[0001] Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist gerichtet auf ein Panikschloss, bei
welchem die Panikfunktion nicht durch einen eventuell im Schließzylinder steckenden
Schlüssel blockiert werden kann, so dass die Türe im Panikfall unter allen Umständen
manuell durch Betätigung der Handhabe geöffnet werden kann.
[0002] Ein handelsübliches Panikschloss hat einen Riegel, eine Schlossfalle und eine über
eine mit einer Handhabe verbundene Drückernuss sowie einen Schließzylinder. Im verriegelten
Zustand des Panikschlosses, d.h. wenn der Riegel sich in seiner vorgeschlossenen Stellung
befindet und in eine Riegelaufnahme im Türrahmen eingreift, kann das Schloss von einem
Benutzer manuell nur durch die Betätigung der Handhabe von der Gebäudeinnenseite her
geöffnet werden. Die Drehung der Nuss bewirkt eine Zurückverlagerung des Riegels in
seine rückgeschlossene Stellung in den Schlosskasten hinein. Zu Entriegelung von der
Gebäudeinnenseite her ist bei einem Panikschloss kein Schlüssel notwenig. Zur Verriegelung
des Schlosses dient ein Schließzylinder, der mit einem Schlüssel gedreht werden kann.
Im Fall, dass die Türe verriegelt wurde, der Schlüssel aber unbeabsichtigt im Schließzylinder
stecken gelassen wurde, besteht bei herkömmlichen Türschlössern die Gefahr, dass der
Schließbart des Schließzylinders in den Bewegungsbereich des Riegels oder anderer
Teile der Schlossmechanik hineinragt. In diesem Fall ist ein manuelles Öffnen der
Tür durch Betätigen der Handhabe von der Gebäudeinnenseite her im Panikfall verhindert.
[0003] In der
DE 10 2005 039 287 A1 ist ein Panikschloss beschrieben, bei dem sichergestellt ist, dass die Türe in jedem
Fall durch Betätigen der Handhabe von der Gebäudeinnenseite her entriegelt werden
kann, selbst wenn ein Schlüssel im Schließzylinder steckt. Hierfür ist im Panikschloss
ein Finger vorgesehen, der von einem im Schlosskasten federbeaufschlagten Schieber
vorsteht, um in die Bewegungsbahn des Schließbarts einzugreifen. Dieser Finger stellt
ein Verlagerungselement für den Schließbart des Schließzylinders dar. Falls ein Nutzer
unbeabsichtigt einen Schlüssel im Schließzylinder stecken lässt, so dass der Schließbart
des Schließzylinders in den Bewegungsbereich der Tourenöffnungen des Riegels hineinragt,
verschiebt der federbeaufschlagte Finger den Schließbart derart, dass der Schließbart
in Distanz zu einer Tourenöffnung des Riegelschwanzes steht. Dadurch ist sichergestellt,
dass der Schließbart nicht in behindernder Weise in die Schlossmechanik eingreifen
und so im Panikfall ein Zurückziehen des Riegels über die Handhabe von der Gebäudeinnenseite
her verhindert.
[0004] In der
DE 10 2009 003 860 A1 ist ein Panikschloss beschrieben, bei dem die Tourenöffnung an einem mit dem Riegel
bewegungsverbundenen Teil der Schlossmechanik ausgebildet ist und das Verlagerungselement
für den Schließbart federbeaufschlagt am Riegel abgestützt ist.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schloss der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, dass bei einfachem Aufbau eine hohe Funktionssicherheit
des Schlosses erhalten wird unter Vermeidung von Fehlfunktionen in Verbindung mit
der Stellung des Schließbarts des Schließzylinders.
[0006] Diese Erfindung wird gelöst durch den Gegenstand des Anspruchs 1.
[0007] Bei dem Gegenstand des Anspruchs 1 handelt es sich um ein Schloss, insbesondere Panikschloss
zum Einsatz in Flucht- und Rettungswegen. Das Schloss weist einen Schlosskasten mit
darin gelagerter Schlossmechanik mit Riegel und Schließzylinder auf. Hierbei ist der
Riegel in dem Schlosskasten derart bewegbar gelagert, dass der Riegel in einer vorgeschlossenen
Stellung aus einer dem Riegel zugeordneten Öffnung im Schlosskasten aus dieser Öffnung
hervorragt und in einer rückgeschlossenen Stellung in den Schlosskasten eingefahren
ist.
[0008] Der Schließzylinder ist in dem Schlosskasten derart gelagert, dass der Schließbart
des Schließzylinders unmittelbar oder mittelbar mit dem Riegel in Eingriff bringbar
ist, um den Riegel von seiner vorgeschlossenen Stellung in seine rückgeschlossene
Stellung zu bewegen und/oder den Riegel von seiner rückgeschlossenen Stellung in seine
vorgeschlossene Stellung zu bewegen.
[0009] Hierbei ist in dem Riegel oder in einem mit dem Riegel bewegungsverbundenen Teil
mindestens eine Tourenöffnung ausgebildet ist, in der ein Schließbart des Schließzylinders
in und außer Eingriff bringbar ist, wobei in der Eingriffsstellung der Schließbart
in Wirkverbindung des Riegels ist und in der Außereingriffsstellung der Schließbart
außer der Wirkverbindung des Riegels ist.
[0010] An dem Riegel oder an dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen Teil ist mindestens
ein Verlagerungselement federbeaufschlagt abgestützt ist, welches derart bewegbar
gelagert ist, dass das Verlagerungselement durch die Federbeaufschlagung den Schließbart
aus der Wirkverbindung des Riegels herausdrängt.
[0011] Wesentlich ist, dass das Verlagerungselement in die mindestens eine Tourenöffnung
eingreifend bewegbar gelagert ist.
Hierbei ist die mindestens eine Tourenöffnung in dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil ausgebildet und das Verlagerungselement ist an dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil federbeaufschlagt abgestützt. Alternativ ist die mindestens eine Tourenöffnung
in dem Riegel ausgebildet und das Verlagerungselement ist an dem Riegel federbeaufschlagt
abgestützt.
[0012] Das Verlagerungselement ist also am gleichen Teil der Schlossmechanik federbeaufschlagt
abgestützt, an dem auch die mindestens eine Tourenöffnung ausgebildet ist. Bei dem
genannten gleichen Teil der Schlossmechanik handelt es sich um den Riegel oder ein
mit dem Riegel bewegungsverbundenes Teil. Durch die Abstützung des Verlagerungselements
am Riegel oder an dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen Teil und durch die in die
Tourenöffnung eingreifende Anordnung des Verlagerungselements wird hohe Funktionssicherheit
bei einem kompakten Aufbau ermöglicht.
