[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum selbstständigen Reinigen von Bällen mit
großem Durchmesser, insbesondere von Fußbällen.
[0002] Beim Ballsport, beispielsweise Fußball, Handball, Basketball usw. benutzen die Spieler
Bälle. Beim Gebrauch der Bälle, insbesondere beim Gebrauch der Bälle außerhalb von
Sporthallen, kommt es zu Anhaftungen von Verunreinigungen unterschiedlichster Art
je nach Untergrund des Spielplatzes. Diese Verunreinigungen haften teilweise sehr
stark an den Oberflächen der Bälle, so dass diese bereits nach kurzer Spielzeit unansehnlich
aussehen können. Eine Reinigung der verschmutzten Bälle von Hand ist sehr aufwendig
und langwierig.
[0003] Aus der
DE 2828120 A1 ist eine Vorrichtung zur selbstständigen Reinigung und Pflege von Fußbällen bekannt,
bei der eine Zulaufrinne mit daneben angeordneten und in den Weg des Fußballs ragenden
Schalthebel und einem Sperrhebel für den nachfolgenden Fußball vorgesehen ist. Hinter
und unterhalb der Zulaufrinne ist ein Wasch- und Trockenraum angeordnet, in welchem
der zu reinigende Fußball fällt. Der Fußball kommt dabei auf zwei von einem Motor
angetriebenen Walzen zum Liegen. Die angetriebenen Walzen sind ringförmig mit einen
mit nach innen gerichteten Löchern versehenen Wasserzulaufrohr und mit mittels Rückschlagklappen
abschließbaren Warmluftzufuhrkanälen, die mit einem Warmluftgebläse in Verbindung
stehen, umgeben. An diesen Wasch- und Trockenraum schließt sich ein Ballpflegeraum
an, in dem ein Lederpflegemittel mittels Düsen versprüht wird. Der Durchlauf der Fußbälle
durch den Wasch- und Trockenraum sowie dem Pflegeraum, die durch Klappen getrennt
bzw. verschlossen sind, wird durch mittels Elektromagneten betätigte Hebel gesteuert.
Die Reinigung der Fußbälle erfolgt hier nur durch das Waschwasser, welches über die
Löcher im Wasserzulaufrohr in Richtung des Fußballs gefördert wird.
[0004] Aus der
DE 2705302 A1 ist eine Ballwasch-, Trocken- und Pflegemaschine bekannt. Die Maschine ist mit einer
Waschzone, einer Trockenzone und Pflegezone versehen, wobei die Bälle mittels eines
Schienenpaares oder mittels eines Kettenantriebes in Verbindung mit einem Mitnehmer
durch die Zone transportiert werden. Die Reinigung erfolgt durch Waschwasser, das
aus einem Düsenring, der mit schräg austretenden Düsen oder Bohrungen versehen ist,
austritt.
[0005] Aus der
DE 30 49229 A1 ist eine vollautomatische Maschine zum Waschen, Trocknen und Imprägnieren von Fuß-
und Handlederbällen bekannt, die aus einem kompakten Gehäuse besteht, in welchem sich
die Wanne zum Aufnehmen des Waschwassers befindet und die zu waschenden Bälle aufnimmt,
die mittels eines Deckels von Inbetriebnahme verschlossen wird. Die zu reinigenden
Bälle werden von einem Gitterrohrrahmen aufgenommen und fixiert und durch die Antriebsachse
in Rotation gebracht.
[0006] Diese bekannten Vorrichtungen haben den Nachteil, dass sie zu aufwendig sind und
die Reinigung nur durch den Einsatz von aus Düsen oder Bohrungen austretenden Waschwassers
unzureichend ist.
[0007] Weiterhin ist aus der
DE 10 2011 001 407 A1 eine Vorrichtung zum Reinigen eines Balles bekannt, die ein Gehäuse, wobei das Gehäuse
mindestens eine erste Öffnung aufweist, mindestens ein erstes Reinigungselement und
ein zweites Reinigungselement, welches im Gehäuse angeordnet und um eine erste und
eine zweite Rotationsachse drehbar gelagert sind, und einen Antrieb, der mit mindestens
einem der Reinigungselemente verbunden ist und das zweite Reinigungselement zur Übertragung
einer Rotationsbewegung mit dem ersten gekoppelt ist, umfasst.
[0008] Nachteilig ist hier, dass bei der Ballwäsche sich der Ball gleichmäßig und zweidimensional
rotierend bewegt, wodurch der Ball nicht allumfänglich gereinigt wird, sondern nicht
gereinigte Streifen auf der Balloberfläche verbleiben können.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Reinigen von Bällen mit großem
Durchmesser, insbesondere von Fußbällen, zu schaffen, die die Nachteile des bekannten
Standes der Technik beseitigt und ein verbessertes Entfernen von Verschmutzungen komplett
von der Oberfläche des Balls ermöglicht, die verunreinigten Bälle komplett zu reinigen
und zu pflegen und die Belastung der Balloberfiläche mindert. Die Vorrichtung soll
einfach in ihrem Aufbau sein und beim Reinigen der Bälle diese zwangsläufig zu verdrehen
und somit wirksam zu reinigen.
