TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mittels der eine Materialbahn in Teilabschnitte
geschnitten werden kann. Ein solcher Vorgang kann bei bahnverarbeitenden Prozessen
erforderlich sein, beispielsweise um die fertigen Produkte zu vereinzeln. Die Materialbahn
kann ein Einschicht- oder ein Mehrschicht-Material sein und beispielsweise auf einem
Rollenkörper aufgewickelt vorhanden sein. Von diesem Rollenkörper kann die Materialbahn
abgezogen und in einem getakteten oder kontinuierlich ablaufenden Arbeitsverfahren
bearbeitet werden. Derartige bahnverarbeitende Prozesse werden beispielsweise bei
der Herstellung von Wundpflastern oder anderen therapeutischen Pflastern eingesetzt
werden, aber auch bei der Herstellung von anderen schichtweise aufgebauten Produkten.
STAND DER TECHNIK
[0002] Um Teilbereiche aus einer Materialbahn auszustanzen, kann beispielsweise die aus
der
DE 20 2015 008 522 U1 bekannte Vorrichtung eingesetzt werden. Die dort offenbarte Vorrichtung besitzt einen
Vakuumschneidzylinder und einen Gegenzylinder, mittels denen die Teilbereiche aus
der Materialbahn gestanzt werden können. Darüber hinaus ist eine Vakuumtransferwalze
vorhanden, mittels der die Teilbereiche aus dem Vakuumschneidzylinder entnommen und
auf einem Transportband abgelegt werden können.
[0003] Beim Ausstanzen von Teilbereichen aus der Materialbahn bleiben regelmäßig Randbereiche
stehen, die als Abfall anfallen. Insbesondere bei der am Ende eines bahnverarbeitenden
Prozesses erforderlichen Vereinzelung der entstandenen Produkte soll jedoch möglichst
wenig Abfall anfallen, so dass ein Schneidvorgang bevorzugt ist, der die Materialbahn
quer zu ihrer Längsrichtung in die gewünschte Produktgröße teilt.
[0004] Ein solcher Schneidvorgang, bei dem die Materialbahn quer zu ihrer Längsrichtung
geschnitten wird, erfolgt regelmäßig mittels einer Vorrichtung, die eine Schneideinheit,
insbesondere eine rotierbar antreibbare Messerwalze aufweist. Zum Schneiden der Materialbahn
wirkt die Messerwalze mit einer Gegenwalze zusammen, die als Vakuumwalze ausgebildet
sein kann, so dass die geschnittenen Teilabschnitte der Materialbahn durch die Vakuumwalze
weitertransportiert werden können. Anschließend können die Teilabschnitte von der
Vakuumwalze auf einem Transportband oder auf einer weiteren Materialbahn abgelegt
werden.
[0005] Die Vakuumwalze ist in der Regel mit einem Siebmantel ausgestattet, der ein regelmäßiges
Lochmuster aufweist. Das Schneiden der Materialbahn ist nur in demjenigen Bereich
des Siebmantels möglich, in dem keine Löcher vorhanden sind. Daher sind die einzelnen
Löcher in Reihen in dem Siebmantel angeordnet. Der Durchmesser der einzelnen Löcher
beträgt in der Regel zwei Millimeter. Die Breite des Steges zwischen zwei Lochreihen
kann grundsätzlich variieren, beträgt jedoch in der Regel mindestens drei Millimeter.
Bei einem Muster des Siebmantels einer Vakuumwalze mit einer Stegbreite von drei Millimetern
könnten daher Teilabschnitte geschnitten werden, deren Länge ein Vielfaches von fünf
Millimetern betragen soll. Sofern dagegen eine davon abweichende Länge erforderlich
ist, müsste die Vakuumwalze gegen eine andere Vakuumwalze mit einer entsprechend angepassten
Stegbreite ausgetauscht werden. Dies ist zeitaufwändig und führt daher zu längeren
Standzeiten der Vorrichtung.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Ausgehend von diesem vorbekannten Stand der Technik lag der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung zum Schneiden einer Materialbahn in Teilabschnitte
anzugeben, bei der ein möglichst unkomplizierter Wechsel zwischen unterschiedlichen
Längen der Teilabschnitte möglich ist. Darüber hinaus lag der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein entsprechendes Verfahren anzugeben, mittels dem eine Materialbahn in
Teilabschnitte geschnitten werden kann.
