[0001] Die Erfindung geht aus von einer Auslöseeinheit für ein Lawinenrettungssystem mit
einem mit einem Kopplungsstück verbundenen Betätigungsgriff.
[0003] Lawinenrettungssysteme, beispielsweise für Skifahrer oder Bergsteiger, weisen vorteilhafterweise
unterschiedliche Funktionseinheiten auf, beispielsweise einen Lawinenairbag und/oder
einen Lawinenballon und/oder eine Beatmungsfunktionseinheit. Jedoch muss sichergestellt
werden, dass im Gefahrenfall, d. h. wenn eine Lawine sich nähert, eine zu schützende
Person möglichst sicher und schnell die unterschiedlichen Funktionseinheiten respektive
Teilrettungssysteme des Lawinenrettungssystems auslösen kann. Daher ist aus dem eingangs
beschriebenen Stand der Technik eine Auslöseeinheit mit einem Betätigungsgriff bekannt,
mit dem durch Wegreißen eines Teils eines Betätigungsgriffs von einem anderen Teil
mehrere Funktionseinheiten des Lawinenrettungssystems gleichzeitig aktiviert bzw.
ausgelöst werden können. Dabei ist der abreißbare Teil des Betätigungsgriffs selbst
Teil einer Funktionseinheit. Insbesondere weist dieser Teil des Betätigungsgriffs
ein Mundstück auf. Somit können Funktionseinheiten ausgelöst werden und gleichzeitig
das Mundstück frei beweglich zum Mund der Person geführt werden.
[0004] Problematisch im Stand der Technik ist jedoch, dass die Funktionsfähigkeit einer
solchen Auslöseeinheit möglichst zu jedem Zeitpunkt und in jeder Situation gewährleistet
werden muss. Insbesondere sollte sichergestellt werden, dass der Griff nicht abgelöst
wird, bevor die Funktionseinheit ausgelöst wird.
[0005] Primäre Aufgabe der Erfindung ist, dass eine Ablösung des Griffs nicht vor der Auslösung
der Funktionseinheit, beispielsweise eines Airbags, erfolgt.
[0006] Sekundäre Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Auslöseeinheit für
ein Lawinenrettungssystem zu verbessern und insbesondere eine kostengünstige und einfach
herstellbare Lösung anzubieten, die eine Auslösung von Funktionseinheiten eines Lawinenrettungssystems
selbst unter widrigsten Bedingungen gewährleisten kann.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Auslöseeinheit für ein Lawinenrettungssystem mit
den Merkmalen des Anspruchs 1. Insbesondere kann die Aufgabe gelöst werden durch eine
Auslöseeinheit mit einem ein Kopplungsstück aufweisenden Betätigungsgriff und mit
einem mit einer Funktionseinheit des Lawinenrettungssystems verbindbaren Kopplungselement,
wobei das Kopplungsstück und das Kopplungselement in einem Kopplungskanal eines Griffhalters
der Auslöseeinheit verschiebbar sind und durch den Kopplungskanal in Kopplungsverbindung
gehalten werden und die Kopplungsverbindung lösbar ist, wenn das Kopplungsstück und/oder
das Kopplungselement den Kopplungskanal verlassen.
[0008] Dabei kann das Kopplungselement mit einer Funktionseinheit des Lawinenrettungssystems
verbunden sein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass durch Verschieben des Kopplungselements
die Funktionseinheit ausgelöst wird. Die Kopplungseinheit kann als Griffhalter dienen.
Der Betätigungsgriff kann das Kopplungsstück aufweisen. Dabei kann das Kopplungsstück
einstückig mit dem Betätigungsgriff ausgebildet sein oder über ein Verbindungselement,
z. B. einen Seilzug, mit diesem verbunden sein.
[0009] Wird der Betätigungsgriff vom Griffhalter wegbewegt respektive weggerissen, so nimmt
das Kopplungsstück das Kopplungselement entlang des Kopplungskanals mit. Dadurch kann
die Funktionseinheit ausgelöst werden. Verlassen anschließend das Kopplungsstück und/oder
das Kopplungselement den Kopplungskanal, so kann die Kopplungsverbindung gelöst werden.