[0010] Durch die in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale wird die Aufgabe gelöst. Weitergehende
Ausgestaltungen der Erfindung sind aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden
Beschreibung zu entnehmen.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Reinigen eines Balls, insbesondere eines Fußballs,
bestehend aus einem Gehäuse sowie einer Öffnung mit Deckel zum Einlegen und Entnehmen
eines Balls in eine Waschwanne mit angebrachten Düsen zum Einspritzen von Reinigungs-,
Spül- und Pflegemittels sowie Reinigungselementen, wobei im oberen Bereich des Gehäuses
ein Reinigungsraum mit einer Waschwanne vorgesehen ist, in welcher zwei mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten rotierenden Reinigungselemente angeordnet sind, wobei die rotierenden
Reinigungselemente auf ihrer Außenseite mit einer Reinigungsschicht versehen sind.
Durch die Ausbildung der Vorrichtung werden die Bälle so bewegt, dass eine allflächige
Reinigung der Bälle gegeben ist.
[0012] Die Reinigungselemente sind walzenartig ausgebildet und mit einer Reinigungsschicht
versehen. Diese Reinigungsschicht besteht aus Borstenmaterial und / oder Mikrofasermaterial
und / oder anderen textilen Materialien und / oder sonstigen reinigungsfähigen Beschichtungen.
Die Reinigungselemente sind über dem Boden der Waschwanne angeordnet. Auf diesen kommt
der zu reinigende Ball zum liegen. Ausgebildet sind die Reinigungselemente in Walzenform,
wobei auf der Oberfläche eine segmentierte Reinigungsschicht in Schraubenform angeordnet
ist. Die Reinigungsschicht kann aus Borstenmaterial und / oder Mikrofasermaterial
und / oder anderen textilen Material und / oder sonstigen reinigungsfähigen Schichten
bestehen. Diese spezielle Reinigungsschicht, vorzugsweise einem Bürstenbesatz, sowie
die unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten der Reinigungselemente mit dem Bürstenbesatz
bewirken, dass sich der zu reinigende Ball nicht gleichmäßig und zweidimensional um
seine Achse rotierend bewegt, sondern zufällig ungleichmäßig und dreidimensional rotierend
bewegt wird, so dass dadurch alle Flächenbereiche des Balls gereinigt werden.
[0013] Um ein Springen des Balls auf den rotierenden Reinigungselementen zu vermeiden, sind
im Deckel zwei feststehende Flachbürsten angeordnet. Nach dem Einlegen des Balls in
den Reinigungsraum und schließen des Deckels wird der zu reinigende Ball zwischen
den rotierenden Reinigungselementen und dem im Deckel angeordneten Flachbürsten geführt
und in Umdrehung versetzt. Durch die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten rotierenden
und mit schraubenförmig segmentierten Reinigungsschichten versehenen Reinigungselementen
wird dem zu reinigenden Ball eine chaotische Bewegung / Drehung aufgegeben. Von einer
chaotischen Bewegung spricht man, wenn die Bewegungsgleichung so beschaffen ist, dass
kleinste Änderungen in den Anfangsbedingungen große Änderungen in der sich ergebenden
Bewegung zur Folge haben.
[0014] Die Vorrichtung beinhaltet in die Waschwanne integrierte Einspritzdüsen sowie Dosierpumpen,
welche der Dosierung für das Waschwasser, die Reinigungsflüssigkeit sowie das Pflegemittel
dienen. Weiterhin sind im Gehäuse der Vorrichtung unterhalb der Waschwanne auswechselbare
Tankbehälter für die Reinigungs- und Pflegemittel vorgesehen. Zusätzlich können auch
im Gehäuse der Vorrichtung zusätzlich Behälter für Frisch- und Abwasser vorgesehen
werden.
[0015] Die Vorrichtung zur Reinigung von Bällen kann sowohl als festinstallierte auch als
mobile Vorrichtung verwendet werden. Bei der festinstallierten Ausführung ist die
Vorrichtung mit einem Frischwasser- und einem Schmutzwasseranschluss versehen. Bei
der mobilen Ausführung sind unterhalb des Trägerelements mit der Waschwanne zusätzliche
Behälter für Frisch- und Abwasser im Gehäuse vorgesehen. Bei einer weiteren Ausführung
der mobilen Vorrichtung ist der Ablauf der Waschwanne mit einer Filtereinrichtung
versehen, wobei das gereinigte Waschwasser zurück in den Frischwasserbehälter geführt
wird.
[0016] Anhand eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 - Vorrichtung zum Reinigen
Figur 2 - Schnitt durch die Vorrichtung
Figur 3 - Trägerelement
Figur 4 - Reinigungselement
[0017] Die Figur 1 zeigt eine Vorrichtung zum Reinigen von verschmutzten Fußbällen
7. Diese besteht aus dem Gehäuse
1 mit einem den Reinigungsraum
12 verschließenden Deckel
5. Der Reinigungsraum
12 wird nach unten hin durch die Waschwanne
2 begrenzt. Oberhalb der Waschwanne
2 sind zwei walzenartige Reinigungselemente
3 angeordnet, wie aus der Schnittdarstellung in Figur
2 ersichtlich. Angetrieben werden die beiden Reinigungselemente
3 mittels einer Antriebseinheit
8 über einen Keilriemen
9, wobei sich die Reinigungselemente
3 mit unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten drehen.
