[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Überwachen
eines Tragmittels wie z.B. eines Tragseils oder eines Tragriemens einer Aufzuganlage.
[0002] Aufzuganlagen weisen typischerweise wenigstens eine Kabine auf, die im Allgemeinen
mithilfe eines seilartigen Tragmittels entlang eines Aufzugschachts bewegt wird. In
der Regel wird ein Gegengewicht vorgesehen, welches ebenfalls an dem Tragmittel aufgehängt
ist und sich in entgegengesetzter Richtung zu der Kabine bewegt. Um die Kabine zu
verfahren, wird das Tragmittel typischerweise mithilfe einer von einem Motor angetriebenen
Treibscheibe oder Treibwelle angetrieben. Um unter anderem eine Belastung der Treibscheibe
bzw. -welle zu reduzieren, ist das Tragmittel im Regelfall an bzw. mit seinen Enden
an Fixiereinrichtungen innerhalb des Aufzugschachts befestigt.
[0003] Das Tragmittel kann beispielsweise ein Riemen, ein Seil oder ein ähnliches sein.
Im Verlauf des Betriebs der Aufzuganlage wird das Tragmittel beispielsweise durch
wiederholtes Umlenken an Umlenkrollen oder der Treibscheibe immer wieder gebogen und/oder
gewalkt und somit mechanisch stark belastet. Um beispielsweise ein Reißen oder Brechen
des Tragmittels aufgrund solcher mechanischer Belastungen und ein damit gegebenenfalls
verbundenes Abstürzen der Kabine zuverlässig verhindern zu können, muss zur Gewährleistung
einer Sicherheit einer Aufzuganlage kontinuierlich bzw. in geeigneten Zeitabständen
ein Zustand des Tragmittels überwacht und Schäden in diesem Tragmittel rechtzeitig
und zuverlässig detektiert werden.
[0004] Ein Überwachen eines elektrischen Widerstands von einem elektrisch leitfähigen Tragmittel
wurde prinzipiell als Möglichkeit erkannt, um Schäden in dem Tragmittel zu detektieren.
Allerdings kann bezüglich eines solchen auf Messung elektrischer Widerstände basierten
Verfahrens davon ausgegangen werden, dass zumindest geringfügige mechanische Schäden
innerhalb des Tragmittels nicht unter allen Umständen zuverlässig und frühzeitig erkannt
werden.
[0005] Ein Verfahren zum Erkennen von Schäden in einem Tragmittel besteht in
WO 2014130029 A1 bekannt, bei dem zumindest ein Teil des Tragmittels einer elektrischen Wechselspannung
ausgesetzt wird und ein elektrischer Widerstand in dem Teil des Tragmittels gemessen
wird, anhand derer auf Schadenszustände in dem Tragmittel rückgeschlossen werden kann.
[0006] EP 0849208 B1 offenbart Verfahren zum Inspizieren eines Zugseils. Dabei umfasst das Zugseil eine
Mehrzahl von Targets, die über die Länge des Zugseils im Abstand voneinander vorgesehen.
Die Targets weisen eine Eigenschaft wie z.B. eine magnetische Permeabilitätseigenschaft
auf. Die Eigenschaft wird so überwacht, dass Änderungen in der Beabstandung zwischen
Targets eine Beeinträchtigung des Zugseils anzeigen können.
[0007] Es kann unter anderem ein Bedarf an einem alternativen Verfahren bzw. einer alternativen
Vorrichtung zum Detektieren von Schäden in einem Tragmittel einer Aufzuganlage bestehen.
Insbesondere kann ein Bedarf an einem solchen Verfahren bzw. einer solchen Vorrichtung
bestehen, mittels derer bereits geringfügigen Schäden frühzeitig und zuverlässig erkannt
werden können.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Tragmittel einer Aufzugsanlage, welches
mindestens einen Zugträger umfasst, auf einer einfachen Weise zuverlässig überwachen
zu können.
[0009] Diese Aufgabe kann durch die jeweiligen Gegenstände gemäß einem der unabhängigen
Ansprüche entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen
Ansprüchen definiert.
[0010] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, eine Leitung bzw. ein Kabel anhand Eigenschaften
einer Impulsaufbereitung in sich überwachen zu können. Der Erkenntnis nach wird ein
Impulssignal an einer Leitung beaufschlagt. Der Impuls läuft die Leitung durch und
wird an einer Unebenheit der Leitung, wie z.B. Widerstand- oder Reaktanzänderungen,
(teilweise) reflektiert. D.h., ein Bruch oder ein Riss innerhalb der Leitung kann
dazu führen, dass ein sich in der Leitung ausbreitende Impulssignal sich an einer
durch den Bruch bzw. Riss unterbrochene Stelle nicht weiter übertragen, sondern reflektiert
bzw. gedämpft wird. Der reflektierte Impuls läuft entlang der Leitung zurück zur Einspeisestelle.
Mit anderen Worten werden als Eigenschaften eines elektrischen Impulssignals nach
dessen Hin- und Rücklaufen durch einen Teil oder das Ganze einer Leitung deren Zustand
beobachtet und auf ein Vorliegen von Schäden innerhalb dieser Leitung rückgeschlossen.
