[0001] Die Erfindung betrifft eine Betätigungsanordnung für einen Gebäudeverschluss, mit
einer Verriegelungseinrichtung, die wenigstens einen Verschlussriegel aufweist, der
in einer Verriegelungsstellung einen Flügel des Gebäudeverschlusses bezüglich eines
Rahmens in einer Geschlossenstellung festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen
des Gebäudeverschlusses freigibt, wobei die Verriegelungseinrichtung wenigstens eine
Befestigungsmittelaufnahme zur Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung
an einem Rahmenelement des Gebäudeverschlusses dienenden Befestigungsmittels aufweist.
Die Erfindung betrifft weiterhin einen Gebäudeverschluss, einen Montagesatz zur Herstellung
von Gebäudeverschlüssen sowie ein Verfahren zum Ausrüsten eines Gebäudeverschlusses.
[0002] Grundsätzlich kann der Gebäudeverschluss beliebig ausgestaltet sein. Beispielsweise
liegt er in Form eines Fensters, insbesondere eines Fassadenfensters, eines Dachfensters,
einer Tür oder dergleichen vor. Das Fassadenfenster kann insbesondere als Lamellenfenster,
Drehfenster, Kippfenster, Klappfenster oder Parallelausstellfenster realisiert sein.
Auch eine Ausgestaltung als Lichtkuppel, Dunkelklappe oder Notausstieg kann vorgesehen
sein. Der Gebäudeverschluss weist vorzugsweise als wesentliche Bestandteile den (mindestens
einen) Rahmen und den (mindestens einen) Flügel auf. Selbstverständlich kann der Gebäudeverschluss
insoweit auch mehrere Rahmen und/oder mehrere Flügel aufweisen.
[0003] Der Flügel kann im Falle des Fensters auch als Flügelrahmen und der Rahmen als Blendrahmen
bezeichnet werden. Der Flügel verfügt üblicherweise über eine Verglasung, welche beispielsweise
als Mehrfachverglasung, insbesondere Doppelverglasung oder Dreifachverglasung, vorliegt.
Selbstverständlich kann auch eine Einfachverglasung realisiert sein. Die Verglasung
ist beispielsweise von Holmen des Flügels eingefasst, wobei insbesondere zwei Vertikalholme
und zwei Horizontalholme vorgesehen sind. Auch der Rahmen verfügt bevorzugt über zwei
Vertikalholme und zwei Horizontalholme. Dabei sind jeweils zwei der Holme miteinander
verbunden, insbesondere ist hier der Vertikalholm mit jedem der Horizontalholme verbunden.
Der Rahmen ist beispielsweise zur ortsfesten Befestigung an einem Gebäude, insbesondere
einem Dach, beziehungsweise zur Befestigung in einer Ausnehmung des Gebäudes beziehungsweise
des Dachs vorgesehen. Der Flügel ist an dem Rahmen beweglich gelagert und insoweit
verlagerbar, sodass er aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung und umgekehrt
verlagert werden kann. Dabei kann eine beliebige Anzahl an Zwischenstellungen vorgesehen
sein, die zwischen der Geschlossenstellung und der Offenstellung liegen. Vorzugsweise
ist der Gebäudeverschluss in der Offenstellung vollständig geöffnet.
[0004] Beispielsweise ist der Flügel, insbesondere im Falle des Dachfensters, gegenüber
dem Rahmen um wenigstens eine Achse drehbar. Das Drehen kann insbesondere als Klappen,
Schwenken oder Schwingen durchgeführt werden. Bei dem Klappen liegt die Achse in einem
oberen Bereich des Dachfensters, insbesondere in einem oberen Drittel des Dachfensters
- bezogen auf dessen Höhe - beziehungsweise im Bereich der Oberkante vor. Durch das
Klappen der Flügel gegenüber dem Rahmen aus der Geschlossenstellung in eine erste
Offenstellung oder umgekehrt gebracht werden. In der ersten Offenstellung ist das
Dachfenster beispielsweise vollständig geöffnet. Für das Schwenken liegt die Achse
dagegen in einem mittleren Bereich des Dachfensters, insbesondere in einem zweiten
Drittel bezogen auf die Höhe des Dachfensters. Das Schwenken dient beispielsweise
dazu, den Flügel aus der Geschlossenstellung in eine zweite Offenstellung, insbesondere
Putzstellung, oder umgekehrt zu bringen. In der Putzstellung kann auch eine äußere
Glasfläche bequem und problemlos gereinigt werden. Bei dem Schwingen erfolgt dagegen
das Drehen um mehrere Achsen, welche üblicherweise zueinander parallel liegen. Beispielsweise
liegt bei dem Schwingen gleichzeitig ein Drehen um die für das Klappen verwendete
Achse sowie die für das Schwenken verwendete Achse vor. Das Schwingen dient beispielsweise
dazu, den Flügel aus der Geschlossenstellung in eine dritte Offenstellung, insbesondere
eine Lüftungsstellung, zu bringen.
[0005] Der Gebäudeverschluss verfügt über die Betätigungsanordnung und diese wiederum über
die Verriegelungseinrichtung, die den wenigstens einen Verschlussriegel aufweist.
Die Verriegelungseinrichtung dient dazu, den Flügel in seiner Geschlossenstellung
bezüglich des Rahmens festzusetzen, mithin also ein Öffnen des Gebäudeverschlusses
zu verhindern. Hierzu weist die Verriegelungseinrichtung den Verschlussriegel auf,
welcher beispielsweise an dem Flügel vorliegt beziehungsweise an diesem anordenbar
ist und mit einem Schließblock zusammenwirkt, welcher an dem Rahmen vorgesehen sein
kann. Solange der Verschlussriegel in seiner Verriegelungsstellung vorliegt, verhindert
er also, dass der Flügel aus der Geschlossenstellung heraus verlagert wird. Befindet
sich dagegen der Flügel bereits in einer von der Geschlossenstellung verschiedenen
Stellung, beispielsweise der Offenstellung, so erfolgt vorzugsweise kein Festsetzen
des Flügels durch den Verschlussriegel. In der Freigabestellung kann der Flügel ohne
weiteres aus der Geschlossenstellung heraus, insbesondere in Richtung der Offenstellung
beziehungsweise eine der Offenstellungen verlagert werden.
[0006] Die Verriegelungseinrichtung ist mittels wenigstens eines Befestigungsmittels an
dem Rahmenelements des Gebäudeverschlusses befestigbar. Das Rahmenelement liegt beispielsweise
in Form des Flügelrahmens oder des Blendrahmens beziehungsweise eines der Holme des
Flügelrahmens beziehungsweise des Blendrahmens vor. Die Verriegelungseinrichtung weist
die Befestigungsmittelaufnahme auf, in welcher das Befestigungsmittel angeordnet wird.
Das Befestigungsmittel kann beispielsweise als Schraube, Bolzen oder dergleichen ausgestaltet
sein. Entsprechend kann die Befestigungsmittelaufnahme als Schraubloch vorliegen.
Vorzugsweise wird die Verriegelungseinrichtung mittels mehrerer Befestigungsmittel
an dem Rahmenelement befestigt. Hierbei kann für jedes der Befestigungsmittel eine
separate Befestigungsmittelaufnahme oder auch für mehrere oder alle der Befestigungsmittel
eine gemeinsame Befestigungsmittelaufnahme vorgesehen sein. Zur Befestigung der Verriegelungseinrichtung
an dem Rahmenelement wird das Befestigungsmittel in der Verriegelungsmittelaufnahme
angeordnet, durchgreift diese also wenigstens teilweise. Auf wenigstens einer Seite
der Befestigungsmittelaufnahme tritt das Befestigungsmittel aus dieser heraus und
greift in das Rahmenelement ein, um die Verriegelungseinrichtung an dem Rahmenelement
zu halten.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Verriegelungseinrichtung für einen Gebäudeverschluss
vorzuschlagen, welcher modular aufgebaut ist, sodass ein maschineller Gebäudeverschlussantrieb
auf einfache Art und Weise realisierbar, insbesondere nachrüstbar ist.
[0008] Dies wird erfindungsgemäß mit einer Verriegelungseinrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass eine Führungsvorrichtung eines maschinellen
Gebäudeverschlussantriebs eine mit der Befestigungsmittelaufnahme fluchtende Befestigungsöffnung
zur Aufnahme des Befestigungsmittels aufweist, sodass die Verriegelungseinrichtung
und die Führungsvorrichtung mittels des Befestigungsmittels gemeinsam an dem Rahmenelement
befestigbar sind.
