[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kältegerät mit Schnellgefrierfunktion. Unter
einem Kältegerät wird hier insbesondere ein Haushaltskältegerät verstanden, also ein
Kältegerät, das zur Haushaltsführung in Haushalten oder eventuell auch im Gastronomiebereich
eingesetzt wird und insbesondere dazu dient, Lebensmittel und/oder Getränke in haushaltsüblichen
Mengen bei bestimmten Temperaturen zu lagern, wie beispielsweise ein Kühlschrank,
ein Gefrierschrank, eine Kühlgefrierkombination, eine Gefriertruhe oder ein Weinlagerschrank.
[0002] Die meisten zum Tiefgefrieren geeigneten Lebensmittel bestehen zum größten Teil aus
Wasser. Dieses bildet beim langsamen Gefrieren große Eiskristalle, die vor allem bei
pflanzlichem Gefriergut die Zellwände beschädigen, mit der Folge, dass nach dem Wiederauftauen
Saft austritt und die Zellen erschlaffen, da der osmotische Druck der Zelle nicht
mehr gegeben ist. Frisch eingefrorenes Beerenobst ist deshalb nach dem Auftauen meist
nur noch für die Weiterverarbeitung durch Kochen und/oder Zerkleinern zu gebrauchen.
Bei schnellem Gefrieren bilden sich nur kleine Eiskristalle, die die Zellwände erheblich
weniger schädigen, so dass Flüssigkeitsanteil und Textur des Lebensmittels nach dem
Wiederauftauen sich nur wenig vom frischen Zustand unterscheiden, so dass z.B. Erdbeeren
oder Himbeeren auch nach dem Auftauen noch für Dekorationszwecke zu gebrauchen sind
und so beispielsweise für Kuchen oder Desserts Verwendung finden können.
[0003] Um auch die physikalische Beschaffenheit eines Lebensmittels nach dem Wiederauftauen
weitestgehend zu erhalten, ist folglich eine hohe Gefriergeschwindigkeit wünschenswert.
Die Gefriergeschwindigkeit w
n ist definiert als w
n=l/t, wobei I der kürzeste Abstand zwischen Kern und Oberfläche des Gefrierguts und
t die Zeit ist, die erforderlich ist, um den Kern auf eine Temperatur zu gefrieren,
die 10K unter der Anfangstemperatur des Gefrierguts liegt. Versuche zeigen, dass für
eine augenfällige Verbesserung der Textur nach dem Auftauen Gefriergeschwindigkeiten
von w
n >1 cm/h wünschenswert sind.
[0004] Heutige Haushaltskältegeräte sind zwar häufig mit einer Funktion ausgestattet, die
das zügige Gefrieren auch größerer Mengen von Lebensmitteln erlaubt, indem durch verlängerte
Verdichterbetriebszeiten die Temperatur des Gefrierfachs gegenüber der Temperatur
im Normalbetrieb deutlich abgesenkt und ggf. auch die Einschaltdauer eines Kaltluft
zwischen dem Gefrierfach und einer vom Gefrierfach getrennten Verdampferkammer umwälzenden
Ventilators erhöht wird. Diese oft als Superbetrieb oder Supergefrieren bezeichnete
Funktion hat jedoch kaum merklichen Einfluss auf die Qualität der wiederaufgetauten
Lebensmittel, da die erforderlichen Gefriergeschwindigkeiten nicht erreicht werden.
[0005] Um die Funktionalität und Attraktivität von Haushaltskältegeräten weiter zu steigern,
ist es daher wünschenswert, diese mit einer kostengünstigen Möglichkeit zum die Textur
bewahrenden schnellen Einfrieren von Lebensmitteln auszustatten.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem bei einem Kältegerät mit einem durch
ein Kaltluftgebläse gekühlten Lagerfach und einem in dem Lagerfach angeordneten Eisbereiter
der Eisbereiter eine Halterung aufweist, in der ein Gefriergutträger montierbar ist.
In einem solchen Gefriergutträger können kleine Mengen von Lebensmitteln dem sonst
für die Eiserzeugung im Eisbereiter genutzten im Eisbereiter zirkulierenden Kaltluftstrom
ausgesetzt und so mit einer ähnlich hohen Gefriergeschwindigkeit wie bei der Eiserzeugung
gefroren werden. Die Kosten einer solchen Maßnahme sind gering, da als einzige zusätzliche
Komponente der Gefriergutträger bereitgestellt werden muss und ansonsten allenfalls
Anpassungen in der Steuerung des Eisbereiters erforderlich sind, um diesen auch dann
mit Kaltluft beaufschlagen zu können, wenn kein Eis erzeugt wird.
