[0001] Die Erfindung betrifft ein Messer.
[0002] Das Messer umfasst ein als Griff dienendes Gehäuse sowie einen Klingenträger der
bewegbar an dem Gehäuse gelagert ist, so dass eine an dem Klingenträger gehaltene
Klinge zwischen einer Sicherheitsposition und einer Schneidposition bewegbar ist.
[0003] In der
DE 37 36 968 A1 ist ein Messer beschrieben, bei welchem in einer Griffhülse ein Führungsteil aufgenommen
ist, an welchem ein Klingenträger derart geführt ist, dass er zwischen einer Sicherheitsposition
und einer Schneidposition bewegbar ist. Eine an dem Führungsteil und an dem Klingenträger
befestigte Feder belastet den Klingenträger in die Sicherheitsposition. Die Klinge
ist zwischen zwei zueinander bewegbaren Platten des Klingenträgers in einem Sitz gehalten.
Die Anlage der Platten an Innenwänden der Griffhülse verhindert, dass die Platten
voneinander entfernt werden können und die Klinge aus dem Sitz entnommen werden kann.
Ein Klingenwechsel ist durchführbar, indem das Führungsteil mit dem Klingenträger
nach hinten aus der Griffhülse herausgezogen wird. Die Platten des Klingenträgers
können dann voneinander entfernt werden und die gebrauchte Klinge kann ausgewechselt
werden.
[0004] Es war Aufgabe der Erfindung ein Messer zu schaffen, bei welchem der Klingenwechsel
einfacher durchführbar ist.
[0005] Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Messer mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Das Messer umfasst ein Gehäuse mit wenigstens einer Gehäuseöffnung. Das Gehäuse bildet
z.B. einen Messergriff. Das Messer umfasst eine Klinge, die an einem Klingenträger
gehalten ist. Der Klingenträger ist derart an dem Gehäuse gelagert, dass er zwischen
wenigstens einer Sicherheitsposition, wenigstens einer Schneidposition und wenigstens
einer Klingenwechselposition in dem Gehäuse translatorisch bewegbar gelagert ist.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass es z.B. mehrere Schneidpositionen gibt, je nachdem
wieweit der Benutzer die Klinge aus dem Gehäuse herausbewegt. In gleicher Weise kann
es z.B. mehrere Klingenwechselpositionen geben. Wenn daher nachfolgend von "Schneidposition"
oder von "Klingenwechselposition" die Rede ist, ist damit beispielhaft die Schneidposition
bzw. die Klingenwechselposition gemeint, in welcher der Klingenträger maximal nach
vorne bewegt ist.
[0007] In der Schneidposition tritt die Klinge aus der Gehäuseöffnung aus und ein Schneidvorgang
ist durchführbar. In der Klingenwechselposition ragt die Klinge ebenfalls aus der
Gehäuseöffnung heraus und der Klingenträger ist bezüglich der Schneidposition weiter
aus dem Gehäuse heraus bewegt. In der Klingenwechselposition kann die Klinge aus dem
Klingensitz entnommen werden. In der Schneidposition und / oder in der Sicherheitsposition
ist eine Entnahme der Klinge aus dem Klingensitz z.B. nicht möglich.
[0008] In der Sicherheitsposition ist die Klinge derart in das Gehäuse zurückgezogen, dass
eine Schneide der Klinge für den Benutzer unzugänglich ist. Auch an dieser Stelle
ist zu erwähnen, dass es mehrere Sicherheitspositionen geben kann. Wenn im Folgenden
"Sicherheitsposition" erwähnt ist, ist damit nur beispielhaft die Sicherheitsposition
gemeint, in welcher der Klingenträger maximal zurück bewegt ist.
[0009] Der Klingenträger ist zumindest in allen Schneidpositionen von einer Feder in die
Sicherheitsposition belastet, wobei die Feder als Drehfeder ausgebildet ist. D.h.
der Klingenträger wird in die Sicherheitsposition zurückbewegt, sobald eine Gegenkraft,
die den Klingenträger in der Schneidposition hält, entfällt. Die Feder kann z.B. einer
Vorspannung unterliegen, so dass sie den Klingenträger schon in der Sicherheitsposition,
z.B. gegen einen Anschlag, belastet und verhindert, dass sich der Klingenträger unbeabsichtigt
aus der Sicherheitsposition bewegt.
