[0001] Die Erfindung betrifft eine Abgasanlage für eine Brennkraftmaschine mit den Merkmalen
aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zum technischen Umfeld wird beispielsweise auf das deutsche Gebrauchsmuster mit der
Rollennummer G 93 13 593.9 hingewiesen. Aus diesem Gebrauchsmuster ist eine Katalysatoranordnung
mit einem Gehäuse mit einem Einlass, einem Auslass und einem in dem Gehäuse angeordneten,
gasdurchlässigen Katalysatorkörper bekannt, wobei der Einlass und der Auslass an den
jeweiligen Stirnflächen des Katalysatorkörpers angeformt sind. Erfindungsgemäß ist
die in die Anströmrichtung liegende Stirnfläche des Katalysatorkörpers unter einem
Winkel α, der kleiner als 90° ist, zur Strömungsrichtung des anströmenden Gases geneigt.
[0003] Mit dieser vorteilhaften Ausgestaltung einer Katalysatorgehäuseanordnung wird eine
äußerst homogene und über den Durchmesser gleichmäßige Durchströmung des Katalysatorkörpers
erzielt.
[0004] Weiter ist aus dem europäischen Patent
EP 2 676 016 B1, von der die vorliegende Erfindung ausgeht, eine Abgasnachbehandlungsbaugruppe eines
Verbrennungsmotors bekannt, der von einem Turboverdichter aufgeladen wird, die in
Strömungsrichtung der Abgase des Verbrennungsmotors folgendes umfasst:
- einen Turboverdichter,
- ein Oxidationskatalysator,
- ein Katalysator mit selektiver katalytischer Reduktion (SCR-Katalysator) der Stickstoffoxide,
- ein Partikelfilter.
[0005] Diese Abgasnachbehandlungsbaugruppe ist dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe
gemäß einer im Wesentlichen "U"-förmigen Architektur angeordnet ist, die Folgendes
umfasst:
- einen ersten geradlinigen Zweig, der einen Turboverdichter und den Oxidationskatalysator
umfasst,
- einen zweiten geradlinigen Zweig, der den Katalysator mit selektiver katalytischer
Reduktion der Stickstoffoxide und das Partikelfilter umfasst,
- und einen Fluidanschluss zwischen dem ersten und dem zweiten Zweig.
[0006] Nachteilig an dieser bekannten Abgasnachbehandlungsbaugruppe sind starke Strömungsverluste
aufgrund starker Umlenkungen des Abgases, sowie eine ungleichmäßige Durchströmung
der Katalysatoren, d. h. die Abgasreinigungsanlagen werden zentral deutlich stärker
durchströmt als die radial äußeren Randbereiche, wodurch nur eine ineffiziente Abgasnachbehandlung
und ein thermischer Schaden in den Innenbereichen der Katalysatoren möglich ist.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, oben genannte Nachteile zu vermeiden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0009] Die optimierte Anströmung der Abgasreinigungsanlagen erhöht den Wirkungsgrad der
Abgasreinigungsanlagen aufgrund einer Erhöhung der Verweildauer des Abgases in den
Abgasreinigungsanlagen durch die Reduzierung der Abgas-Geschwindigkeit in Folge der
Querschnittserhöhung, sowie auch durch die verbesserte Ausnutzung der Querschnittsfläche
des Substrates. Beide Abgasreinigungsanlagen werden gleichmäßig verteilt über die
Querschnittsfläche mit Abgas beaufschlagt. Ein thermischer Schaden der Abgasreinigungsanlagen
ist sicher vermieden. Dies verbessert zum einen die Wirksamkeit des Oxidations- bzw.
NO
x-Speicherkatalysators als auch die Wirksamkeit des SCR-Katalysators (Selective-Catalytic-Reduction)
bei der Umwandlung von NOx (Stickoxiden) zu NO
2 (Stickstoffdioxid). Gleichzeitig wird in vorteilhafter Weise eine kürzere Baulänge
des Oxidations- bzw. NO
x-Speicherkatalysators des Katalysators erzielt bei gleichbleibendem Volumen. Darüber
hinaus führt die Vergrößerung des Querschnitts des Oxidationskatalysators zu einer
Reduzierung des Abgasgegendrucks des gesamten Abgassystems, was den Ladungswechsel
der Brennkraftmaschine verbessert. Des Weiteren wird eine optimierte Gleichverteilung
eines Reduktionsmittels (NH3-Gleichverteilung), wie z. B. einer wässrigen Harnstofflösung
erzielt und vermeidet somit Ammoniakschlupf und erhöht in vorteilhafter Weise den
Wirkungsgrad des SCR-Katalysators.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Die Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 2 reduziert nochmals Strömungsverluste und
reduziert den Abgasgegendruck.
[0012] Mit der Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 3 wird das bestmögliche, d.h. das kleinste
Package erzielt.
[0013] Die Ausgestaltungen gemäß den Patentansprüchen 4 bis 8 sind besonders bevorzugte
Ausführungsvarianten.