Mit anderen Worten bildet der Kopplungskanal eine Hülse, die die Auflösung der Kopplungsverbindung
zwischen Kopplungselement und Kopplungsstück verhindert, solange sich das Kopplungsstück
und/oder Kopplungselement im Kopplungskanal befinden. Somit kann sichergestellt werden,
dass das Kopplungselement entlang des Kopplungskanals bewegt wird und dadurch die
Funktionseinheit auslöst und erst anschließend der Betätigungsgriff frei bewegt werden
kann.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Kopplungsverbindung form- und/oder kraftschlüssig
ist. Dadurch können Kopplungsverbindungen auf besonders einfache Weise hergestellt
werden. Insbesondere können Kopplungsstück und Kopplungselement ineinander eingreifen.
Auch ermöglichen form- und/oder kraftschlüssige Kopplungsverbindungen, dass die Auslöseeinheit
mehrfach wiederverwendbar ausgestaltet werden kann, da nach einem Lösen der Kopplungsverbindung
diese auf einfache Weise wiederhergestellt werden kann. So kann das Lawinenrettungssystem
auch nach einem Einsatz erneut verwendet werden, ohne dass es teurer Austauschteile
bedarf.
[0011] Ein Kraftschluss kann beispielsweise durch eine elektrische und/oder magnetische
Verbindung erreicht werden. Zur Herstellung eines Formschlusses können das Kopplungsstück
und das Kopplungselement zumindest bereichsweise komplementär geformt sein.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück drehfest
im Kopplungskanal anordenbar sind. Beispielsweise kann der Kopplungskanal einen nicht
kreisförmigen Querschnitt aufweisen. Insbesondere können das Kopplungselement und/oder
das Kopplungsstück zumindest abschnittsweise im Querschnitt rotationsasymmetrisch
oval gebildet sein. Auch können das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück im
Querschnitt trapezförmig, vorzugsweise rechteckig, gebildet sein. Vorteilhafterweise
ist jeweils der Querschnitt des Kopplungskanals zumindest abschnittsweise komplementär
zum Kopplungselement und/oder zum Kopplungsstück gebildet. Weisen nun das Kopplungselement
und/oder das Kopplungsstück einen dem Kopplungskanal entsprechenden bzw. komplementären
Querschnitt auf, so können das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück drehfest
im Kopplungskanal angeordnet werden. So kann beispielsweise sichergestellt werden,
dass der Betätigungsgriff stets in einer optimalen Position bzw. Lage am Griffhalter
angeordnet ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Betätigungsgriff in einer
Lage am Griffhalter angeordnet wird, die es einer Person ermöglicht, den Betätigungsgriff
sicher zu greifen.
[0013] Alternativ kann das Kopplungselement nicht drehfest im Kopplungskanal angeordnet
sein. Insbesondere können beide einen kreisrunden Querschnitt aufweisen.
[0014] Es kann vorgesehen werden, dass die Kopplungseinheit, insbesondere der Griffhalter,
aus zumindest zwei Elementen zusammengesetzt ist, wobei der Kopplungskanal durch zumindest
zwei der Elemente ausgebildet ist. Somit kann die Kopplungseinheit auf besonders einfache
Weise hergestellt und der Kopplungskanal ausgebildet werden. Beispielsweise kann die
Kopplungseinheit aus zwei Halbzylindern gebildet werden, die, wenn sie zusammengefügt
sind, in ihrem Innenbereich den Kopplungskanal bilden.
[0015] Die Kopplungseinheit kann an einem Ende ein abnehmbares Endstück aufweisen. Wenn
das Endstück abgenommen ist, können Kopplungselement und Kopplungsstück einfach gekoppelt
werden. Anschließend kann das Endstück wieder aufgesetzt, z. B. aufgeschraubt, eingeschraubt
oder aufgeclipst werden, um Kopplungsstück und Kopplungselement in Eingriff zu halten.
[0016] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann des Weiteren vorgesehen
sein, dass das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück im Kopplungskanal mindestens
um eine vorgebbare Auslösedistanz d verschiebbar sind. Es kann beispielsweise vorgesehen
sein, dass die Funktionseinheit so mit dem Kopplungselement bzw. mit dem Kopplungsstück
verbunden ist, dass wenn das Kopplungselement bzw. das Kopplungsstück um eine vorgebbare
Auslösedistanz d verschoben wird, die Funktionseinheit ausgelöst wird. Weist daher
der Kopplungskanal eine Länge auf, die es ermöglicht, dass das Kopplungselement bzw.
das Kopplungsstück innerhalb des Kopplungskanals mindestens um die vorgebbare Auslösedistanz
d verschoben werden können, so kann somit auf einfache Weise sichergestellt werden,
dass die Funktionseinheit zuverlässig ausgelöst wird, bevor das Kopplungselement vom
Kopplungsstück gelöst werden kann.
