[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems eines Schiffs.
[0002] Der grundsätzliche Aufbau sowie die grundsätzliche Betriebsweise eines Kühlsystems
eines Schiffs sind dem hier angesprochenen Fachmann aus der Praxis hinlänglich bekannt
und schematisiert in Fig. 6 gezeigt. So weist ein Kühlsystem 10 eines Schiffs ein
Seewasserteilsystem 11 mit einer Seewasserpumpe 14 und zumindest einen Kühlwasserkreislauf
13 mit einer Kühlwasserpumpe 28 auf. Das Seewasserteilsystem 11 und der Kühlwasserkreislauf
13 sind über einen Wärmetauscher 12 gekoppelt, und zwar derart, dass im Bereich des
Wärmetauschers 12 das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 durch das Seewasser
des Seewasserteilsystems 12 gekühlt wird. Der erste Kühlwasserkreislauf 13 weist einen
Bypass 17 zu dem das Seewasserteilsystem 11 und den ersten Kühlwasserkreislauf 13
koppelnden Wärmetauscher 12 und ein Stellventil 18, dessen Stellung bestimmt, welcher
Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 über den Wärmetauscher 12 und
welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 über den Bypass 17 geführt
wird, auf. Dabei wird die Stellung des Stellventils 18 über einen Aktuator 19 verändert
und von einem Regler 41 derart bestimmt, dass eine Vorlaufkühlwassertemperatur, die
sich durch Mischung des über den Wärmetauscher 12 geführten Kühlwasseranteils und
des über den Bypass 17 geführten Kühlwasseranteils einstellt, einem entsprechenden
Soll-Wert entspricht. Mit dieser Vorlaufkühlwassertemperatur ist das Kühlwasser einer
zu kühlende Baugruppe 42 zuführbar. Bei aus der Praxis bekannten Kühlwassersystemen
10 gemäß Fig. 6 wird demnach ein Ist-Wert der Vorlaufkühlwassertemperatur mit einem
Sensor 43 erfasst, wobei abhängig von dem Ist-Wert der Vorlaufkühlwassertemperatur
der Regler 41 die Stellung des Stellventils 18 über den Aktuator 19 beeinflusst wird.
Die Seewasserpumpe 14 des Seewasserteilsystems 11 sowie die Kühlwasserpumpe 28 des
ersten Kühlwasserkreislaufs 13 werden bei aus der Praxis bekannten Kühlsystemen eines
Schiffs mit voller Drehzahl betrieben. Hierdurch wird relativ viel Energie benötigt.
[0003] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges
Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems eines Schiffs zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems eines Schiffs
nach Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird die Drehzahl der Seewasserpumpe des Seewasserteilsystems
abhängig von der Stellung des Stellventils des ersten Kühlwasserkreislaufs, über dessen
Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs über
den Wärmetauscher und welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs über
den Bypass geführt wird, geregelt. Als primäre Regelgröße zur Regelung der Drehzahl
der Seewasserpumpe des Seewasserteilsystems wird demnach die Stellung desjenigen Stellventils
des ersten Kühlwasserkreislaufs genutzt, welches bestimmt, welcher Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs über den Wärmetauscher und welcher Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs über den Bypass geführt wird. Die aus der Praxis bekannte
Regelung für dieses Stellventil des ersten Kühlwasserkreislaufs abhängig vom Ist-Wert
der Vorlaufkühlwassertemperatur bleibt weiterhin aktiv. Das erfindungsgemäße Regelkonzept
verfügt über den Vorteil, dass durch Variation der Drehzahl der Seewasserpumpe Energie
eingespart werden kann. Das Regelkonzept eignet sich insbesondere auch zum Einsatz
bei solchen Kühlsystemen, bei welchen der Wärmetauscher, welcher das Seewasserteilsystem
und den ersten Kühlwasserkreislauf miteinander koppelt, nicht als Zentralwärmetauscher
ausgeführt ist.
[0005] Vorzugsweise wird die Drehzahl der Seewasserpumpe des Seewasserteilsystems derart
abhängig von der Stellung dieses Stellventils des ersten Kühlwasserkreislaufs geregelt,
dass der über den Wärmetauscher geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
möglichst groß wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert
wird. Dann, wenn möglichst viel Kühlwasser über den Wärmetauscher geführt wird, wenn
also der über den Wärmetauscher geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
möglichst groß ist, kann die Drehzahl der Seewasserpumpe stärker abgesenkt werden,
wodurch mehr Energie eingespart werden kann.
[0006] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung wird die Drehzahl der Seewasserpumpe des Seewasserteilsystems
weiterhin abhängig von der Temperatur des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers
geregelt, vorzugsweise derart, dass dann, wenn die Temperatur des Seewassers stromabwärts
des Wärmetauschers größer als ein Grenzwert wird, die Drehzahl der Seewasserpumpe
erhöht wird, sodass die Temperatur des Seewassers kleiner als der Grenzwert wird oder
demselben entspricht. Damit wird vermieden, dass sich im Kühler oder in Teilen des
Kühlsystems Salzablagerungen festsetzen.
