Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Gestrick aus einem oder mehreren Garnen, von denen wenigstens
ein Garn eine für die Übertragung elektrischer Signale ausreichende elektrische Leitfähigkeit
aufweist, enthaltend einen gestrickten Taster zum Erzeugen eines elektrischen Steuersignals
zur Steuerung eines Aktors oder Verbrauchers.
[0002] Unter einem Gestrick werden alle Textilien verstanden, die gestrickt oder gewirkt
sind, nicht aber Gewebe oder andere Textilien, die mit einer Vielzahl von Fäden erzeugt
werden.
Stand der Technik
[0003] Es sind Textilien bekannt, in denen elektrisch leitende Fäden zur Anzeige von Signalen
verwendet werden. Es sind ferner Textilien bekannt, welche Strom zu Trainingszwecken
auf den Körper übertragen.
[0004] Unter dem Begriff "intelligente Textilien" (smart textiles, smart cloths, I-cloths)
sind eine Vielzahl von Textilien bekannt, die über den Sichtschutz und die Isolierung
des Körpers hinaus funktionelle und elektronische Eigenschaften haben. Üblicherweise
werden metallische Garne als elektrische Leiter in Gewebe eingewebt oder aufgestickt.
Diese übertragen elektrische Signale an einen ebenfalls in das Textil integrierten
Verbraucher. Ein Beispiel für bekannte Verbraucher sind Sensoren, welche Körperfunktionen
aufnehmen.
[0005] Es sind Armbänder für Behinderte, Kinder oder älteren Menschen mit Tastern zum Absetzen
eines Notrufsignals oder zum Überwachen der Geoposition bekannt.
[0006] DE 20 2013 101 068 U1 offenbart ein Detektionselement aus verschiedenen textilen Schichten mit Strukturfäden
u.a. aus Metall-Faser-Garn und Kohlefasergarn. Das Detektionselement muss auf der
Haut aufliegen und ist nicht zur Verwendung als Taster geeignet.
[0007] US 2016/0048235 A1 offenbart interaktive Textilien mit metallischen Leitern, welche als kapazitiver
Touch-Sensor in das Textil eingewebt sind.
[0009] Die Veröffentlichung "Neue Technologie: Gestrickter Schalter" in Melliand Textilberichte
2008, Heft 5, S. 137 offenbart elektrisch leitfähige Fasern, die zu gestrickten Schaltern
verarbeitet werden.
[0011] Nachteilig bei bekannten intelligenten Textilien ist es, dass die metallischen Leiter
beim Waschen oder anderweitigen Kontakt mit Flüssigkeiten (z. B. Schweiß) korrodieren.
Dann ist die Funktionsfähigkeit nicht mehr gegeben. Außerdem beeinträchtigen Oxide
die Optik. Die Herstellung von eingewebten oder aufgestickten Leitern ist aufwändig
und erfordert in der Regel eigens hierfür modifizierte Maschinen.
Offenbarung der Erfindung
[0012] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein intelligentes Gestrick der eingangs genannten Art
zu schaffen, welches eine einfache Herstellung und dauerhafte Nutzung ermöglicht.
[0013] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Garn mit der für die Übertragung
elektrischer Signale ausreichenden elektrischen Leitfähigkeit ausschließlich aus nicht-metallischen
Materialien gefertigt ist und Fasern aus einem nicht-metallischen, elektrisch leitenden
Polymer enthält.
[0014] Ein gestrickter Taster kann problemlos mit herkömmlichen Maschinen hergestellt werden.
Die Verwendung eines nicht-metallischen Garns mit elektrisch leitendem Polymer ermöglicht
häufiges Waschen ohne Korrosion, so dass eine dauerhafte Nutzung möglich ist ohne
dass der Nutzer besondere Vorsicht walten lassen muss. Der Taster kann in quasi beliebiger
Größe in das Gestrick integriert werden. Sowohl besonders große Taster für leicht
Anwendbarkeit, als auch besonders kleine Taster für den Einsatz gemeinsam mit einer
Vielzahl weiterer Taster auf begrenzten Flächen können durch Integration in das Gestrick
verwendet werden.
