[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schienenzwischenlage zur Anordnung zwischen
einer Bahnschwelle und einer Schiene sowie ein Verfahren zum Aufbau eines Gleisoberbaus.
[0002] Aktuell verwendete Schienenzwischenlagen werden aus elastomeren Werkstoffen hergestellt.
Diese haben die Eigenschaft, dass sie sehr große Reibung, insbesondere zwischen der
Schienenunterseite und der Schienenzwischenlage, erzeugen. Dies stellt bei Installation,
Montage und Demontage von Schienenzwischenlagen ein Problem dar. Beim sogenannten
Schienenziehen in Schienenlängsrichtung vor dem Verspannen und Endlosschweißen der
Schienen werden durch die hohen Reibkräfte oft die Schienenzwischenlagen aus der vorgesehenen
Position zwischen der Schienenunterseite und der Betonschwelle herausgezogen ("Zwischenlagen-Wandern").
Die Ziehlänge kann dabei bis zu 1 m betragen. Die so herausgezogenen Schienenzwischenlagen
müssen durch hohen Arbeitseinsatz manuell wieder in die vorgesehenen Positionen gebracht
werden.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, im Schwellenwerk einen Kleber auf z. B.
die Schwellenoberseite aufzutragen und die Zwischenlagen auf die so präparierte Schwelle
zu kleben. Bekannt ist es auch, Zwischenlagen mit Hinterschneidungen vorzusehen, welche
Nasen, Vorsprünge oder dergleichen aufweisen, die ein Herausziehen verhindern sollen.
Beide Varianten haben sich allerdings hinsichtlich der Positionierung als nicht ausreichend
zuverlässig erwiesen. Hinzu kommt beim Festkleben der Schienenzwischenlage auf die
Betonschwelle, dass eine auf diese Weise festgeklebte Schienenzwischenlage nur sehr
schwer von der Betonschwelle entfernt werden kann. Dies bringt insbesondere den Nachteil
mit sich, dass eine derart festgeklebte, verschlissene Schienenzwischenlage nur unter
hohem Aufwand getauscht werden kann.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schienenzwischenlage sowie
ein Verfahren zum Aufbau eines Gleisoberbaus anzugeben, welche die vorgenannten Nachteile
beseitigen und insbesondere das "Zwischenlagen-Wandern" vermeiden sowie den Aufwand
bei der Schwellenherstellung möglichst gering halten.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Schienenzwischenlage gemäß Anspruch 1 sowie durch ein
Verfahren zum Aufbau eines Gleisoberbaus gemäß Anspruch 10 gelöst. Weitere Vorteile
und Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung und der beigefügten
Figur.
[0006] Erfindungsgemäß weist eine Schienenzwischenlage, ausgelegt zur Anordnung zwischen
einer Bahnschwelle und einer Schiene, insbesondere an einer Schienenunterseite, eine
Außenfläche auf, wobei die Außenfläche zumindest bereichsweise durch eine Haftschicht
bzw. eine Klebeschicht, gebildet ist bzw. diese aufweist oder umfasst. Vorteilhafterweise
weist die Außenfläche bzw. Oberfläche der Schienenzwischenlage also zumindest bereichsweise
ein Haftmittel bzw. eine Haftschicht, insbesondere eine Klebeschicht, auf bzw. bildet
diese aus. In anderen Worten ist die Haft- bzw. Klebeschicht an zumindest einer der
Außenflächen der Schienenzwischenlage vorgesehen. Bevorzugt weist die Schienenzwischenlage
eine (andere/zweite) Außenfläche auf, die nicht mit der Haft- bzw. Klebeschicht versehen
ist, vorzugsweise vielmehr mit einer Gleitschicht versehen ist. Die mit der Haft-
bzw. Klebeschicht versehene Außenfläche ist bevorzugt die der Bahnschwelle zugewandte
Unterseite, und die andere bzw. zweite Außenfläche ist bevorzugt die der Schiene zugewandte
Oberseite. Die Haftschicht/Klebeschicht kann durch Aufbringen eines Zusatzmaterials,
beispielsweise in Form eines Klebers, gebildet sein. Die Haftschicht/Klebeschicht
kann aber auch durch die Schienenzwischenlage selbst bzw. durch das Material der Schienenzwischenlage
selbst gebildet sein, beispielsweise indem die Schienenzwischenlage entsprechend (vor-)behandelt
ist bzw. allgemein durch eine entsprechende Verfahrensführung bei der Herstellung
der Schienenzwischenlage. Auf die verschiedenen Möglichkeiten wird nachfolgend noch
gesondert eingegangen.