[0011] Erfindungsgemäss wird ein Verfahren zum Detektieren von Schäden in einem Tragmittel
mit zumindest einem Zugträger für eine Aufzuganlage gegeben. In diesem Verfahren wird
mindestens ein erstes elektrisches Impulssignal an einem ersten Anschluss des Tragmittels
in den Zugträger eingespeist, wobei der erste Anschluss an oder nahe einem Ende des
Tragmittels ist. Das erste elektrische Impulssignal wird an einer Schadenstelle (z.B.
Verschleiß/Bruch oder Durchbruch) in dem Zugträger oder an einem zweiten Anschluss
des Tragmittels, der an oder nahe einem anderen Ende des Tragmittels ist, zumindest
teilweise reflektiert und an dem ersten Anschluss zurück übertragt wird. Das reflektierte
elektrische Impulssignal oder ein reflektierter Teil dieses Impulssignals wird an
dem ersten Anschluss als ein zweites elektrisches Impulssignal detektiert. Das detektierte
zweite Impulssignal wird hinsichtlich seiner Pulsamplitude und/oder Pulspolarität
ausgewertet. Je weiter das Impulssignals im Zugträger ausgebreitet ist, desto mehr
wird das Impulssignal gedämpft und weist folglich eine kleinere Amplitude auf. Eine
Zeitdauer Δt, die zwischen dem Einspeisen des ersten Impulssignals und dem Detektieren
des zweiten Impulssignals dauert, wird gemessen. Überschreitet ein Auswertungsergebnis
von mindestens einem vordefinierten Toleranzwert abweicht und/oder die gemessene Zeitdauer
Δt einen Sollwert, wird eine Fehlermeldung z.B. nach einer Überwachung-/Wartungszentrale
für diese Aufzugsanlage gesendet. Dabei kann der Toleranzwert einen Unterschied der
Pulsamplitude und/oder der Pulspolarität zwischen dem ersten und dem zweiten Impulssignal
darstellen.
[0012] Der Sollwert kann anhand einer Übertragungszeit eines elektrischen Impulssignals
definiert werden, die einer Zeitdauer von einer Ausbreitung dieses Impulssignals vom
ersten Anschluss nach einer Reflektion am zweiten Anschluss und wieder zurück an den
ersten Anschluss entspricht. Wenn die Zeitdauer Δt den Sollwert überschreitet und
kein zweites Impulssignal detektiert wurde, bedeutet das, dass das Verfahren entweder
wegen Hardware- oder wegen Softwarefehler nicht richtig durchgeführt wurde. Die Übertragungszeit
kann hierbei aus einer Ausbereitungsgeschwindigkeit ν von einem elektrischen Impulssignal
im Zugträger berechnet werden. Nach der Übertragungszeit kann man weiterhin eine Position
im Zugträger festlegen, an der das Impulssignal reflektiert wurde und an der somit
auf einen Schaden innerhalb des Tragmittels rückgeschlossen werden kann, wenn eine
lineare Kausalität zwischen der Impulsamplitude und der Länge des Zugträgers bzw.
der Laufzeit Δt ermittelbar ist.
[0013] Je nachdem, welche Frequenz das generierte Impulssignal aufweist, ist die Ausbereitungsgeschwindigkeit
ν anhand von Materialkonstanten des Tragmittels bzw. Zugträgers, wie z.B. einer Induktivität
L0 und einer Kapazität
C0 oder der Dielektrika ε
r, zu rechnen. Eine mathematische Gleichung der Ausbereitungsgeschwindigkeit

gilt für eine niedrige Signalfrequenz (z.B. 50 Hz bis 100 kHz). In einem höheren
Frequenzbereich von z.B. bis 10 MHz erhält man daraus

wobei c die Lichtgeschwindigkeit in Vakuum, nämlich 30cm/ns darstellt und der ε
r grösser als 1 und für Metallmaterialien üblicherweise kleiner als 10 ist. Eine Ausbereitungsgeschwindigkeit
ν von einem Impuls in einem Zugträger beträgt somit typischerweise ca. 40% bis 65
% der Lichtgeschwindigkeit beträgt. Als Alternative kann man eine Laufzeit Δt zwischen
dem Einspeisen des ersten Impulssignals und dem Detektieren eines zurückgekommenen
zweiten Signalimpuls ablesen, wenn der Zugträger in einem guten Zustand und dessen
Länge
l auch bekannt ist. Somit kann die Ausbereitungsgeschwindigkeit ν durch eine Gleichung

ebenfalls berechnet werden. Dabei kann ein Zeit-Offset zwischen dem Generieren des
ersten Impulssignals und dem Detektieren des zweiten Impulssignals eine Anwendung
zur Zeitverzögerung finden.