[0007] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst das Kühlsystem einen zweiten Kühlwasserkreislauf,
wobei der zweite Kühlwasserkreislauf und das Seewasserteilsystem oder der zweite Kühlwasserkreislauf
und der erste Kühlwasserkreislauf über einen Wärmetauscher gekoppelt sind, im Bereich
dessen das Kühlwasser des zweiten Kühlwasserkreislaufs durch das Seewasser des Seewasserteilsystems
oder das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs gekühlt wird. Der zweite Kühlwasserkreislauf
umfasst einen Bypass zu dem den zweiten Kühlwasserkreislauf und das Seewasserteilsystem
oder den zweiten Kühlwasserkreislauf und den ersten Kühlwasserkreislauf koppelnden
Wärmetauscher und ein Stellventil, über dessen Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil
des zweiten Kühlwasserkreislaufs über den Wärmetauscher und welcher Kühlwasseranteil
des zweiten Kühlwasserkreislaufs über den Bypass geführt wird. Die Stellung des Stellventils
des zweiten Kühlwasserkreislaufs wird derart bestimmt, dass eine Rücklaufkühlwassertemperatur
stromaufwärts des Wärmetauschers einem entsprechenden Sollwert entspricht. Die Drehzahl
der Seewasserpumpe des Seewasserteilsystems wird ferner abhängig von der Stellung
des Stellventils des zweiten Kühlwasserkreislauf geregelt, vorzugsweise derart, dass
einerseits der über den Wärmetauscher des ersten Kühlwasserkreislaufs geführte Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs möglichst groß wird und damit in Richtung auf einen
entsprechenden Sollwert angenähert wird, und dass andererseits der über den Wärmetauscher
des zweiten Kühlwasserkreislaufs geführte Kühlwasseranteil des zweiten Kühlwasserkreislaufs
möglichst groß wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert
wird. Diese Weiterbildung der Erfindung verfügt über den Vorteil, dass die Drehzahl
der Seewasserpumpe noch vorteilhafter geregelt werden kann und das Potenzial einer
Energieeinsparung bei Aufrechterhaltung einer guten Kühlung noch besser ausgeschöpft
werden kann.
[0008] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst der erste Kühlwasserkreislauf eine
Kühlwasserpumpe, einen Niedertemperaturladeluftkühler, mindestens einen Kühler zur
Kühlung mindestens einer weiteren Baugruppe, und ein weiteres Stellventil, über dessen
Schaltstellung ein über den Niedertemperaturladeluftkühler geführter Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs einstellbar ist. Die Drehzahl der Kühlwasserpumpe
des ersten Kühlwasserkreislaufs wird abhängig von der Stellung des oder jedes Stellventils
des ersten Kühlwasserkreislaufs geregelt, vorzugsweise derart, dass der über den Niedertemperaturladeluftkühler
geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs möglichst groß wird und
damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert wird. Bei dieser vorteilhaften
Weiterbildung wird zusätzlich zur Drehzahl der Seewasserpumpe auch die Drehzahl der
Kühlwasserpumpe des ersten Kühlkreislaufs geregelt, um die Drehzahl derselben so weit
wie möglich zu reduzieren und hierdurch Energie einzusparen. Dann, wenn der zweite
Kühlwasserkreislauf und der erste Kühlwasserkreislauf über den jeweiligen Wärmetauscher
gekoppelt sind, wird die Drehzahl der Kühlwasserpumpe des ersten Kühlwasserkreislaufs
zusätzlich abhängig von der Stellung des Stellventils des zweiten Kühlwasserkreislaufs
geregelt. Auch dieses Merkmal erlaubt eine effektive Regelung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe
des ersten Kühlwasserkreislaufs
[0009] Nach einer Variante umfasst der erste Kühlwasserkreislauf eine Kühlwasserpumpe, einen
Niedertemperaturladeluftkühler, einen Hochtemperaturladeluftkühler mindestens einen
Kühler zur Kühlung mindestens einer weiteren Baugruppe, und ein weiteres Stellventil,
über dessen Schaltstellung ein über den Niedertemperaturladeluftkühler geführter Kühlwasseranteil
und ein über den Hochtemperaturladeluftkühler geführter Kühlwasseranteil einstellbar
ist. Eine Drehzahl der Kühlwasserpumpe des ersten Kühlwasserkreislaufs wird dann abhängig
von der Stellung dieses Stellventils des ersten Kühlwasserkreislaufs geregelt, vorzugsweise
derart, dass der über den Hochtemperaturladeluftkühler geführte Kühlwasseranteil möglichst
groß wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert wird.
Auch diese Variante erlaubt eine effektive Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe
sowie der Drehzahl der Kühlwasserpumpe des ersten Kühlwasserkreislaufs zur möglichst
optimalen Energieeinsparung bei Aufrechterhaltung der notwendigen Kühlfunktion.
[0010] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- ein Blockschaltbild eines ersten Kühlsystems eines Schiffs zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 2:
- ein Blockschaltbild eines zweiten Kühlsystems eines Schiffs zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 3:
- ein Blockschaltbild eines dritten Kühlsystems eines Schiffs zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 4:
- ein Blockschaltbild eines vierten Kühlsystems eines Schiffs zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 5:
- ein Blockschaltbild eines fünften Kühlsystems eines Schiffs zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 6
- ein Blockschaltbild zur Verdeutlichung des Standes der Technik; und
- Fig. 7
- ein Blockschaltbild zur weiteren Verdeutlichung der Erfindung.
[0011] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems
eines Schiffs.
[0012] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Kühlsystem 10 eines Schiffs im Bereich eines
Seewasserteilsystems 11 des Kühlsystems 10 sowie eines mit dem Seewasserteilsystem
11 über einen Wärmetauscher 12 gekoppelten ersten Kühlwasserkreislauf 13 des Kühlsystems
10.
[0013] Das Seewasserteilsystem 11 verfügt über eine Seewasserpumpe bzw. mindestens eine
Seewasserpumpe, im gezeigten Ausführungsbeispiel über zwei Seewasserpumpen 14a, 14b,
die jeweils von einem Aktuator 15a, 15b angetrieben sind.
