[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verändern eines Kompressionsverhältnisses
einer Hubkolben-Brennkraftmaschine mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Ein variables Verdichtungsverhältnis erschließt Verbrauchs- und Leistungspotentiale
durch Anpassung desselben an den Lastzustand der Brennkraftmaschine, die bei einem
unveränderlichen Verdichtungsverhältnis ungenutzt bleiben.
[0003] Bekannt ist auch die Verwendung einer exzentrischen Lagerschale im großen Pleuelauge
zur Darstellung eines variablen Verdichtungsverhältnisses oder Kompressionsverhältnisses,
die mit halber Kurbelwellendrehzahl gleichsinnig umläuft. Das Verdichtungsverhältnis
ist dann durch die Verstellung des Phasenwinkels der Lagerschale einstellbar.
[0004] Aus der
WO 2011/006537 A1 ist eine gattungsgemäße Vorrichtung zum Verändern des Kompressionsverhältnisses einer
Hubkolben-Brennkraftmaschine mit einem Kurbeltrieb bekannt. Der Kurbeltrieb weist
eine Kurbelwelle auf, mit beiderseits drehbeweglich gelagerten Hubzapfen, die jeweils
mit einem Pleuel und einem in einem Zylinder der Hubkolben-Brennkraftmaschine schiebebeweglich
angeordneten Kolben in Wirkverbindung stehen. Hierdurch erfolgt die Wandlung der rotatorischen
Bewegung der Kurbelwelle in eine bidirektionale translatorische Bewegung der Kolben
in den Zylindern mit einer definierten Hubhöhe. Zwischen den Hubzapfen und den Pleuelaugen
der Pleuel ist jeweils ein drehbeweglicher, außenverzahnter Exzenter angeordnet, mit
deren Hilfe die Hubhöhe der Kolben einstellbar, bzw. das Kompressionsverhältnis veränderbar
ist. Hierbei ist zur Verdrehung der Exzenter jeweils ein außenverzahntes erstes Zahnrad
vorgesehen, das axial mit einem zweiten Zahnrad über eine zur Kurbelwelle parallel
angeordnete Welle drehfest verbunden ist. Dieses Zahnrad steht mit einem innenverzahnten
Zahnrad in Wechselwirkung, welches von einer Schnecke verdrehbar ist. Durch die Verdrehung
des innenverzahnten Zahnrades ist somit das Kompressionsverhältnis der Hubkolben-Brennkraftmaschine
veränder- oder einstellbar.
[0005] Nachteilig bei dieser Ausgestaltung ist eine wesentliche Schwächung der lasttragenden
Struktur der Kurbelwelle, insbesondere im Bereich der Hauptlager, durch das zur Phasenwinkel-,
oder Verdichtungsverstellung notwendige Synchronisationsgetriebe vom Kurbelgehäuse
zu den exzentrischen Lagerschalen. Dies führt zu einer Reduzierung der mit der Verdichtungsverstellung
verbundenen erreichbaren erhöhten Leistungsfähigkeit der Brennkraftmaschine und zu
einer Erhöhung der Reibverluste durch vergrößerte Lagerdurchmesser, wodurch wesentliche
Teile des erreichbaren Potentials durch das variable Kompressionsverhältnis der Brennkraftmaschine
wieder aufgezehrt werden.
[0006] Weiter ist aus der europäischen Patentanmeldung
EP 0 184 042, von der die vorliegende Erfindung ausgeht, eine Vorrichtung zum Verändern eines
Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine bekannt. Die Hubkolben-Brennkraftmaschine
weist einen Kurbeltrieb mit einer Kurbelwelle mit zumindest einem beiderseits drehbeweglich
gelagerten Hubzapfen, der mit einem Pleuel und einem in einem Zylinder der Hubkolben-Brennkraftmaschine
schiebebeweglich angeordneten Kolben in Wirkverbindung steht auf, zur Wandlung einer
rotatorischen Bewegung der Kurbelwelle in eine bidirektionale, translatorische Bewegung
des Kolbens mit einer definierten Hubhöhe. Zwischen dem Hubzapfen und dem Pleuelauge
des Pleuels ist ein drehbeweglicher, außenverzahnter Exzenter angeordnet, ist zur
Veränderung der Hubhöhe des Kolbens, wobei zur Verdrehung des Exzenters ein außenverzahntes
erstes Zahnrad vorgesehen ist, das axial mit einem zweiten Zahnrad über eine zur Kurbelwelle
parallel und mit ihr umlaufend angeordnete Welle drehfest verbunden ist, welches auf
einem, von einem Stellelement verdrehbaren dritten Zahnrad kämmend angeordnet ist,
wobei die Welle parallel und radial beabstandet zur Kurbelwelle angeordnet ist.
