Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorrichtung zum Magnetisieren einer Hohlwelle und ein
entsprechendes Verfahren.
Stand der Technik
[0002] Stand der Technik bei der Magnetisierung von kraftübertragenden Bauteilen (z.B. Wellen)
zur Nutzung magnetostriktiver Messtechnik (z.B. für die Drehmomentmessung) ist einerseits
die direkte elektrische Kontaktierung. Über diese Kontaktierung werden entsprechende
Stromimpulse durch das Bauteil geleitet um die für die magnetostriktive Messtechnik
notwendige remanente Magnetisierung zu erzeugen. Dieses Verfahren ist in
EP 1774271 B1 und
EP 1902287 B1 beschrieben. Dieses Verfahren ist unter der Bezeichnung "Puls Current Magnetic Encoding
(PCME)" bekannt. Dabei wird eine Außenkontaktierung an zwei voneinander beabstandeten
Stellen der Welle zwischen den eine Magnetisierung erfolgen soll vorgenommen und ein
Strompuls in axialer Richtung der Welle erzeugt, der durch das dabei entstehende Magnetfeld
die Welle in Umfangsrichtung magnetisiert.
[0003] Eine davon verschiedene berührungslose Magnetisierung von nur einseitig offenen Hohlwellen
ist andererseits in
DE 102012004105 A1 offenbart. Dabei wird ein Strom auf der offenen Seite der Hohlwelle ein- und ausgeführt,
Der eingeführte Strom magnetisiert die Welle und aufgrund einer dazwischen vorgesehenen
magnetischen Abschirmung wird die Entmagnetisierung durch den ausgeführten Strom verhindert.
[0004] Die derzeit eingesetzten Verfahren weisen jedoch die im Folgenden genannten Nachteile
auf. Durch die drei unterschiedlichen Kontaktstellen des PCME Verfahrens kommt es
zu einer ungleichen Stromverteilung um den Umfang der Welle, da der Widerstand der
einzelnen Kontaktierungen unter realistischen Bedingungen nicht gleich ist. Die berührungslose
Magnetisierung von Hohlwellen funktioniert vor allem bei kleinen Innendurchmessern
nicht, da die Abschirmung des zur Magnetisierung benötigten Stromes dicker sein muss
als der Innendurchmesser der Welle. Die Eindringtiefe
d eines elektromagnetischen Wechselfeldes mit der Frequenz
f beträgt:

worin
σ die elektrische Leitfähigkeit und
µr die relative Permeabilität des abschirmenden Materials bezeichnen und
µ0 die Permeabilitätskonstante ist.
[0005] Angesichts dieser Nachteile des Stands der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit der eine Magnetisierung einer
Welle durchgeführt werden kann, die einen oder mehrere der genannten Nachteile überwindet.
Beschreibung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen,
mit der bzw. mit dem eine gleichmäßige Magnetisierung einer Hohlwelle in Umfangsrichtung
erfolgen kann, insbesondere auch einer Hohlwelle mit kleinem Innendurchmesser.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Magnetisieren einer ferromagnetischen,
elektrisch leitfähigen Hohlwelle nach Anspruch 1.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ein elektrisch leitfähiges stabförmiges
Element zum Erzeugen eines Magnetfeldes oder mehrerer Magnetfelder mittels einer an
dem stabförmigen Element angeordneten Innenkontaktiervorrichtung zum Kontaktieren
mit einem inneren Kontaktbereich an einer Innenseite der Hohlwelle; eine Außenkontaktiervorrichtung
zum Kontaktieren mit einem äußeren Kontaktbereich an einer Außenseite der Hohlwelle;
und eine Stromquelle zum Erzeugen eines Strompulses durch das stabförmige Element,
die Innenkontaktiervorrichtung und die Außenkontaktiervorrichtung, sowie durch die
Hohlwelle zwischen dem inneren und dem äußeren Kontaktbereich. Dabei ist ein erster
Pol der Stromquelle mit wenigstens einer Stromzufuhr-Kontaktstelle des stabförmigen
Elements verbunden oder er ist damit verbindbar, und ein zweiter Pol der Stromquelle
ist mit der Außenkontaktiervorrichtung verbunden oder er ist damit verbindbar, und
eine elektrische Polarität des ersten Pols ist entgegengesetzt zur elektrischen Polarität
des zweiten Pols.
