[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum lösbaren Befestigen einer
Glasscheibe an einer Unterkonstruktion.
[0002] Bei herkömmlichen Fenstern wird im Allgemeinen die Glasscheibe - heute meist ein
Mehrscheiben-Isolierglas - in einem Rahmen befestigt. Der Rahmen liegt dabei rund
um den Umfang der Glasscheibe in der Glasscheibenebene und die Glasscheibe wird im
Rahmen mit zwischen Rahmen und Umfangsseiten der Glasscheibe eingeschobenen Klötzen
fixiert ("verklotzt"). Um eine möglichst zwängfreie Fixierung zu gewährleisten, sind
die bei Vertikalglas die Last tragenden Klötze ("Tragklötze") meist aus hartem Kunststoff
oder Hartholz und die weniger belasteten Klötze ("Distanzklötze") aus einem weicheren,
elastischen Material.
[0003] Bei Verwendung von Glasscheiben zur Verglasung an Fassaden, z.B. Doppel- oder Element-Fassaden,
oder im Innenbereich, z.B. für Innenwände oder Aufzugsschächte, ist meist eine möglichst
unauffällige, beinahe unsichtbare Befestigung gefordert, weshalb eine Rahmenkonstruktion
wie bei Fenstern ungeeignet ist. Vielmehr werden die Glasscheiben für Glasfassaden,
Glasverkleidungen und sogar Glasdreh- und -schiebeelemente heute meist an einer hinter
der Glasscheibenebene liegenden Unterkonstruktion, z.B. in Pfosten-Riegel-Bauweise,
befestigt. Verbleibende schmale Fugen zwischen den einzelnen Glasscheiben werden entweder
mit Fugenmasse oder mit Abdeckleisten versehen. Um einzelne Glasscheiben separat austauschen
zu können, hat die Befestigung lösbar zu sein.
[0004] Als Befestigung an der Unterkonstruktion kommen einerseits punktförmige Lagerungen
mit Bolzen, welche die Glasscheibe z.B. an den Ecken durchsetzen, zum Einsatz. Solche
Punktlagerungen lassen besonders schmale Fugen zwischen benachbarten Glasscheiben
zu, da die Fugen als bloße Dehnungsfugen ausgelegt werden können, jedoch ist eine
elastische Verbindung zwischen Bolzen und Bohrung erforderlich, um z.B. die Wärmedehnung
der Glasscheibe auszugleichen. Ferner müssen die Glasscheiben dabei durchbohrt werden,
was diese gerade an den Punkten höchster Belastung - den Befestigungspunkten - strukturell
schwächt.
[0005] Andererseits sind Linienlagerungen in Verwendung, bei welchen jede Glasscheibe z.B.
von Deckleisten, die durch die Fugen hindurch an die Unterkonstruktion geschraubt
sind und zugleich im Randbereich der Glasscheibe außenseitig angreifen, gegen die
Unterkonstruktion gespannt wird. Besonders bei großen Glasscheiben erfordert dieses
Einspannen jedoch hohe Kräfte und somit massive, von außen deutlich sichtbare Deckleisten.
Auch sind die Glasscheiben dadurch einer hohen Spannungsbelastung ausgesetzt.
[0006] Alternativ dazu kann jede Glasscheibe auch an von der Unterkonstruktion auskragenden
Trägerleisten getragen und zwischen diesen optional verklotzt werden, wobei zum Fixieren
der Glasscheibe an der Unterkonstruktion zusätzlich im Randbereich der Glasscheibe
außenseitig angreifende, gegen die Trägerleisten verschraubte Deckleisten erforderlich
sind. In dieser Variante sind die Glasscheiben weitgehend spannungsfrei gelagert,
jedoch sind breitere Fugen und weiterhin außenliegende Deckleisten erforderlich, was
den Gestaltungsspielraum für die Glasfassade einschränkt.