[0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist durch die Merkmale des Hauptanspruchs 1 gegeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die Merkmale des nebengeordneten Anspruchs
9 gegeben. Sinnvolle Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von sich an diese
Ansprüche anschließenden weiteren Ansprüchen.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung besitzt eine Schneideinheit, eine Vakuumtransferwalze
und zumindest eine Vorzugeinheit. Durch die Vorzugeinheit wird die Materialbahn auf
die Schneideinheit zubewegt. Die Vakuumtransferwalze wird mittels eines ersten motorischen
Antriebs rotierbar angetrieben, die Vorzugeinheit wird mittels eines zweiten motorischen
Antriebs rotierbar angetrieben. Erfindungsgemäß sind die beiden motorischen Antriebe
unabhängig voneinander antreibbar, so dass sich die Vakuumtransferwalze und die Materialbahn
relativ zueinander in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen können.
[0009] Beispielsweise könnte die Materialbahn getaktet vorbewegt werden, da bei vorherigen
bahnverarbeitenden Prozessen ein getakteter Vorzug der Materialbahn notwendig war.
Demgegenüber könnte sich die Vakuumwalze kontinuierlich bewegen, so dass die weiteren
bahnverarbeitenden Prozesse in einem kontinuierlichen Verfahren durchgeführt werden
könnten. Darüber hinaus kann es auf diese Weise möglich sein, unterschiedliche Formate
mit ein und derselben Vakuumtransferwalze zu schneiden, auch wenn die Formate dem
reinen Lochmuster der Vakuumtransferwalze nach nicht kompatibel wären. Dadurch kann
eine größere Flexibilität der Vorrichtung erreicht und die Standzeiten für einen Formatwechsel
reduziert werden.
[0010] Vorzugsweise kann die Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze größer eingestellt
werden als die Bahngeschwindigkeit im Bereich der Vorzugeinheit. Die Vakuumtransferwalze
kann somit zumindest zeitweise unter der Materialbahn durchdrehen, sofern die Materialbahn
noch nicht geschnitten wurde. Erst nach dem Schneidvorgang bleibt der geschnittene
Teilabschnitt an der Vakuumtransferwalze haften und wird entsprechend weitertransportiert.
Durch die höhere Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze im Vergleich zur
Bahngeschwindigkeit können die einzelnen nacheinander folgenden Teilabschnitte auf
der Vakuumtransferwalze bereits einen gewissen gegenseitigen Abstand aufweisen und
somit ein Stück weit aufgespreizt vorliegen. Dies kann Vorteile bezüglich der Übergabe
der Teilabschnitte an ein weiteres Transportband oder auf eine weitere Materialbahn
mit sich bringen.
[0011] Alternativ oder zusätzlich dazu kann die Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze
so einstellbar sein, dass sich diese während einer Umdrehung der Vakuumtransferwalze
verändert. Die Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze muss somit nicht konstant
sein. Beispielsweise kann sich die Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze
unmittelbar nach der Übergabe eines Teilabschnitts an ein Transportband reduzieren.
Vor der Übergabe des folgenden Teilabschnitts kann sich die Rotationsgeschwindigkeit
dann wieder erhöhen, so dass die Rotationsgeschwindigkeit der Vakuumtransferwalze
an die Bahngeschwindigkeit des Transportbandes angepasst ist und die Übergabe des
Teilabschnitts erfolgen kann. Nach der erfolgreichen Übergabe des Teilabschnitts kann
die Rotationsgeschwindigkeit wieder reduziert werden. Auf diese Weise kann der Abstand
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Teilabschnitten bei der Übergabe auf ein Transportband
oder eine weitere Materialbahn vergrößert werden.
[0012] Vorzugsweise kann die Vakuumtransferwalze im Uhrzeigersinn und im Gegenuhrzeigersinn
rotierbar sein. Die Vakuumtransferwalze kann somit während einer Umdrehung eine oder
mehrere Pendelbewegungen ausführen. Dadurch kann der Abstand zwischen zwei nachfolgenden
Teilabschnitten weiter vergrößert werden.
[0013] Eine Aufspreizung von Teilabschnitten und damit eine Vergrößerung des Abstandes zwischen
zwei Teilabschnitten kann insbesondere dann erforderlich sein, wenn die Teilabschnitte
auf einer weiteren Materialbahn abgelegt und dort platziert werden sollen. Bei den
Teilabschnitten kann es sich in diesem Fall beispielsweise um das therapeutisch wirksame
Kissen handeln, dass auf einer klebenden Materialschicht aufgebracht werden soll.