[0013] Bei bevorzugten Ausführungen kann der Verlagerungsschieber unmittelbar in der Tourenöffnung
gelagert und/oder geführt sein. Es kann vorgesehen sein, dass der Riegel oder das
mit dem Riegel bewegungsverbundene Teil eine Führungs- und/oder Lagereinrichtung für
das mindestens eine Verlagerungselement aufweist.
[0014] Bei besonders bevorzugten Ausführungen kann vorgesehen sein, dass das mindestens
eine Verlagerungselement als translatorischer Schieber oder als Schwenkhebel ausgebildet
ist.
[0015] Besonders hohe Funktionssicherheit wird erhalten, wenn vorgesehen ist, dass das mindestens
eine Verlagerungselement mit einem an dem Riegel oder dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil angeordneten Begrenzungsanschlag zusammenwirkt.
[0016] Bei besonders bevorzugten Ausführungen kann vorgesehen sein, dass zur Federbeaufschlagung
des mindestens einen Verlagerungselements eine Federeinrichtung vorgesehen ist, die
mit ihrem einen Ende an dem Riegel oder an dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil abgestützt ist und mit ihrem anderen Ende an dem Verlagerungselement abgestützt
ist.
[0017] Bei besonders bevorzugten Ausführungen kann vorgesehen sein, dass neben der mindestens
einen Tourenöffnung in dem Riegel oder in dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil mindestens eine weitere Tourenöffnung ausgebildet ist.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass mehrere der Tourenöffnungen, die in dem Riegel oder
in dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen Teil ausgebildet sind, mit dem mindestens
einem Verlagerungselement zusammenwirken, wobei das mindestens eine Verlagerungselement
gemeinsam den mehreren Tourenöffnungen zugeordnet ist.
[0019] Besonders hohe Funktionssicherheit kann mit Ausführungen erhalten werden, die vorsehen,
dass neben dem mindesten einen Verlagerungselement, das an dem Riegel oder an dem
mit dem Riegel bewegungsverbundenen Teil abgestützt ist, ein schließkastenseitig federbeaufschlagt
abgestütztes Verlagerungselement als weiteres Verlagerungselement vorgesehen ist,
welches durch die Federbeaufschlagung den Schließbart aus der Wirkverbindung des Riegels
herausdrängt.
[0020] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die federbeaufschlagte Herausdrängung des Schließbarts
aus der Wirkverbindung des Riegels durch das mindestens eine Verlagerungselement und
das weitere Verlagerungselement gemeinsam und/oder nacheinander folgend erfolgt.
[0021] Es kann vorgesehen sein, dass in einer ersten Phase das mindestens eine Verlagerungselement
und das weitere Verlagerungselement gemeinsam auf den Schließbart einwirken und in
einer zweiten Phase nur das weitere Verlagerungselement (5) auf den Schließbart einwirkt.
[0022] Bei bevorzugten Ausführungen kann vorgesehen sein, dass das weitere Verlagerungselement
als translatorischer Schieber oder als Schwenkhebel ausgebildet ist.
[0023] Erhöhte Funktionssicherheit wird erhalten, wenn vorgesehen ist, dass das weitere
Verlagerungselement mit einem an dem Riegel oder dem mit dem Riegel bewegungsverbundenen
Teil angeordneten Begrenzungsanschlag zusammenwirkt.
[0024] Bei besonders bevorzugten Ausführungen kann vorgesehen sein, dass zur Federbeaufschlagung
des weiteren Verlagerungselements eine Federeinrichtung vorgesehen ist, die mit ihrem
einen Ende an dem Schlosskasten abgestützt ist und mit ihrem andere Ende an dem Verlagerungselement
abgestützt ist.
[0025] Im Nachfolgenden werden besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand von Figuren
näher erläutert. Hierbei zeigen
- Fig. 1
- eine Detailansicht des Schlosses mit dem Riegel in seiner vorgeschlossenen Stellung,
- Fig. 2
- eine Detailansicht des Schlosses mit dem Riegel in seiner rückgeschlossenen Stellung,
- Fig. 3
- eine Übersichtsansicht des Schlosses,
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht des Schlosskastens mit der Schlossmechanik des Schlosses
bei abgenommener Schlosskastendecke,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht des Schlosskastens mit Verlagerungsschieber bei abgenommener
Schlosskastendecke,
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht des Schlosskastens mit Blick auf den Schlosskasten von
außen,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht des Schlosskastens mit Blick auf den Schlosskasten von
außen aus einer zweiten Blickrichtung,
- Fig. 8a
- eine Detailansicht des tourenseitigen Verlagerungsschiebers in einer ersten Stellung,
- Fig. 8b
- eine Detailansicht des tourenöffnungsseitigen Verlagerungsschiebers in einer zweiten
Stellung,
- Fig. 9a
- eine Ansicht des Schlosses mit schlosskastenseitigem Verlagerungsschieber und tourenöffnungsseitigen
Verlagerungsschieber zusammenwirkend mit dem Schließbart,
- Fig. 9b
- eine Ansicht des Schlosses mit schlosskastenseitigem Verlagerungsschieber und tourenöffnungsseitigen
Verlagerungsschieber mit verlagertem Schließbart,
- Fig. 10a
- eine Detailansicht des tourenseitigen Verlagerungsschiebers für ein zweitouriges Schloss,
- Fig. 10b
- eine Detailansicht des tourenseitigen Verlagerungsschiebers für ein zweitouriges Schloss,
- Fig. 11a
- eine Detailansicht eines weiteren tourenseitigen Verlagerungsschiebers für ein zweitouriges
Schloss,
- Fig. 11b
- eine Detailansicht eines weiteren tourenseitigen Verlagerungsschiebers für ein zweitouriges
Schloss,
- Fig. 12
- eine Detailansicht des Schlosses mit einer zweiten Ausrührungsform des schlosskastenseitigen
Verlagerungsschiebers,
- Fig. 13
- eine Detailansicht des Schlosses mit der zweiten Ausrührungsform des schlosskastenseitigen
Verlagerungsschiebers, mit Blick auf die Schlosskastendecke,
- Fig. 14
- eine Detailansicht des Schlosses mit der dritten Ausführungsform des schlosskastenseitigen
Verlagerungsschiebers,
- Fig. 15
- eine Detailansicht des Schlosses mit der vierten Ausführungsform des schlosskastenseitigen
Verlagerungsschiebers.
[0026] Zunächst wird Bezug genommen auf die Figuren 1 bis 9, in denen das erste Ausführungsbeispiel
dargestellt ist:
Das Schloss weist einen Schlosskasten 10 mit Schlosskastenboden 10b, Schlosskastendecke
10d und einem Schlossstulp 10s auf. Im Schlosskasten 10 ist die Schlossmechanik gelagert.