[0009] Erfindungsgemäß wird der Stromfluss (im Gegensatz zum PCME Verfahren) nicht in dem
zu magnetisierenden Bereich der Welle geführt, sondern der magnetisierende Strom fließt
im stabförmigen Element. Die führt zu einer gleichmäßigen Magnetisierung der Hohlwelle
in Umfangsrichtung. Der Stromfluss in der Welle von innen nach außen bzw. umgekehrt
dient dabei lediglich der Schließung des Stromkreises zwischen der inneren und der
äußeren Kontaktiervorrichtung. Das stabfömige Element kann seinerseits ein Hohlstab
sein.
[0010] Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass die Außenkontaktiervorrichtung
ein elektrisch leitfähiges zylinderförmiges Element umfassen kann, in dem wenigstens
ein Teil der Hohlwelle während der Magnetisierung angeordnet werden kann. Mit dem
zylinderförmigen Element kann der Strom den Kontaktstellen an der Außenseite zu- bzw.
abgeführt werden. Anstelle des zylinderförmigen Elements oder zusätzlich kann auch
eine Verdrahtung vorgesehen sein, mit der eine Verbindung zur Stromquelle hergestellt
werden kann.
[0011] Gemäß einer anderen Weiterbildung können die Innenkontaktiervorrichtung und die Außenkontaktiervorrichtung
in Bezug auf die Hohlwelle radial gegenüberliegend angeordnet werden. Dies minimiert
den Stromfluss in axialer Richtung der Hohlwelle, da der Strom unmittelbar in radialer
Richtung der Welle fließen kann.
[0012] In einer anderen Weiterbildung können die Innenkontaktiervorrichtung und/oder die
Außenkontaktiervorrichtung ringförmig ausgebildet sein. Die stellt eine besonders
gleichförmige Art der Kontaktierung zur Verfügung.
[0013] Gemäß einer anderen Weiterbildung können die Innenkontaktiervorrichtung und/oder
die Außenkontaktiervorrichtung eine Vielzahl von jeweils kreisförmig angeordneten
inneren bzw. äußeren Kontaktelementen umfassen, wobei die Kontaktelemente vorzugsweise
mit einer Federvorspannung in Richtung der zu magnetisierenden Hohlwelle versehen
sind. Auf diese Weise kann eine Verteilung des Stromflusses durch die Hohlwelle über
deren Umfang erfolgen. Insbesondere können aufgrund der Federvorspannung zum Einen
Hohlwellen mit verschiedenem Durchmesser kontaktiert werden, und zum Anderen ist die
Kontaktierung an sich durch ein Andrücken der Kontaktelemente an die Hohlwelle sichergestellt.
[0014] Dabei kann eine gleiche Anzahl von inneren und äußeren Kontaktelementen vorgesehen
sein, was weiter zu einer Gleichverteilung des Stromflusses führt.
[0015] Vorzugsweise sind die inneren und/oder äußeren Kontaktelemente in Umfangsrichtung
der Hohlwelle mit gleichmäßigem Winkelabstand voneinander angeordnet. Auf diese Weise
ergibt sich eine Homogenisierung des Stromflusses durch die Welle.
[0016] In einer anderen Weiterbildung können zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen vorgesehen
und die Innenkontaktiervorrichtung an dem stabförmigen Element zwischen den zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen
des stabförmigen Elements angeordnet sein, wobei entweder beide Stromzufuhr-Kontaktstellen
mit dem ersten Pol der Stromquelle elektrisch verbindbar sind oder wobei eine Stromzufuhr-Kontaktstelle
mit dem ersten Pol der Stromquelle elektrisch verbunden ist und die andere Stromzufuhr-Kontaktstelle
mit dem ersten Pol der Stromquelle elektrisch verbindbar ist. Gemäß dieser Weiterbildung
erzeugt ein jeweiliger Stromfluß von beiden Stromzufuhr-Kontaktstellen des stabförmigen
Elements zu der Innenkontaktiervorrichtung (oder in entgegengesetzter Richtung ausgehend
von der Innenkontaktiervorrichtung zu den beiden Stromzufuhr-Kontaktstellen), also
zwei Ströme in entgegengesetzter Richtung, wodurch die Hohlwelle entsprechend in entgegengesetzte
Umfangsrichtungen magnetisiert wird.
