[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln von Wäsche, ein Verfahren zum
Betreiben einer Wäschebehandlungsmaschine, eine entsprechende Vorrichtung sowie ein
entsprechendes Computer-Programmprodukt und eine Wäschebehandlungsmaschine zum Behandeln
von Wäsche.
[0002] Bei Textilien mit Imprägnierung kann diese mit der Zeit ihre Wirkung verlieren. Oft
ist beispielsweise keine neue Imprägnierung nötig, sondern ein Reaktivieren kann genügen.
Dieses kann insbesondere Prozesslufttemperaturen von beispielhaft über 60°C idealerweise
auch noch nach Durchströmen der Trommel erfordern. Solche Temperaturen können in einem
Wäschetrockner mit Beheizung mittels Wärmepumpe unter Umständen schwierig zu erreichen
sein.
[0003] Die
DE 10 2009 026 646 A1 beschreibt ein Verfahren zur Behandlung von Wäsche in einer Waschmaschine mittels
einer Induktionsheizung.
[0004] Der Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren zum Behandeln von
Wäsche, ein verbessertes Verfahren zum Betreiben einer Wäschebehandlungsmaschine,
eine verbesserte Vorrichtung sowie ein verbessertes Computer-Programmprodukt und eine
verbesserte Wäschebehandlungsmaschine zum Behandeln von Wäsche bereitzustellen.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Behandeln von Wäsche,
durch ein Verfahren zum Betreiben einer Wäschebehandlungsmaschine, durch eine entsprechende
Vorrichtung sowie durch ein entsprechendes Computer-Programmprodukt und durch eine
Wäschebehandlungsmaschine zum Behandeln von Wäsche mit den Merkmalen der Hauptansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0006] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen neben einer zuverlässigen und
schnellen Behandlung von Wäsche sowie einer Einsparung von Energie insbesondere bei
einem Reaktivieren von Imprägnierungen auch in einer schonenden Behandlung der Wäsche.
Durch Induktionsheizung kann beispielsweise eine Wärmepumpe während der Behandlung
der Wäsche, insbesondere der Reaktivierung einer Imprägnierung, ausgeschaltet bleiben
und es können schnell erwünschte Temperaturen erreicht werden. Die Reaktivierung kann
insbesondere auf eine minimale Programmdauer, beispielhaft 30 Minuten oder dergleichen,
reduziert werden. So können insbesondere ein Energieverbrauch und ein Abrieb einer
Imprägnierung reduziert werden. Somit können erhöhte Geschwindigkeit und Energieeinsparung
vereint werden. Die induktionsbeheizte Trommel kann insbesondere bei Anlegedrehzahl
wie ein Bügeleisen wirken, was häufig zur Reaktivierung von Imprägnierungen empfohlen
wird. Anders als bei einem reinen Wärmepumpen-Wäschetrockner ohne Induktion können
Prozesslufttemperaturen erreicht werden, welche ein zuverlässiges Reaktivieren einer
Imprägnierung ermöglichen. Es können ferner Zeit und Energie zum Erreichen der erforderlichen
Temperaturen eingespart werden, da eine Wärmepumpe, welche für den Reaktiviervorgang
unnötige Kälte erzeugen würde, hierbei ausgeschaltet bleiben kann. Eine Aufheizphase
kann verkürzt werden und somit eine Reaktivierung der Imprägnierung früher einsetzen,
wobei ein Abreiben der Imprägnierung durch Wäschebewegung verringert bzw. minimiert
werden kann. Die Reaktivierung erfolgt durch Wärmeeintrag über die Prozessluft, wobei
insbesondere durch die induktiv beheizte Trommel Energie eingespart werden kann.
[0007] Es wird ein Verfahren zum Behandeln von Wäsche vorgestellt, wobei das Verfahren in
Verbindung mit einer Wäschebehandlungsmaschine ausführbar ist, wobei die Wäschebehandlungsmaschine
eine Trommel zum Aufnehmen der Wäsche aufweist, wobei die Trommel zumindest eine Trommelwand
aus einem ferromagnetischen Material aufweist, wobei das Verfahren zumindest folgende
Schritte aufweist:
Induzieren von Wirbelströmen in der zumindest einen Trommelwand der Trommel, um die
Trommel zu erwärmen;
Bewirken eines Volumenstroms von Prozessluft durch die Trommel hindurch; und
Antreiben der Trommel zwischen einer Anlegedrehzahl, bei der in der Trommel aufgenommene
Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel an der Trommelwand anliegt, und einer Wäschefalldrehzahl,
bei der in der Trommel aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel von
der Trommelwand fällt.
[0008] Das Verfahren kann in Verbindung mit bzw. unter Verwendung von einer Ausführungsform
einer nachstehend genannten Wäschebehandlungsmaschine ausgeführt werden. Die Wirbelströme
können mittels eines an die zumindest eine elektrische Spule angelegten elektrischen
Signals induziert werden. Die Wäschebehandlungsmaschine kann als ein Wäschetrockner,
ein Waschtrockner oder dergleichen, insbesondere als Wärmepumpen-Wäschetrockner mit
Induktion, ausgeführt sein. Eine Trommelwand kann einen Trommelmantel repräsentieren.