[0014] Typischerweise wird das Tragmittel an oder nahe einem seiner Enden an einer Fixiereinrichtung
fixiert. Die Fixiereinrichtung kann beispielsweise eine fest in der Aufzuganlage montierte
Komponente wie beispielsweise ein in einem Aufzugschacht fest montierter Holm oder
ein daran montiertes Tragmittellager sein. Ein Verlauf und Befestigungspositionen
und Befestigungsarten des Tragmittels 2 können in verschiedenen Arten und Weisen ausgestaltet
sein. Das erste Impulssignal wird dann durch den ersten Anschluss, welcher der Fixiereinrichtung
zugeordnet ist, in das Tragmittel bzw. den Zugträger eingespeist. Oft ist das Tragmittel
auch an bzw. nahe beider seiner entgegengesetzten Enden jeweils an einer Fixiereinrichtung
fixiert. Bei dieser Ausgestaltung können der erste und der zweite Anschluss an der
Fixiereinrichtung befestigt werden.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das erste elektrische
Impulssignal als ein elektrischer Stromimpuls oder Spannungsimpuls durch einen Impulsgenerator
generiert, wobei die Pulsweite/-dauer und/oder die Pulsamplitude des ersten elektrischen
Impulssignals einstellbar sind. Möglicherweise kann der Impulsgenerator als Hochgeschwindigkeits-Analog-Digital-Wandler
(English: High-Speed-A/D-Converter), ein FPGA (Field Programming Gate Array) oder
ein Pulsweitenmodulator (PWM) gestaltet werden. Falls das Impulssignal mehr als einen
Puls enthält, sollte ein zeitlicher Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Pulsen vorteilhafterweise
dabei so gewählt werden, dass rückreflektierte Pulse eindeutig zugeordnet werden können.
Mit anderen Worten sollte ein zeitlicher Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Pulsen
derart gewählt sein, dass selbst bei maximaler Laufzeit der Pulse innerhalb des Tragmittels
ein rückflektierter Puls den Detektor erreicht, bevor ein nächster Puls in das Tragmittel
eingespeist wird. Dies kann eine Detektion und/oder Zuordnung der Pulse bzw. rückreflektierten
Pulse erheblich vereinfachen.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der zweite Anschluss derart
an das Tragmittel angepasst, dass das in dem Tragmittel ausbereitende erste elektrische
Impulssignal am zweiten Anschluss zumindest zum Teil reflektiert wird. D.h. das Tragmittel
bzw. der Zugträger wird elektrisch nicht angepasst. Der Reflexionsfaktor für eine
Impulsausbereitung in einer elektrisch angepassten Leitung ist gleich Null. Daher
sollen der zweite Anschluss und der Zugträger unterschiedliche Wellenwiderstände aufweisen.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das generierte erste elektrische
Impulssignal zum Einspeisen in den Zugträger z.B. durch einen elektronischen Verstärker
gekoppelt verstärkt, damit das Impulssignal sich mit einer ausreichenden Leistung
oder Stärke im Zugträger ausbreiten kann.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden das Einspeisen
des ersten elektrischen Impulssignals und das Detektieren des zweiten elektrischen
Impulssignals miteinander synchronisiert. Die Synchronisierung kann beispielsweise
durch einen Hochgeschwindigkeit-Zeitmesser erfolgen.
[0019] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung kann das Verfahren für den mindestens
einen Zugträger des Tragmittels zum einzelnen, zum Teil oder zu allen gleichzeitig
durchgeführt werden. Ebenfalls kann das Verfahren manuell und/oder automatisch durchgeführt
werden, wenn die Aufzugsanlage ausser Betrieb, in einem Wartungs- oder Installationszustand
oder in einer Wartezeit ist. Um eine Messstörung wegen Biegen oder Verformungen des
Tragmittels zu vermeiden, wird das Verfahren idealerweise dann durchgeführt, wenn
eine Aufzugskabine oder ein Gegengewicht sich an einer tiefsten oder höchsten Position
in einem Aufzugssacht befindet, weil das Tragmittel an diesem Moment einen längsten
freilaufenden Teil zwischen einem Umlenkroller/einer Treibscheibe und einer Fixiereinrichtung
hat.
[0020] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Detektieren von
Schäden in einem Tragmittel mit mindestens einem Zugträger für eine Aufzuganlage vorgesehen.
Die Vorrichtung weist folgende Komponente auf:
- einem Impulsgenerator zum Generieren mindestens eines ersten elektrischen Impulssignals,
wobei das erste Impulssignal über einen ersten Anschluss des Tragmittels in den mindestens
einen Zugträger eingespeist werden kann,
- einem Detektor zum Detektieren mindestens eines zweiten elektrischen Impulssignals
an dem ersten Anschluss, wobei das zweite Impulssignal durch das erste Impulssignal
verursacht wird, wenn das erste elektrische Impulssignal an einer Schadenstelle in
dem Zugträger oder an einem zweiten Anschluss des Tragmittels reflektiert wird,
- einem Prozessor zum Auswerten des detektierten zweiten Impulssignals hinsichtlich
dessen Pulsamplitude und/oder Pulspolarität,
- einen Zeitmesser zum Messen einer Zeitdauer Δt zwischen dem Einspeisen des ersten
elektrischen Impulssignals und dem Detektieren des zweiten elektrischen Impulssignals,
- einem Fehlermelder zum Generieren einer Fehlermeldung, wenn ein Auswertungsergebnis
von mindestens einem vordefinierten Toleranzwert abweicht und/oder die gemessene Zeitdauer
Δt einen Sollwert überschreitet.
[0021] Alternativ oder ergänzend können zur Auswertung des detektierten zweiten Impulssignals
auch Vergleiche mit früheren Messungen, mit Referenzmessungen oder mit Kalibriermessungen
herangezogen werden. Dadurch könnten verschiedene Zufalls- bzw. Störungsfaktoren beim
Messen wie z.B. eine Alterung des Tragmittels und/oder der Vorrichtung bzw. deren
Komponenten als ein Faktor bei dem Detektieren beseitigt werden.