[0017] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Kopplungseinheit eine in den Kopplungskanal
mündende Montagehilfsbohrung oder -öffnung aufweist. Nach einem Einsatz der Auslöseeinheit
kann das Kopplungsstück vom Kopplungselement gelöst sein. Für einen erneuten Einsatz
müssen beide zunächst wieder verbunden werden. Dazu kann ein Montagehilfsstift durch
die Montagehilfsbohrung bzw. -öffnung in den Kopplungskanal eingeführt werden. Mit
dem Montagehilfsstift kann dann beispielsweise das Kopplungselement soweit aus dem
Kopplungskanal geschoben werden, bis es sich wieder mit dem Kopplungsstück verbinden
lässt.
[0018] Vorteilhaft ist auch, wenn die Kopplungseinheit einen Fixierabschnitt zur Befestigung
der Kopplungseinheit an einem Trägersystem des Lawinenrettungssystems aufweist. Das
Trägersystem kann beispielsweise ein Rucksack oder ein in einen Rucksack eingefügtes
Trägerelement sein, auf oder an dem unterschiedliche Elemente, insbesondere Funktionseinheiten,
des Lawinenrettungssystems angeordnet sind. Das Trägersystem bzw. der Rucksack kann
beispielsweise einen Schultergurt mit einer Laschung aufweisen. In die Laschung kann
der Fixierabschnitt der Kopplungseinheit eingeschoben werden und so die Kopplungseinheit
bzw. die Auslöseeinheit, insbesondere an einer vorgegebenen Position und/oder in einer
vorgegebenen Lage, fixiert werden. Dadurch kann die Auslöseeinheit am Trägersystem
an- bzw. abmontiert werden. Die Position und/oder Lage können zudem so gewählt sein,
dass die Person den Betätigungsgriff im Notfall mühelos erreichen kann.
[0019] Die Lösbarkeit des Kopplungselements vom Kopplungsstück kann erleichtert werden,
wenn das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück in einem Kopplungsverbindungsbereich
eine Anschrägung aufweisen.
[0020] Besonders vorteilhaft ist weiterhin, wenn das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück
einen Rastabschnitt zur Herstellung der Kopplungsverbindung aufweisen. In diesem Fall
kann, insbesondere nach einem Einsatz der Auslöseeinheit, die Verbindung zwischen
dem Kopplungselement und dem Kopplungsstück wieder dadurch hergestellt werden, dass
das Kopplungsstück in den Kopplungskanal eingeführt wird, bis es am Kopplungselement
einrastet. Dazu kann der Rastabschnitt aus elastischem Material gebildet sein.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück
mit einem Seilzug verbunden sind. Beispielsweise kann dann das Kopplungselement über
einen Seilzug mit der Funktionseinheit verbunden sein. Dadurch kann die Funktionseinheit
beabstandet von der Auslöseeinheit angeordnet werden und dennoch mit Hilfe der Auslöseeinheit
ausgelöst werden. Dabei ist besonders vorteilhaft, dass ein Seilzug platzsparend angeordnet
werden kann, ein geringes Gewicht und eine nahezu beliebig wählbare Länge aufweisen
kann.
[0022] Zudem kann vorgesehen sein, dass das Kopplungselement und/oder das Kopplungsstück
als Seilzugnippel ausgebildet sind. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass sowohl
das Kopplungselement als auch das Kopplungsstück als Seilzugnippel ausgebildet sind.
Jeder Seilzugnippel kann mit jeweils einem Seilzug verbunden sein. Bei geeigneter
Dimensionierung der Abmessung des Kopplungskanals in Relation zum Kopplungselement
und/oder zum Kopplungsstück kann dann auf besonders einfache Weise eine Kopplungsverbindung
hergestellt werden. Dazu muss lediglich der dem Kopplungselement entsprechende Seilzugnippel
aus dem Kopplungskanal herausgeschoben werden, der dem Kopplungsstück entsprechende
Seilzugnippel hinter den dem Kopplungselement entsprechenden Seilzugnippel angeordnet
werden und die Anordnung des Kopplungselements und des Kopplungsstücks wieder in den
Kopplungskanal eingebracht werden. Gelöst werden kann eine derart gebildete Kopplungsverbindung
dadurch, dass am Seilzug des dem Kopplungsstück entsprechenden Seilzugnippels gezogen
wird, bis die Anordnung erneut den Kopplungskanal verlässt, da die Seilzugnippel in
einer solchen Anordnung an und für sich nicht miteinander starr bzw. fest verbunden
sind.
