[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Reinigertablette, welche insbesondere zur
Reinigung von Küchengeräten bzw. Kochgeräten, wie z. B. gewerbliche Backöfen, Grillautomaten,
Konvektomaten und Großkochbehältern, aus dem gewerblichen Küchenbereich geeignet ist.
[0002] Auf dem Markt sind verschiedenartige Reinigungsmittel für stark verschmutzte Oberflächen
und Kochgeräte bekannt, die auf unterschiedlichen Wirksubstanzen basieren. Grundsätzlich
wird hierbei zwischen sauren und alkalischen Reinigungssystemen unterschieden. Bei
den alkalischen Reinigungssystemen gibt es schwach basische Reinigungsmittel und hochalkalische
Reinigungsmittel. Ein herkömmlicher Maschinenreiniger zur Reinigung harter Oberflächen
und auf neutraler bis alkalischer Basis ist zum Beispiel in der Europäischen Patentanmeldung
EP-A-1600497 beschrieben. Das Alkalisystem dieses Reinigers umfasst zum Beispiel Natriumhydroxid,
Soda, Natriummetasilikat und Pentanatriumtripolyphosphat in einem Gewichtsanteil von
78-97 Gew.-%.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung liegt in der Verbesserung der Reinigungskraft und Reinigungseffizienz
eines solchen tablettenförmigen Reinigungsmittels, einem Herstellungsverfahren für
ein solches tablettenförmiges Reinigungsmittel sowie der Verwendung zur Reinigung
von gewerblichen Kochgeräten.
[0004] Die hier beschriebene Aufgabe wird zum einen durch eine Reinigertablette nach Anspruch
1, ein Herstellungsverfahren für eine solche Reinigertablette nach Anspruch 13 und
zum anderen durch eine Verwendung der Reinigertablette nach Anspruch 15 gelöst.
[0005] Eine solche erfindungsgemäße Reinigertablette mit einem alkalischen Reiniger zur
Reinigung von Kochgeräten aus dem gewerblichen Küchenbereich, die zum Teil starke
fett- und/oder eiweißstoffhaltige Verschmutzungen aufweisen, umfasst ein Hauptreinigersystem
für einen Hauptspülgang einer Maschine und ein integriertes Vorreinigersystem, das
seine Wirkung bereits in einem Vorspülgang der Maschine zu entfalten beginnt. Eine
Reinigertablette im Sinne der Erfindung ist ein ein- oder mehrphasiges Reinigersystem,
das zumindest eine in Tablettenform formbare feste Phase mit dem alkalischen Reiniger
als Hauptreinigersystem aufweist, die sich in wässriger Umgebung auflösen kann und
insbesondere während des Hauptspülgangs eine hohe Löslichkeit zeigt. Die herkömmlichen
tablettenförmigen Reinigungsmittel zur Anwendung in automatischen Reinigungsprogrammen
waren bisher mit einer Löslichkeit versehen, welche die Auflösung des Reinigungsmittels
in Wasser derart verzögert, dass auch bei Anwendung eines Vorspülgangs noch genügend
Reinigungsmittel während des Hauptwaschgangs bzw. Hauptspülgangs zur Verfügung stand.
Speziell auf den Vorspülgang abgestellte Tablettenformulierungen sind nicht bekannt.
Gerade durch die spezielle Anpassung einer Tablette mittels eines separaten Vorspülreinigersystems
konnte aber, wie auch in den nachstehenden Beispielen gezeigt ist, bei gleicher Aktivstoffmenge
eine signifikante Verbesserung der Reinigungsergebnisses erzielt werden.
[0006] Ein alkalischer Reiniger im Sinne der Erfindung ist dabei ein Reinigungsmittel, das
beim Auflösen im Wasser einen alkalischen pH-Wert in der wässrigen Lösung ergibt.
[0007] Der Begriff "integriertes Vorreinigersystem" wird erfindungsgemäß derart verwendet,
um zu kennzeichnen, dass in der Reinigertablette ein Vorreiniger separat zu dem Hauptreiniger
eingesetzt wird, der seine Reinigungsfunktion im Wesentlichen im Vorspülgang ausübt.
Er kann dafür integriert im Hauptreinigersystem vorgesehen sein. "Integriert" heißt
in diesem Sinne, dass der Vorreiniger vorteilhafterweise in einer separaten Phase
oder einem separaten Kompartiment vorliegt, aber lösbar oder fest mit dem Hauptreinigersystem
der Reinigertablette im gebrauchsfertigen Zustand verbunden ist, beispielsweise auch
den alkalischen Reiniger umgibt. Es ist also keine separate Zudosierung des Vorreinigers
durch den Anwender notwendig. Dies erleichtert den Einsatz des alkalischen Reinigers
insbesondere in automatisierten Verfahren. Das integrierte Vorreinigersystem kann
somit in einer anderen, leicht wasserlöslichen Phase vorliegen, die entweder fest,
pastös oder flüssig sein kann, solange sie sich entsprechend zeitlich versetzt, d.
h. schon im Vorspülgang, im Wesentlichen vollständig in Wasser auflösen kann. "Im
Wesentlichen vollständig" heißt, dass sich schon im Vorspülgang mindestens die Hälfte
des Vorreinigersystems bei den im Vorreinigerspülgang üblicherweise vorherrschenden
Bedingungen, wie zum Beispiel Lösungsmittelvolumen, Temperatur, etc., auflöst und
somit zur Reinigung zur Verfügung steht.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Reinigertablette mit einem integrierten Vorreinigungssystem
kann sich ein Teil der Reinigertablette bereits während des Vorspülgangs von automatischen
Reinigungsprogrammen auflösen und erhöht somit dessen Reinigungswirkung schon während
des Vorspülgangs, während der Hauptteil der Reinigertablette auf Grund der verzögerten
Löslichkeit des Hauptreinigersystems im Vergleich zu dem Vorreinigersystem weiterhin
für den Hauptspülgang zur Verfügung steht.