[0009] Der maschinelle Gebäudeverschlussantrieb ist Bestandteil der Betätigungsanordnung
des Gebäudeverschlusses, welche auch über die Verriegelungseinrichtung verfügt. Der
Gebäudeverschlussantrieb dient insbesondere dazu, das Öffnen beziehungsweise Schließen
des Gebäudeverschlusses zu bewirken, ohne dass ein Benutzer unmittelbar an dem Flügel
angreifen muss. Der maschinelle Gebäudeverschlussantrieb kann dennoch manuell betätigt
werden, wobei ein Öffnen beziehungsweise Schließen des Gebäudeverschlusses durch Muskelkraft
des Benutzers bewirkt wird, welche nicht unmittelbar auf den Flügel, sondern vielmehr
über den Gebäudeverschlussantrieb auf diesen wirkt. Besonders bevorzugt ist der maschinelle
Gebäudeverschlussantrieb jedoch ein elektrischer Gebäudeverschlussantrieb, welcher
insoweit die zum Öffnen beziehungsweise Schließen des Gebäudeverschlusses benötigte
Kraft mithilfe eines elektrischen Aktuators, beispielsweise eines Elektromotors, bereitstellt.
[0010] Der Gebäudeverschlussantrieb weist beispielsweise ein Antriebselement und ein Halteteil
auf. Das Antriebselement ist an dem Rahmen beweglich gelagert oder lagerbar, sodass
es insbesondere ausgehend von dem Rahmen in Richtung des Flügels beziehungsweise in
Richtung des Halteteils verlagert werden kann. Das Halteteil ist dagegen dem Flügel
zugeordnet beziehungsweise an diesem befestigt. Das Halteteil wird insoweit vorzugsweise
mit dem Flügel gemeinsam verlagert, wenn eine Bewegung des Flügels erfolgt. Das Verlagern
des Flügels bezüglich des Rahmens wird vorzugsweise durch ein Zusammenwirken des Antriebselements
und des Halteteils erzielt. Für das Öffnen des Gebäudeverschlusses wird beispielsweise
das Antriebselement in Richtung des Flügels verlagert, sodass es das Halteteil derart
verlagert, dass der Flügel zum Öffnen des Gebäudeverschlusses verlagert wird. Insbesondere
drängt das Antriebselement das Halteteil zu diesem Zweck von dem Rahmen, insbesondere
von einer Lagerstelle des Antriebselements an dem Rahmen, fort.
[0011] Für ein Schließen des Gebäudeverschlusses kann es dagegen vorgesehen sein, dass das
Antriebselement das Halteteil wieder in Richtung des Rahmens, insbesondere in Richtung
der Lagerstelle, bewegt, insbesondere schleppt beziehungsweise zieht. Beispielsweise
kann es vorgesehen sein, dass entweder das Öffnen oder das Schließen des Gebäudeverschlusses
durch Schwerkrafteinfluss unterstützt ist, indem der Flügel von der Schwerkraft in
Richtung der Offenstellung oder der Geschlossenstellung gedrängt beziehungsweise verlagert
wird. Dies ist von der Lagerung des Flügels an dem Rahmen, insbesondere einer Anordnung
der Achse, um welche das Verlagern beziehungsweise Drehen erfolgen soll, abhängig.
[0012] Das Halteteil ist vorzugsweise nicht starr an dem Flügel befestigt, sondern bezüglich
des Flügels in mehreren Stellungen anordenbar, insbesondere in einer ersten Stellung
und einer zweiten Stellung. Befindet sich das Halteteil in seiner ersten Stellung,
so ist das Antriebselement bezüglich des Halteteils freigegeben, kann also grundsätzlich
beliebig verlagert werden. Insbesondere ist es nicht bezüglich des Halteteils festgesetzt.
Dies ist jedoch in der zweiten Stellung des Halteteils der Fall. Das bedeutet, dass
das Antriebselement bezüglich des Halteteils nicht verlagert werden kann, solange
dieses in der zweiten Stellung vorliegt. Insbesondere wird eine über das Antriebselement
bereitgestellte Antriebskraft nur dann auf den Flügel übertragen, wenn sich das Halteteil
in seiner zweiten Stellung befindet.
[0013] Das Halteteil ist nun mit dem Verschlussriegel wirkverbunden, sodass eine Verlagerung
des Halteteils auch eine Verlagerung des Verschlussriegels bewirkt. Eine Zuordnung
der Stellungen des Halteteils zu den Stellungen des Verschlussriegels ist wie folgt
vorgesehen: In der ersten Stellung des Halteteils soll der Verschlussriegel in der
Verriegelungsstellung vorliegen und in der zweiten Stellung des Halteteils in der
Freigabestellung. Die Wirkverbindung zwischen dem Halteteil und dem Verschlussriegel
kann dabei grundsätzlich beliebig hergestellt sein, insbesondere liegt sie über eine
Hebelanordnung vor.
[0014] Mit einer derartigen Ausgestaltung der Betätigungsanordnung beziehungsweise des Gebäudeverschlusses
wird es möglich, den maschinellen Gebäudeverschlussantrieb lediglich bei Bedarf mit
dem Flügel zu koppeln. Es ist also vorgesehen, dass der maschinelle Gebäudeverschlussantrieb
beziehungsweise dessen Antriebselement nur dann mit dem Flügel zusammenwirkt beziehungsweise
an diesen gekoppelt wird, wenn tatsächlich eine Verlagerung des Flügels, beispielsweise
das Öffnen oder das Schließen, mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs erfolgen soll.
Beispielsweise liegt das Antriebselement beabstandet von dem Halteteil vor, wenn sich
der Flügel in seiner Geschlossenstellung befindet, greift also nicht an dem Halteteil
an beziehungsweise ist nicht mit diesem gekoppelt. Entsprechend kann auf einfache
Art und Weise eine manuelle Betätigung des Gebäudeverschlusses beziehungsweise ein
manuelles Öffnen des Gebäudeverschlusses erfolgen. Dazu ist es insbesondere nicht
notwendig, dass zuvor der Gebäudeverschlussantrieb von dem Flügel entkoppelt wird,
weil dies bereits der Fall ist.
[0015] Soll dagegen der Gebäudeverschluss mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs geöffnet
werden, so tritt das Antriebselement in Wirkverbindung mit dem Halteteil. Anschließend
wird dieses aus seiner ersten Stellung in die zweite Stellung verlagert. Entsprechend
ist nachfolgend das Antriebselement bezüglich des Halteteils festgesetzt. Jetzt kann
über das Antriebselement eine Antriebskraft auf den Flügel aufgebracht werden, insbesondere
zunächst eine auf das Öffnen des Gebäudeverschlusses gerichtete Antriebskraft.
[0016] Wurde der Gebäudeverschluss mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs geöffnet, ist
also das Antriebselement bezüglich des Halteteils festgesetzt, so kann nachfolgend
auch ein Verschließen des Gebäudeverschlusses mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs
erfolgen. Das bedeutet, dass das Antriebselement nach dem Öffnen des Gebäudeverschlusses
mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs solange mit dem Halteteil wirkverbunden bleibt,
bis der Gebäudeverschluss mithilfe des Gebäudeverschlussantriebs wieder geschlossen
wurde. Erst nach oder bei dem Schließen wird das Halteteil wieder in seine erste Stellung
verlagert, sodass das Antriebselement bezüglich des Halteteils und mithin des Flügels
freigegeben wird.
[0017] Nach dem Schließen des Gebäudeverschlusses unter Verwendung des Gebäudeverschlussantriebs
liegt also das Antriebselement erneut beabstandet von dem Halteteil vor und das manuelle
Betätigen des Gebäudeverschlusses ist problemlos möglich. Insgesamt ist also eine
bedarfsgerechte Kopplung beziehungsweise Ankopplung des Gebäudeverschlussantriebs
an dem Flügel des Gebäudeverschlusses realisiert. Dabei wirken die Komponenten der
Betätigungsanordnung, nämlich insbesondere der Gebäudeverschlussantrieb und die Verriegelungseinrichtung,
zusammen, um nicht nur das Verlagern des Flügels beziehungsweise des Rahmens zu bewirken,
sondern gleichzeitig auch das Entriegeln und/oder Verriegeln mithilfe der Verriegelungseinrichtung.
