[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselementes, wobei
ein Substrat bereitgestellt wird, das zumindest für bestimmte Strahlung transluzent
ist und ein Wasserzeichen aufweist, welches die Opazität des Substrates moduliert.
[0002] Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit geschützter Gegenstände, beispielsweise von
Banknoten, sind Wasserzeichen bekannt. Sie werden üblicherweise bei der Herstellung
des Substrates eingebracht, aus dem das Sicherheitselement gefertigt wird, meist ein
Papier. Wasserzeichen sind bei Durchlichtbetrachtung des Sicherheitselementes gut
erkennbar, da sie die Opazität des Substrates modifizieren. In der Regel wird bei
der Herstellung des Papiers die Dicke des Substrates variiert, so dass eine lokale
Dickenreduzierung zu einer lokalen Opazitätsreduzierung führt. Es sind aber auch andere
Ansätze zum Erzeugen eines Wasserzeichens bekannt, beispielsweise mithilfe sogenannter
Wasserzeichenfarben, die ebenfalls lokal die Opazität des Substrates modifizieren.
[0003] Wasserzeichen werden bei der Herstellung des Ausgangsmaterials für das Sicherheitselement,
beispielsweise bei der Herstellung eines Banknotenpapiers, im Substrat gebildet. Bedingt
durch Schwankungen im Schneideprozess eines Papiersubstrates, weisen Papierbogen üblicherweise
Schwankungen der Lage des Wasserzeichens auf, die im Millimeter-Bereich sind. Deshalb
ist es schwierig, andere Sicherheitsmerkmale in exakter Lage zum Wasserzeichen anzuordnen,
also zu passern.
[0004] Um ein Sicherheitsmerkmal im Passer zu einem Wasserzeichen aufzubringen, schildert
es die
WO 2013/124059 A1 als denkbar, mittels eines Transmissionssensors die Position des Wasserzeichens im
Substrat zu erfassen, und ein nachfolgendes Druckverfahren auf die aktuelle Position
des Wasserzeichens einzustellen, z. B. durch eine mechanische Verstellung eines Druckzylinders
oder Korrektur der Druckdaten eines digitalen Drucksystems. Es hat sich jedoch gezeigt,
dass Wasserzeichen in der Regel schwer mit einer Bilderkennung präzise zu erkennen
sind. Insbesondere sind die Randstrukturen eines Wasserzeichens meist mit einem Kontrastverlauf
versehen, der eine exakte Messung der Position des Wasserzeichens erschwert.
[0005] Die
WO 2013/0124059 A1 wie auch die
EP 2199095 A2 schildern es, dass ein Wasserzeichen als Maske für Laserstrahlung verwendet werden
kann, um eine auf das Wasserzeichen aufgedruckte Schicht zu bemustern. Beispielsweise
kann über dem Wasserzeichen eine laserabtragbare Druckschicht angeordnet werden, und
die Opazitätsvariation, welche das Wasserzeichen hat, dient dazu, die Druckschicht
strukturiert im exakten Passer zum Wasserzeichen abzutragen. Dieses Vorgehen ist jedoch
auf Druckschichten beschränkt, die zudem nach dem Abtragen einen zum Wasserzeichen
identischen Kontrastverlauf haben.
[0006] Zum Absichern von Gegenständen oder Dokumenten vor Fälschungen sind Hologramme bekannt.
Sie sind besonders schwer zu fälschen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem ein Sicherheitselement
erzeugt wird, bei dem ein Hologrammbild im Passer zu einem Wasserzeichen liegt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Verfahren zum Herstellen eines
Sicherheitselementes, wobei ein Substrat bereitgestellt wird, das zumindest für bestimmte
Strahlung transluzent ist und ein Wasserzeichen aufweist, welches die Opazität des
Substrates moduliert, wobei auf eine Seite des Substrats eine Prägeschicht aufgebracht
wird, die das Wasserzeichen mindestens teilweise überdeckt, eine Holgrammstruktur
in die Prägeschicht geprägt wird und auf die Holgrammstruktur eine Reflektorschicht
aufgebracht wird, und das Substrat von der gegenüberliegenden Seite mit der bestimmten
Strahlung durchstrahlt wird, wobei eine Intensität der Strahlung so eingestellt wird,
dass das Wasserzeichen mittels der von ihm bewirkten Opazitätsmodulation als Maske
wirkt und die Reflektorschicht durch die Strahlung im Passer zum Wasserzeichen strukturiert
abgetragen wird.
