(19)
(11) EP 3 263 988 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.01.2018  Patentblatt  2018/01

(21) Anmeldenummer: 17178185.9

(22) Anmeldetag:  27.06.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F23J 13/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 27.06.2016 DE 202016103384 U

(71) Anmelder: m s d - steeldesign Präzisionskomponenten GmbH
57413 Finnentrop (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHÄFER, Udo
    57368 Lennestadt (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Dörner & Kötter PartG mbB 
Körnerstrasse 27
58095 Hagen
58095 Hagen (DE)

   


(54) VORRICHTUNG ZUR MONTAGE VON KAMINABDECKUNGEN


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen umfassend ein Adapterrohr (1), das einen im Wesentlichen viereckigen Querschnitt aufweist und das mit Auflageelementen (2) versehen ist. Das Adapterrohr (1) ist aus mindestens zwei Blechen (3) gebildet, die zueinander verschiebbar sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen umfassend ein Adapterrohr, das einen im Wesentlichen viereckigen Querschnitt aufweist und das mit Auflageelementen versehen ist.

[0002] Abdeckungen für Kamine oder Schornsteine sind weit verbreitet. Neben dem Eindruck auf die Ästhetik durch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der Abdeckungen haben diese auch eine technische Wirkung. Die Abdeckungen schützen den Kamin gegen Witterungseinflüsse, beispielsweise Regen, Schnee oder Wind. Sie verhindern auf diese Weise eine Beschädigung oder auch eine Versottung des Kamins.

[0003] Die Abdeckungen werden an dem Kaminkopf angebracht, der in der Regel von einer Betonplatte gebildet ist. Hierzu werden überwiegend Stützen direkt in der Betonplatte angebracht und anschließend die Abdeckung auf den Stützen befestigt. In diesem Fall erfolgt die Befestigung der Stützen durch Bohren in die Betonplatte. Dies hat selbst bei einer anschließenden Abdichtung der Bohrungen in der Betonplatte zur Folge, dass eine Beschädigung des Kamins durch eintretendes Wasser insbesondere bei anschließendem Frost nicht verhindert werden kann. Eine andere Art der Anbringung von Kaminhauben besteht in der Befestigung eines Kaminkranzes auf der Betonplatte. Dieser wird entweder ebenfalls mit der Betonplatte durch vorheriges Bohren von Löchern verschraubt oder der Kaminkranz wird auf die Betonplatte zementiert. Durch das Bohren sind auch hier Beschädigungen der Betonplatte nicht ausgeschlossen. Sowohl beim Bohren als auch beim Zementieren ist zudem der Bearbeitungsaufwand hoch, weil die Arbeiten auf dem Dach am Kaminkranz ausgeführt werden müssen.

[0004] Zur Vermeidung dieser Nachteile sind Abdeckungen für Kamine oder Schornsteine bekannt geworden, die ein Rohr umfassen, das in den Kamin oder Schornstein hineinragt und im Inneren des Kamins oder Schornsteins befestigt werden. Die Befestigung im Innern des Kamins hat geringere negative Auswirkungen, da mit zunehmendem Abstand zum Kaminkopf die Gefahr von Frostschäden sinkt. Allerdings weisen die bekannten Abdeckungen den Nachteil auf, dass bspw. Regenwasser außen an dem Rohr herunterlaufen kann und somit in den Kamin oder Schornstein laufen kann, wodurch der eigentliche Nutzen der Abdeckungen reduziert ist.

[0005] Eine Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen ist bspw. aus der DE 10 2013 111 958 A1 bekannt. Bei dieser wird das Adapterrohr in den Schornstein eingesetzt. Als Auflageelement dient eine Grundplatte, die in montiertem Zustand auf dem Kaminkopf bzw. dem Ende des Schornsteins aufliegt. Die bekannte Vorrichtung erfüllt die an sie gestellten Anforderungen. Allerdings hat es sich als nachteilig herausgestellt, dass für unterschiedliche Schornstein- oder Kamindurchmesser unterschiedliche Vorrichtung bevorratet werden müssen, es sei denn, es wird in Kauf genommen, dass der Durchmesser des Adapterrohrs je nach Schornstein- oder Kamindurchmesser deutlich kleiner ist. Dies wiederum beinhaltet den Nachteil, dass aufsteigender Rauch nicht durch das Adapterrohr in das sich daran anschließende Rohr der Kaminabdeckung eintritt, sondern unkontrolliert aus der Kaminabdeckung austritt.