Dies wird mit der Wirkverbindung zwischen dem Halteteil und dem Verschlussriegel bewerkstelligt.
[0018] Die Führungsvorrichtung des maschinellen Gebäudeverschlussantriebs dient der Realisierung
einer Führung und/oder dem Festsetzen des Antriebselements, insbesondere bezüglich
des Halteteils. Beispielsweise ist die Führungsvorrichtung derart ausgestaltet, dass
sie das Antriebselement bei dessen Verlagerung auf das Halteteil zu in Richtung des
Halteteils führt, insbesondere in lateraler Richtung bezüglich einer Verlagerungsrichtung
des Antriebselements und/oder des Halteteils. Weiterhin kann die Führungsvorrichtung
derart ausgestaltet und/oder angeordnet sein, dass sie das Antriebselement in der
ersten Stellung des Halteteils zum Entfernen von dem Halteteil freigibt und in der
zweiten Stellung bezüglich des Halteteils festsetzt.
[0019] Beispielsweise ist es hierfür vorgesehen, dass die Führungsvorrichtung eine Führungsaufnahme
aufweist, in welche das Antriebselement in der zweiten Stellung des Halteteils angeordnet
ist, insbesondere gemeinsam mit dem Halteteil, sodass das Antriebselement unlösbar
mit dem Halteteil zusammenwirkt, insbesondere mit diesem verbunden ist, bevorzugt
formschlüssig und/oder kraftschlüssig. Beispielsweise kann also das Antriebselement
in der zweiten Stellung des Halteteils nicht mehr von diesem abgehoben werden, weil
die Führungsvorrichtung das Antriebselement an dem Halteteil hält beziehungsweise
in dessen Richtung drängt. Insoweit realisiert die Führungsvorrichtung in der zweiten
Stellung des Halteteils eine Abhebeverhinderung für das Antriebselement.
[0020] Die Verriegelungseinrichtung beziehungsweise der Gebäudeverschluss sollen nun modular
ausgestaltet sein, um ein einfaches Ausrüsten des Gebäudeverschlusses mit dem maschinellen
Gebäudeverschlussantrieb zu ermöglichen, insbesondere ein Nachrüsten eines derartigen
Gebäudeverschlussantriebs. Hierzu verfügt die Führungsvorrichtung über die Befestigungsöffnung,
welche analog zu der Befestigungsmittelaufnahme der Verriegelungseinrichtung der Aufnahme
des Befestigungsmittels dient. Die Befestigungsöffnung und die Befestigungsmittelaufnahme
sind nun derart zueinander angeordnet, dass sie in einer Montagestellung der Führungsvorrichtung
bezüglich der Verriegelungseinrichtung miteinander fluchten. Bei einer Montage des
Gebäudeverschlusses beziehungsweise der Betätigungsanordnung werden also die Verriegelungseinrichtung
und die Führungsvorrichtung in der Montagestellung zueinander angeordnet und zudem
an dem Rahmenelement des Gebäudeverschlusses angeordnet. Nachfolgend wird das Befestigungsmittel
durch die Befestigungsöffnung und die Befestigungsmittelaufnahme hindurch in Richtung
des Rahmenelements verlagert und in dieses eingebracht. Entsprechend sind die Verriegelungseinrichtung
und die Führungsvorrichtung gemeinsam an dem Rahmenelement befestigbar beziehungsweise
nach der Montage an diesem befestigt.
[0021] Eine derartige Vorgehensweise hat den Vorteil, dass eine separate Montage der Führungsvorrichtung
und der Verriegelungseinrichtung nicht notwendig ist und auch keine zusätzlichen Befestigungsmittel
notwendig sind. Mithilfe dieser Ausgestaltung ist es beispielsweise möglich, den Gebäudeverschluss,
welcher bislang nicht über den maschinellen Gebäudeverschlussantrieb verfügt und an
welchem insoweit zwar die Verriegelungseinrichtung, nicht jedoch die Führungsvorrichtung
angeordnet war, auf einfache Art und Weise mit dem Gebäudeverschlussantrieb nachzurüsten.
Hierzu ist es vorgesehen, dass das Befestigungsmittel und mithin die Verriegelungseinrichtung
von dem Rahmenelement gelöst wird. Nachfolgend wird die Führungsvorrichtung in ihrer
Montagestellung bezüglich der Verriegelungseinrichtung angeordnet und gemeinsam mit
dieser unter Verwendung des zuvor gelösten Befestigungsmittels an dem Rahmenelement
befestigt.
[0022] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Verriegelungseinrichtung
und die Führungsvorrichtung eine Formschlusshalteeinrichtung aufweisen, die in einer
ersten Stellung der Führungsvorrichtung relativ zu der Verriegelungseinrichtung die
Führungsvorrichtung bezüglich der Verriegelungseinrichtung in wenigstens einer ersten
Richtung freigibt und in einer zweiten Stellung in der wenigstens einen ersten Richtung
festsetzt, wobei eine Verlagerung von der ersten Stellung in die zweite Stellung in
einer zweiten Richtung erfolgt, die bezüglich der ersten Richtung angewinkelt ist,
insbesondere senkrecht auf ihr steht. Die Formschlusshalteeinrichtung weist beispielsweise
einen Formschlussvorsprung und eine Formschlussaufnahme auf, wobei der Formschlussvorsprung
an der Verriegelungseinrichtung oder der Führungsvorrichtung und die Formschlussaufnahme
an dem jeweils anderen Element, also an der Führungsvorrichtung oder der Verriegelungseinrichtung,
ausgebildet ist.
[0023] Der Formschlussvorsprung und die Formschlussaufnahme sind derart ausgestaltet, dass
der Formschlussvorsprung in der ersten Stellung in die Formschlussaufnahme eingebracht
werden kann. Wird der Formschlussvorsprung anschließend in die zweite Stellung verlagert,
so wirkt der Formschlussvorsprung mit dem die Formschlussaufnahme aufweisenden Element
zusammen, um die Verriegelungseinrichtung und die Führungsvorrichtung in der wenigstens
einen ersten Richtung gegeneinander festzusetzen. Darunter ist beispielsweise zu verstehen,
dass ein Abheben der Führungsvorrichtung von der Verriegelungseinrichtung unterbunden
ist. Die erste Richtung steht insoweit vorzugsweise senkrecht auf einer Kontaktfläche
zwischen Verriegelungseinrichtung und Führungsvorrichtung, insbesondere auf einer
Gleitfläche der Führungsvorrichtung, mit welcher die Führungsvorrichtung an der Verriegelungseinrichtung
beziehungsweise einer Grundplatte der Verriegelungseinrichtung anliegt. Die Verlagerung
zwischen der ersten Stellung und der zweiten Stellung beziehungsweise umgekehrt erfolgt
dagegen in der zweiten Richtung, welche bezüglich der ersten Richtung angewinkelt
ist, insbesondere senkrecht auf ihr steht. Beispielsweise verläuft die zweite Richtung
parallel zu der Kontaktfläche beziehungsweise Gleitfläche.
[0024] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Befestigungsöffnung
in der zweiten Stellung der Führungsvorrichtung relativ zu der Verriegelungseinrichtung
mit der Befestigungsmittelaufnahme fluchtet. Umgekehrt sind die Befestigungsöffnung
und die Befestigungsmittelaufnahme in der ersten Stellung voneinander beabstandet
angeordnet. Es ist insoweit vorgesehen, die Führungsvorrichtung zunächst in der ersten
Stellung auf die Verriegelungseinrichtung aufzusetzen, in welcher die Befestigungsöffnung
und die Befestigungsmittelaufnahme nicht fluchten. Anschließend werden die Führungsvorrichtung
und die Verriegelungseinrichtung relativ zueinander verlagert, nämlich in die zweite
Stellung. In dieser fluchten die Befestigungsöffnung und die Befestigungsmittelaufnahme
miteinander, sodass das Befestigungsmittel durch beide hindurch, insbesondere in Richtung
des Rahmenelements, geführt werden kann.
[0025] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Führungsvorrichtung mit einer
Gleitfläche an einer Grundplatte der Verriegelungseinrichtung gleitend anliegt, wobei
in der zweiten Stellung die Grundplatte zwischen der Gleitfläche und einem Formschlussvorsprung
der Formschlusshalteeinrichtung klemmend gehalten ist. Die Gleitfläche liegt an der
Führungsvorrichtung vor und ist vorzugsweise eben beziehungsweise plan ausgestaltet.