[0014] Über die Seewasserpumpen 14a, 14b des Seewasserteilsystems 11 kann aus Seewasserbehältern
16a, 16b Seewasser entnommen und über den Wärmetauscher 12 gefördert werden, welcher
das Seewasserteilsystem 11 mit dem ersten Kühlwasserkreislauf 13 koppelt. Im ersten
Kühlwasserkreislauf 13 wird Kühlwasser gefördert, um in Fig. 1 nicht gezeigte Baugruppen
des Schiffs zu kühlen, wobei das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 im
Bereich des Wärmetauschers 12 mit Hilfe des ebenfalls über den Wärmetauscher 12 geführten
Seewassers des Seewasserteilsystems 11 gekühlt wird. Der erste Kühlwasserkreislauf
13 verfügt über einen Bypass 17 zu dem das Seewasserteilsystem 11 und den ersten Kühlwasserkreislauf
13 koppelnden Wärmetauscher 12 sowie über ein Stellventil 18, welches im gezeigten
Ausführungsbeispiel als Dreiwege-Stellventil ausgeführt ist und dessen Stellung über
einen Aktuator 19 verändert werden kann. Die Stellung des Stellventils 18 des ersten
Kühlwasserkreislaufs 13 bestimmt, welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 über den Wärmetauscher 12 und welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 über den Bypass 17 geführt wird. Im Bereich des Stellventils 18 wird demnach über
den Wärmetauscher 12 geführtes Kühlwasser sowie über den Bypass 17 geführtes Kühlwasser
gemischt, wobei sich stromabwärts des Stellventils 18 ein Ist-Wert einer Vorlaufkühlwassertemperatur
einstellt, und zwar abhängig von der Mischung des über den Wärmetauscher 12 geführten
Kühlwasseranteils und des über den Bypass 17 geführten Kühlwasseranteils. Dabei wird
die Stellung des Stellventils 18 über den Aktuator 19 derart eingestellt, dass der
Ist-Wert der Vorlaufkühlwassertemperatur einem entsprechenden vorgegebenen Soll-Wert
entspricht.
[0015] Nach der Erfindung wird die Drehzahl der Seewasserpumpe, in Fig. 1 die Drehzahl der
Seewasserpumpe 14a und/oder die Drehzahl der Seewasserpumpe 14b, abhängig von der
Stellung des Stellventils 18 des ersten Kühlwasserkreislaufs 13, über dessen Stellung
bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 über den
Wärmetauscher 12 und welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 über
den Bypass 17 geführt wird, geregelt. Als primäre Regelgröße, in Abhängigkeit derer
die Drehzahl der oder jeder in Fig. 1 gezeigten Seewasserpumpe 14a und/oder 14b geregelt
wird, dient demnach die Stellung des Ventils 18. Die aus der Praxis bekannte Regelung
des Stellventils 18, also die Regelung des IstWerts der Vorlaufkühlwassertemperatur
über das Stellventil 18, bleibt aktiv.
[0016] Die Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder 14b abhängig von der Stellung des Stellventils
18 des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 wird dabei derart geregelt, dass der über den
Wärmetauscher 12 geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 möglichst
groß wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Soll-Wert angenähert wird.
[0017] In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass für den Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13, der über den Wärmetauscher 12 geführt wird, typischerweise ein Maximalwert von
z. B. 90 % vorgegeben ist, sodass über den Bypass 17 immer eine Mindestmenge des Kühlwasseranteils
von z. B. 10 % geführt wird. Die Einstellung bzw. Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe
14a und/oder 14b abhängig von der Stellung des Stellventils 18 erfolgt derart, dass
der über den Wärmetauscher 12 geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
in Richtung auf seinen Maximalwert und damit entsprechenden Soll-Wert angenähert wird,
sodass demnach immer möglichst viel Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs 13
über den Wärmetauscher 12 geführt wird, jedoch immer eine Mindestmenge an Kühlwasser
über den Bypass 17 fließt.
[0018] Durch entsprechende Reduzierung der Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder 14b
wird die durch den Wärmetauscher 12 geführte Seewassermenge reduziert und hierdurch
indirekt der über den Wärmetauscher 12 geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 erhöht.
[0019] Bei der obigen Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder 14b kann weiterhin
die Temperatur des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers 12 berücksichtigt werden.
Dann, wenn die Temperatur des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers 12 größer
als ein vorgegebener Grenzwert wird, wird die Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder
14b erhöht, sodass dann die Temperatur des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers
12 kleiner als dieser Grenzwert wird oder demselben entspricht.
[0020] Wie bereits ausgeführt, zeigt Fig. 1 zwei Seewasserpumpen 14a, 14b im Seewasserteilsystem
11. Dabei kann vorgesehen sein, dass beide Seewasserpumpen 14a, 14b als hinsichtlich
ihrer Drehzahl regelbare Pumpen ausgeführt sind, wobei dann die Drehzahl beider Seewasserpumpen
14a und 14b auf die obige Art und Weise geregelt werden kann. Im Unterschied hierzu
ist es jedoch auch möglich, dass eine der Seewasserpumpen 14a oder 14b als Konstantförderpumpe
ausgebildet ist, wobei dann lediglich die Drehzahl der anderen Seewasserpumpe 14b
oder 14a auf die obige Art und Weise geregelt wird.
