[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Offenhalten eines Flügels
einer Tür, eines Fensters oder dergleichen, mit einem Gehäuse, einem verschiebbar
im Gehäuse angeordneten Kolben und einer drehbare im Gehäuse gelagerten, mit dem Kolben
zusammenwirkenden Achse, die mit einer der Kraftübertragung zwischen dem Flügel und
einem Rahmen dienenden Hebelanordnung koppelbar ist. Dabei kann es sich bei dem Flügel
insbesondere um einen Drehflügel handeln. Die Hebelanordnung kann beispielsweise einen
in einer Gleitschiene geführten Gleitarm oder ein Gestänge umfassen.
[0002] Offenhaltevorrichtungen der eingangs genannten Art sind allgemein bekannt. Zudem
sind auch Einzugsdämpfer oder Türschließer für Drehtüren bekannt, die den Türflügel
gedämpft in die Schließlage, das heißt eine einem Türöffnungswinkel von 0° entsprechende
Position ziehen, wobei durch das gedämpfte und entsprechende abgebremste Einziehen
des Türflügels Beschädigungen, die Erzeugung von Lärm usw. vermieden werden.
[0003] Die bisher üblichen Einzugsdämpfer, Türschließer oder dergleichen ermöglichen es
in der Regel jedoch nicht, den Türflügel beispielsweise leicht geöffnet bei einem
bestimmten kleineren Türöffnungswinkel stehen zu lassen, um beispielsweise einen Türspalt
als Durchgang für Haustiere, einen geringfügigen Lichteinfall, zum Lüften oder dergleichen
zu belassen. Der Türflügel wird vielmehr stets vollständig zugezogen.
[0004] Ist die Offenhaltevorrichtung beispielsweise für eine freilaufende Tür ohne Einzugsdämpfer,
Türschließer oder dergleichen vorgesehen, so kann bisher der Türflügel zwar bei einem
kleinerem Türöffnungswinkel positioniert werden, er kann jedoch nicht in der festgestellten
Position gesichert werden, so dass er beispielsweise bereits durch einen geringfügigen
Luftzug aufgeworfen oder geschlossen wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Offenhalten eines
Flügels einer Tür, eines Fensters oder dergleichen der eingangs genannten Art anzugeben,
mit der die zuvor erwähnten Nachteile beseitigt sind. Dabei soll bei möglichst einfachem
Aufbau der Vorrichtung nicht nur gewährleistet sein, dass der Flügel bei einem jeweils
gewünschten Öffnungswinkel offen gehalten bzw. festgestellt wird, der Flügel soll
in der jeweiligen Offenstellung insbesondere auch sicher gehalten und in definierter
Weise wieder freigegeben werden.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der vorliegenden
Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Offenhalten eines Flügels einer Tür, eines Fensters
oder dergleichen umfasst ein Gehäuse, einen verschiebbar im Gehäuse angeordneten Kolben
und eine drehbare im Gehäuse gelagerte, mit dem Kolben zusammenwirkende Achse, die
mit einer der Kraftübertragung zwischen dem Flügel und einem Rahmen dienenden Hebelanordnung
koppelbar ist. Der Kolben unterteilt das mit einem Hydraulikmedium befüllte Gehäuse
in einander gegenüberliegende Hydraulikräume. Zudem ist wenigstens eine in Schließ-
und/oder Öffnungsrichtung wirkende Halteeinrichtung vorgesehen, die dem bei einer
jeweiligen Schließ- bzw. Öffnungsbewegung des Kolbens in dem jeweiligen Hydraulikraum
entstehenden Druck ausgesetzt ist und ein Überströmen des Hydraulikmediums zwischen
diesem Hydraulikraum und dem gegenüberliegenden Hydraulikraum bis zu einem vorgebbaren
Druck zum Offenhalten des Flügels verhindert und nach dem Überschreiten dieses vorgebbaren
Drucks die Freigabe des Flügels ermöglicht.
[0008] Aufgrund dieser Ausbildung ist bei relativ einfachem Aufbau nicht nur gewährleistet,
dass der Flügel bei einem jeweils gewünschten Öffnungswinkel offen gehalten bzw. festgestellt
wird, der Flügel wird in der jeweiligen Offenstellung insbesondere auch sicher gehalten.
Zudem ist er in definierter Weise auch wieder freigebbar. So wird der Flügel mit dem
Verhindern eines Überströmens von Hydraulikmedium aus dem Hydraulikraum, in dem bei
einer jeweiligen Schließ- bzw. Öffnungsbewegung Druck aufgebaut wird, in den gegenüberliegenden
Hydraulikraum der Flügel automatisch festgestellt, während er durch eine jeweilige
Betätigung des Flügels mit einer bestimmten Anpresskraft in der Richtung, in der die
Halteeinrichtung wirkt, und dem dadurch erzeugten, den vorgebbaren Druck überschreitenden
höheren Druck wieder freigebbar ist. Ist die Offenhaltevorrichtung beispielsweise
einer Tür zugeordnet, so kann diese in der jeweils gewünschten Offenstellung sicher
gehalten werden, so dass sie beispielsweise auch bei einem leichteren Luftzug oder
dergleichen offen stehen bleibt. Zudem kann die Tür in der jeweils gewünschten Offenstellung
beispielsweise zum Freihalten eines Durchgangs für Haustiere, für einen geringfügigen
Lichteinfall, ein geringfügiges Lüften, für Kinder oder beispielsweise für Pflegebedürftige,
damit diese besser hören können, was außerhalb passiert, sicher gehalten werden.
[0009] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfasst eine jeweilige Halteeinrichtung ein Ventil mit einem durch eine Federeinheit
gegen einen Ventilsitz gehaltenen Ventilglied. Dabei ist dieses Ventilglied bevorzugt
so ausgeführt, dass es nach einem jeweiligen Überschreiten des vorgebbaren Drucks
zur Freigabe des Flügels geöffnet bleibt, bis der daraufhin durch das Ventil fließende
Hydraulikmediumstrom wieder unterbrochen wird.