[0007] Nachteilig an dieser Ausgestaltung ist die stirnseitige Verstellung des Kompressionsverhältnisses,
die viel Bauraum benötigt. Ferner lässt sich diese Vorrichtung nicht in ein bestehendes
Kurbelgehäuse integrieren.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, o. g. Nachteile zu vermeiden.
[0009] Diese Aufgabe wird durch das Merkmal im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0010] Es wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung (ein Synchronisationsgetriebe) zum Verändern
des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine vorgeschlagen, welche
um die lasttragenden Kurbelwellenstrukturen außen herum agiert und gleichzeitig die
notwendigen Drehzahlverhältnisse sicherstellt. Hierbei bewegen sich die im Kurbelgehäuse
drehbar gelagerten Zahnräder (drittes und viertes Zahnrad) nur bei der Verstellung
des Kompressionsverhältnisses, nicht jedoch ständig aufgrund der Drehung der Kurbelwelle.
Die Vorrichtung selber ist hierbei Platz sparend drehbar im Kurbelgehäuse gelagert.
[0011] Die nach Patentanspruch 1 vorgeschlagene Vorrichtung ist geeignet für eine Einzylinder-Hubkolben-Brennkraftmaschine.
[0012] Die Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 2 ist für eine mehrzylindrige Hubkolben-Brennkraftmaschine
geeignet.
[0013] Die Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 3 baut besonders kompakt.
[0014] Die Antriebe des dritten oder vierten Zahnrades gemäß Patentanspruch 4 sind besonders
bevorzugte Ausführungsbeispiele.
[0015] Die Anordnung gem. Patentanspruch 5 baut besonders kompakt und kann mit nur geringen
Änderungen in ein vorhandenes Kurbelgehäuse integriert werden.
[0016] Die Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 6 ist eine Ausführungsvariante.
[0017] Im Folgenden ist die Erfindung anhand von drei Ausführungsbeispielen in fünf Figuren
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verändern eines Kompressionsverhältnisses
für eine Hubkolben-Brennkraftmaschine mit zwei Zylindern.
- Fig. 2
- zeigt schematisch eine zweite erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verändern des Kompressionsverhältnisses
einer Hubkolben-Brennkraftmaschine mit sechs Zylindern.
- Fig. 3
- zeigt schematisch eine Stirnansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verändern
des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine für ein erstes konkretes
Ausführungsbeispiel.
- Fig. 4
- zeigt schematisch eine Stirnansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verändern
des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine für ein zweites konkretes
Ausführungsbeispiel.
- Fig. 5
- zeigt eine technische Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verändern des
Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine, wobei die Kurbelwelle
nicht dargestellt ist.
[0018] Im Folgenden gelten für gleiche Bauelemente in den Figuren 1 bis 5 die gleichen Bezugsziffern.
[0019] Fig. 1 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verändern eines Kompressionsverhältnisses
einer Hubkolben-Brennkraftmaschine mit zwei Zylindern.
[0020] Als Verdichtungsverhältnis ε bezeichnet man das Verhältnis eines gesamten Zylinderraumes
einer Brennkraftmaschine vor der Verdichtung zum verbliebenen Raum nach der Verdichtung.

