[0001] Die Erfindung betrifft ein Geschoss umfassend eine eine Ladung umgebende Geschosshülle.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, bei Munition, insbesondere bei Sprengmunition,
insensitive Eigenschaften der Ladung, also der Sprengladung, vorzusehen. Die Munition
darf sich nicht ungewollt detonativ umsetzen, beispielsweise bei Beschuss oder wenn
sie Feuer ausgesetzt wird. Dazu ist ferner bekannt, dass einteilige Geschosshüllen
verwendet werden, die über eine im Vergleich zum Geschossdurchmesser relativ kleine
Mundlochöffnung mit der Sprengladung befüllt werden müssen. Die Verwendung von pressbaren
Sprengstoffen ist hierbei nur sehr eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich.
[0003] Im Vergleich zu pressbaren Sprengstoffen sind herkömmliche Sprengstoffe, beispielsweise
gießbare Sprengstoffe, weniger leistungsfähig und haben deutlich schlechtere mechanische
Eigenschaften, z.B. einen höheren Wärmedehnungskoeffizienten. Beim Einsatz bei tiefen
Temperaturen kann dies zu Problemen führen, so dass die Ladungen den Abschussbelastungen
und dabei auftretenden axialen Beschleunigungen und Drallübertragungen nicht ausreichend
standhalten können. Es ist dabei möglich, dass aufgrund des unterschiedlichen Wärmedehnungskoeffizienten
der Ladung und der Geschosshülle eine Ablösung der Ladung von der Geschosshülle auftritt,
so dass Trägheitskräfte und Relativbewegungen zwischen Geschosshülle und Ladung auftreten
können, die zu einer ungewollten Detonation führen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde ein Geschoss anzugeben, das demgegenüber
verbessert ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Geschoss der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Geschosshülle zwei jeweils einen Verbindungsbereich aufweisende
Abschnitte aufweist, mittels welchen Verbindungsbereichen die beiden Abschnitte miteinander
verbindbar oder verbunden sind, wobei die Ladung wenigstens zwei axial hintereinander
angeordnete Teilladungen umfasst und in jedem Abschnitt wenigstens eine Teilladung
aufgenommen ist, wobei zwischen den beiden Teilladungen wenigstens ein Ausgleichselement
zum Erzeugen einer Vorspannkraft im montierten Zustand auf die beiden Teilladungen
angeordnet ist, so dass diese zumindest abschnittsweise in Kontakt mit der Geschosshülle
stehen.
[0006] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass die Geschosshülle zweiteilig ausgebildet
ist, wobei die beiden Abschnitte mittels ihrer Verbindungsbereiche miteinander verbindbar
oder verbunden sind, also miteinander verbunden werden können. Die Ladung, also die
Sprengladung innerhalb der Geschosshülle des Geschosses, ist dabei auf die beiden
Abschnitte verteilt, so dass diese wenigstens zwei Teilladungen umfasst, wobei jedem
Abschnitt wenigstens eine Teilladung zugeordnet ist bzw. wenigstens eine Teilladung
in jedem der Abschnitte aufgenommen ist. Dies erleichtert die Einbringung der Ladung
in die Geschosshülle erheblich, da diese nicht, wie im Stand der Technik üblich, durch
eine relativ kleine Mundlochöffnung eingefüllt werden müssen, sondern in den jeweiligen
Abschnitt der Geschosshülle über näherungsweise den gesamten Geschossdurchmesser eingebracht
werden können, wonach die beiden Abschnitte miteinander verbunden werden. Mit anderen
Worten können die einzelnen Teilladungen, die die Ladung umfasst, separat in den entsprechenden
Abschnitt eingebracht werden. Anschließend können die Abschnitte miteinander verbunden
werden. Somit weist das Geschoss im montierten Zustand wenigstens zwei axial hintereinander
angeordnete Teilladungen, also wenigstens eine Teilladung pro Abschnitt, auf.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Geschoss ist ferner vorgesehen, dass zwischen den wenigstens
zwei Teilladungen wenigstens ein Ausgleichselement zum Erzeugen einer axialen Vorspannkraft
im montierten Zustand auf die beiden Teilladungen angeordnet ist. Dadurch lassen sich
die aufgrund von Fertigungstoleranzen entstehenden Abstände zwischen den Teilladungen,
