[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind im Stand der Technik allgemein bekannt. Sie sollen einerseits
ein unkontrolliertes und nicht überwachtes Öffnen von Verschlusselementen verhindern,
andererseits soll aber auch sichergestellt sein, dass das Verschlusselement im Notfall
ungehindert geöffnet werden kann.
[0003] Hierbei bezeichnet ein Verschlusselement eine Tür, ein Fenster oder dgl. Derartige
Verschlusselemente können bewegliche Betätigungsmittel zum Betätigen der Schließanordnung
des Verschlusselementes aufweisen, z. B. eine Klinke, einen Hebel, einen Riegel oder
dgl.
[0004] So ist in der
DE 202 08 183 U1 eine Sicherung von Notausgangstüren offenbart, die unterhalb einer Türklinke angeordnet
ist. Die entsprechende Vorrichtung weist ein Basisteil und ein relativ zum Basisteil
bewegliches Teil auf. Durch die Betätigung der Türklinke ist das relativ zum Basisteil
bewegliche Teil mechanisch senkrecht nach unten aus einer Grundstellung in eine Voralarmstellung
gegen die Kraft einer Rückstellfeder drückbar. Nach Überschreiten der Federkraft fällt
die Vorrichtung unter Schwerkrafteinwirkung in eine Freigabestellung. Die Türklinke
ist freigegeben und die Tür kann geöffnet werden. Gleichzeitig wird ein Alarm ausgelöst.
Um den Alarm zu stoppen und/oder die Vorrichtung in ihre Grundstellung zurückzuführen,
ist ein Berechtigungsmittel, das als Schlüssel ausgeführt ist, notwendig.
[0005] Ein Problem dabei ist, dass auch nicht in einer Notsituation befindliche Personen
unkontrolliert derartige Notausgangstüren oder dgl. öffnen und somit Gebäude oder
Räume über Durchgänge verlassen können, die eigentlich nur für Notsituation vorgesehen
sind (Fehlbenutzung). Zwar wird in diesem Fall durch den Alarm angezeigt, dass die
jeweilige Notausgangstür oder dgl. geöffnet wurde, doch kann eine solche Fehlbenutzung
nicht vorab unterbunden werden.
[0006] Der Erfindung liegt dabei die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Sicherung und/oder
Überwachung von Verschlusselementen derart zu modifizieren, dass eine Bewegung und/oder
Verlagerung des Betätigungsmittels infolge einer Betätigung des Betätigungsmittels
und das Auslösen der Freigabestellung mechanisch voneinander entkoppelt sind, um so
eine Fehlbenutzung des Verschlusselements unterbinden zu können.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen
einer solchen Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 18 bezeichnet. Einen
weiteren Aspekt der Erfindung bildet ein System zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen mit den Merkmalen des Anspruchs 19. Vorteilhafte Weiterbildungen
eines solchen Systems sind in dem abhängigen Anspruch 20 bezeichnet.
[0008] Bei einer entsprechenden Vorrichtung aufweisend ein Basisteil und ein relativ zum
Basisteil bewegliches Teil, wobei die Vorrichtung an einem Verschlusselement in einem
Bewegungsbereich, insbesondere unterhalb, eines beweglichen Betätigungsmittels zur
Betätigung der Schließanordnung angeordnet ist, besteht nun der erfindungsgemäße Ansatz
darin, dass das relativ zum Basisteil bewegliche Teil durch eine zwischen einem Elektromagneten
und mindestens einem magnetisierten oder magnetisierbaren Gegenstück wirkende Magnetkraft
in der Grundstellung gehalten wird. Bei einer Auslösung der Freigabestellung, z. B.
nach einer Betätigung des Betätigungsmittels, fällt das relativ zum Basisteil bewegliche
Teil unter Schwerkraftwirkung in diese Freigabestellung. Diese Konstruktion ermöglicht
so einen elektrischen Auslösemechanismus) für das Fallen des relativ zum Basisteil
beweglichen Teils in die Freigabestellung, sodass das Auslösen der Freigabestellung
mechanisch von der Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels infolge einer
Betätigung des Betätigungsmittels entkoppelt ist.
