[0001] Die Erfindung betrifft ein Steckverbindungsteil für eine geschirmte Steckverbindungseinheit,
das einen Isolierkörper sowie mehrere elektrische Steckkontakte aufweist, die mit
elektrischen Kabelenden verbunden sind, wobei ein elektrischer Steckkontakt als Schutzleiterkontakt
gestaltet ist, sowie mit einem elektrisch leitenden Abschirmmantel, der den Isolierkörper
außenseitig umgibt.
[0002] Eine mehrpolige Steckverbindungseinheit ist aus der
DE 10 2012 203 459 A1 bekannt. Die bekannte Steckverbindungseinheit weist zwei zueinander komplementäre
Steckverbindungsteile auf. Die beiden Steckverbindungsteile weisen jeweils einen monolithischen
Isolierkörper auf, in dem jeweils elektrische Steckkontakte einschließlich eines Schutzleiterkontaktes
integriert sind. Die beiden Isolierkörper der beiden Steckverbindungsteile sind axial
ineinander steckbar. Die jeweiligen elektrischen Steckkontakte sind mit entsprechenden
Kabelenden eines elektrischen Kabels fest verbunden. Um die beiden Steckverbindungsteile
in zusammengestecktem Zustand gegeneinander zu sichern, ist zusätzlich eine Verriegelungshülse
vorgesehen, die auf einem der beiden Steckverbindungsteile gehalten ist und mit einem
Außenmantel des anderen Steckverbindungsteiles verrastbar ist.
[0003] Zur Erzielung einer elektromagnetischen Schirmung von elektrischen Leitungen werden
geschirmte Kabel eingesetzt, deren Kabelenden über geschirmte Steckverbindungsteile
miteinander verbunden sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Steckverbindungsteil, eine geschirmte Steckverbindungseinheit
sowie eine Verriegelungshülse der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine einfache
und sichere elektromagnetische Abschirmung ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird für das Steckverbindungsteil dadurch gelöst, dass der Schutzleiterkontakt
mittig innen in dem Isolierkörper angeordnet und von den anderen elektrischen Steckkontakten
außenseitig umgeben ist, und dass der Schutzleiterkontakt mittels wenigstens eines
elektrisch leitenden Radialstegs mit dem Abschirmmantel elektrisch kontaktiert ist.
Die mittige Anordnung des Schutzleiterkontaktes ist in elektrischer Hinsicht vorteilhaft.
Die Verbindung des Schutzleiterkontaktes über wenigstens einen elektrisch leitenden
Radialsteg nach außen zu dem Abschirmmantel gewährleistet eine zuverlässige Erdung.
Die erfindungsgemäße Lösung eignet sich für mehrpolige Steckverbindungseinheiten für
die Industrieverkabelung von Maschinen und Anlagen. Besonders vorteilhaft ist das
erfindungsgemäße Steckverbindungsteil in Verbindung mit der geschirmten Steckverbindungseinheit
für Dreiphasen-Wechselstromsysteme einsetzbar.
[0006] Das Steckverbindungsteil und die entsprechende Steckverbindungseinheit sind zur Übertragung
von Spannung bis zu 630 Volt und von Stromstärken bis zu 16 Ampere ausgestaltet. In
besonders vorteilhafter Weise wird das erfindungsgemäße Steckverbindungsteil für Steckverbindungseinheiten
eingesetzt, die zur Energie- und Signalübertragung von Werkzeugmaschinen eingesetzt
werden.
[0007] In Ausgestaltung der Erfindung ist der wenigstens eine Radialsteg in montiertem Betriebszustand
elastisch vorgespannt. Die elektrische Kontaktierung des Radialsteges erfolgt lediglich
durch mechanische Berührung mit dem Schutzleiterkontakt und dem außenseitigen Abschirmmantel.