die nicht ohne Weiteres spaltfrei aneinandergefügt werden können, ausgleichen. Dieser
Spalt muss ausgeglichen werden, damit sich die Teilladungen aufeinander, beispielsweise
der vordere Ladungsteil auf dem hinteren, abstützen können. Das Ausgleichselement,
von denen natürlich auch mehrere vorgesehen sein können, bewirkt ferner eine Vorspannkraft
auf die beiden Ladungsteile, so dass diese im montierten Zustand gegen die Geschosshülle
vorgespannt werden. Dadurch kann verhindert werden, dass es bei Temperaturänderungen,
insbesondere bei tiefen Temperaturen, zu Wandablösungen bzw. Rissen in der Sprengladung
kommt, so dass diese beim Abschuss oder beim Umgang mit dem Geschoss ungewollt umgesetzt
werden könnte, da die Ladung bzw. die Teilladungen in sich und gegen die Geschosshülle
abgestützt ist, so dass sich keine Spalte ausbilden können, durch die eine Relativbewegung
zwischen Geschosshülle und Ladung entstehen kann.
[0008] Somit ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die beiden Abschnitte getrennt voneinander
mit den entsprechenden Teilladungen befüllt und anschließend mittels der Verbindungsbereiche
miteinander verbunden werden. Zwischen den Teilladungen wird dabei ein oder werden
mehrere Ausgleichselemente angeordnet, so dass beim Verbinden der beiden Abschnitte
das oder die Ausgleichselemente eine Vorspannkraft erzeugt, die die Teilladungen gegen
die Geschosshülle vorspannt.
[0009] Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Geschoss vorgesehen, dass das oder die Ausgleichselemente
aus einem elastischen Material, insbesondere einem Elastomer, bestehen oder ein solches
umfassen. Das Ausgleichselement, das aus einem elastischen Material hergestellt ist,
verformt sich beim Verbinden der beiden Abschnitte unter Aufbau einer Rückstellkraft,
die dazu ausgenutzt wird, die wenigstens zwei Teilladungen gegen die Geschosshülle
vorzuspannen.
[0010] Alternativ kann das oder können die Ausgleichselemente, gleich welche Geometrie sie
haben, besonders bevorzugt aus einem viskoelastischen Material sein. Ein solches Ausgleichselement
zeigt ein elastisches Verhalten, so dass es die Rückstell- oder Vorspannkraft in der
erforderlichen Weise zum Verspannen der Teilladungen aufbaut. Wird das Geschoss jedoch
verschossen, so zeigt das Ausgleichselement beim Abschuss-Schock ein quasi unelastischen
oder hartes Verhalten, komprimiert also nicht, so dass die Teilladungen in Position
bleiben.
[0011] Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Geschosses sieht vor, dass das Ausgleichselement
aus einem Material besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient von dem der Ladung abweicht.
Somit kann verhindert werden, dass sich das Ausgleichselement und die Ladung im gleichen
Umfang bei Temperaturänderungen ausdehnen bzw. schrumpfen. Besonders bevorzugt ist
dabei vorgesehen, dass das Ausgleichselement einen niedrigeren Wärmedehnungskoeffizienten
als die Ladung aufweist, so dass die Ladung bei Temperaturänderungen stärkerer Wärmedehnung
unterworfen ist, als das Ausgleichselement. Dadurch kann gewährleistet werden, dass,
falls sich die Ladung temperaturbedingt hinsichtlich ihrer räumlichen Ausdehnung verändert,
die Vorspannkraft aufrechterhalten werden kann, so dass die Ladung unter einer definierten
Vorspannkraft gegen die Geschosshülle abgestützt wird.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Geschosses kann vorsehen,
dass wenigstens ein Ausgleichselement ringförmig mit kreisförmigem oder rechteckigem
Querschnitt und/oder ein Ausgleichselement scheibenförmig oder plattenförmig und/oder
ein Ausgleichselement streifenförmig mit kreisförmigem oder rechteckigem Querschnitt
ausgebildet ist. Demnach kann das Ausgleichselement letzten Endes jede beliebige Querschnittsform
und räumliche Anordnung annehmen, solange diese zwischen die beiden Teilladungen derart
eingebracht werden kann, dass im montierten Zustand eine definierte Vorspannkraft
auf die Teilladungen ausgeübt wird. Selbstverständlich sind beliebige Kombinationen
von mehreren Ausgleichselementen möglich.