[0009] Hierbei kann ein Verschlusselement eine Tür, ein Fenster, eine Klappe, eine Abdeckung
oder eine Luke beinhalten. Weiter kann ein Betätigungsmittel eine Klinke, einen Hebel,
eine Panikstange oder einen Riegel umfassen. Ein magnetisiertes oder magnetisierbares
Gegenstück kann eine Eisenplatte, ein Eisenstück oder einen Magneten, insbesondere
einen Permanentmagnet, beinhalten.
[0010] In einem Bewegungsbereich des beweglichen Betätigungsmittels kann bedeuten, dass
die Vorrichtung derart angeordnet ist, dass diese durch die Bewegung und/oder Verlagerung
des beweglichen Betätigungsmittels in Wirkkontakt mit dem beweglichen Betätigungsmittel
kommt. Unterhalb des Betätigungsmittels angebracht kann bedeuten, senkrecht unter
dem Betätigungsmittel mit oder ohne Abstand oder seitlich versetzt unter dem Betätigungsmittel
mit oder ohne Abstand angeschraubt, angeklebt oder dgl.
[0011] Um eine Betätigung des Betätigungsmittels zu identifizieren, kann die Vorrichtung
einen Sensor beinhalten, der eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
detektiert. In einer vorteilhaften Weiterbildung wird der Sensor durch die Bewegung
des Betätigungsmittels bewegt und/oder steht mit diesem in Wirkkontakt. Hierbei kann
der Sensor einen Taster, einen Mikroschalter, einen Lagesensor oder dgl. umfassen
oder durch einen solchen gebildet werden.
[0012] Auch kann die Vorrichtung einen Zähler oder ein Verzögerungsglied beinhalten, das
infolge einer durch den Sensor detektierten Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
aktiviert wird und eine vorgegebene Zeitdauer abzählt, wobei das bewegliche Teil nach
Ablauf der vorgegebenen Zeitdauer des Zählers oder des Verzögerungsgliedes nach unten
aus der Grundstellung in die Freigabestellung fällt.
[0013] Weiter kann der Sensor, wenn dieser eine Bewegung detektiert hat, den Zähler oder
das Verzögerungsglied und/oder die Ausgabe des Alarmsignals unmittelbar aktivieren
und/oder die Stärke des Magnetfeldes des Elektromagneten beeinflussen bzw. den Elektromagneten
ausschalten und so die Freigabestellung auslösen, wenn die vorgegebene Zeitdauer des
Zählers oder des Verzögerungsgliedes abgelaufen ist. Alternativ oder zusätzlich kann
die Vorrichtung einen Schalter umfassen, der durch den Sensor aktiviert wird, wenn
dieser eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels detektiert hat, wobei
der aktivierte Schalter den Zähler oder das Verzögerungsglied aktiviert, die Ausgabe
eines Alarmsignals aktiviert und/oder die Stärke des Magnetfeldes des Elektromagneten
beeinflusst bzw. den Elektromagneten ausschaltet und so die Freigabestellung auslöst,
wenn die vorgegebene Zeitdauer des Zählers oder des Verzögerungsgliedes abgelaufen
ist.
[0014] Ein Alarmsignal kann umfassen Töne, Sprachnachrichten, optische Signale oder dgl.
Dabei kann das Alarmsignal unter anderem die Aufgabe erfüllen die verbleibende Verzögerungszeit
bis zur Freigabe des Verschlusselementes aufzuzeigen.
[0015] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist der Elektromagnet auf dem relativ zum Basisteil
beweglichen Teil angeordnet und das mindestens eine magnetisierte oder magnetisierbare
Gegenstück ist auf dem Basisteil angeordnet.
[0016] Aufgebracht kann beinhalten, dass der Elektromagnet bzw. das Gegenstück auf dem relativ
zum Basisteil beweglichen Teil bzw. dem Basisteil aufgeschraubt, schwimmend gelagert
und/oder aufgeklebt ist.