[0015] Vorzugsweise ist der Taster von einem dreidimensionalen Gestrick gebildet, welches
zwei elektrisch leitende Flächen bildet, die im Wesentlichen parallel zueinander beabstandet
angeordnet sind. Dadurch wird das optische Erscheinungsbild des Gestricks und der
Tragekomfort gegenüber Textilen ohne Taster nicht oder nur wenig verändert. Es ist
aber auch möglich den Taster beispielsweise mit einer anderen Farbgestaltung oder
anderen Garnen zu versehen, so dass er besonders hervorgehoben wird.
[0016] Vorzugsweise ist eine der elektrisch leitenden Flächen mit einem Nullleiter verbunden
und etwas größer, als die andere der zwei elektrisch leitenden Flächen. Dadurch werden
Kurzschlüsse vermieden.
[0017] Es können mehrere Taster für unterschiedliche Steuersignale vorgesehen sein.
[0018] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung sind die Steuersignale zur drahtlosen Steuerung
des Aktors oder Verbrauchers vorgesehen. Dabei kann insbesondere eine Aufnahme für
einen Transmitter vorgesehen sein zur drahtlosen Übertragung des Steuersignals an
einen Empfänger des Aktors oder Verbrauchers und Mittel zur Kontaktierung des Transmitters
mit dem Taster. Die drahtlose Übertragung des Steuersignals beschränkt die in das
Textil integrierten elektronischen Komponenten auf den Transmitter. Dadurch kann das
Textil kostengünstig hergestellt werden und die Qualität und die Eigenschaften des
Aktors oder Verbrauchers bleiben unverändert.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist der Transmitter
Kontakte in Form von Fäden auf, welche mit den Garnen des gestrickten Tasters elektrisch
verbunden sind, wobei die Verbindung über einen Knoten hergestellt wird. Es hat sich
überraschenderweise herausgestellt, dass die elektrische Verbindung zur Übertragung
von einfachen Signalen bei einem Knoten ausreicht. Eine Löt - oder Crimpverbindung
ist nicht erforderlich. Wenn der Transmitter im Textil verbleibt und nicht entfernt
werden muss, ist es nicht erforderlich den Knoten aufwändig zu lösen.
[0020] Insbesondere ist vorgesehen, dass der Transmitter mit einer Batterie versehen ist,
deren Energievorrat für die Lebensdauer des Gestricks ausreicht. Dabei können der
Transmitter und weitere elektronische Komponenten waschbar gekapselt und dauerhaft
in eine Aufnahme in Form einer integrierten Tasche eingesetzt sein. Es können aber
auch Taschen oder Haltebänder oder dergleichen für den Transmitter nachträglich an
das Gestrick angenäht oder auf andere Weise befestigt werden.
[0021] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die drahtlose
Übertragung mittels eines geeigneten Übertragungsprotokolls.
[0022] Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Ein Ausführungsbeispiel
ist nachstehend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0023]
- Fig.1
- ist eine schematische Darstellung des Einsatzgebietes eines intelligenten Textils.
- Fig.2
- ist eine schematische Darstellung der Verschaltung eines intelligenten Textils.
- Fig.3
- zeigt eine Jacke als Beispiel für ein intelligentes Textil.
- Fig.4
- zeigt einen Teil eines textilen Tasters.
- Fig.5
- zeigt einen Transmitter für das intelligente Textil aus Figur 1 und 2.
- Fig.6
- zeigt eine Hand mit einem Armband mit textilem Taster von unten zur Verwirklichung
eines Blinkers an einem Zweiradfahrer.
- Fig.7
- zeigt die Hand mit dem Armband aus Figur 6 von oben.
- Fig.8
- zeigt einen Rucksack für einen Zweiradfahrer mit LED-Blinkern, die mit einem Armband
aus Figur 6 und 7 steuerbar sind.