[0009] Die Erfindung baut auf dem Konzept der
WO 2013/0124059 A1 auf, die ein Druckelement im Passer zu einem Wasserzeichen erzeugen kann. Ausgehend
von diesem Konzept wird nun die Reflektorschicht, die sich auf einer mit einem Hologramm
geprägten Prägeschicht befindet, strukturiert. Dadurch bleibt die Reflektorschicht
lediglich in dunklen Bereichen des Wasserzeichens stehen, und das dadurch zurückbleibende
Hologramm steht im perfekten Register zum Wasserzeichen, da ein reflektives Hologramm
lediglich in den nicht abgetragenen Bereichen der Reflektorschicht sichtbar ist. Das
Hologramm ist nur noch in den Bereichen als reflektives Hologramm wirksam, in denen
die Reflektorschicht nicht abgetragen wurde. Gegebenenfalls in Bereichen, in denen
die Reflektorschicht abgetragen wurde, können optisch noch geringfügig wahrnehmbare
holografische Strukturen durch das optionale Auftragen eines Schutzlacks auf den durch
die Abtragung der Reflektorschicht freigelegten Bereichen der Hologrammstruktur unterdrückt
werden. Dies liegt daran, dass die Hologrammstrukturen nach der Ablation in diesen
Bereichen offen liegen und bei Abdeckung mit einem Schutzlack keine holografisch wirksame
Struktur mehr bilden, insbesondere wenn die Brechzahl des Schutzlacks innerhalb von
+/- 0,2 an die der Prägeschicht angepasst ist.
[0010] Bei dem Wasserzeichen kann es sich um ein sogenanntes "echtes Wasserzeichen" handeln,
wenn das Substrat ein Papiersubstrat ist. Das Wasserzeichen ist dann durch Vertiefungen
an einer Siebseite des Substrates gebildet und moduliert die Dicke des Substrates.
Es ist dann bevorzugt, die Prägeschicht und die Reflektorschicht auf der gegenüberliegenden
Filzseite des Substrates aufzubringen, da diese eben ist. Ein Wasserzeichen, das die
Opazität eines Substrats moduliert, kann anstatt durch eine Variation der Dicke des
Substrats auch durch eine sogenannte Wasserzeichenfarbe erzeugt werden. Die Wasserzeichenfarbe
bewirkt hierbei eine Reduzierung der Streuung von Licht im Substratkern. Grundsätzlich
beruht Streuung auf einer großen Anzahl von Grenzflächen von Fasern, organischen und
anorganischen Füllstoffen, Leim usw. zur umgebenden Luft. Diese Grenzflächen zur umgebenden
Luft werden durch geeignete Bindemittelkomponenten in der Wasserzeichenfarbe deutlich
reduziert, so dass in diesen Bereichen die Opazität abnimmt. Eine derartige Bindemittelkomponente
ist beispielsweise Glyzerin, das in das Substrat eindringt und in den Poren des Substrats
verbleibt. Analoges gilt gleichermaßen, wenn das Wasserzeichen durch eine Färbung,
welche die Opazität des Substrates moduliert, bewirkt ist.
[0011] Ein weitere Möglichkeit die Opazität des Substrates zu modulieren, sind Substratabtragungen
und/ oder Substrataussparungen durch beispielsweise Lasertechnologie, Schleifen und/
oder Stanzen, gegebenenfalls in Kombination mit einem papiermacherisch hergestellten
Wasserzeichen und/ oder einer Wasserzeichenfarbe.
[0012] Zusätzlich kann das Hologramm mit einer Stahldruckverprägung kombiniert werden. Eine
Stahldruckverprägung geht durch das gesamte Substrat und führt zu einer taktil wahrnehmbaren
Struktur, die vergleichsweise grober ist als die Hologrammstruktur.
[0013] Die Reflektorschicht kann mit weiteren Pigmenten oder Farbstoffen zur Erzeugung weiterer
registerhaltiger Effekte versehen werden.
[0014] Als Prägeschicht kommt ein UV-härtbarer Prägelack oder ein thermoplastischer Lack
in Frage.