Die klebende Materialschicht wird in diesem Fall in einem späteren Bearbeitungsschritt
zwischen zwei Kissen getrennt, wobei die klebende Materialschicht einen ausreichend
großen Rand um das Kissen bilden soll, so dass dieses Kissen vollumfänglich als Pflaster
auf der Haut aufgeklebt werden kann. Um bei der in der Herstellung teuren Materialbahn
für die therapeutisch wirksamen Kissen möglichst keinen Abfall produzieren zu müssen,
wird diese Materialbahn regelmäßig ohne Abstand unmittelbar hintereinander in Teilabschnitte
geschnitten. Die Teilabschnitte müssen anschließend auf einen vorbestimmten gegenseitigen
Abstand gebracht werden. Dies ist mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne zusätzliche
Verfahrensschritte mit weiteren Umlagerungen der einzelnen Teilabschnitte möglich.
[0014] Grundsätzlich ist es möglich, die Teilabschnitte bereits unmittelbar nach dem Schneiden
der Teilabschnitte ein erstes Mal aufzuspreizen. Die Teilabschnitte weisen in diesem
Fall bereits während des Transports auf der Vakuumtransferwalze einen gewissen gegenseitigen
Abstand auf. Alternativ oder zusätzlich dazu können die Teilabschnitte bei der Übergabe
auf das Transportband oder die weitere Materialbahn aufgespreizt werden. Abhängig
vom benötigten Abstand der Teilabschnitte kann die Rotationsbewegung der Vakuumtransferwalze
auf das gewünschte Verfahren eingestellt werden. Darüber hinaus kann die Vorrichtung
dahingehend angepasst werden, ob ein kontiniuerliches oder ein getaktetes Verfahren
angestrebt ist. Auf diese Weise kann auch ein Übergang von einem getakteten auf ein
kontinuierliches Verfahren oder umgekehrt von einem kontinuierlichen Verfahren auf
ein getaktetes Verfahren möglich sein. Der motorische Antrieb der Vakuumtransferwalze
ist dabei der maßgebliche Antrieb. An die Bewegung der Vakuumtransferwalze müssen
sich dann die anderen Bauteile - insbesondere die Schneideinheit und die Vorzugeinheit
- anpassen.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform kann die Schneideinheit mittels eines dritten
motorischen Antriebs motorisch antreibbar sein. Dieser dritte motorische Antrieb kann
unabhängig von dem ersten und dem zweiten motorischen Antrieb antreibbar sein.
[0016] Grundsätzlich könnte die Schneideinheit als linear bewegliche Messereinheit ausgebildet
sein. In einer bevorzugten Ausführungsform kann die Schneideinheit als Messerwalze
ausgebildet sein. Insbesondere kann die Messerwalze mit mehreren Messereinheiten ausgestattet
sein. Die Rotationsgeschwindigkeit der Messerwalze kann durch den dritten motorischen
Antrieb ebenfalls frei wählbar sein, so dass beliebig große oder kleine Teilabschnitte
realisiert werden können.
[0017] In einer konstruktiv besonders einfachen Ausführungsform kann die Vorzugeinheit zwei
Transportwalzen aufweisen, zwischen denen die Materialbahn verläuft. Die Transportwalzen
können für einen sicheren und schonenden Vorzug der Materialbahn dienen. Gleichzeitig
fixieren die Transportwalzen die Materialbahn so fest zwischen sich, dass ein Durchdrehen
der Vakuumwalze unter dem freien Ende der Materialbahn möglich ist.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind den in den Ansprüchen ferner angegebenen
Merkmalen sowie dem nachstehenden Ausführungsbeispiel zu entnehmen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0019] Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der die Teilabschnitte
lediglich unmittelbar nach dem Schneidvorgang aufgespreizt werden,
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der die Teilabschnitte
lediglich bei der Übergabe an das weitere Materialband aufgespreizt werden, und
- Fig. 3
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der die Teilabschnitte
unmittelbar nach dem Schneidvorgang und bei der Übergabe an das weitere Materialband
aufgespreizt werden.
WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Schneiden einer Materialbahn 12 in Teilabschnitte
14, 14' ist in den Fig. 1 bis 3 schematisch dargestellt.
