[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine flächige Beleuchtungsvorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Beleuchtungsvorrichtungen werden vor allem für Film- oder Photoaufnahmen
verwendet, um eine gleichmäßige Ausleuchtung des zu photographierenden oder filmenden
Gegenstands, der Szenerie oder des Hintergrunds zu ermöglichen. Durch die Verwendung
lichtemittierenden Dioden ist es hier möglich geworden, auf relativ kleinem Raum Beleuchtungen
zu realisieren, welche wenig Abwärme erzeugen und eine hohe Leistung erbringen. Bei
bekannten Beleuchtungsvorrichtungen sind die lichtemittierenden Dioden auf einer starren
Fläche aufgebracht oder auf Paneelen, welche sich zu einer Fläche zusammenbauen lassen,
so dass man eine möglichst großflächige Beleuchtungseinrichtung erzielt und damit
eine schattenfreie Beleuchtung möglich wird.
[0003] Diese bekannten Beleuchtungseinrichtungen sind jedoch umständlich und unflexibel
in der Handhabung. Sie sind im Transport relativ voluminös und müssen von Facharbeitern
vor Ort zusammengebaut werden. Darüber hinaus bilden sie auch eine Barriere für Konvektionsströme
erwärmter Luft, welche durch die lichtemittierenden Dioden oder andere Wärmequellen
entstehen können. Auf diese Weise erzeugen die bekannten großflächigen Beleuchtungsvorrichtungen,
insbesondere wenn sie oberhalb des zu photographierenden Gegenstands angeordnet werden,
einen Hitzestau. Auch der Abbau und Transport dieser Vorrichtungen sind kompliziert
und teuer, weil die Platten, auf denen sich die lichtemittierenden Dioden befinden,
bruchempfindlich und, auch nach Zerlegen der Beleuchtungsvorrichtung, noch immer relativ
groß für den Transport sind.
[0004] Ferner sind aus dem Dekorationsbereich sogenannte Lichternetze bekannt, bei denen
es sich um aus elektrischen Leitungsdrähten bestehende netzartige Strukturen handelt,
an deren Kreuzungspunkten elektrische Lampen, insbesondere auch lichtemittierende
Dioden, angeordnet sind.
[0005] Die
GB 2396252 A zeigt eine flächige Beleuchtungsvorrichtung, wobei lichtemittierende Dioden auf einem
textilen Gewebe angeordnet sind und die Stromversorgung dieser lichtemittierenden
Dioden durch ein entlang des textilen Gewebes verlaufendes Netz elektrische Leitungen
erfolgt. Es sind jedoch zwei durchgängige Gewebebahnen vorhanden, welche übereinander
angeordnet sind, sodass die Struktur schwer und auch nicht durchsichtig ist.
[0006] Auch die
US 2004/0009729 A1 zeigt eine Struktur aus elektronischen Vorrichtungen, welche sich innerhalb eines
Gewebes befinden. Es handelt sich auch hier um ein geschlossenes Gewebe im Sinne einer
durchgehenden Stoffbahn.
[0007] Es besteht daher die Aufgabe, eine flächige Beleuchtungsvorrichtung so auszugestalten,
dass sie leicht und billig transportierbar, schnell und einfach auf- und abbaubar
und unempfindlich gegen Beschädigungen ist, wobei gleichzeitig eine Überhitzung des
Aufnahmebereichs vermieden werden soll und die Beleuchtungsvorrichtung transparent
sein soll.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die begleitende
Zeichnung näher beschrieben. Diese zeigt eine Draufsicht auf eine Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen flächigen Beleuchtungsvorrichtung.
[0010] Wie der Figur zu entnehmen ist, weist die erfindungsgemäße flächige Beleuchtungsvorrichtung
eine netzartige Struktur auf, welche im dargestellten Ausführungsbeispiel aus zwei
Scharen textiler Bänder 3 bzw. 4 besteht. Die erste Schar textiler Bänder 3 verläuft
in der Figur horizontal während die zweite Schar textiler Bänder 4 hierzu orthogonal,
in der Figur also vertikal, verläuft. In jeder Schar sind die textilen Bänder 3 und
4 parallel und äquidistant zueinander angeordnet, so dass sich Schnittwinkel der beiden
Scharen von 90° ergeben. Die beiden Scharen textiler Bänder 3 und 4 schneiden sich
in den Kreuzungspunkten 2. Jede Schar besteht aus Kunstfasern, z.B. aus Spanngurten
aus Polyesterfasern. Damit sind die textilen Bänder 3 bzw. 4 einerseits sehr stabil
gegenüber Zugbelastung, andererseits sehr weich, wodurch eine Beschädigung von Teilen,
mit denen die Beleuchtungsvorrichtung in Kontakt kommt, vermieden wird.