mit
VH = Hubraum (Kolbenhub * Kolbenfläche)
VK = Kompressionsvolumen
[0021] Die Hubkolben-Brennkraftmaschine weist einen Kurbeltrieb 1 auf, mit einer gestrichelt
dargestellten Kurbelwelle 2 mit zwei beiderseits drehbeweglich gelagerten Hubzapfen
3, 3', die jeweils mit einem Pleuel 4, 4' und jeweils einem in einem Zylinder 5, 5'
der Hubkolben-Brennkraftmaschine bidirektional schiebebeweglich angeordneten Kolben
6, 6' in Wirkverbindung stehen. Eine Kurbelwellenachse ist mit 2' beziffert. Dieser
Teil der Vorrichtung dient zur Wandlung einer rotatorischen Bewegung der Kurbelwelle
2 in eine bidirektionale, translatorische Bewegung der Kolben 6, 6' mit einer definierten
Hubhöhe. Zwischen den Hubzapfen 3, 3' und nicht bezifferten Pleuelaugen der Pleuel
4, 4' ist jeweils ein drehbeweglicher, außen verzahnter Exzenter 7, 7' angeordnet
zur Veränderung der Hubhöhe der Kolben 6, 6'. Zum Verdrehen des Exzenters 7 ist ein
außen verzahntes erstes Zahnrad 8 vorgesehen, das axial mit einem zweiten Zahnrad
über eine zur Kurbelwelle 2 parallel angeordnete Weller10 drehfest verbunden ist.
Das zweite Zahnrad 9 ist in diesem Ausführungsbeispiel über das dritte Zahnrad 12
drehfest mit einem vierten Zahnrad 13 verbunden, welches einen größeren Außendurchmesser
aufweist als das umlaufende zweite Zahnrad 9. Das vierte Zahnrad 13 ist in diesem
Ausführungsbeispiel über ein Stellelement 11 drehbeweglich verstellbar. Das dritte
und vierte Zahnrad 12, 13 sind drehbar in einem Kurbelgehäuse der Hubkolben-Brennkraftmaschine
gelagert. Durch die Verstellung des vierten Zahnrades 13 wird, wie bereits gesagt,
der Exzenter 7 verdreht und somit das Kompressionsverhältnis der Brennkraftmaschine
verändert. Erfindungsgemäß ist die Welle 10 parallel und radial nach außen beabstandet
zur Kurbelwelle 2 angeordnet. Dabei kann die Drehbewegung der Kurbelwelle 2 und die
Verstellbewegung des vierten Zahnrades 13 gleichzeitig und unterschiedlich schnell
erfolgen.
[0022] Dieser grundsätzliche Verstellmechanismus bzw. diese Vorrichtung zum Verändern des
Kompressionsverhältnisses der Hubkolben-Brennkraftmaschine kann für eine Hubkolben-Brennkraftmaschine
mit einem Zylinder Verwendung finden.
[0023] Da jedoch im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Hubkolben-Brennkraftmaschine mit
zwei Zylindern dargestellt ist, greift in die Außenverzahnung des Exzenters 7 ein
fünftes Zahnrad 14 ein, welches drehfest über eine parallel zur Kurbelwellenachse
2' angeordnete zweite Welle 15 drehfest mit einem sechsten Zahnrad 14' verbunden ist,
welche die Verstellbewegung des fünften Zahnrades 14 auf eine Außenverzahnung des
zweiten Exzenters 7' überträgt.
[0024] In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann das vierte Zahnrad 13 entfallen und das
Stellelement 11 wirkt direkt auf das dritte Zahnrad 12 ein.
[0025] In dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist die zweite Welle 14 in einer axialen Durchgangsbohrung
der Kurbelwelle 2 koaxial zur Kurbelwelle 2 angeordnet, was eine sehr platzsparende
Bauweise erlaubt. In weiteren Ausführungsbeispielen können das dritte oder das vierte
Zahnrad 12, 13 von dem Stellelement 11 über ein siebtes Zahnrad oder eine Zahnstange
oder eine Schnecke oder einen Schieber verdreht werden.
[0026] Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung zum Verändern des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine
mit sechs Zylindern. Die zwei mittleren Zylinder zeigen wieder die gleiche Kinematik
wie Fig. 1, jedoch sind benachbart zu den zwei mittleren Zylindern auf jeder Seite
zwei weitere nicht bezifferte Zylinder mit dem gleichen Kurbeltrieb angeordnet, die
jeweils einen Durchtrieb mit einer zweiten Welle 15 aufweisen, zur Veränderung des
Kompressionsverhältnisses der vier weiteren, nicht bezifferten Zylinder.
