[0001] Die Erfindung betrifft ein Horizontalscharnier für eine Haushaltsgerätetür, insbesondere
Gargerätetür, aufweisend einen vorderseitig aus einem Scharniergehäuse ragenden drehbaren
Scharnierarm zum Halten der Gargerätetür, eine rückseitig aus dem Scharniergehäuse
ragende, mit dem Scharnierarm gekoppelte Hubstange, die bei einer Drehung des Scharnierarms
schwenkbar ist, und eine der Hubstange außerhalb des Scharniergehäuses übergeworfene
Druckfeder, die zwischen dem Scharniergehäuse und einem Auflageabschnitt der Hubstange
unter einer Druckspannung gehalten wird. Die Erfindung betrifft auch ein Haushaltsgargerät,
das einen Garraum mit einer Beschickungsöffnung, die mittels einer horizontal verschwenkbaren
Tür verschließbar ist, aufweist, wobei die Tür mit mindestens einem Horizontalscharnier
verbunden ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Montieren eines Horizontalscharniers.
Die Erfindung ist insbesondere vorteilhaft anwendbar auf Horizontalscharniere für
Backofentüren, insbesondere auf Schwerlast-Horizontalscharniere.
[0002] Fig.6A zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem Haushaltsgargerät
101 der betreffenden Art (z.B. einen Backofen), das einen Garraum G mit einer vorderseitigen
Beschickungsöffnung 102 aufweist, wobei die Beschickungsöffnung 102 mittels einer
horizontal verschwenkbaren Gargerätetür 103 verschließbar ist, wobei die Gargerätetür
103 mit mindestens einem Horizontalscharnier 104 verbunden ist. Das Horizontalscharnier
104 ist in einer Öffnungsstellung gezeigt, bei der die Tür 103 die Beschickungsöffnung
102 freigibt. Das Horizontalscharnier 104 weist einen vorderseitig aus einem Scharniergehäuse
105 ragenden drehbaren Scharnierarm 106 zum Halten der Gargerätetür 103 auf. Das Horizontalscharnier
104 weist ferner eine rückseitig aus dem Scharniergehäuse 105 ragende, mit dem Scharnierarm
106 mechanisch gekoppelte Hubstange 107 auf. Zur Kopplung mit dem Scharnierarm 106
ist ein in dem Scharniergehäuse 105 befindlicher Abschnitt der Hubstange 107 drehbar
mit einem Zwischenstück 108 verbunden, das außerdem drehbar mit dem Scharnierarm 106
verbunden ist. Das Zwischenstück 108 ist mittels des Scharniergehäuses 105 führbar.
Der außerhalb des Scharniergehäuses 105 befindliche Abschnitt der Hubstange 107 ist
eine Feder ("Druckfeder" 109) übergeworfen bzw. aufgesteckt. Die Druckfeder 109 liegt
mit ihrem ersten (in Bezug auf das Scharniergehäuse 105 proximalen) Ende an dem Scharniergehäuse
105 auf und mit ihrem dem Scharniergehäuse 105 abgewandten zweiten (in Bezug auf das
Scharniergehäuse distalen) Ende an einer mit der Hubstange 107 verbundenen Auflagescheibe
("Pendelscheibe" 110) auf. Die also als ein Abschlusselement verwendete Auflagescheibe
110 bildet einen Auflageabschnitt der Hubstange 107. Die Druckfeder 109 steht unter
einer Druckspannung. Da die Hubstange 107 in der in der Öffnungsstellung ausgehend
von dem Zwischenstück 108 schräg nach unten gerichtet ist, kommt es zu einer Biegung
der Druckfeder 109, die dadurch die Hubstange 107 unterseitig berührt.
[0003] Fig.6B zeigt das Haushaltsgargerät 101 in einer zu Fig.3A analogen Darstellung mit
dem Horizontalscharnier 104 in einer Schließstellung, bei der die Gargerätetür 103
die Beschickungsöffnung 102 verschließt. Durch die Drehung des Scharnierarms 106 hat
sich das Zwischenstück 108 in dem Scharniergehäuse 105 verschoben und gedreht und
die Hubstange 107 entsprechend bewegt. Und zwar ist die Hubstange 107 gegen den Uhrzeigersinn
gedreht worden, so dass sie nun ausgehend von dem Zwischenstück 108 schräg nach oben
gerichtet ist. So kommt es zu einer Biegung der Druckfeder 109 in die andere Richtung,
wodurch sie die Hubstange 107 nun oberseitig berührt. Zudem ragt die Hubstange 107
nun auch länger aus dem Scharniergehäuse 105 heraus, so dass die Druckfeder 109 unter
einer geringeren Druckspannung steht. Der entsprechende Energieverlust in der Druckfeder
109 ist zur Unterstützung einer Türbewegung von der Öffnungsstellung in die Schließstellung
verwendet worden. Umgekehrt dämpft die Druckfeder 109 eine Öffnungsbewegung der Gargerätetür
103 unter Energieaufnahme.
[0004] Die Berührung der Hubstange 107 durch die verspannte Druckfeder 109 führt zu einer
unkontrollierten Reibung und somit zu Kraftverlusten bei Bewegen der Gargerätetür
103. Auch kann es zu einer Erzeugung von Störgeräuschen (Knarzen, Quietschen) bei
Bewegen der Gargerätetür 103 kommen.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik
zumindest teilweise zu überwinden und insbesondere ein Horizontalscharnier für Haushaltsgerätetüren
mit verringerten Kraftverlusten und Störgeräuschen bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Horizontalscharnier für eine Haushaltsgerätetür,
aufweisend einen vorderseitig aus einem Scharniergehäuse ragenden drehbaren Scharnierarm
zum Halten der Gargerätetür, eine rückseitig aus dem Scharniergehäuse ragende, mit
dem Scharnierarm gekoppelte Hubstange, die bei einer Drehung des Scharnierarms drehbar
ist, und eine der Hubstange außerhalb des Scharniergehäuses übergeworfene Druckfeder,
die zwischen dem Scharniergehäuse und einem Auflageabschnitt der Hubstange unter einer
Druckspannung gehalten wird, wobei zwischen der Druckfeder und dem Scharniergehäuse
ein an dem Scharniergehäuse kippbar aufliegendes Element (im Folgenden ohne Beschränkung
der Allgemeinheit als "Kippelement" bezeichnet) vorhanden ist.
