[0001] Die Erfindung betrifft eine Verbindung zweier Holzbalken.
[0002] Die
US 4280686 A zeigt einen aus Blech gebildeten Beschlag für das Verbinden zweier Holzbalken wobei
der erste Holzbalken mit einer Stirnfläche einer Mantelflächenseite des zweiten Holzbalkens
zugewandt ausgerichtet ist und Stirnfläche und Mantelflächenseite zueinander parallel
ausgerichtet sind. Der im Wesentlichen flächig ausgebildete Beschlag befindet sich
zwischen den einander zugewandten Flächen der Holzbalken und steht an zwei gegenüberliegenden
Rändern über die Stirnfläche des ersten Holzbalkens vor. Am an der Stirnfläche des
ersten Balkens anliegenden Flächenbereich ist der Beschlag durch Nägel mit dem ersten
Holzbalken verbunden. An den von der Stirnfläche vorstehenden Bereichen ist der Beschlag
durch Nägel mit dem zweiten Holzbalken verbunden. Die Nägel sind normal zur Ebene
des flächigen Beschlages ausgerichtet.
[0003] Die Verbindung ist wenig biegesteif und wenig biegefest; ein typischer Anwendungsfall
bei dem das nicht stört ist die Verbindung von Pfählen und Längsbalken von Zäunen,
wobei ein Längsbalken mit seiner Stirnseite an einer Mantelflächenseite eines Pfahls
endet. Um die Montage zu erleichtern und um die Festigkeit gegen Abwärtsgleiten des
Längsbalkens zu erhöhen ist der Beschlag an dem unter der Stirnseite des Längsbalkens
vorragenden Bereich mit einer Auffaltung versehen, an welcher der Längsbalken mit
seinem Endbereich von oben her aufliegt.
[0004] Die
US 2013/0259563 A1 zeigt einen aus mehreren Einzelblechen und einigen Schrauben bestehenden Beschlag
für das befestigen von fünf Stäben mit gleicher quadratischer Querschnittsfläche aneinander.
Vier der Stäbe enden jeweils mit einer Stirnseite auf zueinander gleicher Höhe an
jeweils einer Mantelflächenseite des fünften zentralen, durchgehenden Stabes. Die
einzelnen Bleche des Verbindungsbeschlages verlaufen jeweils sowohl zwischen einer
Mantelflächenseite des mittleren Stabes und einer Stirnseite eines daran heranragenden
Stabes, also auch neben besagter Stirnfläche an Mantelflächenseiten von Stäben. An
den über die Stirnfläche vorstehenden Bereichen sind die Bleche des Verbindungsbeschlages
durch Schrauben, welche durch jeweils einen Stab hindurch verlaufen, mit einem jeweils
an der anderen Seite des Stabes befindlichen Blech verbunden.
[0005] Die Verbindung ist einigermaßen biegesteif. Sie hat aber hohen Herstellungsaufwand
und sieht auch sehr technisch aus. Das Prinzip lässt sich nur dann auf die Verbindung
von nur zwei Balken anwenden, wenn die beiden Balken in der zur gemeinsam aufgespannten
Ebene normalen Richtung gleich breit sind.
[0006] Die
WO 02066754 A1 zeigt eine Beschlag für die T-Verbindung von Balken. Der Beschlag ist im Wesentlichen
ein U-förmig gebogener Blechteil, welcher bei bestimmungsgemäßer Montage mit seiner
Basisfläche an der Stirnseite des an der T-Verbindung endenden Trägers flächig anliegt
und mit seinen Schenkeln an Mantelflächen dieses Trägers anliegt. Die Grundfläche
des Beschlages ist durch zwei Laschen seitlich über die Schenkel hinaus verbreitert.
In montiertem Zustand sind die Laschen mit dem durchgehenden Balken und die Schenkel
mit dem endenden Balken durch Schrauben oder Nägel verbunden. Nachteile sind, dass
der Beschlag optisch sehr präsent ist und zudem nur relativ geringe Steifigkeit und
Festigkeit gegen Biegebelastung bietet.
[0007] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin eine T-Verbindung für
zwei aus Holz bestehende Balken zu schaffen, wobei also eine Stirnfläche des ersten
"endenden Balkens" einer zu dieser Stirnfläche parallel ausgerichteten Mantelflächenseite
des zweiten "durchgehenden Balkens" zugewandt liegt. Die Verbindung soll einfach zu
montieren sein, in montiertem Zustand sollen Beschlagteile weitestgehend verdeckt
sein, Kräfte sollen sowohl normal als auch parallel zu den Verbindungsflächen der
Balken gut übertragbar sein. Insbesondere soll die Verbindung auch Drehmomente um
Achsen die zu der durch die Balken aufgespannten Ebene normal stehen, so gut und zerstörungsfrei
zwischen den Balken übertragen, dass separate Diagonalverstrebungen zwischen den Balken
weggelassen werden können.