[0017] Auch kann eine zentrale Steuereinheit eingerichtet sein, die mit der Vorrichtung
in Verbindung steht, um eine zentrale Steuerung der Vorrichtung zu ermöglichen. So
kann die zentrale Steuereinheit mit einem über die Verbindung gesendeten Impuls die
Freigabestellung auslösen, ohne dass der Sensor eine Bewegung und/oder Verlagerung
des Betätigungsmittels detektiert hat. Für den Fall, dass die Vorrichtung einen Zähler
oder ein Verzögerungsglied aufweist, kann die zentrale Steuereinheit ein über die
Verbindung gesendetes Signal erhalten, wenn der Zähler oder das Verzögerungsglied
aktiviert wird, und/oder das Abzählen der vorgegebenen Zeitdauer des Zählers oder
des Verzögerungsgliedes durch ein über die Verbindung gesendetes Signal unterbrechen.
Im Besonderen kann die Freigabestellung durch eine Reduzierung oder ein Abschalten
der Magnetkraft ausgelöst werden. In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung kann
die zentrale Steuerung auch durch ein über die Verbindung gesendetes Signal die vorgegebene
Zeitdauer ändern, insbesondere auf null setzen, sodass die Freigabestellung mit einer
anderen Zeitverzögerung, insbesondere sofort, durch eine von dem Sensor detektierte
Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels ausgelöst wird. Hierbei kann
eine Verbindung eine elektrische Versorgungsverbindung, eine Funkverbindung oder eine
Daten übertragende Verbindung umfassen.
[0018] Alternativ kann die zentrale Steuereinheit den Zähler oder das Verzögerungsglied
beinhalten, sodass die zentrale Steuereinheit ein über die Verbindung gesendetes Signal
erhält, wenn der Sensor eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
detektiert hat, und den Zähler oder das Verzögerungsglied direkt aktiviert bzw. das
Abzählen der vorgegebenen Zähldauer des Zählers oder des Verzögerungsgliedes unmittelbar
unterbrechen kann.
[0019] Für den Fall, dass die Vorrichtung einen Sensor sowie einen Zähler oder ein Verzögerungsglied
aufweist, kann der Sensor auch in einer weiteren vorteilhaften Variante mit einer
Datenverarbeitungseinheit verbunden sein, die in der Vorrichtung eingerichtet ist.
So sind im Besonderen über die Datenverarbeitungseinheit verschiedene auszulösende
Aktionen der Vorrichtung in Abhängigkeit einer Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
einstellbar, wie z. B. eine sofortige Auslösung der Freigabestellung oder eine zeitlich
versetzte, über den Zähler oder das Verzögerungsglied einstellbare Auslösung der Freigabestellung
sowie verschiedene Alarmsignalvarianten.
[0020] Insbesondere kann über die Datenverarbeitungseinheit eine einfache Zeitverzögerung
(t1) gemäß der DIN EN 13637 einstellbar sein, d. h. eine festgelegte Zeitverzögerung
zwischen einer Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels und der Auslösung
der Freigabestellung. Insbesondere kann auch eine zweifache Zeitverzögerung (t1 +
t2) gemäß der DIN EN 13637 über die Datenverarbeitungseinheit einstellbar sein, d.
h. eine Zeitverzögerung (t1) mit der zusätzlichen Möglichkeit des manuellen Auslösens
einer weiteren Zeitverzögerung (t2) durch die zentrale Steuereinheit.
[0021] Insbesondere beträgt die einfache Zeitverzögerung t1 = maximal 15 s und die zweifache
Zeitverzögerung t1 = maximal 15 s sowie t2 = maximal 180 s.
[0022] Auch kann eine Pufferbatterie in der Vorrichtung eingerichtet sein, die eine einwandfreie
Funktion der Vorrichtung auch bei einem Ausfall der Stromversorgung gewährleistet.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung sind der Elektromagnet und das mindestens
eine magnetisierte oder magnetisierbare Gegenstück senkrecht übereinander angeordnet,
wobei sich der Elektromagnet insbesondere vertikal unterhalb dem mindesten einen magnetisierten
oder magnetisierbaren Gegenstück befindet.