[0022] Es wird darauf hingewiesen, dass mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen
der Erfindung hierin teilweise mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Verfahren und teilweise
mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung beschrieben sind. Ein Fachmann wird
erkennen, dass die einzelnen Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, modifiziert
oder ausgetauscht werden können und dass insbesondere für das Verfahren beschriebene
Merkmale analog auf die Vorrichtung, und umgekehrt, übertragen werden können, um zu
weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
[0023] Nachfolgend werden vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die
Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind. Die Zeichnungen sind
lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche
oder gleichwirkende Merkmale.
[0024] Es zeigen:
- FIG 1
- Eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Detektieren
von Schäden in einem Tragmittel für eine Aufzuganlage,
- FIG 2
- Ein Ausführungsbeispiel für Ermittlung eines Schadens (Kurzschluss, Unterbruch und
Riss) in einem einzelnen Zugträger und für Ermittlung eines schadenfreien Zugträgers
eines Tragmittels.
[0025] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 7 zum Detektieren von Schäden in einem
Tragmittel 2 für eine Aufzuganlage 1. Das Tragmittel 2 kann beispielsweise ein Riemen,
ein Seil oder Ähnliches sein und zumindest einen auf Zug stark belastbaren Zugträger
3 und einen den oder die Zugträger 3 umfassen.
[0026] Um eine Integrität des Tragmittels 2 überwachen und ein Schaden im Tragmittel 2 frühzeitig
und zuverlässig detektieren zu können, ist an der Aufzuganlage 1 eine Vorrichtung
7 zum Detektieren solcher Schäden vorgesehen. Die Vorrichtung 7 weist einen Impulsgenerator
8, einen Detektor 9 sowie einen Prozessor 10 auf. Als der Impulsgenerator 8 kann ein
Hochgeschwindigkeits-Analog-Digital-Wandler mit einer Abtastfrequenz z.B. von 20 kHz
bis 10 MHz zur Erzeugung elektrischer Strom- oder Spannungsimpulse ausgelegt sein.
Diese Abtastfrequenz wird in einem angemessenen Frequenzbereich für das Tragmittel
2 gewählt. In der Regel sind Impulssignale mit einer Frequenz im kHz-Frequenzbereich
in einem Tragmittel 2 gut übertragbar. Der Detektor 9 kann dabei nahe zu dem Impulsgenerator
8 angeordnet und mit einer gleichen Frequenz und Periodendauer wie der Impulsgenerator
8 betrieben werden oder im Takt sein. Es besteht auch die Möglichkeit, ein einzelnes
Bauelement dazu auszugestalten, dass das sowohl als Impulsgenerator 8 als auch als
Detektor 9 arbeiten kann.
[0027] Ein erstes Impulssignal 4a ist in diesem Ausführungsbeispiel z.B. ein elektrischer
Spannungsimpuls. Das erste Impulssignal 4a wird über einen ersten Anschluss 5a des
Tragmittels 2 in einen Zugträger 3 eingespeist. Der Detektor 9 kann das zweite Impulssignal
4b am ersten Anschluss 5a detektieren, wobei das zweite Impulssignal 4b durch das
erste Impulssignal 4a derart ausgebildet wird, dass das erste Impulssignal 4a an einer
Schadenstelle 6 in dem Zugträger 3 oder an einem zweiten Anschluss 5b des Tragmittels
2 reflektiert und dann wieder bis zum ersten Anschluss 5a zurück übertragt wird. Der
zweite Anschluss 5b wird so zum Tragmittel 2 bzw. Zugträger 3 angepasst, dass ein
im Tragmittel 2 ausbereitendes elektrisches Impulssignal 4a an dem zweiten Anschluss
5b reflektiert wird. Von einem angepassten Zugträger 3 spricht man, wenn ein sich
in dem Zugträger 3 ausbreitender Impuls an einem Ende des Zugträgers 3 nicht reflektiert
wird. Dies ist der Fall, wenn der zweite Anschluss 5b einen gleichen Wellenwiderstand
wie der Zugträger 3 aufweist.
[0028] Das Tragmittel 2 wird z.B. mit einem Ende an einer Fixiereinrichtung (nicht dargestellt)
befestigt. Die Anschlüsse 5a, 5b müssen aber nicht zu den beiden gegenüberstehenden
Enden des Tragmittels 2 zugeordnet werden, sie können beliebig an einer Stelle auf
dem Tragmittel 2 wie z.B. an der Fixiereinrichtung entweder manuell oder automatisch
gelegt werden. Um das vom Impulsgenerator 8 erzeugte erste Impulssignal 4a mit einer
genügenden Leistung bzw. Impulshöhe im Zugträger 3 ausbreiten zu können, wird das
erste Impulssignal 4a zum Einspeisen in den Zugträger 3 durch einen elektronischen
Verstärker 13 gekoppelt verstärkt.