[0007] Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Vorrichtung zum lösbaren Befestigen einer
Glasscheibe an einer Unterkonstruktion zu schaffen, welche die Glasscheibe unter möglichst
geringer Belastung lösbar und dennoch sicher hält und rasch eingesetzt werden kann.
[0008] Dieses Ziel wird durch einer Vorrichtung erreicht, die sich auszeichnet durch:
eine Klotzleiste, welche in ein Klotzstück zum Verklotzen der Glasscheibe an einer
ihrer Umfangsseiten und ein Haltestück zur Anlage an der Unterkonstruktion untergliedert
ist und zumindest eine Öffnung für ein Befestigungsmittel zum lösbaren Befestigen
der Klotzleiste an der Unterkonstruktion hat, und
eine Klebeleiste, welche an einer Außenseite mit einer Seite der Glasscheibe verklebbar
ist, wobei das Haltestück einen Vorsprung hat, welchen die Klebeleiste im befestigten
Zustand der Glasscheibe an der dem Klotzstück abgewandten Seite hintergreift.
[0009] Durch die direkt an der Unterkonstruktion befestigbare Klotzleiste, an deren Klotzstück
die Umfangsseite der Glasscheibe anliegt, entfällt ein zusätzliches Verklotzen und
wird eine schmälere Fuge zwischen benachbarten Glasscheiben ermöglicht. Dabei ist
die Glasscheibe in ihrem befestigten Zustand aufgrund des Hintergreifens des Vorsprungs
sicher in Richtung der Unterkonstruktion gehalten, ohne dass eine an der Außenseite
der Glasscheibe angreifende Deckleiste erforderlich ist. Ebenso wie die Deckleiste
kann auch ein Durchbohren der Glasscheibe entfallen, sodass auch der Gestaltungsspielraum
an einer Verglasung mit einer Vielzahl von Glasscheiben erhalten bleibt. Die Klotzleisten
können an allen Umfangsseiten der Glasscheibe eingesetzt werden und jede Glasscheibe
nach dem Entfernen aller Klotzleisten, welche mit den mit dieser Glasscheibe verklebten
Klebeleisten in Eingriff sind, einzeln von der Unterkonstruktion gelöst werden. Jede
Klotzleiste kann dabei Glasscheiben beiderseits jener zwischenliegenden Fuge verklotzen,
in welcher die Klotzleiste angeordnet ist, oder nur jene Glasscheibe, welche die Klotzleiste
mithilfe der mit dieser Glasscheibe verklebten Klebeleiste auch festhält.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform hat die Klebeleiste eine von zwei Schenkeln
begrenzte Nut, wobei im befestigten Zustand der Glasscheibe der genannte Vorsprung
in die Nut eingreift und dadurch der eine Schenkel den Vorsprung an der dem Klotzstück
abgewandten Seite hintergreift, wobei der andere Schenkel an der genannten Außenseite
mit der Glasscheibe verklebbar ist. In dieser Ausführungsform hält das Zusammenwirken
von Nut in der Klebeleiste und Vorsprung am Haltestück die Glasscheibe sicher in Richtung
der Unterkonstruktion. Durch das Eingreifen des Vorsprungs in die Nut und die Möglichkeit
des flächigen Verklebens des genannten anderen Schenkels an seiner Außenseite mit
der Glasscheibe wird die Klebeleiste und damit deren Verklebung hauptsächlich in Richtung
der Unterkonstruktion belastet; ein für die Verklebung schädliches zusätzliches Kippmoment
infolge einseitiger Belastung der Klebeleiste wird so weitgehend vermieden. Überdies
kann die Klebeleiste bündig mit der Umfangsseite der Glasscheibe auf diese aufgeklebt
werden, sodass sie nicht über deren Umfang vorsteht, was die Gefahr einer Beschädigung
einer mit Klebeleisten vorkonfektionierten Glasscheibe bei Lagerung und Transport
minimiert.
