[0001] Die Erfindung betrifft ein Waffensystem mit einem gegenüber einem Unterbau um eine
Azimutrichtachse richtbar angeordneten, eine Waffe tragenden Waffenturm, einem innerhalb
des Unterbaus angeordneten, mehrere Munitionskörper bevorratenden Magazin zur Versorgung
der Waffe mit Munitionskörpern und einer die Munitionskörper von dem Magazin in Richtung
der Waffe fördernden Munitionszuführeinrichtung.
[0002] Derartige Waffensysteme werden beispielsweise in mobiler Form als Kampffahrzeug,
Panzer oder Haubitze oder auch als stationäre Waffensysteme an militärischen Gebäuden
wie Bunkern oder anderen Verteidigungsanlagen eingesetzt.
[0003] Üblicherweise weisen die Waffensysteme eine an einem Waffenturm angeordnete Waffe
auf, welche gegenüber einem Unterbau um eine senkrechte Azimutrichtachse drehbar gelagert
ist, wodurch die Waffe seitlich gerichtet werden kann. Bei dem Unterbau kann es sich
bei einem mobilen Waffensystem um die Wanne eines Fahrzeugs handeln und bei einer
stationären Waffenstation beispielweise um den geschützten Bereich einer Bunkeranlage,
auf der der Waffenturm drehbeweglich gelagert ist.
[0004] Um die Waffe mit Munition zu versorgen, ist zumeist im geschützten Inneren des Unterbaus
ein mehrere Munitionskörper bevorratendes Magazin angeordnet, aus welchem die Munitionskörper
entnommen und der turmseitig angeordneten Waffe zugeführt werden können.
[0005] In der Regel erfolgt diese Munitionszufuhr in Richtung der Waffe auch in modernen
militärischen Kampffahrzeugen von Hand durch den sog. Ladeschützen. Der Ladeschütze
entnimmt dabei zunächst aus dem Magazin einen Munitionskörper, den er dann entsprechend
der Richtstellung der Waffe bzw. dem Waffenturms ausrichtet. In einem nächsten Schritt
kann der Ladeschütze den Munitionskörper dann in den Bereich des Waffenturms herauf
hieven und ihn in die Waffe bzw. in das der Waffe zugeordnete Ladesystem einbringen.
[0006] Da die Munitionskörper ein teilweise ganz erhebliches Gewicht aufweisen, gestaltet
sich das Zuführen von Hand jedoch als sehr beschwerlich, weshalb in der Vergangenheit
auch automatisch arbeitende Munitionszufuhreinrichtungen entwickelt wurden, um die
Arbeit des Ladeschützen zu übernehmen.
[0007] Solche Vorrichtungen, die am ehesten an Roboterarme erinnern, benötigen allerdings
bei der Handhabung von Munitionsköpern im Bereich des Unterbaus sehr viel Platz, was
insbesondere bei sehr beengten Platzverhältnissen wie beispielsweise in militärischen
Fahrzeugen nachteilig ist.
[0008] Die Erfindung stellt sich daher die
Aufgabe, ein Waffensystem anzugeben, welches ein einfaches und platzsparendes Laden der Waffe
ermöglicht.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einem Waffensystem der eingangs beschriebenen Art dadurch
gelöst, dass die Munitionszuführeinrichtung zum Ausgleich der Richtbewegungen des Waffenturms
ein um die Azimutrichtachse drehbar gelagertes Übergabeelement aufweist. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Unteransprüchen angegeben.
[0010] Durch die Drehbewegung des Übergabeelementes um die Azimutrichtachse des Waffenturms
können aus dem Magazin entnommene Munitionskörper auf einfache und platzsparende Weise
an die Richtstellung des Waffenturms und damit auch an die der Waffe angepasst werden.
Die körperliche Anstrengung eines Ladeschützen beim Laden wird deutlich reduziert.
Denn der Ladeschütze muss die Munitionskörper nicht mehr selbst an die Richtstellung
der Waffe anpassen. Zudem erlaubt ein um die Azimutrichtachse drehbares Übergabeelement
eine sehr platzsparende Anpassung der Munitionskörper an die Richtstellung des Waffenturms.
Das erfindungsgemäße Waffensystem ermöglicht somit ein einfaches Laden der Waffe,
ohne den Platzbedarf des Ladeschützen deutlich zu verringern.