Die Gleitfläche liegt an der Verriegelungseinrichtung, nämlich an der Grundplatte
der Verriegelungseinrichtung, gleitend an, wobei die Grundplatte vorzugsweise ebenfalls
plan beziehungsweise eben ist. Insbesondere ist die Grundplatte derart ausgestaltet,
dass die Gleitfläche der Führungsvorrichtung sowohl in der ersten Stellung als auch
der zweiten Stellung und während einer Verlagerung der Führungsvorrichtung bezüglich
der Verriegelungseinrichtung von der ersten Stellung in die zweite Stellung beziehungsweise
umgekehrt an einem planen Bereich der Grundplatte der Verriegelungseinrichtung anliegt,
um ein einfaches Verlagern der Führungsvorrichtung bezüglich der Verriegelungseinrichtung
zu ermöglichen.
[0026] Wie bereits vorstehend erläutert, verfügt die Formschlusshalteeinrichtung über den
Formschlussvorsprung. Dieser soll in der zweiten Stellung nun derart angeordnet sein,
dass die Grundplatte zwischen der Gleitfläche und dem Formschlussvorsprung klemmend
gehalten ist, sodass die Führungsvorrichtung bezüglich der Verriegelungseinrichtung
in die wenigstens eine erste Richtung festgesetzt ist. Die vorstehend ebenfalls bereits
erwähnte Formschlussaufnahme ist vorzugsweise in der Grundplatte der Verriegelungseinrichtung
ausgebildet. Beispielsweise wird die Formschlussaufnahme nach Verlagerung der Führungsvorrichtung
in die zweite Stellung von der Gleitfläche vollständig umgriffen, sodass also die
Gleitfläche die Formschlussaufnahme umgreifend an der Grundplatte anliegt.
[0027] Eine besonders bevorzugte weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die
Befestigungsöffnung in einem in Richtung der Befestigungsmittelaufnahme über die Gleitfläche
überstehenden, an der Führungsvorrichtung ausgebildeten Rastvorsprung ausgebildet
ist, der an eine die Befestigungsmittelaufnahme umgreifende Senkung form- und abmessungsangepasst
ist. Die Befestigungsöffnung durchgreift insoweit den Rastvorsprung, welcher über
die Gleitfläche übersteht, nämlich in Richtung der Befestigungsmittelaufnahme beziehungsweise
der Verriegelungseinrichtung. Beispielsweise ist die Befestigungsöffnung zentral in
dem Rastvorsprung angeordnet. Besonders bevorzugt ist der Rastvorsprung konisch ausgebildet.
[0028] Analog zu der Ausbildung der Befestigungsöffnung in dem Rastvorsprung ist die Befestigungsmittelaufnahme
in der Senkung ausgebildet beziehungsweise schließt sich an diese an. Die Senkung
ist bevorzugt ebenfalls konisch. Die Befestigungsmittelaufnahme ist an die Senkung
form- und abmessungsangepasst. Darunter ist zu verstehen, dass der Rastvorsprung und
die Senkung derart ausgestaltet sind, dass der Rastvorsprung rastend in die Senkung
eingreifen kann, sodass nachfolgend eine formschlüssige Verbindung zwischen der Führungsvorrichtung
und der Verriegelungseinrichtung vorliegt. In Umfangsrichtung bezüglich einer Längsmittelachse
der Befestigungsöffnung und/oder der Befestigungsmittelaufnahme liegt der Rastvorsprung
vorzugsweise in Umfangsrichtung durchgehend in der Senkung an der Verriegelungseinrichtung
beziehungsweise ihrer Grundplatte an, insbesondere also an einer Innenumfangsfläche
der Senkung, welche vorzugsweise konisch ist und koaxial mit der Befestigungsmittelaufnahme
angeordnet ist.
[0029] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Rastvorsprung
und/oder die Senkung konisch und/oder mittels Umformen hergestellt sind. Auf die konische
Gestalt des Rastvorsprungs beziehungsweise der Senkung wurde vorstehend bereits hingewiesen.
Diese Gestalt hat den Vorteil, dass sie bei dem Eingreifen des Rastvorsprungs in die
Senkung eine zentrierende Wirkung ausübt, sodass die Befestigungsöffnung bezüglich
der Befestigungsmittelaufnahme zentriert wird und entsprechend das Einbringen des
Befestigungsmittels und mithin das gemeinsame Befestigen der Verriegelungseinrichtung
und der Führungsvorrichtung an dem Rahmenelement besonders einfach möglich sind. Zusätzlich
oder alternativ können der Rastvorsprung und/oder die Senkung durch Umformen hergestellt
sein. Sowohl die Führungsvorrichtung als auch die Grundplatte der Verriegelungseinrichtung
sind vorzugsweise plattenförmig ausgestaltet, insbesondere liegen sie als Blech, bevorzugt
Metallblech, vor. Das Ausbilden des Rastvorsprungs beziehungsweise der Senkung kann
nun auf besonders einfache Art und Weise durch Umformen realisiert werden, beispielsweise
durch Eindrücken.
[0030] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Befestigungsöffnung
und der Rastvorsprung an einem elastisch verlagerbaren Rastarm der Führungsvorrichtung
angeordnet sind, der in der ersten Stellung durch Anliegen des Rastvorsprungs an der
Grundplatte elastisch ausgelenkt ist und in der zweiten Stellung den Rastvorsprung
elastisch in die Senkung drängt. Vorzugsweise ist weiterhin die Gleitfläche an dem
Rastarm ausgebildet. Zusätzlich kann der Formschlussvorsprung oder die Formschlussaufnahme
an ihm vorliegen. Sind mehrere Befestigungsöffnungen vorgesehen, so ist bevorzugt
wenigstens einigen dieser Befestigungsöffnungen, besonders bevorzugt allen Befestigungsöffnungen,
jeweils ein separater Rastarm zugeordnet. Beispielsweise sind zwei Rastarme mit jeweils
einer Befestigungsöffnung und einem Rastvorsprung beabstandet voneinander angeordnet,
welche die vorstehend erwähnte Führungsaufnahme zwischen sich aufnehmen.
[0031] Es ist nun vorgesehen, dass bei der Montage der Führungsvorrichtung an der Verriegelungseinrichtung
der Formschlussvorsprung in die Formschlussaufnahme eingebracht wird. Dies ist in
der ersten Stellung vorgesehen, sodass durch das Einbringen des Formschlussvorsprungs
in die Formschlussaufnahme der Rastarm elastisch ausgelenkt wird, weil der Rastvorsprung
an der Grundplatte anliegt. Wird nun die Führungsvorrichtung bezüglich der Verriegelungseinrichtung
in die zweite Stellung verlagert, so greift der Rastvorsprung in die Senkung ein.
Dies wird insbesondere durch die elastische Federwirkung des Rastarms bewirkt, welcher
den Rastvorsprung in die Senkung hineindrängt. Entsprechend ist nachfolgend bereits
die Führungsvorrichtung rastend zuverlässig an der Verriegelungseinrichtung gehalten,
sodass ein einfaches Befestigen von Verriegelungseinrichtung und Führungsvorrichtung
gemeinsam an dem Rahmenelement möglich ist.
[0032] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Führungsvorrichtung
eine in der Grundplatte ausgebildete Halteausnehmung beabstandet übergreift, wobei
in der Halteausnehmung oder hinter der Halteausnehmung ein mit dem Verschlussriegel
wirkverbundenes Betätigungselement angeordnet ist. Die Halteausnehmung wird insoweit
beispielsweise analog zu der Führungsausnehmung von der Führungsvorrichtung umgriffen.
Beispielsweise schließt sich die Halteausnehmung an die Führungsausnehmung an, nämlich
auf der der Führungsvorrichtung abgewandten Seite. Die Halteausnehmung ist in der
Grundplatte ausgebildet und durchgreift diese vorzugsweise vollständig. Die Halteausnehmung
ist beispielsweise randgeschlossen in der Grundplatte ausgestaltet, weist also einen
durchgehenden Rand auf.