[0015] Die Prägeschicht oder die Reflektorschicht können mit lasersensitiven Farbstoffen
versehen werden, so dass sich das Hologramm, welches durch die Hologrammstruktur erzeugt
ist, ein zusätzliches Farbmotiv durch die lasersensitiven Farbstoffe, die bei der
Ablation modifiziert wurden, und das Wasserzeichen registergenau ergänzen.
[0016] Es ist möglich, nach dem Abtragen mit der Laserstrahlung eine andersfarbige Spiegelschicht
aufzubringen, so dass sich das reflektive Hologramm in der Farbe der Reflektorschicht,
das reflektive Hologramm in Farbe der andersfarbigen Spiegelschicht und das Wasserzeichen
registergenau ergänzen.
[0017] Unter dem Begriff Hologrammstruktur wird allgemein eine diffraktive Struktur verstanden,
insbesondere eine diffraktive Struktur, die ein Hologramm erkennbar macht. Es sind
aber auch andere diffraktive Effekte möglich.
[0018] Der in dieser Beschreibung verwendete Begriff "bestimmte Strahlung" bringt deshalb
zum Ausdruck, dass sie die Reflektorschicht abtragen kann. Die Ablation ist dann erreicht,
wenn die bestimmte Strahlung beim Austritt an der Seite der Reflektorschicht eine
zur Ablation geeignete Intensität hat. Die durch das Wasserzeichen bewirkte Opazitätsmodulation
mindert die Intensität der Strahlung auf der Seite, auf der sich die Reflektorschicht
befindet. Die eingestrahlte Strahlungsintensität wird deshalb so eingestellt, dass
die Opazitätsmodulation, welche durch das Wasserzeichen bewirkt ist, zu einer Strahlungsmodulation
führt, welche die Ablationswirkung moduliert. So dient das Wasserzeichen als Maske
bei der Durchstrahlung des Substrates mit der bestimmten Strahlung.
[0019] Zu schützende Gegenstände im Rahmen dieser Beschreibung können beispielsweise Sicherheitspapiere,
Ausweis- und Wertdokumente (wie z. B. Banknoten, Chipkarten, Pässe, Karten, Identifikationskarten,
Ausweiskarten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, Eintrittskarten, Kreditkarten,
Gesundheitskarten, ...) sowie Produktsicherungselemente, wie z.B. Etiketten, Siegel,
Verpackungen, sein.
[0020] Unter dem Begriff Sicherheitspapier wird hier insbesondere die noch nicht umlauffähige
Vorstufe zu einem Wertdokument (z. B. einer Karte) verstanden, die neben dem erfindungsgemäß
hergestellten Druck beispielsweise auch weitere Echtheitsmerkmale (wie z. B. im Volumen
vorgesehene Lumineszenzstoffe) aufweisen kann. Unter Wertdokumenten werden hier einerseits
aus Sicherheitspapieren hergestellte Dokumente, z. B. Banknoten, verstanden. Andererseits
können Wertdokumente auch sonstige Dokumente und Gegenstände sein, die mit dem erfindungsgemäßen
Druckverfahren bearbeitet sind, damit die Wertdokumente nicht kopierbare Echtheitsmerkmale
aufweisen, wodurch eine Echtheitsüberprüfung möglich ist und zugleich unerwünschte
Kopien verhindert werden.
[0021] Das Substrat besteht besonders bevorzugt aus Papier aus Baumwollfasern, bzw. im Wesentlichen
aus dem natürlichen Polymer-Cellulose, wie es beispielsweise für Banknoten verwendet
wird. Bevorzugt kann das Substrat auch aus Papier aus anderen natürlichen Fasern,
ebenso bevorzugt aus Synthesefasern, d.h. einer Mischung aus natürlichen und synthetischen
Fasern bestehen. Weiter bevorzugt besteht das Substrat aus einer Kombination aus mindestens
zwei übereinander angeordneten und miteinander verbundenen unterschiedlichen Substraten,
einem sogenannten Hybrid. Es kann sich beispielsweise um eine Kombination Kunststofffolie-Papier
oder auch um einen dreischichtigen Verbund handeln, wie Kunststofffolie-Papier-Kunststofffolie,
d.h. ein Substrat aus Papier wird auf jeder seiner beiden Seiten durch eine Kunststofffolie
bedeckt, oder Papier-Kunststofffolie-Papier, d.h. ein Substrat aus einer Kunststofffolie
wird auf jeder seiner beiden Seiten durch ein Substrat aus Papier bedeckt.