Die Schlossmechanik weist einen Riegel 1, einen Schlitten 2 und ein zwischengeschaltetes
Übertragungsglied 3 auf. Der Riegel 1 kann eine vorgeschlossene und eine rückgeschlossene
Stellung einnehmen. In seiner vorgeschlossenen Stellung in Figur 1 durchgreift der
Riegel 1 eine Öffnung im Schlossstulp 10s. In seiner rückgeschlossenen Stellung in
Figur 2 ist der Riegel 1 in den Schlosskasten eingefahren. Der Riegel 1 ist beweglich
im Schlosskasten gelagert. Zur Bewegung des Riegels 1 ist ein Schlitten 2 vorgesehen.
Der Riegel 1 und der Schlitten 2 sind in zugeordneten Horizontalschlitzen 1z, 2z im
Schlosskasten horizontal verschiebbar gelagert. Der horizontale Führungsschlitz 1z
für den Riegel 1 und die horizontalen Führungsschlitze 2z für den Schlitten 2 sind
im Schlosskastenboden angeordnet (Fig. 3). Der Riegel 1 weist einen Führungsfuß 1f
auf, der in den entsprechenden Führungsschlitz 1z im Schlosskastenboden eingreift.
Es wird Bezug genommen auf die Figuren 6 und 7, welche zeigen, dass der Schlitten
2 zwei Führungsfüße 2f aufweist, die jeweils in einen Führungsschlitz 2z im Schlosskastenboden
eingreifen. In den Figuren 6 und 7 sind der Führungsfuß 1f des Riegels 1 und die Führungsfüße
2f des Schlittens 2 in Eingriff mit den jeweiligen Führungsschlitzen 1z, 2z im Schlosskastenboden
10b dargestellt.
[0027] Die Schlossmechanik weist in dem dargestellten Fall ein als Hebel ausgebildetes Übertragungsglied
3 auf, um den Schlitten 2 mit dem Riegel 1 bewegungsmäßig zu koppeln und die Bewegung
zwischen Schlitten 2 und Riegel 1 zu übertragen. Das Übertragungsglied 3 ist als einarmiger
Hebel ausgebildet, der an einem Schwenklager 3z im Schlosskasten schwenkbar gelagert
ist. Das Übertragungsglied 3 wirkt mit dem Schlitten 2 und dem Riegel 1 derart zusammen,
dass bei einer Bewegung des Schlittens 2 der Riegel 1 mitbewegt wird. Der Riegel 1
ist dabei über die Führungsschlitze im Schlosskasten quer zur Stulperstreckung linear
geführt. Das Übertragungsglied 3 ist zwischen dem Schlitten 2 und dem Riegel 1 zwischengeschaltet.
Das Übertragungsglied 3 ist als einarmiger Hebel ausgebildet, der an seinem einen
Ende in dem gehäusefesten Schwenklager 3z gelagert ist und an seinem anderen Ende
einen Bolzen 3b aufweist. Der Schlitten 2 wirkt mit dem Übertragungsglied 3 dadurch
zusammen, dass ein am Schlitten2 fester Zapfen in ein Langloch, welches zwischen dem
gehäusefesten Schwenklager 3b und dem Bolzen 3b in dem Hebelarm des Übertragungsglieds
3 ausgebildet ist. Wenn der Schlitten 2 bei der Entriegelungsbewegung aus der in Fig.
3 dargestellten vorgeschlossenen Stellung in seine in Fig. 2 rückgeschlossene Stellung
verfahren wird, wird das Übertragungsglied 3 um seine gehäusefeste Schwenkachse 3z
im Uhrzeigersinn geschwenkt. Diese Schwenkbewegung erfolgt durch das Eingreifen des
Schlittenfesten Zapfens in das Langloch des Übertragungsglieds 3. Beim Verriegelungsvorgang
erfolgt die Schwenkbewegung im Gegenuhrzeigersinn.
[0028] Das Zusammenwirken des Übertragungsglieds 3 mit dem Riegel 1 erfolgt über den am
freien Ende des Übertragungsglieds angeordneten Bolzen 3b. Der Bolzen 3b wirkt mit
einer am oberen Rand des Riegelschwanzes ausgebildeten Führungsnut zusammen. Fig.
2 zeigt die Stellung des Bolzens 3b in der Führungsnut halb eingefahren. In dieser
Stellung ist der Riegel 1 in seiner rückgeschlossenen Stellung. Fig. 3 zeigt die vorgeschlossene
Stellung des Riegels. Der Bolzen 3b des Übertragungselements steht hierbei in der
Führungsnut vollständig eingefahren. Mit der Schwenkbewegung des Übertragungsglieds
3, die durch das Zusammenwirken des Übertragungsglieds 3 mit dem Schlitten 2 erfolgt,
wird der Bolzen 3b des Übertragungsglieds in der Führungsnut des Riegelschwanzes verfahren
unter Verschiebung des Riegels 1 zwischen seiner vorgeschlossenen und seiner rückgeschlossenen
Stellung.
[0029] Das Übertragungslied kann als ein Element aus zwei parallelen Hebeln ausgebildet
sein, wobei der eine Hebel auf der Vorderseite und der andere Hebel auf der Rückseite
des Riegelschwanzes angeordnet ist und der Riegelschwanz also zwischen den beiden
Hebeln eingreift.
[0030] Die Schlossmechanik weist weiter einen Schließzylinder 4 mit Schließbart 4a auf,
wobei der Schließzylinder 4 mittels eines Schlüssels betätigbar ist. Durch Schlüsselbetätigung
des Schließzylinders 4 kann das Schloss sowohl verriegelt als auch entriegelt werden,
d.h. der Riegel 1 kann durch Schlüsselbetätigung des Schließzylinders 4 von seiner
rückgeschlossenen Stellung in seine vorgeschlossene Stellung, und umgekehrt, überführt
werden. Hierbei wirkt der Schließbart 4a auf den Schlitten 2, um den Riegel 1 zu bewegen,
d.h. zur Entriegelung und zur Verriegelung des Schlosses.
[0031] Wie der Schließzylinder 4 und der Riegel 1 zusammenwirkt, wird in der nachfolgenden
Beschreibung noch im Einzelnen beschrieben.
[0032] Das vorliegende Türschloss ist als Panikschloss ausgebildet. Dies bedeutet, dass
das Schloss von einer der beiden Türseiten her, in der Regel von der Gebäudeinnenseite
her, manuell durch Betätigung einer Handhabe entriegelt werden kann. Die in den Figuren
nicht dargestellte Handhabe ist an einer in Fig. 3 dargestellten Schlossnuss 7 angeschlossen.
Diese Schlossnuss 7 ist Teil der Schlossmechanik und im Schlossgehäuse gelagert.