[0010] Das Ventil kann beispielsweise einen federnd gegen eine Öffnung gehaltenen Ventilstift
oder dergleichen umfassen, der die Öffnung verschließt, solange der auf das Ventil
einwirkende Druck geringer ist als der vorgebbare Druck, wodurch der Flügel in der
jeweiligen Offenstellung gehalten oder festgestellt wird. Übersteigt der auf das Ventil
wirkende Druck den vorgebbaren Druck, verschiebt sich der Ventilstift entgegen der
auf ihn einwirkenden Federkraft, woraufhin das Hydraulikmedium überströmen kann. Aufgrund
des nun fließenden Hydraulikmediumstroms kann die den Ventilstift beaufschlagende
Federeinheit den Ventilstift nicht mehr gegen die Öffnung halten, so dass der Flügel
freigegeben wird. Dabei kann das Ventil, wie bereits erwähnt, vorteilhafterweise insbesondere
so ausgeführt sein, dass die Öffnung anschließend so lange offen bleibt, wie Hydraulikmedium
fließt. Die Öffnung schließt somit erst wieder, wenn der Flügel angehalten wird, was
beispielsweise bei Erreichen der Schließlage oder der maximalen Öffnungslage der Fall
sein kann. Hierzu kann das Ventil beispielsweise mit wenigstens einer zur Lauffläche
des Ventilstifts radial versetzten Abströmbohrung versehen sein. Das Hydraulikmedium
fließt nach einem jeweiligen Überschreiten des vorgebbaren Drucks somit so lange durch
die Öffnung und die wenigstens eine Abströmbohrung, bis der Hydraulikmediumstrom beispielsweise
bei Erreichen der Schließ- bzw. maximalen Öffnungsstellung abbricht. Erst zu diesem
Zeitpunkt kann die den Ventilstift beaufschlagende Federeinheit den Ventilstift oder
über diesen beispielsweise eine Kugel oder dergleichen wieder gegen die Öffnung drücken,
um diese zu verschließen und den Flügel wieder festzustellen.
[0011] Wie erwähnt, kann durch den Ventilstift beispielsweise eine Kugel oder dergleichen
gegen die Öffnung gehalten werden, um diese zu blockieren. Der Auslösedruck, bei dem
das Ventil öffnet, kann insbesondere über die Federkraft der beispielsweise eine Druckfeder
umfassenden, den Ventilstift beaufschlagenden Federeinheit und den Durchmesser der
Öffnung bestimmt werden.
[0012] Eine bevorzugte praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, dass die Vorrichtung zur gleichzeitigen Bildung eines Antriebs,
insbesondere eines Türschließers, eine den Kolben beaufschlagende Federeinheit umfasst,
das Gehäuse durch den federbelasteten Kolben in einen Druckraum und einen Federraum
unterteilt wird und eine Halteeinrichtung vorgesehen ist, die zumindest bei Flügelöffnungswinkeln,
die kleiner sind als ein vorgebbarer Öffnungswinkel, dem im Druckraum entstehenden
Druck ausgesetzt und damit aktiviert ist, um ein Überströmen von Hydraulikmedium vom
Druckraum in den Federraum bis zu dem vorgebbaren Druck zu verhindern bzw. nach einem
Überscheiten dieses vorgebbaren Drucks insbesondere durch ein leichtes Andrücken des
Flügels zu ermöglichen.
[0013] Dabei ist von Vorteil, wenn die Halteeinrichtung insbesondere durch eine entsprechende
Ansteuerung von Überströmkanälen durch den Kolben bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner
als ein vorgebbarerer Öffnungswinkel sind, aktivierbar und bei Flügelöffnungswinkel,
die größer sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, deaktivierbar ist.
[0014] Bei Flügelöffnungswinkeln, die größer als der vorgebbare Öffnungswinkel sind, wird
eine jeweilige Flügelbewegung somit nicht durch die Halteeinrichtung beeinflusst.
[0015] Die Offenhaltevorrichtung bzw. ein jeweiliger durch diese gleichzeitig gebildeter
Antrieb oder Türschließer kann insbesondere so ausgeführt sein, dass der Kolben zur
Dämpfung der Schließbewegung Hydraulikmedium aus dem Druckraum in den Federraum verdrängen
muss, wobei in dem betreffenden Überströmkanal zur Regulierung des Hydraulikmediumstroms
ein Drosselventil vorgesehen sein kann. Dabei kann die Offenhaltevorrichtung beispielsweise
so ausgeführt sein, dass die wenigstens eine Halteeinrichtung nur in einem Öffnungswinkelbereich
von z. B. 0° bis 30° oder lediglich in einem Öffnungswinkelbereich von z. B. 0° bis
25° aktiviert ist und eine jeweilige Flügelbewegung im Übrigen nicht von der Haltevorrichtung
beeinflusst wird. Grundsätzlich sind jedoch auch beliebige andere Öffnungswinkelbereiche
denkbar, bei denen die wenigstens eine Halteeinrichtung deaktiviert bzw. aktiviert
ist.
[0016] Die Halteeinrichtung kann beispielsweise innerhalb des Gehäuses angeordnet sein und
zwischen sich und dem Kolben den jeweiligen Druckraum begrenzen. Ist der Kolben durch
eine Federeinheit beaufschlagt, so kann in bestimmten Fällen jedoch auch von Vorteil
sein, wenn die Halteeinrichtung im Federraum angeordnet ist. Zudem sind beispielsweise
auch solche Ausführungen denkbar, bei denen eine jeweilige Halteeinrichtung in einer
Gehäusewand oder einem Gehäusedeckel integriert ist.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind der Kolben und die mit diesem zusammenwirkende Achse so ausgeführt,
dass sich über wenigstens einen Öffnungswinkelbereich hinweg ein Freilauf ergibt,
bei dem die Achse vom Kolben entkoppelt ist.