[0006] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen zu schaffen, die eine Anpassung des Durchmessers des Adapterrohrs an den Schornstein- oder Kamindurchmesser ermöglicht. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das Adapterrohr aus mindestens zwei Blechen gebildet ist, die zueinander verschiebbar sind.

[0007] Mit der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen geschaffen, die eine Anpassung des Durchmessers des Adapterrohrs an den Schornstein- oder Kamindurchmesser ermöglicht. Durch die Verschiebbarkeit der Bleche zueinander ist der Durchmesser des Adapterrohrs variabel. Es ist folglich nicht mehr erforderlich, für alle unterschiedlichen Schornstein- oder Kamindurchmesser ein Adapterrohr bevorraten zu müssen.

[0008] In Weiterbildung der Erfindung ist das Adapterrohr aus vier Blechen gebildet. Durch diese Gestaltung ist eine optimale Anpassung an die Abmessungen des jeweiligen Schornsteins oder Kamins möglich.

[0009] Vorteilhaft weisen die Bleche einen L-förmigen Querschnitt auf. Durch diese Ausgestaltung ist ein Überlappen der einzelnen Bleche, die das Adapterrohr bilden, möglich, wodurch in jeder Position trotz der Verschiebbarkeit der Bleche zueinander ein geschlossener Umfang des Adapterrohrs unabhängig von den in Abhängigkeit der Abmessungen des Schornstein- oder Kamindurchmessers eingestellten Größenverhältnisse hervorgerufen ist.

[0010] In anderer Weiterbildung der Erfindung sind die Bleche federbelastet. Durch die Federbelastung ist eine Vorspannung möglich.

[0011] In Ausgestaltung der Erfindung ist die Federbelastung von Schenkelfedern erzeugt. Diese Art der Federbelastung erweist sich als vorteilhaft, weil die Schenkelfedern einerseits zuverlässig wirken und sich andererseits flach an dem Adapterrohr erstrecken können, so dass eine Behinderung bei der Montage sowie eine Reduzierung der Durchtrittsöffnung des Adapterrohrs vermieden ist.

[0012] Bevorzugt sind die Bleche mit Löchern versehen, in die Stifte einsteckbar sind. Mit Hilfe der in die Löcher einsteckbaren Stifte ist die Arretierung der Bleche in einer gewünschten Position möglich.

[0013] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1
die Ansicht einer Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen;
Figur 2
die Draufsicht auf die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung;
Figur 3
die Untersicht auf die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung in verkleinertem Maßstab;


[0014] Die als Ausführungsbeispiel gewählte Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen umfasst ein Adapterrohr 1, dass mit Auflageelementen 2 versehen ist. Das Adapterrohr 1 ist im Ausführungsbeispiel aus vier Blechen 3 gebildet. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels können auch zwei oder drei Bleche Anwendung finden. Die Bleche 3 sind zueinander verschiebbar angeordnet. Sie weisen einen L-förmigen Querschnitt auf. Hierdurch bilden die vier Bleche 3 einen im Wesentlichen viereckigen Querschnitt des Adapterrohrs 1 aus.

[0015] Die Bleche 3 sind federbelastet. Die Federbelastung ist von Schenkelfedern 4 erzeugt. Die Schenkelfedern 4 erstrecken sich über die vier Außenseiten des Adapterrohrs 1. Die Schenkelfedern 4 sind im Ausführungsbeispiel in vier Halteelementen 5 und 6 befestigt, die an den Blechen 3 angeordnet sind. Erkennbar sind die Haltelemente 5 und die Halteelemente 6 an unterschiedlichen Blechen 3 angeordnet. Ebenso ist erkennbar, dass die Schenkelfeder 4 mit ihren abgewinkelten Bereichen in den Halteelementen 5 und in ihrem mittleren Bereich in den Halteelementen 6 befestigt ist. Dadurch ist gewährleistet, dass eine Relativbewegung der jeweiligen Bleche zueinander unter dem Einfluss der Federwirkung erfolgen kann.