[0033] Von der Gebäudeinnenseite her kann also ein Benutzer über die Handhabe auch ohne
Schlüsselbetätigung des Schließzylinders 4 das Schloss entriegeln. Von der anderen
der beiden Türseiten her, in der Regel von der Gebäudeaußenseite her, kann das Schloss
ausschließlich mittels Schlüsselbetätigung des Schließzylinders 4 entriegelt werden.
[0034] Die Schlossmechanik weist weiter einen Z-förmigen Verlagerungsschieber 5 auf. Der
Verlagerungsschieber 5 ist im Inneren des Schlosskastens in einem Bereich zwischen
dem Riegel 1 und dem Schließzylinder 4 angeordnet. Der Verlagerungsschieber 5 kann
in Anlage mit dem Schließbart des Schließzylinders gebracht werden. Der Verlagerungsschieber
5 ist im Schlosskasten parallel zur Längserstreckungsrichtung des Stulps beweglich
geführt. Hierfür ist in dem Schlosskasten 10 eine Führungseinrichtung 5z ausgebildet,
die das Verlagerungselement 5 entsprechend führt.
[0035] Der Verlagerungsschieber 5 ist durch eine schlosskastenfest abgestützte Feder 6 beaufschlagt,
welche das Verlagerungsschieber 5 in Richtung zum Schließzylinder 4 hin, d.h. in Richtung
vom Riegel 1 weg, beaufschlagt. Der Verlagerungsschieber 5 weist drei starr miteinander
verbundene Stege 5a, 5b, 5c auf. Der erste Steg 5a und der zweite Steg 5b des Verlagerungsschiebers
5 sind im Wesentlichen parallel zueinander und parallel zur Längserstreckungsrichtung
des Schlossstulps ausgerichtet. Der dritte Steg 5c des Verlagerungsschieber 5 ist
zwischen dem ersten Steg 5a und dem zweiten Steg 5b angeordnet und erstreckt sich
senkecht zum ersten Steg 5a und zum zweiten Steg 5b. Der erste Steg 5a ist mit Führungsfuß
5f in vertikalen Gehäuseschlitzen 5z vertikal verschiebbar geführt (siehe Fig. 4 bis
7). Der zweite Steg 5b ist auf der dem Stulp abgewandten Seite des Schlosskastens
10 geführt, und zwar ebenfalls mit Führungsfüßen 5f in vertikal verlaufenden Gehäuseschlitzen
5z (siehe Fig. 4 bis 7). Zur Führung des Verlagerungsschiebers 5 greifen die an den
Stegen ausgebildeten Führungsfüße 5f in jeweils zugeordnete Führungsschlitze 5z, die
in der Schlosskastendecke und im Schlosskastenboden ausgebildet sind. Die Führungsfüße
5f sind jeweils abgestuft, sodass sie ein in den Führungsschlitz eingreifendes Führungsende
und eine auf der Stufe ausgebildete Lauffläche aufweisen, die auf der Innenseite des
Schlosskastenbodens bzw. der Schlosskastendecke auf dem den Führungsschlitz angrenzenden
Flächenbereich aufliegend geführt sind.
[0036] An seinem dem Schließzylinder 4 abgewandtem Ende weist dieser zweite Steg 5b einen
hakenartigen Vorsprung 5v auf, der mit einer korrespondierenden Einkerbung 1 k am
Riegel 1 oder einer korrespondierenden Einkerbung 2k am Schlitten 2 in Eingriff bringbar
ist. Hierbei zeigt Figur 2 eine Ausführungsform des Verlagerungsschiebers 5, bei der
hakenartige Vorsprung 5v in eine Einkerbung 1 k am Riegel 1 eingreift. Figur 15 zeigt
eine abgewandelte Ausführungsform des Verlagerungsschiebers 5, bei der der hakenartige
Vorsprung 5v in eine Einkerbung 2k am Schlitten 2 eingreift. Der dritte Steg 5c ist
ein verbindender Quersteg ausgebildet. Er erstreckt sich in einer Richtung, die im
Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung des Riegels 1 liegt. Dieser dritte Steg
5c des Verlagerungsschiebers 5 dient zur Anlage an den Schließbart 4a des Schließzylinders
4.
[0037] Das Verlagerungselement 5 hat den Zweck, sicherzustellen, dass das Schloss auch in
solchen Fällen manuell entriegelt werden kann, selbst wenn ein Schlüssel im Schließzylinder
steckt. Wenn ein Benutzer den Schlüssel in den Schließzylinder 4 einstecken sollte
und den Schlüssel stecken lässt, soll verhindert werden, dass der Schließbart 4a des
Schließzylinders in einer Lage zu liegen kommt, bei der der Schließbart 4a in die
Bewegungsbahn des Schlittens 2 hineinragt und dadurch ein manuelles Entriegeln des
Schlosses über die Handhabe nicht ermöglicht. Hierfür ist in dem Schloss der vorliegenden
Erfindung der Verlagerungsschieber 5 vorgesehen. Der Verlagerungsschieber 5 verlagert,
beaufschlagt durch die Feder 6, den Schließbart 4a in eine Position, in der der Schließbart
4a, nachdem der Verlagerungsschieber 5 seine Ruheposition eingenommen hat, außerhalb
des Bewegungsbereichs des Schlittens 2 zu liegen kommt.
Der Entriegelungsvorgang
[0038] Im Folgenden wird beschrieben, wie der Schließzylinder 4 mit dem Riegel 1 zum Entriegeln
und zum Verriegeln des Schlosses zusammenwirkt. Figur 1 zeigt das Schloss in seiner
Verriegelungsstellung, bei der sich der Riegel 1 in seiner vorgeschlossenen Stellung
befindet. Um das Schloss aus der Stellung in Figur 1 zu entriegeln, wird der Schließzylinder
4 mit einem nicht dargestellten Schlüssel im gezeigten Ausführungsbeispiel im Uhrzeigersinn
gedreht. Bei dieser Drehung gelangt der Schließbart 4a auf seiner kreisförmigen Bewegungsbahn
in Anlage mit dem Verbindungssteg 5c des Verlagerungsschiebers 5 und verschiebt dabei
den Verlagerungsschieber 5, entgegen der Wirkung der Feder 6, vom Schließzylinder
4 weg. Im weiteren Verlauf der Schlüsselbetätigung kommt dann der Schließbart zusätzlich
in Anlage an die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2. Der Schließbart 4a greift hierbei
in die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2 ein und verschiebt dabei den Schlitten 2.