Um zu gewährleisten, dass diese mechanische Kontaktierung permanent aufrechterhalten
bleibt, ist die elastische Vorspannung des wenigstens einen Radialsteges vorgesehen.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist als Radialsteg ein metallisches Blattfederelement
vorgesehen. Das metallische Blattfederelement hat zum einen eine ausreichende elektrische
Leitfähigkeit. Zum anderen ermöglicht es eine einfache elastische Vorspannung.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind mehrere identisch gestaltete Blattfederelemente
vorgesehen, die - über einen Umfang des Isolierkörpers verteilt - in unterschiedlichen
Radialrichtungen vom mittigen Schutzleiter nach außen abragen. In vorteilhafter Weise
sind drei identisch gestaltete Blattfederelemente vorgesehen, die sternförmig von
dem als Mittelleiter dienenden, mittigen Schutzleiter radial nach außen abragen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist jedes Blattfederelement einen u-förmig
gekrümmten Vorspannabschnitt sowie an seinen gegenüberliegenden Stirnenden jeweils
einen radial nach außen bzw. nach innen ragenden Kontaktierabschnitt auf. Der gekrümmte
Vorspannabschnitt und die Kontaktierabschnitte schließen über die Länge des Blattfederelementes
gesehen aneinander an. Das Blattfederelement ist einschließlich des Vorspannabschnittes
und der beiden Kontaktierabschnitte einstückig ausgeführt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Isolierkörper wenigstens eine radial
erstreckte Aufnahmetasche auf, in die das Blattfederelement eingesteckt ist. Der Isolierkörper
ist monolithisch gestaltet aus einem geeigneten Kunststoffmaterial. Die wenigstens
eine radial erstreckte Aufnahmetasche ist bereits bei der Herstellung des Isolierkörpers
in den Isolierkörper mit eingeformt. Die Anzahl der Aufnahmetaschen, die im Isolierkörper
vorgesehen sind, entspricht der Anzahl von Blattfederelementen, die in den Isolierkörper
eingesteckt werden.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Aufnahmetasche schlitzförmig gestaltet
und weist nach außen eine Aufnahmeöffnung auf, die so dimensioniert ist, dass das
Blattfederelement mit dem Vorspannabschnitt und dem radial nach innen ragenden Kontaktierabschnitt
radial von außen einsteckbar ist, und die Aufnahmetasche weist nach innen eine Kontaktöffnung
zum Schutzleiter hin auf, die in ihrer Dimensionierung auf den nach innen ragenden
Kontaktierabschnitt abgestimmt ist. Die außenseitige Aufnahmeöffnung der Aufnahmetasche
weist eine Breite auf, die wenigstens der Breite des u-förmig gekrümmten Vorspannabschnittes
des Blattfederelementes entspricht, da das Blattfederelement im Bereich des Vorspannabschnittes
die größte Breite aufweist. Da der nach innen ragende Kontaktierabschnitt relativ
zu einem entsprechenden U-Schenkel des Vorspannabschnittes radial nach innen ragt,
muss die Kontaktöffnung der Aufnahmetasche nach innen eine wesentlich kleinere Breite
aufweisen, die lediglich auf die Dimensionierung des Kontaktierabschnittes abgestimmt
ist.
[0013] Für die geschirmte Steckverbindungseinheit der eingangs genannten Art mit zwei zueinander
komplementären Steckverbindungsteilen, sowie mit einer Verriegelungshülse, die die
Steckverbindungsteile in zusammengestecktem Zustand aneinander sichert, wird die der
Erfindung zugrundeliegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Verriegelungshülse aus
Kunststoff hergestellt und mit einer elektrisch leitenden Außenschicht sowie mit einer
elektrisch leitenden Innenschicht versehen ist. Die Herstellung der Verriegelungshülse
aus Kunststoff ermöglicht eine einfache und kostengünstige Herstellung in großen Stückzahlen.
Die Beschichtung der Verriegelungshülse innen- und außenseitig mit jeweils einer elektrisch
leitenden Schicht ermöglicht die gewünschte Schirmung und die gewünschte elektrisch
leitende Kontaktierung mit dem jeweiligen, elektrisch leitenden Abschirmmantel der
beiden Steckverbindungsteile und demzufolge auch mit dem jeweiligen Schutzleiter.