[0011] Günstigerweise hat die Nut zumindest eine Hinterschneidung und der Vorsprung eine
dazu komplementäre Rippe. So können Klotzleiste und Klebeleiste bereits vor dem Befestigen
der Glasscheibe an der Unterkonstruktion miteinander verbunden werden, indem Nut und
Vorsprung in Längsrichtung von Klotzleiste und Klebeleiste ineinander geschoben werden.
Dies erleichtert die Befestigung an und das Lösen von der Unterkonstruktion, da ein
Abfallen einzelner Teile verhindert wird.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Variante der Vorrichtung ist die Klotzleiste einstückig.
Auf diese Weise ist die Klotzleiste einfach herstellbar, z.B. durch Fräsen, Druck-
oder Spritzgießen, Extrudieren od.dgl. Die Klotzleiste kann dabei je nach Herstellungsverfahren
homogen sein oder über ihren Querschnitt verschiedene Materialien bzw. Festigkeiten
haben.
[0013] Bevorzugt sind Klotzstück und Haltestück aus unterschiedlichen Materialien gefertigt.
Das Haltestück kann dabei sehr stabil ausgeführt sein, z.B. aus Hartholz, hartem -
optional faserverstärktem - Kunststoff oder Aluminium oder einem anderen Metall, und
das Klotzstück zum schonenden Verklotzen der Glasscheibe aus weicherem, elastischem
Material, z.B. Holz, Kunststoff oder Gummi. Dies ergibt eine stabile Befestigung bei
geringen Abmessungen und unter Schonung der Glasscheibe, insbesondere ihrer Umfangsseiten.
[0014] Besonders günstig ist es, wenn die genannte Außenseite der Klebeleiste einen Absatz
hat. Die Verklebung der Klebeleiste mit der Glasscheibe dient nicht bloß der Aufnahme
von Kräften in Richtung der Unterkonstruktion, sondern die Verklebung muss geeignet
sein, Kräfte auch in allen anderen Richtungen, z.B. Scherkräfte infolge der Wärmedehnung
der Glasscheibe, aufzunehmen. Dies wird durch eine gewisse Mindestdicke der Klebefuge
erleichtert; wird andererseits die Dicke der Klebefuge zu groß gewählt, leiden Stabilität
und Haltbarkeit der Verklebung. Durch einen solchen Absatz ist eine für eine beständige
Verklebung notwendige Klebefugendicke vorgebbar, sodass die Klebeleiste ohne weitere
Hilfsmittel mit der Glasscheibe zuverlässig verklebt werden kann.
[0015] Bevorzugt ist die Klotzleiste in Richtung zur Klebeleiste von zumindest einer weiteren
Öffnung zum Einführen eines in die Klebeleiste eingreifenden Arretierstiftes, -bolzens
od.dgl. durchsetzt. Dies verhindert ein Verschieben von Klotzleiste und Klebeleiste
gegeneinander, was zu einer unerwünschten Lastverteilung führen kann. Bei Verwendung
z.B. einer Schraube als Arretierstift oder in Verbindung mit der genannten Hinterschneidung
in der Nut und der Rippe am Vorsprung kann die Klotzleiste zur Verbindung mit der
Unterkonstruktion an der Klebeleiste und somit der Glasscheibe in alle Richtungen
arretiert werden.
[0016] Besonders schlank und materialsparend kann die Klotzleiste gefertigt werden, wenn
das Klotzstück einen L-förmigen Querschnitt hat, wobei ein Schenkel des L an das Haltestück
grenzt und der andere Schenkel des L beim Verklotzen der genannten Umfangsseite der
Glasscheibe zugewandt ist.
[0017] In einer vorteilhaften Ausführungsform hat das Klotzstück an seiner dem Haltestück
gegenüberliegenden Seite zumindest einen Rastvorsprung zum Einrasten einer die Glasscheibe
in ihrem Randbereich übergreifenden Absturzsicherung. Die Glasscheibe ist dadurch
zusätzlich abgesichert, ohne dabei dauerhaft einer großen zusätzlichen Spannung ausgesetzt
zu sein.
