[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Deckelring. Ferner betrifft die Erfindung
ein Gebinde mit einem Deckel sowie ein Verfahren zur Herstellung des Deckelrings.
[0002] Für Dosen- und Büchsen-Verpackungen ist es bekannt, diese auf ihrer Oberseite mit
einem permanent am Dosen- beziehungsweise Gebinderumpf befestigten Deckel aus Metall
zu versehen. Der permanent am Gebinderumpf befestigte Deckel wird dabei aus einem
Deckelring und einer durch Heiss-Siegelung auf dem Deckelring aufgebrachten Deckelfolie
gebildet. Als Deckelfolien finden insbesondere Metallfolien oder Verbundfolien Verwendung.
Die Deckelfolie verschliesst die vom Deckelring ausgebildete Entnahme- oder Deckelöffnung
für den Verpackungsinhalt bis zu dessen erstmaligen Gebrauch. Teilweise wird noch
ein zusätzlicher, vorzugsweise aus Kunststoff bestehender Deckel über dem Metalldeckel
angeordnet, um das Gebinde wieder verschliessbar zu gestalten. Letzteres ist jedoch
nur dann notwendig, wenn der Verpackungsinhalt nicht beim ersten Öffnen des Gebindes
vollständig aufgebraucht wird.
[0003] Die Anforderungen an einen aus Deckelring und Deckelfolie gebildeten Deckel sind
die gleichen, die auch an konventionelle Deckel von Gebinden, insbesondere von Metall-Gebinden
gestellt werden. Dazu gehört auch Korrosionsbeständigkeit und zwar sowohl gegenüber
Umgebungseinflüssen als auch gegenüber dem Füllgut. Solche Füllgüter sind zumindest
teilweise chemisch aggressiv. Insbesondere bei feuchten oder nassen Füllgütern, wie
sie im Bereich von Lebensmittelverpackungen, speziell bei Retort-Lebensmittelprodukten,
vorkommen, stellt Korrosion im Hinblick auf die längere Lagerdauer ein Problem dar.
Korrosion des metallenen Verpackungsmaterials kann hier einerseits zu optischen Problemen
in Form von Verfärbungen und anderseits auch zu geschmacklichen Problemen führen.
Insbesondere bei Fischkonserven führt der Übertritt von Eisenoxid ins Füllgut, auch
unter dem Begriff "Ironing" bekannt, zu inakzeptablen geschmacklichen Veränderungen
des abgepackten Lebensmittels. Zur Vermeidung von Korrosion wird das Blech, aus dem
der Gebinderumpf oder die Deckelringe beziehungsweise die aufgesiegelte Metallfolie
besteht, beschichtet. Dabei ist die dem Füllgut zugewandte Innenseite des Gebindes
gewöhnlich mit Polyethylenterephtalat (PET) oder einem Lack beschichtet, welcher die
mechanische Belastung bei der Herstellung des Gebindes übersteht und auch aggressivem
Füllgut über die gewünschte Lagerdauer von manchmal mehreren Jahren widersteht. Die
Aussenseite des Gebindes wird in der Regel mit Polypropylen oder einem polypropylenhaltigen
Material beschichtet, da Polypropylen bevorzugt als Siegelmaterial für die Deckelfolie
verwendet wird. Das heisst, die mit Polypropylen beschichtete, dem Füllgut zugewandte
Seite der Deckelfolie wird auf die dem Füllgut abgewandte mit Polypropylen beschichtete
Aussenseite des Deckelrings aufgesiegelt.