[0007] Die vorstehend beschriebene Gleitschicht ist zweckmäßigerweise derart ausgebildet,
dass sie einen geringeren Reibungskoeffizieten zum Schienenmaterial aufweist, als
die Haft- bzw. Klebeschicht, insbesondere als der Rest oder Haupt- bzw. überwiegende
Bestandteil der Schienenzwischenlage. Bevorzugt ist vorgesehen, dass es sich bei der
Gleitschicht um eine Kunststoffbeschichtung, um eine Hartgummibeschichtung, um eine
Metallbeschichtung, um eine Gewebebeschichtung oder um eine Verbundbeschichtung handelt.
Bei der Kunststoffbeschichtung oder bei der Hartgummibeschichtung (wobei diese auch
aus einem synthetischen Hartgummimaterial bestehen kann) kann es sich um eine Platte
oder um eine Folie handeln, die bspw. formschlüssig und insbesondere stoffschlüssig
mit dem (Grund-)Material der Schienenzwischenlage verbunden und auf diese Weise befestigt
ist. Die Dicke eines Plattenmaterials kann zwischen 0,2 mm und 5,0 mm betragen. Die
Dicke eines Folienmaterials kann zwischen 0,05 mm und 0,5 mm betragen. Als Folie kommt
z. B. eine Coex-Folie in Betracht. Eine Formschlussverbindung kann z. B. eine Niet-,
Nagel- oder Schraubverbindung sein.
[0008] Insbesondere ist es vorgesehen, dass die Haftschicht und/oder Gleitschicht im verbauten
Zustand unmittelbar an der Schiene bzw. Schwelle anliegt.
[0009] Um ein Verkleben der Schienenzwischenlagen während Lagerung und Transport zu verhindern,
kann die (haft-)beschichtete Oberfläche bzw. Außenfläche mit einer Schutzschicht,
wie z. B. einer Kunststofffolie, bedeckt sein. Diese wird dann kurz vor der Montage,
z. B. im Schwellenwerk, abgezogen. Zweckmäßigerweise muss eine derartige Schienenzwischenlage
also nicht im Schwellenwerk nach Aufbringen eines Klebers auf die Schwelle, insbesondere
auf die Schwellenoberseite, mit dieser verklebt werden. Somit ist keine zusätzliche
Manipulation (aufwändiges Auftragen eines Klebers; Sicherstellen einer flächigen,
gleichmäßigen Schichtdicke; Arbeitsplatzverschmutzung etc.) im Schwellenwerk notwendig.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform ist die Außenfläche eine Oberseite oder/oder eine Unterseite
und/oder eine Seitenfläche der Schienenzwischenlage. Die Oberseite bezeichnet diejenige
Seite der Schienenzwischenlage, welche zu der Schiene, insbesondere zu deren Schienenfuß
hin, orientiert ist. Die Unterseite ist zur Bahnschwelle hin orientiert. Mit den Seitenflächen
sind insbesondere diejenigen Seitenflächen gemeint, welche zu den neben der Schiene
angeordneten weiteren Befestigungselementen bzw. Komponenten des Gleisoberbaus, wie
beispielsweise den Winkelführungsplatten, hin orientiert sind. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform ist insbesondere auf der Unterseite der Schienenzwischenlage eine
Haftschicht vorgesehen, wodurch die Position der Schienenzwischenlage beim Schienenziehen
fixiert/beibehalten werden kann, während auf der Oberseite, die zur Schiene hin gerichtet
ist, ein Verlagern der Schiene ermöglicht ist bzw. möglich bleibt, insbesondere indem
hier eine Gleitschicht vorgesehen ist.