[0018] In einer günstigen Variante hat das Klotzstück eine Pufferleiste aus einem vom Material
des Klotzstücks verschiedenen Material zur Anlage an der Umfangsseite der Glasscheibe.
Eine solche Pufferleiste kann aus einem für die Anlage an der Glasscheibe besonders
geeigneten - z.B. einem besonders weichen, rutschfesten und/oder dichtenden - Material
gefertigt sein und gestattet dabei eine breitere Materialauswahl und - bei geeigneter
Materialwahl - schlankere Querschnitte für das Klotzstück und folglich auch schmälere
Fugen zwischen benachbarten Glasscheiben. Stabilität der Befestigungsvorrichtung einerseits
und Glasschonung andererseits sind auf diese Weise wirksam verschmolzen.
[0019] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen Fassadenabschnitt mit vier mithilfe einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
an einer Unterkonstruktion befestigten Glasscheiben in einer Frontansicht;
die Fig. 2a und 2b die Befestigungsvorrichtung von Fig. 1 mit daran verklebter Glasscheibe
in einem Querschnitt (Fig. 2a) und eine Klotzleiste der Vorrichtung in einer Perspektivansicht
von schräg oben (Fig. 2b);
die Fig. 3a und 3b die Befestigungsvorrichtung der Fig. 2a und 2b in Verwendung ohne
(Fig. 3a) bzw. mit (Fig. 3b) Absturzsicherung jeweils im Querschnitt;
Fig. 4 einen Ausschnitt einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
in einer Perspektivansicht von schräg unten;
die Fig. 5a und 5b Varianten der Befestigungsvorrichtung von Fig. 4 in Verwendung
ohne (Fig. 5a) bzw. mit (Fig. 5b) Pufferleiste jeweils im Querschnitt; und
Fig. 6 eine weitere Variante der Befestigungsvorrichtung von Fig. 4 mit einer Absturzsicherung
im Querschnitt.
[0020] Im Beispiel der Fig. 1 ist an einem Fassadenabschnitt 1 jeweils eine Glasscheibe
2 in einem von vier benachbarten Feldern F
1, F
2, F
3, F
4 angeordnet. Die vier Glasscheiben 2 sind dazu an einer Unterkonstruktion 3, z.B.
in Pfosten-Riegel-Bauweise, mithilfe von Befestigungsvorrichtungen 4 lösbar befestigt,
u.zw. in einer Weise, dass die Unterkonstruktion 3 hinter den Glasscheiben 2, die
sich alle in einer gemeinsamen Glasscheibenebene befinden, zu liegen kommt.
[0021] Der Fassadenabschnitt 1 ist beispielsweise ein Ausschnitt oder eines von vielen Modulen
einer größeren - auch schrägen oder gewölbten - Gebäudefassade. Der Fassadenabschnitt
1 kann alternativ ein bewegliches Element einer Fassade sein, z.B. ein Schiebe- oder
Schwenkflügel, in welchem Fall die Unterkonstruktion 3 schiebe- oder schwenkbar gelagert
ist. Ferner könnte der Fassadenabschnitt 1 ein Teil einer Verkleidung in einem Gebäudeinneren
sein, z.B. einer Aufzugsschacht- oder Stiegenhausverkleidung. Dabei kann jede Glasscheibe
2 eine Einfach- (Fig. 2a) oder Mehrfachglasscheibe (Fig. 3a), z.B. Verbund- oder Isolierglasscheibe,
und die Unterkonstruktion 3 aus jedem geeigneten Material - z.B. Holz, Metall, Kunststoff
oder Beton, oder aus einem Verbundmaterial - sein.