[0008] Dieses Horizontalscharnier weist den Vorteil auf, dass sich das Kippelement, auf
welches die Druckfeder drückt, den Winkeländerungen der Hubstange bei Drehung der
Gargerätetür und damit des Scharnierarms durch seine eigene Verschwenkung oder Drehung
gegenüber dem Scharniergehäuse vollständig anpasst. Das Kippelement wird also mit
der Drehung der Hubstange mitgeführt. So wird das dem Kippelement zugewandte erste
Ende der Druckfeder nicht mehr gegen die Länge der Druckfeder angewinkelt. Folglich
bleibt die Druckfeder bei allen Positionen der Hubstange vollständig gerade und es
entstehen keine ungewünschten Reibungen an der Hubstange und somit auch keine Kraftverluste
mehr. Zudem werden Störgeräusche, die bisher durch Gleiten der Druckfeder auf der
Hubstange auftreten können, vermieden.
[0009] Die Druckfeder kann eine Spiralfeder sein. Sie kann mit einem ersten Ende auf dem
Kippelement aufliegen und mit ihrem zweiten Ende auf dem Auflageabschnitt der Hubstange
aufliegen. Das erste Ende und/oder das zweite Ende können plangeschliffen sein, um
eine Geradlinigkeit der Druckfeder besonders zuverlässig zu erreichen. Die Druckfeder
kann direkt oder indirekt, z.B. über ein Zwischenelement, aufliegen. Die Hubstange
kann durch die Spiralfeder laufen bzw. die Spiralfeder kann auf die Hubstange aufgesteckt
sein.
[0010] Der Scharnierarm kann in die Gargerätetür eingesteckt sein. Der Scharnierarm ist
insbesondere um eine horizontale Drehachse drehbar.
[0011] Dass die Hubstange mit dem Scharnierarm gekoppelt ist, kann umfassen, dass sie direkt
an den Scharnierarm angelenkt ist oder dass sie indirekt über einen Kraftübertragungsmechanismus
(z.B. ein in dem Scharniergehäuse geführtes Zwischenstück) mit dem Scharnierarm gekoppelt
ist. Dreht sich die Gargerätetür mit dem Scharnierarm, kann sich auch die Hubstange
(in einer vertikalen Ebene, nicht um die eigene Achse) drehen. Dabei braucht bei einem
Öffnungsvorgang oder einem Schließvorgang nicht jede Winkeländerung des Scharnierarms
eine Winkeländerung der Hubstange zu bewirken, sondern es kann auch Winkelbereiche
des Öffnungswinkels des Scharnierarms geben, in denen sich der Winkel der Hubstange
praktisch nicht ändert.
[0012] Der Auflageabschnitt der Hubstange entspricht einem Anschlag oder einer Auflage für
das dem Scharniergehäuse abgewandten zweiten Ende der Druckfeder.
[0013] Dass die Druckfeder unter einer Druckspannung gehalten wird, kann umfassen, dass
die in derjenigen Stellung des Scharnierarms, in dem die Druckfeder maximal entspannt
ist (z.B. in einer Schließstellung des Scharnierarms), die Druckfeder völlig entspannt
ist.
[0014] Das Kippelement kann direkt (also in direktem Kontakt) oder indirekt (also über mindestens
ein Zwischenelement) an dem Scharniergehäuse aufliegen.
[0015] Dass das Kippelement kippbar aufliegt, kann umfassen, dass es gegenüber einer äußeren
Oberfläche des Scharniergehäuses versschwenkbar oder verkippbar ist, und zwar insbesondere
stufenlos. Die einnehmbaren Verkippungswinkel können insbesondere den Winkeln der
Hubstange entsprechen. Es ist eine zum zuverlässigen Geradehalten der Druckfeder vorteilhafte
Weiterbildung, dass das Kippelement nicht seitlich aufsetzt.
[0016] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Kippelement eine Scheibe ("Unterlegscheibe")
ist oder aufweist, die mittig einen durchgehend vorspringenden Steg aufweist, welcher
Steg dem Scharniergehäuse zugewandt ist. Eine solche Unterlegscheibe ist robust und
kompakt. Sie ist zudem besonders einfach herstellbar, z.B. durch Umformen einer herkömmlichen
Unterlegscheibe, beispielsweise durch Tiefziehen. Eine solche Unterlegscheibe kann
auch als eine "Wippscheibe" bezeichnet werden. Der vorstehende Steg ist dem Scharniergehäuse
zugewandt, während an der anderen Seite der Unterlegscheibe die Druckfeder aufliegen
kann. Der Steg stellt somit die (linienförmige) Auflagefläche gegenüber dem Scharniergehäuse
bereit, um die herum die Unterlegscheibe verschwenkbar ist.
[0017] Grundsätzlich können an der dem Scharniergehäuse zugewandten Seite des Kippelements,
insbesondere einer Unterlegscheibe, auch anders geformte Vorsprünge als Auflagefläche
oder Kontaktelemente gegenüber dem Scharniergehäuse vorhanden sein. So können z.B.
anstelle eines Stegs zwei oder mehr in einer Reihe angeordnete punktförmige Vorsprünge
vorhanden sein, usw.