[0007] Der Gefriergutträger kann als Schale, Platte oder Rost ausgebildet sein. Da je nach
Art des zu gefrierenden Lebensmittels unterschiedliche Ausgestaltungen des Gefriergutträgers
vorteilhaft sind, können dem erfindungsgemäßen Kältegerät auch mehrere unterschiedliche
Gefriergutträger als Zubehör beigegeben sein. So ist eine Platte z.B. ideal für kompaktes
Gefriergut wie etwa Früchte, während eine Schale verhindern hilft dass leichtes Gefriergut
wie etwa Kräuter vom Kaltluftstrom weggeblasen wird. Ein Rost - der eben oder schalenförmig
sein kann - erleichtert den Zutritt der Kaltluft zum Gefriergut auch von der Unterseite
her. Der Rost kann das Gefriergut zusätzlich auch oberseitig überdecken, so dass es
auch dann nicht herausfallen kann, wenn der Rost im Interesse einer gleichmäßigeren
Kühlwirkung bewegt wird.
[0008] Der Gefriergutträger kann auch geformt sein, um flaschenförmige Behältnisse liegend
lagern und kühlen zu können. Um solche Behältnisse gegen Wegrollen zu sichern, kann
insbesondere am Boden des Kühlgutträgers wenigstens eine langgestreckte Vertiefung
vorgesehen sein.
[0009] Um Kühl- oder Gefriergut von allen Seiten her schnell und gleichmäßig kühlen zu können,
kann der Gefriergutträger oder ein in dem Gefriergutträger gelagertes flaschenförmiges
Behältnis um eine Längsachse schwenkbar sein.
[0010] Zum Automatisieren der Schwenkbewegung des Gefriergutträgers oder des Behältnisses
kann ein Motor vorgesehen sein.
[0011] Um einerseits Gefriergut auf dem Gefriergutträger schnell gefrieren, andererseits
das Gefrieren des Inhalts einer Flasche verhindern zu können, sollte die Kühlleistung
des Kaltluftstroms wenigstens zwischen verschiedenen Leistungen umschaltbar sein.
Eine solche Umschaltung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. So kann etwa in einer
fachüblichen Kältemaschine durch Heraufsetzen der Drehzahl eines Verdichters die Verdampfungstemperatur
in einem Verdampfer herabgesetzt werden, an dem die von dem o.g. Kaltluftgebläse umgewälzte
Luft abgekühlt wird, oder es kann die Temperatur der umgewälzten Luft über die Leistung
des Kaltluftgebläses und die davon abhängige Verweildauer am Verdampfer beeinflusst
werden, der Kaltluftstrom kann über ein Ventil mehr oder weniger stark gedrosselt
werden, oder es kann ihm Warmluft in variabler Menge beigemischt werden.
[0012] Ferner kann zweckmäßigerweise ein Timer vorgesehen sein, der eingerichtet ist, nach
einer festgelegten Betriebszeit des Eisbereiters auszulösen. Der Timer kann genutzt
werden, um ein hör- oder sichtbares Warnsignal auszugeben, das einen Benutzer darauf
aufmerksam macht, dass eingeladenes Gefriergut gefroren ist und entnommen werden kann,
oder dass eine eingeladene Flasche auf Trinktemperatur abgekühlt ist und entnommen
werden sollte, um ein Gefrieren des Inhalts zu vermeiden. Da ein solcher Timer ein
sicheres Abkühlen von Flaschen auch bei niedriger Temparatur des Kaltluftstroms ermöglicht,
kann er die oben erwähnte Umschaltung der Kühlleistung überflüssig machen. Alternativ
kann der Timer aber auch genutzt werden, um automatisch zwischen verschiedenen Kühlleistungen
umzuschalten, um so einerseits eine Flasche anfänglich mit hoher Leistung schnell
abzukühlen, sie anschließend aber auf einer Temperatur oberhalb 0°C zu halten. Die
Betriebszeit, nach der der Timer auslöst, kann fest vorgegeben oder durch den Benutzer
zu Beginn eines Kühlvorgangs einstellbar sein.
[0013] Der Eisbereiter kann in an sich bekannter Weise eine Eisschale, in der Aussparungen
zum Formen von Eisstücken vorgeformt sind, und einen Sammelbehälter umfassen, in die
die fertigen Eisstücke aus der Eisschale - vorzugsweise automatisch - umgefüllt werden.