[0014] In Ausgestaltung der Steckverbindungseinheit weist die elektrisch leitende Außenschicht
eine größere Schichtstärke auf als die elektrisch leitende Innenschicht. Dadurch,
dass die elektrisch leitende Innenschicht eine geringere Schichtstärke aufweist als
die elektrisch leitende Außenschicht, ist für innenseitige Funktionsabschnitte der
Verriegelungshülse eine größere Elastizität gegeben, so dass eine Funktionalität entsprechender
elastischer Funktionsabschnitte am Innenmantel der Verriegelungshülse nicht oder nahezu
nicht beeinträchtigt ist. Eine Schichtstärke der Außenschicht liegt vorzugsweise in
einem Bereich von 50 µm bis 150µm und eine Schichtstärke der Innenschicht in einem
Bereich von 20 µm bis 50 µm. Ein Verhältnis zwischen außenseitiger und innenseitiger
Schichtstärke ist vorzugsweise im Bereich zwischen 2:1 und 5:1.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind sowohl die Außenschicht als auch die
Innenschicht als galvanische Beschichtungen eines Außenumfangs bzw. eines Innenumfangs
der Verriegelungshülse gestaltet. Entsprechende galvanische Beschichtungen sind metallisch
und demzufolge elektrisch leitend.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Verriegelungshülse an ihrem Innenumfang
mit wenigstens einer einstückig angeformten, federelastisch beweglichen Rastnase versehen,
die mit der elektrisch leitenden Innenschicht überzogen ist. Die einstückig angeformte,
federelastisch bewegliche Rastnase stellte einen elastischen Funktionsabschnitt der
Verriegelungshülse dar, wie er zuvor beschrieben wurde.
[0017] Für die Verriegelungshülse der eingangs genannten Art wird die der Erfindung zugrunde
liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Verriegelungshülse mit den Merkmalen von
wenigstens einer der zuvor beschriebenen Ausführungen oder Ausgestaltungen versehen
ist. Die Verriegelungshülse kann als separates Bauteil hergestellt und auf einem entsprechenden
Steckverbindungsteil der Steckverbindungseinheit montiert werden. Eine derartige Verriegelungshülse
ist von dem jeweiligen Steckverbindungsteil auch wieder demontierbar und demzufolge
austauschbar.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung,
das anhand der Zeichnungen dargestellt ist.
- Fig. 1
- zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Steckverbindungsteiles in einer
perspektivischen Explosionsdarstellung,
- Fig. 2
- in einem Längsschnitt das Steckverbindungsteil nach Fig. 1,
- Fig. 3
- einen gebrochenen Längsschnitt eines Isolierkörpers des Steckverbindungsteiles nach
den Fig. 1 und 2 mit eingesteckten Blattfederelementen und mittig angeordnetem Schutzleiter,
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung einen Teilbereich des Steckverbindungsteiles nach
den Fig. 1 bis 3, der die Anordnung der drei Blattfederelemente zwischen den verschiedenen
elektrischen Steckkontakten zeigt,
- Fig. 5
- die sternförmige Anordnung der Blattfederelemente relativ zu dem mittigen Schutzleiter
und den den Schutzleiter außenseitig umgebenden, übrigen elektrischen Steckkontakten,
- Fig. 6
- eine gebrochene Längsschnittdarstellung des Isolierkörpers des Steckverbindungsteiles
nach den Fig. 1 bis 5,
- Fig. 7
- in vergrößerter perspektivischer Darstellung eine Verriegelungshülse für das Steckverbindungsteil
nach Fig. 1 und
- Fig. 8
- einen Längsschnitt durch die Verriegelungshülse gemäß Fig. 7.
[0019] Eine geschirmte Steckverbindungseinheit weist gemäß den Fig. 1 bis 8 ein Steckverbindungsteil
1 auf, das nachfolgend näher beschrieben wird. Die Steckverbindungseinheit weist zudem
ein nicht dargestelltes, komplementäres Steckverbindungsteil auf, das funktional identisch
gestaltet ist wie das Steckverbindungsteil 1. Lediglich die die Steckfunktion betreffenden
Funktionsteile und -abschnitte sind bei dem nicht dargestellten Steckverbindungsteil
komplementär gestaltet zu den entsprechenden Funktionsteilen und -abschnitten des
Steckverbindungsteiles 1, um ein sicheres axiales Ineinanderstecken der beiden Steckverbindungsteile
und eine sichere elektrische Kontaktierung elektrischer Steckkontakte zu ermöglichen,
die ebenfalls - wie die übrigen Funktionsteile und -abschnitte des komplementären
Steckverbindungsteiles, derart komplementär gestaltet sind, dass sich ein weibliches
Steckverbindungsteil 1 einerseits und ein nicht dargestelltes, männliches Steckverbindungsteil
andererseits ergeben. Die nachfolgenden Ausführungen gelten demzufolge in gleicher
Weise für das nicht dargestellte, komplementäre Steckverbindungsteil.