[0022] Anhand der Beispiele der Fig. 2 bis 6 werden im Folgenden die zur Befestigung der
Glasscheiben 2 an der Unterkonstruktion 3 in Fig. 1 verwendeten Vorrichtungen 4 näher
erläutert.
[0023] Die Befestigungsvorrichtung 4 umfasst im Grunde eine Klotzleiste 5 und eine Klebeleiste
6 (Fig. 2a). Die Klotzleiste 5 und die Klebeleiste 6 sind in den dargestellten Beispielen
in ihrer jeweiligen Längsrichtung R (Fig. 2b) im Wesentlichen homogene Profile, z.B.
extrudiert oder stranggepresst.
[0024] Die Klotzleiste 5 ist in ein Klotzstück 7 und ein Haltestück 8 untergliedert. Das
Klotzstück 7 ist zum Verklotzen der Glasscheibe 2, d.h. zum lateralen Festhalten der
Glasscheibe 2 an einer ihrer Umfangsseiten 9, ausgebildet. Das Haltestück 8 schließt
in Richtung zur Unterkonstruktion 3 an das Klotzstück 7 an und liegt im befestigten
Zustand der Glasscheibe 2 an der Unterkonstruktion 3 an.
[0025] Die Klotzleiste 5 hat ferner zumindest eine Öffnung 10 zur Aufnahme eines Befestigungsmittels
11, welches die Klotzleiste 5 lösbar an der Unterkonstruktion 3 befestigt. Als Befestigungsmittel
11 kommt z.B. ein Befestigungsbolzen od. dgl. in Frage. Im Beispiel der Fig. 3a ist
das Befestigungsmittel 11 eine Schraube, welche das Klotzstück 7 und das Haltestück
8 und damit die gesamte Klotzleiste 5 durchsetzt. Wie Fig. 2b zeigt, kann die Klotzleiste
5 von mehreren - in diesem Beispiel: drei - derartigen Öffnungen 10 durchsetzt sein.
[0026] Die Klebeleiste 6 ist an einer Außenseite 12 mit einer Seite 13 der Glasscheibe 2,
u.zw. der im befestigten Zustand der Glasscheibe 2 der Unterkonstruktion 3 zugewandten
Seite 13, verklebbar. Das Haltestück 8 hat einen Vorsprung 14, welchen die Klebeleiste
6 im befestigten Zustand der Glasscheibe 2 an der dem Klotzstück 7 abgewandten Seite
hintergreift. Die Klebeleiste 6 und damit die gesamte Glasscheibe 2 ist auf diese
Weise in Richtung der Unterkonstruktion 3, d.h. normal zur Glasscheibenebene, sicher
gehalten; zugleich ist die Glasscheibe 2 von der Klotzleiste 5, insbesondere dem Klotzstück
7, in lateraler Richtung verklotzt, ohne dass es weiterer, von außen sichtbarer Montagemittel
bedarf.
[0027] Gemäß den in den Fig. 2 bis 6 gezeigten besonderen Ausführungsvarianten hat die Klebeleiste
6 dazu beispielsweise eine von zwei Schenkeln 15, 16 begrenzte Nut 17. Der Vorsprung
14 des Haltestücks 8 korrespondiert mit der Nut 17 der Klebeleiste 6 und greift im
befestigten Zustand der Glasscheibe 2 in die Nut 17 ein, wodurch der eine Schenkel
15 den Vorsprung 14 an der dem Klotzstück 7 abgewandten Seite hintergreift. Der andere
Schenkel 16 ist an der genannten Außenseite 12 mit der Glasscheibe 2 verklebt.