[0008] Für das Lösen der Aufgabe ist vorgesehen die Verbindung mittels eines Beschlages
zu bilden, welcher eine ebene Platte und mehrere Schrauben aufweist, wobei in Einbausituation
an der Platte die Stirnseite des endenden Balkens und die zu Stirnfläche parallele
Mantelflächenseite des durchgehenden Balkens von gegenüberliegenden Seiten her anliegen
und Schrauben durch Schraubendurchgangsbohrungen in der Platte hindurch in den endenden
Balken bzw. in den durchgehenden Balken hinein verlaufen und mit dem Material der
Balken in Gewindeeingriff sind. Die Platte steht in jener Richtung, welche zu der
durch die beiden Balken aufgespannten Ebene parallel liegt, beidseits über die Stirnfläche
des endenden Balkens vor. Durch die vorstehenden Bereiche verlaufen die Schrauben
in den durchgehenden Balken hinein. Schrauben, welche in den endenden Balken hinein
verlaufen schließen mit der Längsrichtung des endenden Balkens einen spitzen Winkel
ein und durchdringen die Stirnfläche des endenden Balkens am Randbereich zu jenen
Mantelflächenseiten, welche zu der durch die beiden Balken aufgespannten Ebene normal
ausgerichtet sind.
[0009] Die erfindungsgemäße Verbindung wird an Hand von Zeichnungen zu einer beispielhaften
Ausführung veranschaulicht:
- Fig. 1:
- zeigt eine Prinzipskizze der Verbindung wobei aus Anschaulichkeitsgründen die Balken
und die Platte als durchsichtig symbolisiert sind. Die Blickrichtung ist normal zu
jener Ebene die durch die zu verbindenden Balken aufgespannt wird. Ein gekrümmter
Doppelpfeil symbolisiert die Ausrichtung von Drehmomenten auf deren Übertragung zwischen
den Balken hin die Verbindung ausgelegt ist.
- Fig. 2:
- zeigt die Platte von Fig. 1 für sich allein mit Blick-richtung normal auf jene Fläche
die bei montiertem Beschlag an dem durchgehenden Balken anliegt.
[0010] Gemäß Fig. 1 sind ein endender Balken 1 aus Holz und ein durchgehender Balken 2 aus
Holz durch einen Beschlag 3 zu einer T-Anordnung miteinander verbunden. Der Beschlag
3 besteht dabei aus einer Platte 4 und mehreren Schrauben 5, 6, 7.
[0011] Die Platte 4 liegt mit ihrer einen Hauptfläche flächig an jener Seitenfläche des
durchgehenden Balkens 2 an, welche dem endenden Balken 1 zugewandt liegt. Die zweite
Hauptfläche der Platte 4 liegt flächig an der dem durchgehenden Balken 2 zugewandten
Stirnfläche des endenden Balkens 1 an.
[0012] Beim Montagevorgang wird die Platte 4 erst an der Stirnfläche des endenden Balkens
1 fixiert. Dazu werden, bei in passender Position an der Stirnfläche anliegender Platte
4, zwei relativ kurze, idealerweise selbstbohrende und gewindeschneidende Schrauben
5, durch Schraubendurchgangsbohrungen 8 (Fig. 2) in der Platte 4 hindurch in den Balken
2 hineingeschraubt. Die Ausrichtung der Schrauben 5 ist parallel zur Längsrichtung
des endenden Balkens 1 und damit normal zur Ebene der Platte 4.
[0013] Die Schraubendurchgangsbohrungen 8 sind jeweils als normal zur Ebene der Platte 4
ausgerichtete Stufenbohrung ausgebildet, wobei auf einen Längsbereich mit konstantem
größerem Durchmesser ein trichterartiger Verengungsbereich und dann ein Längsbereich
mit konstantem kleinerem Durchmesser folgt. Der Bereich mit größerem Durchmesser ist
so breit und tief, dass der Kopf der jeweils durchgehenden Schraube 5 ganz darin Platz
findet und damit nicht mehr über die Platte 4 vorsteht.