[0021] Fig. 2 zeigt eine Abwandlung des Kühlsystems 10 der Fig. 1, wobei das Kühlsystem
10 der Fig. 2 zusätzlich zum ersten Kühlwasserkreislauf 13 einen zweiten Kühlwasserkreislauf
20 umfasst. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist der zweite Kühlwasserkreislauf 20
über einen Wärmetauscher 21 ebenfalls mit dem Seewasserteilsystem 12 gekoppelt, und
zwar derart, dass im Bereich des Wärmetauschers 21 das Kühlwasser des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 über das Seewasser des Seewasserteilsystems 12 gekühlt wird, wobei die beiden Wärmetauscher
12, 21, über welche die beiden Kühlwasserkreisläufe 13, 20 mit dem Seewasserteilsystem
12 gekoppelt sind, derart in Reihe geschalten sind, dass das Seewasser des Seewasserteilsystems
11 zunächst über den Wärmetauscher 12, welcher das Seewasserteilsystem 11 und den
ersten Kühlkreislauf 13 koppelt, und im Anschluss über den Wärmetauscher 21, welcher
das Seewasserteilsystem 11 und den zweiten Kühlkreislauf 20 koppelt, geführt wird.
[0022] Der zweite Kühlkreislauf 20 verfügt ebenso wie der erste Kühlkreislauf 13 über einen
Bypass 22 und ein Stellventil 23. Die Stellung des Stellventils 23 des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 kann über einen Aktuator verändert werden. Die Stellung des Stellventils 23 des
zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 bestimmt, welcher Kühlwasseranteil des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 über den Wärmetauscher 21 geführt wird, und welcher Kühlwasseranteil des zweiten
Kühlwasserkreislaufs 20 über den Bypass 22 zum Wärmetauscher 21 geführt wird. Dabei
wird die Stellung des Stellventils 23 vorzugsweise derart bestimmt, dass eine Rücklauftemperatur
stromaufwärts des Wärmetauschers 21 des Kühlwassers des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 einem entsprechenden, vorgegebenen Soll-Wert entspricht.
[0023] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 wird die Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder
14b nicht nur abhängig von der Stellung des Stellventils 19 des ersten Kühlwasserkreislaufs
13, sondern zusätzlich abhängig von der Stellung des Stellventils 23 des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 bestimmt.
[0024] Dabei wird die Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder 14b derart geregelt, dass
einerseits der über den Wärmetauscher 12 des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 geführte
Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 möglichst groß wird und damit
in Richtung auf den entsprechenden Soll-Wert angenähert wird, und dass andererseits
der über den Wärmetauscher 21 des zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 geführte Kühlwasseranteil
des zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 möglichst groß wird und damit in Richtung auf
einen entsprechenden Soll-Wert angenähert wird.
[0025] Wie bereits im Zusammenhang mit dem ersten Kühlwasserkreislauf 13 beschrieben, ist
auch für zweiten Kühlwasserkreislauf 20 vorgesehen, immer eine Mindestmenge an Kühlwasser
über den Bypass 22 zu führen, sodass der entsprechende Soll-Wert für den über den
Wärmetauscher 21 geführten Kühlwasseranteil des zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 kleiner
als 100 % ist.
[0026] Auch in der Variante der Fig. 2, in welcher die Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe
14a und/oder der Seewasserpumpe 14b abhängig von der Stellung der Stellventile 19
und 23 erfolgt, wird bei der Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder
der Seewasserpumpe 14b die Temperatur des Seewassers berücksichtigt, und zwar hier
die Temperatur des Seewassers stromabwärts der beiden Wärmetauscher 12 und 21, also
unmittelbar stromabwärts des Wärmetauschers 21. Dann, wenn diese Temperatur des Seewassers
höher als ein Grenzwert wird, wird die Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder der
Seewasserpumpe 14b erhöht, sodass die Temperatur des Seewassers wiederum kleiner als
der jeweilige Grenzwert wird oder demselben entspricht.
[0027] Fig. 3 zeigt eine Weiterbildung des Kühlsystems 10 der Fig. 2, wobei in Fig. 3 zusätzlich
zu den in Fig. 2 gezeigten Baugruppen weitere Baugruppen gezeigt sind, insbesondere
eine zu kühlende Brennkraftmaschine 25, der ein Niedertemperaturladeluftkühler 26
und ein Hochtemperaturladeluftkühler 27 zugeordnet ist. Der Niedertemperaturladeluftkühler
26 ist in dem ersten Kühlkreislauf 13 und der Hochtemperaturladeluftkühler 27 in dem
zweiten Temperaturkreislauf 20 eingebunden. Als weitere Baugruppen des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 zeigt Fig. 2 eine Kühlwasserpumpe, nämlich mindestens eine Kühlwasserpumpe, und
zwar im gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Kühlwasserpumpen 28a, 28b, die jeweils
durch einen Aktuator 29a, 29b angetrieben sind und dem Umwälzen des Kühlwassers im
ersten Kühlwasserkreislauf 13 dienen. Ferner zeigt Fig. 3 als weitere Baugruppe des
ersten Kühlwasserkreislaufs 13 ein weiteres Stellventil 30, dessen Stellung über einen
Aktuator 31 beeinflusst wird, sowie einen weiteren Kühler 32, welcher insbesondere
als Schmierölkühler zur Kühlung des Schmieröls für die Brennkraftmaschine 25 ausgeführt
ist. Als weitere Baugruppe des zweiten Kühlkreislaufs 20 zeigt Fig. 3 eine Kühlwasserpumpe
33 mit einem Aktuator 39, die dem Umwälzen des Kühlmittels im zweiten Kühlkreislauf
20 dient. In Fig. 3 erfolgt die Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder
14b wie im Zusammenhang mit Fig. 2 beschrieben abhängig von der Stellung des Schaltventils
18 des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 sowie abhängig von der Stellung des Schaltventils
23 des zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 sowie ggf. abhängig von der Temperatur des
Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers 21.