[0004] Beim Ausstanzen der Deckelöffnung oder Entnahmeöffnung aus dem Deckelringrohling
entsteht eine nicht beschichtete Schnittkante. Eine solche Schnittkante birgt für
den Benutzer eines entsprechenden Gebindes eine gewisse Verletzungsgefahr. In Hinblick
auf Korrosion ist eine derartige rohe Schnittkante höchstens bei trockenem Füllgut
und kurzer Lagerdauer unproblematisch. Regelmässig tritt in solchen Fällen jedoch
Korrosion auf und führt zu den oben aufgeführten nachteiligen Veränderungen des verpackten
Lebensmittels. Eine aus dem Stand der Technik bekannte Massnahme zur Vermeidung der
Korrosion ist, den Deckelring auf seiner dem Füllgut zugewandten Unterseite mit einem
eingerollten Randbereich bei der Schnittkante, einer Retort-Rolle, auch als "retort
curl" bezeichnet, zu versehen. Dabei wird die Schnittkante in der Form einer Rolle
nach innen, das heisst, zur Seite des Füllguts hin, gebogen und somit durch einen
Oberflächenbereich des Deckelrings verdeckt. Damit ist die Schnittkante dem Füllgut
meistens nicht mehr offen ausgesetzt. Diese Lösung verursacht allerdings recht hohe
Kosten bei der Fertigung der entsprechenden Werkzeuge. Besonders nachteilig ist zudem,
bereits kleine Abweichungen in der Fertigung ziehen eine unregelmässige Ausbildung
der Retort-Rolle nach sich und führen zu einer unregelmässigen Abdeckung der Schnittkante.
Im Übrigen kann auch der Retortprozess, das heisst, die Sterilisation des Füllguts,
durch die Erhitzung und Abkühlung dazu führen, dass Füllgut selbst oder Flüssigkeit
aus dem Füllgut in die Retort-Rolle gelangt.
[0005] In
WO 01/07330 wird vorgeschlagen, dass die Beschichtung des aus Blech geformten Deckelrings nach
dem Ausstanzen der Entnahmeöffnung mittels Pulverbeschichtung vorgenommen wird. Die
Pulverbeschichtung eines geometrisch komplexeren Körpers wie eines Deckelrings in
der gewünschten Qualität ist allerdings nur schwierig zu erreichen. Andere Beschichtungsverfahren
als jenes der Pulverbeschichtung können nicht eingesetzt werden.
[0006] In
WO 2006/092073 wird beschrieben, die Schnittkante eines Deckelrings separat mit einem Hotmelt-Material
zu beschichten.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Deckelring beziehungsweise
einen entsprechenden Deckel und ein entsprechendes Gebinde zur Verfügung zu stellen,
welcher beziehungsweise welche die genannten Nachteile vermeiden. Weiter betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Deckelrings.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Deckelring gemäss Anspruch 1. Bevorzugte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Ein Deckel wird in den Ansprüchen 8 bis
10 definiert. Ein Verfahren zur Herstellung des Deckelrings ist in Anspruch 12 definiert.
[0009] Ein erfindungsgemässer Deckelring umfasst einen Metallring mit einer radial aussen
liegenden Schnittkante und einer radial innen liegenden eine Deckelöffnung bildenden
Schnittkante. Der Metallring ist auf beiden Seiten mit mindestens einer Kunststoffschicht
beschichtet. Die radial innen liegende Schnittkante ist mindestens einmal auf sich
selbst zurückgefalzt. Der Falz ist zudem verpresst.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst ein erfindungsgemässer Deckelring einen
Metallring mit einer radial aussen liegenden Schnittkante und einer radial innen liegenden
eine Deckelöffnung bildenden Schnittkante. Der Metallring ist auf beiden Seiten mit
mindestens einer Kunststoffschicht beschichtet. Die radial innen liegende Schnittkante
ist mindestens zweimal auf sich selbst zurückgefalzt, wodurch die Schnittkante durch
die auf der Falzinnenseite liegende Kunststoffschicht nahezu luftfrei eingeschlossen
ist. Mit Falzinnenseite wird diejenige Seite eines Falzes mit dem kleineren Falzradius
bezeichnet.