[0028] Das Verkleben der Klebeleiste 6 mit der Glasscheibe 2 kann bereits werksseitig erfolgen,
d.h. vor dem Befestigen der Glasscheibe 2 an der Unterkonstruktion 3 und unabhängig
von der Verfügbarkeit von Klotzleisten 5. Wenn - wie bevorzugt und beispielsweise
in Fig. 3a dargestellt - die Klebeleiste 6 mit ihren beiden Schenkeln 15, 16 etwa
bündig zur Umfangsseite 9 der Glasscheibe 2 verklebt ist, liegt diese beim Handhaben
nicht (alleine) auf der Klebeleiste 6 auf, sodass die Klebeleiste 6 bei Transport
und Lagerung der solcherart vorkonfektionierten Glasscheibe 2 entlastet ist.
[0029] Wie dem Beispiel von Fig. 1 zu entnehmen ist, können die Klebeleisten 6 entlang aller
Umfangsseiten 9 der Glasscheibe 2 mit Abstand zu den Eckbereichen (Feld F
2), bis fast in die jeweiligen Eckbereiche (Feld F
1) oder überhaupt bis in die Eckbereiche, z.B. abgeschrägt (Feld F
3) oder im Stoß (Feld F
4), auf die genannte Seite 13 geklebt werden. Ferner können Klotzleisten 5 unterschiedliche
Längen l
1, l
2, ... haben und auch unterschiedlich angeordnet werden, z.B. je zwei Klotzleisten
5 an den längeren und nur je eine Klotzleiste 5 an den kürzeren Umfangsseiten 9 (Feld
F
1) oder umgekehrt (Feld F
4), an jeder Umfangsseite 9 je eine Klotzleiste 5, u.zw. jeweils etwa mittig (Feld
F
2) oder bloß in zwei gegenüberliegenden Eckbereichen (Feld F
3) etc. Auch könnten an jeder Glasscheibe 2 Klotzleisten 5 aus verschiedenen Materialien
eingesetzt werden, z.B. die Last tragenden Klotzleisten 5 ("Tragklötze") aus festerem
Material und die weniger belasteten Klotzleisten 5 ("Distanzklöt-ze") aus weicherem,
elastischem Material; einzelne Distanzklötze könnten dabei sogar von der Umfangsseite
9 zumindest bei kalter Glasscheibe 2 geringfügig beabstandet sein, wie im Beispiel
der Fig. 1 für die Klotzleiste 5 in Feld F
2 oben an der Glasscheibe 2 angedeutet ist.
[0030] Die Klotzleiste 5 ist optional einstückig, z.B. durch Fräsen aus einem Block, Kunststoff-Spritzguss,
Metall-Druckguss, Walzen bzw. Extrusion hergestellt. Je nach Herstellungsverfahren
ist die Klotzleiste dann homogen (Fig. 6) oder hat über ihren Querschnitt verschiedene
Materialien bzw. Festigkeiten. Klotzstück 7 und Haltestück 8 können beispielsweise
aus Holz, Kunststoff (mit oder ohne Faserverstärkung) oder Metall sein; im Allgemeinen
ist das Klotzstück 7 aus weicherem, elastischen Material als das Haltestück 8, um
die Umfangsseite 9 der Glasscheibe 2 beim Verklotzen nicht zu beschädigen. Ferner
können Klotzstück 7 und Haltestück 8 miteinander verbunden, z.B. verklebt, oder zwei
separate Elemente sein, die sogar unterschiedliche Längserstreckung haben können.
Auch der Vorsprung 14 kann sich, wie in Fig. 2b dargestellt, gleichmäßig über die
gesamte Länge der Klotzleiste 5 erstrecken oder kürzer bzw. unterbrochen sein oder
sogar durch einzelne im Haltestück 8 montierte Bolzen oder Stifte gebildet sein, was
hierin alles unter dem Begriff "Vorsprung" 14 subsumiert ist.