[0014] Besonders bevorzugt ist gemäß Patentanspruch 9 in Strömungsrichtung des Abgases vor
der ersten Abgasreinigungsvorrichtung eine Turbine eines Abgasturboladers in der Abgasanlage
angeordnet.
[0015] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in einer einzigen
Figur näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Abgasanlage.
[0016] Figur 1 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Abgasanlage 1 für eine nicht
dargestellte Brennkraftmaschine. In der Abgasanlage 1 sind in Strömungsrichtung eines
Abgases der Brennkraftmaschine eine erste Abgasreinigungsvorrichtung 2 und eine zweite
Abgasreinigungsvorrichtung 3 angeordnet. Eine Einströmrichtung (Abgas rein) des Abgases
ist ebenso wie eine Ausströmrichtung (Abgas raus) des Abgases jeweils mit einem Pfeil
symbolisch dargestellt. Die Anströmung der ersten Abgasreinigungsvorrichtung 2 erfolgt
über einen ersten Anströmtrichter 4.
[0017] Erfindungsgemäß erfolgt auch die Anströmung der zweiten Reinigungsvorrichtung 3 über
ein einen zweiten Anströmtrichter 5, wobei eine Mittelachse des ersten (A) und des
zweiten (B) Anströmtrichters 4, 5 mit einer in Strömungsrichtung vorne liegenden Stirnfläche
2', 3' der ersten und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung 2, 3 einen Winkel α kleiner
als 90° bildet.
[0018] Weiter erfolgt auch eine Ausströmung des Abgases aus der ersten und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung
2, 3, über einen ersten Ausströmtrichter 6 und einen zweiten Ausströmtrichter 7, wobei
eine Mittelachse des ersten (C) und des zweiten (D) Ausströmtrichters 6, 7 mit einer
in Strömungsrichtung des Abgases hinten liegenden Stirnfläche der ersten 2" und der
zweiten 3" Abgasreinigungsvorrichtung einen Winkel β kleiner als 90° bildet. Durch
diese Geometrie werden die Strömungsverluste des Abgases und somit der Abgasgegendruck
für einen nochmals verbesserten Ladungswechsel der Brennkraftmaschine weiter reduziert.
[0019] In Figur 1 ist ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel dargestellt, in dem
die vordere und/oder hintere Stirnfläche 2', 2" der ersten Abgasreinigungsvorrichtung
2 mit einer gegenüberliegenden Kontur (E) des zweiten Anströmtrichters 5 einen Winkel
γ zwischen 60° und 120° bildet. Aufgrund dieser Ausgestaltung ist ein bestmöglichstes,
d. h. kleinstes Package erzielt, bei gleichzeitig geringsten Strömungswiderständen.
[0020] In einer Weiterbildung der Erfindung ist die erste Abgasreinigungsvorrichtung 2 ein
Oxidationskatalysator, insbesondere ein Dieseloxidationskatalysator, oder ein NO
x-Speicherkatalysator. Weiter ist die zweite Abgasreinigungsvorrichtung 3 bevorzugt
ein SCR-Katalysator (Selective-Catalytic-Reduction-Katalysator), wobei die zweite
Abgasreinigungsvorrichtung 3 in einer weiteren Weiterbildung zusätzlich eine Filterfunktion
aufweist.
[0021] Damit der SCR-Katalysator, die zweite Abgasreinigungsvorrichtung 3, chemisch korrekt
arbeitet, ist zwischen der ersten Abgasreinigungsvorrichtung 2 und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung
3 in der Abgasanlage 1 eine Reduktionsmitteleinbringungsvorrichtung 8 eingebracht.
[0022] Zum Mischen des Reduktionsmittels, wie z. B. einer wässrigen Harnstofflösung, mit
dem Abgas ist weiter zwischen der Reduktionsmitteleinbringungsvorrichtung 8 und der
zweiten Abgasreinigungsvorrichtung 3 ein Reduktionsmittelmischer 9 in der Abgasanlage
1 angeordnet.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist in Strömungsrichtung des Abgases
vor der ersten Abgasreinigungseinrichtung 2 eine nicht dargestellte Turbine eines
Abgasturboladers in der Abgasanlage 1 angeordnet.
Mit anderen Worten ausgedrückt:
[0024] Zur Verbesserung der Oxidationskatalysatoranströmung und somit zur Erhöhung des Wirkungsgrads
bei gleichzeitiger Reduzierung des Abgasgegendrucks, soll der Oxidationskatalysator
oder NO
x-Speicherkatalysator schräg über einen sog. Fischertrichter vom Abgas angeströmt werden.
Die Ausströmung aus dem Oxidationskatalysator oder NO
x-Speicherkatalysator erfolgt ebenfalls über einen sog. Fischertrichter. Zur Verbesserung
der NH
3 Gleichverteilung (Reduktionsmittelgleichverteilung) auf eine kompakte Mischstrecke
soll ein Reduktionsmittelspray mit großem Winkel und gleichzeitig großem Tröpfchendurchmesser
(Sauterdurchmesser) zur vollflächigen Benetzung des Reduktionsmittelmischers eingesetzt
werden. Die Anströmung des Partikelfilters erfolgt ebenfalls über einen sog. Fischertrichter.