[0010] Ein erster Schenkel der Feder stützt sich z.B. mittelbar oder unmittelbar an dem
Klingenträger ab und ein zweiter Schenkel der Feder stützt sich mittelbar oder unmittelbar
an dem Gehäuse ab. Der Windungsbereich der Feder kann, aber muss nicht an dem Klingenträger
oder an dem Gehäuse gelagert sein. Der Windungsbereich kann z.B. schwimmend gelagert
sein.
[0011] In einer Ausführungsform ist die Feder z.B. an dem Klingenträger oder an dem Gehäuse
gelagert. Wenn die Feder an dem Gehäuse gelagert ist, ist z.B. ein Bereich der Feder
fest an dem Gehäuse gehalten. Ist die Feder an dem Klingenträger gelagert, wird z.B.
ein Bereich der Feder mit dem Klingenträger bewegt.
[0012] Ein erster Schenkel der Feder ist z.B. starr an dem Klingenträger oder an dem Gehäuse
gelagert ist und ein zweiter Schenkel der Feder ist bewegbar ausgebildet und wird
bei der Bewegung des Klingenträgers von der Sicherheitsposition in die Schneidposition
derart bewegt, dass sich die Feder spannt. Der bewegbare Federschenkel spannt die
Feder bei der Bewegung von der Sicherheitsposition in die Schneidposition und entspannt
sich, wenn sich der Klingenträger in Richtung der Sicherheitsposition zurück bewegt.
Ist die Feder an dem Gehäuse gelagert, ist der erste Federschenkel z.B. unbeweglich
an dem Gehäuse gehalten und der zweite Federschenkel steht z.B. mit dem Klingenträger
in Kontakt. Ist die Feder an dem Klingenträger gelagert, ist der erste Federschenkel
z.B. unbeweglich an dem Klingenträger gehalten und der zweite Federschenkel steht
z.B. mit dem Gehäuse in Kontakt.
[0013] Die Feder ist z.B. wenigstens teilweise auf einem Zapfen oder in einer Aussparung
gelagert. Der gewickelte Teil der Feder kann in diesem Fall einfach auf den Zapfen
aufgesteckt werden oder in der Aussparung angeordnet werden.
[0014] Der erste Schenkel ist z.B. in einer Aussparung des Klingenträgers oder des Gehäuses
gelagert. Er wird auf diese Weise unbeweglich zu dem jeweiligen Tragteil, also Klingenträger
oder Gehäuse, gehalten.
[0015] Einer Ausführungform gemäß stützt sich wenigstens einer der Schenkel in Abhängigkeit
der Relativposition zwischen dem Klingenträger und dem Gehäuse an unterschiedlichen
Flächen des Gehäuses oder des Klingenträgers ab. Die jeweilige Abstützfläche kann
z.B. ein Bereich einer Fläche sein. Die Abstützfläche kann z.B. mittelbar oder unmittelbar
an dem Gehäuse oder an dem Klingenträger ausgebildet sein. Wenn die Feder an dem Gehäuse
gelagert ist, kann die Abstützfläche z.B. dem Klingenträger zugordnet sein. Ist die
Feder z.B. an dem Klingenträger gelagert, kann die Abstützfläche dem Gehäuse zugeordnet
sein. Mit dieser Ausführungsform kann z.B. über die Ausrichtung der Fläche beeinflusst
werden, wie stark und in welche Richtung der Klingenträger von der Feder belastet
wird.
[0016] Die Abstützfläche kann eben oder gekrümmt sein. Die Bewegung des jeweiligen Schenkels
von einer Abstützfläche zu einer anderen Abstützfläche kann z.B. kontinuierlich oder
diskontinuierlich sein, wobei die Bewegung des Schenkels auf einer gekrümmten oder
ebenen Fläche als kontinuierliche Bewegung und die Bewegung von einer ersten Abstützfläche
zu einer im Winkel zu der ersten Abstützfläche angeordneten zweiten Abstützfläche,
als diskontinuierlich bezeichnet wird.