[0011] Die Haftschicht kann jeweils vollflächig oder auch nur partiell bzw. bereichsweise
ausgebildet sein. Unter einer bereichsweisen Ausbildung ist beispielsweise eine streifen-
oder punktförmige Ausgestaltung gemeint. Gemäß einer Ausführungsform erstrecken sich
beispielsweise mehrere streifenförmige Haft-/Klebestreifen im Wesentlichen entlang
einer Gleisrichtung bzw. alternativ im Wesentlichen senkrecht dazu. Auch eine schräge
Orientierung, beispielsweise in einem 45° Winkel, ist möglich, wobei die Orientierung
insbesondere von der Einbaulage/Einbauposition der Schienenzwischenlage abhängig sein
kann, ob beispielsweise die entsprechende Schienenzwischenlage im Bereich einer Kurve
liegt oder im Bereich eines Gefälles oder einer Steigung etc. Als vorteilhaft hat
es sich in diesem Zusammenhang auch erwiesen, dass die Klebestreifen eine unterschiedliche
Breite aufweisen, beispielsweise zu einer Mitte der Schienenzwischenlage hin breiter
bzw. umgekehrt. Mögliche Breiten der Streifen liegen z. B. in einem Bereich von etwa
5 bis 80 mm, vorzugsweise 20 bis 60 mm.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen,
dass die bereichsweise ausgestaltete Haftschicht in einem Randbereich der Schienenzwischenablage
angeordnet ist. Dadurch ist die Haftschicht mit Vorteil in einem Bereich angeordnet,
in dem sie im montierten Zustand äußeren Witterungen ausgesetzt ist. Folge ist, dass
die Haftwirkung, insbesondere im Falle einer Klebeschicht, nachlässt, so dass sich
in vorteilhafter Weise die Haftwirkung auf den Zeitraum der Montage, insbesondere
die Zeit des Schienenziehens, beschränkt ist. Unter dem Randbereich ist insbesondere
ein Bereich zu verstehen, der sich unmittelbar an eine Kante der Schienenzwischenlage
anschließt und vorzugsweise in Querrichtung bzw. Längsrichtung gesehen bis zu 10 %,
bevorzugt 5 % und besonders bevorzugt bis zu 2,5 % der in Querrichtung bzw. Längsrichtung
bemessenen Gesamtbreite der Schienenzwischenlage beschränkt ist. Die Längsrichtung
ist hierbei durch die Gleisrichtung vorgegeben, und die Querrichtung durch eine senkrecht
zur Gleisrichtung verlaufende Richtung. Vorstellbar ist auch, dass sich die bereichsweise
ausgestaltete Haftschicht umlaufend sowohl in Längsrichtung als auch Querrichtung
im Randbereich erstreckt. Mit anderen Worten ist die Haftschicht rahmenförmig ausgestaltet
und erstreckt sich ausschließlich im Randbereich. Alternativ ist es auch vorstellbar,
dass sich zwei, vorzugsweise ausschließlich zwei, Haftschichten in ihren jeweiligen
Randbereichen in Längsrichtung und/oder Querrichtung gesehen gegenüberliegen. Weiterhin
ist es bevorzugt vorgesehen, dass die Haftschicht nur im Randbereich angeordnet ist.
Alternativ ist es auch vorstellbar, dass zwischen zwei im Randbereich angeordneten
streifenförmigen Haftbereichen, parallel zum Kantenverlauf erstreckende weitere streifenförmige
Haftbereiche vorgesehen sind, die beispielsweise äquidistant zueinander angeordnet
sind. Hierbei ist es denkbar, dass die weiteren streifenförmigen Haftbereiche in Längsrichtung
und/oder Querrichtung gesehen dünner sind als die streifenförmigen Haftbereiche im
Randbereich.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, wobei
die Haftschicht (40) das 0,05 bis 0,95-fache, bevorzugt 0,15 bis 0,85 -fache und besonders
bevorzugt 0,25 bis 0,75-fache einer Gesamtfläche der Außenfläche bedeckt. Dadurch
lässt sich mit Vorteil eine für die beim Schienenziehen erforderliche Haftung erzielen,
während gleichzeitig der Bedarf an zusätzlichem Klebematerial bzw. Strukturierungen
an der Schienenzwischenlage vergleichsweise gering gehalten werden kann. Insbesondere
ist unter einer Außenfläche, die einer Seite zugewandt ist, eine solche zu verstehen,
die durch Kanten begrenzt ist.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, dass
die Schienenzwischenlage ein Rücksprung aufweist, in dem die Haftschicht angeordnet
ist. Dadurch lässt sich die Haftschicht vorzugsweise in der Schienenzwischenlage versenken,
insbesondere ohne dass die Haftschicht gegenüber dem übrigen Verlauf der Außenfläche
vorsteht. Dies hat den positiven Effekt, dass die Schienenzwischenlagen in ihren Dicken
durch die Haftschicht nicht vergrößert werden.