[0027] In dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Zylinder 6 der Hubkolben-Brennkraftmaschine
eine hohe Verdichtung 16 und der Zylinder 6' eine niedrige Verdichtung 17 auf.
[0028] Fig. 3 zeigt schematisch eine Stirnansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Verändern des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine für ein
konkretes Ausführungsbeispiel, wie es in den Figuren 1 und 2 zum Einsatz kommen kann.
In diesem real funktionierenden Ausführungsbeispiel weisen die Zahnräder folgende
Zähnezahlen auf:
| Exzenter 7: |
55 Zähne |
| Erstes Zahnrad 8: |
15 Zähne |
| Zweites Zahnrad 9 |
36 Zähne |
| Drittes Zahnrad 12: |
66 Zähne |
| Viertes Zahnrad 13: |
148 Zähne |
[0029] Die Drehrichtungen der einzelnen Zahnräder zu einem größeren Kompressionsverhältnis
hin sind durch Pfeile schematisch eingezeichnet. Die Zylinderrichtung ist dabei nach
oben, d. h. in Richtung des Hubzapfens, bzw. des Exzenters 3.
[0030] Fig. 4 zeigt schematisch eine Stirnansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Verändern des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine für ein
zweites konkretes Ausführungsbeispiel. Es gilt im Wesentlichen das zu Fig. 3 gesagte,
jedoch ist in diesem zweiten Ausführungsbeispiel zwischen dem ersten Zahnrad 8 und
dem fünften Zahnrad 14 ein Zwischengetriebe 19 angeordnet, welches in diesem Ausführungsbeispiel
aus nur einem einzigen Zahnrad besteht.
[0031] Die Drehrichtungen der einzelnen Zahnräder zu einem größeren Kompressionsverhältnis
hin sind wiederum durch Pfeile schematisch eingezeichnet.
[0032] Fig. 5 zeigt eine technische Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Verändern
des Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine. Die Kurbelwelle
2 und ein Kurbelgehäuse sind nicht dargestellt. In Fig. 5 sind drei Lagerungsrollen
20 für das vierte Zahnrad 13 erkennbar, mit denen das vierte Zahnrad 13 radial außen
gegenüber dem Kurbelgehäuse der Hubkolben-Brennkraftmaschine drehbar gelagert ist.
Bevorzugt werden drei Lagerungsrollen 20 für eine statisch bestimmte Lagerung vorgesehen.
Wie in Fig. 5 weiter erkennbar ist, ist die Vorrichtung Platz sparend zwischen zwei
Zylindern 5, 5' der Hubkolben-Brennkraftmaschine angeordnet, wodurch sie in ein bestehendes
Kurbelgehäuse ohne viel Nacharbeit integriert werden kann.
[0033] Mit anderen Worten, zusammengefasst gesagt:
[0034] Es wird somit ein Synchronisationsgetriebe vorgeschlagen, welches um die lasttragenden
Kurbelwellenstrukturen außen herum agiert und die notwendigen Drehzahlverhältnisse
sicherstellt. Hierbei bewegen sich die in dem Kurbelgehäuse gelagerten Zahnräder 12,
13 nur während der Verstellung des Kompressionsverhältnisses, nicht jedoch ständig
aufgrund der Drehung der Kurbelwelle 2. Zwischen zwei Kröpfungen der Kurbelwelle erfolgt
die Synchronisation durch die Mitte des Grundlagerzapfens der Kurbelwelle 2, da dieser
ohnehin oft hohl ist, da an dieser Stelle der Kurbelwelle kaum eine Last übertragen
wird.
[0035] Somit ist ein System vorgeschlagen, welches keine Reibungsnachteile durch einen größeren
Kurbelwellendurchmesser generiert.
[0036] Bei geeigneter Dimensionierung der Gleitlager innen und außen an der exzentrischen
Lagerschale (Breite x Durchmesser
3 sind innen und außen in etwa gleich), drehen sich diese von selbst mit der halben
Kurbelwellendrehzahl, so dass im Mittel keine Antriebsenergie anfällt. Die Summe der
Reibung der in diesen beiden je Hubzapfen in Reihe geschalteten Gleitlager kann sogar
geringer sein, als das eine ursprüngliche Hubzapfengleitlager aus dem Stand der Technik,
sofern nämlich die Summe der beiden Lagerspiele größer bleiben kann als das des ursprünglichen
einen Gleitlagers (die Reibleistung ist proportional zur Relativdrehzahl im Quadrat
geteilt durch das Lagerspiel).