[0018] Die Figur 3 zeigt als Einzelheit der Vorrichtung das Trägerelement
10. Das Trägerelement
10 nimmt zum einen die Waschwanne
2 mit den integrierten Einspritzdüsen für das Waschwasser und das Reinigungs- bzw.
Pflegemittel auf. Zum anderen sind am Trägerelement
10 / Waschwanne
2 die Antriebseinheit
8 und entsprechende Dosierpumpen für Waschwasser, Reinigungs- und Pflegemittel angeordnet.
Unterhalb des Trägerelements
10 / Waschwanne
2 sind im verbleibenden Raum des Gehäuses
1 die Behälter
6 für die Aufnahme von Reinigungs- und Pflegeflüssigkeiten angeordnet.
[0019] Die erfindungsgemäße Ausführung ist als festinstallierte Vorrichtung ausgebildet
und mit den im Gebäude befindlichen Wasser- und Abwasseranschlüssen verbunden.
[0020] Die Figur 4 zeigt eine bevorzugte Ausführung der Reinigungselemente
3. Die Reinigungselemente
3 sind walzenartig ausgebildet und weisen auf ihrem Grundkörper eine Reinigungsschicht
4 auf. In einer bevorzugten Ausführung besteht die Reinigungsschicht
4 aus Borsten. Die Reinigungsschicht
4 ist segmentiert ausgebildet, wobei die Segmente über den Umfang des Grundkörpers
schraubenförmig verlaufen und sich Bereiche mit Borsten und Bereiche ohne Borsten
abwechseln.
[0021] Zum Reinigen des verschmutzten Fußballs
7 wird der Deckel
5 am Gehäuse
1 geöffnet und der Fußball
7 in den Reinigungsraum eingelegt. Der Fußball
7 kommt dabei auf den Reinigungsschichten
4 der Reinigungselemente
3 zum Liegen. Durch das Schließen des Deckels
5 wird mittels der am Inneren des Deckels
5 angeordneten Flachbürsten
11 der Fußball
7 zwischen den Reinigungselementen
3 und den Flachbürsten
11 fixiert und zwar derart, dass beim Einschalten der Vorrichtung der Fußball
7 durch die Rotationsbewegung der Reinigungselemente eine springende Bewegung sicher
vermieden wird. Durch die sich mit unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten drehenden
Reinigungselementen
3 wird der Fußball
7 einer chaotischen Bewegung unterworfen, sodass eine Reinigung der gesamten Oberfläche
ermöglicht wird. Die Reinigungswirkung wird zusätzlich durch die im Inneren des Deckels
5 angeordneten Flachbürsten
11 unterstützt.
Bezugszeichenaufstellung
[0022]
- 1 - Gehäuse
- 2 - Waschwanne
- 3 - Reinigungselement
- 4 - Reinigungsschicht
- 5 - Deckel
- 6 - Behälter
- 7 - Ball
- 8 - Antriebseinheit
- 9 - Keilriemen
- 10 - Trägerelement
- 11 - Flachbürste
- 12 - Reinigungsraum
1. Vorrichtung zum Reinigen eines Balls mit großem Durchmesser, insbesondere eines Fußballs,
bestehend aus einem Gehäuse sowie einer Öffnung mit Deckel zum Einlegen und Entnehmen
eines Balls in eine Waschwanne mit angebrachten Düsen zum Einspritzen von Reinigungs-,
Spül- und Pflegemittels sowie Reinigungselementen,
dadurch gekennzeichnet, dass
im oberen Bereich des Gehäuses (1) ein Reinigungsraum (12) mit einer Waschwanne (2)
vorgesehen ist, in welcher zwei mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten rotierenden
Reinigungselemente (3) angeordnet sind, wobei die rotierenden Reinigungselemente (3)
auf ihrer Außenseite mit einer Reinigungsschicht (4) versehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reinigungselemente (3) walzenartig ausgebildet und auf der Oberfläche mit einer
Reinigungsschicht (4) versehen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reinigungsschicht (4) aus Segmenten, die schraubenförmig gewunden ausgeführt sind,
besteht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reinigungsschicht (4) aus Borstenmaterial und / oder Mikrofasermaterial und /
oder anderen textilen Materialien und / oder sonstigen reinigungsfähigen Schichten
besteht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Deckel (5) zwei feststehende Flachbürsten (11) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
in die Waschwanne (2) Einspritzdüsen und Dosierpumpen für das Waschwasser, die Reinigungsflüssigkeit
sowie das Pflegemittel integriert sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Gehäuse (1) der Vorrichtung unterhalb der Waschwanne (2) auswechselbare Tankbehälter
(6) für die Reinigungs- und Pflegemittel vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Gehäuse (1) der Vorrichtung zusätzlich Behälter für Frisch- und Abwasser vorgesehen
sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung mit einem Frischwasser- und einem Schmutzwasseranschluss vorsehen
ist.