[0014] In einem solchen Eisbereiter kann insbesondere ein Zwischenraum zwischen einem bei
Gebrauch des Eisbereiters von der Eisschale belegten Raum und einem von den fertigen
Eisstücken belegten Raum vorgesehen sein, um den Gefriergutträger aufzunehmen.
[0015] Für eine effiziente Kühlung sollte das Kaltluftgebläse eine in diesen Zwischenraum
einmündende Düse aufweisen.
[0016] Die Eisschale sollte ausbaubar oder beweglich sein, sei es, um im oben erwähnten
Fall des im Zwischenraum angeordneten Gefriergutträgers bei Bedarf zusätzlichen Platz
für Gefriergut schaffen zu können oder um bei einem kompakten Eisbereiter, der keinen
ausreichenden Zwischenraum für den Gefriergutträger bietet, Platz für diesen zu schaffen.
[0017] Alternativ kann auch der Sammelbehälter ausbaubar sein, um Platz für den Gefriergutträger
zu schaffen. Durch den Ausbau des Sammelbehälters lässt sich mehr Platz schaffen als
durch den Ausbau der Eisschale, da das Fassungsvermögen des Sammelbehälters normalerweise
mehr als einer Eisschale entspricht.
[0018] Wenn die Eisschale oder der Sammelbehälter ausgebaut worden ist, kann eine dadurch
freigewordene Halterung für den Gefriergutträger genutzt werden.
[0019] Wenn die Halterung der Eisschale durch einen Motor schwenkbar ist, um in an sich
bekannter Weise fertige Eisstücke aus der Eisschale in den Sammelbehälter auszuwerfen,
dann kann derselbe Motor wenn gewünscht auch zum Schwenken des in der Halterung montierten
Gefriergutträgers genutzt werden.
[0020] Insbesondere wenn der Sammelbehälter ausgebaut worden ist, um Platz für den Gefriergutträger
zu schaffen, dann kann ein Motor zum Schwenken des Gefriergutträgers Teil einer Baugruppe
sein, die anstelle des Sammelbehälters in den Eisbereiter eingefügt wird.
[0021] Einer besonders einfachen Variante zufolge kann der - in der Regel nach oben offene
- Sammelbehälter selber die Halterung für den Gefriergutträger bilden.
[0022] Um die Verteilung der Kaltluft im Eisbereiter an unterschiedliche Anforderungen bei
der Eiserzeugung bzw. beim Schnellgefrieren anzupassen, kann das Kaltluftgebläse eine
verstellbare Düse oder zwei gegeneinander austauschbare Düsen zum wahlweisen Anblasen
der Eisschale und des Gefriergutträgers umfassen.
[0023] Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zum Schnellgefrieren eines Lebensmittels,
insbesondere einzelner Früchte, bei dem das Lebensmittel in einem Eisbereiter eines
Haushaltskältegeräts einem Kaltluftstrom ausgesetzt wird.
[0024] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Kältegeräts;
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt durch den Eisbereiter des Kältegeräts;
- Fig. 3
- einen schematischen Schnitt durch den Eisbereiter mit zwischen Eisschale und Sammelbehälter
eingefügtem Gefriergutträger;
- Fig. 4
- den Eisbereiter ohne Sammelbehälter und mit einem anstelle des Sammelbehälters montierten
Gefriergutträger;
- Fig. 4A
- einen Querschnitt durch den Gefriergutträger des Eisbereiters aus Fig. 4;
- Fig. 5
- eine zweite Ausgestaltung des Eisbereiters mit anstelle des Sammelbehälters montiertem
Gefriergutträger;
- Fig. 5A
- einen Querschnitt durch den Gefriergutträger des Eisbereiters aus Fig. 5;
- Fig. 6
- den Eisbereiter mit im Sammelbehälter eingebautem Gefriergutträger
- Fig. 7
- eine Variante des Eisbereiters mit exzentrisch aufgehängter Eisschale;
- Fig. 8
- den Eisbereiter mit ausgebauter Eisschale;
- Fig. 9
- den Eisbereiter mit anstelle der Eisschale eingebautem Gefriergutträger;
- Fig. 10
- den Eisbereiter mit für den Gefriergutträger optimierter Kaltluftführung;
- Fig. 11
- den Eisbereiter mit einem eine Flasche umschließenden Gefriergutträger; und
- Fig. 11A
- eine perspektivische Ansicht des Gefriergutträgers aus Fig. 11.
[0025] Fig. 1 zeigt ein Kältegerät 1 mit geöffneter Tür 2 und einem Innenraum 3. Der Innenraum
ist in zwei Lagerfächer, ein Normalkühlfach 4 und ein Gefrierfach 5, unterteilt. Aus
Übersichtlichkeitsgründen ist an dem Gefrierfach 5 keine Verschlussklappe dargestellt.