[0009] Damit wird vermieden, dass - wie mit den herkömmlichen Reinigertabletten - der Vorspülgang
weitestgehend ohne nennenswerte Konzentration an Reinigungsmittel erfolgt und somit
nur bedingt Schmutz in dem Vorspülgang gelöst werden kann. Überraschend hat sich dabei
gezeigt, dass bei gleicher Gesamtzusammensetzung - also ohne Erhöhung der Gesamtmenge
an aktiven Inhaltsstoffen bzw. Wirksubstanzen - allein die Verfügbarkeit eines Teils
der Wirksubstanzen in dem Vorspülgang insgesamt zu einem signifikant verbesserten
Reinigungsergebnis führt.
[0010] Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Herstellungsverfahren für
eine solche Reinigertablette zur Verfügung gestellt, welches die folgenden Schritte
umfasst:
- Vermischen der Reinigerkomponenten, ausgewählt aus Alkalisystemkomponenten, zusätzlichen
Reinigungsmittelkomponenten und weiteren Matrixkomponenten, um eine Reinigergrundmischung
herzustellen,
- Aufteilen der Reinigergrundmischung in eine Hauptreinigermischung und eine Vorreinigermischung,
- Versehen der Hauptreinigermischung mit einem Retardierungsmittel, um ein Hauptreinigerkompartiment
vorzusehen, und
- Kombinieren des Vorreinigerkompartiments mit dem Hauptreinigerkompartiment.
[0011] Durch dieses Verfahren kann auf vorteilhafte Weise eine Reinigertablette mit verbesserter
Reinigungskraft bzw. -effizienz für ein Reinigungsverfahren mit Vorspülgang bereitgestellt
werden, weil bei gleicher Gesamtzusammensetzung - also ohne Erhöhung der Menge an
Wirksubstanzen - allein die Verfügbarkeit eines Teils der Wirksubstanzen in dem Vorspülgang
insgesamt zu einem signifikant verbesserten Reinigungsergebnis führt. Dabei kann die
Effizienz der so hergestellten Reinigertablette noch weiter verbessert werden, wenn
während der Bereitstellung der Vorreinigerkomponente die Vorreinigermischung zusätzlich
noch mit einem Zerfallsbeschleuniger oder Lösungsbeschleuniger versehen wird.
[0012] Da die Grundmischung für beide Reinigersysteme identisch ist, kann durch das erfindungsgemäße
Verfahren eine Reinigertablette sehr materialeffizient und kostensparend hergestellt
werden. Die Reinigungskraft einer mit gleicher Wirkstoffmenge hergestellten Reinigertablette
ist dabei signifikant, zum Teil um bis zu 15 bis 25 Prozent, gegenüber den herkömmlichen
Reinigertabletten verbessert, die kein speziell angepasstes Vorreinigersystem umfassen.
[0013] Ein weiterer Gesichtspunkt betrifft eine erfindungsgemäße Verwendung dieser Reinigertablette
zum Reinigen von gewerblichen Küchengeräten bzw. Kochgeräten, wie z. B. Backöfen,
Grillautomaten, Konvektomaten und Großkochbehältern aus dem gewerblichen Küchenbereich.
Durch die verbesserte Reinigungskraft kann hierbei ein verbessertes Reinigungsergebnis
bei gleicher Wirkstoffmenge in der Reinigertablette gegenüber den herkömmlichen Reinigungstabletten
erzielt werden.
[0014] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Reinigertablette
und des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens sowie der Verwendung einer solchen
Reinigertablette ergeben sich auch aus den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen und Beispielen. Dabei kann das Herstellungsverfahren
bzw. die Verwendung auch entsprechend den abhängigen Ansprüchen der erfindungsgemäßen
Reinigertablette oder des Herstellungsverfahrens ausgebildet sein.
[0015] Bevorzugt ist ein alkalischer Reiniger im Sinne der Erfindung ein Reinigungsmittel,
das beim Auflösen im Wasser (in einer 1%-igen Lösung) einen alkalischen pH-Wert von
größer als 8, bevorzugt größer als 10, insbesondere bevorzugt von größer als 11 einstellt.