[0029] Die Vorrichtung 7 verfügt ferner über einen Prozessor 10, der in diesem dargestellten
Ausführungsbeispiel sowohl mit dem Impulsgenerator 8 als auch mit dem Detektor 9 verbunden
ist. Insbesondere kann der Prozessor 10 Signale vom Detektor 9 empfangen, die dem
Prozessor 10 Informationen über Eigenschaften des vom Detektor 9 detektierten zweiten
Impulssignals 4b bereitstellen. Indem der Prozessor 10 kontinuierlich oder in regelmäßigen
Zeitabständen Signale vom Detektor 9 empfängt und sie insbesondere hinsichtlich deren
Pulsamplituden und/oder Pulspolaritäten analysiert, können von ihm Rückschlüsse auf
Schäden innerhalb des Zugträgers 3 gezogen werden. Solche Schäden, welche beispielsweise
in Form von Rissen oder Brüchen einem im Tragmittel 2 aufgenommenen Zugträger 3 auftreten
können, gehen meist mit einer durch die Schäden bedingten Änderung einer Impedanz
innerhalb des Zugträgers 3 einher. Eine solche lokale Änderung der Impedanz führt
dazu, dass das im Zugträger 3 laufende erste Impulssignal 4a sich im Zugträger 3 anders
ausbreiten, als dies der Fall wäre, wenn kein Schaden im Zugträger 3 existieren würde.
Um die Veränderung der Impedanz zu erkennen, kann der Prozessor 10 beispielsweise
aktuell das vom Detektor 9 empfangene zweite Impulssignal 4b mit einem oder den vorangehend
empfangenen zweiten Impulssignalen 4b oder mit zuvor abgespeicherten Referenzwerten
vergleichen.
[0030] Die Vorrichtung 7 weist zudem einen Zeitmesser 11 auf, der z.B. ein Oszilloskop sein
kann. Mittels des Zeitmesser 11 kann das zweite Impulssignal 4b so dargestellt werden,
dass man die Laufzeit Δt ablesen kann, die zwischen dem Einspeisen des ersten Impulssignals
4a und dem Detektieren des zweiten Impulssignals 4b vergangen ist. Aus dieser Laufzeit
Δt kann man dann auf die Schadenstelle 6 im Tragmittel 2 festlegen. Durch den Zeitmesser
11 ist es ebenfalls möglich, das Einspeisen des ersten Impulssignals 4a und das Detektierens
des zweiten Impulssignals 4b miteinander zu synchronisieren.
[0031] Durch einen Fehlermelder 12 der Vorrichtung 7 wird eine Fehlermeldung nach einer
Überwachung-/Wartungszentrale 15 gesendet, wenn ein Auswertungsergebnis von einem
vordefnierten Toleranzwert abweicht und/oder die gemessene Zeitdauer Δt einen Sollwert
überschreitet. Diese Sendung kann auch durch ein Netzwerk 16 wie Internet oder LAN
(Local Area Network) bzw. durch Drähte oder drahtlose Übertragungen erfolgen, wenn
die Überwachung-/Wartungszentrale 15 eine Fernzentrale ist. Der Toleranzwert kann
einen Unterschied für die Pulsamplitude und die Pulspolarität zwischen dem ersten
4a und dem zweiten Impulssignal 4b darstellen. Der Toleranzwert kann auch hinsichtlich
einer Anzahl von den beschädigten Zugträgern 3 definiert werden. D.h., eine Fehlermeldung
wird erst generiert, wenn mehrere Zugträger 3 oder eine bestimmte Anzahl von den Zugträgern
3 beschädigt sind. Der Sollwert und der Toleranzwert können z.B. in dem Prozessor
10 oder in einer separaten Speichereinheit (nicht dargestellt) gespeichert werden.
[0032] Der Sollwert kann z.B. eine Zeitdauer Δt sein, die einer Ausbreitung des ersten Impulssignals
4a vom ersten Anschluss 5a nach einer Reflektion am zweiten Anschluss 5b und wieder
zurück an den ersten Anschluss 5a entspricht. Wird die Pulsdauer eines ersten Impulssignals
4a beispielsweise von 50 ns gewählt, kann die maximale Abtastfrequenz von dem Impulsgenerator
8 und dem Detektor 9 z.B. 40 kHz sein. Eine Ausbereitungsgeschwindigkeit ν eines Impulssignals
in dem Zugträgers 3 kann auf einer einfachen Weise durch eine mathematische Gleichung

berechnet werden. Bei einem Zugträger 3 mit einem Dielektrika ε
r von 4 ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit ν also ziemlich genau 15cm/ns. Man kann
die Ausbereitungsgeschwindigkeit ν durch eine mathematische Gleichung

gleichfalls ermitteln, wenn die Länge
l von einem Zugträger 3 bekannt ist, der nicht beschädigt ist. Dafür hat man nur die
Laufzeit Δt von dem ersten Impulssignal 4a noch vorher zu vermessen. Falls die Ausbreitungsgeschwindigkeit
ν zu schnell oder die Zeitdauer Δt zu kurz für Impulsdetektieren ist, kann ein Zeitoffset
14 zwischen dem Generieren des ersten Impulssignals und dem Detektieren des zweiten
Impulssignals eingesetzt werden, wobei der Zeitoffset 14 eine Zeitverzögerung ermöglicht.