[0011] Da die radial innen liegende Schnittkante mindestens zweimal auf sich selbst zurückgefalzt
ist, wird sie dem Kontakt zum Füllgut des Gebindes nicht ausgesetzt. Die Schnittkante
wird durch die mehrfache Falzung zwischen den auf Deckelring-Oberseite und der Deckelring-Unterseite
liegenden Kunststoffschichten praktisch luftfrei und -dicht eingeschlossen. Dadurch
wird auf einfache Weise ein nahezu vollständiger Schutz vor Korrosion erreicht. Zudem
ergibt sich so auch ein Schutz vor Verletzungen bei der Handhabung des Gebindes durch
den Benutzer. Die radial innen liegende Schnittkante kann sowohl zur Deckelring-Unterseite,
also zur dem Füllgut zugewandten Seite hin, oder zur Deckelring-Oberseite, also zur
dem Füllgut abgewandten Seite hin, gefalzt werden. Wird die radial innen liegende
Schnittkante zwei- oder mehrfach auf sich selbst zurückgefalzt, erfolgt die Falzung
immer zur gleichen Seite hin.
[0012] Vorzugsweise wird die radial innen liegende Schnittkante genau zweimal auf sich selbst
zurückgefalzt.
[0013] Im Weiteren ist der ein oder mehrfache Falz der radial innen liegenden Schnittkante
vorzugsweise verpresst. Damit wird ein noch besserer Schutz der radial innen liegenden
Schnittkante gegenüber Luft und allenfalls gegenüber Füllgut erreicht.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist zwischen der zurückgefalzten radial innen
liegenden Schnittkante und einer Deckelringkernwand ein Flansch mit einer darauf angeordneten
umlaufenden Siegelzone ausgebildet. Die umlaufende Siegelzone ist bevorzugt auf der
dem Füllgut abgewandten Seite des Flanschs, das heisst, auf der der Deckelring-Oberseite,
angeordnet.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform ist die radial innen liegende Schnittkante auf
die der Siegelzone gegenüberliegende Seite des Flansches zurückgefalzt. Das heisst,
die radial innen liegende Schnittkante liegt auf der dem Füllgut zugewandten Seite
des Flansches beziehungsweise des Deckelrings und somit auf der Deckelring-Unterseite.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Metall, aus dem der Deckelring gebildet
wird, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Aluminium, Aluminiumlegierungen, Weissblech,
Schwarzblech und Stahl. Weißblech ist ein dünnes kaltgewalztes Stahlblech, dessen
Oberfläche mit Zinn beschichtet ist. Derzeit sind Blechdicken von 0,1 bis 0,5 mm üblich.
Schwarzblech besteht aus unlegiertem Stahl und wird geglüht, wobei es mit Sauerstoff
der Umgebungsluft reagiert und sein dunkles Aussehen erhält. Beim Warmwalzen wird
Schwarzblech in Dicken von 1,5 mm und mehr hergestellt. Kaltgewalztes Schwarzblech
hingegen kann mit Stärken von 0,4 bis 1,5 mm dünner und mit einer besseren Oberflächenbeschaffenheit
hergestellt werden.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform wird der Kunststoff, mit dem die beiden Seiten
des Deckelring-Blechs beschichtet sind, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyethylen,
Polypropylen, Polyethylenterephtalat und Polyamid. Die Ober- und die Unterseite des
Deckelring-Blechs können mit dem gleichen Kunststoff oder mit verschiedenen Kunststoffen
beschichtet sein. In der Regel sind sie mit verschiedenen Kunststoffen beschichtet.
Mit der Unterseite des Deckelring-Blechs beziehungsweise Deckelrings wird die dem
Füllgut zugewandte Seite bezeichnet. Mit der Oberseite des Deckelringblechs beziehungsweise
Deckelrings wird die dem Füllgut abgewandte Seite des Deckelring-Blechs bezeichnet.