[0018] Dabei sind gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung der Kolben und die mit diesem zusammenwirkende Achse insbesondere zur
Bildung eines Einzugsdämpfers so ausgeführt, dass sich bei Flügelöffnungswinkeln,
die größer sind als ein vorgebbarer Öffnungswinkel, ein Freilauf ergibt und der Kolben
und die Achse bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner sind als der vorgebbare Öffnungswinkel,
miteinander in Eingriff stehen.
[0019] Bei Flügelöffnungswinkeln, die größer sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, fließt
somit kein Hydraulikmedium zwischen den verschiedenen Hydraulikräumen. Während eines
entsprechenden Freilaufs, bei dem die Achse vom Kolben entkoppelt ist, ist die jeweilige
Halteeinrichtung deaktiviert. Der vorgebbare Öffnungswinkel kann beispielsweise 30°
betragen, wobei grundsätzlich jedoch auch beliebige andere vorgebbare Öffnungswinkel
denkbar sind, ab denen sich entsprechend ein Freilauf ergibt. Die Welle kann beispielsweise
mit Mitnehmern versehen sein, die jeweils eine Kopffläche aufweisen, mit der sie zur
Bildung eines jeweiligen Freilaufs auf eine kolbenseitige Verzahnung aufgleiten. Bei
Unterschreiten des vorgebbaren Öffnungswinkels tritt die Welle über eine entsprechende
Verzahnung oder über mit am Kolben vorgesehenen Anlagen zusammenwirkende Mitnehmer
mit dem Kolben in Eingriff. Zudem wird mit dem Unterschreiten des vorgebbaren Öffnungswinkels
insbesondere durch eine entsprechende Ansteuerung wenigstens eines Überströmkanals
durch den Kolben auch die jeweilige Halteeinrichtung aktiviert, wobei das Hydraulikmedium
erst wieder nach einem jeweiligen Überscheiten des vorgebbaren Drucks über die Halteeinrichtung
verdrängt werden kann, um den Flügel von der Halteeinrichtung freizugeben. Der Flügel
bleibt somit offen stehen, bis der vorgebbare Druck beispielsweise durch ein leichtes
Andrücken des Flügels überschritten wird.
[0020] Weist die Achse oder Welle anstelle der Mitnehmer eine Nockenkontur auf, so kann
diese zur Bildung des Freilaufs in dem betreffenden Bereich einen konstanten Radius
aufweisen. Demgegenüber kann die Nockenkontur in dem Bereich, in dem die Achse bei
Öffnungswinkeln, die kleiner sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, wieder mit dem
Kolben in Eingriff ist, einen stark abfallenden Radius besitzen.
[0021] Gemäß einer weiteren bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist der mit der Achse zusammenwirkende Kolben für einen über den gesamten
Öffnungswinkelbereich freilaufenden Flügel unbelastet und wenigstens eine in Schließ-
und/oder Öffnungsrichtung wirkende Halteeinrichtung vorgesehen.
[0022] Dabei kann beispielsweise nur eine Halteeinrichtung vorgesehen sein, die insbesondere
durch eine entsprechende Ansteuerung von Überströmkanälen durch den Kolben sowohl
in Schließrichtung als auch in Öffnungsrichtung wirkt.
[0023] Alternativ ist jedoch insbesondere auch eine solche Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung denkbar, bei der zwei Halteeinrichtungen vorgesehen sind, von denen eine
in Schließrichtung und die andere in Öffnungsrichtung wirkt.
[0024] Eine jeweilige Halteeinrichtung kann über den gesamten Flügelöffnungsbereich aktiviert
sein oder gemäß einer alternativen beispielhaften Ausführungsform insbesondere wieder
durch eine entsprechende Ansteuerung von Überströmkanälen durch den Kolben in wenigstens
einem Flügelöffnungswinkel aktiviert und in dem wenigstens einen anderen Flügelöffnungswinkel
deaktiviert sein.
[0025] Demzufolge kann die erfindungsgemäße Offenhaltevorrichtung insbesondere auch so ausgeführt
sein, dass der Flügel an beliebigen Positionen offen gehalten werden kann. Dabei kann
die Offenhaltung über den gesamten Flügelöffnungsbereich oder auch nur in bestimmten
Bereichen aktiv sein. Bei der vorliegenden Ausführung für einen freilaufenden Flügel
kann die wenigstens eine Halteeinrichtung sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen
oder nur beim Öffnen oder Schließen wirksam sein. Ist die Offenhaltevorrichtung beispielsweise
gleichzeitig für Türschließer ausgeführt, so kann der Türflügel durch die den Kolben
beaufschlagende Federeinheit in Öffnungsrichtung gehalten werden. Soll eine jeweilige
Halteeinrichtung nur in einer Richtung wirken, so kann die für einen freilaufenden
Flügel ausgeführte Offenhaltevorrichtung hinsichtlich des Hydrauliksystems zumindest
im Wesentlichen analog zu den zuvor beschriebenen Ausführungsvarianten ausgeführt
sein. Die Kopplung zwischen der Achse und dem Kolben kann beispielsweise wieder über
eine Verzahnung oder eine mit einer Nockenkontur versehene Achse z. B. analog zu denen
bei einem Antrieb oder Türschließer verwirklicht werden. Wie bereits erwähnt, können
anstatt nur einer sowohl in Öffnungs- als auch in Schließrichtung wirkenden Halteeinrichtung
beispielsweise auch zwei Halteeinrichtungen vorgesehen sein, von denen eine in Schließrichtung
und die andere in Öffnungsrichtung wirkt.
[0026] Eine jeweilige Halteeinrichtung kann grundsätzlich sowohl innerhalb des Gehäuses
angeordnet als auch in einer Gehäusewand oder einem Gehäusedeckel integriert sein.
[0027] Das Hydraulikmedium kann insbesondere ein Hydraulikfluid wie beispielsweise Öl umfassen.