[0018] Es ist noch eine Ausgestaltung, dass zwischen dem Kippelement und dem Scharniergehäuse
ein Zwischenelement vorhanden ist. Dieses kann vorteilhafterweise dazu dienen, den
Auflagepunkt des Kippelements auch dauerhaft präzise beizubehalten. Auch kann mittels
des Zwischenelements ein Abrieb zwischen dem Kippelement und dem Scharniergehäuse
verhindert werden. Darüber hinaus können so durch ein Verkippen des Kippelements entstehende
Störgeräusche zuverlässig vermieden werden.
[0019] Das Zwischenelement besteht vorteilhafterweise aus Kunststoff, da sich der Kunststoff
elastisch verformen kann und so Kraftspitzen zwischen dem Kippelement und dem Scharniergehäuse
abbauen kann, die zu Abrieb und Störgeräuschen führen können. Zudem ist ein Zwischenelement
aus Kunststoff besonders preiswert herstellbar.
[0020] Das Zwischenelement kann an dem Scharniergehäuse locker aufliegen und insbesondere
auf dem Scharniergehäuse gleiten. Das Zwischenelement kann eine ringartige Grundform
aufweisen, so dass dann insbesondere die Hubstange durch das Zwischenelement hindurch
verlaufen kann.
[0021] Es ist eine weitere, insbesondere bei Verwendung einer Wippscheibe vorteilhafte Ausgestaltung,
dass das Zwischenelement eine Rastnut zum Einlegen des Stegs der Unterlegscheibe aufweist.
Die Rastnut ermöglicht eine besonders präzise Positionierung des Stegs. Sollte das
Kippelement anders geformte Auflagevorsprünge aufweisen, kann das Zwischenelement
auch anders geformte Rücksprünge oder Vertiefungen zur Aufnahme der Auflagevorsprünge
aufweisen.
[0022] Es ist eine Weiterbildung, dass der Steg nur teilweise in die Rastnut eingeführt
ist, um ein Verkippen der Wippscheibe nicht zu behindern. Besteht das Zwischenelement
aus einem ausreichend nachgiebigen Material, z.B. Kunststoff, kann der Steg auch ganz
in die Rastnut eingeführt sein. Die Unterlegscheibe kann dann mit ihrer dem Scharniergehäuse
zugewandten Seite flächig auf dem Zwischenelement aufliegen. Bei Drehung bzw. Verschwenkung
der Hubstange und damit auch der Druckfeder kann das Zwischenelement ausreichend stark
eingedrückt werden, damit das Wippelement schwenkbar bleibt, so dass die Druckfeder
geradlinig bleibt und nicht einknickt.
[0023] Es ist noch eine Ausgestaltung, dass das Kippelement, insbesondere die Wippscheibe,
mit einem Einlege-Verdrehschutz in einem (insbesondere außenseitigen) Randbereich
ausgeformt ist, in den das Zwischenelement eingreift. Dadurch wird eine Verdrehung
des Kippelements besonders zuverlässig verhindert (z.B. nach dem "Poka Yoke"-Prinzip).
Dies ist besonders vorteilhaft, um die Ausrichtung des Stegs parallel zu der Kipp-
oder Drehachse des Kippelements zu halten, was wiederum auch langfristig eine einfache
Verkippung der Druckfeder unterstützt. Ferner kann so eine zuverlässige radiale Zentrierung
des Kippelements in Bezug auf die Hubstange erreicht werden, wodurch sichergestellt
wird, dass das Kippelement die Hubstange nicht berührt. Dies wiederum verhindert eine
Reibung zwischen dem Kippelement und der Hubstange, so dass eine reibungsfreie Federbewegung
und eine Vermeidung von Geräuschen weiter unterstützt wird. Die Ausformung des Randbereichs
kann z.B. durch mindestens einen radialen Rücksprung oder Vorsprung im Randbereich
umgesetzt sein, beispielsweise durch mehrere (z.B. drei oder vier) winkelversetzte
Rücksprünge. Das Zwischenelement kann mindestens einen in Richtung des Kippelements
gerichteten Vorsprung (z.B. eine Lasche, auch als Zentrierbügel bezeichnet) aufweisen,
der in den entsprechenden Rücksprung eingreift oder durch diesen hindurchläuft.
[0024] Es ist zudem noch eine Ausgestaltung, dass das Zwischenelement mehrere in Richtung
des Kippelements gerichtete Vorsprünge aufweist, welche die Druckfeder außenseitig
umgeben. Diese Vorsprünge können einem Verdrehschutz (z.B. nach dem Poka-Yoke-Prinzip)
und/oder einem Schutz vor einer radialen Verschiebung des Kippelements dienen, wie
bereits oben ausgeführt. Durch die Erstreckung bis seitlich zu der Druckfeder wird
alternativ oder zusätzlich eine radiale Zentrierung der Druckfeder erreicht. Folglich
können die Vorsprünge die Druckfeder außenseitig zu ihrer Zentrierung umgeben. Dies
verbessert eine reibungsfreie Federbewegung weiter, insbesondere auch langfristig.
Die Vorsprünge können laschenartig ausgebildet sein und auch als Zentrierbügel bezeichnet
werden.
[0025] Es ist eine Weiterbildung, dass die Vorsprünge unterschiedlich ausgebildet sind,
was einen Eingriff mit dem Kippelement erleichtern kann. Beispielsweise kann das Zwischenelement
mehrere Paare sich gegenüberliegender Vorsprünge aufweisen (z.B. zwei Paare mit zusammen
vier Vorsprüngen), wobei die Laschen eines Paars gleichgeformt sind und Laschen unterschiedlicher
Paare unterschiedlich geformt sind. Beispielsweise können die Laschen eines Paars
jeweils einen einteiligen Vorsprung aufweisen, während die Laschen eines anderen Paars
zweigeteilt sind bzw. einen Schlitz aufweisen. Alternativ können alle Vorsprünge gleich
ausgebildet sein.