[0017] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird ebenfalls durch ein Verfahren zum Magnetisieren
einer ferromagnetischen, elektrisch leitfähigen Hohlwelle gemäß Anspruch 8 gelöst.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die Schritte: Einbringen eines elektrisch
leitfähiges stabförmiges Elements mit einer daran angeordneten Innenkontaktiervorrichtung
in einen Hohlraum der Hohlwelle, vorzugsweise derart, dass das stabförmige Element
auf und entlang einer Achse der Hohlwelle angeordnet ist, und Kontaktieren der Innenkontaktiervorrichtung
mit einem inneren Kontaktbereich an einer Innenseite der Hohlwelle; Kontaktieren einer
Außenkontaktiervorrichtung mit einem äußeren Kontaktbereich an einer Außenseite der
Hohlwelle; und Erzeugen eines Strompulses durch das stabförmige Element, die Innenkontaktiervorrichtung
und die Außenkontaktiervorrichtung, sowie durch die Hohlwelle zwischen dem inneren
und dem äußeren Kontaktbereich, wobei die Hohlwelle mit dem dabei erzeugten Magnetfeld
des stromdurchflossenen stabförmigen Elements magnetisiert wird. Das Einbringen des
elektrisch leitfähigen stabförmigen Elements in den Hohlraum der Hohlwelle kann insbesondere
ein Durchführen des stabförmigen Elements durch den Hohlraum der Hohlwelle umfassen,
derart, dass danach gegenüberliegende Endbereiche des stabförmigen Elements jeweils
außerhalb der Hohlwelle angeordnet sind.
[0019] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und dessen Weiterbildungen entsprechen
jenen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und deren Weiterbildungen, und es wird Bezug
auf die obigen Ausführungen genommen.
[0020] Gemäß einer Weiterbildung kann der Schritt des Anordnens der Hohlwelle in einem elektrisch
leitfähigen zylinderförmigen Element der Außenkontaktiervorrichtung vorgesehen sein,
wobei die Achse der Hohlwelle vorzugsweise auf und entlang einer Achse des zylinderförmigen
Elements angeordnet wird.
[0021] Die Innenkontaktiervorrichtung und die Außenkontaktiervorrichtung können in Bezug
auf die Hohlwelle radial gegenüberliegend angeordnet werden.
[0022] Die Innenkontaktiervorrichtung und/oder die Außenkontaktiervorrichtung können ringförmig
ausgebildet sein, wobei die Ringe mit der Innenseite bzw. der Außenseite der Hohlwelle
in Kontakt gebracht werden können.
[0023] Die Innenkontaktiervorrichtung und/oder die Außenkontaktiervorrichtung können eine
Vielzahl von jeweils kreisförmig angeordneten inneren bzw. äußeren Kontaktelementen
umfassen, die mit der Innenseite bzw. der Außenseite der Hohlwelle in Kontakt gebracht
werden können.
[0024] Dabei kann eine gleiche Anzahl von inneren und äußeren Kontaktelementen vorgesehen
sein, und jeweilige innere und äußere Kontaktelemente können in Bezug auf die Hohlwelle
einander radial gegenüberliegend angeordnet werden.
[0025] Die inneren und/oder äußeren Kontaktelemente können in Umfangsrichtung der Hohlwelle
mit gleichmäßigem Winkelabstand voneinander angeordnet sein.
[0026] Vor dem Erzeugen des Strompulses können die folgenden weiteren Schritte vorgesehen
sein: Verbinden von wenigstens einer Stromzufuhr-Kontaktstelle des stabförmigen Elements
mit einem ersten Pol einer Stromquelle, Verbinden der Außenkontaktiervorrichtung mit
einem zweiten Pol der Stromquelle, wobei eine elektrische Polarität des ersten Pols
entgegengesetzt zur elektrischen Polarität des zweiten Pols ist. Insbesondere können
zwei in Bezug auf die Innenkontaktiervorrichtung gegenüberliegende Stromzufuhr-Kontaktstellen
des stabförmigen Element mit dem ersten Pol verbunden werden bzw. eine der Stromzufuhr-Kontaktstellen
kann permanet mit dem ersten Pol verbunden sein und die zweite Stromzufuhr-Kontaktstelle
kann nach dem Einbringen des stabförmigen Elements in den Hohlraum der Hohlwelle mit
dem ersten Pol verbunden werden.