Der Schlitten 2 ist in einer Linearführungseinrichtung 2z in dem Schlosskasten 10
verschiebbar gelagert. Die Linearführungseinrichtung 2z erstreckt sich quer zur Stulperstreckung
und damit in dem dargestellten Fall auch quer zur Längserstreckung des Schlosskastens
10. Bei Drehung des Schlüssels mitsamt dem Schließbart 4a im Uhrzeigersinn wird eine
Schlittenbewegung in eine Richtung vom Schlossstulp weg erreicht. Diese Bewegung des
Schlittens 2 wird über das Übertragungselement 3 auf den Riegel 1 übertragen, so dass
der auf dem Schlitten 2 gelagerte Riegel 1 von seiner vorgeschlossenen Stellung heraus
in Richtung seiner rückgeschlossenen Stellung bewegt wird. Im Laufe der weiteren Drehung
des Schlüssels und des Schließbarts 4a im Uhrzeigersinn verlässt dann der Schließbart
4a die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2. Dies fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, in
dem der Riegel 1 seine vollständig rückgeschlossene Stellung erreicht hat. Im Laufe
der weiteren Drehung von Schlüssel und Schließbart im Uhrzeigersinn kommt dann der
Schließbart 4a außer Eingriff mit dem Verlagerungsschieber 5. Der Verlagerungsschieber
5 bewegt sich dann, angetrieben durch die Feder 6, wieder in seiner Ausgangsstellung.
Während sich der Verlagerungsschieber 5 in seine Ausgangsstellung zurückbewegt, kommt
der hakenartige Vorsprung 5v am Ende des zweiten Stegs 5b des Verlagerungsschiebers
5 mit der entsprechenden Einkerbung 1 k am Riegelschwanz 1 oder der entsprechenden
Einkerbung 2k am Schlitten 2 in Eingriff. In seiner rückgeschlossenen Stellung wird
also der Riegel durch den Verlagerungsschieber 5 durch den Eingriff festgehalten.
Der Verlagerungsschieber 5 erfüllt somit zusätzlich die Rolle einer Zuhaltung. Es
ist nicht möglich, den Riegel durch Manipulation von außerhalb des Schlosskastens
in seine vorgeschlossene Stellung zu überführen. Der hakenartige Vorsprung 5v des
Verlagerungsschiebers 5 hintergreift die Einkerbung 1 k des Riegels, wobei der Verlagerungsschieber
5 von der Feder 6 in dieser Stellung gehalten wird. Diese Position ist in Figur 2
bzw. in Figur 15 dargestellt.
Der Verriegelungsvorgang
[0039] Der nun im Folgenden beschriebene Verriegelungsvorgang läuft umgekehrt zum Entriegelungsvorgang
ab. Ausgangspunkt ist die in Figur 2 dargestellte entriegelte Stellung des Schlosses,
bei der sich der Riegel 1 in seiner rückgeschlossenen Stellung befindet. Um das Schloss
zu verriegeln, wird der Schließzylinder 4 mit einem nicht dargestellten Schlüssel
im gezeigten Ausführungsbeispiel im Gegenuhrzeigersinn gedreht. Bei dieser Drehung
gelangt der Schließbart 4a auf seiner kreisförmigen Bewegungsbahn in Anlage mit dem
Verbindungssteg 5c des Verlagerungsschiebers 5 und verschiebt dabei den Verlagerungsschieber
5 entgegen der Wirkung der Feder 6 vom Schließzylinder 6 weg, d.h. in der Darstellung
in Fig. 2 nach oben. Während der Verlagerungsschieber 5 vom Schließzylinder in dieser
Weise wegbewegt wird, kommt der hakenartige Vorsprung 5v am Ende des zweiten Stegs
5b des Verlagerungsschiebers 5 außer Eingriff mit der entsprechenden Einkerbung 1
k am Riegelschwanz. Die Blockierung des Riegels ist damit aufgehoben. Im weiteren
Verlauf der Schlüsselbetätigung kommt dann der Schließbart 4a zusätzlich in Anlage
an die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2. Der Schließbart 4a greift hierbei in die
Tourenöffnung 2a des Schlittens 2 ein und verschiebt infolge den Schlitten 4. Der,
wie erläutert, linear beweglich in Schlosskasten 10 gelagerte Schlitten 4 wird dabei
in eine Richtung zum Schlossstulp 10s hin bewegt. Diese Bewegung des Schlittens 2
wird vom Übertragungselement 3 auf den Riegel 1 übertragen, so dass der auf dem Schlitten
2 gelagerte Riegel 1 aus seiner rückgeschlossenen Stellung heraus in Richtung seiner
vorgeschlossenen Stellung bewegt wird. Im Laufe der weiteren Drehung des Schlüssels
verlässt dann der Schließbart 4a die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2. Der Riegel
1 hat dann seine vollständig vorgeschlossene Stellung erreicht. Im Laufe der weiteren
Drehung des Schlüssels kommt dann der Schließbart 4a außer Eingriff mit dem Verlagerungsschieber
5. Der Verlagerungsschieber 5 bewegt sich sodann, angetrieben durch die Feder 6, wieder
zurück in seiner Ausgangsstellung.
[0040] Aus der Stellung in Figur 2 kann bei Drehung des Schlüssels im Uhrzeigersinn der
Schließbart nicht in die Tourenöffnung 2a eingreifen, sondern schlägt an der stulpseitigen
Frontseite des Schlittens 2 an.
Entriegelung mittels Handhabe
[0041] Das erfindungsgemäße Schloss kann alternativ zur Entriegelung mit dem Schießzylinder
4 auch manuell von einem Nutzer durch Betätigung einer Handhabe entriegelt werden.
Die nicht dargestellte Handhabe ist drehfest mit der im Schlosskasten 10 drehbar gelagerten
Schlossnuss 7 verbunden (siehe Figur 3). Die Schlossnuss 7 weist eine Mitnehmerkante
7k auf, die mit einem im Schlosskasten 10 gelagerten zweiarmigen Hebel 8 in Eingriff
bringbar ist. Dieser Hebel 8 ist um eine schlosskastenfeste Achse 8z verschwenkbar
gelagert und weist einen kurzen schlossnussseitigen Arm 8a und einen langen riegelseitigen
Arm 8b auf. Der kurze Arm 8a des Hebels 8 dient zur Anlage an die Mitnehmerkante 7k
der Schlossnuss 7. Der lange Arm 8b des Hebels 8 weist ein Langloch auf, in welches
ein Zapfen des als Hebel ausgebildeten Übertragungsglieds 3 eingreift. Bei Drehung
der Handhabe und der Schlossnuss 7 gelangt die Mitnehmerkante 7k in Eingriff an den
kurzen Arm 8a des zweiarmigen Hebels 8, wodurch der Hebel 8 um seine Achse 8z verschwenkt
wird. Dabei wird auch das Übertragungsglied 3 um seine im Schlosskasten feste Drehachse
3z verschwenkt. Dadurch, dass das Übertragungsglied 3 mit dem Riegel 1 und dem Schlitten
2 verbunden ist, wird durch diese Verschwenkung des Übertragungsglieds 3 der Riegel
1 und der Schlitten 2 vom Schlossstulp 10s wegebewegt. Der Riegel 1 wird dabei in
den Schlosskasten eingefahren und von seiner vorgeschlossenen in seine rückgeschlossene
Stellung überführt. Das Schloss ist dann entriegelt.