- Fig.9
- ist eine schematische Darstellung eines Smartphones in einer Hülle, das mit einem
Armband aus Figur 6 und 7 steuerbar ist.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0024] Figur 1 zeigt ein nachfolgende näher beschriebenes, intelligentes Textil in Form
einer gestrickten Jacke 10. Es versteht sich, dass auch eine Vielzahl anderer gestrickter
Textilien verwendet werden können, etwa einzelne Ärmel, Handschuhe, Gamaschen, Hosen,
Pullover, Schals, Mützen, Westen, Kleider, Röcke, Mäntel und dergleichen mehr. Derartige
intelligente Textilien werden auch als "smart textiles" bezeichnet.
[0025] Mit Hilfe der Jacke kann über eine Funkverbindung, bei 2,4 bis 2,483 GHz ein Verbraucher
14 angesteuert werden. Dies ist durch Funkwellen 12 illustriert. Die gewählte drahtlose
Kommunikation erfordert besonders wenig Energie und hat eine Reichweite von typischerweise
30 m. Es versteht sich, dass je nach Ausgestaltung der Übertragungskomponenten auch
kürzere oder längere Reichweiten verwirklicht werden können. Der Verbraucher 14 ist
im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Leuchte, die mit einem geeigneten Empfänger
16 ausgestattet ist. Es ist aber quasi jeder andere elektrische Verbraucher, hydraulische
oder pneumatische Aktor denkbar, der einen geeigneten Empfänger aufweist. Solche Verbraucher
oder Aktoren können Verbraucherelektronik, TV- und Musikabspielgeräte, Leuchten, Klingeln,
Notfallrufanlagen, Funkgeräte, Telefone, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge, Lifte Türöffner,
medizinische Geräte, Ventile und Hähne für die Wasserver- und Entsorgung und dergleichen
mehr umfassen. Je nach Ausgestaltung weist der Verbraucher oder Aktor eine Energie-
oder Druckquelle 18 auf, die mit den Verbraucher 14 und ggf. den Empfänger 16 mit
Energie und/oder Druck versorgt.
[0026] Figur 2 zeigt die Anordnung aus Figur 1 im Detail. Die Jacke 10 weist zwei Taster
20 und 22 auf. In diesem Beispiel sind zwei Taster vorgesehen. Es versteht sich, dass
auch nur ein Taster oder mehr Taster mit jeweils eigenen Transmittern verwendet werden
können. Mit den Tastern 20 und 22 kann jeweils ein elektrisches Signal erzeugt werden,
wenn sie gedrückt werden. Das Signal wird über Signalleitungen an einen Transmitter
24 übertragen. Jedem Taster 20 oder 22 ist ein eigener Transmitter zugeordnet. Der
Transmitter 24 ist auf einer Platine 26 angeordnet, die mit elektrischer Energie aus
einer Batterie 28 versorgt wird.
[0027] Die Platine 26 und die Batterie 28 sind in einem flexiblen, wasserdichten Gehäuse
30 gekapselt. Signalleitungen 32 verbinden die Taster 20 und 22 mit der Platine 26.
Das vom Transmitter 24 erzeugte Signal wird über eine Antenne drahtlos an einen Empfänger
16 übertragen. Dies ist durch einen Pfeil 34 repräsentiert. Der Empfänger und eine
geeignete elektronische Schaltung 38 ordnet den jeweiligen Taster 20 oder 22 einem
Verbraucher 14 oder 36 zu. In Figur 2 sind eine Leuchte 14 und ein Motor 36 als Verbraucher
vorgesehen. Figur 3 zeigt am Beispiel der Jacke 10, wie ein intelligentes Textil gestaltet
werden kann. Es versteht sich, dass jede der speziellen Eigenschaften auch einzeln
oder in unterschiedlichen Kombinationen in einem intelligenten Textil verwendet werden
kann. Die Jacke 10 ist ein Gestrick mit verschiedenen Bereichen. Der Bereich 52 ist
als breite Rippe 40 gestrickt. Der Bereich 54 ist als Mesh 44 gestrickt. Bereiche
56 sind mit Tastern 46 versehen. Die Bereiche 58 sind transparent gestaltet. Die Jacke
10 weist ferner einen Zweiwegereissverschluss 60 auf.