[0018] Die Schichtdicke der Kunststoffschichten auf der Unter- und Oberseite des Deckelrings
beträgt in der Regel 5µm bis 100µm, bevorzugt, 10µm bis 50µm und besonders bevorzugt
von 20µm bis 40µm. Es kann auf beiden Seiten des Deckelrings der gleiche Kunststoff
angeordnet. Bevorzugt sind die auf der Unter- und Oberseite des Deckelrings angeordneten
Kunststoffschichten jedoch verschieden, da sie unterschiedlichen Anforderungen genügen
müssen.
[0019] Während die auf der Unterseite des Deckelrings angeordnete Kunststoffschicht der
Verhinderung von Korrosion des Deckelring-Blechs dient, muss die auf der Oberseite
des Deckelrings angeordnete Kunststoffschicht siegelfähig sein, da auf einem Oberflächenbereich
auf der Oberseite des Deckelrings, der Siegelzone, die Deckelfolie aufgesiegelt wird.
Bevorzugt wird Polypropylen (PP) oder ein polyproylenhaltiges Material als siegelfähiger
Kunststoff für die Kunststoffschicht auf der Oberseite des Deckelrings verwendet.
Die der Oberseite des Deckelrings zugewandte Seite der Deckelfolie ist daher bevorzugt
auch mit PP oder einem polypropylenhaltigen Material beschichtet.
[0020] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Deckel mit einem erfindungsgemässen
Deckelring beschrieben. Der Deckel umfasst den Deckelring und eine in der Siegelzone
des Deckelrings aufgesiegelte Deckelfolie, welche die Deckelöffnung verschliesst.
Die auf dem zwischen der Deckelringkernwand und der radial innen liegenden Schnittkante
ausgebildeten Flansch angeordnete umlaufende Siegelzone des Deckelrings ist auf der
Oberseite des Deckelrings beziehungsweise auf der Aussenseite des Flansches des Deckelrings
angeordnet. Die dem Füllgut und damit auch der Oberseite des Deckelrings zugewandte
Seite der Deckelfolie ist bevorzugt mit PP oder einem polypropylenhaltigen Material
beschichtet. Sie kann aber auch mit einem anderen siegelfähigen Material beschichtet
sein.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Deckelfolie des Deckels aus vorzugsweise
mit Kunststoff beschichtetem Aluminium gebildet. Dabei ist die Aluminiumfolie in der
Regel einseitig mit Kunststoff beschichtet, wobei auf der siegelfähigen Seite der
Deckelfolie bevorzugt Polypropylen (PP) angeordnet ist. Die der siegelfähigen Seite
der Deckelfolie gegenüberliegende Seite ist in der Regel bedruckt und/oder lackiert.
Neben den kunststoffbeschichteten Aluminium-Verbundfolien können auch andere Verbundfolien
als Deckelfolien eingesetzt werden, beispielsweise lackierte Aluminiumfolien und kaschierte
Aluminiumfolien. Ausserdem können auch aluminiumfreie Verbundfolien als Deckelfolien
verwendet werden. Alle Deckelfolien müssen jedoch eine siegelfähige Seite aufweisen,
um eine Siegelung in der Siegelzone des Deckelrings herstellen zu können.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform des Deckels weist die Deckelfolie eine Prägung
oder eine Bedruckung auf. Die Deckelfolie kann auch gleichzeitig eine Prägung und
eine Bedruckung aufweisen. Im Übrigen können auch ungeprägte Deckelfolien eingesetzt
werden.
[0023] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Gebinde mit dem erfindungsgemässen
Deckel beziehungsweise Deckelring beschrieben. Der Deckel beziehungsweise der Deckelring
wird mit dem Gebinderumpf vorzugsweise durch eine Falzverbindung verbunden. Die Verbindung
zwischen Deckel und Rumpf könnte aber auch auf andere Weise rein mechanisch durch
Formschluss und/oder Reibschluss oder Klebung oder Heiss-Siegelung oder eine Kombination
solcher Befestigungsarten vorgenommen werden.