[0031] In den in den Fig. 2a, 3a, 3b und 6 dargestellten Ausführungsvarianten der Befestigungsvorrichtung
4 hat die Klebeleiste 6 ferner einen Absatz 18. Der Absatz 18 gibt beim Verkleben
der Klebeleiste 6 mit der genannten Seite 13 der Glasscheibe 2 eine Dicke d der Klebefuge
19 vor. Durch die korrekte Klebefugendicke d wird eine spannungsfreie Verklebung gewährleistet,
selbst bei Längenänderungen der Klebeleiste 6 und/oder Glasscheibe 2, z.B. infolge
von Temperatureinwirkungen.
[0032] Fig. 3a zeigt eine an der Unterkonstruktion 3 befestigte Mehrfach-Glasscheibe 2.
In diesem Beispiel ist die zwischen der befestigten Glasscheibe 2 und der Glasscheibe
2 des Nachbarfeldes verbleibende schmale Fuge 20 mit Fugenmasse 21 geschlossen.
[0033] Ergänzend oder gemäß Fig. 3b alternativ dazu kann in der Fuge 20 eine Absturzsicherung
22, z.B. mit dem Befestigungsmittel 11, angebracht werden, welche die Glasscheibe
2 in ihrem Randbereich 23 übergreift und diese dadurch zusätzlich gegen Absturz sichert.
[0034] Die Fig. 4 bis 6 zeigen weitere Ausführungsformen, in welchen die Klebeleiste 6 in
ihrer Nut 17 (hier: beidseitig) eine Hinterschneidung 24 und das Haltestück 8 an seinem
Vorsprung 14 (hier: beidseitig) eine dazu komplementäre Rippe 25 hat. In Fig. 4 sind
dabei Klebeleiste 6 und Haltestück 8 ohne Klotzstück 7 dargestellt. Durch das Zusammenwirken
von Hinterschneidungen 24 und Rippen 25 sind die Klebeleiste 6 und das Haltestück
8 - bzw. die Klotzleiste 5 - gegeneinander in ihren Längsrichtungen R verschieblich.
Es versteht sich, dass Nut 17 und Vorsprung 14 Hinterschneidungen 24 und Rippen 25
mannigfaltiger Form mit gleichartiger Wirkung haben können.
[0035] Wenn gewünscht, kann die genannte Verschieblichkeit in Längsrichtung R - egal ob
mit oder ohne Hinterschneidungen 24 und Rippen 25 - unterbunden werden. Dazu ist die
Klotzleiste 5 optional in Richtung zur Klebeleiste 6 von zumindest einer weiteren
Öffnung 26 durchsetzt. Mithilfe eines in die weitere Öffnung 26 eingeführten, in die
Klebeleiste 6 eingreifenden Arretierstiftes 27, -bolzens od. dgl., z.B. einer Schraube,
kann die Klotzleiste 5 gegenüber der Klebeleiste 6 arretiert werden. Wie in den Fig.
5a und 5b durch strichlierte Linien versinnbildlicht, kann das Eingreifen des Arretierstiftes
27 in die Klebeleiste 6 beispielsweise dadurch erleichtert werden, dass die weitere
Öffnung 26 bis in die Klebeleiste 6 fortgesetzt ist.
[0036] Es versteht sich, dass der Querschnitt des Klotzstücks 7 nicht auf die Rechteckform
beschränkt ist; in den Beispielen der Fig. 5a und 5b hat das Klotzstück 7 beispielsweise
L-förmigen Querschnitt, wobei ein Schenkel 31 des L an das Haltestück 8 grenzt und
der andere Schenkel 32 des L beim Verklotzen der genannten Umfangsseite 9 der Glasscheibe
2 zugewandt ist. auch andere Querschnittsformen, z.B. C-förmig, dreieckig od. dgl.,
sind möglich.
[0037] Optional hat das Klotzstück 7 gemäß Fig. 5b ferner eine Pufferleiste 28 aus einem
vom Material des Klotzstücks 7 verschiedenen Material, z.B. besonders weichem Material.