[0020] Jedes Steckverbindungsteil 1 ist mit jeweils einem Kabelende 2 eines elektrischen
Kabels verbunden, das mehrere Kabellitzen 3, 4 aufweist. Eine Kabellitze wird durch
einen Schutzleiter 3 gebildet. Zusätzlich sind insgesamt fünf weitere Kabellitzen
4 vorgesehen. Die Kabellitzen dienen zur Signalübertragung und zur Energieübertragung.
Falls keine Signalübertragung benötigt wird, kann das Kabel auch lediglich vieradrig
mit dann vier Kabellitzen versehen sein. Die Kabellitzen 4 des Kabelendes 2 sind mit
elektrischen Steckkontakten 6 verbunden, wobei die Kabellitzen 4 vorzugsweise mit
den elektrischen Steckkontakten 6 durch Vercrimpung verbunden sind. Der auch als PE-Leiter
bezeichnete Schutzleiter 3 mündet in einen mittig angeordneten Schutzleiterkontakt
5, wobei eine entsprechend abisolierte Kabellitze des Schutzleiters 3 in gleicher
Weise mit dem Schutzleiterkontakt 5 vercrimpt ist wie die Kabellitzen 4 mit den elektrischen
Steckkontakten 6. Der Schutzleiterkontakt 5 ist identisch gestaltet wie die Steckkontakte
6, ist aber mittig zwischen den Steckkontakten 6 angeordnet, die den mittigen Schutzleiterkontakt
5 radial außenseitig umgeben - in Umfangsrichtung gesehen.
[0021] Der Schutzleiterkontakt 5 ist zumindest weitgehend koaxial zu einer Mittellängsachse
M des Steckverbindungsteiles 1 positioniert. Die Begriffe radial und axial sind jeweils
auf die Mittellängsachse M bezogen. Auf der Trägerhülse 9 ist zudem ein Schrumpfschlauchstück
10 vorgesehen, das als Klebeschrumpfschlauch ausgebildet ist und als Haftungsvermittler
dient. Statt eines Klebeschrumpfschlauchs kann auch ein Klebstoffauftrag vorgesehen
sein.
[0022] Sowohl die fünf elektrischen Steckkontakte 6 als auch der mittige Schutzleiterkontakt
5 sind axial eingesteckt in entsprechende Aufnahmen eines monolithischen Isolierkörpers
7, der aus einem Kunststoffmaterial hergestellt ist. Die elektrischen Steckkontakte
6 wie auch der Schutzleiterkontakt 5 sind durch entsprechende Metallhülsen gebildet.
[0023] Auf den monolithischen Isolierkörper 7 ist eine Trägerhülse 9 axial aufgerastet.
Zwischen der Trägerhülse 9 und einem Außenmantel des Isolierkörpers 7 ist ein Dichtring
11 angeordnet (Fig. 1 und 2).
[0024] Die Trägerhülse 9 ist galvanisch beschichtet, um einen Teil eines elektrisch leitenden
Abschirmmantels des Steckverbindungsteils 1 zu bilden. Der Trägerhülse 9 wie auch
dem Kabelende 2 ist zudem eine elektrisch leitende Abschirmfolie 8 zugeordnet, die
das Kabelende 2 und die Trägerhülse 9 und damit den Isolierkörper 7 zumindest teilweise
ummantelt. Die elektrisch leitende Abschirmfolie 8 bildet einen weiteren Teil des
elektrisch leitenden Abschirmmantels. Die Trägerhülse 9 ist aus Kunststoff hergestellt
und weist durch die galvanische Beschichtung eine elektrisch leitende Oberfläche sowohl
im Bereich ihres Innenumfangs als auch im Bereich ihres Außenumfangs auf. Eine Schichtstärke
der galvanischen Beschichtung der Trägerhülse 9 ist innen- und außenseitig gleich
ausgeführt.
[0025] Auf der Trägerhülse 9 ist eine Verriegelungshülse 13 beweglich gehalten, die aus
einem Kunststoffmaterial hergestellt ist und dazu dient, das Steckverbindungsteil
1 in zusammengestecktem Zustand mit dem komplementären Steckverbindungsteil zu verriegeln
und damit das Steckverbindungsteil 1 gegenüber dem komplementären Steckverbindungsteil
axial zu sichern. Die Verriegelungshülse 13 ist aus Kunststoff hergestellt und weist
durch eine galvanische Beschichtung, auf die nachfolgend noch näher eingegangen wird,
eine elektrisch leitende Oberfläche sowohl im Bereich ihres Innenumfangs als auch
im Bereich ihres Außenumfangs auf. Zur Fixierung der Trägerhülse 9 auf dem Isolierkörper
7 sind zueinander komplementäre Steck- und Rastprofilierungen 15 bis 18 an der Trägerhülse
9 einerseits und dem Außenmantel des Isolierkörpers 7 andererseits vorgesehen, die
anhand der Fig. 1 erkennbar sind.