[0017] Eine Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Schenkel
sich in der Sicherheitsposition und / oder in wenigstens einer Schneidposition an
mindestens einer ersten Abstützfläche des Gehäuses oder des Klingenträgers abstützt,
die derart gerichtet ist, dass zumindest ein Teil der Federkraft den Klingenträger
in Richtung der Sicherheitsposition belastet. Die erste Abstützfläche ist derart gerichtet,
dass wenigstens ein Anteil der Federkraft den Klingenträger in die Sicherheitsposition
belastet. Die erste Abstützfläche kann z.B. auch ein Bereich einer Fläche sein.
[0018] Z.B. kontaktiert einer der Schenkel in der Sicherheitsposition eine erste Abstützfläche,
deren Flächennormale parallel zu der Rückzugsrichtung des Klingenträgers ist, und
in der Schneidposition eine zweite Abstützfläche, deren Flächennormale mit der Rückzugsrichtung
einen spitzen Winkel bildet. Auf diese Weise kann die Rückzugskraft, die auf den Klingenträger
wirkt, derart an die entsprechenden Positionen des Klingenträgers angepasst werden,
dass eine optimale Bewegungscharakteristik vorliegt und die Kraft zur Betätigung des
Klingenträgers und zum Halten des Klingenträgers in der Schneidposition von dem Benutzer
nicht als unangenehm empfunden werden.
[0019] Einer der Schenkel stützt sich z:B. in der Klingenwechselposition an wenigstens einer
weiteren Abstützfläche, z.B. einer dritten Abstützfläche des Gehäuses oder des Klingenträgers
ab, die derart gerichtet ist, dass der Klingenträger von der Feder nicht in die Sicherheitsposition
belastet ist. Der Klingenträger ist in diesem Fall z.B. in eine andere Richtung als
in Richtung der Sicherheitsposition belastet. Der zweite Flächenbereich ist z.B. derart
gerichtet, dass die Federkraft im Wesentlichen quer zu der Rückzugsrichtung des Klingenträgers
gerichtet ist. Das hat zur Folge, dass der Klingenträger nicht zurückbewegt wird,
wenn der zweite Schenkel sich an dem zweiten Flächenbereich abstützt.
[0020] Gemäß einer alternativen Ausführung ist der Klingenträger in der Klingenwechselposition
zwar in Richtung der Sicherheitsposition belastet, die Kraft reicht aber nicht aus,
um den Klingenträger in die Sicherheitsposition zu bewegen.
[0021] Die Schneidposition und / oder die Klingenwechselposition ist gemäß einer Ausführungsform
von zusammenwirkenden Anschlagsflächen des Klingenträgers und des Gehäuses festgelegt.
Dem Gehäuse sind z.B. eine erste Anschlagfläche und eine zweite Anschlagfläche zugeordnet.
Eine Kontaktfläche des Klingenträgers wirkt in der Schneidposition mit der ersten
Anschlagfläche und in der Klingenwechselposition mit der zweiten Anschlagfläche zusammen.
Der Klingenträger kann mit anderen Worten in der Schneidposition z.B. soweit nach
vorne bewegt werden, bis der Klingenträger mit der ersten Anschlagfläche in Kontakt
gerät, die eine weitere Bewegung nach vorne verhindert.
[0022] Zusätzlich oder alternativ kann der Klingenträger - z.B. wenn die erste Anschlagfläche
und / oder die Kontaktfläche bewegbar sind - über die Schneidposition hinaus soweit
nach vorne bewegbar sein, bis er in der Klingenwechselpösition mit einem zweiten Anschlag
in Kontakt gerät. Indem die erste Anschlagfläche und / oder die Kontaktfläche bewegbar
sind, können diese aus der Bewegungsbahn der jeweils anderen Fläche bewegt werden.
D.h. die erste Anschlagfläche kann aus der Bewegungsbahn der Kontaktfläche bewegt
werden und / oder die Kontaktfläche kann aus der Bewegungsbahn der ersten Anschlagfläche
bewegt werden.
[0023] Der zweite Federschenkel legt während der Bewegung des Klingenträgers zwischen der
Sicherheitsposition und der Schneidposition z.B. einen Schwenkwinkel von etwa 30 bis
50° zurück.