[0015] Gemäß verschiedenen Ausführungsformen können auch die Seitenflächen vollflächig mit
einer Haftschicht bedeckt sein, während die Oberseite und/oder die Unterseite nur
partiell bzw. bereichsweise bedeckt sind etc. Auch eine umgekehrte Konfiguration ist
möglich, bei welcher dann die Seitenfläche(n) nur partiell bedeckt ist/sind. Die Haftschicht
an den Seitenflächen dient insbesondere dazu, eine gewisse Haftung/Befestigung zu
einer bzw. zu den seitlich angeordneten Führungselementen der Schienenbefestigung
(wie z. B. Winkelführungsplatten) zu erzeugen, wobei die Haftschicht derart ausgebildet
bzw. ausgeformt ist, dass eine ausreichend hohe Haftung/Befestigung erreicht wird.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform kann auch zumindest eine durchgehende Haftschicht realisiert
werden, wobei mit "durchgehend" gemeint ist, dass sich die Haftschicht von beispielsweise
der Unterseite in die angrenzende Seitenfläche hinein und gegebenenfalls auch bis
in die Oberseite erstreckt bzw. umgekehrt. Eine durchgehende Haftschicht ist also
derart ausgebildet, dass sie auch die Kanten überdeckt bzw. an diesen ausgebildet
ist und nicht nur auf den "Flächen" der Schienenzwischenlage. Das Aufbringen der Haftschicht
bzw. der Haftschichten kann bei einer derartigen Ausführungsform beispielsweise leicht
über ein Eintauchen der Schienenzwischenlage in ein entsprechendes Klebstoffmaterial
erfolgen. Beispielsweise werden auch nur die Randbereiche oder nur die Ecken eingetaucht
etc. Auch durch ein nur teilweises Vulkanisieren der Schienenzwischenlage kann sehr
effektiv eine derartige Haftschicht/Klebeschicht erzeugt werden (siehe auch die nachfolgenden
Ausführungen).
[0017] Gemäß einer Ausführungsform beträgt eine Dicke der Haftschicht etwa 0,05 bis 3 mm,
insbesondere etwa 0,1 bis 1 mm. Das Aufbringen der Haftschicht kann während (online)
bzw. nach (offline) der Herstellung der Zwischenlage selbst erfolgen. Gemäß bevorzugten
Ausführungsformen liegt ein Verhältnis einer Dicke der Haftschicht zur einer Gesamtdicke
der Schienenzwischenlage in einem Bereich von etwa 0,001 bis 0,3, insbesondere in
einem Bereich von etwa 0,01 bis 0,2.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform weist die Schienenzwischenlage an ihren entsprechenden
Außenflächen mehrere Haftschichten auf, welche sich in ihrer Dicke/Stärke unterscheiden.
Gemäß einer Ausführungsform ist beispielsweise die an der Unterseite angebrachte Haftschicht
dicker als die an der Oberschicht angebrachte Haftschicht, da die in der Regel aus
Beton gefertigte Bahnschwelle eine höhere Rauigkeit aufweist als die Schienenunterseite.
Eine derart ausgebildete dickere Haftschicht kann sehr gut formschlüssig in den rauen
Beton eingreifen und damit eine zusätzliche Arretierung allein über einen Formschluss
ermöglichen. Eine entsprechend dünner ausgebildete schienenseitige Haftschicht ist
derart ausgelegt, dass eine ausreichende Haftung zur bzw. an der Schiene ermöglicht
wird. Wie bereits erwähnt, kann eine Haftschicht an der Oberseite ggf. auch komplett
entfallen bzw. dort eine Gleitschicht vorgesehen sein.
[0019] Gegebenenfalls können sich die Haftschichten auch in ihren Haft-/Klebeeigenschaften
unterscheiden, wobei beispielsweise die zur Schwelle hin gerichtete Haftschicht eine
geringere Klebekraft/Haftkraft aufweist. In Kombination mit der vorerwähnten dickeren
Ausgestaltung kann dies insbesondere für die Demontage der Schienenzwischenlage von
Vorteil sein, da die Schienenzwischenlage aufgrund der geringeren Klebekraft wieder
leicht entfernt werden kann. Gleichzeitig ermöglicht sie aber durch den Formschluss
eine ausreichende Haftung, welche insbesondere ausreichend hoch ist, um beim Schienenziehen
nicht verlagert zu werden. Gemäß einer Ausführungsform ist die zur Schwelle hin orientierte
Haftschicht aus den vorgenannten Gründen auch weicher als die zur Schiene hin gerichtete
Haftschicht, wobei auch hier der Vorteil darin liegt, dass die weichere und gegebenenfalls
auch dickere schwellenseitige Haftschicht in das (Beton-) Material der Bahnschwelle
eingreifen kann, insbesondere formschlüssig eingreifen kann.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform weist die Schienenzwischenlage Vor- und/oder Rücksprünge
bzw. Ausnehmungen oder Hinterschneidungen zur formschlüssigen Anordnung der Haftschicht
auf. Die Höhe der Vor- oder Rücksprünge bzw. Hinterschneidungen, Ausnehmungen etc.