[0024] Ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemässen Deckelrings beinhaltet den Schritt
der mindestens einfachen Falzung der radial innen liegenden Schnittkante. Hierdurch
entsteht ein in radialer Richtung gefalzter Bereich. In diesem gefalzten Bereich bildet
sich ein zwei- oder mehrfacher Flansch aus. Nach dem Falzen wird der Falz beziehungsweise
der gefalzte Bereich zusätzlich verpresst.
[0025] Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung des erfindungsgemässen
Deckelrings umfasst den Schritt der Falzung der radial innen liegenden Schnittkante.
Die Schnittkante wird mindestens zweimal gefalzt, dabei wird über den in radialer
Richtung gefalzten Bereich ein drei- oder mehrfacher Flansch gebildet und die Schnittkante
wird durch die auf der Falzinnenseite liegenden Kunststoffschichten nahezu luftfrei
eingeschlossen.
[0026] Die Schnittkante wird bei der Falzung in radialer Richtung umgebogen beziehungsweise
gefalzt, womit sich ein umlaufender Falz bildet. Der Radius des in radialer Richtung
gefalzten Oberflächenbereiches beträgt in der Regel nur wenige Millimeter, vorzugsweise
1 bis 3mm. Durch das mindestens zweimalige Falzen wird die radial innen liegende Schnittkante
durch die auf der Innenseite des Falzes liegenden Kunststoffschichten nahezu luftfrei
eingeschlossen.
[0027] Nach dem Falzen wird in einem weiteren Schritt der gefalzte Bereich zusätzlich verpresst,
um eine noch bessere Dichtigkeit des Falzes gegenüber Flüssigkeiten, Feuchtigkeit
und Luft zu erreichen und damit die eingeschlossene Schnittkante noch besser vor Korrosion
zu schützen.
[0028] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen und anhand der Figuren. Dabei zeigen rein schematisch:
- Fig.1
- zeigt eine perspektivische Ansicht eines Gebindes mit einem Aufreissdeckel;
- Fig. 2
- zeigt eine perspektivische Teilansicht eines Deckelringrohlings;
- Fig. 3
- zeigt eine perspektivische Teilansicht eines Deckelringrohlings in einem weiteren
Stadium der Herstellung;
- Fig. 4
- zeigt einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform einer Schnittkante eines erfindungsgemässen
Deckelrings;
- Fig.5
- zeigt einen Querschnitt einer zweiten Ausführungsform einer Schnittkante eines erfindungsgemässen
Deckelrings;
- Fig. 6
- zeigt einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer Schnittkante eines erfindungsgemässen
Deckelrings;
- Fig. 7
- zeigt einen Querschnitt der ersten Ausführungsform einer Schnittkante eines erfindungsgemässen
Deckelrings mit aufgesiegelter Deckelfolie;
- Fig.8
- zeigt einen Querschnitt der weiteren Ausführungsform einer Schnittkante eines erfindungsgemässen
Deckelrings mit aufgesiegelter Deckelfolie;
[0029] Fig. 1 zeigt ein Gebinde 1 mit einem Gebinderumpf 5, einem Aufreissdeckel 3, der
seinerseits einen am Gebinderumpf 5 befestigten Deckelring 7, eine Deckelfolie 10
sowie eine Aufreisslasche 15 umfasst. Die Deckelfolie 10 verschliesst die Entnahmeöffnung
des Aufreissdeckels 3. Die Deckelfolie 10 ist zum Öffnen des Deckels 3 mit einer Aufreisslasche
15 versehen. In der Ansicht von Figur 1 ist kein Unterschied des Gebindes nach dem
Stand der Technik zu einem Gebinde mit dem erfindungsgemässen Deckelring ersichtlich.