[0011] An den Kreuzungspunkten 2 sind die beiden Scharen textiler Bänder 3 und 4 miteinander
vernäht. Aufgrund der Breite der textilen Bänder 3 und 4 bilden sich an den Kreuzungspunkten
2 kleine Quadrate und die Vernähung kann entlang des Rands dieser Quadrate, innerhalb
dieser Quadrate diagonal oder nach einem anderem Muster erfolgen, wobei zu gewährleisten
ist, dass die textilen Bänder 3 und 4 in den Kreuzungspunkten 2 zuverlässig miteinander
verbunden sind.
[0012] In Ihrem Außenbereich, nämlich entlang ihrer Außenseite weist die flächige Beleuchtungsvorrichtung
einen ebenfalls aus textilem Material bestehenden Tragrahmen 6 auf, an welchem (nicht
dargestellte) Befestigungsvorrichtungen zur Aufhängung der Beleuchtungsvorrichtung
angeordnet sein können, also z.B. aus textilem Material bestehende Schlaufen.
[0013] An den Kreuzungspunkten, also im Bereich der oben genannten kleinen Quadrate befinden
sich Lichtquellen 1, welche in Gestalt lichtemittierender Dioden ausgebildet sind.
Hierbei kann jede Lichtquelle 1 eine oder mehrere lichtemittierende Dioden aufweisen,
z.B. in verschiedenen Farben, um durch geeignete Ansteuerung alle möglichen Farben
darstellen zu können (RGB-Darstellung) oder es können kaltweiße und gelbweiße lichtemittierende
Dioden miteinander kombiniert werden, um durch geeignete relative Ansteuerung beider
Gruppen von lichtemittierenden Dioden verschiedene Farbtemperaturen zu erzielen.
[0014] Aufgrund der Entstehung von Wärme durch den Betrieb der lichtemittierenden Dioden
sind die lichtemittierenden Dioden im Bereich jedes Kreuzungspunkts 2 zu einem Modul
zusammengefasst, dessen Abmessungen in etwa der Größe des durch die Kreuzung der beiden
Scharen textiler Bänder 3 bzw. 4 gebildeten Quadrats entsprechen, wobei jedes Modul
4, 8 oder 16 lichtemittierende Dioden, jedoch auch mehr, aufweisen kann. Die lichtemittierenden
Dioden sind auf dem Modul mit einem gemeinsamen Kühlblech zur Wärmeableitung verbunden,
welche sich etwa über die Fläche des eingangs genannten Quadrats erstreckt.
[0015] Alternativ oder zusätzlich können Module mit lichtemittierenden Dioden auch zwischen
den Kreuzungspunkten 2 angeordnet sein.
[0016] Wie aus der Figur ersichtlich erfolgt die Elektrifizierung der Lichtquellen 1 über
elektrische Leitungen 5, welche parallel zu den beiden Scharen der textilen Bänder
3 bzw. 4 geführt sind. Die relativ dünnen elektrischen Leitungen können entweder einfach
zwischen den einzelnen Modulen, welche die lichtemittierenden Dioden aufnehmen, geführt
sein oder zusätzlich in die textilen Bänder bzw. 4 eingenäht bzw. eingeschoben sein.
Eine Zuleitung nach außen ist in der Figur ebenfalls dargestellt. Von hier aus erfolgt
die Elektrifizierung, also der Anschluss eines Steuergeräts für die lichtemittierenden
Dioden. Es sind so viele Einzelleitungen vorzusehen, wie für den Betrieb der Lichtquellen
1 erforderlich sind. Die Anzahl der Leitungen hängt davon ab, ob nur eine Art Lichtquellen
1 betrieben werden soll oder mehrere Arten, z.B. drei verschiedene Farben für den
RGB-Effekt.
