[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Haltevorrichtung für Lasten mit einem Flansch,
wobei die Haltevorrichtung mindestens eine unter dem Flansch an einer Unterseite des
Flansches anordenbare Auflagefläche aufweist. Derartige Vorrichtungen sind seit mehreren
Jahren bekannt, so aus der
DE 10 2011 011 603 A1, der
EP 2 402 278 A1 und der
EP 2 661 408.
[0002] Im Zusammenhang mit dem Einsatz der bekannten Haltevorrichtungen hat sich herausgestellt,
dass es bei immer größer werdenden Lasten zu einer starken Beanspruchung der Last
im Bereich des Anschlusses des Flansches an die Wand, so die Mantelfläche, kommt.
Werden beispielsweise röhrenförmige lang gestreckte Lasten, die zumindest an einer
Stirnseite einen Flansch aufweisen, transportiert, kann es im Zusammenhang mit dem
Transportvorgang zu Deformationen in dem vorbeschriebenen Bereich kommen.
[0003] Zu beachten ist dabei, dass derartige röhrenförmige lang gestreckte Lasten in der
Regel waagerecht am Boden gelagert werden. Wird eine bekannte Vorrichtung an einem
Flansch angeschlagen, so kommt es schon beim Aufrichten der Röhren in eine senkrechte
Lage zu erheblichen Beanspruchungen des vorbeschriebenen Bereichs des Flansches /
Mantelfläche. Bei einem Transport, insbesondere dann, wenn die Last zu schwingen beginnt,
kommt es vermehrt zu Deformationen im Bereich des Flansches / Mantelfläche. So wird
der Flansch in dem Bereich, an dem er an der Mantelfläche angeordnet ist, aufgebogen.
Dies hatte man in der Vergangenheit dadurch zu verhindern versucht, dass über einen
Hebelmechanismus wirkende Klemmmittel eingesetzt werden, welche auf den Flansch oberhalb
seiner Auflagefläche auf eine Haltevorrichtung einwirken,
EP 2 661 408 B1.
Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass die Vorrichtung nur bei senkrechter
Lage ihre Wirkung entfaltet und nicht bei einem Aufrichten einer entsprechenden Last.
Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass bei dynamischen Bewegungen der Last die bekannte
Vorrichtung nicht ihre volle Wirkung entfaltet. Darüber hinaus sind je nach Art der
zu transportierenden Lasten, so je nach Art der Dicke der Wand der Last unterschiedliche
Hebelvorrichtungen einzusetzen, weil sich das Hebelverhältnis ändert. So variiert
der in der
EP 2 661 408 A1 in Fig. 2 dargestellte Wert y, wenn beispielsweise die Wanddicke der Last zu- oder
abnimmt. Ändert sich jedoch dieses Verhältnis, so wird der Flansch entweder mit zu
wenig oder zu viel Kraft durch das Klemmmittel beaufschlagt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Haltevorrichtung für einen Transport entsprechender
Lasten mit einem Flansch, so beispielsweise röhrenförmige Pfähle, bereitzustellen,
bei der ein Aufbiegen eines Flansches einer zu transportierenden Last vermindert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Hauptanspruchs 1 und des
unabhängigen Nebenanspruchs 11 gelöst, wobei die Unteransprüche weitere erfindungsgemäße
Ausgestaltungsvarianten dieser Lösungen beinhalten.
[0006] Danach weist die Haltevorrichtung für eine Last, einen an mindestens einem Ende angeordneten
Flansch, der in Regel - aber nicht erfindungsnotwendig - umlaufend ausgestaltet ist,
folgende Merkmale auf.
[0007] Die Haltevorrichtung ist in bekannter Weise an ein kranartiges Hebezeug anordenbar
und weist mindestens zwei, vorzugsweise drei, an einer Unterseite des Flansches, last-
bzw. rohrinnenseitig, in einem gleichen Winkel zueinander den Flansch umlaufend und
somit an die Last anordenbare und arretierbare Auflageflächen auf, wobei an der Haltevorrichtung
mindestens ein Niederhalter, korrespondierend je Auflagefläche, vorgesehen ist und
durch den jeweiligen Niederhalter eine Oberseite des Flansches und/oder ein an den
Flansch sich anschließender Mantelbereich mit einer von einem Transportvorgang, so
einem Heben, unabhängigen Kraft beaufschlagbar ist und/oder ein von dem Transportvorgang
unabhängiger Formschluss zwischen Haltevorrichtung und Flansch herstellbar ist, wobei
im Rahmen der Erfindung vorzugsweise durch den jeweiligen Niederhalter die Oberseite
des Flansches mit einer vom Transportvorgang unabhängigen Kraft beaufschlagbar ist.