[0030] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Teilansicht eines Deckelringrohlings 18. Der Übersichtlichkeit
halber ist lediglich ein Teil eines ganzen Deckelringrohlings 18 dargestellt. Gezeigt
ist die gebindeseitige Ausbildung des Deckelringrohlings 18 für eine Falzverbindung
des Deckelrings mit dem Gebinderumpf (nicht dargestellt). Der Falzrand 21 weist in
radialer Richtung zur Mitte des Deckelringrohlings 18 hin einen Falzradius 22 auf
mit dem der Falzrand 21 in die Deckelringkernwand 23 übergeht. Auf die Deckelringkernwand
23 folgt der Deckelringtiefenradius 24, der in den Deckelringboden 27 übergeht. In
diesem Fertigungsstadium des Deckeringrohlings ist wie aus der Figur ersichtlich noch
keine Deckel- oder Entnahmeöffnung ausgestanzt.
[0031] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Teilansicht eines Deckelringrohlings 18 in einem
weiteren Stadium seiner Herstellung. Der Deckelringrohling 18 weist wiederum gebindeseitig
einen Falzrand 21, einen Falzradius 22, eine Deckelringkernwand 23 sowie einen Deckelringtiefenradius
24 auf. In diesem Herstellungsstadium weist der Deckelringrohling 18 nunmehr eine
Entnahmeöffnung 36 auf. Der Deckelringtiefenradius 24 geht in Richtung der Entnahmeöffnung
36 in den Flansch 31 über. Die Entnahmeöffnung 36 wird durch die beim Stanzschritt
entstehende radial innen liegende Schnittkante 33 ausgebildet. Auf dem Flansch 31
ist deckelringoberseitig eine Siegelzone 30 angeordnet.
[0032] Fig. 4 zeigt im Querschnitt einen Ausschnitt einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Deckelrings 7. Dargestellt ist insbesondere der gefalzte Bereich d mit der nahezu
luftfrei eingeschlossenen Schnittkante 33. In der gezeigten Ausführungsform weist
der Deckelring eine Schichtstapelstruktur auf mit den folgenden Schichten, eine deckelringoberseitig
angeordnete Kunststoff-Schicht 37, eine Metallschicht in der Form eines Metallrings
40 und eine deckelringunterseitig angeordnete Kunststoff-Schicht 43. Dabei ist die
deckelringunterseitig angeordnete Kunststoff-Schicht dem Füllgutraum (nicht dargestellt)
zugewandt und die deckelringoberseitige Kunststoff-Schicht auf der dem Füllgutraum
abgewandten Seite des Deckelrings 7 und somit zur Aussenseite des Gebindes 1 hin angeordnet.
In dieser Ausführungsform wurde die radial innen liegende Schnittkante 33 zweimal
auf sich selbst zurückgefalzt. Die Falzung erfolgte zweimal zur Deckringunterseite
hin, so dass die eingeschlossene Schnittkante 33 auf der dem Füllgutraum zugewandten
Seite des Deckelrings 7 zu liegen kommt. Im gefalzten Bereich d ist der Flansch 31
somit dreifach ausgebildet. Auf der Deckelringoberseite ist im Weiteren die Siegelzone
30 angeordnet, die sich über den gefalzten Bereich d hinaus bis maximal zu Deckelringkernwand
(nicht dargestellt) hin erstreckt. Die Schnittkante 33 wird durch die jeweils auf
der Falzinnenseite (46, 47) liegenden Kunststoff-Schichten (37, 43) nahezu luftfrei
eingeschlossen.