[0013] Ferner kann bei dem erfindungsgemäßen Geschoss vorgesehen sein, dass an wenigstens
einer Teilladung eine Abdeckplatte angeordnet ist, die dem jeweils anderen Abschnitt
zugewandt ist. Eine derartige Abdeckplatte ist somit an wenigstens einer Teilladung
eines Abschnitts vorgesehen, die dem Verbindungsbereich zugewandt ist. Die Abdeckplatte
ist dabei dem jeweils anderen Abschnitt bzw. der Teilladung des anderen Abschnitts
zugewandt. Die wenigstens eine Abdeckplatte deckt die Ladung des Abschnitts, dem sie
zugeordnet ist, nach außen hin ab. Selbstverständlich bleibt sichergestellt, dass
das Ausgleichselement eine Vorspannkraft auf die von der Abdeckplatte abgedeckte Ladung
bzw. Teilladung ausüben kann.
[0014] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Geschosses besteht
darin, dass das wenigstens eine Ausgleichselement an wenigstens einem Halteelement
angeordnet ist. Das Halteelement bewirkt, dass das Ausgleichselement abgestützt und
zentriert werden kann. Dadurch ist es besonders vorteilhaft möglich, dass eine symmetrische
und definiert gerichtete Abstützkraft auf die beiden Teilladungen durch das Ausgleichselement
bewirkt werden kann. Ferner kann dadurch geleistet werden, dass, insbesondere falls
mehrere Ausgleichselemente verwendet werden, diese an dem Halteelement angeordnet
sind und somit beim Einbringen in die Geschosshülle definierte Positionen einnehmen.
Des Weiteren wird der Montagevorgang vereinfacht, da, falls die mehreren Ausgleichselemente
an einem Halteelement angeordnet sind, diese zusammen mit dem Halteelement in den
Zwischenraum zwischen die Teilladungen eingebracht werden können. Dabei ist es ebenso
möglich, dass das wenigstens eine Ausgleichselement an zwei Halteelementen angeordnet
ist, die dieses in Form einer "Sandwich-Struktur" umgeben. Somit ist zwischen den
beiden axial benachbarten Teilladungen, zwischen die das Ausgleichselement eingebracht
werden soll, zunächst jeweils ein Halteelement angeordnet, zwischen denen das Ausgleichselement
vorgesehen ist.
[0015] Das Halteelement des erfindungsgemäßen Geschosses ist dabei bevorzugt aus Kunststoff
oder Metall hergestellt. Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass das oder die Ausgleichselemente
durch Kleben oder Vulkanisieren an dem Halteelement angeordnet sind oder dass das
oder die Ausgleichselement und das Halteelement als zweikomponentiges Kunststoffteil
ausgebildet sind.
[0016] Das Halteelement ist bevorzugt scheibenförmig oder plattenförmig ausgebildet, so
dass dieses eine möglichst gute Abstützung und Positionierbarkeit und Zentrierbarkeit
des wenigstens einen Ausgleichselements gewährleisten kann. Dabei ist besonders bevorzugt,
dass das wenigstens eine Halteelement wenigstens eine einer der Teilladungen zugewandte
Ausnehmung aufweist, in der das Ausgleichselement zumindest abschnittsweise angeordnet
ist. Die Ausnehmung weist dabei bevorzugt zumindest abschnittsweise einen Querschnitt
derart auf, dass das Ausgleichselement teilweise aufgenommen werden kann. Dadurch
wird die Zentrierung bzw. die Position des Ausgleichselements auf dem Halteelement
vorgegeben. Die Positionierung in radialer Richtung wird dadurch erheblich erleichtert,
da das Ausgleichselement in der am Halteelement dafür vorgesehenen Ausnehmung aufgenommen
ist. Selbstverständlich ist es ebenso möglich, dass das Ausgleichselement zwischen
zwei Halteelementen angeordnet ist, wobei jedes Halteelement eine Ausnehmung für das
Ausgleichselement aufweist.