Für die Entfernung bzw. Lösung von Fetten und Eiweißstoffen von verschmutzten Oberflächen
ist eine Einstellung des pH-Wertes häufig schon ausreichend, wobei auch Reinigungsmittel
auf alkalischer Basis eine auf komplexbildenden Gruppen oder oberflächenaktiven Gruppen
beruhende Reinigungswirkung aufweisen können. Auch Eiweißdenaturierende alkalische
Stoffe können als erfindungsgemäße Reiniger eingesetzt werden, solange sie ihre Wirkung
in einem alkalischen Milieu (pH-Wert größer 8) entfalten können. Für die Verwendung
in Maschinenreinigern ist ein pH-Wert ab einem pH von 11 oder 12, bevorzugt von 12
bis 14, weiter bevorzugt von 12 bis 13 vorteilhaft. Die alkalische Komponente und
die Reinigerkomponente können in einer Substanz kombiniert sein, können aber auch
getrennte Substanzen sein, solange sie zusammen in dem alkalischen Reiniger umfasst
sind. Insbesondere solche alkalischen Reiniger werden bevorzugt für die Maschinenreinigung
von gewerblichen Backöfen, Grillautomaten, Konvektomaten und Großkochbehältern eingesetzt.
Von solchen Maschinenreinigern unterschieden werden gewöhnlich Reinigungsmittel zur
Anwendung in haushaltsüblichen Spülmaschinen, z. B. zur Reinigung von Geschirr, Besteck
oder Gläsern, bei denen der pH-Wert häufig im neutralen bis leicht alkalischen Bereich
liegt, um eine mögliche Schädigung der gereinigten Utensilien zu vermeiden.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung kann die erfindungsgemäße Reinigertablette
die alkalischen Komponenten in einer Gesamtmenge von 20-80 Gew.-% enthalten, solange
der hochalkalische pH-Wert bei der Anwendung in wässriger Lösung eingestellt werden
kann.
[0017] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform für eine solche erfindungsgemäße Reinigertablette
ist dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptreinigersystem und das Vorreinigersystem
in zumindest teilweise getrennten Kompartimenten vorliegen. Getrennte Kompartimente
oder Einheiten im Sinne der Erfindung können zum Beispiel in sogenannten Kombiprodukten
ausgeführt werden, in denen die Komponenten für eine alkalische Hauptreinigertablette
und eine darin integrierte alkalische Vorreinigertablette separat vermischt und verpresst
werden und erst danach miteinander kombiniert werden.
[0018] Eine bevorzugte Ausgestaltung einer solchen Reinigertablette liegt in der Form einer
zweiphasigen Tablette, vorzugsweise in Form einer Hauptreinigertablette mit darin
integriertem Vorreinigersystem, vor. Zweiphasig im Sinne der Erfindung heißt, dass
mindestens zwei Phasen, fest-fest, fest-flüssig oder fest-gelartig, vorliegen. Dabei
kann jede Phase ein eigenes Kompartiment wie zum Beispiel eine eigene Tablette oder
einen separaten Teil einer Tablette bilden. Wenn eine gelartige oder flüssige Phase
vorliegt, dann sind diese üblicherweise in einer festen Umhüllung, zum Beispiel einer
Kunststoffhülle oder einer Beschichtung bzw. einem Überzug (Coating), welche die mindestens
zwei Phasen voneinander trennt und sich zum Beispiel erst bei Berührung mit Wasser
auflöst. Ein Beispiel für eine solche separate Ausgestaltung ist eine sogenannte Tab-in-Tab-Variante,
in der die Bestandteile der Vorreinigung in einer, häufig kleineren, Tablette zur
Verfügung gestellt werden, die dann in eine Hauptreinigertablette integriert wird.
Prinzipiell ist auch eine Ausgestaltung mit umgekehrtem Aufbau, das heißt z. B. eine
Vorreinigertablette mit integriertem Hauptreiniger, möglich. Da aber in der Regel
die Menge der Vorreinigerkomponente geringer ist als die Menge der Hauptreinigerkomponente,
ist in den meisten Anwendungsfällen die erste Variante bevorzugt. Daher wird im Folgenden
der Einfachheit halber von dieser Variante ausgegangen, wobei dies, sofern nicht anders
erwähnt, auch die umgekehrte Anordnung umfasst.
[0019] Die alkalische Komponente kann gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Reinigertablette aus der Gruppe ausgewählt sein, die aus Natriumhydroxid
(NaOH, hochkonzentriert auch Ätznatron genannt), Soda (Natriumcarbonat) und Natrium-Metasilikat
besteht. Dabei kann in der alkalischen Reinigertablette eine oder eine Kombination
mehrerer dieser alkalischen Komponenten bzw. in Kombination mit zusätzlichen alkalischen
Mitteln eingesetzt werden, um die Alkalität zweckmäßig einzustellen. Bevorzugt werden
diese alkalischen Komponenten der Tablettenmatrix beigemischt, wobei auch unter die
Erfindung fällt, wenn diese in der Tablettenmatrix bei der Tablettierung sich ganz
oder teilweise in stabilere Produkte, z. B. Hydrate oder Oxide etc., umwandeln, solange
diese Umwandlung beim Gebrauch der Reinigertablette in Wasser wieder reversibel ist,
so dass die gewünschte Alkalität (auch "Basizität" genannt) bereitgestellt wird. Die
Tablettenmatrix kann auch aus der alkalischen Komponente selbst aufgebaut sein.
[0020] Die Reinigungswirkung wird vorzugsweise durch zusätzliche Reinigungsmittel verstärkt
bzw. unterstützt. Zusätzliche Reinigungsmittel können aus der aus Polyphosphaten,
Tensiden, Polymeren und Phosphonaten bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Alle diese
Reinigungsmittel sind zweckmäßigerweise möglichst wenig schaumbildend, um eine
übermäßige Schaumbildung zu vermeiden. Besonders bevorzugte Beispiele solcher Reinigungsmittel
sind Na-Tripolyphosphat, Pentanatriumpolyphosphat, ionische oder nichtionische Tenside.