[0042] Die Entriegelung über die Handhabe ist beim erfindungsgemäßen Schloss auch dann möglich,
falls ein Schlüssel im Schließzylinder 4 unbeabsichtigt stecken gelassen wurde. Der
Z-förmige Verlagerungsschieber 5 ist nämlich durch die Feder 6 vertikal nach unten
beaufschlagt und verschiebt den Schließbart 4a aus dem Bewegungsbereich des Schlittens
2, so dass der Schließbart 4a den Entriegelungsvorgang über die Handhabe keinesfalls
behindert.
Das erfindungsgemäße Verlagerungselement
[0043] Wie aus den Figuren 8 und 9 erkennbar, ist zusätzlich zum Verlagerungsschieber 5
ein weiteres Verlagerungselement 9 vorgesehen. Das Verlagerungselement 9 ist hierbei
auf dem Schlitten 2 im Bereich der Tourenöffnung 2a gelagert und bildet damit ein
tourenseitiges Verlagerungselement. Es dient dazu, den Schließbart 4a aus dem Bereich
der Tourenöffnung 2a des Schlittens 2 zu verlagern. Dieses auf dem Schlitten 2 gelagerte
Verlagerungselement 9 unterstützt hierbei den im Schlosskasten 10 gelagerten Verlagerungsschieber
6. In dem dargestellten Falle ist das Verlagerungselement als Verlagerungsschieber
ausgebildet und wird im Folgenden als tourenöffnungsseitiger Verlagerungsschieber
9 oder kurz als Verlagerungsschieber 9 bezeichnet.
[0044] In den Fig. 8a und Fig. 8b ist der auf dem Schlitten 2 gelagerte Verlagerungsschieber
9 detailliert dargestellt. Der Schlitten 2 weist zur Führung des Verlagerungsschiebers
9 zwei parallele Führungsabschnitte 2f auf. Die Führungsabschnitte 2f bilden auch
die beiden Ränder der Tourenöffnung 2a. An jedem Führungsabschnitt 2f ist ein Begrenzungsanschlag
2g vorgesehen, um den Bewegungsweg des Verlagerungsschiebers 9 zu begrenzen.
[0045] Der Verlagerungsschieber 9 weist eine Anschlagkante 9 auf, die sich zwischen den
beiden Rändern der Tourenöffnung 2a erstreckt und der zur Anlage des Verlagerungsschiebers
9 mit dem Schließbart 4a dient. Der Verlagerungsschieber 9 weist zwei zueinander parallele
Stifte 9s auf, wobei an jedem Stift 9s eine Schraubendruckfeder 9f angeordnet ist.
Hierbei umgreift die Schraubendruckfeder 9f den jeweiligen Stift 9s des Verlagerungsschiebers
9. Ein Ende der Schraubendruckfeder 9f ist hierbei auf dem Schlitten 2 abgestützt;
das andere Ende der Schraubendruckfeder 9f ist auf dem Verlagerungsschieber 9 abgestützt.
[0046] In den Figuren 9a und 9b ist der auf dem Schlitten 2 gelagerte Verlagerungsschieber
9 zusammen mit dem im Schlosskasten 10 gelagerten Verlagerungsschieber 5 dargestellt.
In Fig. 9b ist der Schließbart 4a in einer Stellung dargestellt, in der der Schließbart
4a in die Tourenöffnung 2a des Schlittens 2 eingreift. Hierbei wirken sowohl der auf
dem Schlitten gelagerte Verlagerungsschieber 9 als auch der im Schlosskasten 10 gelagerte
Verlagerungsschieber 5 auf den Schließbart 4a ein, um den Schließbart 4a aus der Tourenöffnung
2a des Schlittens 2 zu verdrängen. In einer ersten Phase, wirken der Verlagerungsschieber
5 und der Verlagerungsschieber 9 gemeinsam auf den Schließbart 4a ein. Sobald der
Verlagerungsschieber 9 die Begrenzungsanschläge des Schlittens 2 erreicht hat, wirkt
in einer zweiten Phase der Verlagerung ausschließlich der im Schlosskasten 10 gelagerte
Verlagerungsschieber 5 auf den Schließbart 4a ein. Das Ende des Verlagerungsvorgangs
ist in Fig. 9b dargestellt.
[0047] Es wird nun Bezug genommen auf die Figuren 10a und 10b und die Figuren 11 a und 11
b, in denen abgewandelte Ausführungen dargestellt sind, in denen das Schloss als mehrtouriges
Schloss ausgebildet ist:
In den Fig. 10a und 10b ist eine erste Ausführung eines Schlittens 2 für ein zweitouriges
Schloss mit einem daran gelagerten Verlagerungselement 9 dargestellt. Der Schlitten
weist hierbei zwei Tourenöffnungen 2a auf. Es ist ein gemeinsames Verlagerungselement
9 vorgesehen, welches zur Verlagerung des Schließbarts 4a in beide Tourenöffnungen
2a eingreift. Das Verlagerungselement 9 ist hierbei als Schieber ausgebildet, der
gleich ausgebildet ist wie bei den Ausführungsbeispiel der Figuren 8 und 9 durch zwei
Federn 9f beaufschlagt ist.
[0048] In den Fig. 11 a und 11 b ist eine zweite Ausführung eines Schlittens 2 für ein zweitouriges
Schloss mit einem daran gelagerten Verlagerungsschieber 9 dargestellt. Der Schlitten
2 weist hierbei zwei Tourenöffnungen 2a auf. Der Verlagerungsschieber 9 ist als gemeinsamer
Verlagerungsschieber ausgebildet, der zur Verlagerung des Schließbarts 4a beiden Tourenöffnungen
2a zugeordnet ist. Der Verlagerungsschieber 9 ist hierbei durch drei Federn 9f beaufschlagt.
[0049] Die in den Figuren 10a und b und 11a und b dargestellten am Schlitten 2 gelagerten
Verlagerungsschieber 9 können zur Unterstützung eines im Schlosskasten gelagerten
Verlagerungsschiebers 5 eingesetzt werden, um den Schließbart 4a aus der Tourenöffnung
2a zu verdrängen. Dies erfolgt in diesem Fall über ein mehrstufiges Zusammenwirken
der Verlagerungsschieber 5 und 9 mit dem Schließbart 4a.