Der Kühlraum 4 wird in der Regel durch mindestens einen in der Höhe verstellbaren
Fachboden 6 unterteilt. In dem Kühlraum 4 befindet sich ein Eisbereiter 7. Normalkühlfach
4, Gefrierfach 5 und Eisbereiter 7 werden von einem Ventilator mit Kaltluft aus einer
in der Fig. nicht sichtbaren, z.B. an einer Rückwand des Kältegeräts 1 untergebrachten
Verdampferkammer versorgt.
[0026] Ein Oberteil des Eisbereiters 7 ist hier durch ein Technikmodul 8 gebildet, das in
an sich bekannter Weise und wie in Fig. 2 gezeigt eine schwenkbare Eisschale 10, einen
Wasserauslass mit einem Magnetventil zum Dosieren von Frischwasser in die Eisschale
und einen Motor 11 zum Schwenken der Eisschale und Auswerfen der fertigen Eisstücke
aus der Eisschale 10 umfasst. Ein Unterteil ist durch einen herausziehbaren Sammelbehälter
9 gebildet, der sich unter der Eisschale 10 erstreckt, um die aus der geschwenkten
Eisschale 10 herausfallenden Eisstücke aufzufangen.
[0027] Das Technikmodul 8 umfasst hier auch einen Ventilator 12, der, wenn der Eisbereiter
7 in Betrieb ist, Kaltluft aus der Verdampferkammer ansaugt und über eine Düse 13
in einen Zwischenraum 14 zwischen der Eisschale 10 und dem Sammelbehälter 9 einbläst,
um Wasser in der Eisschale 10 zu gefrieren und im Sammelbehälter 9 vorhandenes Eis
gefroren zu halten. Einer alternativen Ausgestaltung zufolge kann der Ventilator auch
außerhalb des Eisbereiters 7 angeordnet sein; ein solcher externer Ventilator kann
neben dem Eisbereiter 7 auch Kühlraum 4, Gefrierfach 5, vorzugsweise über Klappen
gesteuert, mit Kaltluft versorgen.
[0028] Einer in Fig. 3 gezeigten Ausgestaltung der Erfindung zufolge ist am Eisbereiter
7 eine Halterung 15 in Form von sich an Seitenwänden eines Eisbereitergehäuses erstreckenden
Führungsrippen vorgesehen, auf der ein in den Zwischenraum 14 eingreifender Gefriergutträger
16 herausziehbar gelagert ist. Gefriergut 17, das auf dem Gefriergutträger 16 liegt,
ist über die Düse 13 einem Kaltluftstrom des Ventilators 12 unmittelbar ausgesetzt
und gefriert mit hoher Geschwindigkeit. An einer nicht dargestellten Benutzerschnittstelle
des Kältegeräts ist hierfür ein Schnellgefrier-Betriebsmodus des Eisbereiters 7 anwählbar,
bei dem eine Kältemaschine des Kältegeräts und der Ventilator 12 nach Aktivierung
während einer voreingestellten oder vom Benutzer wählbaren begrenzten Zeitspanne kontinuierlich
laufen, ohne dass vorher Wasser in die Eisschale 10 eingelassen wird.
[0029] Der Ausgestaltung der Fig. 3 zufolge ist der Gefriergutträger 16 im Wesentlichen
plattenförmig und weist an seinem vorderen Rand einen Griffbereich 18 auf, der wie
in Fig. 1 angedeutet an der Vorderseite des Eisbereiters 7 freiliegen kann, um das
Herausziehen des Gefriergutträgers 16 zu erleichtern. Eine ebene Bodenplatte 19 des
Gefriergutträgers 16 kann als geschlossene, für Luft und Wasser undurchlässige Platte
oder als Rost ausgebildet sein, der über seine Öffnungen den Durchtritt von Kaltluft
in den Sammelbehälter 9 erlaubt.
[0030] Um den für das Gefriergut 17 nutzbaren Platz zu vergrößern, kann die Bodenplatte
19 des Gefriergutträgers 16 wie in Fig. 4 gezeigt unterhalb der Oberkante des Sammelbehälters
9 angeordnet sein. Wenn, wie in Fig. 4 der Fall, der Sammelbehälter 9 entfernt ist,
um Platz für den Gefriergutträger 16 zu schaffen, dann kann die Halterung 15, auf
der sonst der Sammelbehälter 9 herausziehbar geführt ist, auch für den Gefriergutträger
16 genutzt werden.