[0028] In Fig. 3 wird ferner die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b geregelt,
und zwar abhängig von der Stellung der beiden Schaltventile 18 und 30 des ersten Kühlwasserkreislaufs
13. Wie bereits ausgeführt, wird die Stellung für das Stellventil 18 derart bestimmt,
dass sich stromabwärts des Stellventils 18 ein gewünschter Ist-Wert der Vorlaufkühlwassertemperatur
einstellt. Über die Stellung des Stellventils 30 wird der über den Niedertemperaturladeluftkühler
26 geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 eingestellt sowie
dann auch derjenige Anteil, der am Niedertemperaturladeluftkühler 26 vorbeigeführt
wird. Stromabwärts des Stellventils 30 werden die über den Niedertemperaturladeluftkühler
26 und an demselben vorbeigeführten Kühlwasseranteile wieder gemischt, um dann über
den als Schmierölkühler geführten Kühler 32 zur Kühlung des Schmieröls geführt zu
werden.
[0029] Die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b wird derart abhängig von der Schaltstellung
der Schaltventile 18 und 30 bestimmt, dass möglichst viel Wasser über den Niedertemperaturladeluftkühler
26 geführt wird, dass also der über den Niedertemperaturladeluftkühler 26 geführte
Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 möglichst groß wird und damit
in Richtung auf einen entsprechenden Soll-Wert angenähert wird. Dabei wird wiederum
nicht die gesamte über die Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b geförderte Menge des Kühlwassers
über den Niedertemperaturladeluftkühler 26 geführt, sondern es wird gewährleistet,
dass stets ein minimaler Kühlwasseranteil dieses Kühlwassers des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 über einen Bypass 34 zum Niedertemperaturladeluftkühler 26 geführt wird. Durch
diese Regelung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 wird demnach die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b reduziert, und zwar
so weit, bis die über den Niedertemperaturladeluftkühler geführte Kühlwassermenge
bzw. der über den Niedertemperaturladeluftkühler 26 geführte Kühlwasseranteil des
Kühlwassers des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 einem Maximalwert und damit seinem
entsprechenden Soll-Wert entspricht.
[0030] Bei der Regelung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b wird weiterhin
die Temperatur des im Kühler 32 gekühlten Mediums, also in Fig. 3 des im Kühler 32
gekühlten Schmieröls, berücksichtigt. Sollte die Temperatur des den Kühler 32 verlassenden
Schmieröls größer als ein Grenzwert werden, so wird die Drehzahl der Kühlwasserpumpe
28a und/oder 28b erhöht, und zwar so weit, bis die Temperatur des Schmieröls, welches
den Kühler 32 verlässt, seinen Grenzwert unterschreitet bzw. demselben entspricht.
Zusätzlich zu dem Kühler 32 können im ersten Kühlkreislauf 13 weitere Kühler zur Kühlung
eines Mediums verbaut sein, so zum Beispiel ein Kühler für ein Hilfsantriebsaggregat
und/oder ein Kühler für eine Klimaanlage und/oder ein Kühler für ein Einspritzdüsen-Kühlsystem.
Dabei wird dann vorzugsweise die Temperatur jedes im jeweiligen Kühler zu kühlenden
Mediums überwacht und mit einem entsprechenden Grenzwert verglichen, wobei dann, wenn
ein entsprechender Grenzwert überschritten wird, die Drehzahl der Kühlmittelpumpe
28a und/oder 28b erhöht wird, um im Bereich des jeweiligen Kühlers eine ordnungsgemäße
Kühlung des jeweiligen zu kühlenden Mediums zu gewährleisten.
[0031] In Fig. 3 kann es sich bei beiden Kühlwasserpumpen 28a und 28b um regelbare Kühlwasserpumpen
handeln, wobei dann beide Kühlwasserpumpen 28a und 28b bezüglich ihrer Drehzahl auf
die oben beschriebene Art und Weise geregelt werden können. Im Unterschied hierzu
ist es auch möglich, dass lediglich eine dieser Kühlwasserpumpen 28a oder 28b regelbar
ist, wohingegen die andere Kühlwasserpumpe 28b und 28s als Konstantförderpumpe ausgeführt
ist. In diesem Fall wird dann lediglich die hinsichtlich ihrer Drehzahl regelbare
Kühlwasserpumpe auf die oben beschriebene Art und Weise hinsichtlich ihrer Drehzahl
geregelt.
[0032] In Fig. 3 kann ferner die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 33 des zweiten Kühlwasserkreislaufs
20 geregelt werden, und zwar abhängig von dem Kühlbedarf der Brennkraftmaschine 25.