[0021] Die Vorrichtung 10 besitzt eine Vakuumtransferwalze 20, eine Vorzugeinheit 22 und
eine Messerwalze 24. Die Vakuumtransferwalze 20 ist um eine Drehachse 30 rotierbar
gelagert ist. Im vorliegenden Beispielsfall erfolgt die Rotation der Vakuumtransferwalze
20 ausschließlich im Gegenuhrzeigersinn. Die Rotation der Vakuumtransferwalze 20 wird
über einen hier nicht dargestellten ersten motorischen Antrieb gesteuert. Die Vorzugeinheit
22 besitzt im vorliegenden Beispielsfall eine obere Transportwalze 40 und eine untere
Transportwalze 42. Zwischen diesen beiden Transportwalzen 40, 42 verläuft die Materialbahn
12. Die Materialbahn 12 wird durch die Vorzugeinheit 22 in Transportrichtung 44 auf
die Vakuumtransferwalze 20 zubewegt. Der Antrieb der beiden Transportwalzen 40, 42
der Vorzugeinheit 22 erfolgt über einen hier nicht dargestellten zweiten motorischen
Antrieb. Die Messerwalze 24 ist um eine Drehachse 50 rotierbar gelagert ist. Im vorliegenden
Beispielsfall erfolgt die Rotation der Messerwalze 24 im Uhrzeigersinn. Die Messerwalze
20 ist im vorliegenden Beispielsfall mit vier Messereinheiten 52 ausgestattet. Die
Rotation der Messerwalze 24 wird über einen hier nicht dargestellten dritten motorischen
Antrieb gesteuert.
[0022] Entsprechend Fig. 1 dreht sich die Messerwalze 24 mit einer konstanten Rotationsgeschwindigkeit
R1 und die Vakuumtransferwalze 20 mit einer konstanten Rotationsgeschwindigkeit R2.
Die Bahngeschwindigkeit der Materialbahn 12 beträgt B1. Die Rotationsgeschwindigkeit
R1 bedingt gemeinsam mit der Bahngeschwindigkeit B1 die Länge der einzelnen Teilabschnitte
14, 14'. Die Rotationsgeschwindigkeit R2 der Vakuumtransferwalze 20 ist etwas größer
als die Bahngeschwindigkeit B1 der Materialbahn 12. Die Vakuumtransferwalze 20 kann
dadurch unter dem noch nicht abgeschnittenen Endbereich der Materialbahn 20 durchdrehen.
Die Materialbahn 20 wird von der Vorzugeinheit 22 transportiert, aber auch so gehalten,
dass die Materialbahn 20 nicht von der schneller rotierenden Vakuumtransferwalze mitgerissen
wird. Nach dem Schneiden eines Teilabschnitts 14 wird dieser Teilabschnitt 14 dagegen
nicht mehr von der Vorzugeinheit 22 gehalten und daher von der Vakuumtransferwalze
20 schneller weitertransportiert. Durch die höhere Geschwindigkeit R2 der Vakuumtransferwalze
20 wird daher zwischen zwei nachfolgenden Teilabschnitten 14,14' ein Abstand 60 erzeugt.
Die Geschwindigkeit R2 der Vakuumtransferwalze 20 ist gemäß Fig. 1 gleich groß wie
die Bahngeschwindigkeit B2 einer zweiten Materialbahn 62. Auf dieser zweiten Materialbahn
62 werden die einzelnen Teilabschnitte 14, 14' daher im Abstand 62 platziert.
[0023] Im Gegensatz dazu könnten entsprechend Fig 2 die einzelnen Teilabschnitte 14, 14'
auf der Vakuumtransferwalze 20 auf Stoß, also ohne einen gegenseitigen Abstand, angeordnet
sein. Um dennoch einen Abstand 70 zwischen zwei Teilabschnitten 14, 14' herstellen
zu können, kann die Rotationsgeschwindigkeit R1 der Vakuumtransferwalze 20 während
der Übergabe eines Teilabschnitts 14 an die zweite Materialbahn 62 so groß sein wie
die Bahngeschwindigkeit B2 dieser zweiten Materialbahn 62. Dies ist notwendig, um
eine exakte Übergabe der Teilabschnitte 14,14' zu ermöglichen. Nach der Übergabe eines
Teilabschnitts 14 kann die Vakuumtransferwalze 20 ihre Rotation stoppen, bis der gewünschte
Abstand 70 zwischen dem bereits übergebenen Teilabschnitt 14 und dem nachfolgenden
Teilabschnitt 14' erreicht ist. Die Antriebe der Vorzugeinheit 22 und gegebenenfalls
auch der Messerwalze 24 müssen sich in diesem Fall an die Vakuumtransferwalze 20 anpassen.
Abhängig von dem gewünschten Abstand 70 zwischen den Teilabschnitten 14, 14' kann
es auch erforderlich sein, die Vakuumtransferwalze 20 ein Stück weit in die entgegengesetzte
Richtung, also im Uhrzeigersinn, rotieren zu lassen.