[0022] Optional besteht das Substrat aus einer mindestens teilweise transparenten Kunststofffolie.
Das Wasserzeichen wird in diesem Fall durch eine Farbe erzeugt, die auf eine Seite
des Substrats aufgebracht ist und deren Farbton dem Farbton des Substrats mindestens
ähnlich ist. Ein derartiges Wasserzeichen ist beispielsweise aus
DE 10 2009 056 462 A1 bekannt.
[0023] Kunststofffolien können beispielsweise Polypropylen, Polyethylen, Polyethylentherephthalat
und Polyamid umfassen.
[0024] Unter Transluzenz bzw. transluzent wird in dieser Beschreibung die partielle Lichtdurchlässigkeit
eines Körpers verstanden, also die Eigenschaft, Licht streuend durchlassen. Transluzenz
ist unter anderem in Abgrenzung zur Transparenz (= Bild- oder Blickdurchlässigkeit)
zu sehen. Die reziproke Eigenschaft der Transluzenz ist die Opazität. Soweit hier
die Rede davon ist, dass ein Wasserzeichen die Opazität moduliert, kann gleichermaßen
davon gesprochen werden, dass es invers dazu die Transluzenz moduliert.
[0025] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung
zu verlassen.
[0026] Nachfolgend wird die Erfindung beispielshalber anhand der beigefügten Zeichnungen,
die auch erfindungswesentliche Merkmale offenbaren, noch näher erläutert ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung durch ein Sicherheitselement in einer ersten Ausführungsform
und
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung ähnlich der Fig. 1 durch ein Sicherheits-element einer zweiten
Ausführungsform.
[0027] Fig. 1 zeigt eine Schnittdarstellung durch ein Sicherheitselement 1, das auf einem
im Ausführungsbeispiel auf Papierbasis erzeugten Substrat 2 aufgebaut ist. Das Sicherheitselement
1 weist ein Wasserzeichen 3 auf, das die Dicke des Substrates 2 und damit dessen Opazität
moduliert. In der Ausführungsform der Fig. 1 ist das Wasserzeichen dadurch gebildet,
dass beim Herstellen des Substrates 2 Vertiefungen 4 in die Oberseite 5 des Substrates
2 eingearbeitet wurden. Vertiefungen sind Beispiele für das Ausbilden von Bereichen
mit reduzierter Papiermasse (und reduzierter Opazität). Sie können auch auf der Unterseite
ausgebildet werden. Aufgrund der Herstellungsart des Wasserzeichens 3 wird die Oberseite
5 auch als Siebseite bezeichnet; die gegenüberliegende Unterseite 6 als Filzseite.
[0028] Auf der Unterseite 6 ist eine Prägeschicht 7 aufgebracht, auf der sich eine Reflektorschicht
8, z. B. eine Metallisierung, befindet. In die Prägeschicht 7 wird vor dem Auftragen
der Reflektorschicht 8 eine Hologrammstruktur 9 eingeprägt, die zusammen mit der Reflektorschicht
8 ein in Reflektion wirksames Hologramm bei Betrachtung an der Oberseite 5 erkennbar
macht. Die Reflektorschicht 8 wird zuerst flächig aufgebracht, d.h. ohne anfängliche
Strukturierung. Ein Strukturierung erfolgt, indem von der Oberseite 5 Laserstrahlung
10 eingestrahlt wird, deren Intensität so eingestellt ist, dass sie in den Bereichen
der Vertiefungen 4 die Reflektorschicht 8 nach dem Durchtritt durch das Substrat 2
von der Prägeschicht 7 abträgt. In Bereichen ohne Vertiefungen 4 ist die Intensität
der Laserstrahlung 10 so weit abgeschwächt, dass keine Abtragung der Reflektorschicht
8 mehr erfolgt. Mit anderen Worten, die Intensität der Laserstrahlung 10 wird exakt
so eingestellt, dass beim Durchtritt durch das Substrat 2 in nicht reduzierter Dicke
gerade keine Abtragung der Reflektorschicht 8 mehr erfolgt, bei reduzierter Dicke
aufgrund der Vertiefungen 4 jedoch eine Abtragung erreicht wird. Auf diese Weise moduliert
das Wasserzeichen 3 den Abtrag der Reflektorschicht 8.