[0033] In der Halteausnehmung oder hinter der Halteausnehmung, also auf der der Führungsvorrichtung
abgewandten Seite der Halteausnehmung, ist das Betätigungselement angeordnet. Dieses
ist mit dem Verschlussriegel derart wirkverbunden, dass eine Verlagerung des Verschlussriegels
eine Verlagerung des Betätigungselements und eine Verlagerung des Betätigungselements
eine Verlagerung des Verschlussriegels zur Folge hat. Das Betätigungselement ist insoweit
verlagerbar angeordnet beziehungsweise gelagert. Beispielsweise ist es nach der Montage
nur innerhalb eines Betätigungsbereichs verlagerbar und ist in einer außerhalb des
Betätigungsbereichs liegenden Betätigungselementmontagestellung in die Halteausnehmung
der Verriegelungseinrichtung einbringbar und innerhalb des Betätigungsbereichs in
der Halteausnehmung unverlierbar gehalten. Hierzu ist beispielsweise die Halteausnehmung
schlüssellochförmig ausgestaltet.
[0034] Schließlich kann im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen
sein, dass das Betätigungselement eine Befestigungseinrichtung zur Befestigung eines
Halteteils des maschinellen Gebäudeverschlussantriebs aufweist, wobei ein Antriebselement
des Gebäudeverschlussantriebs in einer ersten Stellung des Halteteils freigegeben
und in einer zweiten Stellung bezüglich des Halteteils festgesetzt, insbesondere zwischen
dem Halteteil und der Führungsvorrichtung klemmend gehalten ist, wobei das Halteteil
über das Betätigungselement derart mit dem Verschlussriegel wirkverbunden ist, dass
in der ersten Stellung des Halteteils der Verschlussriegel in seiner Verriegelungsstellung
und in der zweiten Stellung des Halteteils in seiner Freigabestellung vorliegt. Auf
die Ausgestaltung des Gebäudeverschlussantriebs und die Anordnung des Halteteils wurde
vorstehend bereits hingewiesen. Das Halteteil greift an dem Betätigungselement an
beziehungsweise ist über die Befestigungseinrichtung an diesem befestigt. Die Befestigungseinrichtung
kann beispielsweise eine Schraubverbindung, eine Bolzenverbindung oder dergleichen
umfassen. Von Bedeutung ist lediglich, dass das Halteteil mittels der Befestigungseinrichtung
dauerhaft und unverlierbar an dem Betätigungselement befestigt werden kann. Die Befestigung
mittels der Befestigungseinrichtung kann lösbar, also beschädigungsfrei reversibel,
oder unlösbar sein.
[0035] Die Erfindung betrifft weiterhin einen Gebäudeverschluss, mit einer Betätigungsanordnung,
insbesondere einer Betätigungsanordnung gemäß den vorstehenden Ausführungen, die wenigstens
eine Verriegelungseinrichtung mit einem Verschlussriegel aufweist, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel des Gebäudeverschlusses bezüglich eines Rahmens in einer Geschlossenstellung
festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des Gebäudeverschlusses freigibt,
wobei die Verriegelungseinrichtung wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme zur
Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung an einem Rahmenelement
des Gebäudeverschlusses dienenden Befestigungsmittels aufweist. Dabei ist vorgesehen,
dass eine Führungsvorrichtung eines maschinellen Gebäudeverschlussantriebs eine mit
der Befestigungsmittelaufnahme fluchtende Befestigungsöffnung zur Aufnahme des Befestigungsmittels
aufweist, sodass die Verriegelungseinrichtung und die Führungsvorrichtung gemeinsam
mittels des Befestigungsmittels an dem Rahmenelement befestigt sind.
[0036] Auf die Vorteile einer derartigen Ausgestaltung des Gebäudeverschlusses beziehungsweise
der Betätigungsanordnung wurde bereits hingewiesen. Sowohl der Gebäudeverschluss als
auch die Betätigungsanordnung können gemäß den vorstehenden Ausführungen weitergebildet
sein, sodass diese insoweit auf diese verwiesen wird.
[0037] Zudem betrifft die Erfindung einen Montagesatz zur Herstellung mehrerer Gebäudeverschlüsse,
insbesondere jeweils als Gebäudeverschluss gemäß den vorstehenden Ausführungen vorliegender
Gebäudeverschlüsse, mit mehreren Betätigungsanordnungen, die jeweils wenigstens eine
Verriegelungseinrichtung mit einem Verschlussriegel aufweisen, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel des jeweiligen Gebäudeverschlusses bezüglich eines Rahmens in einer Geschlossenstellung
festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des jeweiligen Gebäudeverschlusses
freigibt, wobei die jeweilige Verriegelungseinrichtung wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme
zur Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung an einem Rahmenelement
des jeweiligen Gebäudeverschlusses dienenden Befestigungsmittels aufweist. Dabei ist
vorgesehen, dass eine Führungsvorrichtung eines maschinellen Gebäudeverschlussantriebs
eine mit der Befestigungsmittelaufnahme fluchtende Befestigungsöffnung zur Aufnahme
des Befestigungsmittels aufweist, sodass bei einem ersten der Gebäudeverschlüsse allein
die Verriegelungseinrichtung und bei einem zweiten der Gebäudeverschlüsse die Verriegelungseinrichtung
und die Führungsvorrichtung gemeinsam mittels des Befestigungsmittels an dem Rahmenelement
befestigbar sind.
[0038] Mithilfe des Montagesatzes können insoweit mehrere Gebäudeverschlüsse realisiert
werden, nämlich zumindest der erste der Gebäudeverschlüsse und der zweite der Gebäudeverschlüsse.
Jeder der Gebäudeverschlüsse weist eine der Betätigungsanordnungen auf, wobei jede
der Betätigungsanordnungen über eine Verriegelungseinrichtung verfügt. Die Gebäudeverschlüsse
zeichnen sich durch unterschiedliche Ausgestaltungen aus. So ist der erste Gebäudeverschluss
ohne und der zweite Gebäudeverschluss mit dem Gebäudeverschlussantrieb ausgebildet.
Hierzu ist bei dem ersten Gebäudeverschluss nur die Verriegelungseinrichtung, also
nicht die Führungsvorrichtung, mithilfe des Befestigungsmittels an dem jeweiligen
Rahmenelement befestigt beziehungsweise befestigbar. Im Falle des zweiten Gebäudeverschlusses
sind dagegen sowohl die Verriegelungseinrichtung als auch die Führungsvorrichtung
mithilfe des Befestigungsmittels befestigt beziehungsweise befestigbar. Die Verriegelungseinrichtungen
sind dabei als Gleichteile ausgestaltet, sodass der erste Gebäudeverschluss und der
zweite Gebäudeverschluss über identische Verriegelungseinrichtungen verfügen. Erneut
wird auf die vorstehenden Ausführungen hinsichtlich bevorzugter Ausgestaltungen des
beziehungsweise der Gebäudeverschlüsse hingewiesen.
[0039] Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Ausrüsten eines Gebäudeverschlusses,
insbesondere eines Gebäudeverschlusses gemäß den vorstehenden Ausführungen, mit einem
maschinellen Gebäudeverschlussantrieb, wobei der Gebäudeverschluss über eine Betätigungsanordnung,
insbesondere gemäß den vorstehenden Ausführungen, mit einer Verriegelungseinrichtung
verfügt, die wenigstens einen Verschlussriegel aufweist, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel des Gebäudeverschlusses bezüglich eines Rahmens in einer Geschlossenstellung
festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des Gebäudeverschlusses freigibt,
wobei die Verriegelungseinrichtung wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme zur
Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung an einem Rahmenelement
des Gebäudeverschlusses dienenden Befestigungsmittels aufweist. Dabei ist vorgesehen,
dass eine Führungsvorrichtung des maschinellen Gebäudeverschlussantriebs eine mit
der Befestigungsmittelaufnahme fluchtende Befestigungsöffnung zur Aufnahme des Befestigungsmittels
aufweist, wobei die Verriegelungseinrichtung und die Führungsvorrichtung gemeinsam
mittels des Befestigungsmittels an dem Rahmenelement befestigt werden.
[0040] Unter dem Ausrüsten des Gebäudeverschlusses ist beispielsweise ein Nachrüsten des
Gebäudeverschlusses mit dem maschinellen Gebäudeverschlussantrieb zu verstehen. Hierbei
kann es vorgesehen sein, dass die Verriegelungseinrichtung bereits mithilfe des Befestigungsmittels
an dem Rahmenelement des Gebäudeverschlusses befestigt ist. Im Rahmen des Ausrüstens
des Gebäudeverschlusses mit dem Gebäudeverschlussantrieb soll die Führungsvorrichtung
an der Verriegelungseinrichtung angeordnet werden. Hierzu wird das Befestigungsmittel,
mit welchem die Verriegelungseinrichtung an dem Rahmenelement befestigt ist, gelöst.