[0023] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Seilzugnippel Aussparungen aufweisen, sodass
der mit einem Seilzugnippel verbundene Seilzug den anderen Seilzugnippel durchgreifen
kann.
[0024] Der Betätigungsgriff kann mit zusätzlichen Funktionen bzw. Funktionselementen ausgestattet
werden. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Betätigungsgriff ein Mundstück
aufweist. Mittels des Mundstücks kann dann eine Beatmung einer, beispielsweise verschütteten,
Person ermöglicht werden, wobei der Betätigungsgriff hierzu mit einer Beatmungsfunktionseinheit
beispielsweise über einen Schlauch verbunden sein kann. Nach dem Lösen des Betätigungsgriffs
von der Auslösevorrichtung kann der Betätigungsgriff dem Mund der Person zugeführt
werden.
[0025] In den Rahmen der Erfindung fällt des Weiteren eine Verwendung eines Betätigungsgriffs
mit einem Kopplungsstück in einer erfindungsgemäßen Auslöseeinheit, wobei das Kopplungsstück
und ein Kopplungselement der Auslöseeinheit in einem Kopplungskanal einer Kopplungseinheit
der Auslöseeinheit verschiebbar sind und durch den Kopplungskanal in Kopplungsverbindung
gehalten werden und die Kopplungsverbindung lösbar ist, wenn das Kopplungsstück und/oder
das Kopplungselement den Kopplungskanal verlassen.
[0026] Insbesondere kann vorgesehen sein, unterschiedliche erfindungsgemäße Betätigungsgriffe
zu verwenden bzw. vorzusehen. So können beispielsweise unterschiedliche Betätigungsgriffe
individuell an Bedürfnisse der den Betätigungsgriff nutzenden Person angepasst sein.
Beispielsweise können die Betätigungsgriffe unterschiedlich geformte Mundstücke aufweisen.
Weisen die Betätigungsgriffe geeignete Kopplungsstücke auf, so können unterschiedliche
Betätigungsgriffe mit ein und dergleichen Auslöseeinheit verwendet werden.
[0027] Des Weiteren fällt in den Rahmen der Erfindung eine Auslösevorrichtung mit einer
erfindungsgemäßen Auslöseeinheit, wobei die Auslösevorrichtung ein Rückstellelement
zur Rückstellung des Kopplungselements der Auslöseeinheit aufweist. Das Rückstellelement
kann beispielsweise ein Federelement, insbesondere ein Torsionsfederelement, aufweisen
und/oder als solches ausgebildet sein. Das Rückstellelement kann, vorzugsweise über
einen Seilzug, mit dem Kopplungselement verbunden sein. Somit ist es möglich, dass
nach einer Auslösung das Kopplungselement wieder in den Kopplungskanal automatisch
zurückgezogen wird. Auch kann mittels des Rückstellelements eine für eine Auslösung
zu überwindende Zugkraftschwelle eingestellt werden. Dazu kann insbesondere die Federhärte
eines als Federelement ausgebildeten Rückstellelements eingestellt und/oder gewählt
werden. Somit können versehentliche Fehlauslösungen wirkungsvoll verhindert werden.
Ferner kann vorgesehen werden, dass die vorgebbare Auslösedistanz d dem Federweg eines
als Federelement ausgebildeten Rückstellelements entspricht oder in Abhängigkeit von
diesem gewählt wird.
[0028] Das Rückstellelement kann in alternativer Ausgestaltung auch mit dem Kopplungsstück,
vorzugsweise über einen Seilzug, verbunden sein, insbesondere um eine Rückstellung
des Kopplungsstücks nach einer Auslösung zu bewirken.
[0029] Vorteilhafterweise können die Kopplungseinheit und/oder das Kopplungselement und/oder
der Betätigungsgriff als Spritzgussteil oder im 3D-Druck als 3D-Druck-Teil zumindest
bereichsweise gebildet sein.