[0026] Es ist eine Weiterbildung, dass die Hubstange aus Metall besteht, so dass sie besonders
stabil ausgestaltet werden kann.
[0027] Es ist außerdem noch eine Ausgestaltung, dass die Hubstange einen sich entlang ihrer
Längserstreckung liegenden Hohlraum aufweist. Dies ergibt den Vorteil, dass der Hohlraum
als Aufnahmeraum für weitere Funktionselemente nutzbar ist, die dann keinen weiteren
Bauraum benötigen. Die Hubstange kann beispielsweise eine hohlzylindrische Grundform
aufweisen. Der Hohlraum kann zur besonders einfachen Einführung eines Funktionselements
an der dem Scharniergehäuse zugewandten Stirnseite offen sein, an der dem Scharniergehäuse
abgewandten Stirnseite offen sein oder an beiden Stirnseiten offen sein. Auch kann
durch den Hohlraum Gewicht eingespart werden, ohne eine mechanische Stabilität merklich
zu verringern.
[0028] Es ist eine Weiterbildung, dass die Hubstange mindestens einen Längsschlitz aufweist.
So kann noch mehr Gewicht eingespart werden. Der Längsschlitz stellt einen Durchbruch
zwischen dem Hohlraum und einer Umgebung der Hubstange dar. Um einen Stabilitätsverlust
der Hubstange besonders gering zu halten, ist der mindestens eine Längsschlitz in
einer Schwenkebene der Hubstange angeordnet, z.B. an einer Unterseite oder an einer
Oberseite. Zudem kann der mindestens eine Längsschlitz dazu verwendet werden, ein
in dem Hohlraum befindliches Funktionselement darin einzuführen oder durchzuführen.
Dadurch wiederum kann eine Verdrehung des Funktionselements verhindert werden. Darüber
hinaus ist so die Druckfeder auf dem Funktionselement abstützbar, wodurch deren Knicken
noch zuverlässiger verhindert werden kann. Besteht eine Kontaktfläche des Funktionselements
mit der Feder aus Kunststoff, können durch ein Gleiten der Druckfeder auf dem Funktionselement
erzeugte Geräusche gering gehalten werden, insbesondere praktisch vermieden werden.
[0029] Es ist noch eine Weiterbildung, dass die Hubstange zwei sich - insbesondere gegenüberliegende
- Längsschlitze aufweist. Eine Gewichtsersparnis kann so noch weiter gesteigert werden.
Darüber hinaus ist die Druckfeder nun optional beidseitig auf dem Funktionselement
abstützbar, wodurch deren Knicken noch zuverlässiger verhindert werden kann und zudem
zur Geräuschverminderung eine radiale Zentrierung der Druckfeder erreicht wird, die
ein Gleiten der Druckfeder direkt auf der Hubstange besonders zuverlässig verhindert,
und zwar für beide Verschwenkrichtungen. Die Hubstange kann beispielsweise zwei zueinander
spiegelsymmetrisch angeordnete, durch die Längsschlitze voneinander beabstandete Hohlzylinder-Längsschnitte
(auch als Hub-Führungsstangen bezeichenbar) aufweisen bzw. daraus bestehen.
[0030] Es ist noch eine Weiterbildung, dass ein in dem Hohlraum untergebrachtes Funktionselement
ein Stoßdämpfer ist. So kann eine Bewegung der Tür für eine verbesserte Handhabung
während eines Bewegungsvorgangs gedämpft werden. Ein zugehöriges Stoßdämpfergehäuse
kann durch den mindestens einen Längsschlitz aus der Hubstange ragen, um eine Verdrehung
des Stoßdämpfers zu verhindern und als eine Auflage für die Druckfeder zu dienen.
Die Funktion als Federauflage kann zur Federzentrierung, zur Federabstützung und zur
Bereitstellung einer Gleitfläche für die Federwindungen dienen. Zumindest eine Kontaktfläche
des Stoßdämpfergehäuses besteht vorteilhafterweise aus Kunststoff, um eine Gleitreibung
mit der Druckfeder und dadurch Gleitgeräusche gering zu halten. Das Stoßdämpfergehäuse
kann ganz aus Kunststoff bestehen.
[0031] Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass die Druckfeder mit ihrem dem Scharniergehäuse
abgewandten zweiten Federende auf einem Abschlusselement aufliegt. Dies ermöglicht
eine besonders zuverlässige Auflage und ein besonders gerades Halten der Druckfeder
an der Hubstange. Der Auflageabschnitt der Hubstange weist also ein Abschlusselement
auf oder kann als ein Abschlusselementausgebildet sein.
[0032] Das Abschlusselement kann eine Scheibe ("Pendelscheibe") sein. Das Abschlusselement
kann alternativ ein in die Hubstange eingesetztes Begrenzungsteil (auch als Federstopper
oder Verriegelungskeil bezeichenbar) sein, z.B. ein Blechteil. Der Federstopper kann
in die Hubstange einrastbar bzw. eingerastet sein. Durch eine Wahl einer Breite des
Federstoppers (in Längsrichtung der Hubstange) kann eine Federvorspannung auf einfache
Weise eingestellt werden. Insbesondere können auf einfache Weise eine Feinkalibrierung
in einer Endkontrolle vorgenommen und Fertigungstoleranzen (Feder/Mechanik) ausgeglichen
werden.
[0033] Es ist eine Weiterbildung, dass das Abschlusselement (insbesondere falls es als ein
Federstopper ausgebildet ist) an seinem der Druckfeder zugewandten Rand Zentrierfasen
aufweist, um die Druckfeder radial zu zentrieren. Die Zentrierfasen können innenseitig
an der Druckfeder aufliegen bzw. in die Druckfeder eintauchen. Dadurch wird ein seitlicher
oder radialer Formschluss zwischen der Druckfeder und dem Federstopper erreicht.