Anschließend wird die Führungsvorrichtung bezüglich der Verriegelungseinrichtung derart
angeordnet, dass die Befestigungsmittelaufnahme mit der Befestigungsöffnung fluchtet.
Anschließend werden die Verriegelungseinrichtung und die Führungsvorrichtung gemeinsam
mittels des Befestigungsmittels an dem Rahmenelement befestigt, insbesondere mithilfe
des zuvor gelösten Befestigungsmittels. Selbstverständlich kann jedoch auch ein Austausch
des Befestigungsmittels vorgesehen sein, insbesondere falls dieses verschlissen ist.
[0041] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Gebäudeverschlusses in Form eines Dachfensters,
- Figur 2
- eine Darstellung des Gebäudeverschlusses sowie mehrerer Eindeckelemente, welche beispielsweise
einen Eindeckrahmen bilden,
- Figur 3
- eine Verriegelungseinrichtung für den Gebäudeverschluss,
- Figur 4
- der Gebäudeverschluss mit an ihm angeordneter Führungsvorrichtung für einen maschinellen
Gebäudeverschlussantrieb,
- Figur 5
- eine schematische Detailschnittansicht eines Bereichs der Anordnung aus Verriegelungseinrichtung
und Führungsvorrichtung,
- Figur 6
- eine weitere schematische Detailschnittdarstellung der Anordnung aus Verriegelungseinrichtung
und Führungsvorrichtung, sowie
- Figur 7
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Funktionsweise des maschinellen
Gebäudeverschlussantriebs.
[0042] Die Figur 1 zeigt einen Gebäudeverschluss 1 in Form eines Dachfensters, insbesondere
eines Wohndachfensters. Selbstverständlich kann der Gebäudeverschluss 1 jedoch eine
beliebige andere Ausgestaltung aufweisen und beispielsweise als Tür oder Fenster allgemeiner
Art vorliegen. Der Gebäudeverschluss 1 weist einen Rahmen 2 sowie einen bezüglich
des Rahmens 2 beweglich gelagerten Flügel 3 auf. Der Flügel 3 trägt - insbesondere
falls der Gebäudeverschluss 1 als Fenster oder Dachfenster vorliegt - eine Verglasung
4 des Gebäudeverschlusses 1. Der Rahmen 2 ist vorzugsweise fest in einem Dach oder
dergleichen montiert oder montierbar. Zur Befestigung des Rahmens 2 kann wenigstens
ein Befestigungsmittel 5 vorgesehen sein, welches beispielsweise in Form eines Befestigungswinkels
vorliegt. Das Befestigungsmittel 5 ist vorzugsweise sowohl mit dem Rahmen 2 als auch
dem Dach verschraubt beziehungsweise verschraubbar.
[0043] Der Rahmen 2 besteht beispielsweise aus mehreren Holmen, nämlich einem unteren Horizontalholm
6, einem oberen Horizontalholm 7, einem linken Vertikalholm 8 und einem rechten Vertikalholm
8 und einem rechten Vertikalholm 9. Analog dazu besteht vorzugsweise auch der Flügel
3 aus mehreren Holmen, die hier nicht im Detail gezeigt sind. Der Rahmen 2 und/oder
der Flügel 3, insbesondere deren Holme, beispielsweise die Holme 6, 7, 8 und 9, können
mit wenigstens einem Abdeckelement versehen sein. Das Abdeckelement dient einer Abdeckung
gegenüber einer Außenumgebung, sodass Umgebungsbedingungen keinen negativen Einfluss
auf den Gebäudeverschluss 1 nehmen können.
[0044] Als Abdeckelement können beispielsweise eines oder mehrere der folgenden Elemente
vorliegen: Ein oberes Flügelabdeckblech 10, ein Wasserschutzblech 11, obere Flügelseitenabdeckbleche
12, untere Flügelseitenabdeckbleche 13 sowie seitliche Abdeckrahmenbleche 14. Die
Abdeckrahmenbleche 14 schließen sich dabei in seitlicher Richtung an die Flügelseitenabdeckbleche
12 und 13 an. Das Flügelabdeckblech 10 ist mittels Verbindungselementen 15 mit den
oberen Flügelseitenabdeckblechen 12 verbunden. Analog dazu ist das Wasserschutzblech
11 über Verbindungselemente 16 mit den unteren Flügelseitenabdeckblechen 13 verbunden.
[0045] Die Figur 2 zeigt den Gebäudeverschluss 1 gemäß den vorstehenden Ausführungen sowie
Abdeckelemente 17, 18, 19 und 20. Die Abdeckelemente 17, 18, 19 und 20 können beispielsweise
als separat voneinander ausgebildete Abdeckbleche vorliegen. Sie bilden insbesondere
einen Abdeckrahmen 21 für den Gebäudeverschluss 1 aus. Der Abdeckrahmen 21 beziehungsweise
die Abdeckelemente 17, 18, 19 und 20 dienen dem Abführen von Wasser von dem Gebäudeverschluss
1 in Richtung einer Umgebung, insbesondere des Dachs. Das Abdeckelement 17 weist dazu
zum Beispiel eine Abdeckschürze 22 auf, welche an einen Verlauf beziehungsweise eine
Struktur des Dachs formangepasst werden kann. Es wird deutlich, dass der Gebäudeverschluss
1, insbesondere der Flügel 3, einen Griff beziehungsweise Schwenkgriff 23 aufweist,
welcher zur Betätigung des Gebäudeverschlusses 1 dient.
[0046] Die Figur 3 zeigt eine Verriegelungseinrichtung 24 einer Betätigungsanordnung 25
des Gebäudeverschlusses 1. Die Verriegelungseinrichtung 24 verfügt über wenigstens
einen Verschlussriegel 26, in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel über zwei
Verschlussriegel 26. Im Folgenden wird stets lediglich einer der Verschlussriegel
26 beschrieben, die Ausführungen sind jedoch analog auf den jeweils anderen übertragbar.
Der Verschlussriegel 26 ist beispielsweise in einer Führungsausnehmung 27 angeordnet,
welche beispielsweise in einer Grundplatte 28 der Verriegelungseinrichtung 24 ausgebildet
ist. Der Verschlussriegel 26 kann in einer hier dargestellten Verriegelungsstellung
sowie einer Freigabestellung angeordnet werden.
[0047] In der Verriegelungsstellung wirkt der Verschlussriegel 26 mit einem hier nicht dargestellten
Schließblock zusammen, um den Gebäudeverschluss 1 zu verriegeln und mithin den Flügel
3 in seiner Geschlossenstellung festzusetzen. Befindet sich also der Flügel 3 in der
Geschlossenstellung, wird nachfolgend der Verschlussriegel 26 in die Verriegelungsstellung
gebracht, so kann der Flügel 3 anschließend nicht mehr aus der Geschlossenstellung
heraus, beispielsweise in Richtung einer Offenstellung, verlagert werden. Erst wenn
der Verschlussriegel 26 wieder in die Freigabestellung gebracht wird, wird der Flügel
3 zum Öffnen des Gebäudeverschlusses 1 freigegeben. Der Schließblock ist vorzugsweise
an dem Rahmen 2 des Gebäudeverschlusses 1 befestigt.
[0048] Die Grundplatte 28 wird beispielsweise von einer Schürze 29 umgriffen, welche sich
ausgehend von der Grundplatte 28 in Richtung des Flügels 3 (hier nicht dargestellt)
erstreckt. Über die Schürze 29 kann sich die Grundplatte 28 an dem Flügel 3 abstützen.
Alternativ kann die Schürze 29 lediglich dekorative Funktion haben. Die Schürze 29
ist bevorzugt einstückig und/oder materialeinheitlich mit der Grundplatte 28 ausgestaltet.
Die Schürze 29 kann alternativ jedoch auch aus einem Material bestehen, welches von
dem Material der Grundplatte 28 verschieden ist und insoweit materialuneinheitlich
zu dieser vorliegen. Beispielsweise ist in diesem Fall die Grundplatte 28 in die Schürze
29 eingesetzt.