Die zumindest eine elektrische Spule kann außerhalb der Trommel angeordnet sein. Die
Trommel kann relativ zu der zumindest einen elektrischen Spule drehbar angeordnet
sein. Auch kann die Trommel eine Antriebseinheit aufweisen, die ausgebildet sein kann,
um die Trommel zu drehen. Der Schritt des Antreibens kann kontinuierlich ausgeführt
werden. Dabei kann eine Drehzahl eingestellt und zusätzlich oder alternativ zumindest
einmal verändert werden.
[0009] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Antreibens alternierend zwischen
der Anlegedrehzahl und der Wäschefalldrehzahl gewechselt werden. Eine solche Ausführungsform
bietet den Vorteil, dass eine zuverlässige Durchmischung und eine gleichmäßige Erwärmung
der Wäsche erreicht werden können.
[0010] Auch kann im Schritt des Antreibens ein Verhältnis einer Zeitdauer eines Antreibens
der Trommel mit der Anlegedrehzahl zu einer Zeitdauer eines Antreibens der Trommel
mit der Wäschefalldrehzahl zumindest in Abhängigkeit von einer Wäscheart und zusätzlich
oder alternativ einer Beladungsmenge der Wäsche in der Trommel eingestellt und zusätzlich
oder alternativ variiert werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass
je nach Empfindlichkeit und Menge der Wäsche in der Trommel eine energiesparende,
schnelle, zuverlässige und schonende Behandlung der Wäsche ermöglicht werden kann.
[0011] Dabei kann im Schritt des Antreibens die Zeitdauer der Anlegedrehzahl erhöht werden,
je empfindlicher die Wäscheart ist. Auch kann im Schritt des Antreibens die Zeitdauer
der Anlegedrehzahl erhöht werden, je geringer die Beladungsmenge von Wäsche in der
Trommel ist. Die Trommel kann optional kontinuierlich mit der Anlegedrehzahl angetrieben
werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass eine mechanische Belastung
empfindlicher Wäsche verringert werden kann.
[0012] Zudem kann im Schritt des Antreibens die Zeitdauer der Wäschefalldrehzahl erhöht
werden, je höher die Beladungsmenge von Wäsche in der Trommel ist und zusätzlich oder
alternativ je größer Wäschestücke der Wäsche sind. Eine solche Ausführungsform bietet
den Vorteil, dass eine gründliche Durchmischung und gleichmäßige Erwärmung der Wäsche
bewirkt werden können.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Antreibens die Trommel in eine einzige
Drehrichtung angetrieben werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass
im Falle von mit einem Trommelantrieb gekoppeltem Lüfter der Prozessluftstrom gleichmäßig
beibehalten werden kann.
[0014] Zusätzlich oder alternativ kann im Schritt des Antreibens die Trommel in wechselnde
Drehrichtungen angetrieben werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil,
dass durch Reversieren eine Durchmischung der Wäsche weiter verbessert werden kann.
[0015] Insbesondere kann im Schritt des Induzierens die Trommel auf eine vordefinierte Maximaltemperatur
erwärmt werden, bis eine Temperatur der aus der Trommel austretenden Prozessluft eine
Solltemperatur erreicht. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass ein
Aufheizen auf eine zur Behandlung der Wäsche vorgesehene Temperatur schnell und energiesparend
erfolgen kann.
[0016] Auch können der Schritt des Induzierens, der Schritt des Bewirkens und der Schritt
des Antreibens für eine Behandlungszeitdauer ausgeführt werden, wenn eine Temperatur
der aus der Trommel austretenden Prozessluft eine Solltemperatur erreicht hat. Hierbei
kann die Temperatur der Prozessluft während der Behandlungszeitdauer auf der Solltemperatur
gehalten werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Behandlung
der Wäsche, insbesondere ein Reaktivieren einer Imprägnierung, zuverlässig und schnell
durchgeführt werden kann.
[0017] Ferner können der Schritt des Induzierens, der Schritt des Bewirkens und der Schritt
des Antreibens für eine Behandlungszeitdauer ausgeführt werden, wenn eine Restfeuchte
der Wäsche einen vordefinierbaren Wert erreicht hat und eine Temperatur der aus der
Trommel austretenden Prozessluft eine Solltemperatur erreicht hat. Hierbei kann die
Temperatur der Prozessluft während der Behandlungszeitdauer auf der Solltemperatur
gehalten werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass sowohl die Behandlung
der Wäsche, insbesondere ein Reaktivieren einer Imprägnierung, zuverlässig und schnell
durchgeführt werden kann als auch eine Trocknung feuchter, gewaschener und zusätzlich
oder alternativ frisch imprägnierter Wäsche effizient erfolgen kann.
[0018] Es kann im Schritt des Induzierens die Trommel erwärmt werden, um eine zum Auffrischen
einer Imprägnierung der Wäsche geeignete Auffrischtemperatur der aus der Trommel austretenden
Prozessluft zu erreichen. Die Auffrischtemperatur kann eine Solltemperatur repräsentieren.
Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass eine Imprägnierung der Wäsche
sicher, schnell und energiesparend aufgefrischt bzw. reaktiviert werden kann.