[0030] Ebenso kann vorgesehen sein, die Kopplungseinheit und/oder das Kopplungselement und/oder
den Betätigungsgriff aus einem korrosionsbeständigen Material, beispielsweise aus
Aluminium und/oder Kunststoff, vorzugsweise ABS-Kunststoff, auszubilden.
[0031] Weiterhin kann in besonders vorteilhafter Weise vorgesehen sein, dass die Auslöseeinheit
mit mehr als einer Funktionseinheit über das Kopplungselement verbindbar ist. Beispielsweise
kann das Kopplungselement mit zwei oder drei Funktionseinheiten verbindbar sein. Die
Funktionseinheiten können beispielsweise als Lawinenairbag, als Lawinenballon und/oder
als Lawinenpiepser und/oder als Beatmungsfunktionseinheit ausgebildet sein.
[0032] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, sowie aus den Ansprüchen. Die dort
gezeigten Merkmale sind nicht notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt,
dass die erfindungsgemäßen Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können.
Die verschiedenen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen
Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
[0033] In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie Ansichten
einzelner Komponenten der erfindungsgemäßen Auslöseeinheit sowie der erfindungsgemäßen
Auslösevorrichtung dargestellt und werden in der nachstehenden Beschreibung näher
erläutert.
[0034] Es zeigen:
- Fig. 1a - Fig. 1c
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Auslöseeinheit mit unterschiedlichen
Stellungen des Kopplungselements bzw. Kopplungsstücks;
- Fig. 2
- eine Auslösevorrichtung mit einer alternativen Ausführung der Auslöseeinheit;
- Fig. 3
- eine alternative Ausführungsform einer Kopplungseinheit.
[0035] Die Fig. 1a zeigt eine Auslöseeinheit 1 für ein Lawinenrettungssystem. Der Fig. 1a
sind zwei zueinander komplementär geformte Elemente 3a, 3b zu entnehmen. Diese können
mittels an ihnen angeordneter Verbindungen 3c, in diesem Ausführungsbeispiel Steckverbindungen,
miteinander verbunden, in diesem Ausführungsbeispiel zusammengesteckt, werden. Im
verbundenen Zustand bilden sie eine Kopplungseinheit 3, insbesondere einen Griffhalter,
der Auslöseeinheit 1.
[0036] In einer alternativen Ausführungsform könnte die Auslöseeinheit 1 auch einteilig
bzw. einstückig ausgebildet sein.
[0037] Im Folgenden werden der innere Aufbau der Kopplungseinheit 3 sowie in der Kopplungseinheit
3 enthaltene Komponenten der Auslöseeinheit 1 näher erläutert. Dazu ist in der Fig.
1a die Kopplungseinheit 3 geöffnet, d. h. mit nicht miteinander verbundenen Elementen
3a, 3b, dargestellt.
[0038] Zu erkennen ist zunächst ein schematisch dargestellter Betätigungsgriff 2 der Auslöseeinheit
1. Am Betätigungsgriff 2 ist ein Kopplungsstück 4 angeordnet, das formschlüssig in
ein Kopplungselement 5 eingreift. Das Kopplungsstück 4 und das Kopplungselement 5
sind in einem durch gegenüberliegende Aussparungen der beiden Elemente 3a, 3b gebildeten
Kopplungskanal 6 angeordnet. Der Kopplungskanal 6 ist im Querschnitt rechteckig ausgebildet,
sodass das Kopplungselement 5 und das Kopplungsstück 4 im Kopplungskanal 6 drehfest
angeordnet sind.
[0039] Die Kopplungseinheit 3 ist mittels eines Fixierabschnitts 8 an einem Trägersystem
9, insbesondere an einem Schultergurt eines als Trägersystem 9 dienenden Rucksacks,
mittels einer Laschung fixiert.
[0040] Der Fig. 1a ist des Weiteren zu entnehmen, dass das Kopplungselement 5 mit einem
Seilzugnippel 17 eines Seilzugs 13 verbunden ist. Dazu führt der Seilzug 13 durch
einen Abschnitt des Kopplungselements 5 und ist durch den Seilzugnippel 17 gesichert,
indem sich der Seilzugnippel 17 am Kopplungselement 5 abstützt. Das Kopplungsstück
4 und das Kopplungselement 5 sind im Kopplungskanal 6 verschiebbar angeordnet. Somit
werden der Seilzugnippel 17 und der Seilzug 13 vom Kopplungselement 5 mitgenommen,
wenn dieses im Kopplungskanal 6 verschoben wird.