[0033] Fig. 5 zeigt im Querschnitt einen Ausschnitt einer zweiten Ausführungsform eines
erfindungsgemässen Deckelrings 7. In dieser Ausführungsform erfolgt die zweifache
Falzung zur Deckelringoberseite hin, so dass die eingeschlossene Schnittkante 33 auf
der dem Füllgutraum (nicht dargestellt) abgewandten Seite des Deckelrings 7 zu liegen
kommt. Im gefalzten Bereich d ist der Flansch 31 wiederum dreifach ausgebildet. Da
nun im gefalzten Bereich d die auf der dem Füllgutraum zugewandten Deckelringinnenseite
angeordnete Kunststoffschicht 43 auf die Deckelringaussenseite zu liegen kommt, ist
der gewählte Kunststoff vorzugsweise ebenfalls siegelfähig. Wenn der gefalzte Bereich
d einen genügenden Radius aufweist, kann die Siegelzone 30 auf den gefalzten Bereich
d begrenzt werden. Es ist jedoch auch möglich, die Siegelzone 30 über den gefalzten
Bereich hinaus auf den in radialer Richtung aussen liegenden, weiteren Teil des Flansches
31 bis maximal zur Deckelringkernwand (nicht dargestellt) hin zu erstrecken. In dieser
Variante wird die Siegelzone 30 jedoch durch eine Lücke 45 unterbrochen.
[0034] Fig. 6 zeigt im Querschnitt einen Ausschnitt einer weiteren Ausführungsform eines
erfindungsgemässen Deckelrings 7. Wie bei der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform
wird die Schnittkante 33 zweimal auf die Deckelringoberseite zurückgefalzt. Über eine
Abstufung 48 im Bereich e entsprechend der zweifachen Dicke des beidseitig kunststoffbeschichteten
Deckelrings 7 kommt die Deckelringoberseite im gefalzten Bereich d in die gleiche
Ebene zu liegen wie der radial äussere Bereich des Flanschs 31. Die Siegelzone 30
kann so auf einfache Weise wieder über gesamte radiale Länge des Flanschs 31 bis maximal
zur Deckelringkernwand (nicht dargestellt) erstreckt werden. Im Bereich der Abstufung
48 wird die Siegelzone 30 durch eine Lücke 45 unterbrochen.
[0035] Fig. 7 zeigt die in Fig. 4 dargestellte Ausführungsform des erfindungsgemässen Deckelrings
7, wobei dieser wiederum ausschnittsweise dargestellt ist. In der Siegelzone 30 ist
auf der deckelringseitig oberen Kunststoffschicht und damit auf der Deckelringoberseite
eine Deckelfolie 51 aufgesiegelt. Die Siegelzone 30 erstreckt sich im dargestellten
Beispiel über den ganzen Flansch 31, das heisst, über den gefalzten Bereich d, in
welchem der Flansch 31 dreifach ausgebildet ist, weiter über den radial äusseren Bereich
des Flansches 31 bis maximal hin zur Deckelringkernwand (nicht dargestellt). Die zweifache
Falzung der radial innen liegenden Schnittkante 33 erfolgte in dieser Ausführungsform
zur Deckelringunterseite und somit zum Füllgutraum 55 hin. Die durch die auf der Falzinnenseite
(46, 47) liegenden, auf der Metallschicht in Form eines Metallrings 40 angeordneten
Kunststoffschichten 37 und 43 nahezu luftfrei eingeschlossene Schnittkante 33 liegt
daher auf der dem Füllgutraum 55 zugewandten Deckelringunterseite.
[0036] Fig. 8 zeigt die in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform des erfindungsgemässen Deckelrings
7, wobei dieser wiederum ausschnittsweise dargestellt ist. In der Siegelzone 30 ist
auf der deckelringseitig oberen Kunststoffschicht eine Deckelfolie 51 aufgesiegelt.
Da in dieser Ausführungsform die zweifache Falzung der radial innen liegenden Schnittkante
33 zur Deckelringoberseite hin erfolgt, liegt die zwischen den Kunststoffschichten
37 und 43 eingeschlossene Schnittkante 33 auf der Deckelringoberseite, abgewandt vom
Füllgutraum 55. Durch die Abstufung 48 im Bereich e liegt die im gefalzten Bereich
d auf der Deckelringoberseite liegende Kunststoffschicht 43 in einer Ebene mit der
auf der Metallschicht 40 auf der dem Füllgutraum 55 abgewandten Deckelringoberseite
angeordneten Kunststoffschicht 37. Die Deckelfolie 51 kann daher ohne Schwierigkeiten
in der auf dem Flansch 31 angeordneten Siegelzone 30 aufgesiegelt werden. Die Siegelzone
30 erstreckt sich über den gefalzten Bereich d weiter über den radial äusseren Bereich
des Flansches 31 bis maximal hin zur Deckelringkernwand (nicht dargestellt). Die Deckelfolie
51 verschliesst einerseits die Entnahmeöffnung (nicht gezeigt) und auch die durch
die Abstufung 48 gebildete Lücke 45 im Bereich e.