[0019] Es wird auch ein Verfahren zum Betreiben einer Wäschebehandlungsmaschine vorgestellt,
wobei die Wäschebehandlungsmaschine eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche, wobei die
Trommel zumindest eine Trommelwand aus einem ferromagnetischen Material aufweist,
zumindest eine benachbart zu der Trommel angeordnete elektrische Spule und ein Prozessluftgebläse
aufweist, wobei das Verfahren zumindest folgende Schritte aufweist:
Anlegen eines elektrischen Signals an die zumindest eine elektrische Spule, um Wirbelströme
in der zumindest einen Trommelwand zu induzieren, um die Trommel zu erwärmen;
Ausgeben eines Gebläsesignals an das Prozessluftgebläse, um einen Volumenstrom von
Prozessluft durch die Trommel hindurch zu bewirken; und
[0020] Bereitstellen eines Antriebssignals an die Trommel, um die Trommel zwischen einer
Anlegedrehzahl, bei der in der Trommel aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung
der Trommel an der Trommelwand anliegt, und einer Wäschefalldrehzahl anzutreiben,
bei der in der Trommel aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel von
der Trommelwand fällt.
[0021] Das Verfahren kann in Verbindung mit bzw. unter Verwendung von einer Ausführungsform
einer nachstehend genannten Wäschebehandlungsmaschine ausgeführt werden. Das Verfahren
kann insbesondere durch eine Ausführungsform einer nachstehend genannten Vorrichtung
oder durch ein Steuergerät ausführbar sein. Es kann im Schritt des Anlegens beispielsweise
eine hochfrequente elektrische Wechselspannung als elektrisches Signal angelegt werden,
um ein magnetisches Wechselfeld zu erzeugen, mit dem die zumindest eine Trommelwand
beaufschlagbar ist.
[0022] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Eine Ausführungsform einer
nachstehend genannten Wäschebehandlungsmaschine kann die Vorrichtung aufweisen. Auch
durch diese Ausführungsvariante der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der
Erfindung zugrunde liegende Aufgabe schnell und effizient gelöst werden.
[0023] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung
der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal
kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares
Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal
darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden
kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung
einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen.
Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis
oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert
sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
[0024] Es wird ferner eine Wäschebehandlungsmaschine zum Behandeln von Wäsche vorgestellt,
wobei die Wäschebehandlungsmaschine zumindest folgende Merkmale aufweist:
eine Trommel zum Aufnehmen der Wäsche, wobei die Trommel zumindest eine Trommelwand
aus einem ferromagnetischen Material aufweist;
zumindest eine benachbart zu der Trommel angeordnete elektrische Spule zum Induzieren
von Wirbelströmen in der zumindest einen Trommelwand, um die Trommel zu erwärmen;
ein Prozessluftgebläse zum Bewirken eines Volumenstroms von Prozessluft durch die
Trommel hindurch; und
eine Ausführungsform der vorstehend genannten Vorrichtung, wobei die Vorrichtung ausgebildet
ist, um mindestens die Trommel, die zumindest eine elektrische Spule und das Prozessluftgebläse
zu steuern.
[0025] In Verbindung mit der Wäschebehandlungsmaschine ist eine Ausführungsform der vorstehend
genannten Vorrichtung vorteilhaft einsetzbar, um die Wäschebehandlungsmaschine zu
betreiben.
[0026] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Vorrichtung ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden.
[0027] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Wäschebehandlungsmaschine gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
- Figur 2
- ein schematisches Trommeldrehzahl-Zeit-Diagramm für eine Wäschebehandlungsmaschine
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Figur 3
- ein schematisches Temperatur-Zeit-Diagramm für eine Wäschebehandlungsmaschine gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Figur 4
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Behandeln von Wäsche gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung; und
- Figur 5
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0028] Bevor nachfolgend Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben werden, wird zunächst
kurz auf Grundlagen und Hintergründe eingegangen. Für eine gleichmäßige Trocknung
kann beispielsweise bei elektrisch beheizten Wäschetrocknern eine Rotationsrichtung
einer Wäschetrommel in einer Taktfrequenz von beispielsweise 1:1 (z. B. 60/60 Sekunden)
gewechselt werden. Dies kann bei einem Wäschetrockner mit Wärmepumpe anders sein.
Im Falle einer Befestigung eines Gebläserades auf einer Welle eines Trommelantriebsmotors
ändert dieses ebenfalls die Drehrichtung und erzeugt beispielsweise unter Umständen
einen Bruchteil des Prozessluftstromes bei der anderen Drehrichtung. Aus diesem Grund
ist beispielsweise häufig vorgesehen, kurz bzw. kürzer zu reversieren (z. B. 300/10
Sekunden).
[0029] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Wäschebehandlungsmaschine 100 zum
Behandeln von Wäsche gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Die Wäschebehandlungsmaschine
100 ist hierbei als ein Wäschetrockner, ein Waschtrockner oder dergleichen ausgeführt.
Die Wäschebehandlungsmaschine 100 kann auch als ein Wäschepflegegerät bezeichnet werden.
Insbesondere ist die Wäschebehandlungsmaschine 100 als ein Wärmepumpen-Wäschetrockner
mit Induktion ausgeführt.
