[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufsteckvorrichtung mit einem im Querschnitt im Wesentlichen
vieleckigen Grundkörper zum Aufstecken auf ein vieleckiges, insbesondere quadratisches,
Profilrohr, wobei der Grundkörper eine Vielzahl von Mantelflächen aufweist.
[0002] Herkömmliche Trägervorrichtungen zur Verbindung von Informationsträgern mit Profilrohren
verwenden üblicherweise Übergangsstücke, welche vollständig in das Profilrohr eingesteckt
sind. Dies benötigt eine hohe Festigkeit des Teils, welches in das Profilrohr gesteckt
wird, da der Querschnitt vergleichsweise gering ist, wodurch bei Belastung mit Momenten
eine hohe Schubspannung entsteht.
[0003] Der Informationsträger ist üblicherweise aus Karton oder einem anderen Verbundmaterial
hergestellt. Da die Festigkeit nicht ausreicht, um ein Übergangsstück aus dem gleichen
Material zu formen, muss dieses aus einem anderen Werkstoff gefertigt sein. Das Übergangsstück
muss anschließend mit dem Informationsträger verbunden werden. Dadurch ist der Produktionsprozess
aufwändig und vergleichsweise teuer.
[0004] Insbesondere bei kurzlebiger Verwendung wie bei Messen oder Veranstaltungen ist der
Kostenfaktor wichtig.
[0005] Darüber hinaus spielt die Transportierbarkeit eine große Rolle. Bei konventionellen
Systemen muss die Verbindung mit dem Übergangsstück zum Transport meist gelöst werden,
da der Transport so ökonomischer gestaltbar ist. Dabei muss darauf geachtet werden,
dass die Übergangsstücke nicht verloren gehen.
[0006] Bei anderen Umsetzungen, wie solche mit Klebeverbindungen, ist eine Trennung nicht
zerstörungsfrei möglich. Hierbei muss das erhöhte Transportvolumen zu Gunsten der
Stabilität in Kauf genommen werden.
[0007] Aus der
FR 2 834 111 A ist eine Vorrichtung zur Präsentation von Informationen bekannt, welche aus einem
faltbaren Stützelement, einem rohrförmigen Informationsträger und einem Standfuß aus
Polypropylen besteht. Das Stützelement dient dazu, die gekrümmten Seitenwände des
eigentlichen Informationsträgers so voneinander beabstandet zu positionieren, dass
deren Volumen vergrößert wird. Das Stützelement weist Schlitze auf um auf dem im Wesentlichen
kreuzförmig angeordneten Standfuß geschoben werden zu können. Zur Verbindung mit einem
Profilrohr ist diese Vorrichtung nicht geeignet.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und eine
einfache und kostengünstige Lösung zur Verbindung von Profilrohren mit Informationsträgern
zu schaffen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass in dem Grundkörper zumindest
zwei Einschnitte zur Aufnahme des Profilrohres angebracht sind. Vorteilhaft erweist
es sich, wenn jeder Einschnitt jeweils eine Grundkante einer Mantelfläche durchtrennt.
Besonders günstig ist dabei die Verwendung eines Profilrohrs mit quadratischem Querschnitt,
da diese bereits bei geringem Durchmesser Biegesteifigkeit aufweisen. Darüber hinaus
kommen sie bereits bei herkömmlichen Systemen zum Einsatz.
[0010] Als Einschnitte werden hier Trennlinien oder Längsfugen in der Mantelfläche von definierter
Länge verstanden, welche sich bevorzugt - ausgehend von der jeweiligen Grundkante
der Mantelfläche - im Wesentlichen in Richtung der Längsachse des Grundkörpers erstrecken.