Im Rahmen der Erfindung ist gelegen, die drei vorgenannten Varianten jeweils einzeln
oder in Kombination anzuwenden, so auch gemischt an einer Haltevorrichtung. So kann
es beispielsweise vorteilhaft sein, dass an einer, bei waagerechter Lage der Last,
der Erdoberfläche zugewandten Auflagefläche durch den Niederhalter ein von dem Transportvorgang
unabhängiger Formschluss zwischen Haltevorrichtung und Flansch herstellbar ist, was
vorteilhaft bei einem Aufrichten der Last in eine senkrechte Lage sein kann. Zusätzlich
ist sodann - wie an weiteren Auflageflächen ausschließlich vorgesehen - durch den
dazu korrespondierenden Niederhalter die Oberseite des Flansches mit einer vom Transportvorgang
unabhängigen Kraft beaufschlagbar.
[0008] Eine vom Transportvorgang unabhängige Kraft ist dabei nicht eine solche, die, wie
beispielsweise aus der
EP 2 661 408 A1 folgend, durch die Lage und das Eigengewicht der Last erzeugt wird, so wie bei einem
Hängen der Last am Haken und die somit vertikal wirkenden Zugkräfte.
[0009] Unter Last im Sinne der Erfindung sind im Wesentlichen solche Lasten zu verstehen,
die beispielsweise als Gründungspfähle oder konstruktive Elemente einer Windkraftanlage
dienen. Es kommen aber auch andere Lasten mit einem hohen Gewicht in Betracht, das
in der Regel mehr als 1 Tonne beträgt.
Der jeweilige Niederhalter - mindestens ein Niederhalter je Auflagefläche - wird dabei
unabhängig vom Hebevorgang so weit an die Oberseite des Flansches und/oder an den
sich an den Flansch anschließenden Mantelbereich geführt, bis er am Flansch oder an
dem den Flansch sich anschließenden Mantelbereich anliegt und auf diesen einwirkt.
Die Folge ist, dass der Flansch sich nicht oder vermindert aufbiegt, wenn Kraft auf
die Oberseite des Flansches wirkt, also, wenn die Last hängt oder sogar wenn die Last
aus einer horizontalen in eine waagerechte Position gebracht wird. Eine Kraftbeaufschlagung
des Mantelbereichs, insbesondere des äußeren Mantelbereichs, ist beim Anheben aus
der horizontalen Liegeposition in eine waagerechte Position von besonderem Vorteil,
weil sich so die Haltevorrichtung noch besser arretieren lässt und so auch ein Einwirken
entgegen der auf die Mantelfläche wirkenden Zugkräfte möglich ist.
[0010] Die durch den jeweiligen Niederhalter beaufschlagbare Kraft weist maximal den Betrag
auf, welche als statische oder dynamische Zugkraft in entgegengesetzter Richtung wirkend
an der mindestens einen Auflagefläche an der Unterseite des Flansches anliegt, wenn
die Last an der Haltevorrichtung hängt oder hängend schwingt, wobei die Last im Wesentlichen
frei hängt.
[0011] Dabei besteht die Möglichkeit, dass die durch den jeweiligen Niederhalter beaufschlagbare
notwendige Kraft mittels einer geeigneten Messvorrichtung ermittelbar ist und sodann
die durch die Niederhalter beaufschlagbare Kraft dem Betrag angepasst ist, welcher
als dynamische Zugkraft in entgegengesetzter Richtung wirkend an der mindestens einen
Auflagefläche an der Unterseite des Flansches anliegt, wenn die Last an der Haltevorrichtung
hängend schwingt. Insbesondere ist durch die Messvorrichtung ein Schwingen der Last
ermittelbar. Ist die Messvorrichtung mit einer Steuerung des jeweiligen Niederhalters
gekoppelt, ist dadurch die durch den jeweiligen Niederhalter ausübbare Kraft an die
dynamische Zugkraft der Last anpassbar.