[0027] Das Material der Hohlwelle umfasst bevorzugt Stahl.
[0028] Die genannten Weiterbildungen können einzeln eingesetzt oder wie beansprucht geeignet
miteinander kombiniert werden.
[0029] Weitere Merkmale und beispielhafte Ausführungsformen sowie Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es versteht sich,
dass die Ausführungsformen nicht den Bereich der vorliegenden Erfindung erschöpfen.
Es versteht sich weiterhin, dass einige oder sämtliche der im Weiteren beschriebenen
Merkmale auch auf andere Weise miteinander kombiniert werden können.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0030]
- Fig.1
- zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
- Fig. 2
- zeigt zwei Ausführungsform zur Kontaktierung in der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Ausführungsformen
[0031] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
[0032] In der ersten Ausführungsform 100 der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Magnetisieren
einer ferromagnetischen, elektrisch leitfähigen Hohlwelle 90, umfasst die Vorrichtung
ein elektrisch leitfähiges stabförmiges Element 10 zum Erzeugen eines Magnetfeldes
mit einer daran angeordneten Innenkontaktiervorrichtung 20 zum Kontaktieren mit einem
inneren Kontaktbereich an einer Innenseite der Hohlwelle 90; eine Außenkontaktiervorrichtung
30 zum Kontaktieren mit einem äußeren Kontaktbereich an einer Außenseite der Hohlwelle
90; und eine Stromquelle 80 zum Erzeugen eines Strompulses durch das stabförmige Element
10, die Innenkontaktiervorrichtung 20 und die Außenkontaktiervorrichtung 30, sowie
durch die Hohlwelle 90 zwischen dem inneren und dem äußeren Kontaktbereich.
[0033] Die Außenkontaktiervorrichtung 30 umfasst ein elektrisch leitfähiges zylinderförmiges
Element 35, in der die Hohlwelle 90 während der Magnetisierung angeordnet ist. Mit
dem zylinderförmigen Element 35 kann der Strom den Kontaktstellen an der Außenseite
zu- bzw. abgeführt werden. Das zylinderförmige Element 35 und das stabförmige Element
10 sind zur Halterung in einem die beiden Elemente elektrisch isolierenden Grundkörper
70 angeordnet. Die Innenkontaktiervorrichtung 20 und die Außenkontaktiervorrichtung
30 sind in Bezug auf die Hohlwelle radial gegenüberliegend angeordnet, wobei die Innenkontaktiervorrichtung
20 und die Außenkontaktiervorrichtung 30 eine Vielzahl von jeweils kreisförmig angeordneten
inneren Kontaktelementen 21 bzw. äußeren Kontaktelementen 31 umfassen, wobei die Kontaktelemente
21, 31 mit einer Federvorspannung in Richtung der zu magnetisierenden Welle 90 versehen
sind. Die mit Pfeilen versehenen Linien geben die Richtungen der Magnetfelder an,
die durch das stromdurchflossene stabförmige Element 10 in der Hohlwelle 90 induziert
werden.
[0034] Es sind zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen 11, 12 vorgesehen und die Innenkontaktiervorrichtung
20 ist an dem stabförmigen Element 10 zwischen den zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen
11, 12 des stabförmigen Elements 10 angeordnet, wobei eine Stromzufuhr-Kontaktstelle
11 mit dem ersten Pol der Stromquelle 80 permanent elektrisch verbunden ist und die
andere Stromzufuhr-Kontaktstelle 12 mit dem ersten Pol der Stromquelle 80 nach einem
Einbringen der Hohlwelle 90 (Überstülpen der Hohlwelle 90 über den Stab 10) elektrisch
verbunden wird. Der zweiter Pol der Stromquelle 80 ist mit der Außenkontaktiervorrichtung
30 verbunden. Die elektrische Polarität des ersten Pols ist entgegengesetzt zur elektrischen
Polarität des zweiten Pols. Gemäß dieser Ausführungsform erzeugt ein jeweiliger Stromfluß
von beiden Stromzufuhr-Kontaktstellen 11, 12 des stabförmigen Elements 10 zu der Innenkontaktiervorrichtung
20 zwei Ströme in entgegengesetzter Richtung (sieh Pfeile im stabförmigen Element
10), wodurch die Hohlwelle 90 entsprechend in entgegengesetzte Umfangsrichtungen magnetisiert
wird.