[0017] In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind die beiden Scharen textiler Bänder
3 bzw. 4 jeweils parallel und äquidistant. In einer alternativen, nicht dargestellten
Ausführungsform kann die Struktur auch radialsymmetrisch ausgebildet sein. Bezogen
auf den Mittelpunkt der Beleuchtungsvorrichtung verläuft die eine Schar textiler Bänder
3 dann radial und die andere Schar tangential. Auch bei dieser Ausführungsform schneiden
sich die beiden Scharen textiler Bänder unter Winkeln von 90° in den Kreuzungspunkten
und auch hier sind in den Kreuzungspunkten und wahlweise dazwischen Lichtquellen in
Gestalt lichtemittierender Dioden oder Modulen mit lichtemittierenden Dioden angeordnet.
[0018] Die beschriebene flächige Beleuchtungsvorrichtung weist gegenüber den aus dem Stand
der Technik bekannten Beleuchtungsvorrichtungen erhebliche Vorteile auf. Zum Einen
ist sie gegenüber starren Vorrichtungen sehr viel flexibler und kann zusammengelegt,
zusammengerollt oder in anderer Weise kompakt transportierbar gemacht werden. Zum
Anderen ist sie leicht und schnell einsatzbereit. Bei besonders empfindlichen zu photographierenden
Objekten, z.B. neuen Kraftfahrzeugen, weist die Vorrichtung auch den Vorteil auf,
dass die verwendeten textilen Bänder weich sind und bei einer Berührung mit dem zu
photographierenden Gegenstand diese nicht beschädigen. Die Vorrichtung ist auch sehr
leicht und kann somit an Gestellen mit nur geringer Tragkraft montiert werden. Sie
ist darüber hinaus luftdurchlässig, lässt also Konvektionsströme zu und vermeidet
somit eine Aufheizung im zu photographierenden bzw. zu filmenden Bereich.
[0019] Anstelle der beschriebenen Verbindung der textilen Bänder 3 bzw. 4 durch Vernähen
kann diese Verbindung auch durch Verkleben oder Verschweißen oder durch eine andere
an sich bekannte Fixierungsmethode erfolgen.
1. Flächige Beleuchtungsvorrichtung, mit einer Vielzahl von auf einer textilen Struktur
angeordneten Lichtquellen (1), wobei jede Lichtquelle (1) mindestens eine lichtemitierende
Diode aufweist und die Stromversorgung der Lichtquellen (1) durch ein entlang der
textilen Struktur verlaufendes Netz elektrischer Leitungen (5) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die textile Struktur eine netzartige Struktur aus zwei sich unter Bildung einer Vielzahl
von Kreuzungspunkten (2) kreuzenden Scharen textiler Bänder (3, 4) ist, welche in
ihren Kreuzungspunkten miteinander verbunden sind.
2. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquellen (1) mindestens teilweise in den Kreuzungspunkten (2) angeordnet
sind.
3. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquellen (1) mindestens teilweise im Bereich zwischen den Kreuzungspunkten
(2) der Bänder angeordnet sind.
4. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die textilen Bänder (3, 4) Spanngurte aus Polyesterfasern sind.
5. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der textilen Bänder (3, 4) in ihren Kreuzungspunkten durch Vernähen
und/oder Verkleben und/oder Verschweißen realisiert ist.
6. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Lichtquelle (1) mehrere lichtemittierende Dioden enthält.
7. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Lichtquelle (1) ein Kühlblech aufweist.
8. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die netzartige Struktur an ihrer Außenseite von einem ebenfalls aus textilem Material
bestehenden Tragrahmen (6) umgeben ist.
9. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragrahmen (6) Befestigungsvorrichtungen zur Aufhängung der Beleuchtungsvorrichtung
aufweist.
10. Beleuchtungsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die beiden Scharen textiler Bänder (3, 4) in den Kreuzungspunkten (2) unter
einem Winkel von etwa 90° kreuzen.
11. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die textilen Bänder (3, 4) jeder einzelnen Schar parallel und äquidistant zueinander
verlaufen.
12. Beleuchtungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Schar textiler Bänder, bezogen auf einen Mittelpunkt der Beleuchtungsvorrichtung,
radial und die andere Schar textiler Bänder, bezogen auf diesen Mittelpunkt, tangential
verläuft.