[0030] Die Wäschebehandlungsmaschine 100 weist eine Trommel 110 zum Aufnehmen der Wäsche
auf. Die Trommel 110 ist in der Wäschebehandlungsmaschine 100 drehbar gelagert. Dabei
ist die Trommel 110 in zumindest eine Drehrichtung 140 drehbar gelagert. Auch wenn
es in Figur 1 nicht explizit gezeigt ist, kann die Trommel 110 eine Antriebseinheit
zum Antreiben bzw. Drehen der Trommel aufweisen. Zumindest eine Wand bzw. Trommelwand
der Trommel 110 ist aus einem ferromagnetischen Material ausgeformt. Optional sind
alle Trommelwände der Trommel 110 aus dem ferromagnetischen Material ausgeformt.
[0031] Ferner weist die Wäschebehandlungsmaschine 100 beispielhaft eine elektrische Spule
120 auf. Die elektrische Spule 120 wird verwendet, um Wirbelströme in der zumindest
einen Trommelwand der Trommel 110 zu induzieren. Durch die Wirbelströme wird die Trommel
110 erwärmt. Die elektrische Spule 120 ist benachbart zu der Trommel 110 angeordnet,
sodass ein von der Spule 120 erzeugtes magnetisches Wechselfeld auf zumindest einen
Abschnitt der Trommel 110 wirkt.
[0032] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die elektrische Spule 120 als eine Flachspule
oder planar ausgeformt, beispielsweise mit Windungen aus Kupfer. Gemäß einem Ausführungsbeispiel
kann die Wäschebehandlungsmaschine 100 eine Mehrzahl von elektrischen Spulen 120 aufweisen.
[0033] Die Wäschebehandlungsmaschine 100 weist gemäß dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel
der Erfindung auch ein Prozessluftgebläse 130 auf. Das Prozessluftgebläse 130 ist
ausgebildet, um einen Volumenstrom von Prozessluft 135 bzw. einen Prozessluftstrom
135 durch die Trommel 110 hindurch zu bewirken.
[0034] Die Wäschebehandlungsmaschine 100 weist auch eine Betriebsvorrichtung 150 bzw. Vorrichtung
150 zum Betreiben der Wäschebehandlungsmaschine 100 auf. Bei der Betriebsvorrichtung
150 handelt es sich beispielsweise um ein Steuergerät oder dergleichen.
[0035] Die Betriebsvorrichtung 150 ist ausgebildet, um mindestens die Trommel 110, die zumindest
eine elektrische Spule 120 und das Prozessluftgebläse 130 zu steuern. Somit ist die
Betriebsvorrichtung 150 signalübertragungsfähig mit der Trommel 110, der zumindest
einen elektrischen Spule 120 und dem Prozessluftgebläse 130 verbunden.
[0036] Die Betriebsvorrichtung 150 weist eine Anlegeeinrichtung 152 auf. Die Anlegeeinrichtung
152 ist ausgebildet, um ein elektrisches Signal 162 zum Induzieren von Wirbelströmen
in der zumindest einen Trommelwand zum Erwärmen der Trommel 110 an die elektrische
Spule 120 anzulegen. Das elektrische Signal 162 kann eine hochfrequente elektrische
Wechselspannung sein.
[0037] Die Betriebsvorrichtung 150 weist ferner eine Ausgabeeinrichtung 154 auf. Die Ausgabeeinrichtung
154 ist ausgebildet, um ein Gebläsesignal 164 an das Prozessluftgebläse 130 anzulegen,
um den Prozessluftstrom 135 durch die Trommel 110 hindurch zu bewirken.
[0038] Die Betriebsvorrichtung 150 weist zudem eine Bereitstellungseinrichtung 156 auf.
Die Bereitstellungseinrichtung 156 ist ausgebildet, um ein Antriebssignal 166 an die
Trommel 110 bereitzustellen, um die Trommel 110 zwischen einer Anlegedrehzahl, bei
der in der Trommel 110 aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel 110
an der Trommelwand anliegt, und einer Wäschefalldrehzahl anzutreiben, bei der in der
Trommel 110 aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel 110 von der Trommelwand
fällt.
[0039] Dabei ist die Betriebsvorrichtung 150 ausgebildet, die Schritte eines Verfahrens
aus einer der Figuren 4 und 5 oder eines ähnlichen Verfahrens auszuführen.
[0040] Figur 2 zeigt ein schematisches Trommeldrehzahl-Zeit-Diagramm 200 für eine Wäschebehandlungsmaschine
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bei der Wäschebehandlungsmaschine handelt
es sich um die Wäschebehandlungsmaschine aus Figur 1 oder eine ähnliche Wäschebehandlungsmaschine.
Dabei ist an einer Abszissenachse des Diagramms 200 die Zeit t aufgetragen, wobei
an der Ordinatenachse des Diagramms 200 die Trommeldrehzahl n aufgetragen ist. Die
Trommeldrehzahl n repräsentiert eine Drehzahl der Trommel der Wäschebehandlungsmaschine.