[0033] In Fig. 2 wird ein Ausführungsbeispiel für Ermittlung eines Schadens in einem oben
genannten Zugträger 3 dargestellt. Dabei bewegt sich ein in den Zugträger 3 eingespeistes
erstes Impulssignal 4a mit einer positiven Pulspolarität zunächst in einer Richtung
längs entlang des Zugträgers 3, bevor es dann an einer durch Schäden bedingten Stelle
reflektiert wird und dann in entgegengesetzter Richtung zurück durch den Zugträger
3 läuft. Hierbei detektiert die erfindungsgemäße Vorrichtung 7 an dem ersten Anschluss
5a des Tragmittels 2 ein in den Zugträger 3 eingespeistes erstes elektrisches Impulssignal
4a. Eine Tendenzlinie K zeigt eine Enveloppe der Pulsamplitude des Impulssignals 4a,
wobei die Pulsamplitude wegen Verlust im Lauf der Ausbreitung im Zugträger 3 kontinuierlich
gedampft wird. Dabei werden die Rücklaufstrecke des ersten Impulssignals 4a und der
erste Anschluss 5a in gestrichelter Linie dargestellt.
[0034] Bei einem linearen Verhalten der Schadenstelle 6 beschreibt ein dimensionsloser Reflexionsfaktor
r, wie ein reflektiertes Impulssignal aus dem ersten Impulssignal 4a erzeugt wird.
Wird der Zugträger 3 elektrisch kurzgeschlossen, so ist
r = -1, d.h. ein Impuls wird mit voller Amplitude aber mit um 180° verschobener Phase,
nämlich in einer umgekehrten Polarität, reflektiert. Wird der Zugträger 3 offengelassen
oder unterbrochen, so ist
r = 1, dann wird der Impuls vollständig und in gleicher Phase, also in einer gleichen
Polarität, reflektiert.
[0035] Eine Ausbereitung bzw. Reflexion des ersten Impulssignals 4a in einem Zugträgers
3 wird jeweils in den Fig. 2a, 2b, 2c und 2d dargestellt. Es wird angenommen, dass
die Schadenstelle 6 sich stets an der gleichen Stelle des Zugträgers 3 befindet. Fig.2a
und 2b zeigen jeweils einen Fall von einem Kurzschluss und einem Unterbruch in dem
Zugträger 3. Je nachdem, ob ein Schaden im Zugträger 3 entsteht, wird ein zweites
Impulssignals 4b am zweiten Anschluss 5b wie folgend detektiert:
| Fig. |
Zugträgers |
Reflexionsfaktor |
Pulspolarität |
Pulsamplitude |
Laufzeit Δt |
| 2a |
Kurzschluss |
r = -1 |
- |
grösser Wert |
kürzer |
| 2b |
Unterbruch |
r = 1 |
+ |
grösser Wert |
kürzer |
| 2c |
Riss |
0 < r < 1 |
+ |
kleiner Wert |
kürzer |
| 2d |
schadenfrei |
0 < r < 1 |
+ |
min. Wert |
Sollwert |
[0036] Das erste Impulssignal 4a wird mit einer entgegengesetzten negativen Pulspolarität
reflektiert (
r = -1), wenn es einen Kurzschluss an der Schadenstelle 6 gibt. Dahingegen wird das
erste Impulssignal 4a an der Schadenstelle 6 mit einer nicht geänderten positiven
Pulspolarität reflektiert (
r = 1), wenn der Zugträger 3 an dieser Stelle unterbrochen ist. Idealerweise wird das
erste Impulssignal 4a in den beiden Fällen an der Schadenstelle 6 vollständig reflektiert,
d.h. der Reflexionsfaktor
r = ±1 ist. Da die gesamte Laufstrecke des ersten Impulssignals 4a im Zugträger 3 kürzer
als die bei einem schadenfreien Zugträger 3 ist, wird das erste Impulssignals 4a mit
weniger Verlust übertragen. Dementsprechend weist der detektiert zweite Impulssignal
4b eine größere Pulsamplitude und eine kürzere Laufzeit Δt auf.
[0037] Die Fälle von einem Riss (Fig.2c) im Zugträger 3 und von einem schadenfreien Zugträger
3 werden jeweils in Fig.2c und Fig.2d dargestellt. Dabei ist es anzunehmen, dass die
Reflexion an dem zweiten Anschluss 5b und an einer Schadenstelle 6 von Verschleiß
einen gleichen Reflexionsfaktor
r aufweist.
[0038] Bei einem Schaden von Rissen wird das erste Impulssignal 4a mit einem Reflexionsfaktor
0 <
r < 1 reflektiert. Somit weist das detektierte zweite Impulssignal 4b dann eine kleinere
Pulsamplitude im Vergleich zu dies in den oben genannten Fällen von Unterbruch und
Kurzschluss. Dabei ist ebenfalls zu erkennen, dass die Enveloppe K steiler als die
in Fig.2b ist. Falls diese detektierte Pulsamplitude kleiner als der Toleranzwert
wie z.B. die Hälfte von der Pulsamplitude des generierten ersten Impulssignals 4a
ist, bedeutet das, dass der Riss in dem Zugträger 3 als ein Schaden anzusehen ist.