[0031] Fig. 4A zeigt einen Querschnitt durch den Gefriergutträger 16 entlang einer in Fig.
4 mit IV-IV bezeichneten Schnittebene. In der Bodenplatte 19 sind mehrere langgestreckte
Vertiefungen 32 geformt. Die Vertiefungen 32 verlaufen parallel zueinander in Ausziehrichtung
des Gefriergutträgers 16. In der mittleren Vertiefung kann eine Flasche 33 von großem
Durchmesser gegen Wegrollen gesichert werden, so dass sie während des Abkühlens auf
beiden Seiten von Kaltluft umspült wird. Die seitlichen Vertiefungen 32 bieten Halt
für nebeneinanderliegende kleinere Flaschen oder Getränkedosen 34. Wenn der Gefriergutträger
16 zum Schnellgefrieren von stückigem Gefriergut 17 wie etwa Früchten eingesetzt wird,
trägt die Unebenheit der Bodenplatte 19 dazu bei, ein großflächiges Festfrieren des
Gefrierguts 17 zu verhindern.
[0032] Im Falle der Fig. 4 bleibt nach dem Ausbau des Sammelbehälters 9 Platz unterhalb
des Gefriergutträgers 16 ungenutzt. Dies ist vor allem dann störend, wenn der Sammelbehälter
9 Eis enthält, für das dann während des Gebrauchs des Gefriergutträgers 16 kein Platz
bleibt.
[0033] Eine sinnvolle Möglichkeit, den durch den Ausbau des Sammelbehälters 9 freigewordenen
Platz zu nutzen, ist in Fig. 5 und 5A gezeigt. Hier erstrecken sich in zwei Rollen
35 in Schlitzen der Bodenplatte 19 und begrenzen eine Vertiefung 32, in der eine Flasche
33 fixiert werden kann. Eine der Rollen 35 ist durch einen Elektromotor 36 drehantreibbar,
der am Gefriergutträger 16 unter der Bodenplatte 19 montiert ist. Eine Batterie oder
ein Akkumulator 37 für die Energieversorgung des Elektromotors 36 kann ebenfalls in
den Gefriergutträger 16 unter der Bodenplatte 19 integriert sein. Indem der Elektromotor
36 die Flasche während des Abkühlens von Zeit zu Zeit dreht, kann verhindert werden,
dass der Flascheninhalt an einer besonders wirksam gekühlten Stelle der Flasche 33
gefriert.
[0034] Einer alternativen zweckmäßigen Weiterbildung zufolge kann der Gefriergutträger 16
so geformt sein, dass er im eingebauten Zustand von oben in den Sammelbehälter 9 eingreift;
so kann letzterer während der Nutzung des Gefriergutträgers 16 im Eisbereiter 7 verbleiben,
und allenfalls zum Be- und Entladen des Gefriergutträgers 16 müssen Gefriergutträger
und Sammelbehälter 9 gemeinsam entnommen werden.
[0035] Besonders vorteilhaft ist es in diesem Fall, wenn Sammelbehälter 9 und Gefriergutträger
16 nicht jeweils eigene Halterungen an den Wänden des Eisbereiters 7 haben, sondern
der obere Rand des Sammelbehälters 9 wie in Fig. 6 gezeigt eine Halterung 20 für den
Gefriergutträger 16 bildet, in die dieser von oben einsetzbar ist. So können beide
bequem gemeinsam aus dem Eisbereiter 7 herausgezogen und wieder eingesetzt werden.
Die Bodenplatte 19 des Gefriergutträgers 16 kann wie in Fig. 4A gezeigt, mit langgestreckten
Vertiefungen versehen sein.
[0036] Eine andere Möglichkeit, den für das Gefriergut 17 auf dem Gefriergutträger 16 verfügbaren
Platz zu vergrößern, ist in Fig. 7 gezeigt. Hier verläuft eine Achse 21, um die der
Motor 11 die Eisschale 10 schwenkt, in einer - in der Fig. gestrichelt dargestellten
- Normalstellung der Eisschale 10, in der ihre Aussparungen 22 nach oben offen sind,
oberhalb eines Schwerpunkts der Eisschale 10, so dass die Eisschale 10 in ihrer Auswurfstellung,
mit nach unten offenen Aussparungen 22, höher liegt als in der Normalstellung. Im
Schnellgefrier-Betriebsmodus nimmt die Eisschale 10 die Auswurfstellung ein.