[0028] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer gleichzeitig
als Antrieb oder Türschließer ausgeführten erfindungsgemäßen Offenhaltevorrichtung,
bei der die Halteeinrichtung nur bei Flügelöffnungswinkeln aktiviert ist, die kleiner
als ein vorgebbarer Öffnungswinkel sind,
- Fig. 2
- eine mit der Ausführungsform gemäß Fig. 1 vergleichbare beispielhafte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Offenhaltevorrichtung, bei der die Halteeinrichtung bei Flügelöffnungswinkeln
größer als beispielsweise 30° deaktiviert ist, indem der Hydraulikmediumstrom bei
den größeren Öffnungswinkeln an der Halteeinrichtung vorbeifließen kann, wobei der
Kolben aufgrund eines größeren Öffnungswinkels eine Position einnimmt, in der die
Halteeinrichtung deaktiviert ist,
- Fig. 3
- die Offenhaltevorrichtung gemäß Fig. 2, wobei der Kolben aufgrund eines kleineren
Öffnungswinkels jedoch eine Position einnimmt, in der die Halteeinrichtung aktiviert
ist,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer gleichzeitig
als Einzugsdämpfer ausgeführten erfindungsgemäßen Offenhaltevorrichtung mit einem
Freilauf, durch den die Halteeinrichtung bei Flügelöffnungswinkeln, die größer als
beispielsweise 30° sind, deaktiviert ist, wobei der Kolben aufgrund eines größeren
Öffnungswinkels eine Position einnimmt, in der die Halteeinrichtung deaktiviert ist,
- Fig. 5
- die Offenhaltevorrichtung gemäß Fig. 4, wobei der Kolben aufgrund eines kleineren
Öffnungswinkels jedoch eine Position einnimmt, in der die Halteeinrichtung aktiviert
ist,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Offenhaltevorrichtung für einen über den gesamten Öffnungswinkel freilaufenden Flügel,
deren Kolben unbelastet, d.h. nicht durch eine Federeinheit oder dergleichen beaufschlagt
ist,
- Fig. 7
- eine vergrößerte schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführung einer Halteeinrichtung,
wobei das Ventil zum Verhindern eines Abfließens von Hydraulikmedium aus dem betreffenden
Hydraulikraum geschlossen ist,
- Fig. 8
- eine vergrößerte Darstellung der Halteeinrichtung gemäß Fig. 7, wobei das Ventil jedoch
für einen Abfluss von Hydraulikmedium aus dem betreffenden Hydraulikraum geöffnet
ist,
- Fig. 9
- eine schematische Teildarstellung einer mit der Halteeinrichtung gemäß Fig. 7 vergleichbaren
leicht abgewandelten Halteeinrichtung, bei der anstelle einer Kugel eine Dichtung
mit Dichtring vorgesehen ist,
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Offenhaltevorrichtung, bei der die Halteeinrichtung im Federraum angeordnet ist, und
- Fig. 11 a) bis d)
- schematische Darstellungen beispielhafter Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Offenhaltevorrichtung mit einer in einer Gehäusewand integrierten Halteeinrichtung.
[0029] Die Fig. 1 bis 11 zeigen beispielhafte Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 10 zum Offenhalten eines Flügels einer Tür, eines Fensters oder dergleichen,
wobei die verschiedenen Offenhaltevorrichtungen 10 jeweils ein Gehäuse 12, einen verschiebbar
im Gehäuse 12 angeordneten Kolben 14 und eine drehbar im Gehäuse 12 gelagerte, mit
dem Kolben 14 zusammenwirkende Achse 16 umfassen, die mit einer der Kraftübertragung
zwischen dem Flügel und einem Rahmen dienenden Hebelanordnung koppelbar ist. Dabei
kann es sich bei dem Flügel insbesondere um einen Drehflügel handeln. Die Hebelanordnung
kann beispielsweise einen in einer Gleitschiene geführten Hebelarm oder ein Gestänge
umfassen.
[0030] Das Gehäuse 12 ist jeweils mit einem Hydraulikmedium, insbesondere einem Hydraulikfluid
wie beispielsweise Öl, befüllt und wird durch den Kolben 14 in verschiedene Hydraulikräume
18, 20 auf den beiden einander gegenüberliegenden Seiten des Kolbens 14 unterteilt.
Zudem ist jeweils wenigstens eine in Schließ- und/oder Öffnungsrichtung wirkende Halteeinrichtung
22 vorgesehen, die dem bei einer jeweiligen Schließ- bzw. Öffnungsbewegung des Kolbens
14 in dem jeweiligen Hydraulikraum 18 entstehenden Druck ausgesetzt ist und ein Überströmen
des Hydraulikmediums zwischen diesem Hydraulikraum 18 und dem gegenüberliegenden Hydraulikraum
20 bis zu einem vorgebbaren Druck zum Offenhalten des Flügels verhindert und nach
dem Überschreiten dieses vorgebbaren Drucks beispielsweise durch leichten Andrücken
die Freigabe des Flügels ermöglicht.
[0031] Wie insbesondere den Fig. 7 und 8 entnommen werden kann, kann eine jeweilige Halteeinrichtung
22 beispielsweise ein Ventil 24 mit einem durch eine Federeinheit 26 gegen einen Ventilsitz
gehaltenen Ventilglied 28 umfassen. Dabei kann das Ventil 24 insbesondere so ausgeführt
sein, dass es nach einem jeweiligen Überschreiten des vorgebbaren Drucks zur Freigabe
des Flügels geöffnet bleibt, bis der daraufhin durch das Ventil 24 fließende Hydraulikmediumstrom
wieder unterbrochen wird.
[0032] Dabei kann das Ventil 24, wie bereits erwähnt, insbesondere so ausgeführt sein, dass
die Öffnung 30 anschließend so lange offen bleibt, wie Hydraulikmedium fließt. Die
Öffnung 30 schließt somit erst wieder, wenn der Flügel angehalten wird, was beispielsweise
bei Erreichen der Schließlage oder der maximalen Öffnungslage der Fall sein kann.
Hierzu kann das Ventil 24 beispielsweise mit wenigstens einer zur Lauffläche des Ventilglieds
28 bzw. Ventilstifts radial versetzten Abströmbohrung 32 versehen sein.
[0033] Das Hydraulikmedium fließt nach einem jeweiligen Überschreiten des vorgebbaren Drucks
somit so lange durch die Öffnung 30 und die wenigstens eine Abströmbohrung 32, bis
der Hydraulikmediumstrom beispielsweise bei Erreichen der Schließ- bzw. maximalen
Öffnungstellung abbricht. Erst zu diesem Zeitpunkt kann die das Ventilglied 28 bzw.
den Ventilstift beaufschlagende Federeinheit 26 den Ventilstift und mit diesem beispielsweise
eine Kugel 34 oder dergleichen wieder gegen die Öffnung 30 drücken, um diese zu verschließen
und den Flügel wieder festzustellen.
[0034] Wie erwähnt, kann durch das Ventilglied 28 bzw. den Ventilstift beispielsweise eine
Kugel 34 oder dergleichen gegen die Öffnung 30 gehalten werden, um diese zu blockieren
(vgl. insbesondere wieder die Fig. 7 und 8). Der Auslösedruck, bei dem das Ventil
24 öffnet, kann insbesondere über die Federkraft der beispielsweise eine Druckfeder
umfassenden, das Ventilglied 28 bzw. den Ventilstift beaufschlagenden Federeinheit
26 und den Durchmesser der Öffnung 30 bestimmt werden.
[0035] Wie in der Fig. 9 dargestellt, kann eine jeweilige Halteeinrichtung 22 anstelle einer
Kugel jedoch beispielsweise auch mit einer Dichtung 36 mit Dichtring versehen sein.
[0036] Wie insbesondere den Fig. 1 bis 3 zu entnehmen ist, kann die Offenhaltevorrichtung
10 zur gleichzeitigen Bildung eines Antriebs, insbesondere eines Türschließers, oder
dergleichen, auch eine den Kolben 14 beaufschlagende Federeinheit 38 umfassen. Dabei
wird das Gehäuse 12 durch den federbelasteten Kolben 14 in einen Druckraum 18 und
einen Federraum 20 unterteilt. Zudem ist in diesem Fall beispielsweise eine Halteeinrichtung
22 vorgesehen, die zumindest bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner sind als ein vorgebbarer
Öffnungswinkel, dem im Druckraum 18 entstehenden Druck ausgesetzt und damit aktiviert
ist, um ein Überströmen von Hydraulikmedium vom Druckraum 18 in den Federraum 20 bis
zu dem vorgebbaren Druck zu verhindern bzw. nach einem Überschreiten dieses vorgebbaren
Drucks z.B. durch ein leichtes Andrücken des Flügels zu ermöglichen.
[0037] Dabei kann eine jeweilige Halteeinrichtung 22 insbesondere durch eine entsprechende
Ansteuerung wenigstens eines Überströmkanals durch den Kolben 14 bei Flügelöffnungswinkeln,
die kleiner als ein vorgebbarer Öffnungswinkel sind, aktivierbar und bei Flügelöffnungswinkeln,
die größer sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, deaktivierbar sein.
[0038] Bei Flügelöffnungswinkeln, die größer als der vorgebbare Öffnungswinkel sind, wird
eine jeweilige Flügelbewegung somit nicht durch die Halteeinrichtung 22 beeinflusst.
[0039] Wie insbesondere wieder den Fig. 1 bis 3 zu entnehmen ist, kann die Offenhaltevorrichtung
10 bzw. eine jeweiliger durch diese gleichzeitig gebildeter Antrieb, Türschließer
oder dergleichen insbesondere so ausgeführt sein, dass der Kolben 14 zur Dämpfung
der Schließbewegung Hydraulikmedium aus dem Druckraum 18 in den Federraum 20 verdrängen
muss, wobei in dem betreffenden Überströmkanal 40 zur Regulierung des Hydraulikmediumstroms
ein Drosselventil vorgesehen sein kann. Dabei kann die Offenhaltevorrichtung 10 beispielsweise
so ausgeführt sein, dass die wenigstens eine Halteeinrichtung 22 nur in einem Öffnungswinkelbereich
von z. B. 0° bis 30° oder lediglich in einem Öffnungswinkelbereich von z.B. 0° bis
25° aktiviert ist und eine jeweilige Flügelbewegung im Übrigen nicht von der Haltevorrichtung
22 beeinflusst wird. Grundsätzlich sind jedoch auch beliebige andere Öffnungswinkelbereiche
denkbar, bei denen die wenigstens eine Halteeinrichtung 22 deaktiviert bzw. aktiviert
ist.
[0040] Bei den in den Fig. 1 bis 8 und 10 dargestellten Ausführungsbeispielen ist die Halteeinrichtung
22 jeweils innerhalb des Gehäuses 12 angeordnet, wobei bei den Ausführungsformen gemäß
den Fig. 1 bis 5 der die Halteeinrichtung 22 beaufschlagende Druckraum 18 jeweils
durch die Halteeinrichtung 22 und den Kolben 14 begrenzt wird, während beispielsweise
gemäß der in der Fig. 10 dargestellten Ausführungsform die im Federraum 20 angeordnete
Halteeinrichtung 22 über einen Überströmkanal 40 mit den betreffenden Druckraum 18
in Verbindung steht. Die jeweilige Halteeinrichtung 22 kann somit insbesondere auch
im Federraum 20 angeordnet sein. Es sind jedoch beispielsweise auch solche Ausführungen
denkbar, bei denen die jeweilige Halteeinrichtung 22 in einer Gehäusewand (vgl. insbesondere
die Fig. 11 a) und 11b) oder in einem Gehäusedeckel 46 (vgl. insbesondere die Fig.
11 c) und 11d) integriert sind.