[0049] Die Verriegelungseinrichtung 24 verfügt über wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme
30, in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel über zwei Befestigungsmittelaufnahmen
30. Im Folgenden wird lediglich auf eine der Befestigungsmittelaufnahmen 30 eingegangen.
Die Ausführungen sind jedoch stets auf die jeweils andere übertragbar. Die Befestigungsmittelaufnahme
30 dient der Aufnahme eines Befestigungsmittels 31, in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
einer Schraube. Das Befestigungsmittel 31 dient der Befestigung der Verriegelungseinrichtung
24 an dem Flügel 3 beziehungsweise an einem Rahmenelement des Flügels 3. Das Rahmenelement
kann dabei einer der Holme des Flügels 3 sein. Es ist erkennbar, dass die Befestigungsmittelaufnahme
30 in einer Senkung 32 ausgebildet ist beziehungsweise sich an diese anschließt. Die
Senkung 32 ist dabei konisch ausgestaltet. Bevorzugt besteht die Grundplatte 28 aus
Blech, sodass die Senkung 32 auf einfache Art und Weise durch Umformen hergestellt
werden kann.
[0050] In der Grundplatte 28 ist eine Halteausnehmung 33 ausgebildet. In dieser ist ein
Betätigungselement 34 verlagerbar gelagert. Das Betätigungselement 34 ist dabei mit
dem Verschlussriegel 26 wirkverbunden, sodass eine Verlagerung des Verschlussriegels
26 eine Verlagerung des Betätigungselements 34 und umgekehrt bewirkt. Das Betätigungselement
34 weist eine Befestigungseinrichtung 35 auf, welche hier in Gestalt wenigstens einer
Schraubbohrung vorliegt. Die Befestigungseinrichtung 35 dient der Befestigung eines
Halteteils 36 (nicht dargestellt) eines ebenfalls nicht dargestellten maschinellen
Gebäudeverschlussantriebs 37. Die Halteausnehmung 33 ist vorzugsweise schlüssellochförmig
ausgestaltet, sodass das Betätigungselement 34 in einer ersten Stellung in die Halteausnehmung
33 einbringbar und aus ihr entnehmbar ist, während es in einer anderen Stellung in
der Halteausnehmung 33 gesichert ist, also nicht aus ihr entnommen werden kann. Weiterhin
ist in der Verriegelungseinrichtung 24, insbesondere in der Grundplatte 28, wenigstens
eine Formschlussaufnahme 38 (hier: zwei Formschlussaufnahmen 38) einer Formschlusshalteeinrichtung
39 ausgebildet.
[0051] Die Figur 4 zeigt die Verriegelungseinrichtung 24 sowie ein gemeinsam mit der Verriegelungseinrichtung
24 an dem Flügel 3 befestigte Führungsvorrichtung 40. Die Führungsvorrichtung 40 ist
Bestandteil des Gebäudeverschlussantriebs 37. Es ist erkennbar, dass die Führungsvorrichtung
40 eine Führungsausnehmung 41 ausbildet, insbesondere gemeinsam mit der Grundplatte
28 und/oder dem Betätigungselement 34. Insbesondere übergreift die Führungsvorrichtung
40 hierzu das Betätigungselement 34 und die Halteausnehmung 33 brückenartig, ist also
von diesen beabstandet angeordnet. Beidseitig der Halteausnehmung 33 verfügt die Führungsvorrichtung
40 jeweils über einen elastisch verlagerbaren Rastarm 42, wobei im Folgenden lediglich
auf einen der Rastarme 42 eingegangen wird. An dem Rastarm sind eine Befestigungsöffnung
43 sowie ein Formschlussvorsprung 44 der Formschlusshalteeinrichtung 39 angeordnet,
wobei der Formschlussvorsprung 44 zum Halten der Führungsvorrichtung 40 an der Verriegelungseinrichtung
24 in die Formschlussaufnahme 38 der Grundplatte 28 eingreift. Aus der hier gezeigten
Darstellung kann einfach abgeleitet werden, dass die Befestigungsöffnung 34 mit der
Befestigungsmittelaufnahme 30 (hier durch die Führungsvorrichtung 40 verdeckt) fluchtet,
sodass die Verriegelungseinrichtung 24 und die Führungsvorrichtung 40 gemeinsam mittels
des Befestigungsmittels 31 an dem Flügel 3 des Gebäudeverschlusses 1 befestigbar sind.
[0052] Die Figur 5 zeigt eine Schnittdarstellung durch einen Bereich der Betätigungsanordnung
25, nämlich durch die Verriegelungseinrichtung 24 und die Führungsvorrichtung 40.
Gezeigt sind die Verriegelungseinrichtung 24 und die Führungsvorrichtung 40 in einer
Stellung zueinander, in welcher die Formschlusshalteeinrichtung 39 sie aneinander
hält, also ein Abnehmen der Führungsvorrichtung 40 von der Verriegelungseinrichtung
24 verhindert. Hierzu hintergreift der Formschlussvorsprung 44 die Grundplatte 28,
indem er die Formschlussaufnahme 38 vollständig durchgreift, nämlich ausgehend von
einer Gleitfläche 45, mit welcher die Führungsvorrichtung 40 gleitend an der Grundplatte
28 anliegt. In dieser Stellung ist die Grundplatte 28 zwischen der Gleitfläche 45
und dem Formschlussvorsprung 44 klemmend gehalten.
[0053] Die Figur 6 zeigt eine weitere Schnittdarstellung durch die Anordnung aus Verriegelungseinrichtung
24 und Führungsvorrichtung 40. Es wird deutlich, dass die Befestigungsöffnung 43 in
einem in Richtung der Befestigungsmittelaufnahme 30 über die Gleitfläche 45 überstehenden,
an der Führungsvorrichtung 40, insbesondere dem Rastarm 42, ausgebildeten Rastvorsprung
46 ausgebildet ist. Der Rastvorsprung 46 ist auf seiner der Grundplatte 28 zugewandten
Seite an die Senkung 32 form- und abmessungsangepasst. Er wird von dem Rastarm 42
in die Senkung 32 derart hineingedrängt, dass die Führungsvorrichtung 40 bezüglich
der Verriegelungseinrichtung 24 rastend gehalten ist. Somit wird bereits vor einer
Befestigung der Verriegelungseinrichtung 24 und der Führungsvorrichtung 40 an dem
Flügel 3 mittels des Befestigungsmittels 31 eine zuverlässige Befestigung und zudem
eine genaue Positionierung der Führungsvorrichtung 40 bezüglich der Verriegelungseinrichtung
24 erzielt.
[0054] Anhand der Figur 7 soll die Funktionsweise des Gebäudeverschlussantriebs 37 erläutert
werden. Gezeigt ist dabei das Halteteil 36, welches nunmehr mit dem Betätigungselement
34 verbunden ist, insbesondere starr. Das Halteteil 36 weist eine Rippe 47 auf, welche
mit ihrem freien Ende in die von der Grundplatte 28 abgewandte Richtung ragt. Die
Rippe 47 stellt insoweit einen Haltevorsprung für ein Antriebselement 48 dar, welches
eine korrespondierende Formschlussausnehmung 49 aufweist. Das Antriebselement 48 ist
über ein Übertragungsglied 50 an dem Rahmen 2 gelagert. Das Übertragungsglied 30 liegt
beispielsweise als Kette, insbesondere als drucksteife Kette vor.
[0055] Die Führungsvorrichtung 40 dient als Führung für das Antriebselement 48, welches
mit dem Halteteil 36 zusammenwirkt. Das Halteteil 36 ist in einer ersten Stellung
angeordnet, in welcher das Antriebselement 48 bezüglich des Halteteils 36 freigegeben
ist. Wird nun das Antriebselement 48 über das Übertragungsglied 50 in Richtung der
Führungsvorrichtung 40, insbesondere in Richtung der Führungsausnehmung 41 verlagert,
so wird das Halteteil 36 in eine zweite Stellung verbracht. In dieser ist es wenigstens
bereichsweise zusammen mit dem Antriebselement 48 in der Führungsausnehmung 41 angeordnet.
Befindet sich das Halteteil 36 in seiner zweiten Stellung, so ist das Antriebselement
48 bezüglich des Halteteils 36 festgesetzt, weil die Führungsvorrichtung 40 ein Herausgelangen
der Rippe 47 aus der Formschlussausnehmung 49 unterbindet. Entsprechend ist das Antriebselement
48 und folglich auch das Übertragungsglied 50 sicher an den Flügel 30 angekoppelt,
sodass nachfolgend eine Verlagerung des Flügels 30 mittels des Gebäudeverschlussantriebs
37 erfolgen kann.