[0024] Um auch außerhalb einer Notfallsituation eine geöffnete Position des Verschlusselements
ohne Alarmsignal gewährleisten zu können, also eine Freigabe des Betätigungselementes
zu ermöglichen, ohne dieses zuvor betätigt zu haben, oder ohne einen zuvor durch die
zentrale Steuereinheit gesendeten Impuls, kann die Freigabestellung zusätzlich über
ein Berechtigungsmittel eingestellt und rückgängig gemacht werden, ohne dass ein Alarm
ausgelöst wird. Dabei kann das Berechtigungsmittel einen Schlüssel, Zahlencode, Transponder
und/oder Ausweis umfassen.
[0025] Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn die Vorrichtung eine auf dem beweglichen Teil
lösbar befestigte Abdeckung beinhaltet und das bewegliche Teil auf dem an dem Verschlusselement
befestigten Basisteil in die verschiedenen Stellungen verschiebbar ist.
[0026] Gleichwohl es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, die Bewegung/Verlagerung
des Betätigungsmittels von der Auslösung der Freigabestellung zu entkoppeln, kann
konstruktionsbedingt nicht ausgeschlossen werden, dass die Freigabestellung dennoch
mechanisch durch eine Betätigung des Betätigungsmittels mit erhöhtem Kraftaufwand
ausgelöst wird, durch die die zwischen dem Elektromagneten und dem magnetisierten
oder magnetisierten Gegenstück bestehenden Magnetkraft überwunden wird. Hierbei kann
die dafür notwendige Gewichtskraft, um die zwischen Elektromagneten und dem magnetisierten
oder magnetisierbaren Gegenstück bestehenden Magnetkraft zu überwinden, abhängig von
der Größe und Stärke des Magneten sein, bspw. 24 kg betragen. Allerdings ist eine
derartige mechanische Auslösung nicht durch die vorliegende Erfindung vorgesehen,
sodass ein Signal oder dgl. ertönen kann bzw. ein Signal an die zentrale Steuereinheit
gesendet werden kann, um auf eine derartige Fehlbenutzung hinzuweisen.
[0027] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein System zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen bereitgestellt. Dieses beinhaltet eine zentrale Steuereinheit,
mindestens eine, vorzugsweise mehrere, Vorrichtungen zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen wie vorstehend beschrieben und eine oder mehrere Verbindungen,
die die mindestens eine Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen
mit der zentralen Steuereinheit zur zentralen Steuerung der mindestens einen Vorrichtung
verbindet, wobei die zentrale Steuereinheit ein über die eine oder mehrere Verbindungen
gesendetes Signal erhält, wenn ein Zähler oder Verzögerungsglied der mindestens einen
Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen aktiviert wird
und die zentrale Steuereinheit das Abzählen der vorgegebenen Zeitdauer des Zählers
oder des Verzögerungsgliedes der mindestens einen Vorrichtung zur Sicherung und/oder
Überwachung von Verschlusselementen durch ein über die eine oder mehreren Verbindungen
gesendetes Signal unterbrechen kann.
[0028] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung kann die zentrale Steuereinheit die
Freigabestellung der mindestens einen Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen durch einen über die eine oder mehreren Verbindungen gesendeten
Impuls auslösen, ohne dass der Sensor der mindestens einen Vorrichtung zur Sicherung
und/oder Überwachung von Verschlusselementen eine Bewegung und/oder Verlagerung des
Betätigungsmittels detektiert hat.
[0029] So kann eine sofortige Freigabe des Verschlusselementes in einer Notfallsituation
gewährleistet werden, ohne dass zunächst das Betätigungselement betätigt werden muss.
Auch kann bspw. die mindestens eine Vorrichtung direkt in Verbindung stehen mit einem
oder mehreren Gefahrenmeldern, wie z. B. Rauchmelder, Gasmelder, Wärmewarnmelder oder
dgl., sodass der eine oder mehrere Gefahrenmelder eingerichtet sind, die Freigabestellung
mit einem über die Verbindung gesendeten Impuls auszulösen.