Die Länge jedes Einschnittes beträgt dabei nur einen Teil der gesamten Erstreckung
der Aufsteckeinrichtung, in Richtung der Längsachse betrachtet. Alle Einschnitte sind
bevorzugt im Wesentlichen parallel zueinander ausgebildet und definieren die Aufsteckrichtung
der Aufsteckvorrichtung auf dem Profilrohr. Die Aufsteckrichtung entspricht dabei
im Wesentlichen der Profilrohrlängsachse. Die Einschnitte weisen bevorzugt eine definierte
Breite auf. Die Breite kann beispielsweise im Wesentlichen der Wandstärke des Profilrohres
entsprechen. Dies ermöglicht eine spielfreie, lösbare Klemmverbindung der Aufsteckvorrichtung
am Profilrohr.
[0011] Üblicher Weise ist der Informationsträger aus einem Material mit geringer Biegesteifigkeit
gefertigt. Bei im Querschnitt quadratischen Profilrohren ist die Verwendung eines
Grundkörpers mit rechteckigem Querschnitt besonders gut geeignet. Da zwei Mantelflächen
der Grundkörper vorzugsweise breiter sind, kann er mehr Moment in diese Richtung aufnehmen,
wodurch Fertigung aus dem gleichen Material wie dem Informationsträger möglich ist.
Dadurch kann eine einstückige Fertigung erfolgen. Für eine optimale Kräfteverteilung
halbieren die ersten und zweiten Einschnitte im Wesentlichen die jeweilige Grundkante.
Darüber hinaus wird die Belastung pro Einschnitt halbiert, wenn zumindest zwei Einschnitte
an zwei einander gegenüberliegenden Mantelflächen des Grundkörpers angeordnet sind.
Dies ist besonders dann ein Vorteil, wenn die Belastung der Verbindung mit Momenten
asymmetrisch erfolgt.
[0012] Am Grundkörper befindet sich ein weiteres Flächenelement, welches bevorzugter Weise
auch die Aufgabe des Informationsträgers übernimmt. Alternativ kann der Informationsträger
auch mit dem weiteren Flächenelement verbunden sein.
[0013] Eine besonders gute Verbindung mit dem Profilrohr kann erreicht werden, wenn das
zusätzliche Flächenelement ebenfalls einen Einschnitt aufweist.
[0014] Die Aufsteckvorrichtung ist bevorzugt als Faltelement ausgebildet, welches in einer
Ebene abwickelbar ist. Da der Informationsträger üblicherweise zugeschnitten werden
muss, kann das Faltelement direkt im gleichen Arbeitsschritt wie der Informationsträger
gefertigt werden. Der Zusammenbau kann vor Ort bei der Vorbereitung erfolgen. Dadurch
ist das Faltelement mit Informationsträger flach, und es kann eine sehr große Stückzahl
gestapelt werden, um diese beispielsweise von der Druckerei zum Veranstaltungsort
zu transportieren.
[0015] Besonders günstig erweist sich die Fertigung aus Karton, Kunststoff oder einem Verbundwerkstoff.
Die Informationen können beispielsweise durch Bedrucken auf das Basismaterial aufgebracht
werden. Anschließend kann die Form des Faltelements mit dem Informationsträger aus
dem Basismaterial ausgeschnitten werden.
[0016] Um die gefaltete Form zu halten, eignen sich besonders gut Laschen, die in Schlitze,
die an einer anderen Stelle des Faltelements angeordnet sind, gesteckt werden können.
Diese Verbindung ist sicher, und dennoch leicht lösbar, wodurch bei Transporten die
flache Form wiederhergestellt werden kann.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das zusätzliche Flächenelement einteilig mit dem
Grundkörper ausgebildet ist. Somit kann die gesamte Aufsteckvorrichtung aus einem
Teil gebildet werden, was eine besonders günstige Fertigung ermöglicht. Darüber hinaus
ergibt sich der Vorteil, dass die Aufsteckvorrichtung sehr rasch aufgebaut werden
kann, was insbesondere bei großen Stückzahlen eine wesentliche Erleichterung darstellt.