[0011] Im Hinblick auf das Übergabeelement wird ferner vorgeschlagen, dieses im Munitionsfluss
vom Magazin zur Waffe zwischen dem Magazin und der Waffe anzuordnen. Durch diese Anordnung
können im Magazin bevorratete Munitionskörper auf einfache Weise an das Übergabeelement
übergeben werden. Das Übergabeelement ist in einer vorteilhaften Ausgestaltung derart
angeordnet, dass im Magazin bevorratete Munitionskörper aus dem Magazin auf das Übergabeelement
schiebbar oder in das Übergabeelement einbringbar sind.
[0012] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn der Waffenturm einen in den Bereich des Unterbaus
hineinragenden Turmkorb aufweist. Das Übergabeelement kann beispielsweise im unteren
Bereich des Turmkorbs angeordnet oder mit diesem verbunden sein, so dass das Übergabeelement
nicht gegenüber dem Boden des Fahrzeugs abgestützt werden muss.
[0013] In weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass das Übergabeelement als Drehteller
ausgestaltet ist und zwischen einer Aufnahmestellung und einer Übergabestellung hin
und her drehbar ist. Eine Ausgestaltung als Drehteller ist insbesondere hinsichtlich
der Platzverhältnisse günstig, denn ein Drehteller weist nur eine sehr geringe Höhe
auf, so dass oberhalb des Drehtellers noch Platz für weitere Komponenten der Munitionszuführeinrichtung
und/oder für einen Ladeschützen verbleibt. In der Aufnahmestellung können Munitionskörper
aus dem Magazin in oder auf das Übergabeelement verbracht werden. In einer bevorzugten
Ausgestaltung können Munitionskörper aus dem Magazin ausgeschoben werden. In der Übergabestellung
können Munitionskörper aus oder von dem Übergabeelement entnommen werden oder auch
an eine weitere Komponente der Munitionszuführeinrichtung übergeben werden.
[0014] Im Hinblick auf die Aufnahme eines Munitionskörpers wird vorgeschlagen, dass das
Übergabeelement mindestens eine Aufnahmeschale zur lagegesicherten Aufnahme eines
Munitionskörpers aufweist. Eine Aufnahmeschale ermöglicht eine sichere Aufnahme eines
Munitionskörpers. Ferner ist es vorteilhaft, den Munitionskörper in der Aufnahmeschale
zu arretieren, so dass dieser auch bei einer Bewegung der Aufnahmeschale bzw. des
Übergabeelements lagegesichert ist. Die Aufnahmeschale kann dafür beispielsweise eine
Halte- oder Greifvorrichtung aufweisen. Die Munitionsschale kann auf dem Übergabeelement
angeordnet sein und als halboffene Aufnahmeschale in Form eines halboffenen Hohlzylinders
ausgebildet sein. Ferner ist es auch möglich, dass die Aufnahmeschale an die Kontur
der Munitionskörper angepasst ist, was die Lagesicherheit des Munitionskörpers weiter
verbessern kann.
[0015] In der Aufnahmestellung kann die Aufnahmeschale mit im Magazin befindlichen Munitionskörpern
fluchten, so dass Munitionskörper auf einfache Weise aus dem Magazin in die Aufnahmeschale
beförderbar, insbesondere einschiebbar sind.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Aufnahmeschale
zur Aufnahme von Munitionskörpern, die in verschiedenen Positionen innerhalb des Magazins
bevorratet sind, quer zur Azimutrichtachse bewegbar an dem Übergabeelement angeordnet
ist. Durch eine Bewegung quer zur Azimutrichtachse kann die Aufnahmeschale in verschiedenen
Positionen angeordnet werden, so dass auch im Magazin an verschiedenen Stellen angeordnete
Munitionskörper auf einfache Weise in die Aufnahmeschale einbringbar sind. Eine solche
Bewegung ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Munitionskörper im Magazin mehrreihig
bevorratet sind oder wenn mehrere Magazine nebeneinander angeordnet sind, so dass
die bevorrateten Munitionskörper nicht erst an eine festgelegte Ausschubposition im
Magazin verbracht werden müssen.