[0012] Der jeweilige Niederhalter ist derart an der Haltevorrichtung angeordnet, dass ein
definierter Abstand zwischen einer Auflage des Flansches auf der Auflagefläche der
Haltevorrichtung und einer Wirkfläche der oberhalb des Flansches durch den jeweiligen
Niederhalter beaufschlagbaren Kraft besteht. Dabei ist der definierte Abstand vorzugsweise
so bestimmt, dass er zur Erzeugung eines Hebels zugunsten der durch den jeweiligen
Niederhalter zu beaufschlagenden Kraft führt. Zur Verhinderung des Aufbiegens des
Flansches ist aufgrund des durch den definierten Abstand geschaffenen Hebels eine
geringe Kraftbeaufschlagung der Oberseite des Flansches der Last notwendig.
[0013] Dabei sind der jeweilige Niederhalter radial und/oder die Auflageflächen der Haltevorrichtung
verschiebbar.
[0014] Der jeweilige Niederhalter ist auf der Haltevorrichtung vorzugsweise derart verschiebbar,
dass sein Abstand von der Auflagefläche und damit gleichsam von einem äußeren Mantelbereich,
so der Außenseite einer Wand der Last, in Richtung zu einer Innenkante des Flansches
veränderbar ist und zwar je nach Bedarf. Dadurch ist ein Hebelverhältnis, dass durch
einen Abstand x, welcher sich von einer Mittellinie des Niederhalters und einer Mittellinie
der Auflagefläche erstreckt, und einem Abstand y, welcher sich von der Mittellinie
der Auflagefläche und einer Mittellinie der Wand der Last erstreckt, veränderbar.
[0015] Die gedachten Mittellinien bilden den Mittelpunkt beziehungsweise das Zentrum der
durch die Vorrichtung gebildeten hebelwirkenden Kräfte und dienen der einfacheren
Veranschaulichung der Wirkungsweise der Vorrichtung und des Verfahrens.
[0016] So kann bei einer unterschiedlichen Wanddicke oder Form der Last das Hebelverhältnis
angepasst werden. Ferner dient dies zur verbesserten Anordnung der Haltevorrichtung
an der Last.
[0017] Vergrößert sich nämlich der Abstand y, beispielsweise bei unterschiedlichen Mantelwanddicken
der Last, so ist gleichsam der Abstand x zu vergrößern, um ein gewähltes Hebelverhältnis
beizubehalten und nicht eine Kraftbeaufschlagung des Niederhalters erhöhen zu müssen.
Ferner kann auch das Hebelverhältnis so geändert werden, dass der Abstand y um einen
vordefinierten Wert größer ist, als der Abstand x, sodass die mittels des Niederhalters
zu beaufschlagende Kraft geringer wird, um ein Aufbiegen des Flansches zu verhindern.
Die Haltevorrichtung ist so auch variabler einsetzbar.
[0018] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der jeweilige Niederhalter einen Stempel
mit einer Stempelfläche auf. Der Stempel ist auf der Oberseite des Flansches und/oder
an dem sich dem Flansch anschließenden Mantelbereich der Last mit einer Kraft beaufschlagbar.
Die Stempelfläche ist auf der Oberseite des Flansches und/oder an dem sich dem Flansch
anschließenden Mantelbereich anordenbar und kann somit in Abhängigkeit der Ausgestaltung
des Flansches, so seiner Form, ausgeführt und angepasst werden. Im Rahmen einer möglichen
Ausgestaltung der Erfindung kann der Stempel des jeweiligen Niederhalters gleichsam
teilweise die Oberseite des Flansches und teilweise den sich an den Flansch anschließenden
äußeren Mantelbereich abdecken, was bei einem Transport der Last von einer horizontalen
in eine vertikale Position von Vorteil sein kann.
[0019] Des Weiteren kann vorgesehen werden, dass der Flansch durch den jeweiligen mindestens
einen Niederhalter formschlüssig umschließbar ist und dabei die Auflagefläche der
Haltevorrichtung die Unterseite des Flansches formschlüssig aufnehmen kann. Durch
einen Formschluss wird eine wesentlich größere Fläche geschaffen, an welcher die sonst
nur am Flansch wirkenden Kräfte anliegen.
[0020] In weiterer Ausbildung kann dabei der jeweilige Niederhalter die Oberseite des Flansches
und einen sich an den Flansch anschließenden äußeren Mantelbereich der Last flächenhaft
umschließen, wenn dieser in Funktion ist. Die Auflagefläche der Halterung kann dabei
an der Unterseite des Flansches und einen an den Flansch sich anschließenden inneren
Mantelbereich der Last flächenhaft anliegen.