[0029] Von der Oberseite 5 wird der Laserstrahl 10 über das Substrat 2 geführt. Er durchstrahlt
das Substrat 2. Die Wellenlänge des Laserstrahls ist derart, dass die Reflektorschicht
8 die Strahlung absorbiert. Der Laserstrahl 10 wird abhängig von der Opazität des
Substrates 2, welche durch das Wasserzeichen 3 moduliert ist, abgeschwächt. An einer
Stelle, an der das Substrat durch das Wasserzeichen eine hohe Opazität hat, wird der
Laserstrahl 10 stark abgeschwächt. An einer Stelle, an der das Substrat 2 reduzierte
Opazität hat, wird der Laserstrahl weniger abgeschwächt. Die Intensität des Laserstrahls
10 wird so eingestellt, dass sich eine Modulation der Ablationswirkung ergibt, die
der Laserstrahl 10 auf die auf die Prägeschicht 7 aufgebrachte Reflektorschicht 8
hat.
[0030] Durch die strukturierende Ablation an der Unterseite 6 werden in einzelnen Bereichen
im Passer zum Wasserzeichen 3 freiliegende Abschnitte der Prägeschicht 7 erzeugt.
Diese Abschnitte wirken nicht mehr als reflektives Hologramm. Das tun nur noch die
Bereiche, in denen die Metallisierung 8 verblieb und als Reflektorschicht wirkt. Um
zu verhindern, dass Bereiche mit freigelegter Hologrammstruktur 9 unter bestimmten
Betrachtungsbedingungen optisch noch wahrnehmbar sein könnten, wird zusätzlich ein
Schutzlack 13 aufgebracht, der die gesamte Prägeschicht 7 zumindest in den freigelegten
Bereichen überdeckt. Eine präzise Strukturierung ist dabei nicht erforderlich, da
es völlig unschädlich ist, wenn der Schutzlack 13 auch die Reflektorschicht 8 abdeckt.
Da der Schutzlack 13 eine Brechzahl hat, die maximal 0,2 von der der Prägeschicht
7 abweicht, egalisiert der Schutzlack die Hologrammstruktur 9 in den freigelegten
Bereichen, in denen keine Reflektorschicht 8 mehr vorhanden ist, und lässt einen verbleibenden,
geringfügig wahrnehmbaren holografischen Effekt optisch gänzlich verschwinden.
[0031] Grundsätzlich sind Oberseite 5 (Siebseite) und Unterseite 6 (Filzseite) vertauschbar,
d.h. Prägeschicht 7 und Reflektorschicht 8 (z. B. Metallisierung) könnten auch auf
die Siebseite appliziert werden.
[0032] Fig. 1 zeigt das Herstellverfahren für ein Substrat 2, das ein Wasserzeichen 3 in
Form von Vertiefungen 4 hat. Fig. 2 bezieht sich auf eine Ausführungsform, bei der
das Wasserzeichen 3 durch eine Wasserzeichenfarbe 11 erzeugt ist. Die Strukturierung
der Reflektorschicht 8 geschieht dabei gleichermaßen - mit dem Unterschied, dass die
nicht mit Wasserzeichenfarbe 11 bedruckten Bereiche des Substrates den Vertiefungen
4 entsprechen, also Bereiche mit geringerer Opazität des Substrates 2 sind.
[0033] Fig. 2 zeigt noch eine weitere, optionale Ausgestaltung dahingehend, dass nach dem
strukturierten Abtragen der Reflektorschicht 8 zusätzlich noch eine weitere Spiegelschicht
12 aufgebracht ist, die nicht weiter strukturiert wird. Sie deckt also sowohl die
Reflektorschicht 8 als auch die von der Reflektorschicht 8 freigelegten Bereiche der
Hologrammstruktur 9 ab. Die Spiegelschicht 12 unterscheidet sich von der Reflektorschicht
8 hinsichtlich ihres Farbeffektes. Auf diese Weise entstehen zwei Hologrammstrukturen,
die sich registergenau ergänzen, nämlich die Hologrammstruktur mit der Reflektorschicht
8 und darüberliegender Spiegelschicht 12 (z. B. ebenfalls Metallisierung), die einen
ersten Farbeffekt für das reflektive Hologramm bewirken, die Hologrammstruktur nur
mit der Spiegelschicht 12, die einen zweiten Farbeffekt für die Hologrammstruktur
bewirkt, sowie das Wasserzeichen 3. Natürlich kann diese Ausgestaltung mit der weiteren
Spiegelschicht 12 auch mit einem echten Wasserzeichen gemäß Fig. 1 ausgeführt werden
und ist nicht darauf beschränkt, mit einer Wasserzeichenfarbe 11 umgesetzt zu werden.