entspricht dabei etwa einer Höhe der Klebeschicht bzw. ist geringfügig kleiner. Die
Vor- oder Rücksprünge etc. erlauben einen zusätzlichen, insbesondere seitlichen, Halt
der Haftschicht an der Zwischenlage, sei es an der Oberseite oder an der Unterseite
bzw. auch an den Seitenflächen. Die Haftschicht umschließt bzw. umgreift die Vor-
oder Rücksprünge und wird so an der Zwischenlage nicht nur durch einen Stoffschluss,
bewirkt durch Kohäsion und Adhäsion der Haftschicht, sondern auch durch Formschluss
gehalten.
[0021] Gemäß einer Ausführungsform ist zwischen der Haftschicht und der Schienenzwischenlage
eine zusätzliche Verbindungsschicht vorgesehen, welche durch eine chemische und/oder
eine physikalische Bearbeitung der Schienenzwischenlage erfolgen kann. Während die
vorgenannten Vor- und/oder Rücksprünge die Haftschicht(en) insbesondere seitlich fixieren
kann bzw. können, indem die Haftschicht sich zwischen den Vor- und/oder Rücksprüngen
(und auf der Schienenzwischenlage) erstreckt, ist die in Rede stehende Verbindungsschicht
zwischen der Schienenzwischenlage und der Haftschicht angeordnet. Die Haftschicht
kann ebenfalls aus Vor- und/oder Rücksprüngen in Form von Noppen, Hinterschneidungen
etc. bestehen. Die Haftschicht kann auch dadurch gebildet sein, dass die Zwischenlage
chemisch derart vorbehandelt ist, dass die Haftschicht möglichst gut haftet.
[0022] Eine derartige chemische Vorbehandlung kann beispielsweise zu einer Aufrauhung der
Oberfläche der Schienenzwischenlage führen, wodurch die Anhaftung der Haftschicht
verbessert wird.
[0023] Gemäß verschiedener Ausführungsformen kann die Haftschicht aus Schmelzklebstoff,
lösemittelhaltigem Nassklebstoff, Kontaktklebstoff, Dispersionsklebstoff, wasserbasiertem
Klebstoff, Plastisol, Hotmelt und/oder Kautschuk bestehen. Zweckmäßigerweise umfasst
die Haftschicht bzw. der zur Herstellung der Haftschicht/Klebeschicht verwendete Kleber
zwei Phasen, wobei eine Phase eine höhere Haftung bereitstellt als die andere. Gemäß
einer Ausführungsform ist die Haftschicht/Klebeschicht durch eine unvulkanisierte
Gummischicht, welche zweckmäßigerweise aus SBR (Styrol-Butadien-Kautschuk), EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)
und/oder Naturkautschuk hergestellt ist, realisiert. Gemäß einer Ausführungsform ist
auch die Schienenzwischenlage als solche, hergestellt aus z. B. SBR, EPDM und/oder
Naturkautschuk, nur teilweise oder bereichsweise vulkanisiert, wobei der unvulkanisierte
Teil die Haftschicht/Klebeschicht ausbildet.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform besteht eine Haftschicht aus mehreren Haftlagen/Klebelagen,
wobei die unterschiedlichen Klebelagen sich durch eine unterschiedliche Dicke auszeichnen
können oder durch unterschiedliche Klebermaterialien, beispielsweise ausgewählt aus
der vorherigen Liste. Die Lagen können sich auch hinsichtlich Ihrer Haftfestigkeit
unterscheiden, wobei z. B. die Lage, die näher zur Schienenzwischenlage hin orientiert
ist, eine höhere Haftfestigkeit aufweist als die Lage oder die Lagen, die näher zur
Schiene, zur Schwelle oder zu den Winkelführungsplatten hin orientiert sind. Dies
ermöglicht mit Vorteil eine saubere und einfache Demontage der nach einigen Jahren
verschlissenen Schienenzwischenlage.