In diesem Fall könnte es auch vorkommen, dass zwei Impulse nacheinander detektiert
würden, wenn das erste Impulssignal 4a eine genügende Leistung aufweist und sich trotz
einer Reflexion an der Schadenstelle weiterhin bis zum zweiten Anschluss 5b ausbereitet
und dort zum zweiten Mal reflektiert wird. Der detektierte zweite Puls wird mit einem
Bezugszeichen 17 in gestrichelter Linie dargestellt.
[0039] In einem guten Zugträger 3 wird das erste Impulssignal 4a erst an dem zweiten Anschluss
5b reflektiert und läuft zurück an dem ersten Anschluss 5a, so dass die Laufzeit Δt
einen maximalen Wert, der dem Sollwert entspricht, und die Pulsamplitude dahingegen
einen minimalen Wert aufweist, weil der Reflexionsfaktor 0 <
r < 1 ist und das erste Impulssignal die längste Laufstrecke zurückgelegt hat.
[0040] Dazu, dass es auf eine Schadenstelle 6 innerhalb des Zugträgers 3 rückgeschlossen
wird, kann es auch die Schadenstelle 6 positionieren. Dafür kann der Prozessor 10
beispielsweise analysieren, wie lange das erste Impulssignal 4a benötigt, um durch
den Zugträger 3 bis zu einer Schadensstelle 6 zu gelangen und nach seiner Reflexion
wieder zurück zu dem ersten Anschluss 5a zu laufen. Nachdem eine Laufzeit Δt ermittelt
worden ist, kann man bei einer bekannten Ausbreitungsgeschwindigkeit ν eine Position
der Schadenstelle 6 berechnen.
[0041] Da je weiter das erste Impulssignals 4a im Zugträger ausgebreitet ist, desto eine
längere Laufzeit Δt gibt es und mehr wird das erste Impulssignal 4a gedämpft, lässt
es sich ebenfalls ermitteln können, auch wenn der Zugträger 3 erst an der Verbindung
zum zweiten Anschluss 5b unterbrochen oder kurzgeschlossen wird. Das erste Impulssignal
4a wird an dieser Stelle in seiner aktuellen Amplitude voll reflektiert wird und die
Pulsamplitude des zweiten Impulssignals 4b somit in diesem Fall vergleichungsweise
grösser ist als die bei einem guten Zugträger 3. Selbst wenn ein Rissschaden in dem
Zugträger 3 an oder nahe dem zweiten Anschluss 5b passiert, kann das Schaden durch
das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls ermittelt werden, weil der Reflexionsfaktor
r am zweiten Anschluss 5b als eine konstante definierbar ist. Es besteht kaum eine
Möglichkeit, dass der zweite Anschluss 5b und ein Rissschaden einen gleichen Reflexionsfaktor
r aufweisen. Die Pulsamplituden der detektierten zweiten Impulssignale 5b von den zwei
Fällen sind somit unterschiedlich zu erkennen.
[0042] Zusammenfassend erlauben Ausführungsformen des hierin vorgestellten Verfahrens bzw.
der hierin vorgestellten Vorrichtung 7, bereits geringfügige Schädigungen innerhalb
des Tragmittels 2 bzw. Zugträgers 3 unter Verwendung von einem elektrischen Impulssignal
durch das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die Vorrichtung 7 zuverlässig zu erkennen.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Aufzuganlage
- 2
- Tragmittel
- 3
- Zugträger
- 4a
- das erste Impulssignal
- 4b
- das zweite Impulssignal
- 5a
- der erste Anschluss
- 5b
- der zweite Anschluss
- 6
- Schadenstelle
- 7
- Vorrichtung
- 8
- Impulsgenerator
- 9
- Detektor
- 10
- Prozessor
- 11
- Zeitmesser
- 12
- Fehlermelder
- 13
- Verstärker
- 14
- Zeitoffset
- 15
- Überwachung-/Wartungszentrale
- 16
- Netzwerk
- 17
- ein detektierter zweiter Puls
- K
- Enveloppe der Pulsamplitude
- l
- Länge eines Zugträgers
- r
- Reflexionsfaktor
- Δt
- Laufzeit
1. Verfahren zum Detektieren von Schäden in einem Tragmittel (2) mit mindestens einem
Zugträger (3) für eine Aufzuganlage (1), mit folgenden Schritten:
- Einspeisen mindestens eines ersten elektrischen Impulssignals (4a) an einem ersten
Anschluss (5a) des Tragmittels (2) in den mindestens einen Zugträger (3),
- Detektieren mindestens eines zweiten elektrischen Impulssignals (4b) an dem ersten
Anschluss (5a), wobei das zweite elektrische Impulssignal (4b) durch das erste elektrische
Impulssignal (4a) verursacht wird, wenn das erste elektrische Impulssignal (4a) an
einer Schadenstelle (6) in dem mindestens einen Zugträger (3) oder an einem zweiten
Anschluss (5b) des Tragmittels (2) zumindest teilweise reflektiert wird,
- Auswerten des detektierten zweiten elektrischen Impulssignals (4b) hinsichtlich
dessen Pulsamplitude und/oder Pulspolarität,
- Messen eine Zeitdauer (Δt) zwischen dem Einspeisen des ersten elektrischen Impulssignals
(4a) und dem Detektieren des zweiten elektrischen Impulssignals (4b),
- Melden eines Fehlerzustandes, wenn ein Auswertungsergebnis von mindestens einem
vordefinierten Toleranzwert abweicht und/oder die gemessene Zeitdauer (Δt) einen Sollwert
überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
das erste elektrische Impulssignal (4a) als ein elektrischer Stromimpuls oder Spannungsimpuls
durch einen Impulsgenerator (8) generiert wird, wobei die Pulsdauer und/oder die Pulsamplitude
des ersten elektrischen Impulssignals (4a) eingestellt werden können.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem
das Einspeisen des ersten elektrischen Impulssignals (4a) und das Detektieren des
zweiten elektrischen Impulssignals (4b) miteinander synchronisiert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
der Sollwert einer Übertragungszeit eines elektrischen Impulssignals (4a, 4b) vom
ersten Anschluss (5a) nach einer Reflektion an dem zweiten Anschluss (5b) wieder zurück
an den ersten Anschluss (5a) entspricht.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem
der mindestens eine Toleranzwert einen Unterschied der Pulsamplitude und/oder der
Pulspolarität zwischen dem ersten (4a) und dem zweiten elektrischen Impulssignal (4b)
repräsentiert.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem
das Verfahren für den mindestens einen Zugträger (3) des Tragmittels (2) zum einzelnen,
zum Teil oder zu allen gleichzeitig durchführbar ist.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem
das Verfahren manuell und/oder automatisch durchgeführt wird, wenn die Aufzugsanlage
ausser Betrieb, in einem Wartungs- oder Installationszustand oder in einer Wartezeit
ist.