[0017] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn das Übergabeelement mehrere,
insbesondere zwei Aufnahmeschalen aufweist, die an gegenüberliegenden Seiten quer
zur Azimutrichtachse angeordnet sind. Durch mehrere Aufnahmeschalen kann die Geschwindigkeit
der Entnahme bzw. der Aufnahme von Munitionskörpern verbessert werden. Des Weiteren
ist diese Ausgestaltung insbesondere dann vorteilhaft, wenn ein sehr breites Magazin
vorhanden ist, da dann jeweils eine Aufnahmeschale zur Entnahme von Munitionskörpern
einer Seite des Magazins vorgesehen sein kann. Zwei Aufnahmeschalen sind zudem insbesondere
dann vorteilhaft, wenn zwei einzelne Magazine vorhanden sind, so dass jeweils eine
Aufnahmeschale für die Aufnahme von in einem Magazin bevorrateten Munitionskörpern
zur Verfügung steht.
[0018] In Bezug auf mehrere Aufnahmeschalen hat es sich weiterhin als vorteilhaft herausgestellt,
wenn die Aufnahmeschalen unabhängig voneinander quer zur Azimutrichtachse bewegbar
angeordnet sind. Dies ermöglicht eine größere Flexibilität, da dann beispielsweise
auch aus zwei Magazinen Munitionskörper entnommen werden können, die in unterschiedlichen
Positionen im jeweiligen Magazin angeordnet sind.
[0019] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Waffensystem einen
Munitionslift zum Befördern von Munitionskörpern in den Waffenturm auf, der im Munitionsfluss
zwischen dem Übergabeelement und der Waffe angeordnet ist. Durch den Munitionslift
kann das Laden der Waffe noch weiter vereinfacht und automatisiert werden. Denn der
Munitionslift kann beispielsweise die Aufgabe des Ladeschützens übernehmen, die Munitionskörper
nach oben in den Waffenturm zu verbringen.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn der Munitionslift im Munitionsfluss hinter dem Übergabeelement
angeordnet ist, so dass die Munitionskörper vom Übergabeelement zunächst an die Richtstellung
der Waffe bzw. des Waffenturms angepasst und dann mittels des Munitionsliftes in den
Waffenturm verbracht werden können. Vorteilhaft ist es ferner, wenn der Munitionslift
möglichst im Randbereich des Turmkorbs des Waffenturms angeordnet ist, so dass dieser
unterhalb des Waffenturms möglichst wenig Platz benötigt.
[0021] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Munitionslift turmfest
ist, was sich insbesondere im Hinblick auf die Platzverhältnisse im Turmkorb als vorteilhaft
herausgestellt hat. Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Munitionslift der Waffe des
Waffenturms gegenüberliegend angeordnet ist, so dass zwischen der Waffe und dem Munitionslift
viel anderweitig nutzbarer Platz verbleibt.
[0022] In Bezug auf den Munitionslift wird vorgeschlagen, dass dieser ein Hubelement aufweist,
welches zwischen einer Übernahmestellung zur Übernahme eines Munitionskörpers von
dem Übergabeelement in eine höherliegende Weitergabestellung zur Weitergabe des Munitionskörpers
bewegbar ist. Das Hubelement ermöglicht auf einfache und platzsparende Weise eine
Beförderung eines Munitionskörpers in den Waffenturm. Der Munitionskörper kann vom
Übergabeelement zunächst in die Übergabestellung gedreht und dann mittels des Munitionsliftes
in der Übernahmestellung nach oben in den Turm bewegt werden. Das Hubelement kann
zwischen der Übernahmestellung und der Weitergabestellung linear hin und her bewegt
werden. In vorteilhafter Weise ist das Hubelement nach Art eines Schlittens in einer
Linearführung geführt, so dass das Hubelement bzw. der Munitionslift nur wenig Platz
im Turmkorb benötigen. Weiterhin ist es möglich, dass das Hubelement einen Antrieb,
beispielsweise in Form eines Zahnstangenantriebs, aufweist, wodurch sich dieses entlang
der Linearführung bewegen kann. Zusätzlich oder alternativ sind auch andere Antriebskonzepte
möglich, beispielsweise kann das Hubelement auch über einen Seilzug oder eine sonstige
Zugvorrichtung nach oben oder nach unten bewegt werden. Der Munitionskörper kann in
der Weitergabestellung an eine weitere Komponente der Munitionszuführvorrichtung übergeben
werden oder auch von einem Ladeschützen weiter bewegt, insbesondere in die Waffe oder
ein entsprechendes Ladesystem eingebracht werden.