[0026] Um den Schutzleiter 3 mit dem elektrisch leitenden Abschirmmantel zu verbinden, weist
der Isolierkörper 7 über seinen Umfang verteilt insgesamt drei schlitzförmige Aufnahmetaschen
20 auf, die sich in unterschiedlichen Radialebenen relativ zur Mittellängsachse M
erstrecken, und die in unterschiedlichen Richtungen zueinander ausgerichtet sind.
Anhand der Fig. 2 und 3 wie auch anhand der Fig. 6 ist gut erkennbar, dass jede der
drei Aufnahmetaschen 20 axial zur Mittellängsachse M radial von außen aus gesehen
eine große Länge aufweisen, die sich radial nach innen zum Schutzleiterkontakt 5 hin
stufenförmig reduziert. Eine Breite jeder schlitzförmigen Aufnahmetasche 20 ist über
eine gesamte Axial- und Radialerstreckung der Aufnahmetasche 20 identisch. Alle drei
Aufnahmetaschen 20 sind identisch zueinander gestaltet und dienen zur Aufnahme jeweils
eines Blattfederelementes 19, die anhand der Fig. 1 bis 6 gut erkennbar sind. Jedes
Blattfederelement 19 stellt ein einteiliges, elektrisch leitendes Bauteil, insbesondere
ein Metallbauteil, dar. Jedes Blattfederelement 19 ist vorzugsweise aus Beryliumkupfer
hergestellt. Jedes Blattfederelement 19 weist einen radial innenseitigen Kontaktierabschnitt
23 auf, der relativ zur Mittellängsachse M radial nach innen nach Art eines Steges
erstreckt ist. An diesen Kontaktierabschnitt 23 schließt ein u-förmiger Vorspannabschnitt
22 an, der eine etwa halbkreisförmige Krümmung in der Ebene der Aufnahmetasche 20
aufweist. Der u-förmige Vorspannabschnitt 22 weist einen radial innenseitigen U-Schenkel
sowie einen radial außenseitigen U-Schenkel auf, wobei der radial innenseitige U-Schenkel
einstückig an den inneren Kontaktierabschnitt 23 anschließt. Der radial äußere U-Schenkel
mündet in einen radial außenliegenden Kontaktierabschnitt 21, der nach Art einer Hakennase
gestaltet ist. Die beiden Kontaktierabschnitte 21 und 23 wie auch der Vorspannabschnitt
22 sind in einer gemeinsamen Ebene ausgerichtet. Der Vorspannabschnitt 22 ermöglicht
eine elastisch nachgiebige Beweglichkeit seiner beiden U-Schenkel, so dass das Blattfederelement
19 durch entsprechende radiale Belastung von innen und von außen unter Vorspannung
setzbar ist.
[0027] Anhand der Fig. 2 bis 6 ist erkennbar, dass die radial innenliegenden Kontaktierabschnitte
23 der Blattfederelemente 19 mit einem Außenmantel des Schutzleiterkontaktes 5 in
Anlage sind. Sobald die Trägerhülse 9 auf den Isolierkörper 7 axial aufgeschoben und
aufgerastet ist, drücken die radial außenliegenden Kontaktierabschnitte 21 mit ihren
Hakennasen zudem von einer Innenseite her gegen die galvanische Beschichtung des Innenumfang
der Trägerhülse 9, so dass sich zwischen dem Außenmantel des Schutzleiterkontaktes
5, den Blattfederelementen 19 und der Trägerhülse 9 eine elektrisch leitende Verbindung
ergibt. Die in Aufschubrichtung der Trägerhülse 9 schräge Randkontur der Hakennasen
der Kontaktierabschnitte 21 erleichtert ein Entlanggleiten der Trägerhülse 9 an den
Hakennasen. Anhand der Fig. 2 und 3 ist erkennbar, dass die Blattfederelemente 19
in einfacher Weise von außen her in die Aufnahmetaschen 20 des Isolierkörpers 7 eingesteckt
werden können. Die Aufnahmetaschen 20 sind gemeinsam mit der Herstellung des monolithischen
Isolierkörpers 7 bereits einstückig ausgeformt.