[0033] Fig. 4 zeigt eine Abwandlung des Kühlsystems 10 der Fig. 3, wobei sich das Kühlsystem
10 der Fig. 4 vom Kühlsystem 10 der Fig. 3 dadurch unterscheidet, dass der zweite
Wärmetauscher 21, welcher der Kühlung des Kühlwassers des zweiten Kühlkreislaufs 20
dient, nicht mit dem Seewasserteilsystem 11 gekoppelt ist, sondern vielmehr mit dem
ersten Kühlkreislauf 13. So kann Fig. 4 entnommen werden, dass stromabwärts der Kühlwasserpumpe
28a und 28b Kühlmittel des ersten Kühlkreislaufs 13 über die Leitung 35 dem Wärmetauscher
21 zugeführt wird, um im Bereich des Wärmetauschers 21 das Kühlwasser des zweiten
Kühlkreislaufs 20 zu kühlen. Im Bereich des Rücklaufs des ersten Kühlkreislaufs 13
wird dieses über den Wärmetauscher 21 geführte Kühlwasser des ersten Kühlkreislaufs
13 dem Kühlkreislauf 13 zurückgeführt, und zwar stromabwärts des Kühlers 32 und stromaufwärts
des Wärmetauschers 12, nämlich stromaufwärts des Bypasses 17. Für alle sonstigen gezeigten
Baugruppen stimmt das Ausführungsbeispiel der Fig. 4 mit dem Ausführungsbeispiel der
Fig. 3 überein, sodass zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die obigen Ausführungen
verwiesen wird. Beim Kühlsystem 10 der Fig. 4 erfolgt die Regelung der Drehzahl der
Seewasserpumpen 14a und/oder 14b des Seewasserteilsystems 11 vorzugsweise wie im Zusammenhang
mit Fig. 1 beschrieben.
[0034] Beim Kühlwassersystem 10 der Fig. 4 erfolgt die Regelung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe
28a und/oder 28b des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 nicht nur abhängig von der Schaltstellung
der Schaltventile 19 und 30 des ersten Kühlkreislaufs 13, sondern weiterhin abhängig
von der Schaltstellung des Stellventils 23 des zweiten Kühlkreislaufs 20. Dabei wird
die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b derart angepasst, dass möglichst
viel Kühlwasser und damit ein möglichst hoher Kühlwasseranteil des zweiten Kühlkreislaufs
20 über den Wärmetauscher 21 geführt wird. Hierzu wird die Drehzahl der Kühlwasserpumpe
28a und/oder 28b des ersten Kühlkreislaufs 13 entsprechend reduziert, sodass weniger
Kühlwasser des ersten Kühlkreislaufs 13 über den Wärmetauscher 21 geführt wird, was
letztendlich zu einer Erhöhung der durch den Wärmetauscher 21 geführten Kühlwassermenge
des zweiten Kühlkreislaufs 20 führt. Dabei wird vorzugsweise wiederum über den Bypass
22 des zweiten Kühlkreislaufs 20 ein minimaler Kühlwasseranteil des zweiten Kühlkreislaufs
20 geführt. Daher wird die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b nur so weit
reduziert, dass der über den Wärmetauscher 21 geführte Kühlwasseranteil des zweiten
Kühlwasserkreislaufs 20 maximal seinen entsprechenden Soll-Wert, der einen Maximalwert
von weniger als 100 % entspricht, erreicht und demnach über den Bypass 22 die Führung
einer minimalen Kühlwassermenge bzw. eines minimalen Kühlwasseranteils aufrechterhalten
wird. Die Drehzahl der Kühlwasserpumpe 33 des zweiten Kühlwasserkreislaufs 20 kann
wieder nach den Bedürfnissen der Brennkraftmaschine 25 geregelt werden.
[0035] Fig. 5 zeigt eine weitere Abwandlung eines Kühlwassersystems eines Schiffs, wobei
sich das Kühlwassersystem 10 der Fig. 5 vom Kühlwassersystem 10 der Fig. 4 dadurch
unterscheidet, dass lediglich ein einziger Kühlwasserkreislauf, also erster Kühlwasserkreislauf
13 vorhanden ist, sodass auf den separaten zweiten Kühlwasserkreislauf 20 verzichtet
wird. In Übereinstimmung zu den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen wird die
Vorlaufkühlwassertemperatur stromabwärts des Stellventils 18 dadurch eingestellt,
dass das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs 13 teilweise über den Wärmetauscher
12 und teilweise über den Bypass 17 zum Wärmetauscher 12 geführt wird, wobei der Wärmetauscher
12 das Seewasserteilsystem 11 zur Kühlung des Kühlwassers des Kühlkreislaufs 13 mit
dem ersten Kühlkreislauf 13 koppelt.
[0036] Die Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b fördert das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 ausgehend von diesem Vorlauf, wobei die Schaltstellung des Stellventils 30 bestimmt,
welcher Kühlwasseranteil über den Niedertemperaturladeluftkühler 26 geführt wird,
und welcher Anteil am Niedertemperaturladeluftkühler 26 vorbei über den Kühler 32
geführt wird. Stromabwärts des Kühlers 32 wird das Kühlwasser des ersten Kühlkreislaufs
13 aufgeteilt, und zwar in einen Kühlwasseranteil, der mit Hilfe der Pumpe 36 über
den Hochtemperaturladeluftkühler 27 geführt wird, sowie in einen Kühlwasseranteil,
der an dem Hochtemperaturladeluftkühler 27 vorbei unmittelbar in den Rücklauf in Richtung
auf den Wärmetauscher 12 geleitet wird. Ein Stellventil 37, welches von einem Aktuator
38 verstellbar ist, bestimmt dabei diese beiden Kühlwasseranteile, also denjenigen
Kühlwasseranteil, der mit Hilfe der Pumpe 36 über den Hochtemperaturladeluftkühler
27 geführt wird, sowie denjenigen Kühlwasseranteil, der am Hochtemperaturladeluftkühler
27 vorbeigeführt wird. Die Regelung der Drehzahl der Seewasserpumpe 14a und/oder 14b
des Seewasserteilsystems 11 erfolgt in Fig. 5 wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben.