[0018] In der Folge wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Aufsteckvorrichtung in einer ersten Schrägansicht;
- Fig. 2
- die Aufsteckvorrichtung aus Fig. 1 in einer zweiten Schrägansicht;
- Fig. 3
- die Aufsteckvorrichtung aus Fig. 1 in einer dritten Schrägansicht in Gebrauchslage
mit Profilrohr;
- Fig. 4
- das Faltelement der Aufsteckvorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 5
- die Aufsteckvorrichtung aus Fig. 1 in einer Grundansicht; und
- Fig. 6
- die Aufsteckvorrichtung aus Fig. 1 in einer Grundansicht in Gebrauchslage mit Profilrohr.
[0019] Die Figs. 1 und 2 zeigen den Grundkörper 100 einer erfindungsgemäßen Aufsteckvorrichtung
mit Mantelflächen 101, 102, 103, 104, wobei je an zwei breiteren Mantelflächen 101,
102 erste 111 und zweite 112 Einschnitte angeordnet sind. Der Grundkörper 100 weist
einen rechteckigen Querschnitt auf, wobei zwei breitere Mantelflächen 101, 102 und
zwei schmälere Mantelflächen 103, 104 parallel zueinander angeordnet sind. Die breiteren
Mantelflächen 101, 102 stehen normal zu den schmäleren Mantelflächen 103, 104 und
sind jeweils entlang einer Kante 142, 143, 144 mit diesen verbunden.
[0020] Der erste 111, und zweite 112 Einschnitte sind so angeordnet, dass sie von einer
Grundkante 151, 152 der jeweiligen Mantelfläche 101, 102 ausgehen. Im Wesentlichen
werden die Grundkanten 151, 152 durch die ersten 111 und zweiten 112 Einschnitte in
ihrer Länge halbiert.
[0021] Damit ein leichteres Einstecken in das Profilrohr ermöglicht wird, sind die ersten
und zweiten Einschnitte 111 bzw. 112 in unmittelbarer Nähe zur jeweiligen Grundkante
151, 152 V-Förmig verbreitert.
[0022] An einer breiteren Mantelfläche 101 ist ein weiteres, zusätzliches Flächenelement
200 angeordnet. Es ist ebenfalls entlang einer weiteren Kante 141 mit der einen breiteren
Mantelfläche 101 verbunden und weist einen weiteren, zumindest dritten Einschnitt
210 auf. Ein erster Teil 200A des zusätzlichen Flächenelements 200 liegt flächig an
einer der schmäleren Mantelflächen 104 auf. Ein zweiter Teil 200B des zusätzlichen
Flächenelements 200 steht vom Grundkörper 100 ab. Der weitere, zumindest dritte Einschnitt
210 ist im Wesentlichen entlang der Grenze zwischen dem ersten 200A und dem zweiten
200B Teil des zusätzlichen Flächenelements 200 angeordnet.
[0023] Der übrige Teil kann zur Darstellung von Informationen genutzt werden, wobei vorzugsweise
Bilder oder Text beispielsweise aufgedruckt werden. Eine andere Ausführungsvariante
sieht einen Informationsträger vor, welcher mit dem zusätzlichen Flächenelement 200
verbindbar ist. Dies kann beispielweise über eine gesteckte Verbindung erfolgen, oder
durch Verklebung.
[0024] Die Einschnitte 111, 112, 210 dienen in dieser Ausführung der Erfindung zur Aufnahme
eines Profilrohres 300 mit quadratischem Querschnitt in den Grundkörper 100. Die Gebrauchslage
ist in Fig. 3 gezeigt, die Aufsteckvorrichtung ist auf das Profilrohr 300 aufgesteckt.
[0025] Der gesamte Grundkörper 100 und das zusätzliche Flächenelement 200 sind einstückig
aus einem Faltelement 400 faltbar. In Fig. 4 ist das Faltelement 400 einer Aufsteckvorrichtung
gezeigt. Vorzugsweise ist sie aus einem ebenen Material insbesondere aus einem Verbundwerkstoff,
Kunststoff oder Karton gefertigt.