Bevorzugte Tenside sind Fettalkoholethoxylate, insbesondere endgruppenverschlossene
Plurafac-Typen (z.B. Fa. BASF) oder Fettamine. Anionische Tenside sind zwar denkbar,
haben jedoch eine geringere Relevanz, da diese häufig stark schäumend sind. Alkalistabile
Phosphonate (z. B. Salze der Nitrilo-tris-methylenephosphonic acid) der Sequion-Typen
(z.B. Fa. Polygon) oder Cublen-Typen (z. B. Fa. Zschimmer & Schwarz). Als Polymere
kommen bevorzugt Polycarboxylate (z. B. Fa. BASF) zur Anwendung.
[0021] Um eine Tablettenform der Reinigertablette zu erzielen, kann es zweckmäßig sein,
dass sowohl das Hauptreinigersystem als auch das Vorreinigersystem weitere Matrixkomponenten,
ausgewählt aus Bindemitteln, Tablettierhilfsmitteln und Konservierungsmitteln, umfassen.
Die Bindemittel, Tablettierhilfsmittel und Konservierungsmittel werden vorzugsweise
in einer Gesamtmenge von nicht mehr als 20 Gew.-%, besonders bevorzugt nicht mehr
als 10 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Reinigertablette, eingesetzt.
[0022] Die Matrix des Hauptreinigersystems umfasst dabei vorteilhafterweise ein Retardierungsmittel,
welches die Auflösung verzögert, so dass die Hauptreinigerkomponente vor allem im
Hauptspülgang die entsprechende Wirkung entfaltet. Die zeitliche Verzögerung kann
dabei zweckmäßigerweise über die Löslichkeit der aktiven Inhaltsstoffe bzw. der Matrix
des Hauptreinigersystems gesteuert werden oder kann auch temperaturabhängig derart
gesteuert sein, dass erst bei erhöhter Temperatur im Hauptspülgang eine merkliche
Auflösung der Reingerkomponenten des Hauptreinigersystems erfolgt. Zur Verzögerung
der Löslichkeit der Hauptreinigertablette werden gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
hydrophobe Substanzen eingesetzt. Diese können in die Tablettenmatrix gemischt werden
oder als Überzug bzw. Coating auf die Oberfläche der Tablettenkomponente gebracht
werden. Beispiele solcher hydrophoben Substanzen sind Wachse oder ähnlich wirkende
Retardiermittel. Substanzen mit retardierender Wirkung sind beispielsweise Stearate,
z. B. Glyzerinmonostearat, auch bekannt unter dem Handelsnamen Cutina (von Fa. Cognis),
oder Magnesiumstearat sowie Fettsäurealkanolamide, auch bekannt unter dem Handelsnamen
Comperlan (Fa. Cognis). Eine retardierende Wirkung kann jedoch auch mit Substanzen
erreicht werden, welche beim Lösevorgang ein Gel bilden. Dies sind zum Beispiel Carboxymethylcellulosen,
Gelatine, Stärke oder pyrogene Kieselsäure.
[0023] Die Matrix des integrierten Vorreinigersystems enthält bevorzugt kein Retardierungsmittel,
kann aber einen Zerfalls- bzw. Lösungsbeschleuniger umfassen, um sicherzustellen,
dass die Wirkung der Vorreinigerkomponente von Anfang an, d. h. zum überwiegenden
Teil in der Vorspülphase, bereits entfaltet wird. Als Zerfallsbeschleuniger in der
Vorreinigerkomponente der Reinigertablette können alle bekannten Zerfallshilfsmittel
angewendet werden. Dies sind u. a. Stärke bzw. Stärke-Derivate (z. B. von Fa. Colorcon,
Fa. Ingredion - vormals National Starch), Cellulose bzw. Cellulose-Derivate (z. B.
von Fa. SE Tylose, Fa. J. Rettenmaier & Söhne GmbH & Co. KG), Alginate, Saccharide
oder quervernetztes Polyvinylpyrrolidon (z. B. von BASF).
[0024] Die Vorreinigerkomponente hat bevorzugt einen Anteil von 10 bis 30 %, besonders bevorzugt
von 15 bis 25 %, an der gesamten Reinigertablette.
[0025] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform für eine solche erfindungsgemäße Reinigertablette
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptkomponente und die Vorreinigerkomponente
zumindest teilweise getrennt vorliegen. "Zumindest teilweise getrennt vorliegen" heißt
im Sinne der Erfindung, dass die Komponenten zwar mechanisch in Verbindung stehen,
so dass die integrierte Reinigertablette mit definierten Mengenanteilen vorliegt,
aber andererseits in einer Form ist, so dass zumindest der größte Teil des Vorreinigers
nicht in direktem Kontakt mit dem Hauptreiniger steht. Dadurch kann die Vorreinigerkomponente
grundsätzlich freiliegend sein oder, falls sie in der Hauptreinigerkomponente eingebettet
ist, mit einem Hilfsstoff, wie z. B. einem hydrophilen Hilfsstoff, umgeben sein, so
dass die Vorreinigerkomponente zum Lösen des Vorreinigers vom Wasser umspült werden
kann. Der Hilfsstoff kann dabei dafür sorgen, dass das Wasser zum Lösen des Vorreinigers
in die Tablettenmatrix, umfassend die Hauptreinigerkomponente, eindringen kann.