[0017] Das erfindungsgemäße Geschoss kann ferner dahingehend weitergebildet werden, dass
die Verbindungsbereiche als zueinander komplementäre Gewinde ausgebildet sind. Dies
bietet vorteilhafterweise die Möglichkeit, dass die beiden Abschnitte, nachdem diese
mit den Teilladungen versehen wurden, miteinander verschraubt werden können. Dabei
kann der in Bewegungsrichtung des Geschosses vordere Abschnitt einen als Innengewinde
ausgebildeten Verbindungsbereich und der in Bewegungsrichtung rückwärtige Abschnitt
des Geschosses einen Verbindungsbereich aufweisen, der als Außengewinde ausgebildet
ist. Selbstverständlich ist diese Zuordnung beliebig umkehrbar.
[0018] Ferner bietet das Ausbilden der Verbindungsbereiche als Gewinde den Vorteil, dass
das Ausgleichselement definiert auf Vorspannung gebracht werden kann, da dieses durch
das Festschrauben des Gewindes elastisch verformt wird, so dass sich die Vorspannkraft
auf die beiden angrenzenden Teilladungen ergibt.
[0019] Daneben ist bei dem erfindungsgemäßen Geschoss bevorzugt vorgesehen, dass die Verbindungsbereiche
eine Sollbruchstelle des Geschosses ausbilden. Sonach dienen die Verbindungsbereiche
neben dem Verbinden der beiden Abschnitte dem Zweck, dass das Geschoss definiert an
dem Verbindungsbereich brechen kann und somit eine Sollbruchstelle im Wesentlichen
zwischen den beiden Abschnitten aufweist.
[0020] Besonders bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Geschoss vorgesehen, dass wenigstens
eine Teilladung in einen Abschnitt gepresst ist. Somit können pressbare Ladungen verwendet
werden, die zum einen, wie bereits beschrieben, leistungsfähiger sind und gegenüber
herkömmlichen Ladungen bessere mechanischer Eigenschaften aufweisen, zum anderen verbessert
dies den Herstellungsvorgang, da es nicht, wie im Stand der Technik üblich, notwendig
ist, das Geschoss bzw. die Geschosshülle durch eine relativ kleine Mundlochöffnung
mit der Ladung zu befüllen. Stattdessen können die Abschnitte getrennt voneinander
mit der Ladung befüllt werden, insbesondere kann die Ladung in diese eingepresst werden.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen sind schematische Darstellungen und
zeigen:
- Figur 1
- eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Geschosses in unmontiertem Zustand;
- Figur 2
- die Querschnittdarstellung von Figur 1 in montiertem Zustand;
- Figur 3
- ein Detail der Querschnittsdarstellung von Figur 1 in teilweise montiertem Zustand;
- Figur 4
- das Detail von Figur 3 in montiertem Zustand;
- Figur 5
- ein Detail der Querschnittsdarstellung von Figur 1 in teilweise montiertem Zustand;
- Figur 6
- das Detail von Figur 5 in montiertem Zustand;
- Figur 7
- ein erfindungsgemäßes Ausgleichselement an einem Halteelement;
- Figur 8
- die Darstellung von Figur 7 in perspektivische Darstellung;
- Figur 9
- ein erfindungsgemäßes Ausgleichselement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- Figur 10
- ein erfindungsgemäßes Ausgleichselement gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel; und
- Figur 11
- ein erfindungsgemäßes Ausgleichselement gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel.