[0023] In Bezug auf das Hubelement hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn dieses
am oberen Ende des Hubwegs in die Weitergabestellung verschwenkbar ist. Die Weitergabestellung
kann beispielsweise in Bezug auf die Übernahmestellung auf der gegenüberliegenden
Seite der Linearführung angeordnet sein. Das Hubelement kann insbesondere um 180°
am Ende des Hubwegs verschwenkt werden.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist an dem Hubelement eine Halteschalte insbesondere
lösbar befestigt, welche Mittel zur Arretierung eines Munitionskörpers in der Halteschale
aufweist. Die Mittel zur Arretierung können beispielsweise Greifer, Klemmen oder Bügel
umfassen, mit denen ein Munitionskörper in der Halteschale gehalten werden kann. Bei
der Halteschale kann es sich um eine Halbschale in Form eines halboffenen Hohlzylinders
handeln. In der Übernahmestellung kann die Halteschale von oben über sich in der Übergabestellung
befindliche Munitionskörper greifen. Durch die Mittel zur Arretierung kann ein Munitionskörper
in der Halteschale arretiert werden, so dass der Munitionskörper durch die Halteschale
nach Art eines Krans aus der Aufnahmeschale gehoben werden kann. Das Hubelement kann
in dieser Übernahmestellung oberhalb der Halteschale bzw. oberhalb eines Munitionskörpers
angeordnet sein. Wenn das Hubelement mit einer daran angeordneten Halteschale in die
Weitergabestellung verschwenkt wird, kann auch ein sich in der Halteschale befindlicher
Munitionskörper mit verschwenkt werden. In der Weitergabestellung kann der Munitionskörper
aufgrund der Schwenkbewegung in der Halteschale liegen, so dass in dieser Stellung
das Hubelement unterhalb der Halteschale angeordnet sein kann. Auch in der liegenden
Stellung kann der Munitionskörper weiterhin in der Halteschale arretiert sein. Die
Halteschale kann senkrecht zur Rohrseelenachse der Waffe angeordnet sein, was vorteilhaft
hinsichtlich des Platzbedarfs des Munitionslifts unterhalb des Waffenturms sein kann.
[0025] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Waffensystem eine Ladevorrichtung
zum Laden der Waffe mit einem Munitionskörper aufweist, die im Munitionsfluss von
dem Magazin zur Waffe zwischen dem Munitionslift und der Waffe angeordnet ist. Durch
diese Ladevorrichtung kann die Munitionszufuhreinrichtung weiter automatisiert und
die Arbeit eines Ladeschützens sogar komplett ersetzt werden. Die Ladevorrichtung
kann turmfest und insbesondere innerhalb des Waffenturms angeordnet sein, so dass
diese in vorteilhafter Weise keinen Platz im Unterbau oder im Turmkorb benötigt. Durch
das Übergabeelement, den Munitionslift und die Ladevorrichtung, kann somit ein vollständig
automatischer Ladevorgang realisiert werden.
[0026] Weiterhin wird in Bezug auf die Ladevorrichtung vorgeschlagen, dass diese mindestens
einen Greifer zum Greifen einer Halteschale mit einem darin arretierten Munitionskörper
aufweist. Mit diesem Greifer kann die Ladevorrichtung eine Halteschale vom Hubelement
abheben. Bevorzugt weist die Ladevorrichtung mindestens vier einzelne Greifer auf,
von denen jeweils zwei an gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind, so dass mit diesen
eine Halteschale gegriffen werden kann. Die Ladevorrichtung kann oberhalb des Munitionsliftes
bzw. oberhalb der sich in der Weitergabestellung befindlichen Ladeschale angeordnet
sein, so dass die Greifer zunächst von oben über die Ladeschale gefahren und die Ladeschale
dann in dieser Greifstellung greifen können.
[0027] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Ladevorrichtung um eine parallel zur Azimutrichtachse
verlaufende Drehachse drehbar gelagert ist, so dass eine gegriffene Halteschale in
eine Ladestellung überführbar ist. In der Ladestellung können Munitionskörper in die
Waffe bzw. in das Waffenrohr eingebracht werden. Da die Ladevorrichtung turmfest angeordnet
ist, kann der Drehwinkel, um den die Halteschale gedreht wird, fest vorgegeben sein,
da allein die Übergabevorrichtung eine Anpassung der Munitionskörper an die Richtstellung
der Waffe ermöglicht. Beispielsweise kann die Halteschale abhängig von der Position
des Munitionsliftes um 90° um die Drehachse gedreht werden.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung, kann die Ladevorrichtung auch
um eine senkrecht zur Azimutrichtachse verlaufende Elevationsanpassungsachse gedreht
werden. Eine Drehung um diese Achse ermöglicht eine Anpassung hinsichtlich der Ausrichtung
eines Munitionskörpers an die Elevation der Waffe.