[0041] In dem Diagramm 200 ist ein Graph 210 eingezeichnet, der einen Verlauf der Trommeldrehzahl
n über der Zeit t repräsentiert. Der Graph 210 verläuft beispielhaft einem Rechtecksignal
ähnlich. Der Graph 210 schaltet hierbei beispielsweise periodisch zwischen einer Anlegedrehzahl
202, die ein oberes Drehzahlniveau repräsentiert, und einer Wäschefalldrehzahl 204,
die ein unteres Drehzahlniveau repräsentiert, hin und her.
[0042] Figur 3 zeigt ein schematisches Temperatur-Zeit-Diagramm 300 für eine Wäschebehandlungsmaschine
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Bei der Wäschebehandlungsmaschine handelt
es sich um die Wäschebehandlungsmaschine aus Figur 1 oder eine ähnliche Wäschebehandlungsmaschine.
Dabei ist an einer Abszissenachse des Diagramms 300 die Zeit t aufgetragen, wobei
an der Ordinatenachse des Diagramms 300 Temperaturen ϑ aufgetragen sind.
[0043] In dem Diagramm 300 ist ein erster Graph 310 eingezeichnet, der einen Verlauf einer
Trommelwandtemperatur bzw. Trommelmanteltemperatur der Trommel der Wäschebehandlungsmaschine
repräsentiert. Ferner ist in dem Diagramm 300 auch ein zweiter Graph 320 eingezeichnet,
der einen Verlauf einer Prozesslufttemperatur eines Volumenstroms von Prozessluft
in der Wäschebehandlungsmaschine repräsentiert.
[0044] Zudem sind in dem Diagramm 300 ein erster Zeitpunkt t1 und ein zweiter Zeitpunkt
t2 angetragen. Eine erste Zeitdauer vor dem ersten Zeitpunkt t1 repräsentiert eine
Aufheizphase, wobei eine zweite Zeitdauer zwischen dem ersten Zeitpunkt t1 und dem
zweiten Zeitpunkt t2 eine Phase einer Regelung nach der Trommelmanteltemperatur repräsentiert,
wobei eine dritte Zeitdauer nach dem zweiten Zeitpunkt t2 eine Phase einer Regelung
nach der Prozesslufttemperatur repräsentiert.
[0045] Auch ist in dem Diagramm 300 eine Behandlungszeitdauer 330 bzw. eine Temperaturhaltezeit
330 insbesondere zur Fixierung einer Imprägnierung eingezeichnet. Die Behandlungszeitdauer
330 ist nach dem zweiten Zeitpunkt t2 bzw. in der Phase der Regelung nach der Prozesslufttemperatur
angeordnet.
[0046] Der erste Graph 310 steigt während der Aufheizphase auf eine vordefinierte Maximaltemperatur
an, die zwischen dem ersten Zeitpunkt t1 und dem zweiten Zeitpunkt t2 eine Solltemperatur
zum induktiven Erwärmen der Trommel repräsentiert. Nach dem zweiten Zeitpunkt t2 fällt
der erste Graph 310 beispielhaft ab.
[0047] Der zweite Graph 320 steigt bis zu dem zweiten Zeitpunkt t2 auf eine Solltemperatur
für die Prozessluft an, die während der Behandlungszeitdauer 330 beibehalten wird.
[0048] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 400 zum Behandeln von Wäsche gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Verfahren 400 ist dabei in Verbindung
mit der Wäschebehandlungsmaschine aus Figur 1 oder einer ähnlichen Wäschebehandlungsmaschine
ausführbar. Auch ist das Verfahren 400 hierbei insbesondere unter Verwendung der Trommel,
der zumindest einen elektrischen Spule, des Prozessluftgebläses und der Betriebsvorrichtung
ausführbar.
[0049] Das Verfahren 400 zum Behandeln weist einen Schritt 410 des Induzierens von Wirbelströmen
in zumindest einer ferromagnetischen Trommelwand einer Trommel zum Aufnehmen der Wäsche
auf, um die Trommel zu erwärmen. Auch weist das Verfahren 400 zum Behandeln einen
Schritt 420 des Bewirkens eines Volumenstroms von Prozessluft durch die Trommel hindurch
auf. Das Verfahren 400 zum Behandeln weist ferner einen Schritt 430 des Antreibens
der Trommel zwischen einer Anlegedrehzahl, bei der in der Trommel aufgenommene Wäsche
bei einer Drehbewegung der Trommel vorzugsweise durchgängig an der Trommelwand anliegt,
und einer Wäschefalldrehzahl auf, bei der sich in der Trommel aufgenommene Wäsche
bei einer Drehbewegung der Trommel von der Trommelwand löst und nach unten fällt.
[0050] Der Schritt 430 des Antreibens kann hierbei kontinuierlich durchgeführt werden. Auch
können der Schritt 410 des Induzierens und der Schritt 420 des Bewirkens kontinuierlich
durchgeführt werden. Dabei können der Schritt 410 des Induzierens, der Schritt 420
des Bewirkens und der Schritt 430 des Antreibens zumindest zeitweise parallel ausgeführt
werden.