[0024] Eine Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Federschenkel
einen Gleitschuh aufweist. Der Gleitschuh kann z.B. von der Feder selbst gebildet
sein, insbesondere von einer Umbiegung mit einem konvexen Kontaktbereich. Gemäß einer
Alternative kann der Gleitschuh von einem gesonderten Gleit- oder Rollelement gebildet
sein, welches an dem Schenkel befestigt ist. Auf diese Weise wird bei einem Kontakt
von Federschenkel und Abstützfläche eine Relativbewegung zwischen dem Federschenkel
und der Abstützfläche verbessert.
[0025] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand eines schematisch in den Fig.
dargestellten Ausführungsbeispiels. Es zeigen:
Fig. 1a eine Seitenansicht des Messers in der Sicherheitsposition,
Fig. 1b eine Seitenansicht des Messers in der Schneidposition,
Fig. 1c eine Seitenansicht des Messers in der Klingenwechselposition,
Fig. 1d in Anlehnung an Fig. 1a eine Seitenansicht des Messers in der Sicherheitsposition,
wobei die verdeckten Linien dargestellt sind,
Fig. 1e in Anlehnung an Fig. 1b eine Seitenansicht des Messers in der Schneidposition,
wobei die verdeckten Linien dargestellt sind,
Fig. 1f in Anlehnung an Fig. 1c eine Seitenansicht des Messers in der Klingenwechselposition,
wobei die verdeckten Linien dargestellt sind,
Fig. 2 eine Ansicht gemäß Ansichtspfeil II in Fig. 1a, wobei verdeckte Linien dargestellt
sind,
Fig. 3 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie III - III in Fig. 2,
Fig. 4 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie IV - IV in Fig. 2,
Fig. 5 in Anlehnung an Fig. 2 eine Draufsicht auf das Messer, wobei der Klingenträger
in der Schneidposition angeordnet ist,
Fig. 6 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie VI - VI in Fig. 5,
Fig. 7 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie VII - VII in Fig. 5,
Fig. 8 entsprechend Fig. 1e eine Seitenansicht des Messers in der Schneidposition,
Fig. 9 eine Schnittdarstellung gemäß Schnittlinie IX - IX in Fig. 8,
Fig. 10 in Anlehnung an Fig. 1d eine Seitenansicht des Messers in der Sicherheitsposition,
wobei eine Lasche des Gehäuses betätigt ist,
Fig. 11 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie XI - XI in Fig. 10,
Fig. 12 eine Darstellung des Messers gemäß Fig. 1f in der Klingenwechselposition,
Fig. 13 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie XIII - XIII in Fig. 12,
Fig. 14 eine Draufsicht auf das Messer gemäß Ansichtspfeil XIV in Fig. 12,
Fig. 15 eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie XV - XV in Fig. 14,
Fig. 16 eine Explosionsdarstellung des Messers
Fig. 17 eine perspektivische Fronansicht des Gehäuses des Messers, wobei ein Teil
der Gehäusewand ausgebrochen dargestellt ist.
[0026] Ein Messer insgesamt wird in den Fig. mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet. Gleiche
Bezugszeichen in den unterschiedlichen Fig. bezeichnen entsprechende Teile, auch wenn
kleine Buchstaben nachgestellt oder weggelassen sind.
[0027] Das Messer 10 umfasst, wie z.B. in Fig. 1b zu erkennen ein Gehäuse 11, einen Klingenträger
12 und eine Klinge 13 mit einer Schneide 19. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
weist der Klingenträger 12 ein Basisteil 43 mit einem Sitz 45 für die Klinge 13 auf,
in den die Klinge 13 eingesetzt werden kann (siehe z.B. Fig. 1c). Mittels einer Abdeckung
44 kann die Klinge 13 in bekannter Weise abgedeckt werden, so dass sie zwischen dem
Basisteil 43 und der Abdeckung 44 formschlüssig in dem Sitz 45 gehalten ist. Die Abdeckung
44 bildet z.B. mit dem Basisteil 43 ein Schwenkgelenk G.
[0028] Die Klinge 13 kann gemäß einer Alternative z.B. auch bei der Herstellung des Klingenträgers
mit Kunststoff umspritzt werden, so dass sie unlösbar an dem Klingenträger gehalten
ist. In diesem Fall ist die Klinge 13 lediglich gemeinsam mit dem Klingenträger auswechselbar.