Die Pufferleiste 28, welche beim Verklotzen an der Umfangsseite 9 der Glasscheibe
2 anliegt, kann beispielsweise aus besonders glasschonendem, weichem bzw. besonders
sicher abdichtendem Material gefertigt sein. Wenn gewünscht könnten ferner an dem
Haltestück 8 und/oder der Klebeleiste 6 zur Anlage an der Unterkonstruktion 3 aus
von den Materialien des Haltestücks 8 bzw. der Klebeleiste 6 verschiedenem Material
gefertigte Leisten 29, 30 ausgebildet sein, wie Fig. 5a und Fig. 5b zeigen.
[0038] Gemäß dem Beispiel von Fig. 6 kann die Absturzsicherung 22 auch an zumindest einem
Rastvorsprung 33, welcher an der dem Haltestück 8 gegenüberliegenden Seite des Klotzstücks
7 optional ausgebildet ist, eingerastet werden. In diesem Beispiel hat das Haltestück
8 zwei symmetrische Rastvorsprünge 33 und die Absturzsicherung 22 zwei damit korrespondierende
symmetrische Rasthaken 34.
[0039] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern
umfasst alle Varianten, Modifikationen und Kombinationen, die in den Rahmen der angeschlossenen
Ansprüche fallen.
1. Vorrichtung zum lösbaren Befestigen einer Glasscheibe an einer Unterkonstruktion,
gekennzeichnet durch:
eine Klotzleiste (5), welche in ein Klotzstück (7) zum Verklotzen der Glasscheibe
(2) an einer ihrer Umfangsseiten (9) und ein Haltestück (8) zur Anlage an der Unterkonstruktion
(3) untergliedert ist und zumindest eine Öffnung (10) für ein Befestigungsmittel (11)
zum lösbaren Befestigen der Klotzleiste (5) an der Unterkonstruktion (3) hat, und
eine Klebeleiste (6), welche an einer Außenseite (12) mit einer Seite (13) der Glasscheibe
(2) verklebbar ist, wobei das Haltestück (8) einen Vorsprung (14) hat, welchen die
Klebeleiste (6) im befestigten Zustand der Glasscheibe (2) an der dem Klotzstück (7)
abgewandten Seite hintergreift.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeleiste (6) eine von zwei Schenkeln (15, 16) begrenzte Nut (17) hat, wobei
im befestigten Zustand der Glasscheibe (2) der genannte Vorsprung (14) in die Nut
(17) eingreift und dadurch der eine Schenkel (15) den Vorsprung (14) an der dem Klotzstück
(7) abgewandten Seite hintergreift, wobei der andere Schenkel (16) an der genannten
Außenseite (12) mit der Glasscheibe (2) verklebbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (17) zumindest eine Hinterschneidung (24) und der Vorsprung (14) eine dazu
komplementäre Rippe (25) hat.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klotzleiste (5) einstückig ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Klotzstück (7) und Haltestück (8) aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Außenseite (12) der Klebeleiste (6) einen Absatz (18) hat.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klotzleiste (5) in Richtung zur Klebeleiste (6) von zumindest einer weiteren
Öffnung (26) zum Einführen eines in die Klebeleiste (6) eingreifenden Arretierstiftes
(27), -bolzens od.dgl. durchsetzt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Klotzstück (7) einen L-förmigen Querschnitt hat, wobei ein Schenkel (31) des
L an das Haltestück (8) grenzt und der andere Schenkel (32) des L beim Verklotzen
der genannten Umfangsseite (9) der Glasscheibe (2) zugewandt ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Klotzstück (7) an seiner dem Haltestück (8) gegenüberliegenden Seite zumindest
einen Rastvorsprung (33) zum Einrasten einer die Glasscheibe (2) in ihrem Randbereich
(23) übergreifenden Absturzsicherung (22) hat.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Klotzstück (7) eine Pufferleiste (28) aus einem vom Material des Klotzstücks
(7) verschiedenen Material zur Anlage an der Umfangsseite (9) der Glasscheibe (2)
hat.