[0037] Da die Stellung des kurbelgehäuseseitigen Stellelements 11 eindeutig das eingestellte
Kompressionsverhältnis wiederspiegelt (im Unterschied zu bekannten Systemen, die nur
einen Anschlag aufweisen und das System sich unter den wirkenden Kräften selbst verstellen
kann), kann eine Ventilhubverstellvorrichtung (z. B. BMW Valvetronic) eine mechanische
Koppelung von Ventilhub oder Phasenwinkel des Ventilhubs mit dem Verdichtungsverhältnis
erfolgen. Ein Beispiel für die Kombination von einem variablen Verdichtungsverhältnis
mit einem variablen Ventiltrieb ist beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2006 015 887 A1 bekannt. Da im Allgemeinen bei hoher Last niedrige Verdichtung mit großen Ventilhüben
und geringer Ventilüberschneidung und umgekehrt kombiniert werden, können somit Ventilfreigänge
im Kolben minimiert werden, was durch eine günstigere Brennraumform weitere thermodynamische
Kraftstoffverbrauchspotentiale erschließt.
[0038] Somit werden erfindungsgemäß Verbrauchsvorteile zu üblichen Hubkolben-Brennkraftmaschinen
mit bauraumkonformer Technologie bei sehr geringer Verstellenergie erschlossen. Weiter
ist eine maximale Nutzung des Potentials des variablen Verdichtungsverhältnisses durch
direkte, kontinuierliche sowie schnelle Einstellbarkeit erzielt.
[0039] Es wird weiter ein Stellantrieb zwischen zwei Zylindern 5, 5' vorgeschlagen, bestehend
aus einem verdrehbaren, zwecks Montage um die einstückige Kurbelwelle 2 geteilten
Stellrad (viertes Zahnrad 13), das z. B. mittels Lagerungsrollen 20 im Kurbelgehäuse
gelagert ist, siehe Fig. 5.
[0040] Mit dessen inneren Zahnrad (drittes Zahnrad 12) kämmt ein Zahnrad (zweites Zahnrad
9) einer in der Kurbelwelle 2 gelagerten, umlaufenden Abnehmerwelle (Welle 10), während
deren zweites Zahnrad (erstes Zahnrad 8) in die Verzahnung der einzustellenden Lagerschale
(Exzenter 7) eingreift und somit direkt auf eine der miteinander synchronisierten
Lagerschalen (Exzenter 7, zweiter Exzenter 7') drehzahl- und phasenstellend wirkt.
[0041] Die Zähnezahlen sind so gewählt, dass die Lagerschale (Exzenter 7) mit der gewünschten
Geschwindigkeit um den Hubzapfen 3 der Kurbelwelle 2 rotiert. Bei stehendem Stellrad
(viertes Zahnrad 13) bleibt der Phasenwinkel der Rotation und somit die Verdichtung
der Hubkolben-Brennkraftmaschine konstant.
[0042] Diese kann durch Verdrehen desselben, z.B. mittels eines Schneckentriebs und eines
darauf wirkenden Stellmotors, im Kurbelgehäuse eingestellt werden. Damit ergibt sich
ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Winkel des Stellrades (viertes Zahnrad 13)
im Kurbelgehäuse und der eingestellten Verdichtung.
Bezugszeichenliste:
[0043]
- 1.
- Kurbeltrieb
- 2.
- Kurbelwelle
- 2'
- Kurbelwellenachse
- 3.
- Hubzapfen
- 3'
- zweiter Hubzapfen
- 4.
- Pleuel
- 4'
- zweites Pleuel
- 5.
- Zylinder
- 5'
- zweiter Zylinder
- 6.
- Kolben
- 6'
- zweiter Kolben
- 7.
- Exzenter
- 7'
- zweiter Exzenter
- 8.
- erstes Zahnrad
- 9.
- zweites Zahnrad
- 10.
- Welle
- 11.
- Stellelement
- 12.
- drittes Zahnrad
- 13.