[0029] Z.B. in Fig. 1b ist zu erkennen, dass der Klingenträger 12 die Klinge 13, insbesondere
die Schneide 19 der Klinge 13 teilweise abdeckt. Ein Bereich 20 des Klingenträgers
12 ist ausgespart, so dass in der Schneidposition ein Bereich der Schneide 19 freiliegt.
[0030] Das Gehäuse 11 kann z.B. aus einem Blech oder aus Kunststoff hergestellt sein.
[0031] In den Fig. 1a bis 1c sind verschiedene Betriebspositionen des Messers 10 dargestellt.
Fig. 1 a zeigt das Messer 10 in der Sicherheitsposition. In Fig. 1b ist das Messer
10 in der Schneidposition gezeigt. In Fig. 1c ist das Messer 10 in der Klingenwechselposition
dargestellt. Die Fig. 1d, 1e und 1f entsprechen den Fig. 1a, 1b und 1c, wobei die
von dem Gehäuse 11 verdeckten Linien gestrichelt dargestellt sind.
[0032] In der Sicherheitsposition gemäß der Fig. 1a und 1d ist der Klingenträger 12 derart
angeordnet, dass eine Schneide der Klinge 13 unzugänglich von dem Gehäuse 11 verdeckt
ist, so dass der Benutzer sich nicht an der Schneide 19 verletzen kann.
[0033] Aus der Sicherheitsposition kann der Klingenträger 12 in Richtung x1 in die Schneidposition
gemäß Fig. 1b und 1e verlagert werden, in welcher die Klinge derart aus einer Öffnung
18 an einem vorderen Gehäuseende 16 ragt, dass die Schneide 19 der Klinge 13 zugänglich
und ein Schneidvorgang durchführbar ist. Gemäß der Fig. 1b und 1e ist der Klingenträger
12 in die vorderste Schneidposition bewegt. Es können weitere Schneidpositionen eingestellt
werden, bei denen der Klingenträger 12 so angeordnet ist, dass die Klinge 13 aus dem
Gehäuse 11 ragt und die Schneide 19 zugänglich ist, der Klingenträger 12 sich aber
nicht in der vordersten Schneidposition befindet.
[0034] Der Klingenträger 12 kann über die Schneidposition hinweg in eine Klingenwechselposition
bewegt werden, die z.B. in den Fig. 1c und 1f dargestellt ist. Der Klingenträger 12
ist soweit aus dem Gehäuse 11 herausbewegt, dass die Klinge 13 aus dem Klingenträger
12 entnommen werden kann.
[0035] Das Gehäuse 11 weist gegenüberliegende Seitenwände 14a und 14b auf (siehe Fig. 2).
In der Seitenwand 14a ist eine Aussparung 15a und in der Seitenwand 14b ist eine Aussparung
15b ausgespart. Die Aussparungen 15a und 15b sind gegenüber liegend angeordnet und
zu dem vorderen Gehäuseende 16 hin offen.
[0036] In einem hinteren Bereich 47 weist das Gehäuse 11 einen U-förmigen Spalt 38 auf,
wodurch eine Lasche 39 mit einem freien Ende 40 gebildet ist. Der Klingenträger 12
kann durch eine oder beide Aussparungen 15a oder 15b betätigt werden. Dafür ist der
Klingenträger 12 auf gegenüber liegenden Seiten mit einer Struktur 17 versehen, um
ein Abrutschen der Finger des Benutzers zu verhindern.
[0037] Der Klingenträger 12 weist außer einem vorderen Bereich 21, in welchem die Klinge
13 angeordnet ist, einen hinteren Fortsatz 22 auf (siehe z.B. Fig. 3). Eine Breite
B2 des Fortsatzes 22 ist bezüglich einer Breite B1 des vorderen Bereichs 21 verringert.
Aufgrund der verringerten Breite B2 ist ein Freiraum 23 in dem Gehäuse 11 gebildet.
An dem hinteren Fortsatz 22 weist der Klingenträger 12 eine Aussparung 24 auf.