[0028] Ein Taster 46 ist in Figur 4 separat dargestellt. Der Taster 46 ist als dreidimensionales
Gestrick ausgebildet. Zwei leitende Flächen 62 und 64 sind beabstandet zueinander
angeordnet. Im Bereich der Flächen 62 und 64 wurde ein leitendes Garn in Form eines
nicht-metallischen Garns mit Kohlenstoff-beschichteten Nylonfasern verwendet. Es können
verschiedene Kohlenstoffhaltige oder Kohlenstoff-beschichtete Polymerfasern verwendet
werden, die eine Leitfähigkeit aufweisen, welche ausreicht um ein An/Aus-Signal zu
übertragen. Eine höhere Leitfähigkeit, wie sie bei metallischen Leitern, etwa aus
Kupfer, vorliegt, ist nicht erforderlich. Die Polymerfasern haben den Vorteil, dass
sie flexibel und langlebig sind und beim Waschen oder Kontakt mit Schweiß und anderen
Flüssigkeiten nicht korrodieren.
[0029] Zur Herstellung des Tasters wird ein Gestrick aus verschiedenen Garnen im Zick-Zack-Muster
hergestellt und erwärmt. Die Garne haben unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten.
Entsprechend richten sich die Garne beim Erwärmungsprozess auf und die beiden gestrickten
Flächen des Tasters bleiben wie in Figur 4 dargestellt beabstandet zueinander. Die
Elastizität und Flexibilität des Gestricks ermöglicht es, dass der Taster in einem
Strickprozess direkt in das Gestrick eingearbeitet wird. Der Taster ist so elastisch,
dass er einerseits mit der Hand leicht zusammengedrückt werden kann und andererseits
die Flächen bei Lösen des Drucks wieder auseinander bewegt werden. Dabei ergibt das
Polymermaterial eine gute Haptik, welche die Kontaktierung für den Anwender spürbar
macht.
[0030] Der Faden einer der Flächen 62 und 64 wird an den Nullleiter angeschlossen. Das Garn
der gegenüberliegenden Fläche wird auf ein höheres Potential gelegt. Wenn die Flächen
zusammengedrückt werden und sich berühren, fließt ein geringer Signalstrom. Zur Vermeidung
eines Kurzschlusses, ist der Rand der Fläche, die an den Nullleiter angeschlossen
ist, etwas größer als der Rand der Fläche mit höherem Potential. Diese Fläche ist
mit einem nichtleitenden Faden umgeben, etwa aus Wolle.
[0031] Die Fäden, mit denen die Flächen 62 und 64 des Tasters gestrickt wurden, werden mit
Fäden verknotet, welche an die Kontakte der Platine 26 angelötet oder auf andere Weise
elektrisch kontaktiert sind. Es hat sich herausgestellt, dass ein solcher Knoten eine
ausreichend elektrisch leitende Verbindung darstellt. Eine Lötverbindung oder andere
zeit- und kostenintensive Verbindung ist nicht erforderlich.
[0032] Die Platine 26 ist in Figur 5 noch einmal separat dargestellt. Die Größenverhältnisse
einer beispielhaften Platine sind anhand eines 1-Euro-Stücks illustriert. Es versteht
sich, dass es auch kleinere oder größere Platinen gibt, welche für den Zweck geeignet
sind. Die Platine 26 ist mit einer wasserdichten Hülle versehen und so waschbar gekapselt.
Die Kapsel wird in eine Tasche im Gestrick eingefügt und dort so vernäht, dass sie
nicht herausfallen kann. Die Platine bleibt dauerhaft im Gestrick. Es ist daher nicht
erforderlich, vor dem Tragen des intelligenten Textils einen Kontakt herzustellen
und anschließend wieder zu trennen.
[0033] Die Platine ist mit einer Batterie 28 ausgestattet, deren Energie über die Lebensdauer
des Kleidungsstücks ausreicht. Bei einer Jacke mit einer Lebensdauer von beispielsweise
3 Jahren ist die Batterie für eine Versorgung über 3 Jahre mit etwa 100 Schaltvorgängen
pro Tag ausgestattet. Ein Batteriewechsel oder ein Aufladen eines Akkumulators ist
entsprechend nicht erforderlich. Das intelligente Textil ist zu jedem Zeitpunkt ohne
zusätzliche Maßnahmen wasch- und tragbar. Es versteht sich, dass je nach Anwendungsgebiet
auch wieder aufladbare Akkumulatoren vorgesehen sein können oder als Ganzes austauschbare
Platinen.