1. Deckelring (7) umfassend einen beidseitig mit mindestens einer Kunststoffschicht (37,
43) beschichteten Metallring (40) mit einer radial aussen liegenden Schnittkante und
einer radial innen liegenden, eine Deckelöffnung (36) bildenden Schnittkante (33),
dadurch gekennzeichnet, dass die radial innen liegende Schnittkante (33) mindestens einmal auf sich selbst zurückgefalzt
ist und der Falz verpresst ist.
2. Deckelring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die radial innen liegende Schnittkante (33) mindestens zweimal auf sich selbst zurückgefalzt
und durch die auf der Falzinnenseite (46, 47) liegenden Kunststoffschichten (37, 43)
nahezu luftfrei eingeschlossen ist.
3. Deckelring (7) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der zurückgefalzten radial innen liegenden Schnittkante (33) und einer Deckelringkernwand
(23) ein Flansch (31) mit einer darauf angeordneten umlaufenden Siegelzone (30) ausgebildet
ist.
4. Deckelring (7) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die radial innen liegende Schnittkante (33) auf die der Siegelzone (30) gegenüberliegenden
Seite des Flansches (31) zurückgefalzt ist.
5. Deckelring (7) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall des Metallrings (40) ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus Stahl,
Weissblech, Schwarzblech, Aluminium und Aluminiumlegierungen.
6. Deckelring (7) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff der Kunststoff-Schichten (37, 43) ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend
aus Polyethylen, Polypropylen, Polyethylenterephtalat und Polyamid.
7. Deckelring (7) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht (37, 43) eine Schichtdicke von 5µm bis 100µm, bevorzugt, 10µm
bis 50µm und besonders bevorzugt von 20µm bis 40µm aufweist.
8. Deckel mit Deckelring (7) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Siegelzone(30) eine die Deckelöffnung (36) verschliessende Deckelfolie (51)
aufgesiegelt ist.
9. Deckel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (51) eine Verbundfolie ist ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
kunststoffbeschichtetem Aluminium, kaschiertem Aluminium, lackiertem Aluminium und
aluminiumfreien Verbundfolien.
10. Deckel nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (51) eine Verbundfolie ist und vorzugsweise eine Prägung und/oder
eine Bedruckung aufweist.
11. Gebinde (1) mit einem Deckel gemäss einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel durch eine Falzverbindung mit einem Gebinderumpf (5) verbunden ist.
12. Verfahren zur Herstellung eines Deckelrings (7) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass beim mindestens einfachen Falzen der radial innen liegenden Schnittkante (33) über
einen in radialer Richtung gefalzten Bereich (d) ein zwei- oder mehrfacher Flansch
(31) gebildet wird und wobei nach dem Falzen der gefalzte Bereich (d) zusätzlich verpresst
wird.
13. Verfahren zur Herstellung eines Deckelrings (7) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass beim mindestens zweifachen Falzen der radial innen liegenden Schnittkante (33) über
einen in radialer Richtung gefalzten Bereich (d) ein drei- oder mehrfacher Flansch
(31) gebildet wird und die Schnittkante (33) durch die auf der Falzinnenseite (46,
47) liegende Kunststoffschicht (37, 43) nahezu luftfrei eingeschlossen wird und wobei
nach dem Falzen der gefalzte Bereich (d) zusätzlich verpresst wird.