[0038] Eine als Drehfeder ausgebildete Feder 26 weist einen Schraubenbereich 27, sowie einen
ersten Schenkel 28 und einen zweiten Schenkel 29 auf. Der Schraubenbereich 27 ist
koaxial in der Aussparung 24 gelagert, die einen Sitz für den Schraubenbereich 27
bildet. Der Außendurchmesser des Schraubenbereichs 27 entspricht etwa dem Innendurchmesser
der Aussparung 24. Der erste Schenkel 28 ist mit einer Befestigung 25 zu dem Klingenträger
12 unbewegbar an dem Fortsatz 22 angeordnet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist
die Befestigung von einem Schlitz gebildet, in welcher der Schenkel unbewegbar gehalten
ist. Der zweite Schenkel 29 ragt in den Raum 23 und kann darin schwenken.
[0039] Das Gehäuse 11 ist gemäß Fig. 3 mit einem Vorsprung 30 versehen, der eine Anschlagfläche
31 ausbildet. Der Vorsprung 30 ragt in einen Innenraum 34 des Gehäuses 11. Der Fortsatz
22 des Klingenträgers 12 umfasst einen quer zu einer Längsachse vorragenden Vorsprung
33. Eine Kontaktfläche 35 des Vorsprungs 33 wirkt mit der Anschlagfläche 31 zusammen,
um die maximal in Richtung x1 vorbewegte Schneidposition des Klingenträgers 12 festzulegen.
Eine Kontaktfläche 36 des Klingenträgers 12 wirkt mit einer Anschlagfläche 32 des
Vorsprungs 46 zusammen, um die maximal in Richtung x2 zurück bewegte Schneidposition
des Klingenträgers 12 festzulegen (siehe Fig. 3).
[0040] Eine Abstützfläche 37 des Gehäusevorsprungs 46 bildet ein Widerlager für den zweiten
Schenkel 29 aus. Die Abstützfläche 37 ist derart gerichtet, dass die Federkraft der
Feder 26 den Klingenträger 12 in Richtung x2 belastet. Die Flächennormale der Abstützfläche
37 ist z.B. parallel zu der Richtung x2 gerichtet. Der Schenkel 29 befindet sich in
einer ersten Position, in welcher die Feder 26 einer geringen Vorspannung unterliegt.
Der Schenkel 29 stützt sich an der ersten Abstützfläche 37 des Vorsprungs 46 ab.
[0041] In der maximal vorbewegten Schneidposition (siehe z.B. die die Fig. 5a bis 9) steht
die Anschlagfläche 31 mit der Kontaktfläche 35 in Kontakt. Der Schenkel 29 ist in
einer zweiten Position angeordnet, in welcher er bezüglich der ersten Position um
ca. 50° entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt und dabei die Feder 26 gespannt wurde.
Der Schenkel 29 stützt sich an einer zweiten Abstützfläche 48 des Vorsprungs 46 ab.
Dabei ist ein Ende des Schenkel 29 auf dem Vorsprung von der Abstützfläche 37 hin
zu der Abstützfläche 48 geglitten (vgl. die Fig. 4 und 7). Die Abstützfläche 48 ist
derart gerichtet, dass lediglich ein Teil der Kraft der Feder 26 den Klingenträger
12 in Richtung x2 belastet. Die Flächennormale der Abstützfläche 48 weist z.B. etwa
einen Winkel von 45° zu der Flächennormale der ersten Abstützfläche 37 auf, so dass
lediglich ein Teil der Federkraft in Rückzugsrichtung x2 wirkt. Für den Benutzer hat
das den Vorteil, dass die zum Halten des Klingenträgers in der Schneidposition aufgewendete
Kraft nicht unangenehm ist.
[0042] Mit zunehmendem Schwenkweg des Schenkels 29 bei der Bewegung des Klingenträgers 12
zwischen der Sicherheitsposition und der Schneidposition würde sich die Federkraft
der Feder 26 erhöhen. Aufgrund der Verlagerung des Kontakts des Schenkels 29 von der
Abstützfläche 37 zu der Abstützfläche 48 steigt die Federkraft nicht proportional
an.
[0043] Anstelle der separaten Vorsprünge 30 und 46 könnte gemäß einer alternativen Ausführung
auch nur ein Vorsprung vorgesehen sein, welcher sowohl die Abstützfläche 37 und die
Anschlagfläche 31 bereitstellt.