[0014] Im zweiten Schritt wird die Platte 4 mit statisch relevanten Schrauben 6 mit dem
endenden Balken 1 verbunden. Die Schrauben 6 sind bevorzugt wiederum selbstbohrend
und gewindeschneidend. Sie verlaufen wiederum durch, als Stufenbohrung ausgebildete
Schraubendurchgangsbohrungen 9 in der Platte 4 hindurch, in denen jeweils der Kopf
der Schraube 6 vollständig Platz findet. Die Schraubendurchgangsbohrungen 9 sind allerdings
nicht normal zur Ebene der Platte 4 ausgerichtet sondern um einen spitzen Winkel,
typischerweise 30° aus der Normalen geneigt. Die Platte 4 ist ausreichend dick (z.B.
12 mm) und der kleinere Durchmesser der Schraubendurchgangsbohrungen 9 ist ausreichend
eng, um zu bewirken, dass die Schraubendurchgangsbohrungen 9 als Führungen wirken,
welche die Richtung in welche die Schrauben 6 eingeschraubt werden im Wesentlichen
vorbestimmen.
[0015] Die Schraubendurchgangsbohrungen 9 durch die Platte 4 führen an jeweils einen der
beiden länglichen Randbereiche der Stirnfläche des endenden Balkens 1, welche zu der
durch die beiden Balken 1, 2 aufgespannten Ebene normal ausgerichtet sind. Die Schraubendurchgangsbohrungen
9 und damit auch die Schrauben 6 sind so ausgerichtet, dass ihre Normalprojektion
auf die durch die Balken 1, 2 gemeinsam aufgespannte Ebene mit der Längsrichtung des
endenden Balkens 1 einen spitzen Winkel von typischerweise 30° einnimmt, wobei entlang
der Schrauben 6 mit steigender Entfernung von der Stirnfläche des Balkens 1 auch die
Entfernung zu jener Mantelflächenseite des endenden Balkens 1 hin zunimmt, in deren
Nahbereich sich der Kopf der jeweiligen Schraube 6 befindet.
[0016] Idealerweise sind die Schrauben 6 so lang bemessen, dass sich in eingeschraubtem
Zustand die Schraubenspitze und der Schraubenkopf an unterschiedlichen Seiten jener
Längsmittelebene des endenden Balkens 1 befinden, welche zu der auf die durch die
beiden Balken 1, 2 aufgespannten Ebene normal steht. Damit zwei von gegenüberliegenden
Randbereichen der Stirnseite des endenden Balkens 1 her eingeschraubte Schrauben 6
nicht miteinander kollidieren, sind die beiden Reihen von Schraubendurchgangsbohrungen
9 an der Platte 4 um ein halbes Rastermaß der Bohrungsabstände gegeneinander verschoben
(Fig. 2).
[0017] Im dritten Arbeitsschritt wird der durchgehende Balken 2 mit einer Mantelflächenseite
in bestimmungsgemäßer Relativposition zu dieser auf die nach Schritt 2 noch freiliegende
Hauptfläche der Platte 4 aufgelegt und mittels Schrauben 7, welche durch Schraubendurchgangsbohrungen
10 in der Platte 4 hindurch verlaufen und bevorzugt selbstbohrend und selbstschneidend
ausgebildet sind, festgeschraubt, indem die Schrauben 7 durch besagte Mantelfläche
in den durchgehenden Balken 2 eindringen und mit diesem eine Gewindeverbindung bilden.
Die Schrauben 7 können normal zur Ebene der Platte 4 und damit zur Längsrichtung des
durchgehenden Balkens 2 ausgerichtet sein. Idealerweise sind die Schrauben 7 so lang,
dass sie jene Längsmittelebene des durchgehenden Balkens 2 durchdringen, welche zu
jener Mantelflächenseite des Balken 2, an welcher die Schrauben 7 in diesen eindringen,
parallel liegt.
[0018] Die beiden Reihen von Schraubendurchgangsbohrungen 9 für die in den durchgehenden
Balken 1 führenden Schrauben 7, befinden sich jeweils an einem der beiden Randbereiche
11 der Platte 4, welche über die Stirnfläche des endenden Balkens 1 an jeweils jenen
Seitenrändern der Stirnfläche vorstehen, die zu der durch die Balken 1, 2 gemeinsam
aufgespannten Ebene normal liegen und in deren Nahbereich auch die Schraubendurchgangsbohrungen
8 für die Schrauben 6 in die Stirnfläche des endenden Balkens 1 münden.
[0019] Bei der Übertragung von Drehmomenten zwischen den beiden Balken 1, 2 in der in Fig.