[0025] Besonders vorteilhaft ist es nämlich, wenn die Klebstoffschicht/Haftschicht derart
ausgebildet ist, dass die Klebstoffeigenschaften oder die Haftung im Allgemeinen,
insbesondere bewirkt durch Kohäsion und/oder Adhäsion, mit der Zeit nachlassen. Bevorzugt
wird das Klebermaterial so ausgewählt bzw. die Klebeschicht derart dimensioniert oder
positioniert, dass während der Installationsphase (Schienenziehen) eine möglichst
feste Verbindung zwischen der Zwischenlage und der Betonschwelle erreicht wird. Während
der weiteren Einsatzdauer nimmt die Haftung z. B. durch eindringendes Wasser und Staub
bzw. Wärmeeinwirkung ab, sowohl in Bezug auf die Haftung zur Bahnschwelle als auch
in Bezug auf die Haftung zur Schiene. Bei Wechsel der Zwischenlage bzw. Demontage
ist die Haftung dann mit Vorteil soweit reduziert, dass ein einfacher manueller Austausch
der Zwischenlage gewährleistet wird. Dieser Vorteil ist bereits durch die in Rede
stehende Schienenzwischenlage als solche erfüllt, da zwischen der auf der Unterseite
der Schienenzwischenlage angeordnetem Haftschicht und der (Bahn-)Schwelle quasi "automatisch"
keine zu 100 % vollflächige Verbindung gegeben ist. Dies liegt daran, dass die auf
der Schienenzwischenlage ausgebildete Haftschicht/Klebeschicht eine gewisse Formstabilität
aufweist, wodurch zwischen der Schwelle und der Klebeschicht immer kleine Löcher,
Hohlräume etc. bleiben. Wird der Kleber flüssig auf die Bahnschwelle aufgetragen,
ist dies gerade nicht der Fall. Genau diese Löcher und Hohlräume etc. führen aber
dazu, dass die Haftung der Schienenzwischenlage auf der Bahnschwelle vorteilhafterweise
mit der Zeit nachlässt, da in die Löcher eindringendes Wasser, Staub etc. die Haftkraft/Klebekraft
verringern.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen,
dass der Abnahme der Klebeeigenschaften eine Halbwertzeit zuzuordnen ist, wobei die
Halbwertzeit vorzugsweise zwischen 2 und 18 Monaten, bevorzugt zwischen 10 und 16
Monaten und besonders bevorzugt zwischen 12 und 14 Monaten liegt. Dabei bezeichnet
die Halbwertzeit diejenige Dauer, nach der eine Haftkraft auf die Hälfte ihres ursprünglichen
Werts abgefallen ist.
[0027] Die Erfindung richtet sich auch auf ein Verfahren zum Aufbau eines Gleisoberbaus,
umfassend die Schritte:
- Aufbringen einer Haftschicht auf eine Schienenzwischenlage;
- Anordnen der Schienenzwischenlage auf einer Bahnschwelle oder an einer Schiene, insbesondere
einen Schienenfuß.
[0028] Vorteilhafterweise erfolgt also gerade kein Einstreichen einer Bahnschwelle, beispielsweise
mit einem Kleber, sondern die Klebeschicht wird zuerst auf die Schienenzwischenlage
aufgebracht bzw. dort "erzeugt" (vgl. Vulkanisieren), wobei hier eine Anordnung an
der Oberseite und/oder an der Unterseite und/oder an den entsprechenden Seitenflächen
erfolgen kann. Insofern erfolgt quasi automatisch beim Anordnen der Schienenzwischenlage
das Anordnen der Klebeschicht. Es entfällt also ein kompletter Arbeitsschritt, bei
gleichzeitiger Erhöhung der Produktqualität. So ist es deutlich leichter, eine Schienenzwischenlage
mit einer konstant dicken Klebeschicht/Haftschicht herzustellen, als beispielsweise
eine Bahnschwelle so vorzubereiten, dass die Klebeschicht möglichst konstant ist.
[0029] Für das erfindungsgemäße Verfahren gelten die in Bezug auf die Schienenzwischenlage
erwähnten Vorteile und Merkmale analog und entsprechend sowie umgekehrt.
[0030] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer
bevorzugten Ausführungsform einer Schienenzwischenlage mit Bezug auf die beigefügte
Figur.