[0029] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Ladevorrichtung zum
Laden der Waffe mit Munitionskörpern zwischen einer Greifstellung und der Ladestellung
beweglich, insbesondere linear beweglich ist. Da der Munitionslift aufgrund der Platzersparnis
am Rand des Turmkorbs angeordnet sein kann, kann auch die Ladevorrichtung am Rand
des Waffenturms gegenüberliegend zu der Waffe angeordnet sein, so dass neben dem Munitionslift
oberhalb des Übergabeelements und unterhalb der Ladevorrichtung freinutzbarer Platz
verbleibt. Dieser Platz kann beispielsweise von einem Richtschützen eingenommen werden,
da aufgrund des vollautomatischen Ladevorgangs kein Ladeschütze mehr benötigt wird.
Die Ladevorrichtung kann derart linear verfahren werden, dass die Halteschale in der
Ladestellung vor der Waffe bzw. Waffenrohr liegt, so dass dann in einem nächsten Schritt
die Waffe geladen werden kann.
[0030] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Ladevorrichtung
einen Zuführschieber aufweist, mit welchem in der Ladestellung ein Munitionskörper
in die Waffe einschiebbar ist. Der Zuführschieber kann linear bewegbar sein und am
hinteren Ende des Munitionskörpers anliegen. Durch eine Bewegung des Zuführschiebers
kann der Munitionskörper beschleunigt und in das Waffenrohr eingebacht werden. Die
Mittel zur Arretierung können dafür vor dem Zuführvorgang gelöst werden. Nachdem der
Munitionskörper in die Waffe eingebracht ist, kann die Halteschale von der Ladevorrichtung
zurück zum Munitionslift und dann zurück in die Übernahmestellung verfahren werden,
wo dann ein weiterer Munitionskörper aus der sich in der Übergabestellung befindlichen
Aufnahmeschale entnommen werden kann.
[0031] Im Folgenden werden weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung unter Zuhilfenahme
der beigefügten Zeichnungen 1 bis 5d eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Darin
zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht des Waffensystems;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Übergabeelements gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht durch das Übergabeelement und den Munitionslift;
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht des Munitionsflusses vom Übergabeelement zur Ladevorrichtung;
und
- Fig. 5a bis 5d
- perspektivische Ansichten der Ladevorrichtung in verschiedenen Stellungen.
[0032] In der Fig. 1 ist ein mobiles Waffensystem 1 in Form eines Kampffahrzeugs in einer
perspektivischen Seitenansicht gezeigt. Der Einfachheit halber ist von dem Waffensystem
1 nur der Waffenturm 4 mit der Waffe 3 sowie der Bereich des Turmkorbs unterhalb des
Waffenturms 4 und das im Unterbau 2 angeordnete Magazin 6 dargestellt.
[0033] Die Steuerung des Fahrzeugs und der Waffe 3 bzw. des Waffenturms 4 wird in dieser
beispielhaften Ausgestaltung von zwei Personen übernommen, die in entsprechenden turmfesten
Sitzen unterhalb des Waffenturms 4 sitzen.
[0034] Zum Richten der Waffe 3 bzw. des Waffenturms 4 ist dieser um eine in den Darstellungen
strichpunktiert dargestellte Azimutrichtachse A richtbar gelagert. Aufgrund der turmfesten
Anordnung der Sitze im Turmkorb, drehen sich diese entsprechend der Richtbewegungen
des Waffenturms 4 ebenfalls um die Azimutrichtachse A und die Personen blicken stets
in Richtung der der Waffe 3.
[0035] Um die Waffe 3 mit Munitionskörpern 5 zu versorgen, sind im Bereich des Unterbaus
2 an gegenüberliegenden Seiten zwei Magazine 6 angeordnet, in denen eine Vielzahl
von Munitionskörpern 5 bevorratet ist. Zur Beförderung der Munitionskörper 5 zur Waffe
3 ist im Munitionsfluss zwischen dem Magazin 6 und der Waffe 3 eine vollautomatische
Munitionszuführeinrichtung 7 angeordnet, auf deren Funktionsweise und Aufbau im Folgenden
in Bezug auf die weiteren Fig. 2 bis 5 genauer eingegangen wird.