[0051] Gemäß einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens 400 zum Behandeln wird im Schritt
430 des Antreibens alternierend zwischen der Anlegedrehzahl und der Wäschefalldrehzahl
gewechselt. Beispielhaft wird dabei im Schritt 430 des Antreibens ein Verhältnis einer
Zeitdauer eines Antreibens der Trommel mit der Anlegedrehzahl zu einer Zeitdauer eines
Antreibens der Trommel mit der Wäschefalldrehzahl zumindest in Abhängigkeit von einer
Wäscheart und/oder einer Beladungsmenge der Wäsche in der Trommel eingestellt und/oder
variiert. Zusätzlich oder alternativ wird hierbei im Schritt 430 des Antreibens die
Zeitdauer der Anlegedrehzahl erhöht, je empfindlicher die Wäscheart ist, und/oder
die Zeitdauer der Wäschefalldrehzahl erhöht, je höher die Beladungsmenge von Wäsche
in der Trommel ist und/oder je größer Wäschestücke der Wäsche sind. Ferner wird beispielsweise
im Schritt 430 des Antreibens die Trommel in eine einzige Drehrichtung angetrieben
oder in wechselnde Drehrichtungen angetrieben.
[0052] Gemäß einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens 400 zum Behandeln wird im Schritt
420 des Induzierens die Trommel auf eine vordefinierte Maximaltemperatur erwärmt,
bis eine Temperatur der aus der Trommel austretenden Prozessluft eine Solltemperatur
erreicht. Ferner werden beispielsweise der Schritt 410 des Induzierens, der Schritt
420 des Bewirkens und der Schritt 430 des Antreibens zumindest eine Behandlungszeitdauer
lang ausgeführt, wenn eine Temperatur der aus der Trommel austretenden Prozessluft
eine Solltemperatur erreicht hat. Dabei wird die Temperatur der Prozessluft während
der Behandlungszeitdauer auf der Solltemperatur gehalten. Optional beginnt die Behandlungszeitdauer
zusätzlich dann, wenn eine Restfeuchte der Wäsche einen vordefinierbaren Wert erreicht
hat. Insbesondere wird dabei im Schritt 410 des Induzierens die Trommel erwärmt, um
eine zum Auffrischen einer Imprägnierung der Wäsche geeignete Auffrischtemperatur
der aus der Trommel austretenden Prozessluft zu erreichen.
[0053] Figur 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 500 zum Betreiben gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Das Verfahren 500 ist ausführbar, um eine Wäschebehandlungsmaschine
zu betreiben. Bei der Wäschebehandlungsmaschine handelt es sich um die Wäschebehandlungsmaschine
aus Figur 1 oder eine ähnliche Wäschebehandlungsmaschine mit einer Trommel zum Aufnehmen
von Wäsche, wobei die Trommel zumindest eine Trommelwand aus einem ferromagnetischen
Material aufweist, zumindest einer benachbart zu der Trommel angeordneten elektrischen
Spule und einem Prozessluftgebläse. Dabei ist das Verfahren 500 in Verbindung mit
bzw. unter Verwendung von der Betriebsvorrichtung aus Figur 1 oder einer ähnlichen
Betriebsvorrichtung ausführbar.
[0054] Das Verfahren 500 zum Betreiben weist einen Schritt 510 des Anlegens eines elektrischen
Signals an die zumindest eine elektrische Spule auf, um Wirbelströme in der zumindest
einen Trommelwand zu induzieren, um die Trommel zu erwärmen. Auch weist das Verfahren
500 zum Betreiben einen Schritt 520 des Ausgebens eines Gebläsesignals an das Prozessluftgebläse
auf, um einen Volumenstrom von Prozessluft durch die Trommel hindurch zu bewirken.
Zudem weist das Verfahren 500 zum Betreiben einen Schritt 530 des Bereitstellens eines
Antriebssignals an die Trommel auf, um die Trommel zwischen einer Anlegedrehzahl,
bei der in der Trommel aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel an der
Trommelwand anliegt, und einer Wäschefalldrehzahl anzutreiben, bei der in der Trommel
aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel von der Trommelwand fällt.
[0055] Dabei können der Schritt 510 des Anlegens, der Schritt 520 des Ausgebens und/oder
der Schritt 530 des Bereitstellens parallel und/oder kontinuierlich ausgeführt werden.
[0056] Unter beispielhafter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 5 werden nachfolgend Ausführungsbeispiele
der Erfindung kurz vorgestellt und/oder nochmals zusammenfassend mit anderen Worten
erläutert.
[0057] Beispielsweise wird eine zu reaktivierende, imprägnierte Wäsche trocken in die als
Wäschetrockner ausgeführt Wäschebehandlungsmaschine 100 gegeben. Die Trommel 110 bzw.
Wäschetrommel 110 dreht mit einer Drehzahl n, bei welcher die Wäsche anliegt, d.h.
mit der Anlegedrehzahl 202, die beispielhaft mindestens 60 min
-1 beträgt. Mittels Induktionsheizung wird auf eine Prozesslufttemperatur nach der Trommel
110 von 60 Grad Celsius erwärmt. Diese Solltemperatur wird während der Behandlungszeitdauer
330 beibehalten, beispielsweise 20 Minuten. Dabei kann ein gegebenenfalls in der Wäschebehandlungsmaschine
100 angeordnetes Wärmepumpensystem ausgeschaltet bleiben, da bei einer Reaktivierung
einer Imprägnierung keine Trocknung der Wäsche erforderlich ist. Falls vorher eine
Nachimprägnierung der Wäschebehandlungsmaschine 100 erfolgt ist, kann eine Wärmepumpe
hinzugeschaltet werden, um die Wäsche vor der Fixierung bzw. Reaktivierung zu trocknen.