[0022] Figur 1 zeigt eine Querschnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Geschosses 1 in
unmontiertem Zustand. Das Geschoss 1 umfasst eine eine Ladung 2 umgebende Geschosshülle
3. Die Geschosshülle 3 weist zwei Abschnitte 4, 5 auf, die jeweils einen Verbindungsbereich
6, 7 aufweisen. Mittels der Verbindungsbereiche 6, 7 sind die beiden Abschnitte 4,
5 miteinander verbindbar, worauf im Folgenden noch eingegangen wird. Die Ladung 2
umfasst zwei Teilladungen 8, 9, die in Bewegungsrichtung des Geschosses gesehen axial
hintereinander angeordnet sind. Jede der beiden Teilladungen 8, 9 ist in einem Abschnitt
4, 5 aufgenommen. Die Teilladung 8 ist dabei in dem Abschnitt 4 und die Teilladung
9 in dem Abschnitt 5 aufgenommen.
[0023] Figur 1 zeigt im Wesentlichen eine Explosionsdarstellung, des unmontierten Geschosses
1. Zwischen den beiden Abschnitten 4, 5 ist ein Ausgleichselement 10 angeordnet. Dieses
ist zwischen den beiden Abdeckscheiben 11, 12 angeordnet, die die Teilladungen 8,
9 in den Abschnitten 4, 5 sichern.
[0024] Figur 2 zeigt den montierten Zustand des Geschosses 1 von Figur 1. Ersichtlich sind
die beiden Abschnitte 4, 5 über die Verbindungsbereiche 6, 7 miteinander verbunden.
Die Verbindungsbereiche 6, 7 sind als Gewinde ausgebildet, wobei der Verbindungsbereich
7 als Innengewinde und der Verbindungsbereich 6 als Außengewinde ausgebildet ist.
Durch das Verschrauben der beiden Verbindungsbereiche 6, 7 miteinander wird das Ausgleichselement
10 unter Aufbau einer Rückstellkraft elastisch verformt, also zusammengedrückt, so
dass dieses auf die Teilladungen 8, 9 eine Vorspannkraft ausübt, die die Teilladungen
8, 9 gegen die Geschosshülle 3 vorspannt. Selbstverständlich sind die Abdeckscheiben
11, 12 dabei derart ausgelegt, dass die Kraft, die von dem Ausgleichselement 10 erzeugt
wird, an die Teilladung 8, 9 weitergegeben werden kann.
[0025] Figur 3 zeigt ein Detail des Geschosses 1 von Figur 1 während der Montage. Ersichtlich
sind die beiden Abschnitte 4, 5 des Geschosses 1 teilweise miteinander verbunden,
wobei die Verbindungsbereiche 6, 7 teilweise aufgeschraubt sind. Das Ausgleichselement
10, das in diesem Beispiel als elastische Scheibe ausgebildet ist, ist noch nicht
verformt. Durch das weitere Aufschrauben des Abschnitts 5 auf den Abschnitt 4 bzw.
der Verbindungsbereich 6, 7 miteinander wird das Ausgleichselement 10 verformt, wodurch
eine elastische Rückstellkraft aufgebaut wird, die die Teilladung 8, 9 vorspannt.
[0026] Figur 4 zeigt die Darstellung von Figur 3 in montiertem Zustand. Ersichtlich ist
das Ausgleichselement 10 durch den Montagevorgang verformt worden, so dass sich die
elastische Rückstellkraft einstellt. Die beiden Abschnitte 4, 5 sind über die Verbindungsbereiche
6, 7 vollständig miteinander verschraubt. Vorteilhafter Weise wird durch das Ausgleichselement
10 sichergestellt, dass die Teilladungen 8, 9 sich nicht von der Geschosshülle 3 ablösen
können, so dass kein Spalt zwischen den Teilladungen 8, 9 und der Geschosshülle 3
entsteht. Ersichtlich wird durch die Vorspannkraft ebenfalls verhindert, dass, falls
ein Riss in einer der Teilladungen 8, 9 entsteht, dieser zu einem Spalt führen kann.
[0027] Figur 5 zeigt eine zu Figur 3 ähnliche Darstellung, wobei zwei Ausgleichselemente
13, 14 zwischen den Teilladungen 8, 9 vorgesehen sind. Die Ausgleichselemente 13,
14 sind nicht wie das Ausgleichselement 10 als elastische Scheibe, sondern als elastische
Ringe ausgebildet. Das Ausgleichselement 13 weist dabei einen geringeren Durchmesser
auf als das Ausgleichselement 14. In Figur 5 sind die Ausgleichselemente 13, 14 noch
unverformt, da die beiden Verbindungsbereiche 6, 7 nicht vollständig in Eingriff stehen
bzw. aufeinander geschraubt sind.