8. Vorrichtung (7) zum Detektieren von Schäden in einem Tragmittel (2) mit mindestens
einem Zugträger (3) für eine Aufzuganlage (1), mit:
- einem Impulsgenerator (8) zum Generieren mindestens eines ersten elektrischen Impulssignals
(4a), wobei das erste Impulssignal (4a) über einen ersten Anschluss (5a) des Tragmittels
(2) in den mindestens einen Zugträger (3) eingespeist werden kann,
- einem Detektor (9) zum Detektieren mindestens eines zweiten elektrischen Impulssignals
(4b) an dem ersten Anschluss (5 a), wobei das zweite Impulssignal (4b) durch das erste
Impulssignal (4a) verursacht wird, wenn das erste elektrische Impulssignal (4a) an
einer Schadenstelle (6) in dem Zugträger (3) oder an einem zweiten Anschluss (5b)
des Tragmittels (2) reflektiert wird,
- einem Prozessor (10) zum Auswerten des detektierten zweiten Impulssignals (4b) hinsichtlich
dessen Pulsamplitude und/oder Pulspolarität,
- einen Zeitmesser (11) zum Messen einer Zeitdauer (Δt) zwischen dem Einspeisen des
ersten elektrischen Impulssignals (4a) und dem Detektieren des zweiten elektrischen
Impulssignals (4b),
- einem Fehlermelder (12) zum Generieren einer Fehlermeldung, wenn ein Auswertungsergebnis
von mindestens einem vordefinierten Toleranzwert abweicht und/oder die gemessene Zeitdauer
(Δt) einen Sollwert überschreitet.
9. Vorrichtung (7) nach Anspruch 8, wobei
das erste elektrische Impulssignal (4a) als ein elektrischer Stromimpuls oder Spannungsimpuls
durch einen Impulsgenerator (8) erzeugbar ist, wobei die Pulsdauer und/oder die Pulsamplitude
des ersten elektrischen Impulssignals (4a) eingestellt werden kann.
10. Vorrichtung (7) nach Anspruch 9, wobei
die Vorrichtung (7) einen gekoppelten Verstärker (13) zum Verstärken des generierten
ersten elektrischen Impulssignals (4a) aufweist, um das verstärkte erste Impulssignal
(4a) in dem mindestens einen Zugträger (3) einzuspeisen
11. Vorrichtung (7) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei
der Zeitmesser (11) zur Synchronisierung des Einspeisens des ersten elektrischen Impulssignals
(4a) und des Detektierens des zweiten elektrischen Impulssignals (4b) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung (7) nach Anspruch 8, wobei
der zweite Anschluss (5b) derart an das Tragmittel (2) angepasst ist, dass das im
Zugtragmittel (3) ausbereitende erste elektrische Impulssignal (4a) an dem zweiten
Anschluss (5b) reflektiert wird.
13. Vorrichtung (7) nach Anspruch 8, wobei
der Sollwert einer Übertragungszeit eines ersten elektrischen Impulssignals (4a, 4b)
vom ersten Anschluss (5a) nach einer Reflektion an dem zweiten Anschluss (5b) wieder
zurück an den ersten Anschluss (5a) entspricht.
14. Vorrichtung (7) nach Anspruch 8, wobei
der mindestens eine Toleranzwert einen Unterschied der Pulsamplitude und/oder der
Pulspolarität zwischen dem ersten (4a) und dem zweiten elektrischen Impulssignal (4b)
repräsentiert.
15. Vorrichtung (7) nach einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei
die Vorrichtung (7) manuell und/oder automatisch aktivierbar ist, wenn die Aufzugsanlage
außer Betrieb, in einem Wartungs- oder Installationszustand oder in einer Wartezeit.