Gleiches gilt für den Schutzlack 13, der auch in Fig. 2 verwendet werden kann.
[0034] Beinhaltet das Substrat 2 bedruckbare Fenster oder ist es voll transparent, ergibt
sich zusätzlich ein unterschiedlicher holografischer Effekt von Oberseite 5 und Unterseite
6. Man erhält dann eine zweiseitige unterschiedliche Farbigkeit des Hologramms in
perfektem Register.
[0035] Weiter ist es möglich, die Prägeschicht und/ oder die Reflektorschicht mit einer
lasermodifizierbaren Substanz zu versehen, die beim Abtragen mit der Laserstrahlung
modifiziert wird, so dass zusätzlich ein farbiges Motiv erhalten wird, das im Register
zum Wasserzeichen 3 und dem Hologramm steht.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Sicherheitselement
- 2
- Substrat
- 3
- Wasserzeichen
- 4
- Vertiefung
- 5
- Oberseite
- 6
- Unterseite
- 7
- Prägeschicht
- 8
- Reflektorschicht
- 9
- Hologrammstruktur
- 10
- Laserstrahl
- 11
- Wasserzeichenfarbe
- 12
- Spiegelschicht
- 13
- Schutzlack
1. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitselementes (1), wobei
- ein Substrat (2) bereitgestellt wird, das zumindest für bestimmte Strahlung (10)
transluzent ist und ein Wasserzeichen (3) aufweist, welches die Opazität des Substrates
(2) moduliert,
dadurch gekennzeichnet, dass
- auf eine Seite (6) des Substrats (2) eine Prägeschicht (7) aufgebracht wird, die
das Wasserzeichen (3) mindestens teilweise überdeckt,
- eine Holgrammstruktur (9) in die Prägeschicht (7) geprägt wird und auf die Holgrammstruktur
(9) eine Reflektorschicht (8) aufgebracht wird, und
- das Substrat (2) von der gegenüberliegenden Seite (5) mit der bestimmten Strahlung
(10) durchstrahlt wird, wobei eine Intensität der Strahlung (10) so eingestellt wird,
dass das Wasserzeichen (3) mittels der von ihm bewirkten Opazitätsmodulation als Maske
wirkt und die Reflektorschicht (8) durch die Strahlung (10) im Passer zum Wasserzeichen
(3) strukturiert abgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (2) ein papierbasiertes Substrat ist und das Wasserzeichen (3) durch
Bereiche reduzierter Masse des Substrates (2) eine Dicke des Substrates (2) moduliert
und die Prägeschicht (7) und die Reflektorschicht (8) auf der dem Laserstrahl (10)
gegenüberliegenden Seite (6) des Substrates (2) aufgebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (2) ein Folien- oder Verbundsubstrat ist und eine Wasserzeichenfarbe
(11) auf mindestens einer der Substratseiten (5,6) die Opazität des Substrates (2)
moduliert und die Prägeschicht (7) und die Reflektorschicht (8) auf der dem Laserstrahl
(10) gegenüberliegenden Seite (6) des Substrates (2) aufgebracht werden.
4. Verfahren nach Anspruch einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägeschicht (7) und/ oder die Reflektorschicht (8) eine lasermodifizierbar Substanz
enthält/ enthalten und beim Abtragen ein zusätzliches Motiv erzeugt wird.
5. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Abtragen der Reflektorschicht (8) auf dieser eine andersfarbige Spiegelschicht
(12) aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägeschicht (7) mit lasersensitiven, Bunt-, Fluo-, Metallic- oder Effektpigmenten
versehen wird.
7. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über der Reflektorschicht (7) nach deren strukturierbarer Abtragung und den dadurch
freigelegten Bereichen der Hologrammstruktur (9) ein Schutzlack (13) aufgetragen wird.