[0058] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist das Prozessluftgebläse 130 zumindest während
der Behandlungszeitdauer 330 durchgehend aktiviert. Ein Reversieren der Trommel 110
ist optional. Ein so genannter Wäschering wird durch Drehzahländerung aufgelöst, um
die Wäschestücke umzuschichten, indem beispielsweise zyklisch zwischen Anlegedrehzahl
202 und Wäschefalldrehzahl 204 gewechselt wird, um hohe Wäschetemperaturen, die beispielsweise
in etwa der Prozesslufttemperatur nach der Trommel 110 entsprechen können, und eine
gleichmäßige Trocknung zu erreichen. Die Anlegedrehzahl 202 kann beispielsweise eine
Trommeldrehzahl von 60 bis 80 min
-1 repräsentieren.
[0059] Die Temperatur der zumindest einen Trommelwand der Trommel 110 bzw. eine Trommelmanteltemperatur
kann auf eine maximale Temperatur begrenzt werden, beispielsweise auf 100 Grad Celsius.
Während der Aufheizphase wird die Trommelmanteltemperatur im Schritt 410 des Induzierens
bzw. im Schritt 510 des Anlegens beispielsweise konstant geregelt. Bei Erreichen der
maximalen Prozesslufttemperatur wird nach dieser geregelt und die Trommelmanteltemperatur
nimmt beispielsweise ab.
[0060] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann das Behandeln der Wäsche ein Imprägnieren/Reaktivieren
ohne Einsatz einer Wärmepumpe aufweisen, wobei ein schnelles Aufheizen bei maximaler
Trommelmanteltemperatur auf beispielsweise 60 Grad Celsius Prozesslufttemperatur und
anschließend beispielsweise 20 Minuten Zeittrocknen mit Regelung nach der Prozesslufttemperatur
zum Einsatz kommen können. Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel erfolgt zunächst
ein Trocknen vorbehandelter Wäsche und danach ein Imprägnieren/Reaktivieren, wobei
das zum vorstehend genannten Ausführungsbeispiel Gesagte gilt, wobei das Zeittrocknen
beispielsweise aber erst bei Erreichen der definierten Prozesslufttemperatur und einer
vorgegebenen Restfeuchte, beispielsweise 0 Prozent Restfeuchte oder dergleichen, beginnt.
Die vorgegebene Restfeuchte kann variabel einstellbar sein.
[0061] Somit kann, um ggf. auch ohne Reversieren die Wäsche zuverlässig durchmischen zu
können, die Trommeldrehzahl n zwischen der Anlegedrehzahl 202 und der Wäschefalldrehzahl
204 gewechselt werden. Dabei kann das zeitliche Verhältnis zwischen Anlegedrehzahl
202 und Wäschefalldrehzahl 204 bzw. eine Taktfrequenz in Abhängigkeit von Wäscheart
und Beladungsmenge von Wäsche in der Trommel 110 variiert oder eingestellt werden.
Je empfindlicher die Wäsche, desto höher kann ein Anteil der Anlegedrehzahl 202 gewählt
werden, um die Wäsche weniger mechanisch zu belasten und somit zu schonen. Je größer
Wäschestücke sind, desto höher kann ein Anteil der Wäschefalldrehzahl 204 gewählt
werden, um die Wäsche gleichmäßig zu trocknen. Je höher die Beladungsmenge von Wäsche
in der Trommel 110, desto länger braucht die Wäsche zum Durchmischen und kann somit
ein desto größerer Anteil der Wäschefalldrehzahl 204 gewählt werden.
1. Verfahren (400) zum Behandeln von Wäsche, wobei das Verfahren (400) in Verbindung
mit einer Wäschebehandlungsmaschine (100) ausführbar ist, wobei die Wäschebehandlungsmaschine
(100) eine Trommel (110) zum Aufnehmen der Wäsche aufweist, wobei die Trommel (110)
zumindest eine Trommelwand aus einem ferromagnetischen Material aufweist, wobei das
Verfahren (400) zumindest folgende Schritte aufweist:
Induzieren (410) von Wirbelströmen in der zumindest einen Trommelwand der Trommel
(110), um die Trommel (110) zu erwärmen;
Bewirken (420) eines Volumenstroms von Prozessluft (135) durch die Trommel (110) hindurch;
und
Antreiben (430) der Trommel (110) zwischen einer Anlegedrehzahl (202), bei der in
der Trommel (110) aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel (110) an
der Trommelwand anliegt, und einer Wäschefalldrehzahl (204), bei der in der Trommel
(110) aufgenommene Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel (110) von der Trommelwand
fällt.
2. Verfahren (400) gemäß Anspruch 1, bei dem im Schritt (430) des Antreibens alternierend
zwischen der Anlegedrehzahl (202) und der Wäschefalldrehzahl (204) gewechselt wird.
3. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (430)
des Antreibens ein Verhältnis einer Zeitdauer eines Antreibens der Trommel (110) mit
der Anlegedrehzahl (202) zu einer Zeitdauer eines Antreibens der Trommel (110) mit
der Wäschefalldrehzahl (204) zumindest in Abhängigkeit von einer Wäscheart und/oder
einer Beladungsmenge der Wäsche in der Trommel (110) eingestellt und/oder variiert
wird.
4. Verfahren (400) gemäß Anspruch 3, bei dem im Schritt (430) des Antreibens die Zeitdauer
der Anlegedrehzahl (202) erhöht wird, je empfindlicher die Wäscheart ist.
5. Verfahren (400) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 4, bei dem im Schritt (430) des Antreibens
die Zeitdauer der Wäschefalldrehzahl (204) erhöht wird, je höher die Beladungsmenge
von Wäsche in der Trommel (110) ist und/oder je größer Wäschestücke der Wäsche sind.
6. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (430)
des Antreibens die Trommel (110) in eine einzige Drehrichtung (140) angetrieben wird.
7. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (430)
des Antreibens die Trommel (110) in wechselnde Drehrichtungen (140) angetrieben wird.
8. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (410)
des Induzierens die Trommel (110) auf eine vordefinierte Maximaltemperatur erwärmt
wird, bis eine Temperatur (320) der aus der Trommel (110) austretenden Prozessluft
(135) eine Solltemperatur erreicht.
9. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (410)
des Induzierens, der Schritt (420) des Bewirkens und der Schritt (430) des Antreibens
für eine Behandlungszeitdauer (330) ausgeführt werden, wenn eine Temperatur (320)
der aus der Trommel (110) austretenden Prozessluft (135) eine Solltemperatur erreicht
hat, wobei die Temperatur (320) der Prozessluft (135) während der Behandlungszeitdauer
(330) auf der Solltemperatur gehalten wird.
10. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (410)
des Induzierens, der Schritt (420) des Bewirkens und der Schritt (430) des Antreibens
für eine Behandlungszeitdauer (330) ausgeführt werden, wenn eine Restfeuchte der Wäsche
einen vordefinierbaren Wert erreicht hat und eine Temperatur (320) der aus der Trommel
(110) austretenden Prozessluft (135) eine Solltemperatur erreicht hat, wobei die Temperatur
(320) der Prozessluft (135) während der Behandlungszeitdauer (330) auf der Solltemperatur
gehalten wird.
11. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (410)
des Induzierens die Trommel (110) erwärmt wird, um eine zum Auffrischen einer Imprägnierung
der Wäsche geeignete Auffrischtemperatur der aus der Trommel (110) austretenden Prozessluft
(135) zu erreichen.
12. Verfahren (500) zum Betreiben einer Wäschebehandlungsmaschine (100), wobei die Wäschebehandlungsmaschine
(100) eine Trommel (110) zum Aufnehmen von Wäsche, wobei die Trommel (110) zumindest
eine Trommelwand aus einem ferromagnetischen Material aufweist, zumindest eine benachbart
zu der Trommel (110) angeordnete elektrische Spule (120) und ein Prozessluftgebläse
(130) aufweist, wobei das Verfahren (500) zumindest folgende Schritte aufweist:
Anlegen (510) eines elektrischen Signals (162) an die zumindest eine elektrische Spule
(120), um Wirbelströme in der zumindest einen Trommelwand zu induzieren, um die Trommel
(110) zu erwärmen;
Ausgeben (520) eines Gebläsesignals (164) an das Prozessluftgebläse (130), um einen
Volumenstrom von Prozessluft (135) durch die Trommel (110) hindurch zu bewirken; und
Bereitstellen (530) eines Antriebssignals (166) an die Trommel (110), um die Trommel
(110) zwischen einer Anlegedrehzahl (202), bei der in der Trommel (110) aufgenommene
Wäsche bei einer Drehbewegung der Trommel (110) an der Trommelwand anliegt, und einer
Wäschefalldrehzahl (204) anzutreiben, bei der in der Trommel (110) aufgenommene Wäsche
bei einer Drehbewegung der Trommel (110) von der Trommelwand fällt.
13. Vorrichtung (150), die ausgebildet ist, um die Schritte des Verfahrens (500) gemäß
Anspruch 12 auszuführen.
14. Wäschebehandlungsmaschine (100) zum Behandeln von Wäsche, wobei die Wäschebehandlungsmaschine
(100) zumindest folgende Merkmale aufweist:
eine Trommel (110) zum Aufnehmen der Wäsche, wobei die Trommel (110) zumindest eine
Trommelwand aus einem ferromagnetischen Material aufweist;
zumindest eine benachbart zu der Trommel (110) angeordnete elektrische Spule zum Induzieren
von Wirbelströmen in der zumindest einen Trommelwand, um die Trommel (110) zu erwärmen;
ein Prozessluftgebläse zum Bewirken eines Volumenstroms von Prozessluft durch die
Trommel (110) hindurch; und
die Vorrichtung (150) gemäß Anspruch 13, wobei die Vorrichtung (150) ausgebildet ist,
um mindestens die Trommel (110), die zumindest eine elektrische Spule (120) und das
Prozessluftgebläse (130) zu steuern.
15. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung eines Verfahrens (500)
nach Anspruch 12, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Vorrichtung (150) ausgeführt
wird.