[0026] Vorzugsweise kann ein Haftmittel eingesetzt werden, welches die Vorreinigertablette
in der Matrix der Hauptreinigertablette hält. Beispielsweise kann Polyethylenglykol
für diesen Zweck eingesetzt werden. Dieser wird beim Herstellungsvorgang der erfindungsgemäßen
Reinigertablette zum Beispiel in geschmolzener Form in eine Vertiefung einer alkalischen
Reinigertablette eingebracht und durch das Anpressen einer Vorreinigertablette in
diese Vertiefung in den durch die beiden Tabletten ausgebildeten Zwischenräumen bzw.
auch in den offenen Poren der alkalischen Reinigertablette verteilt werden.
[0027] Die erfindungsgemäße Reinigertablette kann bevorzugt einzeln oder in einer definierten
Anzahl in einer verschweißten Folie, einem sogenannten Flowpack (einem Schlauchbeutel,
bei dem die Produkte horizontal in den Beutel gegeben werden), verpackt sein, so dass
sie genau und einfach bei Gelegenheit dosiert werden können. Eine einzelne Verpackung
einer jeden Reinigertablette ist besonders bevorzugt, da dadurch eine Gefährdung der
Benutzer durch hochalkalische Inhaltsstoffe und eine Verschlechterung der Produktqualität
bei der Lagerung verhindert bzw. zumindest verringert werden können.
[0028] Die erfindungsgemäße Reinigertablette kann bevorzugt zur Reinigung gewerblicher Maschinen
verwendet werden, die gewöhnlich mit neutralen bis alkalischen Reinigungsmitteln gesäubert
werden. Beispiele hierfür sind gewerbliche Küchengeräte bzw. Kochgeräte wie z. B.
gewerbliche Backöfen, Grillautomaten, Konvektomaten und Großkochbehälter.
[0029] Zusätzlich können auch weitere funktionelle Kompartimente bzw. Substanzen wie zum
Beispiel ein Entkalkungsmittel, ein Klarspülmittel, ein Ionenaustauschmittel, ein
spezielles Reinigungsmittel für weitere Verschmutzungen etc. mit in die Reinigertablette
integriert werden. Dazu können zum Beispiel eigene Schichten oder Bereiche verwendet
werden, solange sie in dem alkalischen Milieu stabil sind oder entsprechend gegen
das alkalische Milieu abgeschirmt sind.
[0030] Das Prinzip der Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen beispielshalber
noch näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1a,b,c eine Schnittansicht, Draufsicht und perspektivische Seitenansicht einer
ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
Fig. 2a,b,c eine Schnittansicht, Draufsicht und perspektivische Seitenansicht einer
zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
Fig. 3a,b,c eine Schnittansicht, Draufsicht und perspektivische Seitenansicht einer
dritten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
Fig. 4a,b,c eine Schnittansicht, Draufsicht und perspektivische Seitenansicht einer
vierten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
Fig. 5 eine Seitenansicht einer fünften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
Fig. 6 eine Seitenansicht einer sechsten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigertablette.
[0031] In Figur 1a ist eine seitliche Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Reinigertablette
1 mit integrierter Vorreinigertablette 3 gemäß einer ersten Ausführungsform gezeigt.
In den Figuren 1b und 1c ist die Reinigertablette 1 aus der Figur 1a in der Draufsicht
sowie in der perspektivischen Ansicht gezeigt, wobei die Merkmale mit identischen
Bezugszeichen bezeichnet sind.
[0032] Die Reinigertablette 1 besteht aus einer größeren Hauptreinigertablette 2 und einer
kleineren Vorreinigertablette 3. Die größere Hauptreinigertablette 2 enthält ein alkalisches
Reinigungsmittel und ist aus einer pulverförmigen Matrix aufgebaut. Die alkalische
Hauptreinigertablette 2 hat eine zylindrische Grundform mit einer zentralen runden
Vertiefung 5 in der Oberseite. Die Vertiefung 5 hat einen Durchmesser von etwa der
Hälfte des Durchmessers der gesamten Reinigertablette 1. Die Tiefe der Vertiefung
5 ist etwa halb so groß wie die Höhe der gesamten Reinigertablette 1.
[0033] In der Vertiefung 5 ist eine Vorreinigertablette 3 versenkt, die in etwa den Größenverhältnissen
der Vertiefung entspricht. "In etwa den Größenverhältnissen entspricht" heißt, dass
ein schmaler Spalt 6 zwischen der alkalischen Hauptreinigertablette 2 und der Vorreinigertablette
3 verbleibt. In der hier gezeigten Ausführungsform schaut die kleinere Vorreinigertablette
3 nicht über die Oberseite der Vertiefung 5 heraus. Alternativ kann dies aber auch
anders ausgestaltet sein. Der Spalt 6 ist optional mit einem Kleber ausgefüllt. Der
Kleber wird bevorzugt vor der Vorreinigertablette 3 in die Vertiefung 5 gegeben, woraufhin
die Vorreinigertablette 3 eingepresst wird.