1 durch einen gekrümmten Pfeil symbolisieren Ausrichtung kommt es zu Biegebelastung
der Platte 4, welche im Nahebereich der beiden Reihen von Schraubendurchgangsbohrungen
9 am stärksten ist. Um die Verbindung zwischen den beiden Balken 1, 2 maximal biegesteif
auszubilden, muss die Platte 4 so bemessen sein, dass sie sich bei dieser Biegebelastung
nur maximal marginal etwas elastisch verformen kann.
[0020] Bei einer sehr typischen und vorteilhaften Anwendung der erfindungsgemäßen Verbindung
wird mit Hilfe der Balken 1, 2 ein Gerüst gebildet, welches ein Dach eines einfachen
Gebäudes wie typischerweise eines Carports oder eines Schuppens trägt. Dabei ist der
endende Balken 1 eine Säule aus Holz und der durchgehende Balken 2 Teil des Dachstuhls.
Bei einer typischen dazu passenden Auslegung der Platte 4 kann diese aus Aluminium
bestehen, 12 mm stark sein und der Abstand zwischen zwei benachbarten Reihen von Schraubendurchgangsbohrungen
8, 9 beträgt 3 cm.
[0021] Dass sich durch die erfindungsgemäße Verbindung Diagonalstreben zwischen den zu verbindenden
Balken 1, 2 erübrigen ist im Fall der Anwendung als Carports besonders wertvoll, da
damit eine störende Einschränkung des Durchfahrtsquerschnittes wegfällt. Im Fall der
Anwendung an anderen Gebäuden kann es ebenfalls sehr wertvoll sein, weil damit eine
Einschränkung bezüglich des Positionierens von Fenstern oder Toren wegfällt.
1. Verbindung zwischen einem endenden Balken (1) aus Holz und einem durchgehenden Balken
(2) aus Holz mittels eines Beschlages (3), welcher eine ebene Platte (4) und mehrere
Schrauben (5, 6, 7) aufweist, wobei an der einen Hauptfläche der Platte (4) die Stirnseite
des endenden Balkens (1) flächig anliegt und an der zweiten Hauptfläche der Platte
(4) eine Mantelflächenseite des durchgehenden Balkens (2) flächig anliegt, wobei die
Schrauben (5, 6, 7) durch Schraubendurchgangsbohrungen (8, 9, 10) in der Platte (4)
hindurch in die Balken (1, 2) hinein verlaufen und mit diesen in Gewindeeingriff sind,
wobei Randbereiche (11) der Platte (4) in jener Richtung, welche zu der durch die
beiden Balken (1, 2) gemeinsam aufgespannten Ebene parallel liegt, über die Stirnfläche
des endenden Balkens (1) vorstehen und diese Randbereiche (11) die Schraubendurchgangsbohrungen
(10) für die in den durchgehenden Balken (2) hinein verlaufenden Schrauben (7) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schrauben (6), welche in den endenden Balken (1) hinein verlaufen, mit der Längsrichtung
des endenden Balkens (1) einen spitzen Winkel einschließen und die Stirnfläche des
endenden Balkens (1) am Randbereich zu jenen Mantelflächenseiten dieses Balkens (1)
durchdringen, welche zu der durch die beiden Balken aufgespannten Ebene normal ausgerichtet
sind.
2. Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, 'dass die Achsen der Schraubendurchgangsbohrungen (8) durch welche hindurch die
in den endenden Balken (1) hinein verlaufenden Schrauben (6) verlaufen, mit der Normalen
auf die Ebene der Platte (4) einen spitzen Winkel einschließen und dass die Schraubendurchgangsbohrungen
(8) eine Längsführung für die Schrauben (6) sind.
3. Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Normalprojektion einer in den endenden Balken (1) hinein verlaufenden Schraube
(6) auf die durch die Balken (1, 2) gemeinsam aufgespannte Ebene mit der Längsrichtung
des endenden Balkens (1) einen spitzen Winkel von weniger als 45° einschließt, wobei
entlang der Schraube (6) mit steigender Entfernung von der Stirnfläche des Balkens
(1) auch die Entfernung zu jener Mantelflächenseite des Balkens (1) hin zunimmt, in
deren Nahbereich sich der Kopf der Schraube (6) befindet.
4. Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den in einem spitzen Winkel zu dessen Längsrichtung in den endenden
Balken (1) hinein verlaufenden Schrauben (6) auch mindestens eine Schraube (5) durch
eine Schraubendurchgangsbohrung (8) in der Platte (4) hindurch parallel zu dessen
Längsrichtung in den endenden Balkens (1) hinein verläuft.
5. Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der endende Balken (1) eine Säule eines Gebäudes ist auf welcher der durchgehende
Balken (2) oben aufliegt.