[0041] Der Seilzug 13 kann mit einer Funktionseinheit des
Lawinenrettungssystems verbunden sein. Durch Verlagerung des mit dem Seilzug 13 gekoppelten
Kopplungselements 55 - in der in der Fig. 1a gezeigten Darstellung - nach unten kann
die Funktionseinheit ausgelöst bzw. aktiviert werden.
[0042] Der Fig. 1a ist auch zu entnehmen, dass die Kopplungseinheit 3 bzw. die Elemente
3a, 3b eine in den Kopplungskanal 6 mündende Montagehilfsbohrung 7 aufweisen. Über
die Montagehilfsbohrung 7 kann ein Montagehilfsstift eingeführt werden, durch den
das Kopplungselement 5, beispielsweise zur Herstellung einer Kopplungsverbindung zwischen
dem Kopplungsstück 4 und dem Kopplungselement 5, aus dem Kopplungskanal 6 geschoben
werden kann. Das Kopplungselement 5 weist in diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich
einen Rastabschnitt 12 auf. Der Rastabschnitt 12 ist derart ausgebildet, dass das
Kopplungsstück 4 auf das Kopplungselement 5 aufgeschoben werden kann und dann mit
diesem in Kopplungsverbindung tritt. Somit bestehen unterschiedliche Möglichkeiten,
eine Kopplungsverbindung zwischen dem Kopplungsstück 4 und dem Kopplungselement 5
herzustellen.
[0043] In alternativen Ausführungsformen der Erfindung ist es vorgesehen, dass entweder
ein Montagehilfskanal 7 oder ein Rastabschnitt 12 in einer Auslöseeinheit ausgebildet
ist.
[0044] Die Fig. 1b und die Fig. 1c zeigen nun die gleiche Auslöseeinheit 1, wobei aus Vereinfachungsgründen
das Element 3b jeweils nicht abgebildet ist.
[0045] Insbesondere zeigen die Fig. 1b und 1c zwei Momentaufnahmen der Auslöseeinheit 1,
während mit Hilfe des Betätigungsgriffs 2 das Kopplungsstück 4 und das Kopplungsstück
5 aus der Kopplungseinheit 3 herausgezogen werden. Dazu zeigt die Fig. 1b eine Stellung,
in der das Kopplungsstück 4 und das Kopplungselement 5 sich gerade noch im Kopplungskanal
6 befinden. Dagegen ist in Fig. 1c eine Stellung dargestellt, bei der das Kopplungsstück
4 bereits den Kopplungskanal 6 verlassen hat.
[0046] Zu erkennen ist, dass in der Stellung der Fig. 1c der Kopplungskanal 6 im Gegensatz
zu den in Fig. 1a und Fig. 1b dargestellten Stellungen nicht mehr die Kopplungsverbindung
zwischen Kopplungselement 5 und Kopplungsstück 4 hält. In dieser Stellung kann bei
weiterem Ziehen des Betätigungsgriffs 2 das Kopplungsstück 4 einfach, sicher und mit
geringstem Kraftaufwand vom Kopplungselement 5, insbesondere automatisch, gelöst werden.
Um das Lösen der Verbindung noch weiter zu erleichtern, weisen das Kopplungsstück
4 und das Kopplungselement 5 in einem Kopplungsverbindungsbereich 10 jeweils eine
Anschrägung 11 auf. Die Anschrägung 11 ist dabei derart orientiert, dass bei Herausziehen
des Kopplungsstücks 4 bzw. des Kopplungselements 5 aus dem Kopplungskanal 6 das Kopplungsstück
4 seitlich vom Kopplungselement 5 weggleitet und die Kopplungsverbindung somit automatisch
gelöst wird.
[0047] Nach Lösen der Kopplungsverbindung ist somit der Betätigungsgriff 2 frei bewegbar.
[0048] Zu erkennen ist ferner in Fig. 1c in Verbindung mit Fig. 1a, dass das Kopplungselement
5 um eine vorgebbare Auslösedistanz d verschoben ist. Dazu ist die Länge des Kopplungskanals
6 derart gewählt worden, dass das Kopplungselement 5 mindestens um die Auslösedistanz
d innerhalb des Kopplungskanals 6 verschoben werden kann, ohne dass die Kopplungsverbindung
zwischen dem Kopplungsstück 4 und dem Kopplungselement 5 gelöst werden kann. Somit
wird das Kopplungselement 5 mindestens um die Auslösedistanz d verlagert, bevor das
Kopplungsstück 4 bzw. der Betätigungsgriff 2 entkoppelt wird bzw. in die der Fig.