[0034] In den Figuren 2a, 2b und 2c ist eine Reinigertablette gemäß einer zweiten Ausführungsform
gezeigt, bei der sich die Hauptreinigertablette in der Vertiefung 5 zentral in der
Mitte der alkalischen Vorreinigertablette 2 befindet, so dass die alkalische Hauptreinigertablette
3 vollständig von der alkalischen Vorreinigertablette 2 umgeben ist. Zur Herstellung
dieser Tablette wird die vorgefertigte Hauptreinigertablette 3 vor dem Pressen der
Vorreinigertablette 1 mit in die Form eingelegt.
[0035] In den Figuren 3a, 3b und 3c ist eine Reinigertablette gemäß einer dritten Ausführungsform
gezeigt, bei der alle Merkmale identisch wie in der ersten Ausführungsform sind, außer
dass die Vertiefung 5 für die Vorreinigertablette 3 die alkalische Hauptreinigertablette
2 vollständig durchdringt. Das heißt, dass die alkalische Hauptreinigertablette 2
ringförmig die alkalische zylinderförmige Vorreinigertablette 3 umgibt.
[0036] In den Figuren 4a, 4b und 4c ist eine Reinigertablette gemäß einer vierten Ausführungsform
gezeigt, bei der alle Merkmale identisch wie in der ersten Ausführungsform sind, außer
dass die Vertiefung 5 für die Vorreinigertablette 3 sowie die Vorreinigertablette
3 selbst einen weitgehend quadratischen Querschnitt anstelle eines runden Querschnitts
aufweisen.
[0037] Kombinationen der speziellen Ausgestaltung der Vertiefung 5 sowie der Vorreinigertablette
3 mit den Varianten der dritten oder vierten Ausführungsform sind möglich, auch wenn
sie hier nicht explizit dargestellt sind. Ebenso kann die äußere Form der alkalischen
Hauptreinigertablette 2 von den hier gezeigten Querschnitten abweichen und z. B. rechteckige,
quadratische, ovale oder auch anderweitig ausgestaltete Querschnitte aufweisen.
[0038] In der Figur 5 ist eine Seitenansicht einer fünften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Reinigertablette gezeigt, in der die Hauptreinigerkomponente in der ersten Schicht
7 und die Vorreinigerkomponente in der daran angrenzenden zweiten Schicht 8 angeordnet
sind, um eine zweischichtige Reinigertablette zu erzeugen.
[0039] Die Figur 6 zeigt ebenfalls eine Seitenansicht einer mehrschichtigen Reinigertablette
mit einer ersten Schicht 7 für die Hauptreinigerkomponente, einer zweiten Schicht
8 für die Vorreinigerkomponente und einer dritten Schicht 9 für eine dritte Komponente,
die wiederum eine Vorreinigerkomponente oder eine dritte Reinigerkomponente oder eine
Hilfsmittelkomponente umfassen kann.
[0040] Die vorliegende Erfindung wird nun weiter anhand der folgenden beispielhaften Rezepturen
erläutert. Die Prozentangaben erfolgen dabei in Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge
der Reinigertablette.
[0041] Eine Rahmenrezeptur für die erfindungsgemäße Reinigertablette aus einer Kombination
einer alkalischen Reinigertablette und einer darin integrierten alkalischen Vorreinigertablette
setzt sich wie folgt zusammen:
Gesamte Reinigertablette
[0042] Die Alkalität wird durch einen oder eine Kombination mehrerer der folgenden Rohstoffe
zur Verfügung gestellt:
| Ätznatron (NaOH) |
0 - 70 % |
| Natrium-Metasilikat |
0 - 70 % |
| Soda |
0 - 70 % |
[0043] Für die Reinigungswirkung stehen die folgenden Rohstoffe, alleine oder in beliebiger
Kombination miteinander, zur Verfügung:
| Na-Tripolyphosphat |
10 - 30 % |
| Tenside (schaumarm) |
0,1 - 10 % |
| Polymere |
0,1 - 10 % |
| Phosphonate |
0,1 - 10 % |
[0044] Zusätzlich werden Tablettierhilfsmittel und wie oben erläutert Retardierungsmittel
in der Hauptreinigertablette (Hauptreinigersystem) sowie optional Zerfallshilfsmittel
in der Vorreinigertablette (Vorreinigersystem) eingesetzt, welche im Idealfall zusammen
nicht mehr als 10 % der Zusammensetzung ausmachen.
[0045] Der pH-Wert dieser alkalischen Reinigertablette wird zwischen 11 und 14, bei bevorzugten
Reinigern auf etwa 12 bis 13, eingestellt.
Beispiel 1: mögliche Tablettenzusammensetzungen
[0046] Grundsätzlich können sich die Vorreinigertablette und die Hauptreinigertablette von
den Wirksubstanzen her unterscheiden, was zur Optimierung der Wirkung beitragen kann.
Zur Erläuterung des Prinzips dieser Patentanmeldung soll jedoch bewusst eine einheitliche
Zusammensetzung der Wirksubstanzen die Grundlage bilden, auf der die alkalische Reinigertablette
mit Vor- und Hauptreinigersystem gegen eine einphasige Tablette mit gleicher Zusammensetzung
der Wirksubstanzen verglichen werden kann. Somit wird nur der Effekt der Aufteilung
auf zwei zeitlich versetzte Reinigungsphasen und nicht der einer Variation der chemischen
Zusammensetzung betrachtet.