[0037] Als weitere Alternative kann die zum Schnellgefrieren des Gefrierguts 17 nicht benötigte
Eisschale 10 ausbaubar sein, um mehr Platz für das Gefriergut 17 verfügbar zu machen.
In der Ausgestaltung der Fig. 8 bleibt nach dem Ausbau der Eisschale 10 eine Halterung
23 in Form eines rechteckigen Rahmens zurück, der an einer Schmalseite 24 mit dem
Motor 11 drehfest verbunden ist und an der gegenüberliegenden Schmalseite 25 drehbar
gelagert ist. Um die Eisschale 10 aus der Halterung 23 entnehmen zu können, ist hier
der gesamte Eisbereiter 7 im Kühlraum 4 herausziehbar gelagert, so dass in einer herausgezogenen
Stellung, in der der Eisbereiter 7 aus dem Kühlraum 4 vorspringt, die Oberseite des
Technikmoduls 8 freiliegt, die Eisschale 10 nach oben entnommen werden kann.
[0038] Einer weiteren, in Fig. 9 gezeigten Ausgestaltung zufolge wird diese Halterung 23
nach Ausbau der Eisschale 10 für einen schalenförmigen Gefriergutträger 26 genutzt,
dessen äußere Form weitgehend der der Eisschale 10 entspricht, der aber im Gegensatz
zu dieser einen im wesentlichen flachen Boden ohne Unterteilung in einzelne Aussparungen
22 aufweist.
[0039] Während die Höhe der Eisschale 10 durch die Anforderung eingeschränkt sein kann,
dass es möglich sein muss, die Eisschale 10 aus der Normalstellung in die Auswurfstellung
zu schwenken, ist eine solche Schwenkmöglichkeit für das Schnellgefrieren nicht unbedingt
erforderlich. Deswegen können Seitenwände 27 des schalenförmigen Gefriergutträgers
26 höher sein als die der Eisschale 10, so dass sie ein Schwenken des Gefriergutträgers
26 um die Achse 21 durch Anstoßen an die Seitenwände des Eisbereiters 7 blockieren
und deshalb der Motor 11 im Schnellgefrier-Betriebsmodus dauerhaft ausgeschaltet bleibt.
[0040] Wenn hingegen die Abmessungen des Gefriergutträgers 26 ein Schwenken um die Achse
21 zulassen, dann kann vorgesehen werden, dass am Ende des Schnellgefrier-Betriebsmodus
der Motor 11 den Gefriergutträger 26 schwenkt, um das Gefriergut 17 in den Sammelbehälter
9 zu entleeren. So kann im Laufe mehrerer Zyklen des Schnellgefrier-Betriebsmodus
eine größere Menge an Gefriergut 17 im Sammelbehälter 9 angesammelt werden, das anschließend
zeitsparend auf einmal abgepackt und zur dauerhaften Lagerung in das Gefrierfach 5
umgeladen werden kann.
[0041] Die in den bisherigen Ausgestaltungen gezeigte Düse 13 lenkt den vom Ventilator 12
angetriebenen Kaltluftstrom im Wesentlichen durch den Zwischenraum 14 zwischen Eisschale
10 und Sammelbehälter 9. Dies ist insbesondere dann auch für den Schnellgefrier-Betriebsmodus
angemessen, wenn wie in Fig. 3 bis 8 gezeigt das Gefriergut 17 sich in diesem Zwischenraum
befindet. Im Falle der Fig. 9 ermöglicht die Düse 13 jedoch eine im Wesentlichen nur
indirekte Kühlung des Kühlguts 17 durch die Bodenplatte 19 des Gefriergutträgers 26
hindurch. Um auch in diesem Fall eine schnelle Kühlung zu erzielen, kann die Düse
13 verstellbar ausgeführt sein, z.B. in Form einer zur Achse 21 konzentrischen, um
die Achse drehbaren Kreisscheibe mit einem exzentrisch zur Achse 21 angeordneten Austrittskanal
28, der durch Drehen der Kreisscheibe aus der in Fig. 3-8 gezeigten Stellung unterhalb
der Achse 21 in eine Stellung oberhalb der Achse 21 verlagerbar ist, in der die durch
den Austrittskanal 28 hindurchtretende Kaltluft über den Gefriergutträger 26 und darauf
liegendes Gefriergut hinwegstreicht. Denkbar ist auch, die Düse 13 austauschbar zu
montieren und für den Schnellgefrier-Betriebsmodus wie in Fig. 10 dargestellt durch
eine Düse 28 mit zwei Austrittskanälen 29, 30 oberhalb und unterhalb der Achse 21
zu ersetzen, um das Gefriergut 17 gleichzeitig von oben und von unten zu kühlen. Eine
andere Alternative ist, von den zwei Austrittskanälen 29, 30 den oberen 29 durch einen
Stopfen oder eine Klappe 31 verschließbar zu machen und ihn während der Eiserzeugung,
für die er nicht benötigt wird, geschlossen zu halten.