[0030] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Grundstellung
- Figur 2
- eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Freigabestellung
- Figur 3
- eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Grundstellung ohne Abdeckung;
- Figur 4
- eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Freigabestellung ohne Abdeckung
- Figur 5
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Grundstellung ohne Abdeckung
- Figur 6
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in der Freigabestellung ohne
Abdeckung
[0031] Figur 1 und Figur 2 zeigen die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 in der Grundstellung
(Figur 1) bzw. in der Freigabestellung (Figur 2). Es sind dargestellt: ein Betätigungsmittel
2, eine Abdeckung 3, ein Sensor 4, ein Basisteil 5 sowie ein Zugang für ein Berechtigungsmittel
11. Das zur Betätigung der Schließanordnung angebrachte Betätigungsmittel 2 ist durch
die Vorrichtung 1 gesperrt. Der Sensor 4 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Taster
ausgeführt und befindet sich im Bewegungsbereich des Betätigungsmittels, insbesondere
unterhalb, des Betätigungsmittels. Das Basisteil 5 ist als Grundplatte ausgeführt,
die auf dem Verschlusselement unterhalb des Betätigungsmittels 2 festgeschraubt ist.
Das Berechtigungsmittel (nicht gezeigt) bzw. der Zugang 11 für das Berechtigungsmittels
sind in diesem Ausführungsbeispiel als Schlüssel bzw. Schlüsselschloss ausgeführt.
Über das Berechtigungsmittel kann eine Freigabe des Betätigungsmittels ermöglicht
werden, ohne dieses zuvor betätigt zu haben, oder ohne einen zuvor von der zentralen
Steuereinheit gesendeten Impuls. D.h. die Freigabestellung kann zusätzlich über ein
Berechtigungsmittel eingestellt und rückgängig gemacht werden, ohne dass ein Alarm
ausgelöst wird.
[0032] Figur 3 und Figur 4 zeigen jeweils eine Aufsicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in der Grundstellung (Figur 3) sowie in der Freigabestellung (Figur 4) ohne Abdeckung.
Es sind dargestellt: das Basisteil 5, ein bewegliche Teil 10, ein magnetisiertes oder
magnetisierbares Gegenstück 6, ein Elektromagnet 7, sowie ein Schalter 8, der mit
dem als Taster ausgeführten Sensor 4 in Wirkkontakt steht. Der Elektromagnet 7 ist
auf dem relativ zum Basisteil 5 beweglichen Teil 10 angebracht und auf einer Gummiauflage
(nicht gezeigt) schwimmend gelagert um eine plan-parallele Anordnung des Elektromagneten
7 und des magnetisierten oder magnetisierbaren Gegenstücks 6 zu gewährleisten. Das
magnetisierte oder magnetisierbare Gegenstück 6 ist auf dem Basisteil 5 aufgebracht.
Dabei wird das relativ zum Basisteil 5 bewegliche Teil 10 durch die zwischen dem Elektromagneten
7 und dem magnetisierten oder magnetisierbaren Gegenstück 6 wirkende Magnetkraft in
der gezeigten Grundstellung gehalten. D. h. das relativ zum Basisteil 5 bewegliche
Teil 10 befindet sich in einer oberen Position. Der Elektromagnet 7 und das magnetisierte
oder magnetisierbare Gegenstück 6 befinden sich in direktem Kontakt. Der Schalter
8 wird aktiviert, wenn der Sensor 4 eine Betätigung des Betätigungsmittels 2 detektiert.
Dieser leitet ein Signal an eine Datenverarbeitungseinheit 9 (Figur 5 und 6) innerhalb
der Vorrichtung, die den Zähler oder das Verzögerungsglied aktiviert, ein voreingestelltes
Alarmsignal aktiviert und die Stärke des Magnetfeldes des Elektromagneten 7 beeinflusst
oder den Elektromagneten 7 ausschaltet, wenn die vorgegebene Zähldauer des Zählers
oder des Verzögerungsgliedes abgelaufen ist oder die Datenverarbeitungseinheit 9 einen
Impuls von einer externen Steuereinheit (nicht gezeigt) erhält.