[0028] Die als Hakennasen gestalteten, radial außenliegenden Kontaktierabschnitte 21 ragen
in unbelastetem Ruhezustand der Blattfederelemente 19 geringfügig radial über einen
Außenmantel des Isolierkörpers 7 ab. Sobald nun die Trägerhülse 9 auf den Außenumfang
des Isolierkörpers 7 axial aufgeschoben und aufgerastet wird, werden die als Hakennasen
gestalteten, außenliegenden Kontaktierabschnitte 21 radial nach innen gedrückt, wodurch
die Blattfederelemente 19 unter Vorspannung geraten. Hierdurch werden zwangsläufig
die innenliegenden Kontaktierabschnitte 23 radial nach innen gegen den Außenumfang
des Schutzleiterkontaktes 5 gepresst, wodurch eine sichere und permanente mechanische
Anlage zwischen dem Schutzleiterkontakt 5 und der elektrisch leitenden Trägerhülse
9 geschaffen wird.
[0029] Um zu gewährleisten, dass eine gewünschte Schirmung der Steckverbindungseinheit in
zusammengestecktem Zustand der komplementären Steckverbindungsteile 1 aufrechterhalten
ist, ist der Steckverbindungseinheit zudem die Verriegelungshülse 13 zugeordnet, die
anhand der Fig. 7 und 8 näher erkennbar ist. Die Verriegelungshülse 13 ist bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel auf die Trägerhülse 9 axial aufgerastet und begrenzt
drehbeweglich zu der Trägerhülse 9 gehalten.
[0030] Die Trägerhülse 9 weist zudem im Bereich ihrer Steckaufnahme einen Dichtring 12 auf,
der für die Abdichtung mit dem komplementären Isolierkörper des anderen Steckverbindungsteiles
sorgt.
[0031] Die Verriegelungshülse 13 ist an ihrem Innenumfang mit zwei teilweise freigeschnittenen
und demzufolge elastisch beweglichen Rastnasen 14 versehen, die einstückig an dem
Innenumfang der Verriegelungshülse 13 angeformt sind. Anhand der Zeichnungen ist lediglich
eine Rastnase 14 erkennbar. Nachfolgend wird lediglich die erkennbare Rastnase 14
beschrieben. Für die andere Rastnase gilt das Gesagte entsprechend. Die Rastnase 14
ist gemeinsam mit der Herstellung der Verriegelungshülse 13 aus einem geeigneten Kunststoffmaterial
hergestellt. Die Verriegelungshülse 13 ist, wie anhand der Fig. 8 angedeutet ist,
mit einer elektrisch leitenden Au-ßenschicht 24 sowie mit einer elektrisch leitenden
Innenschicht 25 überzogen, wobei die elektrisch leitende Innenschicht 25 auch die
Rastnase 14 überzieht. Sowohl die Innenschicht 25 als auch die Außenschicht 24 sind
durch eine galvanische Beschichtung der aus Kunststoff bestehenden Verriegelungshülse
13 geschaffen worden. Dabei weist die Innenschicht 25 eine geringere Schichtstärke
auf als die Außenschicht 24. Die mit geringerer Schichtstärke versehene Innenschicht
25 ist vorgesehen, um eine ausreichende elastische Beweglichkeit der Rastnase 14 aufrechtzuerhalten.
Da sowohl die Innenschicht 25 als auch die Außenschicht 24 metallisch sind, würde
eine zu große Schichtstärke der Innenschicht 25 zu einer Reduzierung oder gar zu einem
Ausfall der elastischen Beweglichkeit der Rastnase 14 führen. Durch die gegenüber
der Schichtstärke der Außenschicht 24 reduzierte Schichtstärke der Innenschicht 25
ist die gewünschte elastische Beweglichkeit der Rastnase 14 gewährleistet. Die reduzierte
Schichtstärke der Innenschicht 25 ist dennoch ausreichend, um die gewünschte elektrische
Leitfähigkeit der Verriegelungshülse 13 zu erzielen, um die Schirmung der Steckverbindungseinheit
auch über die Verriegelungshülse als Überbrückung zwischen den beiden Steckverbindungsteilen
fortzusetzen.