[0035] In Fig. 2 A,B sind zwei Ausführungsform zur Kontaktierung in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung im Querschnitt dargestellt. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen hier entsprechende
Komponenten wie sie in Fig. 1 dargestellt sind.
[0036] In der oberen Zeichnung (Fig. 2A) sind die inneren Kontaktelemente 21 kreisförmig
um den Stab 10 und in jeweiligem Kontakt mit einer Innenseite der Hohlwelle 90 vorgesehen.
Die äußeren Kontaktelementen 31 sind jeweils radial gegenüberliegend angeordnet, um
so den Stromfluß durch die Hohlwelle bevorzugt in radialer Richtung zu begrenzen und
insbesondere einen Stromfluß in axialer Richtung der Hohlwelle 90 zu vermeiden, was
zu magnetischen Störfeldern in Bezug auf die erwünschte Magnetisierung führen kann.
[0037] In der unteren Zeichnung (Fig. 2B) umfasst die Innenkontaktiervorrichtung 20 einen
Ring zum Kontaktieren der Hohlwelle von innen und die Außenkontaktiervorrichtung 30
umfasst ebenfalls einen Ring zur Kontaktierung der Hohlwelle 90 von außen. Beide Ringe
sind dabei aus den gleichen Gründen radial gegenüberliegend angeordnet.
[0038] Die dargestellten Ausführungsformen sind lediglich beispielhaft und der vollständige
Umfang der vorliegenden Erfindung wird durch die Ansprüche definiert.
1. Vorrichtung (100, 200) zum Magnetisieren einer ferromagnetischen, elektrisch leitfähigen
Hohlwelle (90, 95), wobei die Vorrichtung umfasst:
ein elektrisch leitfähiges stabförmiges Element (10) zum Erzeugen eines oder mehrerer
Magnetfelder mit einer daran angeordneten Innenkontaktiervorrichtung (20) zum Kontaktieren
mit einem inneren Kontaktbereich an einer Innenseite der Hohlwelle;
eine Außenkontaktiervorrichtung (30) zum Kontaktieren mit einem äußeren Kontaktbereich
an einer Außenseite der Hohlwelle; und
eine Stromquelle (80) zum Erzeugen eines Strompulses durch das stabförmige Element
(10), die Innenkontaktiervorrichtung (20) und die Außenkontaktiervorrichtung (30),
sowie durch die Hohlwelle zwischen dem inneren und dem äußeren Kontaktbereich;
wobei ein erster Pol der Stromquelle (80) mit wenigstens einer Stromzufuhr-Kontaktstelle
(11, 12) des stabförmigen Elements (10) verbunden ist oder verbindbar ist und ein
zweiter Pol der Stromquelle (80) mit der Außenkontaktiervorrichtung (30) verbunden
ist oder verbindbar ist, und wobei eine elektrische Polarität des ersten Pols entgegengesetzt
zur elektrischen Polarität des zweiten Pols ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Außenkontaktiervorrichtung ein elektrisch leitfähiges
zylinderförmiges Element (35) umfasst, in dem wenigsten ein Teil der Hohlwelle während
der Magnetisierung angeordnet werden kann.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Innenkontaktiervorrichtung und die Außenkontaktiervorrichtung
in Bezug auf die Hohlwelle radial gegenüberliegend angeordnet werden können.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Innenkontaktiervorrichtung
und/oder die Außenkontaktiervorrichtung ringförmig ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Innenkontaktiervorrichtung
und/oder die Außenkontaktiervorrichtung eine Vielzahl von jeweils kreisförmig angeordneten
inneren bzw. äußeren Kontaktelementen (21, 31) umfasst, wobei die Kontaktelemente
vorzugsweise mit einer Federvorspannung in Richtung der zu magnetisierenden Hohlwelle
versehen sind, wobei vorzugsweise eine gleiche Anzahl von inneren und äußeren Kontaktelementen
vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei die inneren und/oder äußeren Kontaktelemente in
Umfangsrichtung der Hohlwelle mit gleichmäßigem Winkelabstand voneinander angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen
(11, 12) vorgesehen sind und die Innenkontaktiervorrichtung (20) an dem stabförmigen
Element (10) zwischen den zwei Stromzufuhr-Kontaktstellen (11, 12) des stabförmigen
Elements angeordnet ist, wobei beide Stromzufuhr-Kontaktstellen mit dem ersten Pol
der Stromquelle elektrisch verbindbar sind oder wobei eine Stromzufuhr-Kontaktstelle
mit dem ersten Pol der Stromquelle elektrisch verbunden ist und die andere Stromzufuhr-Kontaktstelle
mit dem ersten Pol der Stromquelle elektrisch verbindbar ist.