[0047] Die folgenden Beispiele beziehen sich daher auf die Zusammensetzung der Wirksubstanzen.
In der einphasigen Reinigertablette werden Retardierungsmittel zugegeben, um zu verhindern,
dass sich ein relevanter Teil bereits im Vorreinigungsprogramm auflöst.
[0048] Bei der erfindungsgemäßen Tablette werden in diesen Beispielen 20 % der Tablette
in einem gesonderten Kompartiment ohne Retardierungsmittel eingesetzt, so dass sich
dieser Anteil während der Vorreinigerphase des automatischen Reinigungsprogramms löst.
Das Gesamtgewicht dieser Tablette ist jedoch gleich der herkömmlichen, einphasigen
Tablette, so dass im Reinigungsprozess die gleiche Menge an Chemikalien eingesetzt
wird.
| |
Beispiel A |
Beispiel B |
Beispiel C |
| Ätznatron (NaOH) |
60 % |
30 % |
- |
| Natrium Metasilikat |
- |
40 % |
60 % |
| Soda |
14 % |
10 % |
20 % |
| Na-Tripolyphosphat |
20 % |
15 % |
10 % |
| Nichtionisches Tensid |
3 % |
2 % |
6 % |
| Polymer |
2,5 % |
2 % |
3 % |
| Phosphonat |
0,5 % |
1 % |
1 % |
[0049] Anhand der chemischen Zusammensetzung ist erkennbar, dass die Alkalität von Beispiel
A bis C abnimmt. Folglich sind für das angestrebte Reinigungsresultat unterschiedliche
Dosierungen (Anzahl Tabletten) erforderlich.
[0050] Die Reinigungsprozesse wurden in einem gewerblichen Kochgerät mit automatischem Reinigungsprogramm,
bestehend aus Vorreinigerphase und Hauptreinigerphase, bei standardisierter hartnäckiger
fett- und eiweißhaltiger Verschmutzung, welche durch definierte Koch-/Bratvorgänge
mit stark gewürztem Fleisch erzeugt wurden, durchgeführt.
[0051] Beurteilt wurde die notwendige Anzahl an Tabletten mit gleichem Gewicht, die erforderlich
sind, um ein definiertes Reinigungsergebnis zu erhalten, bei dem die glatten Flächen
des Kochgeräts keine sichtbaren Restverschmutzungen aufweisen.
[0052] Als Resultat dieser Reinigungsversuche ergibt sich folgende Matrix:
| Beispiel |
Ausführung der Tablette |
Erforderliche Anzahl an Reinigertabletten |
| A |
Herkömmliche, retardierte einphasige Tablette |
4 |
| Erfindungsgemäße Tablette mit integrierter nicht retardierter Vorreinigertablette |
3 |
| B |
Herkömmliche, retardierte einphasige Tablette |
5 |
| Erfindungsgemäße Tablette mit integrierter nicht retardierter Vorreinigertablette |
4 |
| C |
Herkömmliche, retardierte einphasige Tablette |
6 |
| Erfindungsgemäße Tablette mit integrierter nicht retardierter Vorreinigertablette |
5 |
[0053] Aus der Matrix geht hervor, dass sich die erforderliche Dosierung mit den erfindungsgemäßen
Reinigertabletten gegenüber herkömmlichen Tabletten je nach Wirkstoffzusammensetzung
um 15 bis 25 Prozent reduzieren lässt.
Beispiel 2: Wirkprinzip der erfindungsgemäßen Reinigertablette
[0054] Anhand eines Reinigungsvorgangs, bei dem die Wirkstoffzusammensetzung aus Beispiel
B in einem gewerblichen Kochgerät mit automatischem Reinigungsprogramm, bestehend
aus Vorreiniger- und Hauptreinigerphase, eingesetzt wird, kann die Wirkungsweise der
erfindungsgemäßen Tablettenausführung dargestellt werden. Um dies zu zeigen, wird
die Vorreinigerkomponente im Wesentlichen gleich zur Hauptreinigerkomponente zusammengesetzt.
Unterschiede bestehen lediglich bezüglich der Verwendung der Hilfsmittel zum Retardieren
der Hauptreinigertablette.
[0055] Die erfindungsgemäße Reinigertablette bestehend aus Vorreinigerkomponente und Hauptreinigerkomponente
entsprechend Fig. 1 wurde mit einer einphasigen Reinigertablette mit gleicher Gesamtzusammensetzung
verglichen.
[0056] Verglichen wird ein Waschgang mit einphasigen retardierten Reinigertabletten und
ein Waschgang, bei dem 20% der Wirkstoffmenge als kleinere, nicht retardierte Vorreinigertabletten
in die großen retardierten Hauptreinigertabletten integriert wurden. Diese Menge an
nicht retardierten Vorreinigertabletten sorgt dafür, dass schon im Vorspülgang erheblich
mehr Schmutz gelöst wird.