[0033] Wird die Freigabestellung ausgelöst und daher die zwischen dem Elektromagneten 7
und dem magnetisierten oder magnetisierbaren Gegenstück 6 wirkende Magnetkraft reduziert
oder ausgeschaltet, fällt das bewegliche Teil 10 aufgrund der Schwerkraft in eine
untere Position (Figur 4). Der Elektromagnet 7 und das magnetisierte oder magnetisierbare
Gegenstück 6 befinden sich dann in keinem direkten Kontakt. In diesem Fall ist das
an dem Verschlusselement zur Betätigung der Schließanordnung angebrachte Betätigungsmittel
2 durch die Vorrichtung freigeben.
[0034] Figur 5 und Figur 6 zeigen jeweils eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ohne Abdeckung in der Grundstellung (Figur 5) und in der Freigabestellung (Figur 6).
Über die Datenverarbeitungseinheit 9 sind verschiedene auszulösende Aktionen der Vorrichtung
in Abhängigkeit einer Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels 2 einstellbar,
wie z. B. eine sofortige Auslösung der Freigabestellung oder eine zeitlich versetzte,
über den Zähler oder das Verzögerungsglied einstellbare Auslösung der Freigabestellung
sowie verschiedene Alarmsignalvarianten wie z. B. Töne, Sprachnachrichten, optische
Signale oder dgl.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Vorrichtung zu Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen
- 2
- Betätigungsmittel
- 3
- Abdeckung
- 4
- Sensor
- 5
- Basisteil
- 6
- magnetisiertes oder magnetisierbares Gegenstück
- 7
- Elektromagnet
- 8
- Schalter
- 9
- Datenverarbeitungseinheit
- 10
- bewegliches Teil
- 11
- Zugang für Berechtigungsmittel
1. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1), insbesondere
Notausgangstüren, mit einem beweglichen Betätigungsmittel zur Betätigung einer Schließanordnung,
wobei die Vorrichtung (1) in einem Bewegungsbereich, insbesondere unterhalb, des beweglichen
Betätigungsmittels (2) angeordnet ist und mindestens ein Basisteil (5) und ein durch
Schwerkraft belastetes, relativ zum Basisteil (5) bewegliches Teil (10) aufweist,
das nach einer Betätigung des Betätigungsmittels (2) senkrecht nach unten aus einer
Grundstellung unter Schwerkrafteinwirkung in eine Freigabestellung fällt, wobei ein
Alarm ausgelöst werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass das relativ zum Basisteil (5) bewegliche Teil (10) durch eine zwischen einem Elektromagneten
(7) und mindestens einem magnetisierten oder magnetisierbaren Gegenstück (7) wirkende
Magnetkraft in der Grundstellung gehalten wird.
2. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen, insbesondere durch die Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
(2) bewegten und/oder mit diesem in Wirkkontakt stehenden, Sensor (4) beinhaltet,
der eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels (2) detektiert.
3. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) einen Zähler oder ein Verzögerungsglied beinhaltet, das infolge
einer durch den Sensor (4) detektierten Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
(2) aktiviert wird und eine vorgegebene Zeitdauer abzählt, wobei insbesondere.
4. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Teil (10) infolge eines Ablaufs der vorgegebenen Zeitdauer des Zählers
oder des Verzögerungsgliedes senkrecht nach unten aus der Grundstellung in die Freigabestellung
fällt.
5. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor, wenn dieser eine Bewegung detektiert hat, den Zähler oder das Verzögerungsglied,
die Ausgabe des Alarmsignals aktiviert und/oder die Stärke des Magnetfeldes des Elektromagneten
beeinflusst und/oder den Elektromagneten ausschaltet und so die Freigabestellung auslöst,
wenn die vorgegebene Zeitdauer des Zählers oder des Verzögerungsgliedes abgelaufen
ist.
6. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Schalter (8) beinhaltet, der durch ein Signal des Sensors (4)
aktiviert wird, wenn dieser eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
(2) detektiert hat, wobei der aktivierte Schalter den Zähler oder das Verzögerungsglied
aktiviert, die Ausgabe eines Alarmsignals aktiviert und/oder die Stärke des Magnetfeldes
des Elektromagneten (7) beeinflusst und/oder den Elektromagneten (7) ausschaltet und
so die Freigabestellung auslöst, wenn die vorgegebene Zeitdauer des Zählers oder des
Verzögerungsgliedes abgelaufen ist.
7. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach einem
vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zentrale Steuereinheit eingerichtet ist, die mit der Vorrichtung (1) in Verbindung
steht.
8. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
7, wenn abhängig von Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuereinheit eingerichtet ist, ein über die Verbindung gesendetes Signal
zu erhalten, wenn der Zähler oder das Verzögerungsglied aktiviert wird, und/oder das
Abzählen der vorgegebenen Zeitdauer des Zählers oder Verzögerungsglied durch ein über
die Verbindung gesendetes Signal zu unterbrechen.
9. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach Anspruch
7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuereinheit eingerichtet ist, die Freigabestellung mit einem über
die Verbindung gesendeten Impuls auszulösen, ohne dass der Sensor (4) eine Bewegung
und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels (2) detektiert hat.
10. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach einem
der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine mit dem Sensor (4) verbundene Datenverarbeitungseinheit
(9) beinhaltet, wobei insbesondere über die Datenverarbeitungseinheit (9) verschiedene
auszulösende Aktionen der Vorrichtung in Abhängigkeit der Bewegung und/oder Verlagerung
des Betätigungsmittels (2) einstellbar sind.
11. Vorrichtung zur Sicherung Verschlusselementen (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromagnet (7) und das mindestens eine magnetisierte oder magnetisierbare
Gegenstück (6) senkrecht übereinander angeordnet sind, wobei sich der Elektromagnet
(7) insbesondere vertikal unterhalb dem mindesten einen magnetisierten oder magnetisierbaren
Gegenstück (6) befindet.
12. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach einem
der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Berechtigungsmittel, über das die Freigabestellung eingestellt und rückgängig
gemacht werden kann, ohne dass ein Alarm ausgelöst wird, wobei das Berechtigungsmittel
insbesondere einen Schlüssel, Zahlencode, Transponder und/oder Ausweis umfasst.
13. Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) nach einem
der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine auf dem relativ zum Basisteil (5) beweglichen Teil (10) lösbar
befestigte Abdeckung beinhaltet und dass das relativ zum Basisteil (5) bewegliche
Teil (10) auf dem an dem Verschlusselement befestigten Basisteil (5) in die verschiedenen
Stellungen verschiebbar ist.
14. System zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) beinhaltend
eine zentrale Steuereinheit mindestens eine, vorzugsweise mehrere, Vorrichtungen zur
Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) gemäß einem der Ansprüche
1-13 und eine oder mehrere Verbindungen, die die mindestens eine Vorrichtung zur Sicherung
und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) mit der zentralen Steuereinheit zur
zentralen Steuerung der mindestens einen Vorrichtung verbindet und über die die zentrale
Steuereinheit ein gesendetes Signal erhält, wenn der Zähler oder das Verzögerungsglied
der mindestens einen Vorrichtung zu Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen
(1) aktiviert wird, und über die die zentrale Steuereinheit das Abzählen der vorgegebenen
Zeitdauer des Zählers oder Verzögerungsglied der mindestens einen Vorrichtung zur
Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen (1) durch ein gesendetes Signal
unterbrechen kann.
15. System zur Sicherung und/oder Überwachung von Verschlusselementen nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Freigabestellung der mindestens einen Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung
von Verschlusselementen (1)mit einem von der zentralen Steuereinheit über die eine
oder mehreren Verbindungen gesendeten Impuls ausgelöst werden kann, ohne dass der
Sensor (4) der mindestens einen Vorrichtung zur Sicherung und/oder Überwachung von
Verschlusselementen (1) eine Bewegung und/oder Verlagerung des Betätigungsmittels
(2) detektiert hat.