8. Verfahren zum Magnetisieren einer ferromagnetischen, elektrisch leitfähigen Hohlwelle,
insbesondere unter Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
Einbringen eines elektrisch leitfähiges stabförmiges Elements mit einer daran angeordneten
Innenkontaktiervorrichtung in einen Hohlraum der Hohlwelle, vorzugsweise derart, dass
das stabförmige Element auf und entlang einer Achse der Hohlwelle angeordnet ist,
und Kontaktieren der Innenkontaktiervorrichtung mit einem inneren Kontaktbereich an
einer Innenseite der Hohlwelle;
Kontaktieren einer Außenkontaktiervorrichtung mit einem äußeren Kontaktbereich an
einer Außenseite der Hohlwelle; und
Erzeugen eines Strompulses durch das stabförmige Element, die Innenkontaktiervorrichtung
und die Außenkontaktiervorrichtung, sowie durch die Hohlwelle zwischen dem inneren
und dem äußeren Kontaktbereich, wobei die Hohlwelle mit dem dabei erzeugten Magnetfeld
des stromdurchflossenen stabförmigen Elements magnetisiert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei weiterhin der Schritt Anordnen der Hohlwelle in einem
elektrisch leitfähigen zylinderförmigen Element der Außenkontaktiervorrichtung vorgesehen
ist, und wobei die Achse der Hohlwelle vorzugsweise auf und entlang einer Achse des
zylinderförmigen Elements angeordnet ist.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Innenkontaktiervorrichtung und die Außenkontaktiervorrichtung
in Bezug auf die Hohlwelle radial gegenüberliegend angeordnet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Innenkontaktiervorrichtung
und/oder die Außenkontaktiervorrichtung ringförmig ausgebildet sindund mit der Innenseite
bzw. der Außenseite der Hohlwelle in Kontakt gebracht werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Innenkontaktiervorrichtung
und/oder die Außenkontaktiervorrichtung eine Vielzahl von jeweils kreisförmig angeordneten
inneren bzw. äußeren Kontaktelementen umfasst, die mit der Innenseite bzw. der Außenseite
der Hohlwelle in Kontakt gebracht werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei eine gleiche Anzahl von inneren und äußeren Kontaktelementen
vorgesehen ist, und wobei jeweilige innere und äußere Kontaktelemente in Bezug auf
die Hohlwelle einander radial gegenüberliegend angeordnet werden.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei die inneren und/oder äußeren Kontaktelemente
in Umfangsrichtung der Hohlwelle mit gleichmäßigem Winkelabstand voneinander angeordnet
sind.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei vor dem Erzeugen des Strompulses
die folgenden weiteren Schritte vorgesehen sind:
Verbinden von wenigstens einer Stromzufuhr-Kontaktstelle des stabförmigen Elements,
insbesondere von zwei in Bezug auf die Innenkontaktiervorrichtung gegenüberliegenden
Stromzufuhr-Kontaktstellen des stabförmigen Elements, mit einem ersten Pol einer Stromquelle,
Verbinden der Außenkontaktiervorrichtung mit einem zweiten Pol der Stromquelle, wobei
eine elektrische Polarität des ersten Pols entgegengesetzt zur elektrischen Polarität
des zweiten Pols ist.