[0032] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Innenschicht 25 über den gesamten
Innenumfang der Verriegelungshülse 13 eine gleichmäßige Schichtstärke auf. Bei einem
nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist alternativ vorgesehen, dass
die Verriegelungshülse 13 lediglich im Bereich des innenseitig entsprechend elastisch
beweglichen Funktionsabschnittes eine reduzierte Schichtstärke aufweist, in den übrigen
Bereichen jedoch die gleiche Schichtstärke besitzt wie die Außenschicht.
1. Steckverbindungsteil (1) für eine geschirmte Steckverbindungseinheit, das einen Isolierkörper
(7) sowie mehrere elektrische Steckkontakte (5, 6) aufweist, die mit elektrischen
Kabelenden (2 bis 4) verbunden sind, wobei ein elektrischer Steckkontakt als Schutzleiterkontakt
(5) gestaltet ist, sowie mit einem elektrisch leitenden Abschirmmantel, der den Isolierkörper
(7) außenseitig umgibt, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzleiterkontakt (5) mittig innen in dem Isolierkörper (7) angeordnet und
von den anderen elektrischen Steckkontakten (6) außenseitig umgeben ist, und dass
der Schutzleiterkontakt (5) mittels wenigstens eines elektrisch leitenden Radialstegs
mit dem Abschirmmantel elektrisch kontaktiert ist.
2. Steckverbindungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Radialsteg in montiertem Betriebszustand elastisch vorgespannt
ist.
3. Steckverbindungsteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Radialsteg ein metallisches Blattfederelement (19) vorgesehen ist.
4. Steckverbindungsteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, identisch gestaltete Blattfederelemente (19) vorgesehen sind, die - über
einen Umfang des Isolierkörpers (7) verteilt - in unterschiedlichen Radialrichtungen
vom mittigen Schutzleiter (5) nach außen abragen.
5. Steckverbindungsteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Blattfederelement (19) einen u-förmig gekrümmten Vorspannabschnitt (22) sowie
an seinen gegenüberliegenden Stirnenden jeweils einen radial nach außen bzw. nach
innen ragenden Kontaktierabschnitt (21, 23) aufweist.
6. Steckverbindungsteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierkörper (7) wenigstens eine radial erstreckte Aufnahmetasche (20) aufweist,
in die das Blattfederelement (19) eingesteckt ist.
7. Steckverbindungsteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmetasche (20) schlitzförmig gestaltet ist und nach außen eine Aufnahmeöffnung
aufweist, die so dimensioniert ist, dass das Blattfederelement (19) mit dem Vorspannabschnitt
(22) und dem radial nach innen ragenden Kontaktierabschnitt (23) radial von außen
einsteckbar ist, und dass die Aufnahmetasche (20) nach innen eine Kontaktöffnung zum
Schutzleiter (5) hin aufweist, die in ihrer Dimensionierung auf den nach innen ragenden
Kontaktierabschnitt (23) abgestimmt ist.
8. Geschirmte Steckverbindungseinheit mit zwei zueinander komplementären Steckverbindungsteilen
gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, sowie mit einer Verriegelungshülse (13),
die die Steckverbindungsteile in zusammengestecktem Zustand aneinander sichert, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungshülse (13) aus Kunststoff hergestellt und mit einer elektrisch leitenden
Außenschicht (24) sowie mit einer elektrisch leitenden Innenschicht (25) versehen
ist.
9. Geschirmte Steckverbindungseinheit nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitende Außenschicht (24) eine größere Schichtstärke aufweist als
die elektrisch leitende Innenschicht (25).
10. Geschirmte Steckverbindungseinheit nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Außenschicht (24) als auch die Innenschicht (25) als galvanische Beschichtungen
eines Außenumfangs bzw. eines Innenumfangs der Verriegelungshülse (13) gestaltet sind.
11. Geschirmte Steckverbindungseinheit nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungshülse (13) an ihrem Innenumfang mit wenigstens einer einstückig
angeformten, federelastisch beweglichen Rastnase (14) versehen ist, die mit der elektrisch
leitenden Innenschicht überzogen ist.
12. Verriegelungshülse für eine geschirmte Steckverbindungseinheit nach einem der Ansprüche
8 bis 11, wobei die Verriegelungshülse (13) mit den kennzeichnenden Merkmalen von
wenigstens einem dieser Ansprüche versehen ist.