[0041] Der Kolben 14 und die mit diesem zusammenwirkende Achse 16 können beispielsweise
auch so ausgeführt sein, dass sich über wenigstens einen Öffnungswinkelbereich hinweg
ein Freilauf ergibt, bei dem die Achse 16 vom Kolben 14 entkoppelt ist.
[0042] Dabei können, wie sich insbesondere aus den Fig. 4 und 5 ergibt, der Kolben 14 und
die mit diesem zusammenwirkende Achse 16 beispielsweise zur Bildung eines Einzugdämpfers
so ausgeführt sein, dass sich bei Flügelöffnungswinkeln, die größer sind als ein vorgebbarer
Öffnungswinkel, ein Freilauf ergibt und der Kolben 14 und die Achse 16 bei Flügelöffnungswinkeln,
die kleiner sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, miteinander in Eingriff stehen.
[0043] Bei Flügelöffnungswinkeln, die größer sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, fließt
somit kein Hydraulikmedium zwischen den verschiedenen Hydraulikräumen 18, 20. Während
eines entsprechenden Freilaufs, bei dem die Achse 16 vom Kolben 14 entkoppelt ist,
ist die jeweilige Halteeinrichtung 22 deaktiviert.
[0044] Der vorgebbare Öffnungswinkel kann beispielsweise 30° betragen, wobei grundsätzlich
jedoch auch beliebige andere vorgebbare Öffnungswinkel denkbar sind, ab denen sich
entsprechend ein Freilauf ergibt.
[0045] Die Achse 16 kann beispielsweise mit Mitnehmern 42 versehen sein, die jeweils eine
Kopffläche aufweisen, mit der sie zur Bildung eines jeweiligen Freilaufs auf eine
kolbenseitige Verzahnung 44 aufgleiten. Bei Unterschreiten des vorgebbaren Öffnungswinkels
tritt die Achse 16 über eine entsprechende Verzahnung oder über mit am Kolben 14 vorgesehenen
Anlagen zusammenwirkende Mitnehmer 42 mit dem Kolben 14 in Eingriff. Zudem wird mit
dem Unterschreiten des vorgebbaren Öffnungswinkels insbesondere durch eine entsprechende
Ansteuerung wenigstens eines Überströmkanals 40 durch den Kolben 14 auch die jeweilige
Halteeinrichtung 22 aktiviert. Dabei kann das Hydraulikmedium erst wieder nach einem
jeweiligen Überschreiten des vorgebbaren Drucks über die Halteeinrichtung 22 verdrängt
werden, um den Flügel von der Halteeinrichtung 22 freizugeben. Der Flügel bleibt offen
stehen, bis der vorgebbare Druck beispielsweise durch ein leichtes Andrücken des Flügels
überschritten wird und das Hydraulikmedium anschließend über die Halteeinrichtung
22 abströmt.
[0046] Weist die Achse 16 anstelle der Mitnehmer 42 beispielsweise eine Nockenkontur auf
(vgl. insbesondere die Fig. 10 und 11), so kann diese zur Bildung des Freilaufs in
einem jeweiligen Bereich einen konstanten Radius aufweisen. Demgegenüber kann die
Nockenkontur in dem Bereich, in dem die Achse b16 ei Öffnungswinkeln, die kleiner
sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, wieder mit dem Kolben 14 in Eingriff ist,
einen stark abfallenden Radius besitzen.
[0047] Fig. 6 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Offenhaltevorrichtung
10, bei der der mit der Achse 16 zusammenwirkende Kolben 14 für einen über den gesamten
Öffnungswinkelbereich freilaufenden Flügel unbelastet, d.h. nicht durch einen Federeinheit
oder dergleichen beaufschlagt, und wenigstens eine in Schließ- und/oder Öffnungsrichtung
wirkende Halteeinrichtung 22 vorgesehen ist.
[0048] Dabei kann beispielsweise nur eine Halteeinrichtung 22 vorgesehen sein, die insbesondere
durch eine entsprechende Ansteuerung von Überströmkanälen 40 durch den Kolben 14 sowohl
in Schließrichtung als auch in Öffnungsrichtung wirkt. Alternativ können jedoch auch
zwei Halteeinrichtungen 22 vorgesehen sein, von denen eine in Schließrichtung und
die andere in Öffnungsrichtung wirkt.
[0049] Eine jeweilige Halteeinrichtung 22 kann über den gesamten Flügelöffnungsbereich aktiviert
oder insbesondere durch eine entsprechende Ansteuerung von Überströmkanälen 40 durch
den Kolben 14 in wenigstens einem Flügelöffnungswinkelbereich aktiviert und in dem
wenigstens einen anderen Flügelöffnungswinkelbereich deaktiviert sein.
[0050] Demzufolge kann die erfindungsgemäße Offenhaltevorrichtung 10 insbesondere auch so
ausgeführt sein, dass der Flügel an beliebigen Positionen offengehalten werden kann
(vgl. insbesondere nochmals die Fig. 6). Grundsätzlich kann die Offenhaltung jedoch
über den gesamten Flügelöffnungsbereich oder auch nur in bestimmten Bereichen aktiv
sein.
[0051] Bei der vorliegenden Ausführung für einen freilaufenden Flügel gemäß Fig. 6 ist die
eine Halteeinrichtung 22 sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen wirksam. Es sind
jedoch auch solche Ausführungen denkbar, bei denen die Halteeinrichtung 22 nur beim
Öffnen oder Schließen wirksam ist.
[0052] Ist die Offenhaltevorrichtung 10 beispielsweise gleichzeitig als Türschließer ausgeführt,
so kann der Flügel durch die den Kolben 14 beaufschlagende Federeinheit 38 in Öffnungsrichtung
gehalten werden. Soll eine jeweilige Halteeinrichtung 22 nur in einer Richtung wirken,
so kann die für einen freilaufenden Flügel ausgeführte Offenhaltevorrichtung 10 hinsichtlich
des Hydrauliksystems zumindest im Wesentlichen analog zu den zuvor beschriebenen Ausführungsvarianten
ausgeführt sein.