[0050] Es wird Bezug genommen auf die Figuren 12 bis 15:
In den Figuren 12 und 13 ist eine Ausführung des Schlosses mit einer zweiten Ausführungsform
des schlosskastenseitig abgestützten Verlagerungsschiebers 5 dargestellt. Der Verlagerungsschieber
5 gemäß dieser zweiten Ausführungsform unterscheidet sich von dem Verlagerungsschieber
5 der Ausführung der Fig. 1 bis 9 dadurch, dass die Führungsfüße des Verlagerungsschiebers
und die zugeordnete Führungseinrichtung im Schlossgehäuse anders gestaltet sind. Der
erste Steg 5a in den Fig. 12 und 13 weist auf seiner dem Schlosskastenboden 10b zugewandten
Seite keine in den Schlosskastenboden eingreifende Führungsfüße auf, sondern lediglich
Führungsfüße 5fb mit auf dem Schlosskastenboden laufenden Laufflächen 5l. Im Schlosskastenboden
10b sind keine Führungsschlitze vorgesehen. Der erste Steg 5a weist auf seiner der
Schlosskastendecke zugewandten Seite Führungsfüße 5fd auf, die in Führungsschlitze
5z eingreifen, die in der Schlosskastendecke 10d ausgebildet sind. Dies ist in Fig.
13 zu sehen. Wie zu erkennen ist, stützen sich diese Führungsfüße 5fd nicht flächig
auf der Schlosskastendecke ab, d.h. sie laufen nicht auf Laufflächen auf der Innenseite
der Schlosskastendecke, sondern sie greifen lediglich in die Führungsschlitze 5z ein.
[0051] In Fig. 14 ist eine Ausführung mit einer dritten Ausführungsform des Verlagerungsschiebers
5 dargestellt. Der Verlagerungsschieber 5 in Figur 14 unterscheidet sich von dem Verlagerungsschieber
5, der in den Figuren 1 bis 9 und den Figuren 12 und 13 dargestellten Ausführungen
darin, dass er im Bereich des Stegs 5a nicht am Schlosskastenboden und nicht an der
Schlosskastendecke geführt ist. Der Steg 5a weist keine mit dem Boden und/oder der
Decke des Schlosskastens zusammenwirkenden Führungsfüße auf, und weist anstelle dessen
einen seitlichen Führungsrand 5fr auf, der in eine Führungsnut in einem im Schlossgehäuse
stationär angeordneten Führungsbolzen 5ff eingreift. Der Führungsbolzen 5ff stützt
sich mit seinem einem Ende auf dem Schlosskastenboden 10b und mit seinem anderen Ende
auf der Schlosskastendecke ab. Er weist eine Ringnut auf, die die Führungsnut 5ur
bildet; sie nimmt den Führungsrand 5fr des Stegs 5a des Verlagerungsschiebers 5 auf.
Es sind im Schlosskasten entlang des stulpseitigen Randes mehrere solcher Führungsbolzen
5ff angeordnet, die den Rand 5fr des Verlagerungsschiebers 5 führen. Auf der stulpfernen
Seite ist eine entsprechende Führung für den Rand des Stegs 5b vorgesehen.
[0052] In Fig. 15 ist zeigt eine vierte Ausführungsform des schlosskastenseitigen Verlagerungsschiebers
5, bei der der hakenartige Vorsprung 5v in eine Einkerbung 2k am Schlitten 2 eingreift,
wenn der Riegel 1 seine rückgeschlossene Stellung einnimmt. Durch den Eingriff des
hakenartigen Vorsprungs 5v in die Einkerbung 2k am Schlitten 2 wird eine Bewegung
des Schlittens 2 und auch eine Bewegung des mit dem Schlitten 2 bewegungsgekoppelten
Riegels blockiert. Der hakenartige Vorsprung 5v dient als Zuhaltung, um den Riegel
1 in seiner rückgeschlossenen Stellung zu sichern.
[0053] Gegenüber den Ausführungsbeispielen der vorangehenden Figuren abgewandelte Ausführungen:
Es sind auch Ausführungen von ein oder mehrtourigen Schlössern möglich, bei denen
ausschließlich der an dem Schlitten 2 gelagerte Verlagerungsschieber 9 zur Verlagerung
des Schließbarts 4a vorgesehen ist und kein im Schlosskasten 10 gelagerter Verlagerungsschieber
5 vorhanden ist.
[0054] Es sind ferner Ausführungen möglich, die gegenüber den in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispielen dahingehend abgewandelt sind, dass der auf dem Schlitten 2 abgestützte
tourenöffnungsseitige Verlagerungsschieber 9 als Verlagerungshebel ausgebildet ist,
der entsprechend federbeaufschlagt wie der Verlagerungsschieber 9 auf den Schließbart
4a einwirkt. Der Verlagerungshebel 9 kann als ein- oder mehrarmiger Hebel ausgebildet
sein.
[0055] Ferner sind auch Ausführungen möglich, die gegenüber den in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispielen dahingehend abgewandelt sind, dass der im Schlosskasten gelagerte
Verlagerungsschieber 5 nicht als Z-förmiger Schieber gestaltet ist, sondern z.B. als
L- oder T-förmiger Finger oder anders gestalteter Schieber.