[0036] Die Munitionszuführeinrichtung 7 weist im Wesentlichen drei unterschiedliche Komponenten
auf, nämlich ein Übergabeelement 8, einen Munitionslift 10 und eine Ladevorrichtung
12.
[0037] Das Übergabeelement 8 ist in der Darstellung der Fig. 2 in einer vergrößerten perspektivischen
Seitenansicht gezeigt im unteren Teil des Turmkorbs unterhalb der Sitze angeordnet.
Das Übergabeelement 8 stellt im Munitionsfluss die erste Komponente der Munitionszuführeinrichtung
7 dar und dient dazu, einzelne Munitionskörper 5 an die Richtbewegung der Waffe 3
anzupassen. Um dies zu erreichen, ist das Übergabeelement 8 genau wie die Waffe 3
bzw. der Waffenturm 4 um die Azimutrichtachse A drehbar gelagert, jedoch nicht mit
diesen drehgekoppelt.
[0038] Zur Aufnahme eines Munitionskörpers 5 weist das als Drehteller ausgebildete Übergabeelement
8 auf gegenüberliegenden Seiten der Azimutrichtachse A, so wie dies beispielsweise
auch in der Fig. 3 zu erkennen ist, zwei Aufnahmeschalen 9 auf, die als längliche,
an beiden Seiten offene Halbschalen ausgebildet sind. In den Darstellungen der Fig.
1 und 2 ist das Übergabeelement 8 in einer Aufnahmestellung AN gezeigt. In dieser
Stellung fluchten die Aufnahmeschalen 9 mit den im Magazin 6 bevorrateten Munitionskörpern
5, so dass diese aus dem Magazin 6 in die entsprechenden Aufnahmeschalen 9 einschiebbar
sind.
[0039] So wie dies anhand der Fig. 3 ersichtlich ist, sind die Aufnahmeschalen 9 unabhängig
voneinander quer zur Azimutrichtachse A beweglich gelagert. Da im Magazin 6 jeweils
drei Munitionskörper 5 in der untersten Ebene nebeneinander gelagert sind, kann durch
die Querbewegung der Aufnahmeschalen 9 jeweils eine Aufnahmestellung AN angefahren
werden, in der ein entsprechender Munitionskörper 5 aus dem Magazin 6 direkt in die
Aufnahmeschale 9 eingeschoben werden kann.
[0040] Sobald eine Aufnahmeschale 9 mit einem Munitionskörper 5 bestückt wurde, kann das
Übergabeelement 8 dann zur Anpassung an die Richtbewegungen des Waffenturm 4 um die
Azimutrichtachse A in die Übergabestellung UG gedreht werden. In dieser Übergabestellung
UG sind die Munitionskörper 5 derart angeordnet, dass diese von dem turmfesten Munitionslift
10 aufgenommen und dann nach oben in den Waffenturm 4 verbracht werden können. Der
Munitionslift 10 ist unterhalb des Waffenturms 4 am Rand des Turmkorbs und gegenüberliegend
der Waffe 3 angeordnet. Eine dem Munitionslift 10 zugehörige Halteschale 13 zur Aufnahme
von Munitionskörpern 5, deren Funktion nachfolgend noch beschrieben wird, ist senkrecht
zur Rohrseelenachse der Waffe 3 angeordnet. Auf diese Weise entsteht zwischen dem
Munitionslift 10 und der Waffe 3 genug Platz für zwei Personen, so wie dies in der
Darstellung der Fig. 1 zu erkennen ist.
[0041] Der Munitionslift 10 weist zur Beförderung von Munitionskörpern 5 in den Waffenturm
4 ein in einer Linearführung geführtes Hubelement 11 auf, an welchem die Halteschale
13 lösbar befestigt ist. Wie es in den Darstellungen der Fig. 3 zu erkennen ist, kann
das Hubelement 11 mitsamt der Hatteschale 13 von oben über einen sich in der Übergabestellung
UG befindlichen Munitionskörper 5 bewegt werden und dann über in den Figuren nicht
gezeigte Arretierungsmittel in der Halteschale 13 arretiert werden. Wenn das Hubelement
11 entlang der Linearführung nach oben bewegt wird, wird der Munitionskörper 5 aus
der Aufnahmeschale 9 des Übergabeelements 8 herausgehoben und nach oben bis in den
Waffenturm 4 des Waffensystems 1 bewegt.