[0053] Die Kopplung zwischen der Achse 16 und dem Kolben 14 kann beispielsweise wieder über
eine Verzahnung oder eine mit einer Nockenkontur versehene Achse 16 (vgl. insbesondere
wieder die Fig. 10 und 11) beispielsweise analog zu der des zuvor beschriebenen Antriebs
oder Türschließers verwirklicht werden.
[0054] In der Fig. 6 geben die Pfeile die Flussrichtung des Hydraulikmediums in den betreffenden
jeweils mit einem Rückschlagventil versehenen Überströmkanälen 40 an. Dabei wird bei
der in der Fig. 6 dargestellten Ausführungsform mit nur einer einzigen Haltevorrichtung
22, die sowohl in Schließrichtung als auch in Öffnungsrichtung wirkt, die Halteeinrichtung
22 beim Öffnen und beim Schließen in derselben Richtung vom Hydraulikmedium durchströmt.
[0055] Wie bereits erwähnt, können anstatt nur einer sowohl in Öffnungsrichtung als auch
in Schließrichtung wirkenden Halteeinrichtung 22 beispielsweise auch zwei Halteeinrichtungen
vorgesehen sein, von denen eine in Schließrichtung und die andere in Öffnungsrichtung
wirkt.
[0056] Wie ebenfalls bereits ausgeführt, kann eine jeweilige Halteeinrichtung 22 innerhalb
des Gehäuses 12 angeordnet (vgl. insbesondere die Fig. 1 bis 8 und 10) oder in einer
Gehäusewand (vgl. insbesondere die Fig. 11 a) und 11b)) oder einem Gehäusedeckel 46
(vgl. insbesondere die Fig. 11 c) und 11d)) integriert sein.
[0057] Fig. 1 zeigt eine gleichzeitig als Antrieb oder Türschließer ausgeführte erfindungsgemäße
Offenhaltevorrichtung 10, bei der die Halteeinrichtung 22 nur bei Flügelöffnungswinkeln
aktiviert ist, die kleiner als ein vorgebbarer Öffnungswinkel sind. In der Fig. 2
ist eine mit der Ausführungsform gemäß Fig. 1 vergleichbare Ausführung einer erfindungsgemäßen
Offenhaltevorrichtung 10 wiedergegeben, bei der die Haltevorrichtung 22 bei Flügelöffnungswinkeln
größer als beispielsweise 30° deaktiviert ist, indem der Hydraulikmediumstrom bei
den größeren Öffnungswinkeln an der Halteeinrichtung 22 vorbeifließen kann, wobei
der Kolben 14 aufgrund eines größeren Öffnungswinkels eine Position einnimmt, in der
die Halteeinrichtung 22 deaktiviert ist. Fig. 3 zeigt nochmals die Offenhaltevorrichtung
10 gemäß Fig. 2, wobei der Kolben 14 aufgrund eines kleineren Öffnungswinkels jedoch
eine Position einnimmt, in der die Halteeinrichtung 22 aktiviert ist.
[0058] Fig. 4 zeigt eine beispielsweise gleichzeitig als Einzugsdämpfer ausgeführte erfindungsgemäße
Offenhaltevorrichtung 10 mit einem Freilauf, durch den die Halteeinrichtung 22 bei
Flügelöffnungswinkeln, die größer als beispielsweise 30° sind, deaktiviert ist, wobei
der Kolben aufgrund eines größeren Öffnungswinkels eine Position einnimmt, in der
die Halteeinrichtung deaktiviert ist. Fig. 5 zeigt nochmals die Offenhaltevorrichtung
10 gemäß Fig. 4, wobei der Kolben 14 aufgrund eines kleineren Öffnungswinkels jedoch
eine Position einnimmt, in der die Halteeinrichtung 22 aktiviert ist.
[0059] Fig. 6 zeigt eine erfindungsgemäße Offenhaltevorrichtung 10 für einen über den gesamten
Öffnungswinkelbereich freilaufenden Flügel, deren Kolben 14 unbelastet, d.h. nicht
durch eine Federeinheit oder dergleichen beaufschlagt ist.
[0060] In der Fig. 7 ist in vergrößerter Darstellung eine beispielhafte Halteeinrichtung
22 für eine erfindungsgemäße Offenhaltevorrichtung 10 wiedergegeben, wobei das Ventil
24 zum Verhindern eines Abfließens von Hydraulikmedium aus dem betreffenden Hydraulikraum
18 geschlossen ist. Fig. 8 zeigt nochmals die Halteeinrichtung 22 gemäß Fig. 7, wobei
das Ventil 24 jedoch für einen Abfluss von Hydraulikmedium aus dem betreffenden Hydraulikraum
18 geöffnet ist.
[0061] In Fig. 9 ist eine mit der Halteeinrichtung gemäß Fig. 7 vergleichbare, etwas abgewandelte
Halteeinrichtung 22 dargestellt, bei der anstelle einer Kugel 34 eine Dichtung 36
mit Dichtring vorgesehen ist.
[0062] Fig. 10 zeigt eine beispielhafte Ausführung der erfindungsgemäßen Offenhaltevorrichtung
10, bei der die Halteeinrichtung 22 im Federraum 20 angeordnet und die Achse 16 mit
einem Nocken 48 versehen ist.