[0026] Um den Grundkörper in gefalteter Position zu stabilisieren sind Laschen 121, 122
vorgesehen, welche in zugehörige Schlitze 131, 132 einsteckbar sind.
[0027] Dabei ist die erste Lasche 121 an einer der schmäleren Mantelflächen 104 angeordnet,
und ein erster Schlitz 131 ist an der Grenze zwischen der einen breiteren Mantelfläche
101 und dem zusätzlichen Flächenelement 200 angeordnet.
[0028] Die zweite Lasche 122 ist an der zweiten breiteren Mantelfläche 102 angeordnet, und
der zweite Schlitz 132 ist im zusätzlichen Flächenelement 200 angeordnet.
[0029] Um eine bessere Stabilisierung des Grundkörpers 100 zu ermöglichen, sind die Laschen
121, 122 in Längsachse 160 des Grundkörpers 100 mit einem Abstand angeordnet.
1. Aufsteckvorrichtung mit einem im Querschnitt im Wesentlichen vieleckigen Grundkörper
(100) zum Aufstecken auf ein vieleckiges, insbesondere quadratisches, Profilrohr (300),
wobei der Grundkörper (100) eine Vielzahl von Mantelflächen (101, 102, 103, 104) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Grundkörper (100) zumindest zwei Einschnitte (111, 112, 210) zur Aufnahme
des Profilrohres (300) angebracht sind.
2. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest ein erster Einschnitt (111) an zumindest einer ersten Mantelfläche
(101) und ein zweiter Einschnitt (112) an zumindest einer zweiten Mantelfläche (102)
des Grundkörpers (200) angeordnet sind, wobei jeder Einschnitt jeweils eine Grundkante
(251, 252) der jeweiligen Mantelfläche (101, 102) durchtrennt.
3. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Einschnitte (111, 112, 210) die jeweilige Grundkante (251, 252)
im Wesentlichen halbieren.
4. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Mantelfläche (101) und die zweite Mantelfläche (102) des Grundkörpers (100)
in Bezug auf eine Längsachse (160) des Grundkörpers (100) diametral gegenüberliegend
angeordnet sind.
5. Aufsteckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Gebrauchslage jeweils eine Fläche des Profilrohrs (300) in jeweils einem Einschnitt
aufnehmbar ist, wobei die Fläche des Profilrohrs (300) im Wesentlichen normal zur
zugehörigen Mantelfläche (101, 102) des Grundkörpers (100) steht.
6. Aufsteckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste (111) und zweite (112) Einschnitt am Grundkörper, und der dritte Einschnitt
(210) an einem zusätzlichen Flächenelement (200) angeordnet sind.
7. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (100) eine, im Wesentlichen geschlossene Umfangslinie aufweist, von
der das zusätzliches Flächenelement (200) absteht.
8. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Flächenelement (200) mit der ersten Mantelfläche (101) des Grundkörpers
(100), vorzugsweise über eine Kante (141) verbunden ist, und bevorzugter Weise einen
weiteren, zumindest dritten Einschnitt (210) aufweist.
9. Aufsteckvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem zusätzlichen Flächenelement (200) Informationen dargestellt sind, oder zur
Aufnahme von Informationsträgern ausgebildet ist.
10. Aufsteckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper aus einem ebenen Faltelement (400), vorzugsweise aus Karton oder
einem Verbundwerkstoff zusammensetzbar ist, wobei die Fixierung des Grundkörpers (100)
vorzugsweise durch zumindest eine in das Faltelement (400) einsteckbare Lasche (121,
122) erfolgt.
11. Aufsteckvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Flächenelement einteilig mit dem Grundkörper ausgebildet ist.
12. Verwendung einer Aufsteckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 zum Aufstecken
auf ein vieleckiges, insbesondere quadratisches, Profilrohr.