[0042] Fig. 11 zeigt eine Ausgestaltung des Eisbereiters, bei der anstelle der ausgebauten
Eisschale 10 ein Gefriergutträger 38 in den die Halterung 23 eingehängt ist. Der Gefriergutträger
38 ist hier ein in Fig. 11A genauer gezeigter zweiteiliger Rost, dessen zwei rinnenförmige
Teile 39, 40 entlang einer Achse 41 schwenkbar verbunden sind. Fig. 11A zeigt den
Gefriergutträger 38 in einer offenen, zum Aufnehmen einer Flasche bereiten Stellung.
In geschlossener Stellung ist der Gefriergutträger 38 in etwa zylindrisch und kann
mit der Achse 41 voran in die Halterung 23 eingehängt werden. Quer zur Achse 41 orientierte
Drähte 42 bilden jeweils zwei nach außen gerichtete Vorsprünge 43, 44. Die Drähte
sind elastisch verformbar, so dass die Vorsprünge 43 die Halterung 43 passieren und
an deren Unterseite anliegend den Gefriergutträger 38 an der Halterung 23 lösbar verrasten,
während die Vorsprunge 44 an deren Oberseite aufliegen. Der Motor 11, der herkömmlicherweise
dazu dient, die Eisschale 10 zum Entleeren zu schwenken, kann hier auch zum Schwenken
der im Gefriergutträger eingeschlossenen Flasche 33 genutzt werden.
[0043] Ein Bedienfeld zum Steuern des Betriebs des Eisbereiters 7 kann an der der Tür 2
zugewandten Frontseite des Technikmoduls 8, an der Außenseite der Tür oder einer anderen
geeigneten Oberfläche des Kältegeräts 1 vorgesehen sein. Das Bedienfeld umfasst zumindest
Bedienelemente zum Einschalten des Eisbereiters. Zum Auswählen unter Eiserzeugungsbetrieb
und Schnellgefrierbetrieb und eventuell Flaschenkühlbetrieb können Bedienelemente
vorgesehen sein; es können aber auch interne Schalter im Eisbereiter 7 vorgesehen
sein, um zu erfassen, ob die für die Eisbereitung benötigten Komponenten 9, 10 vorhanden
sind und bei Fehlen einer dieser Komponenten zumindest eine automatische Zufuhr von
Frischwasser zum Eisbereiter 7 zu sperren und im Falle der Ausgestaltung der Fig.
11 den Motor 11 von Zeit zu Zeit zu betätigen.
[0044] Für den Betrieb des Verdampfers macht es nicht notwendigerweise einen Unterschied,
ob der Eisbereiter zur Eiserzeugung, zum Schnellgefrieren oder zum Flaschenkühlen
eingesetzt wird. In allen drei Fällen führt das Einschalten des Eisbereiters - typischerweise
über eine Herabsetzung der Solltemperatur des Gefrierfachs 5 - zu Dauerbetrieb des
den Verdampfer speisenden Verdichters und des Ventilators 12. Im Falle eines drehzahlgeregelten
Verdichters kann auch dessen Drehzahl heraufgesetzt werden, um die Temperatur des
Verdampfers abzusenken. Nach einer Zeitspanne, die vorzugsweise vom Benutzer am Bedienfeld
wählbar ist, je nachdem ob Eis erzeugt, Gefriergut schnell gefroren oder eine Flasche
schnell gekühlt werden soll und wie groß ggf. die Menge des Gefrierguts oder die Flasche
ist, löst ein Timer aus. Das Auslösen aktiviert einen Signalgeber, der den Benutzer
darauf hinweist, dass der Kühlvorgang abgeschlossen ist und das Gefriergut bzw. die
Flasche entnommen werden kann, schaltet den Eisbereiter 7 wieder aus und schaltet
den Verdichter auf Normalbetrieb bzw. die Solltemperatur des Gefrierfachs auf den
vorherigen Wert zurück.