[0021] Die durch den jeweiligen Niederhalter unabhängig vom Transportvorgang ausübbare Kraft
ist mittels eines Aktuators gewährbar, so beispielsweise mittels einer hydraulischen
Vorrichtung oder mittels eines Elektro- oder Verbrennungsmotors.
[0022] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird eine Befestigungsanordnung bestehend
aus einer vorbeschriebenen Haltevorrichtung für Lasten mit einem Flansch und einer
Last mit einem Flansch beansprucht, wobei eine Oberseite des Flansches oder ein an
den Flansch sich anschließenden Mantelbereich mit einer von einem Transportvorgang,
so beispielsweise einem Heben, unabhängigen Kraft beaufschlagt ist oder ein von einem
Transportvorgang, so einem Heben, unabhängiger Formschluss zwischen Haltevorrichtung
und Flansch hergestellt ist, wobei im Rahmen der Erfindung auch eine Kombination der
drei Alternativen gelegen ist. Unter Heben ist eine Lageveränderung von einer waage-
in eine senkrechte Lage zu verstehen, wie auch ein Transport in senkrechter Lage.
Gleichsam sind auch alle anderen Transportlagen mitumfasst.
Gerade durch die Unabhängigkeit der Kraftbeaufschlagung des Flansches von einem Transportvorgang,
so einem Heben, hebt sich die Befestigungsanordnung nachhaltig von den bekannten Vorrichtungen
ab, welche nur dann Wirkung entfalten, wenn die Last senkrecht hängt.
[0023] Im Rahmen des Verfahrens ist weiterhin vorgesehen, dass die durch den mindestens
einen Niederhalter beaufschlagte Kraft den Betrag annimmt, welcher als Zugkraft in
entgegengesetzter Richtung wirkend an der mindestens einen Auflagefläche an der Unterseite
des Flansches anliegt, wenn die Last an der Haltevorrichtung frei hängt.
[0024] Gleichsam kann vorgesehen sein, dass sich die durch den mindestens einen Niederhalter
beaufschlagte Kraft dem Betrag anpasst, welcher als dynamische Zugkraft in entgegengesetzter
Richtung wirkend an der mindestens einen Auflagefläche an der Unterseite des Flansches
anliegt, wenn die Last an der Haltevorrichtung hängend schwingt.
[0025] Dies gewährt eine Anpassung der mittels des Niederhalters wirkenden Kräfte je nach
Beanspruchung und vermindert somit die Gefahr einer Beschädigung des Flansches durch
Aufbiegen.
[0026] Durch die erfindungsgemäße Lösung wird eine Haltevorrichtung bereitgestellt, bei
der die Gefahr eines Aufbiegens eines Flansches einer zu transportierenden Last in
Bezug auf den Stand der Technik weitergehend vermindert beziehungsweise optimiert
wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung ist zudem eine Anpassung an unterschiedliche
Lasten möglich, so an unterschiedliche Wanddicken von Rohren, indem der Niederhalter
verschiebbar ist. Daneben besteht ein verbesserter Schutz des Flansches bei einem
Aufrichten der Last aus einer horizontalen in die senkrechte Lage.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Figuren weiter erläutert. Dabei ergeben sich weitere Vorteile, Merkmale und
Ausgestaltungen der Erfindung.
[0028] Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Haltevorrichtung mit drei Auflageflächen in Schrägperspektive
mit angeordneter Last,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Haltevorrichtung mit drei Auflageflächen in Draufsicht mit
angeordneter Last,
Fig. 3 eine Teildarstellung einer Haltevorrichtung mit angeordneter Last.
[0029] Im Ausführungsbeispiel ist eine Haltevorrichtung
1 für eine röhrenförmige, lang gestreckte Last
2, so großformatige Rohre für den Einsatz als Gründungspfähle bei Offshore-Windkraftanlagen
beschrieben, die einen an einem Ende angeordneten umlaufenden Flansch besitzen. Die
Haltevorrichtung
1 ist im Ausführungsbeispiel dreiarmig in bekannter Weise aufgebaut und ist an ein
kranartiges Hebezeug gleichsam in bekannter Weise über biegesteife oder biegeschlaffe
Lastmittel anordenbar und weist im Ausführungsbeispiel drei, an einer Unterseite
4 des Flansches
3, rohrinnenseitig, in einem gleichen Winkel zueinander den Flansch
3 umlaufend und somit an die Last anordenbare und arretierbare Krallen
11 mit Auflageflächen
6 auf, wobei die Krallen
11 an freien Enden der drei Arme verschiebbar angeordnet sind. Dies ist im Ausführungsbeispiel
jedoch nur schematisch dargestellt.