[0031] Es zeigt:
Figur 1: eine Schnittdarstellung durch einen Gleisoberbau.
[0032] Fig. 1 zeigt in einer Schnittdarstellung eine Bahnschwelle 10, welche sich im Wesentlichen
quer zu einer Schienen- bzw. Gleisrichtung S erstreckt. Entlang der Schienen- bzw.
Gleisrichtung S erstreckt sich eine Schiene 12. Zwischen der Schiene 12 und der Bahnschwelle
10 ist eine Zwischenlage 20 angeordnet. In der hier gezeigten Ausführungsform sind
sowohl an einer Oberseite 22 als auch an einer Unterseite 24 der Schienenzwischenlage
20 Haftschichten/Klebeschichten 40 angeordnet. Diese sind in der hier gezeigten Ausführungsform
insbesondere vollflächig angeordnet, könnten aber auch partiell ausgebildet sein.
Seitenflächen 26 der Schienenzwischenlage 20, welche zu den seitlich angeordneten
Winkelführungsplatten 14 hin orientiert sind, sind in der hier gezeigten Ausführungsform
nicht mit einer Klebeschicht versehen. Diese könnten aber auch partiell oder vollflächig
mit einer Klebeschicht versehen sein, um die Schienenzwischenlage zusätzlich in Bezug
auf die seitlich angeordneten Winkelführungsplatten 14 zu fixieren.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 10
- Bahnschwelle
- 12
- Schiene
- 14
- Winkelführungsplatte
- 20
- Schienenzwischenlage
- 22
- Oberseite
- 24
- Unterseite
- 26
- Seitenfläche
- 40
- Haftschicht, Klebeschicht
- S
- Schienen-/Gleisrichtung
1. Schienenzwischenlage (20),
zur Anordnung zwischen einer Bahnschwelle (10) und einer Schiene (12), wobei die Schienenzwischenlage
(20) eine Außenfläche aufweist, und wobei die Außenfläche zumindest bereichsweise
durch eine Haftschicht (40) gebildet ist bzw. diese aufweist.
2. Schienenzwischenlage (20) nach Anspruch 1,
wobei die Außenfläche eine Oberseite (22) und/oder eine Unterseite (24) und/oder eine
Seitenfläche (26) der Schienenzwischenlage (20) ist.
3. Schienenzwischenlage (20) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine bereichsweise
ausgestaltete Haftschicht (40) in einem Randbereich der Schienenzwischenablage (20)
angeordnet ist.
4. Schienenzwischenlage (20) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haftschicht
(40) das 0,05 bis 0,95-fache, bevorzugt 0,15 bis 0,85-fache und besonders bevorzugt
0,25 bis 0,75-fache einer Gesamtfläche der Außenfläche bedeckt.
5. Schienenzwischenlage (20) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schienenzwischenlage
(20) ein Rücksprung aufweist, in dem die Haftschicht (40) angeordnet ist.
6. Schienenzwischenlage (20) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haftschicht
(40) jeweils vollflächig ausgebildet ist.
7. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haftschicht
(40) bereichsweise, insbesondere streifen- und/oder punktförmig, ausgebildet ist.
8. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Dicke
der Haftschicht (40) in einem Bereich von etwa 0,05 bis 3 mm liegt.
9. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schienenzwischenlage
Vor- und/oder Rücksprünge zur formschlüssigen Anordnung der Haftschicht (40) aufweist.
10. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zwischen
der Haftschicht (40) und der Schienenzwischenlage (20) eine Verbindungsschicht vorgesehen
ist.
11. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haftschicht
aus Schmelzklebstoff, lösemittelhaltigem Nassklebstoff, Kontaktklebstoff, Dispersionsklebstoff,
wasserbasiertem Klebstoff, Plastisol, Hotmelt und/oder Kautschuk gebildet ist.
12. Schienenzwischenlage (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Haftschicht
(40) derart ausgebildet oder ausgewählt ist, dass die Klebstoffeigenschaften, insbesondere
Kohäsion und/oder Adhäsion, mit der Zeit nachlassen.
13. Verfahren zum Aufbau eines Gleisoberbaus:
umfassend die Schritte:
- Aufbringen einer Haftschicht (40) auf eine Schienenzwischenlage (20);
- Anordnen der Schienenzwischenlage (20) auf einer Bahnschwelle (10) oder an einer
Schiene (12), insbesondere einem Schienenfuß.