[0042] Gemäß der Darstellung in Fig. 4 klappt das Hubelement 11 mitsamt der Halteschalte
13 am oberen Ende des Hubwegs um, so dass der Munitionskörper 5 dann in der Halteschale
13 liegt bzw. oberhalb des Hubelements 11 angeordnet ist. In dieser sogenannten Weitergabestellung
W kann die Halteschale 13 von einer Ladevorrichtung 12 aufgenommen und dann in einem
nächsten Schritt in die Waffe 3 eingebracht werden.
[0043] Der Aufbau und die Funktionsweise der Ladevorrichtung 12 sollen nachfolgend insbesondere
anhand der verschiedenen Darstellungen in Fig. 5a bis 5d näher erläutert werden. In
diesen Figuren ist die Ladevorrichtung 12 jeweils in einer unterschiedlichen Stellung
in einer perspektivischen Seitenansicht gezeigt.
[0044] Zunächst befindet sich die Ladevorrichtung 12 in einer in Fig. 5a dargestellten Parkstellung
P, bis die Halteschale 13 in den Waffenturm 4 gefahren und in die Weitergabestellung
W verschwenkt wurde. Sobald die Halteschale 13 mit einem sich darin befindlichen Munitionskörper
5 zur Weitergabe bereit liegt, wird die Ladevorrichtung 12 gemäß der Darstellung in
Fig. 5b über die Halteschale 13 verfahren. Zur Aufnahme der Halteschale 13 weist die
Ladevorrichtung 12 vier an gegenüberliegenden Seiten angeordnete Greifer 14 auf, mit
denen die Halteschale 13 lagegesichert aufgenommen bzw. gegriffen werden kann. In
dieser sogenannten Greifstellung G kann nun die Halteschale 13 vom Hubelement 11 gelöst
und der Munitionskörper 5 dann in einem nächsten Schritt der Waffe 3 zugeführt werden,
so wie dies in den weiteren Figuren 5c und 5d dargestellt ist.
[0045] Zunächst muss die vom Hubelement 11 entfernte Halteschale 13 mit dem Munitionskörper
5 um die in der Fig. 5c dargestellte Drehachse D gedreht werden, so dass der Munitionskörper
5 in Richtung der Waffe 3 zeigt. In einem nächsten Schritt wird die Halteschale 13
dann linear über den Köpfen der in Fig. 1 gezeigten Personen in Richtung der Waffe
3 bewegt, so dass die Halteschale 13 am Ende des Waffenrohrs der Waffe 3 anliegt.
[0046] In einem nächsten Schritt wird der Munitionskörper 5 aus der Halteschale 13 in das
Waffenrohr eingebracht. Dafür weist die Ladevorrichtung 12 einen Zuführschieber 15
auf, der an der Rückseite des Munitionskörpers 5 anliegt und diesen somit in Richtung
des Waffenrohres beschleunigen und aus der Halteschale 13 ausschieben kann. Nachdem
der Munitionskörper 5 in das Waffenrohr der Waffe 3 verbracht wurde, verfährt die
Ladevorrichtung 12 die nun leere Halteschale 13 zurück auf das Hubelement 11 und dann
zurück in die in der Fig. 5a gezeigte Parkstellung P. Das Hubelement 11 fährt zusammen
mit der Halteschale 13 zurück in die Übernahmestellung UN, um dort einen weiteren
Munitionskörper 5 aus der Aufnahmeschale 9 des Übergabeelements 8 zu entnehmen.
[0047] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, die Waffe 3 auf sehr platzsparende
Weise mit einem Munitionskörper 5 vollautomatisch zu beladen. Zum einen wird aufgrund
der vollautomatischen Funktionsweise kein Ladeschütze mehr zum Laden der Waffe 3 benötigt
und zum anderen ist die Munitionszuführeinrichtung 7, insbesondere aufgrund des sehr
flachen Übergabeelements 8 und des sehr schmalen Munitionsliftes 10 derart platzsparend,
dass neben der automatischen Munitionszuführeinrichtung 7 sogar zwei Person im Unterbau
2 unterhalb des Waffenturms 4 im Turmkorb Platz finden.