[0024] Entsprechend Fig. 3 ist auch eine Kombination beider Verfahren möglich. Die Rotationsgeschwindigkeit
R2 der Vakuumtransferwalze 20 kann zumindest zeitweise schneller sein als die Bahngeschwindigkeit
B1 der Materialbahn 12, so dass die von der Materialbahn 12 abgetrennten einzelnen
Teilabschnitte 14, 14' mit einem gegenseitigen Abstand 60 auf der Vakuumtransferwalze
20 transportiert werden. Parallel dazu kann die Geschwindigkeit R2 der Vakuumtransferwalze
20 nach der Übergabe eines Teilabschnitts 14 an die zweite Materialbahn 62 kurzzeitig
reduziert werden, so dass sich dieser Abstand 60 weiter vergrößert und die Teilabschnitte
14, 14' mit einem gegenseitigen Abstand 72 auf die zweite Materialbahn 62 aufgelegt
werden. Abhängig von dem gewünschten Abstand 72 kann es ausreichend sein, die Rotationsgeschwindigkeit
R2 der Vakuumtransferwalze 20 lediglich zu reduzieren, es kann jedoch auch notwendig
sein, die Vakuumtransferwalze 20 kurzzeitig komplett zu stoppen oder auch die Rotationsrichtung
kurzzeitig umzukehren. An diese Änderung der Rotationsgeschwindigkeit R2 zur Übergabe
der Teilabschnitte 14, 14' müssen sich die übrigen Antriebe von Vorzugeinheit 22 und
gegebenenfalls auch Messerwalze 24 anpassen.
1. Vorrichtung (10) zum Schneiden einer Materialbahn (12) in Teilabschnitte (14, 14'),
- mit einer Schneideinheit (24),
- mit einer Vakuumtransferwalze (20), die mittels eines ersten motorischen Antriebs
rotierbar antreibbar ist,
- mit zumindest einer Vorzugeinheit (22), durch die die Materialbahn (12)auf die Schneideinheit
(24) zu bewegbar ist und die mittels eines zweiten motorischen Antrieb antreibbar
ist,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die zwei motorischen Antriebe unabhängig voneinander antreibbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Rotationsgeschwindigkeit (R2) der Vakuumtransferwalze (20) größer einstellbar
ist als die Bahngeschwindigkeit (B1) der Materialbahn im Bereich der Vorzugeinheit
(22).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Rotationsgeschwindigkeit (R2) der Vakuumtransferwalze (20) während einer Umdrehung
der Vakuumtransferwalze (20) veränderbar einstellbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Vakuumtransferwalze (20) im Uhrzeigersinn und im Gegenuhrzeigersinn rotierbar
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schneideinheit (24) mittels eines dritten motorischen Antriebs motorisch antreibbar
ist,
- der dritte motorische Antrieb unabhängig von dem ersten und dem zweiten motorischen
Antrieb antreibbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schneideinheit als Messerwalze (24) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Messerwalze (24) mit mehreren Messereinheiten (52) ausgestattet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Vorzugeinheit (22) zwei Transportwalzen (40, 42) aufweist,
- die Materialbahn (12) zwischen den beiden Transportwalzen (40, 42) verläuft.
9. Verfahren zum Schneiden einer Materialbahn (12) in Teilabschnitte (14, 14') mit folgenden
Verfahrensschritten
- die Materialbahn (12) wird mittels einer Vorzugeinheit (22) zwischen eine Schneideinheit
(24) und eine als Gegenwalze ausgebildete Vakuumtransferwalze (20) geführt und in
einzelne Teilabschnitte (14, 14') geschnitten,
- die einzelnen Teilabschnitte (14,14') werden von der Vakuumtransferwalze (20) weitertransportiert
und auf einem Transportband oder auf einer weiteren Materialbahn (62) abgelegt,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Rotationsgeschwindigkeit (R2) der Vakuumtransferwalze (20) zumindest zeitweise
größer ist als die Bahngeschwindigkeit (B1) der noch nicht in Teilabschnitte (14,
14') zerteilten Materialbahn (12), so dass
- ein Abstand (60) zwischen einem jeweiligen Teilabschnitt (14) und der noch unzerteilten
Materialbahn (12) entsteht.
10. Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch 9 oder nach Anspruch 9,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- die Rotationsgeschwindigkeit (R2) der Vakuumtransferwalze (20) zumindest nach der
Übergabe eines jeweiligen Teilabschnitts (14) an das Transportband oder die weitere
Materialbahn (62) kleiner ist als unmittelbar vor der Übergabe des entsprechenden
Teilabschnitts (14).