1c entsprechende Stellung gelangt. Somit ist sichergestellt, dass auch der Seilzug
13 mindestens um die Auslösedistanz d verlagert werden kann.
[0049] Die Fig. 2 zeigt nun eine Auslösevorrichtung 30 mit einer Auslöseeinheit 20. Die
Auslöseeinheit 20 entspricht in diesem Ausführungsbeispiel der Auslöseeinheit 1. Sie
unterscheidet sich lediglich in der Gestaltung eines alternativ ausgebildeten Betätigungsgriffs
21. Der Betätigungsgriff 21 weist insbesondere ein Mundstück 14 auf. Somit kann nach
Ablösen des Betätigungsgriffs 21 das Mundstück 14 an den Mund eines Benutzers bzw.
einer durch das Lawinenrettungssystem zu schützenden Person herangeführt werden und
die Person beispielsweise mit Luft versorgt werden. Hierzu ist der Betätigungsgriff
21 über einen nicht dargestellten Schlauch mit einer Beatmungsfunktionseinheit verbunden.
[0050] Zu erkennen ist des Weiteren, dass am Seilzug 13 ein Rückstellelement 15 angebracht
ist, das den Seilzug 13 unter Vorspannung setzt. Dazu ist das Rückstellelement 15
als Federelement ausgeführt. Durch Wahl der Federhärte und des Federwegs des Rückstellelements
15 ist die Auslösedistanz d (Fig. 1c) sowie eine zur Auslösung minimal erforderliche
Auslösekraft vordefiniert.
[0051] Des Weiteren ist zu erkennen, dass eine Funktionseinheit 16 mit dem Seilzug 13 verbunden
ist. Die Funktionseinheit 16 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Lawinenballon 16b
ausgebildet, der mit einer Druckgaskartusche 16a verbunden ist. Dabei ist die Funktionseinheit
16 eingerichtet, dass bei Verlagerung des Seilzugs 13 um die Auslösedistanz d die
Druckgaskartusche 16a geöffnet wird und den Lawinenballon 16b aufbläst. Mit anderen
Worten wird die Funktionseinheit 16 ausgelöst, wenn der Seilzug 13 um die Auslösedistanz
d bewegt wird.
[0052] Somit ermöglicht es die Erfindung, den Betätigungsgriff 2 bzw. den Betätigungsgriff
21 von der Auslöseeinheit 1 bzw. Auslöseeinheit 20 wegzuziehen und somit die Funktionseinheit
16 sicher auszulösen.
[0053] Da insbesondere die Kopplungsverbindung keinerlei anspruchsvoller Mechaniken oder
dergleichen bedarf, kann eine Störung der Auslöseeinheit, insbesondere eine Nichtauslösbarkeit
der Funktionseinheit 16, selbst unter widrigsten Temperaturbedingungen etc. wirkungsvoll
verhindert werden.
[0054] Die Fig. 3 zeigt eine alternative Ausführungsform einer Kopplungseinheit 50. Auch
hier sind ein Kopplungsstück 4 und ein Kopplungselement 5 zumindest teilweise in einem
Kopplungskanal 6 angeordnet. Insbesondere ist das Kopplungselement 5 vollständig und
das Kopplungsstück 4 teilweise in dem Kopplungskanal 6 angeordnet. Durch den Kopplungskanal
6 werden, wie vorher schon beschrieben, das Kopplungselement 5 und das Kopplungsstück
4 miteinander in Eingriff gehalten. Sowohl das Kopplungselement 5 als auch das Kopplungsstück
4 sind jeweils mit einem hier nicht dargestellten Seilzug verbunden. Die jeweiligen
Seilzüge werden durch Gewindestifte 51, 52 im Kopplungselement 5 bzw. Kopplungsstück
4 fixiert. Die Besonderheit der Ausführungsform gemäß der Fig. 3 liegt darin, dass
der Kopplungskanal 6 in einem Endstück 53 ausgebildet ist, welches in einem Kopplungseinheitkörper
54 eingeschraubt ist. Nach erfolgter Auslösung des Lawinenrettungssystems, wenn demnach
das Kopplungselement 5 und das Kopplungsstück 4 voneinander getrennt wurden, kann
die Kopplungseinheit 50 wieder in ihre Gebrauchsstellung gebracht werden, indem das
Endstück 53 herausgeschraubt wird. Dies erlaubt es, das Kopplungsstück 4 und das Kopplungselement
5 wieder in Eingriff zueinander zu bringen. Anschließend kann das Endstück 53 wieder
in den Kopplungseinheitkörper 54 eingeschraubt werden. Um zu verhindern, dass das
Endstück 53 zu weit eingeschraubt wird, ist die Länge des Gewindes 55 begrenzt.