[0028] Figur 6 zeigt die Darstellung von Figur 5 in vollständig montiertem Zustand des Geschosses
1. Ersichtlich wurden die beiden Verbindungsbereiche 6, 7 vollständig miteinander
verschraubt, so dass die Ausgleichselemente 13, 14 verformt wurden. Durch die Verformung
entsteht, wie bereits beschrieben, die elastische Vorspannkraft auf die beiden Teilladungen
8, 9.
[0029] Figur 7 zeigt das Ausgleichselement 10, das an einem Halteelement 15 angeordnet ist.
Das Ausgleichselement 10, ist, wie bereits beschrieben, als elastische Scheibe ausgebildet
und mit dem Halteelement 15 verbunden, beispielsweise vulkanisiert oder geklebt. Das
Halteelement 15 ist scheibenförmig ausgebildet und beispielsweise aus Metall oder
Kunststoff hergestellt. Figur 8 zeigt eine perspektivische Darstellung des Ausgleichselements
10 und des Halteelements 15 von Figur 7. Durch die Anordnung des Ausgleichselements
10 an dem Halteelement 15 wird gewährleistet, dass das Ausgleichselement 15 im Geschoss
1 zentriert und positioniert werden kann. Daneben ist bei der Montage gewährleistet,
dass das Ausgleichselement 10 an dem Halteelement 15 verliersicher angeordnet ist.
[0030] Figur 9 zeigt Ausgleichselemente 16 bis 19, die an dem Halteelement 15 angeordnet
sind. Das Ausgleichselement 16 ist im Wesentlichen scheibenförmig und die Ausgleichselemente
17 bis 19 als ringförmige Ausgleichselemente mit rechteckigem Querschnitt ausgebildet.
Die Ausgleichselemente 16 bis 19 sind ersichtlich konzentrisch zum Mittelpunkt das
Halteelements 15 angeordnet. Durch die Anordnung der Ausgleichselemente 17 bis 19
an dem Halteelement 15 wird deren Relativposition zueinander festgelegt und sichergestellt,
dass diese beibehalten wird. Des Weiteren erfüllt das Halteelement 15 die Aufgabe,
dass die Ausgleichselemente 16 bis 19 zentriert und positioniert in das Geschoss 1
eingebracht werden können und während der montagebedingten Verformung ihre Position
beibehalten können.
[0031] Figur 10 zeigt Ausgleichselemente 20 bis 22, die wiederum an dem Halteelement 15
angeordnet sind. Die Ausgleichselemente 20 bis 22 sind konzentrisch zu dem Mittelpunkt
des Halteelements 15 angeordnet und sind als ringförmige Ausgleichselemente mit ringförmigem
Querschnitt ausgebildet.
[0032] Figur 11 zeigt Ausgleichselemente 23 bis 26, die als ringförmige Ausgleichselemente
mit ringförmigen Querschnitten ausgebildet sind. Diese sind zwischen zwei Halteelementen
27, 28, die als Kreisscheiben ausgebildet sind, angeordnet. Die Halteelemente 27,
28 weisen Ausnehmungen 29 auf, die die Ausgleichselemente 23 bis 26 teilweise aufnehmen.
Dadurch wird die Zentrierung und Positionierung der Ausgleichselemente 23 bis 26 weiter
verbessert. Durch die Anordnung der Ausgleichselemente 23 bis 26 zwischen den beiden
Halteelementen 27, 28 ist eine "Sandwich-Struktur" ausgebildet.