1. Betätigungsanordnung für einen Gebäudeverschluss (1), mit einer Verriegelungseinrichtung
(24), die wenigstens einen Verschlussriegel (26) aufweist, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel (3) des Gebäudeverschlusses (1) bezüglich eines Rahmens (2) in einer
Geschlossenstellung festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des Gebäudeverschlusses
(1) freigibt, wobei die Verriegelungseinrichtung (24) wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme
(30) zur Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung (24) an einem
Rahmenelement des Gebäudeverschlusses (1) dienenden Befestigungsmittels (31) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungsvorrichtung (40) eines maschinellen Gebäudeverschlussantriebs (37) eine
mit der Befestigungsmittelaufnahme (30) fluchtende Befestigungsöffnung (43) zur Aufnahme
des Befestigungsmittels (31) aufweist, sodass die Verriegelungseinrichtung (24) und
die Führungsvorrichtung gemeinsam mittels des Befestigungsmittels (31) an dem Rahmenelement
befestigbar sind.
2. Betätigungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (24) und die Führungsvorrichtung (40) eine Formschlusshalteeinrichtung
(39) aufweisen, die in einer ersten Stellung der Führungsvorrichtung (40) relativ
zu der Verriegelungseinrichtung (24) die Führungsvorrichtung (40) bezüglich der Verriegelungseinrichtung
(24) in wenigstens einer ersten Richtung freigibt und in einer zweiten Stellung in
der wenigstens einen ersten Richtung festsetzt, wobei eine Verlagerung von der ersten
Stellung in die zweite Stellung in einer zweiten Richtung erfolgt, die bezüglich der
ersten Richtung angewinkelt ist, insbesondere senkrecht auf ihr steht.
3. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsöffnung (43) in der zweiten Stellung der Führungsvorrichtung (40)
relativ zu der Verriegelungseinrichtung (24) mit der Befestigungsmittelaufnahme (30)
fluchtet.
4. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsvorrichtung (40) mit einer Gleitfläche (45) an einer Grundplatte (28)
der Verriegelungseinrichtung (23) gleitend anliegt, wobei in der zweiten Stellung
die Grundplatte (28) zwischen der Gleitfläche (45) und einem Formschlussvorsprung
(44) der Formschlusshalteeinrichtung (39) klemmend gehalten ist.
5. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsöffnung (43) in einem in Richtung der Befestigungsmittelaufnahme
(30) über die Gleitfläche (45) überstehenden, an der Führungsvorrichtung (40) ausgebildeten
Rastvorsprung (46) ausgebildet ist, der an eine die Befestigungsmittelaufnahme (30)
umgreifende Senkung (32) form- und abmessungsangepasst ist.
6. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastvorsprung (46) und/oder Senkung (32) konisch und/oder mittels Umformen hergestellt
sind.
7. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsöffnung (43) und der Rastvorsprung (46) an einem elastisch verlagerbaren
Rastarm (42) der Führungsvorrichtung (40) angeordnet sind, der in der ersten Stellung
durch Anliegen des Rastvorsprungs (46) an der Grundplatte (28) elastisch ausgelenkt
ist und in der zweiten Stellung den Rastvorsprung (46) elastisch in die Senkung (32)
drängt.
8. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsvorrichtung (40) eine in der Grundplatte (28) ausgebildete Halteausnehmung
(33) beabstandet übergreift, wobei in der Halteausnehmung (33) oder hinter der Halteausnehmung
(33) ein mit dem Verschlussriegel (26) wirkverbundenes Betätigungselement (34) angeordnet
ist.
9. Betätigungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (34) eine Befestigungseinrichtung (35) zur Befestigung eines
Halteteils (36) des maschinellen Gebäudeverschlussantriebs (37) aufweist, wobei ein
Antriebselement (48) des Gebäudeverschlussantriebs (37) in einer ersten Stellung des
Halteteils (36) freigegeben und in einer zweiten Stellung bezüglich des Halteteils
(36) festgesetzt, insbesondere zwischen dem Halteteil (36) und der Führungsvorrichtung
(40) klemmend gehalten ist, wobei das Halteteil (36) über das Betätigungselement (34)
derart mit dem Verschlussriegel (26) wirkverbunden ist, das in der ersten Stellung
des Halteteils (36) der Verschlussriegel (26) in seiner Verriegelungsstellung und
in der zweiten Stellung des Halteteils (36) in seiner Freigabestellung vorliegt.
10. Gebäudeverschluss (1), mit einer Betätigungsanordnung, insbesondere einer Betätigungsanordnung
nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, die wenigstens eine Verriegelungseinrichtung
(24) mit einem Verschlussriegel (26) aufweist, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel (3) des Gebäudeverschlusses (1) bezüglich eines Rahmens (2) in einer
Geschlossenstellung festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des Gebäudeverschlusses
(1) freigibt, wobei die Verriegelungseinrichtung (24) wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme
(30) zur Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung (24) an einem
Rahmenelement des Gebäudeverschlusses (1) dienenden Befestigungsmittels (31) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungsvorrichtung (40) eines maschinellen Gebäudeverschlussantriebs (37) eine
mit der Befestigungsmittelaufnahme (30) fluchtende Befestigungsöffnung (43) zur Aufnahme
des Befestigungsmittels (31) aufweist, sodass die Verriegelungseinrichtung (24) und
die Führungsvorrichtung (40) gemeinsam mittels des Befestigungsmittels (31) an dem
Rahmenelement befestigt sind.
11. Montagesatz zur Herstellung mehrerer Gebäudeverschlüsse (1), insbesondere jeweils
als Gebäudeverschluss (1) nach Anspruch 10 vorliegender Gebäudeverschlüsse (1), mit
mehreren Betätigungsanordnungen, die jeweils wenigstens eine Verriegelungseinrichtung
(24) mit einem Verschlussriegel (26) aufweisen, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel (3) des jeweiligen Gebäudeverschlusses (1) bezüglich eines Rahmens (2)
in einer Geschlossenstellung festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des
jeweiligen Gebäudeverschlusses freigibt, wobei die jeweilige Verriegelungseinrichtung
(24) wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme (30) zur Aufnahme eines der Befestigung
der Verriegelungseinrichtung (24) an einem Rahmenelement des jeweiligen Gebäudeverschlusses
(1) dienenden Befestigungsmittels (31) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungsvorrichtung (40) eines maschinellen Gebäudeverschlussantriebs (37) eine
mit der Befestigungsmittelaufnahme (30) fluchtende Befestigungsöffnung (43) zur Aufnahme
des Befestigungsmittels (31) aufweist, sodass bei einem ersten der Gebäudeverschlüsse
(1) allein die Verriegelungseinrichtung (24) bei einem zweiten der Gebäudeverschlüsse
(1) die Verriegelungseinrichtung (24) und die Führungsvorrichtung (40) gemeinsam mittels
des Befestigungsmittels (31) an dem Rahmenelement befestigbar sind.
12. Verfahren zum Ausrüsten eines Gebäudeverschlusses (1), insbesondere eines Gebäudeverschlusses
(1) nach Anspruch 10, mit einem maschinellen Gebäudeverschlussantrieb (37), wobei
der Gebäudeverschluss (1) über eine Betätigungsanordnung, insbesondere eine Betätigungsanordnung
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Verriegelungseinrichtung
(24) verfügt, die wenigstens einen Verschlussriegel (26) aufweist, der in einer Verriegelungsstellung
einen Flügel (3) des Gebäudeverschlusses (1) bezüglich eines Rahmens (2) in einer
Geschlossenstellung festsetzt und in einer Freigabestellung zum Öffnen des Gebäudeverschlusses
(1) freigibt, wobei die Verriegelungseinrichtung (24) wenigstens eine Befestigungsmittelaufnahme
(30) zur Aufnahme eines der Befestigung der Verriegelungseinrichtung (24) an einem
Rahmenelement des Gebäudeverschlusses (1) dienenden Befestigungsmittels (31) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungsvorrichtung (40) des maschinellen Gebäudeverschlussantriebs (37) eine
mit der Befestigungsmittelaufnahme (30) fluchtende Befestigungsöffnung (43) zur Aufnahme
des Befestigungsmittels (31) aufweist, wobei die Verriegelungseinrichtung (24) und
die Führungsvorrichtung (40) gemeinsam mittels des Befestigungsmittels (31) an dem
Rahmenelement befestigt werden.