[0055] Um zu verhindern, dass das Kopplungselement 5 zu weit in die Kopplungseinheit 50
zurückgezogen wird, ist ein als Scheibe ausgebildeter Anschlag 56 vorgesehen.
[0056] Durch ein Einstellmittel 57, das als Gewindestift ausgebildet sein kann, können Fertigungstoleranzen
eines Seilzugs und daran angeschlossener Einheiten ausgeglichen werden. Nach dem Einstellen
kann das Einstellmittel fixiert werden, z. B. mit einer Schraubensicherung oder einem
Klebstoff.
1. Auslöseeinheit (1, 20) für ein Lawinenrettungssystem, mit einem mit einem Kopplungsstück
(4) verbundenen Betätigungsgriff (2, 21), gekennzeichnet durch ein mit einer Funktionseinheit (16) des Lawinenrettungssystems verbindbares Kopplungselement
(5), wobei das Kopplungsstück (4) und das Kopplungselement (5) in einem Kopplungskanal
(6) einer Kopplungseinheit (3) der Auslöseeinheit (1, 20) verschiebbar sind und durch
den Kopplungskanal (6) in Kopplungsverbindung gehalten werden und die Kopplungsverbindung
lösbar ist, wenn das Kopplungsstück (4) und/oder das Kopplungselement (5) den Kopplungskanal
(6) verlassen.
2. Auslöseeinheit (1, 20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungsverbindung form- und/oder kraftschlüssig ist.
3. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (5) und/oder das Kopplungsstück (4) drehfest im Kopplungskanal
(6) anordenbar sind.
4. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungseinheit (3) aus zumindest zwei Elementen (3a, 3b) zusammengesetzt ist,
wobei der Kopplungskanal (6) durch zumindest zwei der Elemente (3a, 3b) ausgebildet
ist.
5. Auslöseeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungseinheit an einem Ende ein abnehmbares Endstück aufweist.
6. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (5) und/oder das Kopplungsstück im Kopplungskanal (6) mindestens
um eine vorgebbare Auslösedistanz d verschiebbar sind.
7. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungseinheit (3) eine in den Kopplungskanal (6) mündende Montagehilfsbohrung
(7) oder -öffnung aufweist.
8. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungseinheit (3) einen Fixierabschnitt (8) zur Befestigung der Kopplungseinheit
(3) an einem Trägersystem (9) des Lawinenrettungssystems aufweist.
9. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (5) und/oder das Kopplungsstück (4) in einem
Kopplungsverbindungsbereich (10) eine Anschrägung (11) aufweisen.
10. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (5) und/oder das Kopplungsstück (4) einen Rastabschnitt (12)
zur Herstellung der Kopplungsverbindung aufweisen.
11. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (5) und/oder das Kopplungsstück (4) mit einem Seilzug (13) verbunden
sind.
12. Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsgriff (2, 21) ein Mundstück (14) aufweist.
13. Verwendung eines Betätigungsgriffs (2, 21) mit einem Kopplungsstück (4) in einer Auslöseeinheit
(1, 20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungsstück (4) und ein Kopplungselement (5) der Auslöseeinheit (1, 20) in
einem Kopplungskanal (6) einer Kopplungseinheit (3) der Auslöseeinheit (1, 20) verschiebbar
sind und durch den Kopplungskanal (6) in Kopplungsverbindung gehalten werden und die
Kopplungsverbindung lösbar ist, wenn das Kopplungsstück (4) und/oder das Kopplungselement
(5) den Kopplungskanal (6) verlässt.
14. Auslösevorrichtung (30) mit einer Auslöseeinheit (1, 20) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslösevorrichtung ein Rückstellelement (15) zur Rückstellung des Kopplungselements
(5) der Auslöseeinheit (1, 20) aufweist.