitsmaschine erfasst und/oder das die Arbeitsmaschine
(7) und/oder die auswechselbare Ausrüstung (8) an der Arbeitsmaschine (7) steuert.
12. Arbeitsmaschine (7) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei eine Eingabeeinrichtung
vorgesehen ist, die ein Steuersignal für die Wiedergabeeinheit (2) und/oder für den
Sensor (5) liefert.
13. Arbeitsmaschine (7) nach Anspruch 12, wobei die Eingabeeinrichtung ein Maschinensensor
oder eine Einrichtung zur manuellen Eingabe ist.
14. Arbeitsmaschine (7) nach einem der Ansprüche 7 bis 13, wobei die Wiedergabeeinheit
(2) eine Wiedergabeeinheit eines Spiegelersatzsystems ist.