[0037] Die Regelung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe 28a und/oder 28b des ersten Kühlkreislaufs
13 erfolgt abhängig von der Stellung der Stellventile 18 und/oder 30 und/oder 37,
und zwar derart, dass über eine entsprechende Anpassung der Drehzahl der Kühlwasserpumpe
28a und/oder 28b gewährleistet wird, dass möglichst viel Kühlwasser und damit ein
möglichst hoher Kühlwasseranteil über den Hochtemperaturladeluftkühler 27 geführt
wird. Es wird jedoch wiederum ein minimaler Kühlwasseranteil an dem Hochtemperaturladeluftkühler
27 vorbeigeführt. Die Kühlwasserpumpe 36 kann abhängig von den Bedürfnissen der Brennkraftmaschine
25 hinsichtlich ihrer Drehzahl geregelt werden.
[0038] Bei den Kühlwasserpumpen 28a, 28b, 33 und 36 handelt es sich jeweils um elektromotorisch
angetriebene Kühlwasserpumpen. Durch entsprechende Änderung der Drehzahl der entsprechenden
Aktuatoren 29a, 29b, 39, 40 kann die Förderleistung der entsprechenden Pumpe geregelt
werden. Dies ist bevorzugt.
[0039] Es sei darauf hingewiesen, dass auch mechanisch angetriebene Kühlwasserpumpen 28a,
28b, 33, 36 genutzt werden können, wobei dann in den Kühlkreislauf Drosseln integriert
sind, die über die Regelung entsprechend verstellt werden.
[0040] Den unter Bezugnahme auf Fig. 1 bis 5 beschriebenen Ausführungsbeispielen der Fig.
1 bis 5 ist jeweils gemeinsam, dass, wie in Fig. 7 gezeigt, die aus der Praxis bekannte
Regelung der Stellung des Stellventils 18 abhängig von dem Ist-Wert der Vorlaufkühlwassertemperatur
beibehalten bleibt. Abhängig von der Stellung des Stellventils 18 des ersten Kühlwasserkreislaufs
13, über dessen Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 über den Wärmetauscher 12 und welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
13 über den Bypass 17 geführt wird, wird vom Regler 41 die Drehzahl einer bzw. mindestens
einer Seewasserpumpe 14 geregelt. Ferner wird vorzugsweise zusätzlich vom Regler 41
die Drehzahl einer bzw. mindestens einer Kühlwasserpumpe 28 des Kühlwasserkreislaufs
13 geregelt, und zwar auch abhängig von der Stellung des Stellventils 18. Die Drehzahl
der Seewasserpumpe 14 und/oder der Kühlwasserpumpe 28 kann reduziert werden, wodurch
Energie eingespart werden kann. Das Verfahren läuft vollautomatisch ab.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 10
- Kühlsystem
- 11
- Seewasserteilsystem
- 12
- Wärmetauscher
- 13
- erster Kühlwasserkreislauf
- 14
- Seewasserpumpe
- 14a
- Seewasserpumpe
- 14b
- Seewasserpumpe
- 15
- Aktuator
- 15a
- Aktuator
- 15b
- Aktuator
- 16a
- Seewassertank / -kasten
- 16b
- Seewassertank/ -kasten
- 17
- Bypass
- 18
- Stellventil
- 19
- Aktuator
- 20
- zweiter Kühlwasserkreislauf
- 21
- Wärmetauscher
- 22
- Bypass
- 23
- Stellventil
- 24
- Aktuator
- 25
- Brennkraftmaschine
- 26
- Niedertemperaturladeluftkühler
- 27
- Hochtemperaturladeluftkühler
- 28
- Kühlwasserpumpe
- 28a
- Kühlwasserpumpe
- 28b
- Kühlwasserpumpe
- 29
- Aktuator
- 29a
- Aktuator
- 29a
- Aktuator
- 30
- Stellventil
- 31
- Aktuator
- 32
- Kühler
- 33
- Kühlwasserpumpe
- 34
- Bypass
- 35
- Leitung
- 36
- Kühlwasserpumpe
- 37
- Stellventil
- 38
- Aktuator
- 39
- Aktuator
- 40
- Aktuator
- 41
- Regler
- 42
- Baugruppe
- 43
- Sensor
1. Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems (10) eines Schiffs, wobei
das Kühlsystem (10) ein Seewasserteilsystem (11) mit einer Seewasserpumpe (14a, 14b)
und zumindest einen ersten Kühlwasserkreislauf (13) umfasst;
das Seewasserteilsystem (11) und der erste Kühlwasserkreislauf (13) über einen Wärmetauscher
(12) derart gekoppelt sind, dass im Bereich des Wärmetauschers (12) das Kühlwasser
des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) durch das Seewasser des Seewasserteilsystems
(11) gekühlt wird;
der erste Kühlwasserkreislauf (13) einen Bypass (17) zu dem das Seewasserteilsystem
(11) und den ersten Kühlwasserkreislauf (13) koppelnden Wärmetauscher (12) und ein
Stellventil (18) aufweist, über dessen Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) über den Wärmetauscher (12) und welcher Kühlwasseranteil
des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) über den Bypass (17) geführt wird, wobei die
Stellung des Stellventils (18) derart geregelt wird, dass eine Vorlaufkühlwassertemperatur,
die sich durch Mischung des über den Wärmetauscher (12) geführten Kühlwasseranteils
und des über den Bypass (17) geführten Kühlwasseranteils einstellt, einem entsprechenden
Sollwert entspricht; dadurch gekennzeichnet, dass
die Drehzahl der Seewasserpumpe (14a, 14b) des Seewasserteilsystems (11) abhängig
von der Stellung des Stellventils (18) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13), über
dessen Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) über den Wärmetauscher (12) und welcher Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) über den Bypass (17) geführt wird, geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Seewasserpumpe (14, 14b) derart abhängig von der Stellung des Stellventils
(18) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) geregelt, insbesondere so reduziert, wird,
dass der über den Wärmetauscher (12) geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) möglichst groß wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Seewasserpumpe (14a, 14b) weiterhin abhängig von der Temperatur
des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers (12) geregelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn die Temperatur des Seewassers stromabwärts des Wärmetauschers (12) größer
als ein Grenzwert wird, die Drehzahl der Seewasserpumpe (14a, 14b) erhöht wird, sodass
die Temperatur des Seewassers kleiner als Grenzwert wird oder demselben entspricht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kühlsystem einen zweiten Kühlwasserkreislauf (20) umfasst;
der zweite Kühlwasserkreislauf (20) und das Seewasserteilsystem (11) oder der zweite
Kühlwasserkreislauf (20) und der erste Kühlwasserkreislauf (13) über einen Wärmetauscher
(21) gekoppelt sind, im Bereich dessen das Kühlwasser des zweiten Kühlwasserkreislaufs
(20) durch das Seewasser oder das Kühlwasser des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
gekühlt wird;
der zweite Kühlwasserkreislauf (20) einen Bypass (22) zu dem den zweiten Kühlwasserkreislauf
(20) und das Seewasserteilsystem (11) oder den zweiten Kühlwasserkreislauf (20) und
den ersten Kühlwasserkreislauf (13) koppelnden Wärmetauscher (21) und ein Stellventil
(23) aufweist, über dessen Stellung bestimmt wird, welcher Kühlwasseranteil des zweiten
Kühlwasserkreislaufs (20) über den Wärmetauscher (21) und welcher Kühlwasseranteil
des zweiten Kühlwasserkreislaufs (20) über den Bypass (22) geführt wird, wobei die
Stellung des Stellventils (23) des zweiten Kühlwasserkreislaufs derart geregelt wird,
dass eine Rücklaufkühlwassertemperatur stromaufwärts des Wärmetauscher (21) einem
entsprechenden Sollwert entspricht;
die Drehzahl der Seewasserpumpe (14, 14a, 14b) des Seewasserteilsystems (11) ferner
abhängig von der Stellung des Stellventils (23) des zweiten Kühlwasserkreislaufs (20)
geregelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Seewasserpumpe (14, 14a, 14b) derart geregelt, insbesondere reduziert,
wird, dass einerseits der über den Wärmetauscher (12) des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) geführte Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) möglichst groß
wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert wird, und
dass andererseits der über den Wärmetauscher (21) des zweiten Kühlwasserkreislaufs
(20) geführte Kühlwasseranteil des zweiten Kühlwasserkreislaufs (20) möglichst groß
wird und damit in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Kühlwasserkreislauf (13) eine Kühlwasserpumpe (28, 28a, 28b), einen Niedertemperaturladeluftkühler
(26), mindestens einen Kühler (32) zur Kühlung mindestens einer weiteren Baugruppe,
und ein weiteres Stellventil (30) umfasst, über dessen Schaltstellung ein über den
Niedertemperaturladeluftkühler (26) geführter Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) einstellbar ist,
eine Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28, 28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
abhängig von der Stellung des oder jedes Stellventils (18, 30) des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) geregelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28, 28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
derart abhängig von der Stellung der Stellventile (18, 30) des ersten Kühlwasserkreislauf
(13) geregelt wird, dass der über den Niedertemperaturladeluftkühler (26) geführte
Kühlwasseranteil des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) möglichst groß wird und damit
in Richtung auf einen entsprechenden Sollwert angenähert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
weiterhin abhängig von einer Temperatur mindestens eines Kühlers (32) zur Kühlung
mindestens einer weiteren Baugruppe geregelt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6 und einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zweite Kühlwasserkreislauf (20) und der erste Kühlwasserkreislauf (13) über den
Wärmetauscher (21) gekoppelt sind,
die Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13) zusätzlich
abhängig von der Stellung des Stellventils (33) des zweiten Kühlwasserkreislaufs (20)
geregelt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Kühlwasserkreislauf (20) einen Hochtemperaturladeluftkühler (27) und eine
Kühlwasserpumpe (33) umfasst, wobei die Drehzahl der Kühlwasserpumpe (33) des zweiten
Kühlwasserkreislaufs (20) brennkraftmaschinenabhängig geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Kühlwasserkreislauf (13) eine Kühlwasserpumpe (28a, 28b), einen Niedertemperaturladeluftkühler
(26), einen Hochtemperaturladeluftkühler (27, mindestens einen Kühler (32) zur Kühlung
mindestens einer weiteren Baugruppe, und ein weiteres Stellventil (30) sowie ein weiteres
Stellventil (37) umfasst, über dessen Schaltstellung ein über den Niedertemperaturladeluftkühler
(26) geführter Kühlwasseranteil und ein über den Hochtemperaturladeluftkühler (27)
geführter Kühlwasseranteil einstellbar ist;
eine Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
abhängig von der Stellung des oder jedes Stellventils (18, 30, 37) des ersten Kühlwasserkreislaufs
(13) geregelt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Kühlwasserpumpe (28a, 28b) des ersten Kühlwasserkreislaufs (13)
derart geregelt, insbesondere reduziert, wird, dass der über den Hochtemperaturladeluftkühler
(27) geführte Kühlwasseranteil möglichst groß wird und damit in Richtung auf einen
entsprechenden Sollwert angenähert wird.