[0063] Die Fig. 11a) bis 11d) zeigen beispielhafte Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen
Offenhaltevorrichtung 10 mit einer in einer Gehäusewand (vgl. die Fig. 11 a) und 11b))
bzw. in einem Gehäusedeckel 46 (vgl. die Fig. 11 c) und 11d)) integrierten Halteeinrichtung
22. Auch hier ist die Achse 16 wieder mit einem Nocken 48 versehen.
[0064] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung der Offenhaltevorrichtung 10 ist nicht
nur gewährleistet, dass der Flügel bei einem jeweils gewünschten Öffnungswinkel offengehalten
bzw. festgestellt wird, der Flügel wird in der jeweiligen Offenstellung insbesondere
auch sicher gehalten und in definierter Weise wieder freigegeben.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 10
- Offenhaltevorrichtung
- 12
- Gehäuse
- 14
- Kolben
- 16
- Achse
- 18
- Hydraulikraum, Druckraum
- 20
- Hydraulikraum, Federraum
- 22
- Halteeinrichtung
- 24
- Ventil
- 26
- Federeinheit
- 28
- Ventilglied
- 30
- Öffnung
- 32
- Abströmbohrung
- 34
- Kugel
- 36
- Dichtung mit Dichtring
- 36
- Federeinheit
- 40
- Überströmkanal
- 42
- Mitnehmer
- 44
- kolbenseitige Verzahnung
- 46
- Gehäusedeckel
- 48
- Nocken
1. Vorrichtung (10) zum Offenhalten eines Flügels einer Tür, eines Fensters oder dergleichen,
mit einem Gehäuse (12), einem verschiebbar im Gehäuse (12) angeordneten Kolben (14)
und einer drehbar im Gehäuse (12) gelagerten, mit dem Kolben (14) zusammenwirken Achse
(16), die mit einer der Kraftübertagung zwischen dem Flügel und einem Rahmen dienenden
Hebelanordnung koppelbar ist, wobei der Kolben (14) das mit einem Hydraulikmedium
befüllte Gehäuse (12) in einander gegenüberliegende Hydraulikräume (18, 20) unterteilt
und wenigstens eine in Schließ- und/oder Öffnungsrichtung wirkende Halteeinrichtung
(22) vorgesehen ist, die dem bei einer jeweiligen Schließ- bzw. Öffnungsbewegung des
Kolbens (14) in dem jeweiligen Hydraulikraum (18) entstehenden Druck ausgesetzt ist
und ein Überströmen des Hydraulikmediums zwischen diesem Hydraulikraum (18) und dem
gegenüberliegenden Hydraulikraum (20) bis zu einem vorgebbaren Druck zum Offenhalten
des Flügels verhindert und nach dem Überschreiten dieses vorgebbaren Drucks die Freigabe
des Flügels ermöglicht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Halteeinrichtung (22) ein Ventil (24) mit einem durch eine Federeinheit
(26) gegen einen Ventilsitz gehaltenen Ventilglied (28) umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) so ausgeführt ist, dass es nach einem jeweiligen Überschreiten des
vorgebbaren Drucks zur Freigabe des Flügels geöffnet bleibt, bis der daraufhin durch
das Ventil (24) fließende Hydraulikmediumstrom wieder unterbrochen wird.
4. Vorrichtung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) zur gleichzeitigen Bildung eines Antriebs, insbesondere eines
Türschließers, oder dergleichen eine den Kolben (14) beaufschlagende Federeinheit
(38) umfasst, das Gehäuse (12) durch den federbelasteten Kolben (14) in einen Druckraum
(18) und einen Federraum (20) unterteilt wird und eine Halteeinrichtung (22) vorgesehen
ist, die zumindest bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner sind als ein vorgebbarer
Öffnungswinkel, dem im Druckraum (18) entstehenden Druck ausgesetzt und damit aktiviert
ist, um ein Überströmen von Hydraulikmedium vom Druckraum (18) in den Federraum (20)
bis zu dem vorgebbaren Druck zu verhindern bzw. nach einem Überschreiten dieses vorgebbaren
Drucks zu ermöglichen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (22) insbesondere durch eine entsprechende Ansteuerung wenigstens
eines Überstromkanals (40) durch den Kolben (14) bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner
als ein vorgebbarer Öffnungswinkel sind, aktivierbar und bei Flügelöffnungswinkeln,
die größer sind als der vorgebbare Öffnungswinkel, deaktivierbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (22) innerhalb des Gehäuses (12) angeordnet ist und zwischen
sich und dem Kolben (14) den jeweiligen Druckraum (18) begrenzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (22) im Federraum (20) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (14) und die mit diesem zusammenwirkende Achse (16) so ausgeführt sind,
dass sich über wenigstens einen Öffnungswinkelbereich hinweg ein Freilauf ergibt,
bei dem die Achse (16) vom Kolben (14) entkoppelt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (14) und die mit diesem zusammenwirkende Achse (16) insbesondere zur Bildung
eines Einzugsdämpfers so ausgeführt sind, dass sich bei Flügelöffnungswinkeln, die
größer sind als ein vorgebbarer Öffnungswinkel, ein Freilauf ergibt und der Kolben
(14) und die Achse (16) bei Flügelöffnungswinkeln, die kleiner sind als der vorgebbare
Öffnungswinkel, miteinander in Eingriff stehen.
10. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der mit der Achse (16) zusammenwirkende Kolben (14) für einen über den gesamten Öffnungswinkelbereich
freilaufenden Flügel unbelastet und wenigstens eine in Schließ- und/oder Öffnungsrichtung
wirkende Halteeinrichtung (22) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass nur eine Halteeinrichtung (22) vorgesehen ist, die insbesondere durch eine entsprechende
Ansteuerung von Überstromkanälen (40) durch den Kolben (14) sowohl in Schließrichtung
als auch in Öffnungsrichtung wirkt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei Halteeinrichtungen (22) vorgesehen sind, von denen eine in Schließrichtung und
die andere in Öffnungsrichtung wirkt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Halteeinrichtung (22) über den gesamten Flügelöffnungsbereich aktiviert
ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass eine jeweilige Halteeinrichtung (22) insbesondere durch eine entsprechende Ansteuerung
von Überströmkanälen (40) durch den Kolben (14) in wenigstens einem Flügelöffnungswinkelbereich
aktiviert und in dem wenigstens einen anderen Flügelöffnungswinkelbereich deaktiviert
ist.
15. Vorrichtung nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine jeweilige Halteeinrichtung (22) innerhalb des Gehäuses (12) angeordnet
ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine jeweilige Halteeinrichtung (22) in einer Gehäusewand oder einem Gehäusedeckel
integriert ist.