[0048] Bezugszeichen:
- 1
- Waffensystem
- 2
- Unterbau
- 3
- Waffe
- 4
- Waffenturm
- 5
- Munitionskörper
- 6
- Magazin
- 7
- Munitionszuführeinrichtung
- 8
- Übergabeelement
- 9
- Aufnahmeschale
- 10
- Munitionslift
- 11
- Hubelement
- 12
- Ladevorrichtung
- 13
- Halteschale
- 14
- Greifer
- 15
- Zuführschieber
- A
- Azimutrichtachse
- D
- Drehachse
- AN
- Aufnahmestellung
- G
- Greifstellung
- L
- Ladestellung
- P
- Parkstellung
- UG
- Übergabestellung
- UN
- Übernahmestellung
- W
- Weitergabestellung
1. Waffensystem mit einem gegenüber einem Unterbau (2) um eine Azimutrichtachse (A) richtbar
angeordneten, eine Waffe (3) tragenden Waffenturm (4), einem innerhalb des Unterbaus
(2) angeordneten, mehrere Munitionskörper (5) bevorratenden Magazin (6) zur Versorgung
der Waffe (3) mit Munitionskörpern (5) und einer die Munitionskörper (5) von dem Magazin
(6) in Richtung der Waffe (3) fördernden Munitionszuführeinrichtung (7),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Munitionszuführeinrichtung (7) zum Ausgleich der Richtbewegungen des Waffenturms
(4) ein um die Azimutrichtachse (A) drehbar gelagertes Übergabeelement (8) aufweist.
2. Waffensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Übergabeelement(8) im Munitionsfluss vom Magazin (6) zur Waffe (3), zwischen
dem Magazin (6) und der Waffe (3) angeordnet ist.
3. Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Übergabeelement (8) als Drehteller ausgestaltet ist und zwischen einer Aufnahmestellung
(AN) und einer Übergabestellung (UG) hin und her drehbar ist.
4. Waffensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Übergabeelement (8) mindestens eine Aufnahmeschale (9) zur lagegesicherten Aufnahme
eines Munitionskörpers (5) aufweist.
5. Waffensystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeschale (9) zur Aufnahme von Munitionskörpern (5), die in verschiedenen
Positionen innerhalb des Magazins (6) bevorratet sind, quer zur Azimutrichtachse (A)
bewegbar an dem Übergabeelement (8) angeordnet ist.
6. Waffensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Munitionslift (10) zum Befördern von Munitionskörpern (5) in den Waffenturm
(4), der im Munitionsfluss zwischen dem Übergabeelement (8) und der Waffe (3) angeordnet
ist.
7. Waffensystem nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass der Munitionslift (10) turmfest angeordnet ist.
8. Waffensystem nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Munitionslift (10) ein Hubelement (11) aufweist, das zwischen einer Übernahmestellung
(UN) zur Übernahme eines Munitionskörpers (5) von dem Übergabeelement (8) in eine
höherliegende Weitergabestellung (W) zur Weitergabe des Munitionskörpers (5) bewegbar
ist.
9. Waffensystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubelement (11) am oberen Ende des Hubwegs in die Weitergabestellung (W) verschwenkbar
ist.
10. Waffensystem nach einem der Ansprüche 8 oder 9, gekennzeichnet durch eine insbesondere lösbar mit dem Hubelement (11) verbundene Halteschale (13), die
Mittel zur Arretierung eines Munitionskörpers (5) in der Halteschale (13) aufweist.
11. Waffensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Ladevorrichtung (12) zum Laden der Waffe (3) mit einem Munitionskörper (5),
die im Munitionsfluss von dem Magazin (6) zur Waffe (3) zwischen dem Munitionslift
(10) und der Waffe (3) angeordnet ist.
12. Waffensystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladevorrichtung (12) mindestens einen Greifer (14) zum Greifen einer Halteschale
(13) mit einem darin arretierten Munitionskörper (5) aufweist.
13. Waffensystem nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladevorrichtung (12) um eine parallel zur Azimutrichtachse (A) verlaufende Drehachse
(D) drehbar gelagert ist, so dass eine gegriffene Halteschale (13) in eine Ladestellung
(L) überführbar ist.
14. Waffensystem nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladevorrichtung (12) zum Laden der Waffe (3) mit Munitionskörpern (5) zwischen
einer Greifstellung (G) und der Ladestellung (L) beweglich, insbesondere linearbeweglich
ist.
15. Waffensystem nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladevorrichtung (12) einen Zuführschieber (15) aufweist, mit welchem in der Ladestellung
(L) ein Munitionskörper (5) in die Waffe (3) einschiebbar ist.