[0025] Die optimierte Oxidations- oder NO
x-Speicherkatalysatoranströmung erhöht den Wirkungsgrad des Oxidations- oder NO
x-Speicherkatalysators aufgrund einer Erhöhung der Verweildauer des Abgases im Oxidations-
oder NO
x-Speicherkatalysator durch die Reduzierung der Geschwindigkeit in Folge der Querschnittserhöhung.
Der Oxidations- oder NO
x-Speicherkatalysator wird gleichmäßig verteilt über die Fläche mit Abgas beaufschlagt.
Dies führt zu einer Verbesserung der NOx zur NO
2 Umwandlung. Sie ermöglicht auch eine kürzere Baulänge des Oxidations- oder NO
x-Speicherkatalysators bei gleichbleibenden Volumen. Die Erhöhung des Querschnitts
am Oxidations- oder NO
x-Speicherkatalysator reduziert den Gegendruck des Abgassystems in vorteilhafter Weise.
[0026] Die optimierte NH
2-Gleichverteilung vermeidet Ammoniakschlupf und erhöht den Wirkungsgrad der NOx-Abgasnachbehandlung.
Bezugszeichenliste:
[0027]
- 1.
- Abgasanlage
- 2.
- erste Abgasreinigungsvorrichtung
- 2'
- Stirnfläche vorne, erste Abgasreinigungsvorrichtung
- 2"
- Stirnfläche hinten, erste Abgasreinigungsvorrichtung
- 3.
- zweite Abgasreinigungsvorrichtung
- 3'
- Stirnfläche vorne, zweite Abgasreinigungsvorrichtung
- 3"
- Stirnfläche hinten, zweite Abgasreinigungsvorrichtung
- 4.
- erster Anströmtrichter
- 5.
- zweiter Anströmtrichter
- 6.
- erster Ausströmtrichter
- 7.
- zweiter Ausströmtrichter
- 8.
- Reduktionsmitteleinbringvorrichtung
- 9.
- Reduktionsmittelmischer
1. Abgasanlage (1) für eine Brennkraftmaschine, in der in Strömungsrichtung eines Abgases
der Brennkraftmaschine eine erste Abgasreinigungsvorrichtung (2) und eine zweite Abgasreinigungsvorrichtung
(3) angeordnet sind, wobei die Anströmung der ersten Abgasreinigungsvorrichtung (2)
über einen ersten Anströmtrichter (4) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anströmung der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung (3) über einen zweiten Anströmtrichter
(5) erfolgt, wobei eine Mittelachse des ersten (A) und des zweiten (B) Anströmtrichters
(4, 5) mit einer in Strömungsrichtung vorne liegenden Stirnfläche (2', 3') der ersten
und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung (2, 3) einen Winkel α kleiner 90° bildet.
2. Abgasanlage nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausströmung der ersten und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung (2, 3) über
einen ersten Ausströmtrichter (6) und einen zweiten Ausströmtrichter (7) erfolgt,
wobei eine Mittelachse des ersten (C) und des zweiten (D) Ausströmtrichters mit einer
in Strömungsrichtung hinten liegenden Stirnfläche der ersten (2") und der zweiten
(3") Abgasreinigungsvorrichtung einen Winkel β kleiner 90° bildet.
3. Abgasanlage nach Patentanspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die vordere und/oder hintere Stirnfläche (2', 2") der ersten Abgasreinigungsvorrichtung
(2) mit einer gegenüberliegenden Kontur (E) des zweiten Anströmtrichters (5) einen
Winkel γ zwischen 60° und 120° bildet.
4. Abgasanlage nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Abgasreinigungsvorrichtung (2) ein Oxidationskatalysator, insbesondere
ein DieselOxidationskatalysator, oder ein NOx-Speicherkatalysator ist.
5. Abgasanlage nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Abgasreinigungsvorrichtung (3) ein SCR-Katalysator (selektive catalytic
reduction).
6. Abgasanlage nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass zweite Abgasreinigungsvorrichtung (3) eine Filterfunktion aufweist.
7. Abgasanlage nach einem der Patentansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten (2) und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung (3) in die Abgasanalage
(1) eine Reduktionsmitteleinbringvorrichtung (8) vorgesehen ist.
8. Abgasanlage nach Patentanspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Reduktionsmitteleinbringvorrichtung (8) und der zweiten Abgasreinigungsvorrichtung
(3) ein Reduktionsmittelmischer (9) in der Abgasanlage (1) angeordnet ist.
9. Abgasanlage nach einem der Patentansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass in Strömungsrichtung des Abgases vor der ersten Abgasreinigungsvorrichtung (2) ein
Abgasturbolader in der Abgasanlage (1) angeordnet ist.