[0034] Es ist noch eine Weiterbildung, dass das Abschlusselement (insbesondere falls es
als ein Federstopper ausgebildet ist) an seinem der Druckfeder abgewandten Rand weitere
Zentrierfasen aufweist, um den Federstopper präzise an der Hubstange bzw. den beiden
Hub-Führungsstangen zu positionieren. Die weiteren Zentrierfasen können auch dazu
dienen ein Ausgleiten aus der Hubstange zu vermeiden. Die weiteren Zentrierfasen können
als Kerben ausgebildet sein.
[0035] Es ist außerdem eine Ausgestaltung, dass ein vertikaler Pendelweg eines dem Scharniergehäuse
abgewandten zweiten Federendes der Druckfeder zwischen 40 mm und 60 mm beträgt.
[0036] Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Haushaltsgerät, das mindestens ein solches
Horizontalscharnier aufweist. Das Haushaltsgerät kann ein Haushaltsgargerät sein,
beispielsweise aufweisend einen Garraum mit einer Beschickungsöffnung, die mittels
einer horizontal verschwenkbaren Gargerätetür verschließbar ist, wobei die Gargerätetür
mit mindestens einem Horizontalscharnier wie oben beschrieben verbunden ist. Das Haushaltsgerät
kann analog zu dem Horizontalscharnier ausgebildet sein und weist die gleichen Vorteile
auf.
[0037] Es ist eine Weiterbildung, dass die Haushaltsgerätetür eine Gargerätetür ist, insbesondere
eine Ofentür. Es ist noch eine Weiterbildung, dass die Haushaltsgerätetür mit zwei
Horizontalscharnieren verbunden ist. Diese können z.B. links und rechts einer Beschickungsöffnung
eines Behandlungsraums des zugehörigen Haushaltsgeräts angeordnet sein. Der Behandlungsraum
kann ein Garraum oder ein anderer Speisenbehandlungsraum sein, z.B. ein Ofenraum.
[0038] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren zum Montieren eines Horizontalscharniers
wie oben beschrieben, bei dem das Kippelement über die Hubstange in Richtung des Scharniergehäuses
eingefädelt oder aufgesteckt wird, dann die Druckfeder über die Hubstange eingefädelt
oder aufgesteckt wird und dann das Abschlusselement an der Hubstange befestigt wird,
an dem die Druckfeder mit ihrem dem Scharniergehäuse abgewandten Ende aufliegt und
mittels dessen die Druckfeder gespannt wird. Das Verfahren kann analog zu dem Horizontalscharnier
und/oder zu dem Haushaltsgargerät ausgebildet werden und weist die gleichen Vorteile
auf.
[0039] Beispielsweise ist es eine Ausgestaltung, dass als das Kippelement eine Unterlegscheibe
verwendet wird, die mittig einen durchgehend vorspringenden Steg aufweist, wobei zwischen
dem Kippelement und dem Scharniergehäuse ein Zwischenelement aus Kunststoff vorhanden
ist, das eine Rastnut zum Einlegen des vorspringenden Stegs der Unterlegscheibe aufweist,
und wobei die Unterlegscheibe mit ihrem vorspringenden Steg voran in Richtung des
Zwischenelements eingefädelt wird, bis der vorspringende Steg in die Rastnut eingreift.
[0040] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels,
das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.
- Fig.1A
- zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem Haushaltsgargerät
mit einem Horizontalscharnier gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in einer Öffnungsstellung;
- Fig.1B
- zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus dem Haushaltsgargerät
nach Fig.1A mit dem Horizontalscharnier gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel in einer
Schließstellung;
- Fig.2A
- zeigt in einer Schrägansicht ein Kippelement des Horizontalscharniers gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel;
- Fig.2B
- zeigt in einer Schrägansicht einen Ausschnitt des Horizontalscharniers gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel im Bereich des Kippelements;
- Fig.3
- zeigt in einer Schrägansicht ein Horizontalscharnier gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
in einer Schließstellung;
- Fig.4A
- zeigt in einer Schrägansicht einen Ausschnitt aus dem Horizontalscharnier gemäß dem
zweiten Ausführungsbeispiel im Bereich eines Scharniergehäuses ohne eine Druckfeder;
- Fig.4B
- zeigt in einer anderen Schrägansicht einen Ausschnitt aus dem Horizontalscharnier
gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel im Bereich einer Hubstange ohne die Druckfeder;
- Fig.5A
- zeigt in einer Schrägansicht ein Abschlusselement des Horizontalscharniers gemäß dem
zweiten Ausführungsbeispiel;
- Fig.5B
- zeigt in Draufsicht einen Ausschnitt aus dem Horizontalscharnier gemäß dem zweiten
Ausführungsbeispiel im Bereich des Abschlusselements;
- Fig.6A
- zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem weiteren
Haushaltsgargerät in einer Öffnungsstellung; und
- Fig.6B
- zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus dem weiteren Haushaltsgargerät
in einer Schließstellung.
[0041] Fig.1A zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem Haushaltsgargerät
1 mit einem Horizontalscharnier 2 in einer Öffnungsstellung. Das Haushaltsgargerät
1 unterscheidet sich von dem Haushaltsgerät 101 dadurch, dass an dem Horizontalscharnier
2 nun zwischen der - als Spiralfeder ausgebildeten - Druckfeder 109 und dem Scharniergehäuse
105 ein an dem Scharniergehäuse 105 kippbar aufliegendes Kippelement 3 vorhanden ist.