[0016] Die Auflageelemente 2 sind an einem Ende der Vorrichtung vorgesehen. Sie bilden das in montiertem Zustand auf dem Kaminkopf bzw. dem Ende des Schornsteins aufliegende - obere - Ende der Vorrichtung. Die Auflageelemente 2 sind rechtwinklig zu den Blechen 3 ausgerichtet. Sie sind mit Schraubbolzen 7 versehen, die zur Befestigung einer - nicht dargestellten - Kaminabdeckung dienen. Die Befestigung der Kaminabdeckung kann über einen Adapter 8 erfolgen, wie er in den Figuren 2 und 3 erkennbar ist. Ersichtlich weist der Adapter 8 Langlöcher 9 auf, die der Verschiebbarkeit der Bleche 3 zueinander und damit der Veränderbarkeit der Position der Auflageelemente 2 mit den Schraubbolzen 7 im Verhältnis zu dem Adapter 8 Rechnung trägt.

[0017] Die Bleche 3 sind mit Löchern 10 versehen. Im Ausführungsbeispiel sind in den Blechen 3 jeweils an einer Seite vier Löcher 10 horizontal nebeneinander angeordnet. In die Löcher 10 sind - nicht dargestellte - Stifte einsteckbar. Die Löcher 10 des einen Blechs sind bei Lageveränderung der beiden überlappenden Bereiche der zwei Bleche fluchtend über den Löchern des anderen Blechs ausrichtbar, so dass mit Hilfe eines durch die fluchtenden Löcher steckbaren Stiftes das Adapterrohr gegen den Einfluss der Schenkelfeder 4 in einer gewünschten Position arretierbar ist.

[0018] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen ist in ihrer Größe an die Innenabmessungen des jeweiligen Kamins bzw. Schornsteins anpassbar. Dies ist Folge der zueinander verschiebbaren Bleche 3. Die überlappenden Bereiche der Bleche 3 ermöglichen eine Größenveränderbarkeit der Vorrichtung bei gleichzeitiger Geschlossenheit des Umfangs des Adapterrohrs. Es ist die Möglichkeit geschaffen, die Abmessungen der Vorrichtung zu verändern, beispielsweise aus der in Figur 1 dargestellten Position die Bleche auseinander zu ziehen, so dass eine größere Kantenlänge des an sich im Ausführungsbeispiel im Wesentlichen quadratisch ausgebildeten Adapterrohr-Querschnitts hervorgerufen ist. Eine solche Vergrößerung des Querschnitts erfolgt gegen die Federwirkung der Schenkelfeder 4. Durch Einstecken eines Stifts in die miteinander fluchtenden Löcher 10 kann eine Arretierung auf der gewünschten Breite erfolgen.

[0019] Nach Einstellen der gewünschten Abmessungen wird die Vorrichtung in den jeweiligen Kamin bzw. Schornstein herabgelassen, bis die Auflageelemente 1 auf dem Rand des Kamins bzw. Schornsteins aufliegen. Aufgrund des relativ weit in den Schornstein bzw. Kamin hineinragenden Adapterrohrs 1 ist eine zusätzliche Befestigung durch Schrauben, Bohren oder dergleichen nicht erforderlich. Nach der so erfolgten Montage des Adapterrohrs 1 in dem Kamin bzw. Schornstein und der sicheren Auflage mit Hilfe der Auflageelemente 2 erfolgt die Befestigung einer Kamin- bzw. Schornsteinabdeckung mit Hilfe der an den Auflageelementen 2 vorgesehenen Schraubbolzen 7. Auf diese Weise kann eine ästhetische Kaminabdeckung geschaffen werden, die zugleich ein Eindringen von Feuchtigkeit in den Kamin bzw. Schornstein verhindert und die keiner Verschraubung mit dem Kamin oder Schornstein bedarf.


Ansprüche

1. Vorrichtung zur Montage von Kaminabdeckungen umfassend ein Adapterrohr (1), das einen im Wesentlichen viereckigen Querschnitt aufweist und das mit Auflageelementen (2) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Adapterrohr (1) aus mindestens zwei Blechen (3) gebildet ist, die zueinander verschiebbar sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Adapterrohr aus vier Blechen (3) gebildet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleche (3) einen L-förmigen Querschnitt aufweisen.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blechen (3) federbelastet sind.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Federbelastung von Schenkelfedern (4) erzeugt ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleche (3) mit Löchern (10) versehen sind, in die Stifte einsteckbar sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente