Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Füllvorrichtung zum Abfüllen einer definierten
Menge eines Produkts, insbesondere eines pharmazeutischen Produkts, mittels einer
Schlauchpumpe.
[0002] In der Pharmaindustrie müssen verschiedene, insbesondere flüssige Wirkstoffe, in
definierten Mengen mit sehr engen Toleranzen in Behältnisse, wie z.B. Flaschen oder
Vials oder ähnliches, abgefüllt werden. Hierbei sind Füllsysteme bekannt, welche einen
Edelstahlbehälter aufweisen, in welchem das abzufüllende Produkt eingefüllt wird und
über Leitungen zu einem Verteilerrohr oder dgl. führt, an welchem eine oder mehrere
Abfülleinrichtungen in Form von Schläuchen, an deren Ende jeweils eine Füllnadel angeordnet
ist, vorgesehen sind. Auch ist hierbei eine Drossel angeordnet, durch welche der abzufüllende
Wirkstoff hindurchgeführt wird. Die Drosseln müssen dabei je nach Anwendung ausgewählt
werden und sind Bauteile mit engsten Toleranzen, um eine hohe Genauigkeit bei der
Abfüllung sicherzustellen. Von daher sind derartige Drosseln sehr teuer. Da in der
pharmazeutischen Industrie häufig wechselnde Produkte abgefüllt werden, müssen Kreuzkontaminationen
verhindert werden. Dies erfordert einen hohen Reinigungsaufwand und insbesondere bei
Sterilprodukten einen sehr großen Aufwand. Von daher werden auch verstärkt Einwegprodukte
verwendet. Eine derartige Füllvorrichtung mit einer als Einwegartikel ausgebildeten
Baugruppe zur Abfüllung ist aus der
DE 102008001204 A1 bekannt. Hierbei hängt jedoch die Genauigkeit der Abfüllung von der Ansteuerung eines
Absperrventils ab. Grundsätzlich könnte das Absperrventil beispielsweise durch eine
wie aus der
DE 102012022836 B3 bekannte Schlauchpumpe ersetzt werden. Allerdings ist diese bekannte Schlauchpumpe
sehr aufwendig und teuer und insbesondere nicht für Einweganwendungen geeignet.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Füllvorrichtung zum Abfüllen einer definierten Menge eines Produkts
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 weist demgegenüber den Vorteil auf, dass eine exakte
Abfüllung vorbestimmter Mengen möglich ist, so dass die erfindungsgemäße Füllvorrichtung
insbesondere bei der Abfüllung von medizinischen Produkten verwendbar ist. Insbesondere
bei der Abfüllung von kleinen Füllmengen kann eine verbesserte Abfüllleistung erreicht
werden. Die erfindungsgemäße Füllvorrichtung weist ferner einen eigenen Ansaugtakt
auf, so dass eine Unabhängigkeit von einem Zustand einer Produktvorlage vorhanden
ist. Weiterhin kann erfindungsgemäß eine gleiche Ausbringung wie bei konventionellen
Kolbenpumpen erreicht werden, ohne dass hierbei die bei Kolbenpumpen teure und aufwendige
Notwendigkeit einer Abdichtung vorhanden ist. Ferner kann eine schnelle Umstellung
einer Abfüllung auf ein anderes Produkt durchgeführt werden. Dies wird erfindungsgemäß
dadurch erreicht, dass die Füllvorrichtung eine Schlauchanordnung umfasst, welche
eine erste Drei-Wege-Einrichtung mit einem ersten Zuleitungsbereich, einem ersten
Ableitungsbereich und einem ersten flexiblen Druckbereich aufweist. Die drei Bereiche
der Drei-Wege-Einrichtung befinden sich dabei in Fluidverbindung miteinander. Ferner
ist eine Linear-Schlauchpumpe mit einer Quetscheinrichtung vorgesehen, wobei die Linear-Schlauchpumpe
eingerichtet ist, mittels einer Linearbewegung am flexiblen Druckbereich abwechselnd
in der Drei-Wege-Einrichtung einen Druck aufzubauen und einen Unterdruck zu erzeugen.
Somit kann ein Ansaugtakt und Drucktakt (Ausschiebetakt) realisiert werden, so dass
eine sehr genaue Mengenförderung des zu fördernden Produkts möglich ist.
[0004] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0005] Vorzugsweise umfasst die Quetscheinrichtung der Linear-Schlauchpumpe ein bewegbares
Linearelement mit einem Wandbereich und einer Walkeinrichtung, insbesondere einem
Walkzylinder. Der erste flexible Druckbereich der Drei-Wege-Einrichtung ist dabei
zwischen dem Wandbereich und der Walkeinrichtung angeordnet. Das bewegbare Linearelement
ist dabei relativ zum ersten flexiblen Druckbereich bewegbar, so dass der Druckaufbau
und die Unterdruckerzeugung in der Schlauchanordnung ermöglicht wird.
[0006] Weiter bevorzugt umfasst die Linear-Schlauchpumpe eine Führungseinrichtung, an welcher
das Linearelement geführt ist. Die Führungseinrichtung umfasst dabei besonders bevorzugt
zwei parallel zueinander angeordnete Stangen oder dgl. Somit kann eine sichere Linear-Bewegung
des Linearelements entlang der Führungseinrichtung ermöglicht werden.
[0007] Weiter bevorzugt weist das bewegbare Linearelement einen ersten und zweiten Schenkelbereich
auf, wobei der Walkzylinder am Linearelement zwischen den beiden Schenkelbereichen
gelagert ist.
[0008] Ein besonders einfacher und kostengünstiger Aufbau ist möglich, wenn die Füllvorrichtung
ferner ein erstes Rückschlagventil und ein zweites Rückschlagventil umfasst. Das erste
Rückschlagventil ist im ersten Zuleitungsbereich der Schlauchanordnung angeordnet
und das zweite Rückschlagventil ist im ersten Ableitungsbereich der Schlauchanordnung
angeordnet. Beim ersten Rückschlagventil ist dabei eine Durchlassrichtung in Richtung
zum ersten flexiblen Druckbereich vorgesehen und eine Durchlassrichtung des zweiten
Rückschlagventils ist ausgehend vom ersten flexiblen Druckbereich in Auslassrichtung
zum Ableitungsbereich.
[0009] Die Verwendung der Rückschlagventile hat dabei den Vorteil, dass diese sehr einfach
und kostengünstig bereitgestellt werden können und eine Ansteuerung der Rückschlagventile
ausschließlich durch die Bewegung des Linearelements durch Erzeugung von Unterdruck
oder Überdruck ermöglicht wird.
[0010] Bevorzugt umfasst die Schlauchanordnung ein Filterelement, welches an einem freien
Ende des ersten flexiblen Druckbereichs angeordnet ist. Das Filterelement stellt dabei
eine Sterilität des Innenbereichs der Schlauchanordnung sicher, da Luft, welche während
des Fördervorgangs bei der Bewegung des Linearelements durch das Filterelement in
den flexiblen Druckbereich der Schlauchanordnung angesaugt wird bzw. ausgestoßen wird,
steril gehalten wird.
[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Füllvorrichtung
ferner eine zweite Drei-Wege-Einrichtung. Die zweite Drei-Wege-Einrichtung umfasst
einen zweiten Druckbereich, einen zweiten Zuleitungsbereich und einen zweiten Ableitungsbereich,
welche miteinander in Fluidverbindung stehen. Die Linear-Schlauchpumpe ist dabei bevorzugt
nur am ersten flexiblen Druckbereich angeordnet und das freie Ende des ersten flexiblen
Druckbereichs ist mit dem freien Ende des zweiten flexiblen Druckbereichs verbunden.
Somit kann bei einer Linear-Bewegung des Linearelements in beide Richtungen jeweils
abwechselnd ein Druck in der ersten und zweite Drei-Wege-Einrichtung aufgebaut werden.
Durch die Verwendung von zwei Drei-Wege-Einrichtungen ist es möglich, dass abwechselnd
in der ersten und zweiten Drei-Wege-Einrichtung jeweils eine Druckerzeugung und eine
Unterdruckerzeugung erfolgt. Hierdurch kann das Prinzip einer doppelt wirkenden Pumpe
auf die Linear-Schlauchpumpe übertragen werden. Es sei ferner angemerkt, dass der
zweite Druckbereich nicht zwingend als flexibler Bereich vorgesehen sein muss.
[0012] Besonders bevorzugt umfasst die zweite Drei-Wege-Einrichtung ein drittes Rückschlagventil,
welches in dem zweiten Zuleitungsbereich angeordnet ist und ein viertes Rückschlagventil,
welches im zweiten Ableitungsbereich angeordnet ist.
[0013] Besonders bevorzugt weist die erste und/oder zweite Drei-Wege-Einrichtung einen gleichen
Aufbau auf. Die erste und/oder zweite Drei-Wege-Einrichtung sind besonders bevorzugt
in Gestalt einer Y-Form oder einer T-Form vorgesehen.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Füllvorrichtung
ferner einen Beutel aus einem flexiblen Material, welcher mit dem abzufüllenden Produkt,
insbesondere einem medizinischen Produkt, gefüllt ist, sowie eine Füllnadel oder dgl.
Dabei bilden der Beutel, die Füllnadel und Schlauchanordnung eine Baugruppe, welche
als Einwegartikel ausgebildet ist. Hierdurch ist es möglich, dass eine minimale Anzahl
von produktberührenden Teilen vorhanden ist. Nach einem Abfüllvorgang können diese
als Einwegartikel vorgesehenen Bauteile einfach entsorgt werden. Somit entfällt eine
Reinigung derartiger Teile. Die Linear-Schlauchpumpe kann dabei wiederverwendet werden.
Für eine neue Abfüllung muss hierbei lediglich der erste flexible Druckbereich der
ersten Drei-Wege-Einrichtung in die Schlauchpumpe eingebracht werden. Dadurch ist
die vorliegende Erfindung besonders bevorzugt für toxische Produkte bzw. Füllgüter
geeignet, da der Produktpfad nicht gereinigt werden muss. Somit ist auch eine Gefahr
einer Kreuzkontamination, welche bei zu reinigenden Bauteilen der Füllvorrichtung
immer vorhanden wäre, nicht gegeben. Dadurch eignet sich die erfindungsgemäße Füllvorrichtung
insbesondere für den pharmazeutischen Bereich.
[0015] Wenn der Beutel aus einem flexiblen Material vorgesehen ist, umfasst die Füllvorrichtung
vorzugsweise ferner eine Entleereinrichtung, insbesondere eine Auspresseinrichtung
mit wenigstens einer Rolle, wobei der Beutel derart an der wenigstens einen Rolle
angeordnet ist, dass das im Beutel befindliche Produkt durch eine rotierende Bewegung
der Rolle aus dem Beutel ausdrückbar ist.
Zeichnung
[0016] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitende Zeichnung im Detail beschrieben. Gleiche bzw. funktional gleiche
Teile sind dabei mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. In der Zeichnung ist:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer Füllvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Figur 2
- eine schematische Ansicht einer Linear-Schlauchpumpe der Füllvorrichtung von Figur
1 von vorne,
- Figur 3
- eine schematische Ansicht der Linear-Schlauchpumpe von Figur 2 von hinten,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung der Funktionsweise der Linear-Schlauchpumpe der Figuren
2 und 3,
- Figur 5
- eine schematische Ansicht einer Quetscheinrichtung der Linear-Schlauchpumpe der Figuren
2 und 3, und
- Figur 6
- eine schematische Ansicht einer Funktion einer Linear-Schlauchpumpe einer Füllvorrichtung
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0017] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 5 eine Füllvorrichtung 1
gemäß einem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Detail beschrieben.
[0018] Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, umfasst die Füllvorrichtung 1 des ersten Ausführungsbeispiels
einen Beutel 2, welcher mit einem abzufüllenden Produkt 10 gefüllt ist. Das abzufüllende
Produkt ist beispielsweise eine pharmazeutische Flüssigkeit.
[0019] Der Beutel 2 ist aus einem flexiblen Material hergestellt.
[0020] Ferner ist als Entleereinrichtung eine Auspresseinheit 11 vorgesehen, welche eine
erste Rolle 12 und eine zweite Rolle 13 umfasst. Ein Ende 2a des Beutels 2 ist dabei
zwischen den beiden Rollen 12, 13 angeordnet. Durch Rotation wenigstens einer der
beiden Rollen kann das im Beutel 2 befindliche Produkt 10 aus dem Beutel ausgepresst
werden.
[0021] Am Beutel 10 ist ein Zufuhrschlauch 4 angeordnet, welcher zu einer Schlauchanordnung
5 führt. Von der Schlauchanordnung 5 führt ein Abfuhrschlauch 6 zu einer Füllnadel
3, mit welcher das abzufüllende Produkt 10 in einen Behälter 14 abgefüllt werden kann.
[0022] An der Schlauchanordnung 5 ist ferner eine Linear-Schlauchpumpe 7 angeordnet, welche
im Detail aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich ist. Die Linear-Schlauchpumpe 7 umfasst
eine Quetscheinrichtung 8, welche im Detail aus Figur 5 ersichtlich ist.
[0023] Die Quetscheinrichtung 8 umfasst ein Linearelement 80 mit einem Wandbereich 81 und
einem ersten Schenkelbereich 82 und einem zweiten Schenkelbereich 83. Ferner umfasst
das Linearelement 80 als Walkeinrichtung einen Walkzylinder 84. Der Walkzylinder 84
ist zwischen den beiden Schenkelbereichen 82, 83 gelagert. Das Linearelement 80 ist
mit einer Hubeinrichtung 87 verbunden, welche einen Hub in Richtung des Doppelpfeils
A (Figur 2) ausführt. Das Linearelement 80 ist dabei durch die beiden Führungsstangen
85, 86 geführt.
[0024] Die Schlauchanordnung 5 ist im Detail ebenfalls aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich.
Die Schlauchanordnung 5 umfasst eine erste Drei-Wege-Einrichtung 20 mit einem ersten
Zuleitungsbereich 21, einem ersten Ableitungsbereich 22 und einem ersten flexiblen
Druckbereich 23. Die erste Drei-Wege-Einrichtung 20 weist dabei im Wesentlichen eine
Y-Gestalt auf.
[0025] Der erste flexible Druckbereich 23 ist dabei an der Quetscheinrichtung 8 zwischen
dem ersten Wandbereich 81 und dem Walkzylinder 84 angeordnet. Ein Abstand zwischen
dem ersten Wandbereich 81 und dem Walkzylinder 84 ist dabei derart, dass der flexible
Druckbereich 23 abgequetscht wird. Durch die Bewegung des Linearelements kann dabei
das abzufüllende Produkt 10 in dem ersten flexiblen Druckbereich 23 angesaugt und
herausgedrückt werden.
[0026] Die Quetscheinrichtung 8 stellt im Betrieb sicher, dass der erste flexible Druckbereich
23 zwischen dem Walkzylinder 84 und dem Wandbereich 81 vollständig abgequetscht ist.
Diese Abdichtung bleibt auch beim Walken des flexiblen Druckbereichs 23 zum Verdrängen
und Ansaugen des Fluids vorhanden.
[0027] Die erste Drei-Wege-Einrichtung 20 umfasst ferner ein erstes Rückschlagventil 24
und ein zweites Rückschlagventil 25. Das erste Rückschlagventil 24 ist im ersten Zuleitungsbereich
21 angeordnet und das zweite Rückschlagventil 25 ist im ersten Ableitungsbereich 22
angeordnet. Am ersten Zwischenbereich 21 und am ersten Ableitungsbereich 22 sind jeweils
Anschlusselemente für einen Anschluss des Zufuhrschlauchs 4 bzw. des Abfuhrschlauchs
6 vorgesehen.
[0028] Die Funktion der Linear-Schlauchpumpe 7 ist dabei wie folgt. Ausgehend von der in
den Figuren 2 und 3 gezeigten Position, welche einen unteren Totpunkt der Bewegung
der Linear-Schlauchpumpe 7 darstellt, wird das Linearelement 80 der Quetscheinrichtung
8 entlang der Führungsstangen 85, 86 in Richtung zur ersten Drei-Wege-Einrichtung
20 bewegt. Dabei wird der erste flexible Druckbereich 23 der ersten Drei-Wege-Einrichtung
20 zwischen dem Walkzylinder 84 und dem Wandbereich 81 fluiddicht gequetscht, so dass
in der ersten Drei-Wege-Einrichtung 20 eine Druckerhöhung auftritt. Dadurch schließt
das erste Rückschlagventil 24 und das zweite Rückschlagventil 25 öffnet sich. Während
das Linearelement 80 weiter nach oben bewegt wird, wird das im flexiblen Druckbereich
23 befindliche Produkt verdrängt und über das geöffnete zweite Rückschlagventil 25
in den Abfuhrschlauch 6 gefördert. Von dort kann dann das abzufüllende Produkt über
die Füllnadel 3 in den Behälter 14 abgefüllt werden.
[0029] Figur 4 zeigt die prinzipielle Funktionsweise der Linear-Schlauchpumpe 7. Das Filterelement
26 stellt dabei insbesondere die Sterilität der Schlauchanordnung 5 beim Druckhub
sicher.
[0030] Die abzufüllende Menge kann dabei exakt durch die Länge der linearen Bewegung des
Linearelements 80 bestimmt werden. In Abhängigkeit von der linearen Bewegung wird
eine bestimmte Menge von Produkt im flexiblen Druckbereich 23 der Drei-Wege-Einrichtung
20 verdrängt, welche dann in den Behälter 14 exakt abgefüllt werden kann.
[0031] Wenn sich das Linearelement 80 wieder nach unten in die in Figur 2 und 3 gezeigte
Stellung bewegt, schließt das zweite Rückschlagventil 25 und das erste Rückschlagventil
24 öffnet sich, so dass das abzufüllende Produkt 10 aus dem Beutel 2 wieder in den
ersten flexiblen Druckbereich 23 angesaugt werden kann. Durch Richtungsumkehr des
Linearelements 80 kann dann eine weitere Abfüllung durchgeführt werden.
[0032] Es sei ferner angemerkt, dass die Linear-Schlauchpumpe 7 auch schnell und einfach
auf unterschiedliche Schlauchdurchmesser der Schlauchanordnung 5 angepasst werden
kann. Die Linear-Schlauchpumpe 7 umfasst ein Gehäuse 70 und einen Deckel 71, wobei
ein Abstand zwischen dem Gehäuse 70 und dem Deckel 71 mittels Passscheiben 72 einstellbar
ist. Dadurch kann eine schnelle Anpassung an unterschiedliche Schlauchdurchmesser
erfolgen. Es sei weiterhin angemerkt, dass der Deckel 71 vorzugsweise verliersicher
am Gehäuse 70 angeordnet ist und weiter bevorzugt auch werkzeuglos zu öffnen ist,
so dass ein schneller Formatwechsel durchgeführt werden kann.
[0033] Die Linearbewegung des Linearelements 80 wird mittels einer Hubeinrichtung 87 ausgeführt,
welche beispielsweise mit einem Pneumatikzylinder oder einem Hydraulikzylinder verbunden
werden kann. Um einen Ausgleich eines Achsversatzes durch einen Antrieb der Hubeinrichtung
87 auszugleichen, sind vorzugsweise Kreuz- und/oder Kugelgelenke vorgesehen.
[0034] Weiterhin sind der Beutel 2, der Zufuhrschlauch 4, die Schlauchanordnung, der Abfuhrschlauch
6, das Filterelement 26 und die Füllnadel 3 eine Baugruppe, welche als Einwegartikel
ausgebildet ist. Somit kann nach erfüllter Abfüllung des Produkts 10 aus dem Beutel
2 die gesamte Baugruppe entsorgt werden. Da die Linear-Schlauchpumpe 7 nicht direkt
mit dem Produkt in Kontakt kommt, erfolgt bei einem Wechsel des abzufüllenden Produkts
auch keine Kreuzkontamination oder ähnliches, was insbesondere bei der Abfüllung pharmazeutischen
Produkten sichergestellt werden muss. Auch muss kein aufwendiger Reinigungsprozess
der Linear-Schlauchpumpe 7 durchgeführt werden. Auch im Betrieb werden minimale Prozesskosten
durch die erfindungsgemäße Füllvorrichtung 1 erreicht, da insbesondere eine Vorbereitung
der Bauteile bzw. ein Montageaufwand zur Abfüllung eines anderen Produkts sehr gering
ist. Auch eine Formatumstellung kann einfach und kostengünstig durchgeführt werden.
[0035] Figur 6 zeigt eine Füllvorrichtung 1 mit einer Schlauchanordnung 5 gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Beim zweiten Ausführungsbeispiel ist im Unterschied
zum ersten Ausführungsbeispiel kein Filterelement notwendig. Die Schlauchanordnung
5 von Figur 6 umfasst neben der ersten Drei-Wege-Einrichtung 20 eine zweite Drei-Wege-Einrichtung
30 mit einem zweiten Zuleitungsbereich 31, einem zweiten Ableitungsbereich 32 und
einen zweiten Druckbereich 33. Ferner ist ein drittes Rückschlagventil 34 im zweiten
Zuleitungsbereich 31 angeordnet und ein viertes Rückschlagventil 35 ist im zweiten
Ableitungsbereich 32 angeordnet. Der erste und zweite Zuleitungsbereich 21, 31 ist
jeweils mit dem Zufuhrschlauch 4 verbunden. Der erste Ableitungsbereich 22 und der
zweite Ableitungsbereich 32 ist jeweils mit dem Abfuhrschlauch 6 verbunden. Ferner
ist der erste flexible Druckbereich 23 mit dem zweiten Druckbereich 33 verbunden.
Dadurch kann, wie aus Figur 6 deutlich wird, die Linear-Schlauchpumpe 7 in Form einer
doppelt wirkenden Pumpe betrieben werden, so dass je nach Bewegungsrichtung des Linearelements
80 entweder Druck in der ersten Drei-Wege-Einrichtung 20 erzeugt wird und gleichzeitig
ein Unterdruck in der zweiten Drei-Wege-Einrichtung 30 erzeugt wird oder bei Umkehrung
der Bewegungsrichtung des Linearelements 80 ein Unterdruck in der ersten Drei-Wege-Einrichtung
20 erzeugt wird und ein Druck in der zweiten Drei-Wege-Einrichtung 30 erzeugt wird.
Somit erfolgt eine Ansaugung und Förderung abwechselnd über die erste und zweite Drei-Wege-Einrichtung
20, 30. Hierbei ist die Schlauchanordnung 5 ebenfalls als Wegwerfartikel ausgebildet,
so dass die im ersten Ausführungsbeispiel beschriebenen Vorteile hinsichtlich Formatwechsel
und Verhinderung von Kontaminationen erhalten werden.
1. Füllvorrichtung zum Abfüllen einer definierten Menge eines Produkts (10), umfassend:
- eine Schlauchanordnung (5), umfassend eine erste Drei-Wege-Einrichtung (20) mit
einem ersten Zuleitungsbereich (21), einem ersten Ableitungsbereich (22) und einem
ersten flexiblen Druckbereich (23), welche miteinander in Fluidverbindung stehen,
und
- eine Linear-Schlauchpumpe (7) mit einer Quetscheinrichtung (8), wobei die Linear-Schlauchpumpe
(7) eingerichtet ist, mittels einer Linear-Bewegung (A) in der ersten Drei-Wege-Einrichtung
(20) einen Druck aufzubauen und einen Unterdruck zu erzeugen.
2. Füllvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Quetscheinrichtung (8) der Linear-Schlauchpumpe
(7) einen relativ zum ersten flexiblen Druckbereich (23) linear bewegbares Linearelement
(80) mit einem Wandbereich (81) und einer Walkeinrichtung (84), insbesondere einem
Walkzylinder, aufweist, wobei der erste flexible Druckbereich (23) zwischen dem Wandbereich
(81) und der Walkeinrichtung angeordnet ist.
3. Füllvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Führungseinrichtung
(85, 86), an welcher das Linearelement (80) geführt ist.
4. Füllvorrichtung nach Anspruch 2 und 3, wobei die Walkeinrichtung einen Walkzylinder
umfasst, welcher am Linearelement (80) zwischen einem ersten Schenkelbereich (82)
und einem zweiten Schenkelbereich (83) gelagert ist.
5. Füllvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein erstes Rückschlagventil (24), welches im ersten Zuleitungsbereich (21) angeordnet
ist und eine Durchlassrichtung in Richtung zum ersten flexiblen Druckbereich (23)
aufweist und durch ein zweites Rückschlagventil (25), welches im ersten Ableitungsbereich
(22) angeordnet ist und eine Durchlassrichtung aus dem ersten flexiblen Druckbereich
(23) hinaus aufweist.
6. Füllvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Filterelement (26), welches an einem freien Ende (23a) des ersten flexiblen Druckbereichs
(23) angeordnet ist.
7. Füllvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, ferner umfassend eine zweite Drei-Wege-Einrichtung
(30) mit einem zweiten Zuleitungsbereich (31), einem zweiten Ableitungsbereich (32)
und einem zweiten Druckbereich (33), welche miteinander in Fluidverbindung stehen,
wobei der erste flexible Druckbereich (23) mit dem zweiten Druckbereich (33) in Fluidverbindung
steht.
8. Füllvorrichtung nach Anspruch 7, ferner umfassend ein drittes Rückschlagventil (34),
welches im zweiten Zuleitungsbereich (31) angeordnet ist, und eine Durchlassrichtung
in Richtung zum zweiten Druckbereich (33) aufweist und ein zweites Rückschlagventil
(25), welches im zweiten Ableitungsbereich (32) angeordnet ist und eine Durchlassrichtung
aus dem zweiten Druckbereich (33) hinaus aufweist.
9. Füllvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend
- einen Beutel (2) aus einem flexiblen Material, welcher mit dem abzufüllenden Produkt
(10) gefüllt ist, und
- eine Füllnadel (3),
- wobei der Beutel (2), die Füllnadel (3) und die Schlauchanordnung (5) eine Baugruppe
bilden, welche als Einwegartikel ausgebildet ist.
10. Füllvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Entleereinrichtung
zur Entleerung des Beutels (2), insbesondere eine Auspresseinheit (11) mit einer ersten
Rolle (12) und einer zweiten Rolle (13), welche eingerichtet ist, den Beutel (2) zu
entleeren.