[0044] Wenn der Benutzer einen Schneidvorgang durchführen möchte, greift er den Klingenträger
12 im Bereich der Struktur 17 und bewegt ihn in Richtung x1 in die Schneidposition.
In der Schneidposition kann die Schneide 19 auf das Schneidmaterial aufgesetzt und
ein Schneidvorgang durchgeführt werden. Sobald die Haltekraft auf den Klingenträger
nachgelassen wird, bewegt die Feder 26 den Klingenträger 12 mit der Klinge 13 in Richtung
x2 in die Sicherheitsposition zurück.
[0045] Wie insbesondere in Fig. 11 zu erkennen ist, erstreckt sich der Vorsprung 30 nicht
über die gesamte Breite des Gehäuses 11. Der Vorsprung 30 ist zwischen der Seitenwand
14a und einem sich parallel zu der Seitenwand 14a erstreckendem Steg 41 ausgebildet.
Im normalen Betrieb des Messers 10 befindet sich der Vorsprung 33 auf einer ersten
Bewegungsbahn, die von dem Steg 41 und der Seitenwand 14a begrenzt ist. Der Steg 41
und die Seitenwand 14a bilden eine Führung für den Vorsprung 33.
[0046] Durch eine in Richtung y1 wirkende Kraft auf die Lasche 39, wird die Lasche 39 rückstellelastisch
in Richtung y1 ausgelenkt. Die Lasche 39 kontaktiert dabei den Fortsatz 22 des Klingenträgers
12 und lenkt diesen ebenfalls in Richtung y1 aus (siehe z.B. Fig. 11). Wird der Klingenträger
12 bei betätigter Lasche 39 in Richtung x1 bewegt, gerät der Vorsprung 33 auf eine
zweite Bewegungsbahn, die von dem Steg 41 und der Seitenwand 14b begrenzt ist. Mit
anderen Worten, der Vorsprung 33 wird auf der zweiten Bewegungsbahn von dem Steg 41
und der Seitenwand 14b geführt.
[0047] Wenn sich der Vorsprung 33 auf der zweiten Bewegungsbahn befindet, kann der Klingenträger
12 soweit in Richtung x1 bewegt werden, bis die Kontaktfläche 35 an der Abstützfläche
37 anschlägt (siehe z.B. die Fig. 13 und 15). Weil die Abstützfläche 37 bezüglich
der Anschlagfläche 31 weiter in Richtung x1 versetzt angeordnet ist, kann der Klingenträger
12 bezüglich der Schneidposition weiter in Richtung x1 bewegt werden, wenn sich der
Vorsprung 33 auf der zweiten Bewegungsbahn befindet.
[0048] Während der Bewegung des Klingenträgers 12 zwischen der Schneidposition und der Klingenwechselposition
bewegt sich der Schenkel 29 in Kontakt mit einer dritten Abstützfläche 42 des Vorsprungs
46. Die Abstützfläche 42 ist etwa rechtwinklig zu der ersten Abstützfläche 37 angeordnet.
Da die Abstützfläche 42 lediglich Gegenkräfte in Richtung y, nicht aber in Richtung
x2 bereitstellt, wird der Klingenträger nicht in Richtung x2 belastet, wenn der Schenkel
29 mit der Abstützfläche 42 in Kontakt steht.
[0049] Wenn die Kontaktfläche 35 an der Abstützfläche 37 anschlägt, ist die Klingenwechselposition
erreicht und der Schenkel 29 steht in Kontakt mit der dritten Abstützfläche 42. Die
Abdeckung 44 kann dann relativ zu dem Basisteil 43 geschwenkt werden. Ein Klingenwechsel
ist dann durchführbar, ohne dass der Benutzer den Klingenträger 12 entgegen einer
Federkraft in der Klingenwechselposition halten muss oder den Klingenträger 12 in
der Klingenwechselposition sichern muss. Dennoch könnte selbstverständlich eine Sicherung
in der Klingenwechselposition stattfinden, die verhindert, dass sich der Klingenträger
12 aus der Klingenwechselposition, insbesondere in Richtung x2, herausbewegen kann.