[0056] Alternativ sind auch Ausführungen möglich, bei denen anstelle des Z-förmigen Schiebers
ein ein- oder zweiarmiger Hebel im Schlosskasten federbeaufschlagt gelagert ist und
die Funktion des Z-förmigen Schiebers erbringt.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Riegel
- 1k
- Einkerbung am Riegel
- 1z
- Führungsschlitz, dem Riegel zugeordnet
- 10
- Schlosskasten
- 10b
- Schlosskastenboden
- 10d
- Schlosskastendecke
- 10s
- Schlossstulp
- 2
- Schlitten
- 2a
- Tourenöffnung am Schlitten
- 2f
- Führungsabschnitte am Schlitten
- 2g
- Begrenzungsanschlag am Schlitten
- 2k
- Einkerbung am Schlitten
- 2z
- Führungsschlitze, dem Schlitten zugeordnet
- 3
- Übertragungselement
- 3z
- Drehachse des Übertragungselements
- 4
- Schließzylinder
- 4a
- Schließbart
- 5
- z-förmiger Verlagerungsschieber
- 5a, 5b, 5c
- Steg des Verlagerungsschiebers
- 5f
- Führungsfüße des Verlagerungsschiebers
- 5fb
- zum Schlosskastenboden gewandter Führungsfuß des Verlagerungsschiebers
- 5fd
- zur Schlosskastendecke gewandter Führungsfuß des Verlagerungsschiebers
- 5l
- Laufflächen des Verlagerungsschiebers
- 5v
- Vorsprung des Verlagerungsschiebers
- 5z
- Führungsschlitze, dem Verlagerungsschieber zugeordnet
- 5ff
- Führungsbolzen
- 5fr
- Führungsnut als Ringnut im Führungsbolzen
- 6
- Feder
- 7
- Schlossnuss
- 7k
- Mitnehmerkante der Schlossnuss
- 8
- zweiarmiger Hebel
- 8a
- kurzer Arm des zweiarmigen Hebels
- 8b
- langer Arm des zweiarmigen Hebels
- 8z
- Drehachse des zweiarmigen Hebels
- 9
- Verlagerungselement, am Schlitten gelagert
- 9a
- Anlagekante des Verlagerungselements
- 9f
- Federeinrichtung des Verlagerungselements
- 9s
- Stift des Verlagerungselements
1. Schloss, insbesondere Panikschloss zum Einsatz in Flucht- und Rettungswegen,
mit einem Schlosskasten mit darin gelagerter Schlossmechanik mit Riegel (1) und Schließzylinder
(4),
wobei der Riegel (1) in dem Schlosskasten (10) derart bewegbar gelagert ist, dass
der Riegel (1) in einer vorgeschlossenen Stellung aus einer dem Riegel (1) zugeordneten
Öffnung im Schlosskasten aus dieser Öffnung hervorragt und in einer rückgeschlossenen
Stellung in den Schlosskasten eingefahren ist,
wobei der Schließzylinder (4) in dem Schlosskasten (10) derart gelagert ist, dass
der Schließbart (4a) des Schließzylinders (4) unmittelbar oder mittelbar mit dem Riegel
(1) in Eingriff bringbar ist, um den Riegel (1) von seiner vorgeschlossenen Stellung
in seine rückgeschlossene Stellung zu bewegen und/oder den Riegel (1) von seiner rückgeschlossenen
Stellung in seine vorgeschlossene Stellung zu bewegen,
wobei in dem Riegel (1) oder in einem mit dem Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil
(2) mindestens eine Tourenöffnung (2a) ausgebildet ist, in der ein Schließbart (4a)
des Schließzylinders (4) in und außer Eingriff bringbar ist, wobei in der Eingriffsstellung
der Schließbart (4a) in Wirkverbindung des Riegels (1) ist und in der Außereingriffsstellung
der Schließbart (4a) außer der Wirkverbindung des Riegels (1) ist,
wobei vorgesehen ist,
dass an dem Riegel (1) oder an dem mit dem Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil (2)
mindestens ein Verlagerungselement (9) federbeaufschlagt abgestützt ist, welches derart
bewegbar gelagert ist, dass das Verlagerungselement (9) durch die Federbeaufschlagung
den Schließbart (4a) aus der Wirkverbindung des Riegels (1) herausdrängt,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verlagerungselement (9) in die mindestens eine Tourenöffnung (2a) eingreifend
bewegbar gelagert ist,
wobei vorgesehen ist,
a) dass die mindestens eine Tourenöffnung (2a) in dem mit dem Riegel (1) bewegungsverbundenen
Teil (2) ausgebildet ist und das Verlagerungselement (9) an dem mit dem Riegel (1)
bewegungsverbundenen Teil (2) federbeaufschlagt abgestützt ist, oder
b) dass die mindestens eine Tourenöffnung (2a) in dem Riegel (1) ausgebildet ist und das
Verlagerungselement (9) an dem Riegel (1) federbeaufschlagt abgestützt ist.
2. Schloss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Verlagerungselement (9) als Schwenkhebel oder als Schieber ausgebildet
ist.
3. Schloss nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Verlagerungselement (9) mit einem an dem Riegel (1) oder dem
mit dem Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil (2a) angeordneten Begrenzungsanschlag
(2g) zusammenwirkt.
4. Schloss nach einer vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Federbeaufschlagung des mindestens einen Verlagerungselements (9) eine Federeinrichtung
(2f) vorgesehen ist, die mit ihrem einen Ende an dem Riegel (1) oder an dem mit dem
Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil (1) abgestützt ist und mit ihrem anderen Ende
an dem Verlagerungselement (9) abgestützt ist.
5. Schloss nach einer vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riegel oder das mit dem Riegel (1) bewegungsverbundene Teil (2) eine Führungs-
und/oder Lagereinrichtung (2f) für das mindestens eine Verlagerungselement (9) aufweist.
6. Schloss nach einer vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass neben der mindestens einen Tourenöffnung (2a) in dem Riegel (1) oder in dem mit dem
Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil (2a) mindestens eine weitere Tourenöffnung (2a)
ausgebildet ist.
7. Schloss nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere der Tourenöffnungen (2a), die in dem Riegel (1) oder in dem mit dem Riegel
(1) bewegungsverbundenen Teil (2) ausgebildet sind, mit dem mindestens einem Verlagerungselement
(9) zusammenwirken, wobei das mindestens eine Verlagerungselement (9) gemeinsam den
mehreren Tourenöffnungen (2a) zugeordnet ist.
8. Schloss nach einem der vorangehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
dass neben dem mindesten einen Verlagerungselement (9), das an dem Riegel (1) oder an
dem mit dem Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil abgestützt ist, ein schließkastenseitig
federbeaufschlagt abgestütztes Verlagerungselement (5) als weiteres Verlagerungselement
vorgesehen ist, welches durch die Federbeaufschlagung den Schließbart (4a) aus der
Wirkverbindung des Riegels (1) herausdrängt.
9. Schloss nach 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die federbeaufschlagte Herausdrängung des Schließbarts (4a) aus der Wirkverbindung
des Riegels (1) durch das mindestens eine Verlagerungselement (9) und das weitere
Verlagerungselement (5) gemeinsam und/oder nacheinander folgend erfolgt.
10. Schloss nach 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einer ersten Phase das mindestens eine Verlagerungselement (9) und das weitere
Verlagerungselement (5) gemeinsam auf den Schließbart (4a) einwirken und in einer
zweiten Phase nur das weitere Verlagerungselement (5) auf den Schließbart einwirkt.
11. Schloss nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das weitere Verlagerungselement (5) als Schwenkhebel oder als Schieber ausgebildet
ist.
12. Schloss nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das weitere Verlagerungselement (5) mit einem an dem Riegel (1) oder dem mit dem
Riegel (1) bewegungsverbundenen Teil (2) angeordneten Begrenzungsanschlag zusammenwirkt.
13. Schloss nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Federbeaufschlagung des weiteren Verlagerungselements eine Federeinrichtung (6)
vorgesehen ist, die mit ihrem einen Ende an dem Schlosskasten (10) abgestützt ist
und mit ihrem andere Ende an dem Verlagerungselement (5) abgestützt ist.