[0045] Falls beim Einschalten des Eisbereiters 7 eine Differenzierung zwischen Eiserzeugung
und Schnellgefrieren einerseits und Flaschenkühlen andererseits getroffen worden ist,
kann dies in der Zeit zwischen dem Auslösen des Timers und dem Abholen des gekühlten
oder gefrorenen Guts durch den Benutzer berücksichtigt werden, indem in ersterem Falle
ausreichend kalte Luft zugeführt wird, um das Eis oder das Gefriergut gefroren zu
halten, während im Falle des Flaschenkühlens die Kaltluftzufuhr geringer dosiert wird,
so dass die Temperatur der Flasche knapp über 0°C bleibt.
Bezugszeichen
[0046]
- 1
- Kältegerät
- 2
- Tür
- 3
- Innenraum
- 4
- Kühlraum
- 5
- Gefrierfach
- 6
- Fachboden
- 7
- Eisbereiter
- 8
- Technikmodul
- 9
- Sammelbehälter
- 10
- Eisschale
- 11
- Motor
- 12
- Ventilator
- 13
- Düse
- 14
- Zwischenraum
- 15
- Halterung
- 16
- Gefriergutträger
- 17
- Gefriergut
- 18
- Griffbereich
- 19
- Bodenplatte
- 20
- Halterung
- 21
- Achse
- 22
- Aussparung
- 23
- Halterung
- 24
- Schmalseite
- 25
- Schmalseite
- 26
- Gefriergutträger
- 27
- Seitenwand
- 28
- Düse
- 29
- Austrittskanal
- 30
- Austrittskanal
- 31
- Klappe
- 32
- Vertiefung
- 33
- Flasche
- 34
- Dose
- 35
- Rolle
- 36
- Elektromotor
- 37
- Akkumulator
- 38
- Gefriergutträger
- 39
- Teil
- 40
- Teil
- 41
- Achse
- 42
- Draht
- 43
- Vorsprung
- 44
- Vorsprung
1. Kältegerät mit wenigstens einem durch ein Kaltluftgebläse gekühlten Lagerfach (4)
und einem in dem Lagerfach (4) in einem von dem Kaltluftgebläse angetriebenen Kaltluftstrom
angeordneten Eisbereiter (7), dadurch gekennzeichnet, dass der Eisbereiter (7) eine Halterung (15, 20, 23) aufweist, in der ein Gefriergutträger
(16, 26, 38) montierbar ist.
2. Kältegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefriergutträger (16, 26, 38) als Schale, Platte oder Rost ausgebildet ist.
3. Kältegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefriergutträger (16, 38) zur Liegendlagerung von flaschenförmigen Behältnissen
(33, 34), insbesondere mit einem wenigstens eine langgestreckte Vertiefung (32) bildenden
Boden (19), ausgebildet ist.
4. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefriergutträger (38) um eine Längsachse schwenkbar ist.
5. Kältegerät nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen Motor (11, 36) zum Antreiben einer Schwenkbewegung des Gefriergutträgers (26,
38) oder eines im Gefriergutträger (16) gelagerten flaschenförmigen Behältnisses (33).
6. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlleistung des Kaltluftstroms wenigstens zwischen verschiedenen Leistungen
umschaltbar ist.
7. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Timer, der eingerichtet ist, nach einer festgelegten Betriebszeit des Eisbereiters
auszulösen.
8. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Eisbereiter (7) eine Eisschale (10), in der Aussparungen (22) zum Formen von
Eisstücken vorgeformt sind, und einen Sammelbehälter (9) für fertige Eisstücke umfasst.
9. Kältegerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefriergutträger (16) in einem Zwischenraum (14) zwischen einem bei Gebrauch
des Eisbereiters (7) von der Eisschale (10) belegten Raum und einem von den fertigen
Eisstücken im Sammelbehälter (9) belegten Raum vorgesehen ist.
10. Kältegerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Kaltluftgebläse eine in den Zwischenraum einmündende Düse (13) aufweist.
11. Kältegerät nach Anspruch 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Eisschale (10) ausbaubar oder beweglich ist, um Platz für den Gefriergutträger
(16, 26) zu schaffen.
12. Kältegerät nach Anspruch 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (9) ausbaubar ist, um Platz für den Gefriergutträger (16) zu schaffen.
13. Kältegerät nach Anspruch 8, 9, 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelbehälter (9) die Halterung (20) für den Gefriergutträger (16) ist.
14. Kältegerät nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Kaltluftgebläse eine verstellbare Düse (28) oder zwei gegeneinander austauschbare
Düsen umfasst.
15. Verfahren zum Schnellgefrieren eines Lebensmittels, insbesondere einzelner Früchte,
bei dem das Lebensmittel (17) in einem Eisbereiter (7) eines Haushaltskältegeräts
einem Kaltluftstrom ausgesetzt wird.