[0050] Wird der Klingenträger 12 aus der Klingenwechselposition in Richtung x2 in die Sicherheitsposition
bewegt, bewegt sich der elastisch verformte Fortsatz 22 aufgrund seiner Rückstellkraft
in Richtung y2 auf die erste Bewegungsbahn zurück. Der Klingenträger kann dann wieder
lediglich soweit in Richtung x1 bewegt werden, bis die Kontaktfläche 35 an der Anschlagfläche
31 anliegt, was in der Schneidposition der Fall ist. Bei der Rückbewegung des Klingenträgers
12 aus der Klingenwechselposition in Richtung x2 in die Schneidposition gleitet auch
der Schenkel 29 wieder zurück in Anlage an die Abstützfläche 37.
1. Messer mit einem Gehäuse (11) und mit einer Klinge (13), die an einem Klingenträger
(12) gehalten ist und mit dem Klingenträger (12) zwischen einer Sicherheitsposition,
einer Schneidposition und einer Klingenwechselposition an dem Gehäuse (11) translatorisch
bewegbar gelagert ist, wobei die Klinge (13) von einer Feder (26) in die Sicherheitsposition
belastet ist, wobei die Feder (26) von einer Drehfeder gebildet ist.
2. Messer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Schenkel (28) der Feder (26) sich an dem Klingenträger (12) abstützt und
ein zweiter Schenkel (29) der Feder (26) sich an dem Gehäuse (11) abstützt.
3. Messer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (26) an dem Klingenträger (12) oder an dem Gehäuse (11) gelagert ist.
4. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Schenkel (28) der Feder (26) starr an dem Klingenträger (12) oder an dem
Gehäuse (11) gelagert ist und ein zweiter Schenkel (29) der Feder (26) bewegbar ausgebildet
ist und bei der Bewegung des Klingenträgers (12) von der Sicherheitsposition in die
Schneidposition derart bewegt wird, dass sich die Feder (26) spannt.
5. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (26) auf einem Zapfen (24) oder in einer Aussparung gelagert ist, und dass
der Zapfen (24) oder die Aussparung an dem Klingenträger (12) oder dem Gehäuse (11)
angeordnet ist.
6. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schenkel (28) in einer Aussparung des Klingenträgers (12) oder des Gehäuses
(12) gelagert ist.
7. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Schenkel (28, 29) sich in Abhängigkeit der Relativposition zwischen
Klingenträger (12) und Gehäuse (11) an unterschiedlichen Flächen (37, 42) des Gehäuses
(11) oder des Klingenträgers (12) abstützt.
8. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Schenkel (28, 29) bei der Bewegung des Klingenträgers (12) zwischen
der Sicherheitsposition und der Klingenwechselposition an mindestens einer Abstützfläche
(37, 48) des Gehäuses (11) oder des Klingenträgers abstützt, wobei die Abstützfläche
derart gerichtet ist, dass zumindest ein Teil der Federkraft den Klingenträger (12)
in die Sicherheitsposition belastet.
9. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Schenkel (28, 29) sich in der Klingenwechselposition an einer
weiteren Abstützfläche (42) des Gehäuses (11) oder des Klingenträgers (12) abstützt,
wobei die Abstützfläche derart gerichtet ist, dass der Klingenträger (12) von der
Feder (26) nicht in die Sicherheitsposition belastet ist.
10. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gehäuse (11) eine erste Anschlagfläche (31) und eine zweite Anschlagfläche (37)
zugeordnet sind und dass eine Kontaktfläche (35) des Klingenträgers (12) in der Schneidposition
mit der ersten Anschlagfläche (31) und in der Klingenwechselposition mit der zweiten
Anschlagsfläche (37) in Kontakt steht.
11. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfläche (35) einem Bereich (33) des Klingenträgers (12) zugeordnet ist,
welcher zwischen einer ersten Bewegungsbahn und einer zweiten Bewegungsbahn verlagerbar
ist und dass der ersten Bewegungsbahn die erste Anschlagfläche (31) und der zweiten
Bewegungsbahn die zweite Anschlagfläche (37) zugeordnet ist.
12. Messer nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Federschenkel (28, 29) einen Gleitschuh aufweist.