[0034] Zur Optimierung des Energieverbrauchs ist der Transmitter mit einer Autoabschaltung
versehen. Ein abgeschalteter Transmitter weist keine Ruheströme auf und verbraucht
keine Energie. Die Autoabschaltung nutzt die Änderung der Impedanz zwischen zwei Fäden
des elektrisch leitenden Polymers, die in das Ripp-Bündchen im Ärmel eingestrickt
sind. In Gegenwart der Haut ändert sich die Impedanz zwischen den beiden Fäden. Dies
wird als Signal für den getragenen Zustand erkannt und die Autoabschaltung deaktiviert.
[0035] Bei einem alternativen, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel wird ein Permanentmagnet
mit einem Reed-Kontakt zur Aktivierung des Transmitters verwendet. Wenn die Jacke
zusammengefaltet wird, spricht die Autoabschaltung an.
[0036] Werden mehrere Taster 20 oder 22 verwendet, werden die Signale codiert. Die Codierung
erfolgt vorzugsweise innerhalb des Textils und nicht im Taster. Der Empfänger kann
anhand der Codierung eine geeignete Zuordnung zum angesprochenen Verbraucher vornehmen.
Die Codierung des Tasters erfolgt über ein Handy, auf dem eine zugehörige App installiert
ist, mittels NFC - Übertragung.
[0037] Grundsätzlich haben Bluetooth und viele andere drahtlose Übertragungsstandards einen
Energieverbrauch, der für die vorgeschlagene Anwendung zu hoch ist. Es ist daher ferner
vorgesehen, dass der Empfänger je nach Anwendung einen Konverter mit einer Energieversorgung
aufweist, der das drahtlose gesendete Signal in ein Bluetooth-Signal umwandelt. Dann
können Bluetooth-fähige Geräte ohne zusätzlichen Aufwand gesteuert werden.
Ausführungsbeispiel: Smartes Fahrrad Armband
[0038] In den Figuren 6 bis 9 ist ein Ausführungsbeispiel in Form eines smarten Fahrrad-Armbands
dargestellt. Ein oben beschriebener, drahtlos arbeitender textiler Taster ist für
die Steuerung von elektrischen Systemen wie z.B. Blinker - LEDs oder Smartphones während
des Radfahrens vorgesehen.
[0039] Fig.6 zeigt eine Hand 102 von unten. Der Handballen und/oder das Handgelenk 104 sind
von einem textilen Armband 106 bedeckt. Das Armband 106 kann auch eine Stulpe, das
untere Ende eines Ärmels oder das eingangsseitige Ende eines Handschuhs bilden. In
die Unterseite des Armbands 106 sind vier gestrickten Taster 108, 110, 112 und 114
integriert. Es versteht sich, dass die Anzahl der Taster bei anderer Anwendung variieren
kann. Jeder der Taster 108, 110, 112 und 114 besteht aus zwei mit elektrisch leitfähigen
Garnen gestrickten Flächen. Die Flächen sind in oben beschriebener Weise durch ein
elektrisch isolierendes Abstandsgestrick von einander getrennt. Im übrigen ist das
Armband 106 aus herkömmlichen Garnen wie z.B. Baumwolle gestrickt. Das Armband 106
kann, muss aber nicht unbedingt einen Kontakt mit der Haut haben. Durch Drücken des
Handballens oder der Handkante auf den Lenker des Fahrrads oder anderen Fahrzeugs
können die Taster 108, 110, 112 und 114 betätigt werden.
[0040] Jedem der Taster 108, 110, 112 und 114 sind empfängerseitig Schaltfunktionen zugeordnet.