[0033] Selbstverständlich sind die einzelnen Ausgestaltungen der Ausgleichselemente sowie
das Vorsehen eines oder mehrerer Halteelemente beliebig miteinander kombinierbar,
sofern dies technisch sinnvoll ist. Alternativ zur Verwendung von Ausgleichselementen
aus elastischem Material können das oder die Ausgleichselemente auch aus einem viskoelastischen
Material sein.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Geschoss
- 2
- Ladung
- 3
- Geschosshülle
- 4
- Abschnitt
- 5
- Abschnitt
- 6
- Verbindungsbereich
- 7
- Verbindungsbereich
- 8
- Teilladung
- 9
- Teilladung
- 10
- Ausgleichselement
- 11
- Abdeckscheibe
- 12
- Abdeckscheibe
- 13
- Ausgleichselement
- 14
- Ausgleichselement
- 15
- Halteelement
- 16
- Ausgleichselement
- 17
- Ausgleichselement
- 18
- Ausgleichselement
- 19
- Ausgleichselement
- 20
- Ausgleichselement
- 21
- Ausgleichselement
- 22
- Ausgleichselement
- 23
- Ausgleichselement
- 24
- Ausgleichselement
- 25
- Ausgleichselement
- 26
- Ausgleichselement
- 27
- Halteelement
- 28
- Halteelement
- 29
- Ausnehmung
1. Geschoss (1) umfassend eine eine Ladung (2) umgebende Geschosshülle (3),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Geschosshülle(3) zwei jeweils einen Verbindungsbereich (6, 7) aufweisende Abschnitte
(4, 5) aufweist, mittels welchen Verbindungsbereichen (6, 7) die beiden Abschnitte
(4, 5) miteinander verbindbar oder verbunden sind, wobei die Ladung (2) wenigstens
zwei axial hintereinander angeordnete Teilladungen (8, 9) umfasst und in jedem Abschnitt
wenigstens eine Teilladung (8, 9) aufgenommen ist, wobei zwischen den wenigstens zwei
Teilladungen (8, 9) wenigstens ein Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis
26) zum Erzeugen einer Vorspannkraft im montierten Zustand auf die beiden Teilladungen
(8, 9) angeordnet ist, sodass diese zumindest abschnittsweise in Kontakt mit der Geschosshülle
(3) stehen.
2. Geschoss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) aus einem elastischen Material,
insbesondere einem Elastomer, oder einem viskoelastischen Material besteht oder ein
solches umfasst.
3. Geschoss nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) aus einem Material besteht,
dessen Wärmedehnungskoeffizient von dem der Ladung (2) abweicht.
4. Geschoss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) ringförmig mit
kreisförmigem oder rechteckigem Querschnitt und/oder ein Ausgleichselement (10, 13,
14, 16 bis 19, 20 bis 26) scheibenförmig oder plattenförmig und/oder ein Ausgleichselement
(10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) streifenförmig mit kreisförmigem oder rechteckigem
Querschnitt ausgebildet ist.
5. Geschoss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an wenigstens einer Teilladung (8, 9) eine Abdeckplatte (11, 12) angeordnet ist,
die dem jeweils anderen Abschnitt (4, 5) zugewandt ist.
6. Geschoss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) an wenigstens
einem Halteelement (15, 26, 27) angeordnet ist.
7. Geschoss nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Halteelement (15, 26, 27) aus Kunststoff oder Metall hergestellt ist.
8. Geschoss nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) durch Kleben oder Vulkanisieren
an dem Halteelement (15, 26, 27) angeordnet ist oder dass das Ausgleichselement (10,
13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26) und das Halteelement (15, 26, 27) als zweikomponentiges
Kunststoffteil ausgebildet sind.
9. Geschoss nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Halteelement (15, 26, 27) scheibenförmig oder plattenförmig ausgebildet ist.
10. Geschoss nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Halteelement (15, 26, 27) wenigstens eine einer der Teilladungen (8, 9) zugewandte
Ausnehmung aufweist, in der das Ausgleichselement (10, 13, 14, 16 bis 19, 20 bis 26)
zumindest abschnittsweise angeordnet ist.
11. Geschoss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsbereiche (6, 7) als zueinander komplementäre Gewinde ausgebildet sind.
12. Geschoss nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsbereiche (6, 7) eine Sollbruchstelle des Geschosses (1) ausbilden.
13. Geschoss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Teilladung (8, 9) in einen Abschnitt (4, 5) gepresst ist.