Das Kippelement 3 stellt sich selbst auf einen solchen Kippwinkel gegenüber dem Scharniergehäuse
105 ein, dass die Druckfeder 109 geradlinig zwischen dem Kippelement 3 und der Pendelscheibe
110 zusammengedrückt ist. Dazu liegt die Druckfeder 109 mit einem ersten (proximalen)
Federende 109a auf dem Kippelement 3 und mit seinem zweiten (distalen) Federende 109b
auf der Pendelscheibe 110 auf. Zumindest eines der Federenden 109a und/oder 109b kann
plangeschliffen sein.
[0042] Insbesondere kann das Kippelement 3 über die Hubstange 107 in Richtung des Scharniergehäuses
105 eingefädelt worden sein, dann die Druckfeder 109 mit ihrem ersten Federende 109a
voran über die Hubstange 107 eingefädelt worden sein und dann die Pendelscheibe 110
so an der Hubstange 107 befestigt worden sein, dass die Druckfeder 109 gespannt wird.
[0043] Fig.1B zeigt das Haushaltsgargerät 1 mit dem Horizontalscharnier 2 in einer Schließstellung.
Das Kippelement 3 hat die Drehung der Hubstange 107 und der Druckfeder 109 mitgemacht
und seine Verkippung gegenüber dem Scharniergehäuse 105 entsprechend angepasst, so
dass auch jetzt die Druckfeder 109 geradlinig ist, und zwar parallel zu der Hubstange
107 ausgerichtet. Ein vertikaler Pendelweg des zweiten Federendes 109b zwischen der
Öffnungsstellung und der Schließstellung beträgt ca. 50 mm.
[0044] Fig.2A zeigt in einer Schrägansicht ein mögliches Kippelement 3 des Horizontalscharniers
2. Das Kippelement 3 ist eine Unterlegscheibe 4, die mittig einen durchgehend vorspringenden
Steg 5 aufweist. Der Steg 5 kann beispielsweise durch Tiefziehen eingebracht worden
sein. Der Steg 5 steht zu einer dem Scharniergehäuse 105 zugewandten Vorderseite 4a
hin vor. Der Steg 5 ist durch Tiefziehen erzeugt worden, so dass an der nicht gezeigten
Rückseite 4b der Unterlegscheibe eine Kerbe 6 vorhanden ist, welche die Funktionalität
des Kippelements 3 nicht einschränkt. Kippelement 3 kann optional seitliche Rücksprünge
13 im äußeren Randbereich der Unterlegscheibe 4 aufweisen (siehe auch Fig.4A).
[0045] Fig.2B zeigt in einer Schrägansicht einen Ausschnitt des Horizontalscharniers 2 im
Bereich des Kippelements 3. Zwischen der Unterlegscheibe 4 und dem Scharniergehäuse
105 kann ein Zwischenelement 7 aus Kunststoff vorhanden sein, das eine längliche Vertiefung
oder "Rastnut" 8 zum zumindest teilweisen Einlegen des Stegs 5 der Unterlegscheibe
4 aufweist. Der Steg 5 taucht oder greift in die Rastnut 8 ein. Das Zwischenelement
7 ist so nachgiebig, dass die Vorderseite 4a der Unterlegscheibe 4 flächig darauf
aufliegen kann, ohne eine Verkippbarkeit der Unterlegscheibe 4 merklich zu beeinträchtigen.
Auf eine voreingebrachte Rastnut 8 kann aber auch verzichtet werden, der Steg 5 drückt
sich dann z.B. in das Zwischenelement 7, dass dort eine entsprechende Vertiefung entsteht.
[0046] Fig.3 zeigt in einer Schrägansicht ein Horizontalscharnier 9 in einer Schließstellung.
Das Horizontalscharnier 9 kann ebenfalls in dem Haushaltsgargerät 1 verwendet werden.
Das Horizontalscharnier 9 ist ähnlich zu dem Horizontalscharnier 2 aufgebaut, wobei
jedoch nun das Zwischenelement 10 außenseitig zusätzlich vier seitlich in Richtung
eines Kippelements 11 bzw. der Druckfeder 109 vorstehende, laschenartige Vorsprünge
12 aufweist. Die Vorsprünge 12 sind um 90° in Umfangsrichtung winkelversetzt. Die
Vorsprünge 12 sind hier als einfache Laschen ausgebildet gezeigt; jedoch können aber
z.B. zwei sich gegenüberliegende Vorsprünge 12 auch zweiteilig ausgebildet sein, z.B.
mit einem mittigen Schlitz (o. Abb.).
[0047] Wie anhand von Fig.4A genauer gezeigt, verlaufen die Vorsprünge 12 in passenden seitlichen
Rücksprüngen 13 im äußeren Randbereich des auch hier als Unterlegscheibe 4 ausgebildeten
Kippelements 11. Dadurch wird ein Einlege-Verdrehschutz für das Kippelement 11 erzeugt,
wodurch sich insbesondere der Steg 5 nicht verdrehen kann. Auch kann das Kippelement
11 nun nicht mehr seitlich oder radial dezentriert werden, so dass die Vorsprünge
12 auch als Zentrierelemente für das Kippelement 11 dienen.
[0048] Die Vorsprünge 12 reichen aber noch weiter, nämlich über das Kippelement 11 hinaus
bis seitlich über die Druckfeder 109, wie in Fig.3 gezeigt. Dadurch wirken sie als,
ggf. federnde, seitliche Begrenzungen für die Druckfeder 109, und folglich auch als
Zentrierelemente zum radialen Zentrieren der Druckfeder 109. Dadurch wird verhindert,
dass die Druckfeder 109 an ihrem ersten, proximalen Endbereich 109a auf einer Hubstange
14 gleiten kann.
[0049] Wie auch genauer in Fig.4B gezeigt, ist Hubstange 14 zweiteilig mit zwei parallel
und spiegelbildlich zueinander ausgerichteten Hub-Führungsstangen 15 und 16 ausgebildet.