Neben dem Armband 106 trägt der Nutzer einen Rucksack 116. Dieser ist in Figur 8 schematisch
dargestellt. Statt eines Rucksackes ist auch eine Weste, eine Jacke, ein Pullover,
eine Oberbekleidung, ein Leibchen o.ä. geeignet. Es kann auch eine eigene Anzeigevorrichtung
am Fahrzeug befestigt sein. Der Rucksack 116 ist mit LED-Anordnungen 118, 120 und
optional mit einer LED Anordnung 122 versehen. Die LED-Anordnung 118 bildet einen
Pfeil nach links in Figur 8. Die LED-Anordnung 120 bildet einen Pfeil in entgegengesetzter
Richtung, d.h. nach rechts in Figur 8. Zwischen den LED-Anordnungen 118 und 120 ist
eine LED-Anordnung 122 in Form eines Ausrufezeichens angeordnet, welche ein "Achtung"-Signal
repräsentiert.
[0041] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel werden mit dem linken Taster 108 die "Links-Abbiegen"
- LEDs der LED-Anordnung 118, mit dem rechten Taster 112 die "Rechts-Abbiegen" LEDs
der LED-Anordnung 120 und mit dem mittleren Taster 110 die"Achtungs" Ausrufezeichen
LEDs der LED-Anordnung 122 angesteuert. Der untere Taster 114 dient zum Ein/Ausschalten
des Systems. Die Taster sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel an einem Textil 106
vorgesehen. Man kann auch die andere Hand mit einem Textil mit Tastern bzw. Funktionen
belegen, benötigt dann aber eine zweite Elektronik mit Stromversorgung. Die Bedienung
ist dann intuitiver und entsprechend komfortabler.
[0042] Von den Tastern 108, 110, 112, 114 geht eine gemeinsame Masseleitung 124 und je eine
Signalleitung 126, 128, 130 und 132 zur Elektronik mit Stromversorgung an der Oberseite
des Armbands 106. Dies ist in Figur 7 dargestellt. Die Elektronik umfasst eine kleine
Leiterplatte 134 und eine Batterie 136. Diese sind in Silikon vergossen, damit keine
Feuchtigkeit eindringen kann.
[0043] Die Verbindungen sind als elektrisch leitfähige Fäden in das Armband 106 eingestrickt.
Die Leiterplatte 134 enthält eine Antenne 138, über die die Steuersignale drahtlos
zu einem Empfänger 140 übertragen werden. Der Empfänger 140 mit Antenne 142 befindet
sich im oder am Rucksack 116. Dies ist in Figur 8 zu erkennen. Auf der Außenseite
des Rucksacks 116 befinden sich die LEDs der LED-Anordnungen 118, 120 und 122. Die
LEDs sind in einer flexiblen Matrix im Textils oder aus Kunststoff eingebettet und
dort verkabelt. Die Einbettung von LEDs in solche Matrizen ist aus dem Stand der Technik
bereits bekannt und braucht daher hier nicht näher erläutert werden. Die LEDs sind
über ein Relais 150 mit der Empfängerelektronik 140 verbunden.
[0044] Die Empfängerelektronik 140 und auch die LEDs der LED-Anordnungen 118, 120 und 122
werden von einem Akkumulator 144 mit Energie versorgt. Der Akkumulator 144 befindet
sich im Rucksack 116. Der Akkumulator 144 kann über eine Buchse extern aufgeladen
werden und/oder auch durch flexible Solarzellen 146 nachgeladen werden. Die Solarzellen
146 sind außen am Rucksack 116 vorgesehen. Ein induktives Ladesystem ist ebenfalls
möglich. Es versteht sich, dass jede mobile Energieversorgung, die aus dem Stand der
Technik bekannt ist, eingesetzt werden kann.
[0045] Es ist vorteilhaft, wenn sich in den Halteriemen des Rucksacks 116 ebenfalls LEDs
befinden, die nach vorne gerichtet sind und dem Fahrer eine Rückmeldung geben. Mit
dem Achtungs - Ausrufezeichen der LED-Anordnung 122 kann beispielsweise einen Bremsvorgang
angekündigt werden. Diese LEDs könnten auch über einen Beschleunigungssensor (nicht
dargestellt) gesteuert sein.