[0030] Im Ausführungsbeispiel liegen die jeweiligen Auflageflächen
6 der Haltevorrichtung
1 an der Unterseite
4 des Flansches
3 im Bereich der Wandung der Last
2 an. Auf den Auflageflächen
6 liegt der Flansch
3 auf. Oberhalb des Flansches
3 sind an der Haltevorrichtung
1 an jeder Kralle
11 zwei Niederhalter
7, korrespondierend je Auflagefläche
6, vorgesehen. Der jeweilige Niederhalter
7 ist in einem definierten Abstand zur jeweiligen Auflagefläche
6 in Richtung einer Innenkante
12 des Flansches
3 angeordnet. Durch den jeweiligen Niederhalter
7 ist die Oberseite
5 des Flansches
3 mit einer von einem Transportvorgang unabhängigen Kraft beaufschlagbar,
Fig. 1 und
Fig. 2. Die Kraftbeaufschlagung wird durch einen Aktuator, im Ausführungsbeispiel eine Hydrauliksteuerung,
sichergestellt. Die jeweiligen Niederhalter
7 weisen einen Stempel
8 mit einer Stempelfläche
9 auf. Der Stempel
8 kann auf der Oberseite
5 des Flansches
3 der Last
2 mit einer Kraft beaufschlagt werden, wenn die Last
2 transportiert wird. Der jeweilige Niederhalter
7 ist auf der Haltevorrichtung
1, im Ausführungsbeispiel auf der Kralle
11 radial verschiebbar, sodass sein Abstand von der Auflagefläche
6 und damit gleichsam von dem äußeren Mantelbereich
10, so der Außenseite der Wand der Last
2, in Richtung der Innenkante
12 des Flansches
3 veränderbar ist, je nach Bedarf, wie aus der
Fig. 3 hervorgeht. Dadurch ist ein Hebelverhältnis, dass durch einen Abstand x, welcher
sich von einer Mittellinie des Niederhalters
7 und einer Mittellinie der Auflagefläche
6 erstreckt, und einem Abstand y, welcher sich von der Mittellinie der Auflagefläche
6 und einer Mittellinie der Wand der Last
2 erstreckt, veränderbar. Dadurch kann bei der Anordnung der Haltevorrichtung
1 an die Last
2 bereits eine Anpassung der mittels des Niederhalters
7 zu beaufschlagenden Kraft vorgenommen werden.
[0031] Ferner kann des Weiteren nach Anordnung der Haltevorrichtung
1 die mittels des Niederhalters
7 einwirkbare Kraft an die Umgebungsbedingungen, so ein Schwingen oder an die Last
2 angepasst werden. Die so bereitgestellte Vorrichtung weist die bereits erwähnten
vorteilhaften Merkmale gegenüber dem Stand der Technik auf und gewährt nicht zuletzt
eine größere Sicherheit vor Deformationen des Flansches.
Bezugszeichenliste:
[0032]
- 1. Haltevorrichtung
- 2. Last
- 3. Flansch
- 4. Unterseite des Flansches
- 5. Oberseite des Flansches
- 6. Auflagefläche
- 7. Niederhalter
- 8. Stempel
- 9. Stempelfläche
- 10. äußerer Mantelbereich
- 11. Krallen
- 12. Innenkante des Flansches
1. Haltevorrichtung (1) für eine Last (2) mit einem an mindestens einem Ende angeordneten
Flansch (3), wobei die Haltevorrichtung (1) an ein kranartiges Hebezeug anordenbar
ist und mindestens zwei an einer Unterseite (4) des Flansches (3) in einem gleichen
Winkel zueinander den Flansch (3) umlaufend anordenbare und arretierbare Auflageflächen
(6) aufweist, wobei an der Haltevorrichtung (1) mindestens ein Niederhalter (7), korrespondierend
je Auflagefläche (6), vorgesehen ist und durch den jeweiligen Niederhalter (7) eine
Oberseite (5) des Flansches (3) und/oder ein an den Flansch (3) sich anschließender
Mantelbereich mit einer von einem Transportvorgang unabhängigen Kraft beaufschlagbar
ist und/oder ein von dem Transportvorgang unabhängiger Formschluss zwischen Haltevorrichtung
(1) und Flansch (3) herstellbar ist.
2. Haltevorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei die durch den jeweiligen Niederhalter
(7) beaufschlagbare Kraft maximal den Betrag aufweist, welcher als dynamische oder
statische Zugkraft in entgegengesetzter Richtung wirkend an der mindestens einen Auflagefläche
(6) an der Unterseite (4) des Flansches (3) anliegt, wenn die Last (2) an der Haltevorrichtung
(1) hängt oder hängend schwingt.
3. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der jeweilige Niederhalter
(7) derart an der Haltevorrichtung (1) angeordnet ist, dass ein definierter Abstand
zwischen einer Auflage des Flansches (3) auf der Auflagefläche (6) der Haltevorrichtung
(1) und einer Wirkfläche der oberhalb des Flansches (3) durch den jeweiligen Niederhalter
(7) beaufschlagbaren Kraft besteht.
4. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der jeweilige Niederhalter
(7) radial und/oder die Auflageflächen (6) der Haltevorrichtung (1) verschiebbar sind.
5. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der jeweilige Niederhalter
(7) auf der Haltevorrichtung (1), derart verschiebbar ist, sodass sein Abstand von
der Auflagefläche (6) in Richtung zu einer Innenkante (12) des Flansches (3) veränderbar
ist.
6. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der jeweilige Niederhalter
(7) einen Stempel (8) mit einer Stempelfläche (9) aufweist und der Stempel (8) auf
der Oberseite des Flansches (3) und/oder an dem sich dem Flansch anschließenden Mantelbereich
der Last (2) mit einer Kraft beaufschlagbar ist und die Stempelfläche (9) an der Oberseite
des Flansches (3) und/oder an dem sich dem Flansch (3) anschließenden Mantelbereich
anordenbar ist.
7. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Flansch (3) durch
den jeweiligen Niederhalter (7) formschlüssig umschließbar ist und die Auflagefläche
(6) der Haltevorrichtung (1) die Unterseite (4) des Flansches (3) formschlüssig aufnehmen
kann.
8. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der jeweilige Niederhalter
(7) eine Oberseite (5) des Flansches (3) und einen sich an den Flansch (3) anschließenden
äußeren Mantelbereich (10) der Last (2) flächenhaft umschließen kann und die Auflagefläche
(6) der Halterung an die Unterseite (4) des Flansches (3) und einen an den Flansch
(3) sich anschließenden inneren Mantelbereich der Last (2) flächenhaft anliegen kann.
9. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Haltevorrichtung
(1) eine Messvorrichtung aufweist, durch welche ein Schwingen der Last (2) ermittelbar
ist, die Messvorrichtung mit einer Steuerung des Niederhalters (7) gekoppelt ist und
dadurch die durch den jeweiligen Niederhalter (7) ausübbare Kraft an die dynamische
Zugkraft der Last (2) anpassbar ist.
10. Haltevorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die durch den jeweiligen
Niederhalter (7) ausübbare Kraft mittels eines Aktuators gewährbar ist.
11. Befestigungsanordnung aus einer Haltevorrichtung (1) für Lasten (2) mit einem Flansch
(3) nach einem der vorherigen Ansprüche mit einer Last (2) mit einem Flansch (3),
wobei eine Oberseite (5) des Flansches (3) und/oder ein an den Flansch (3) sich anschließender
Mantelbereich mit einer von einem Transportvorgang unabhängigen Kraft beaufschlagt
ist und/oder ein von dem Transportvorgang unabhängiger Formschluss zwischen Haltevorrichtung
(1) und Flansch (3) hergestellt ist.
12. Befestigungsanordnung nach Anspruch 11, wobei die durch den mindestens einen Niederhalter
(7) beaufschlagte Kraft den Betrag annimmt, welcher als Zugkraft in entgegengesetzter
Richtung wirkend an der mindestens einen Auflagefläche (6) an der Unterseite (4) des
Flansches (3) anliegt, wenn die Last (2) an der Haltevorrichtung (1) frei hängt.
13. Befestigungsanordnung nach Anspruch 11, wobei die durch den mindestens einen Niederhalter
(7) beaufschlagte Kraft sich dem Betrag anpasst, welcher als dynamische Zugkraft in
entgegengesetzter Richtung wirkend an der mindestens einen Auflagefläche (6) an der
Unterseite (4) des Flansches (3) anliegt, wenn die Last (2) an der Haltevorrichtung
(1) hängend schwingt.