Die Hub-Führungsstangen 15 und 16 weisen eine ringsektorförmige Querschnittsform auf
und sind mittels durchgehender oberseitiger und unterseitiger Längsschlitze 17 voneinander
beabstandet. Die Hub-Führungsstangen 15 und 16 begrenzen zudem einen zylinderförmigen
mittigen Hohlraum 18, in dem ein Stoßdämpfer 19 untergebracht ist. Der Stoßdämpfer
19 weist ein Stoßdämpfergehäuse 20 aus Kunststoff auf, das von innen durch die Längsschlitze
17 nach außen bis seitlich vor die Hubstange 14 bzw. die Hub-Führungsstangen 15 und
16 ragt. Das Stoßdämpfergehäuse 20 kann die Druckfeder 109 noch weiter gegen ein Abknicken
schützen und zudem verhindern, dass die Druckfeder 109 mit ihrem mittleren Abschnitt
direkt auf der, z.B. metallischen, Hubstange 14 gleitet. Das Stoßdämpfergehäuse 20
kann also als innere Abstützung und reibungsarme Gleitfläche für die Druckfeder 109
dienen.
[0050] Im Bereich des zweiten, distalen Endes 109b der Druckfeder 109 bzw. der Hubstange
14 befinden sich in den Hub-Führungsstangen 15 und 16 jeweils kurze, schlitzförmige
Durchbrüche 21 in ihrer linken und rechten Seite. Wiederum mit Bezug auf Fig.3 dienen
diese Durchbrüche 21 der Einführung und Halterung eines Abschlusselements in Form
eines Verriegelungskeils oder Federstoppers 22.
[0051] Nun wieder Bezug nehmend auf Fig.4A verlaufen die Hub-Führungsstangen 15 und 16 ferner
durch das Zwischenelement 10.
[0052] Fig.5A zeigt den Federstopper 22 in Schrägansicht. Fig.5B zeigt in Draufsicht einen
Ausschnitt aus dem distalen Endbereich der Hubstange 14 mit eingesetztem Federstopper
22 und Druckfeder 109.
[0053] Der Federstopper 22 ist ein z.B. ausgestanztes Blechteil, das bei niedergedrückter
Druckfeder 109 in die Durchbrüche 21 eingesetzt wird, worauf folgend die Druckfeder
109 entspannt wird. Die entspannte Druckfeder 109 drückt mit ihrem distalen Ende 109b
auf den Federstopper 22. Der Federstopper 22 dient somit als ein rückwärtiger Anschlag
für die Druckfeder 109 und wird selbst zu seiner Sicherung mittels der Druckfeder
109 auf die Hub-Führungsstangen 15 und 16 gedrückt.
[0054] Der Federstopper 22 weist eine vordere, innenseitig in die Druckfeder 109 eintauchende
Spitze oder Nase 23 auf, die in eine rückwärtige Richtung in einen breiteren Hauptbereich
24 übergeht. Ein Innendurchmesser der Druckfeder 109 ist breiter als die Nase 23,
aber schmaler als der Hauptbereich 24, so dass das distale Ende 109b der Druckfeder
109 auf dem Hauptbereich 24 aufliegt.
[0055] Die seitlichen Ränder der Nase 23 sind als nach vorne schräg zulaufende erste Zentrierfasen
25 ausgebildet, um eine besonders präzise Zentrierung des distalen Endes 109b der
Druckfeder 109 und ein einfaches Eintauchen in die Druckfeder 109 bei einer Montage
zu ermöglichen.
[0056] Der Federstopper 22 weist an seinem rückwärtigen Rand zwei Kerben oder zweite Zentrierfasen
26 auf, um mit den Hub-Führungsstangen 15 und 16 in Eingriff zu gelangen und dadurch
den Federstopper 22 mit den Hub-Führungsstangen 15 und 16 zu verrasten. So wird seitliches
Ausgleiten des Federstoppers 22 aus den Durchbrüchen 21 verhindert, und das distale
Ende 109b der Druckfeder 109 kann gegen die Hubstange 14 zentriert werden.
[0057] Ein Abstand d in Längsrichtung der Druckfeder 109 bzw. der Hubstange 14 zwischen
einem Grund der Zentrierfasen 26 und einem Übergang zwischen der Nase 23 und dem Hauptbereich
24 (auch als Dicke des Federstoppers 22) bezeichenbar kann variiert werden, um eine
auf einfache Weise eine Vorspannung der Druckfeder 109 einzustellen, z.B. zur Feinkalibrierung
bei einer Endmontage.
[0058] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel
beschränkt.
[0059] Allgemein kann unter "ein", "eine" usw. eine Einzahl oder eine Mehrzahl verstanden
werden, insbesondere im Sinne von "mindestens ein" oder "ein oder mehrere" usw., solange
dies nicht explizit ausgeschlossen ist, z.B. durch den Ausdruck "genau ein" usw.