Ausführungsbeispiel: Smartes Armband zur Steuerung eines Smartphones
[0046] Ein in Figur 9 gezeigtes Ausführungsbeispiel zeigt die Steuerung eines Smartphones
152 über das oben beschriebene smarte Armband 106. Empfängerseitig werden die Steuersignale,
die vom Armband 106 drahtlos übertragen werden, in ein NFC-Signal umgesetzt. Das NFC-Signal
wird über eine NFC-Antenne 154 vom Smartphone 152 empfangen. Die erforderliche Empfängerelektronik
156 mit Empfangsantenne und NFC-Sender und Stromversorgung 158 befinden sich in einer
smarten Handy-Hülle 160. Diese Hülle 160 kann ebenfalls textil oder auch aus Kunststoff
ausgeführt sein. Eine NFC-Antenne 162 ist in der Hülle 160 so positioniert, dass der
NFC-Chip des Smartphones 152 dicht zu liegen kommt. Die Elektronik wird aus dem Akkumulator
158 des Smartphones versorgt.
[0047] Handy-Hülle 160 und smartes Armband 106 sind die kleinsten Elemente des Systems.
Die Funktionalität der Handy - Hülle 160 kann aber auch in den Rucksack 116 integriert
werden. In Verbindung mit den Solarzellen 146 ergibt sich die Möglichkeit, den Akkumulator
auch des Smartphones 152 nachzuladen.
[0048] Weitere Anwendungen ergeben sich neben Fahrradfahrern auch für Motorradfahrer oder
auch Ski- und Snowboard Fahrer. Die Vorteile der erfindungsgemäßen Anordnung sind,
dass die textilen Taster drapierbar, atmungsaktiv und weich sind und eine textile
Haptik aufweisen.
1. Gestrick aus einem oder mehreren Garnen, von denen wenigstens ein Garn eine für die
Übertragung elektrischer Signale ausreichende elektrische Leitfähigkeit aufweist,
enthaltend einen gestrickten Taster zum Erzeugen eines elektrischen Steuersignals
zur Steuerung eines Aktors oder Verbrauchers, dadurch gekennzeichnet, dass das Garn mit der für die Übertragung elektrischer Signale ausreichenden elektrischen
Leitfähigkeit ausschließlich aus nicht-metallischen Materialien gefertigt ist und
Fasern aus einem nicht-metallischen, elektrisch leitenden Polymer enthält.
2. Gestrick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Taster von einem dreidimensionalen Gestrick gebildet ist, welches zwei elektrisch
leitende Flächen bildet, die im Wesentlichen parallel zueinander beabstandet angeordnet
sind.
3. Gestrick nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine der elektrisch leitenden Flächen mit einem Nullleiter verbunden ist und etwas
größer ist, als die andere der zwei elektrisch leitenden Flächen.
4. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Taster für unterschiedliche Steuersignale vorgesehen sind.
5. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuersignale zur drahtlosen Steuerung des Aktors oder Verbrauchers vorgesehen
sind.
6. Gestrick nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine Aufnahme für einen Transmitter zur drahtlosen Übertragung des Steuersignals
an einen Empfänger des Aktors oder Verbrauchers und Mittel zur Kontaktierung des Transmitters
mit dem Taster.
7. Gestrick nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Transmitter Kontakte in Form von Fäden aufweist, welche mit den Garnen des gestrickten
Tasters elektrisch verbunden sind, wobei die Verbindung über einen Knoten hergestellt
wird.
8. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Transmitter mit einer Batterie versehen ist, deren Energievorrat für die Lebensdauer
des Gestricks ausreicht.
9. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Transmitter und weitere elektronische Komponenten waschbar gekapselt sind und
dauerhaft in eine Aufnahme in Form einer integrierten Tasche eingesetzt ist.
10. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die drahtlose Übertragung mittels NFC erfolgt.
11. Gestrick nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Taster vorgesehen sind, mit denen LED-Anordnungen (118, 120) oder
andere Leuchten ansteuerbar sind, welche ein Blinkersystem für Fahrzeuge bilden.
12. Blinkeranordnung enthalten ein Gestrick nach Anspruch 11 und einen Rucksack oder ein
am Oberkörper tragbares Rückenteil, mit zwei über die Taster des Gestricks ansteuerbaren
Blinkern.