[0057] Die Untersuchung der Reinigungslösung zeigt den Unterschied auf:
| |
herkömmliche einphasige Reinigertabletten |
Reinigertabletten mit integriertem Vorreinigersystem |
| |
Spüllösung Vorreinigung |
Spüllösung Hauptreinigung |
Spüllösung Vorreinigung |
Spüllösung Hauptreinigung |
| Trockenmasse bei 130°C (%) |
0,88 |
2,39 |
1,43 |
2,19 |
| Refraktion |
1,4 |
4,0 |
2,2 |
3,8 |
| Transparenz bei Fotometrie |
77,4 |
80,1 |
89,5 |
62,8 |
[0058] Die visuelle und fotometrische Analyse der Spüllösungen zeigt deutlich, dass bei
der Reinigertablette mit integriertem Vorreinigersystem in der Vorreinigung bereits
deutlich mehr Schmutz gelöst wird.
[0059] Da es sich bei den vorhergehenden, detailliert beschriebenen Reinigertabletten um
Ausführungsbeispiele handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann in einem weiten
Umfang modifiziert werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere
können konkrete Ausgestaltungen der Reinigertabletten in anderen Formen als den hier
beschriebenen vorliegen. Ebenso können die Rezepturen der alkalischen Reinigertabletten
vom Fachmann im Sinne der vorstehend beschriebenen speziellen Ausführungsbeispiele
modifiziert werden. Der Fachmann weiß auch, wie er die einzelnen Gewichtsanteile an
die entsprechenden Anforderungen im Rahmen der erfindungsgemäßen Lösung der Aufgabe
anpassen kann. Weiterhin schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw.
"eine" nicht aus, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können.
1. Reinigertablette mit einem alkalischen Reiniger zur Reinigung von gewerblichen Kochgeräten,
umfassend ein Hauptreinigersystem für einen Hauptspülgang einer Maschine und ein integriertes
Vorreinigersystem, das seine Wirkung bereits in einem Vorspülgang der Maschine zu
entfalten beginnt.
2. Reinigertablette nach Anspruch 1, wobei die Reinigertablette in einer wenigstens 1%-igen
wässerigen Lösung einen pH-Wert von größer als 8 besitzt.
3. Reinigertablette nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Hauptreinigersystem und das Vorreinigersystem
in zumindest teilweise getrennten Kompartimenten umfasst sind.
4. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Reinigertablette
in Form einer mindestens zweiphasigen Tablette, insbesondere in Form einer Hauptreinigertablette
mit darin integriertem Vorreinigersystem, ausgestaltet ist.
5. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hauptreinigersystem
und/oder das Vorreinigersystem ein Alkalisystem aus einer oder mehreren Komponenten,
welche aus Natriumhydroxid, Soda und Natriummetasilikat ausgewählt sind, umfassen.
6. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hauptreinigersystem
und/oder das Vorreinigersystem mindestens ein zusätzliches Reinigungsmittel, ausgewählt
aus der Gruppe aus Polyphosphaten, Tensiden, Polymeren und Phosphonaten, umfassen.
7. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hauptreinigersystem
und/oder das Vorreinigersystem weitere Matrixkomponenten, ausgewählt aus Bindemitteln,
Tablettierhilfsmitteln und Konservierungsmitteln, umfassen.
8. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Hauptreinigersystem
ein Retardierungsmittel umfasst.
9. Reinigertablette nach Anspruch 8, wobei das Retardierungsmittel eine hydrophobe Substanz
umfasst, ausgewählt aus Wachsen, Stearaten, Fettsäurealkanolamiden, Carboxymethylcellulosen,
Gelatine und pyrogenen Kieselsäuren.
10. Reinigertablette nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Retardierungsmittel in der Tablettenmatrix
oder als Überzug auf der Tablettenoberfläche vorgesehen ist.
11. Reinigertablette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Vorreinigersystem
einen Zerfallsbeschleuniger oder Lösungsbeschleuniger in der Tablettenmatrix umfasst.
12. Reinigertablette nach Anspruch 11, wobei der Zerfallsbeschleuniger oder der Lösungsbeschleuniger
ausgewählt ist aus Stärke bzw. Stärke-Derivaten, Cellulose bzw. Cellulosederivate,
Alginaten, Sacchariden oder quervernetzten Polyvinylpyrrolidonen.
13. Herstellungsverfahren für eine Reinigertablette mit einem alkalischen Reiniger zur
Reinigung von gewerblichen Kochgeräten, umfassend die Schritte
- Vermischen der Reinigerkomponenten, ausgewählt aus Alkalisystemkomponenten, zusätzlichen
Reinigungsmittelkomponenten, weiteren Matrixkomponenten, um eine Reinigergrundmischung
herzustellen,
- Aufteilen der Reinigergrundmischung in eine Hauptreinigermischung und eine Vorreinigermischung,
- Versehen der Hauptreinigermischung mit einem Retardierungsmittel, um ein Hauptreinigerkompartiment
vorzusehen, und
- Kombinieren des Vorreinigerkompartiments mit dem Hauptreinigerkompartiment.
14. Herstellungsverfahren nach Anspruch 13, zusätzlich umfassend den Schritt des Versehens
der Vorreinigermischung mit einem Zerfallsbeschleuniger oder Lösungsbeschleuniger,
um das Vorreinigerkompartiment vorzusehen.
15. Verwendung einer Reinigungstablette mit einem alkalischen Reiniger für die Reinigung
von gewerblichen Kochgeräten, wobei die Reinigungstablette ein Hauptreinigersystem
für einen Hauptspülgang einer Maschine und ein integriertes Vorreinigersystem, das
seine Wirkung bereits in einem Vorspülgang der Maschine zu entfalten beginnt, umfasst.