[0060] Auch kann eine Zahlenangabe genau die angegebene Zahl als auch einen üblichen Toleranzbereich
umfassen, solange dies nicht explizit ausgeschlossen ist.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Haushaltsgargerät
- 2
- Horizontalscharnier
- 3
- Kippelement
- 4
- Unterlegscheibe
- 4a
- Vorderseite der Unterlegscheibe
- 4b
- Rückseite der Unterlegscheibe
- 5
- Steg
- 6
- Kerbe
- 7
- Zwischenelement
- 8
- Rastnut
- 9
- Horizontalscharnier
- 10
- Zwischenelement
- 11
- Kippelement
- 12
- Vorsprung
- 13
- Rücksprung
- 14
- Hubstange
- 15
- Hub-Führungsstange
- 16
- Hub-Führungsstange
- 17
- Längsschlitz
- 18
- Hohlraum
- 19
- Stoßdämpfer
- 20
- Stoßdämpfergehäuse
- 21
- Durchbruch
- 22
- Federstopper
- 23
- Nase
- 24
- Hauptbereich
- 25
- Erste Zentrierfase
- 26
- Zweite Zentrierfase
- 101
- Haushaltsgerät
- 102
- Beschickungsöffnung
- 103
- Gargerätetür
- 104
- Horizontalscharnier
- 105
- Scharniergehäuse
- 106
- Scharnierarm
- 107
- Hubstange
- 108
- Zwischenstück
- 109
- Druckfeder
- 109a
- Erstes Federende der Druckfeder
- 109b
- Zweites Federende der Druckfeder
- 110
- Pendelscheibe
- d
- Abstand
- G
- Garraum
1. Horizontalscharnier (2; 9) für eine Gargerätetür (103), aufweisend
- einen vorderseitig aus einem Scharniergehäuse (105) ragenden drehbaren Scharnierarm
(106) zum Halten der Gargerätetür (103),
- eine rückseitig aus dem Scharniergehäuse (105) ragende, mit dem Scharnierarm (106)
gekoppelte Hubstange (107; 14), die bei einer Drehung des Scharnierarms (106) schwenkbar
ist, und
- eine der Hubstange (107; 14) außerhalb des Scharniergehäuses (105) übergeworfene
Druckfeder (109), die zwischen dem Scharniergehäuse (105) und einem Auflageabschnitt
(110) der Hubstange (107; 14) unter einer Druckspannung gehalten wird,
wobei
- zwischen der Druckfeder (109) und dem Scharniergehäuse (105) ein an dem Scharniergehäuse
(105) kippbar aufliegendes Kippelement (3; 11) vorhanden ist.
2. Horizontalscharnier (2; 9) nach Anspruch 1, wobei das Kippelement (3; 11) eine Unterlegscheibe
(4) ist, die mittig einen durchgehend vorspringenden Steg (5) aufweist, welcher Steg
(5) dem Scharniergehäuse (105) zugewandt ist.
3. Horizontalscharnier (2; 9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zwischen
dem Kippelement (3; 11) und dem Scharniergehäuse (105) ein Zwischenelement (7; 10)
aus Kunststoff vorhanden ist.
4. Horizontalscharnier (2; 10) nach den Ansprüchen 2 und 3, wobei das Zwischenelement
(7; 10) eine Rastnut (8) zum zumindest teilweisen Einlegen des Stegs (5) der Unterlegscheibe
(4) aufweist.
5. Horizontalscharnier (9) nach den Ansprüchen 3 bis 4, wobei das Zwischenelement (10)
mehrere in Richtung des Kippelements (11) gerichtete Vorsprünge (12) aufweist, welche
die Druckfeder (109) außenseitig zu ihrer Zentrierung umgeben.
6. Horizontalscharnier (9) nach den Ansprüchen 3 bis 5, wobei das Kippelement (11) mit
einem Einlege-Verdrehschutz (13) im Randbereich ausgeformt ist, in den das Zwischenelement
(7) eingreift.
7. Horizontalscharnier (2; 9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Druckfeder
(109) mit einem ersten Federende (109a) auf dem Kippelement (3; 11) aufliegt.
8. Horizontalscharnier (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Druckfeder
(109) mit ihrem dem Scharniergehäuse (105) abgewandten zweiten Federende (109b) auf
einem mit der Hubstange (107) verbundenen Abschlusselement (110; 22) aufliegt.
9. Horizontalscharnier (9) nach Anspruch 8, wobei das Abschlusselement (22)
- an seinem der Druckfeder 109 zugewandten Rand Zentrierfasen (25) aufweist, die in
die Druckfeder (109) eintauchen, und/oder
- an ihrem der Druckfeder (109) abgewandten Rand weitere Zentrierfasen (26) zum Positionieren
an der Hubstange (14) aufweist.
10. Horizontalscharnier (2; 9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein vertikaler
Pendelweg eines dem Scharniergehäuse (105) abgewandten zweiten Federendes (109b) der
Druckfeder (109) zwischen 40 mm und 60 mm beträgt.
11. Horizontalscharnier (9) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
- die Hubstange (107) einen sich entlang ihrer Längserstreckung liegenden Hohlraum
(18) aufweist, in den ein mit einem Stoßdämpfergehäuse (20) aus Kunststoff ausgerüsteter
Stoßdämpfer (19) eingesetzt ist,
- die Hubstange (14) zwei sich gegenüberliegende Längsschlitze (17) aufweist und
- das Stoßdämpfergehäuse (20) durch die Längsschlitze (17) aus der Hubstange (14)
ragt.
12. Haushaltsgargerät (1), aufweisend einen Garraum (G) mit einer Beschickungsöffnung
(102), die mittels einer horizontal verschwenkbaren Gargerätetür (103) verschließbar
ist, wobei die Gargerätetür (103) mit mindestens einem Horizontalscharnier (2; 9)
nach einem der vorhergehenden Ansprüche verbunden ist.
13. Verfahren zum Montieren eines Horizontalscharniers (2; 9) nach Anspruch 8, bei dem
- das Kippelement (3; 11) über die Hubstange (107) in Richtung des Scharniergehäuses
(105) eingefädelt wird,
- dann die Druckfeder (109) über die Hubstange (107) eingefädelt wird und dann
- ein Abschlusselement (110; 22) an der Hubstange (107) befestigt wird, an der die
Druckfeder (109) mit ihrem dem Scharniergehäuse (105) abgewandten zweiten Ende (109b)
aufliegt und mittels der die Druckfeder (109) gespannt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13 zum Montieren eines Horizontalscharniers (2; 9) nach einem
der Ansprüche 4 bis 11, bei dem die Unterlegscheibe (4) mit ihrem Steg (5) voran in
Richtung des Zwischenelements (7; 10) eingefädelt wird, bis der Steg (5) in die Rastnut
(8) eingreift.