- viertes Zahnrad
- 14.
- fünftes Zahnrad
- 14'
- sechstes Zahnrad
- 15.
- zweite Welle
- 16.
- hohe Verdichtung
- 17.
- niedrige Verdichtung
- 18.
- Kurbelwellenhauptlager
- 19.
- Zwischengetriebe
- 20.
- Lagerungsrolle
1. Vorrichtung zum Verändern eines Kompressionsverhältnisses einer Hubkolben-Brennkraftmaschine
mit einem Kurbeltrieb (1) mit einer Kurbelwelle (2) mit zumindest einem beiderseits
drehbeweglich gelagerten Hubzapfen (3), der mit einem Pleuel (4) und einem in einem
Zylinder (5) der Hubkolben-Brennkraftmaschine schiebebeweglich angeordneten Kolben
(6) in Wirkverbindung steht, zur Wandlung einer rotatorischen Bewegung der Kurbelwelle
(2) in eine bidirektionale, translatorische Bewegung des Kolbens (6) mit einer definierten
Hubhöhe, wobei zwischen dem Hubzapfen (3) und einem Pleuelauge des Pleuels (4) ein
drehbeweglicher, außenverzahnter Exzenter (7) angeordnet ist zur Veränderung der Hubhöhe
des Kolbens (6), wobei zur Verdrehung des Exzenters (7) ein außenverzahntes erstes
Zahnrad (8) vorgesehen ist, das axial mit einem zweiten Zahnrad (9) über eine zur
Kurbelwelle (2) parallel angeordnete Welle (10) drehfest verbunden ist, welches auf
einem, von einem Stellelement (11) verdrehbaren dritten Zahnrad (12) kämmend angeordnet
ist, wobei die Welle (10) parallel und radial nach außen beabstandet zu einer Drehachse
Kurbelwelle (2) angeordnet ist, wobei ein viertes Zahnrad (13) vorgesehen ist, welches
drehfest mit dem dritten Zahnrad (12) verbunden ist, wobei das vierte Zahnrad (13)
einen größeren Außendurchmesser aufweist als das dritte Zahnrad (12) und das vierte
Zahnrad (13) von dem Stellelement (11) verdrehbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das vierte Zahnrad (13) in einem Innenraum eines Kurbelgehäuse der Hubkolben-Brennkraftmaschine
drehbar gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, wobei die Kurbelwelle (2) einen zweiten Hubzapfen
(3') aufweist, der mit einem zweiten Pleuel (4') und einem in einem zweiten Zylinder
(5') der Hubkolben-Brennkraftmaschine schiebebeweglich angeordneten zweiten Kolben
(6') in Wirkverbindung steht, zur Wandlung der rotatorischen Bewegung der Kurbelwelle
(2) in eine bidirektionale, translatorische Bewegung des zweiten Kolbens (6') mit
einer definierten Hubhöhe, wobei zwischen dem zweiten Hubzapfen (3') und einem zweiten
Pleuelauge des zweiten Pleuels (4') ein drehbeweglicher, außenverzahnter zweiter Exzenter
(7') angeordnet ist zur Veränderung der Hubhöhe des zweiten Kolbens (6'),
dadurch gekennzeichnet, dass zur Verdrehung des zweiten Exzenters (7') ein außenverzahntes fünftes Zahnrad (14)
vorgesehen ist, das axial mit einem sechsten Zahnrad (14') über eine zur Kurbelwelle
parallel angeordnete zweite Welle (15) drehfest verbunden ist, wobei das sechste Zahnrad
(13) mit dem außenverzahnten Exzenter (7) in Wirkverbindung ist.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Welle (15) in einer axialen Durchgangsbohrung der Kurbelwelle (2) koaxial
zur Kurbelwelle (2) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das dritte oder das vierte Zahnrad (12, 13) von dem Stellelement (11) über ein siebtes
Zahnrad oder eine Zahnstange oder eine Schnecke oder einen Schieber verdrehbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (11) und das dritte Zahnrad (12) und das vierte Zahnrad (13) zwischen
dem ersten Zylinder (5) und dem zweiten Zylinder (5') angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Zahnrad 8 und dem fünften Zahnrad 14 ein Zwischengetriebe 19
angeordnet ist.